Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 21 (21.5.1926)
- Date
- 1926-05-21
- Page
- Seite 288 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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288 ü 6 e r dem eindringenden EuroP a". Die Araber wehren sich gegen den Einbruch der europäisch-amerikanischen Wirtschaft. Palästina im Bereich des englischen Imperiums schildert Hans Joachim Seidel in seinen: Buche „Der britische MandatstaaL — Palästina im Rahmen der Weltwirtschaft (Walter de Gruyter & Co., Berlin und Leipzig, 1926). Seidel untersucht zunächst die Grundbedingungen der palästinischen Wirtschaft. Das Hauptanbauprodukt dev Landwirtschaft ist der Weizen, aber sein Mehl ist minderwertig, und auch Seidel kommt wie Pinner zu den: Ergebnis, daß nur die S p e z i a l t u l t u r en wie Oliven, Orangen, Tabak geeignet sind, dem Landmann eine Rentabilität der Arbeit zu sichern. Den Oscher (Zehnten) hält Seidel für die Intensivierung für äußerst hinderlich, übersieht aber, daß er durch Samuel von 12T ans 10 Prozent herabgesetzt worden ist. Eine B o d e n b e s i tz r e f o r n: erscheint ihn: unerläßlich. Man wird Seidel zustimmeu. daß die Industrie hinter der Landwirtschaft noch weit zurücktritt und das Handwerk eine größere Nolle spielt, wenn sich auch inzwischen die Industrialisierung weiter fortgesetzt hat. Auch er meint, daß das Nutenberg-Projekt die palästinische Wirtschaft stark beeinflussen wird, sieht aber große S ch wierigkeite n in der K a p i t a l b c s ch a f f u n g. Ebenso skeptisch beurteilt er die Zukunft der Industrie. „Palästina wird als I n d u st r i e l a n d keine Stellung auf den: Weltmarkt einnehmen. Die Hauptbedingungen . . . fehlen, nämlich Kohle und Eisen", die Arbeiterverhältnisse, die mangelnden Häsen sind alles Erschwernisse für die Industrialisierung. Eine Zukunft spricht er nur der Berarbeitungsindnstrie zu, denn vor allem die mangelnde Kaufkraft seiner Bewohne r verhindere den genügenden Jnlandsabsatz. Seidels Bedenken wird man eine Berechtigung nicht absprechen können, es scheint so, als ob die heutige Krisis durch die au^zeblähte Produktionskapazität mitbedingt ist. Als H a n d e l s e t a p p e dagegen, glaubt Seidel, wird Palästina eine größere Zukunft besitzen. Denn als „Brennpunkt eines Durchgangsmarktes zwischen Okzident und Orient" erhält es auch die Bedeutung für England, ans die nur oben schon hinwiesen: als Mittler zwischen Aegypten und Indien. So wird man Seidel recht geben, wenn er Englands Rolle als Mandatar dieses Landes, des „Glacis für den S u e z k a n a l", beurteilt. Mögen manche der Daten in Seidels ausgezeichneter Untersuchung veraltet sein, trotz aller Bewunderung sür das in Palästina Geleistete wird man ihm in seiner Skepsis beipflichten müssen: „Es ist nicht ausgeschlossen, daß England eines Tages unter dem Druck pan-- arabischer Bewegungen die Balsour-Erklärung fallen lassen wird.^ Eine Fülle von wirtschaftlichen und politischen Fragen hat dies Problem „Palästina" vor uns ausgerollt; erst die Vertiefung in diß Literatur kann dazu beitragen, es einigermaßen anfzuhellen. Neneingegangene Bücher. Wilhelm Bouffct: „Die Religion des Judentums." I. E. V. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1926. — Heinrich Hasse: „Schopenhauer." Ernst Reinhardt, München. — L. A. Rosenthal, Rabb.: „Gesammelte Schriften", Heft 1. Louis Lamm, Berlin 1926. — W. Perlstein, Br. ns cd.: „Die Schönheitsbücherei der Dame", Heft 1 und 2. Wilhelm Braumüller, llniversitäts - Verlagsbuchhandlung, Wien, Leipzig. — Friedrich Ritter v. Lama: „Der vereitelte Friede." Grabherr-Verlag, Augsburg. — „Judenhast, eine Anthologie", Prometheus-Verlag. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für kulturelle Propaganda. Erschienen im Selbstverlag, Wien. — Jacob L6vy: „Des Doml-ckmks." I. Ferenczi u. Fils, Paris, 9 Rue Antone Chantin. Rach Berlin. Das Flugblatt der Liberalen Vereinigung, das der Grotz-Berliner Auslage der letzten Nummer der „(£. V.-Zeitrrng" beigegeben war, ist lediglich eine Angelegenheit der Jnseratenabteilnng Rudolf Moste gewesen. Diese hat unter „Geschäftliche Mitteilungen" der vorigen Nummer auch besonders daraus hingewiesen. Wenn Konservative oder Mittelharter der Firma Rudolf Moste einen Beilagenanftrag erteilt hätten, wären selbstverständlich auch diese Beilagen der Zeitung beigegeben worden. Wie uns die Firma Moste mitteilt, ist sie sowohl an die Konservativen als an die Mittelpartei wegen eines Inseraten- oder Beilagenanftrages herangetreten und hat mit ihnen verhandelt, ist aber nicht zu einem Abschluß gekommen. Selbstverständlich ist die Beilage der Liberalen Vereinigung sofort nach Auf-, tragserteilung bezahlt worden. I. R., Berlin. Das Inserat, betreffend Deutsche Nordsee-Bäder, ist ein S a m m e l i n s c r a t der Bäderverwaltungen und Reedereien. So war es notwendig, auch Borkum, Juist und Langeoog in dieses Inserat hineinzunebmeu. Wundertätige hei Bf und verjüngt -Schdas Heilbad für Herz und Nerven stärkste Arsen-Eisenquellen —Natürliche kohlensBuro Bäder und Moorbäder hot eine landschaftlich hervorragende Un gebung. Den herrlichen GlatzerTalkessel umschließt das El'osandsteingebirge mit seinen einzigartigen interessanten Steinformationen und seinen sonstigen bekannten Naturschönv hellen, - " ' besitzt gute und preiswerte Unterkunftsmöglichkeiten. Aufler dem erstklassigen Hotel Fürstenhof in zahlreichen Villen. Hotels und Pensionen beste Wohn- und Verpflegungsgelegenheiten. (Pensionen schon von 5 RM. pro Tag an.) 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