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Central-Verein-Zeitung · 1926-05-21 · 21 (21.5.1926) · p. Seite 285

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
21 (21.5.1926)
Date
1926-05-21
Page
Seite 285 (sequence 5)
Language
German
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285 vom ölut-Mergiauben. Aon Dr. Paul Nathan. Die antisemitische „Nelle Zeitung" vom 4. April d. I. brachte folgende Notiz unter der nämlichen illeberschrift, die auch diesen Ausführungen vorangesetzt ist: „Nus Teschen in Polen wird uns berichtet, daß der jüdische Agent Schönberg sein christliches Dienstmädchen betäubt und alsdann durch Schnittwunden an Händen und Füßen erheblic!) verletzt hat. Tie ^.Angelegenheit tarn dadurch an die Qeffeutlichkeit, daß sich das burd) den ^Blutverlust geschwächte Mädchen in die Behandlung eines Arztes be- ' gebenmuhte. Er erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Trvtzldem die denn berüchtigten jüdischen Al0rcv-Konze.cn gehörenden Lokalblätter die Sache totschwiegen, soll die Erregung der Bevölkerung so groß sein, daß der Judenschaft der Loden unter den Füßen zu heiß wird. Auch der Agent Schönberg wandert ab, angeblich nach Krakau. Einen anderen Fall, der in Litauen 'spielt, berichtete die polnische parteilose Tageszeitung „Nozwvj" unterm 7. Dezember v. I. Danach habe ein jüdisches Schulmädchen in Linkvw in der Nähe von Kowno ihren eigenen Vater bezichtigt, ein Christenkind in seine Wohnung gelockt, dort ermordet und das durch Nadelstiche dem Körper abgezapfte ^Blut unter feierlichen Zcremoni-en getrunken zu haben, wobei fünf 'Glaubensgenossen, darunter der Rabbiner des Ortes, ihn: Beistand geleistet hätten. k? - Wir verzeichnen diese Dinge einfach, denn wir sind nicht in der Lage, sie auf ihre Wahrheit hin 31t prüfen. Befremdlich bleibt das regeltmüßige Anftauchen solcher Nachrichten vor dem jüdischen Osterfest. -Gewisse Züge, wie die Blntgewinnnng, haben diese Meldungen mit vielen Dutzenden gerichtlich belegter Fälle gemein. Aber noch nie ist in ^neuerer Zeit ein Jude dafür gerichtet worden; immer haben die dem rGesamtjudentum der Erde zu Gebote stehenden Mittel au Kapital und -Beeinflussung der öffentlichen Meinung hingereicht, den Verbrecher dem i,Arm der Gerechtigkeit zu entziehen. Die Fälle von Sturz, Fanten, 'Könitz und Kiew sind noch in Erinnerung. Wer sich über diese Dinge näher unterrichten will, greise zu der Hammerschrist Nr. 22: A. Fern, „Jüdische Moral und Blntnchstcrium". Preis 50 Pfennig." j Sprecher: wir von den: Fall in Linkow zuerst. : Angeblich hat sich der Vorgang vor den: 7. Dezember vergangenen Jahres — so zu lesen in der „Neuen Zeitung" — abgespielt. Und die „Neue Zeitung" schreibt dazu: „Befremdlich bleibt das regelmäßige Anftauchen solcher Nachrichten vor dem jüdischen Osterfest." Wir sehen hierbei durchaus nichts Befremdliches, und was kann die Antisemiten denn an diesen Osterbotfchasten befremden? > Der gewissenlose Antisemitismus verbreitet. solche hetzerischen Nachrichten natürlich absichtlich vor den: Osterfeste, und alsdann 'glaubt er auch noch die Berechtigung zr: haben, sich über das Auftauchen solcher Erzählungen in der Zeit vor Ostern zu wundern. Hier ist die Verleumdung so plump arrangiert, daß selbst stupide Leser sie erkennen müssen.! Ein angebliches Ereignis, das sich vor dein 7. Dezember ver- ' gangenen Jahres ereignet haben soll, tischt die antisemitische 'Zeitung am 4. April d. I., also vier Monate spater, ihren Lesern:! auf, um sich dann heuchlerisch darüber erregen zu dürfen, daß diese Angaben gerade vor Oste r n in die Öffentlichkeit kommen. >; Und welche Zuverlässigkeit haben die Angaben selbst? Die „JLa"-Korrespondenz hat sich mit dem Vorgang zur Zeit beschäftigt und ihrerseits folgendes festgestellt: „Es ist in der Tat vorgekommen, daß ein hysterisches j ü d i s ch e s Mädchen unter den: Terror Der antisemitischen Lehrerschaft, insbesondere der Schulleiterin, seinen eigenen Valor bezichtigt hat, daß et einem christlichen Mädchen in seinem Hanse Blut abgezapft und es getötet hat. Die antisemitischen Agitatoren bemächtigten sich des Falles, so daß die Judenschast in Linkow mehrere Tage hindurch in großer Gefahr schwebte. Die behördlichen Nachforschungen ergeben aber, daß in diesen Tagen nirgends ein ch r i st l i ch e s M ä d ch e 11 a l § v e r m i ß t g e m 0 l d e t w u r b c, die Aerzte erklärten, das jüdische Schulrnädchen sei s ch ro o r h v st e r i s ch und psychisch minderwertig und darmn leicht beeinflußbar. Auch wurde sestgestetlt, daß die ungeschickte Erzählung des Mädchens in der Schule über die Schlachtung eines Huhns im Elternhause von der Schulleitern: mißbrauch: und nrngederttel worden war: unter den: Terror der Schulleitern: sprach das Mädcher^die Beschuldigung ans. Nach dieser Aust'lärnng beruhigte sich die Stimmung der Bevölkerung." Also ein krankhafte? jüdisches Knud erzählt eine Schauermär über die Blutabzapnmg. die an einen: christlichen Mädchen vorgenonunen worden sei: das christliche Niädchen aber, dem Blut abgezapst ronrde. ist in der kleinen Ortschaft überhaupt rächt zu ermitteln gewesen, loeder lebend noch tot; noch rvurde ein christliches Mädchen auch nur vermißt. Tut nichts; die nntlfenutische „A'eue Zeitung" unterbreitet diesen Vorgang ihrer: Lesern, um dann hinzu zu fügen: „Wir verzeichnen diese Dinge einfach, denn wir sind nicht irr der Lage, sie aus ihre Wahrheit zu prüfen." Nach solcher: Klarstellungen sind wir unsrerseits freilich in der Lage, ur:s über der: Charakter der Redaktion der ..Neuen Zeitung" ein zutreffendes Urteil zu bilden. m:i> jeder anständige Leser ebenfalls, gleichgültig, ob er Jude oder Christ ist, wem: er nur zu der: anständiger: Menscher: gehört. Und rroch eins, wodrrrch die Plumpheit dieser antisemitischen Ber- Hetzungen klargestellt wird. Die erfundene Geschichte soll sich vor den: 7. Dezember vergangenen Jahres abgespielt haben, und diese nicht stattgefundene Blutabzapfung an einem Mädchen, das weder tot noch lebend zu ermitteln war, und das auch nicht vermißt wurde, steht angeblich in:'Zusammen-- Hang — mit den jüdischen. Ostern, die vier Monate später zu begehe:: waren. Das ist antisemitische Logik ur:d amistmitische Wahrheitsliebe der ger:aru:ten Zeitung. Und nur: zu den: Falle in Teichen, woher die „Neue Zeitung" ihre andere Nachricht direkt bezogen haben will. Sie schreibt: „Aus Teichen in Polen wird u r: s berichtet." SJftrttt (ivi'riirl’it fi>in mht!nfnru> 2*t min mit inivfptrf'. rnbiondoa fi'ih zu stellen: Also aus Teichen erhalt das Antisemstenblatt direkt seine Nachricht, und in dieser Nachricht findet sich die Wendung, es „soll die Erregung der Bevölkerung so groß sein, daß der Judenschast der Boden unter den -Füßen zrr heiß wird". Damit ergibt sich folgendes: Von: Schauplatz der Ereignisse erhält die'antisemitische Zeitung einen Bericht. Hub dieser Berichterstatter, der au Ort rn:d Stelle ist, gibt Nachricht über das, was sich unter seinen Augen angeblich abipiely in der Form: Das Ereignis „soll" sich abspielen; es „soll" die Erregung der Bevölkerung so groß sein". Dieser Berichterstatter ist zweifellos ein Idiot, denn wenn er an Ort und Stelle ist, so weiß er, ob die Bevölkerung erregt ist oder nicht, und wenn er statt eine Tatsache zu melden, den Bericht in die „Sollform" einkleidet, so beweist dies eben, daß er entweder in Bernau lebt mit den: unsterblichen Kriegsberichterstatter Wippchen das Schönste und Beste 2u billigsten Helsen 2u bringen, pöS Mqö bieten wirln allen ftbteilunpen «»sljlj! jlilfbw beispiellose Vorteile. JCleider, Sacteenklek/er. - Mäntel, Comjjlets,Jtüte, ■ Musen, öRö'ckejnodisü/ie Stückwaren. 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