Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1926-05-07 · 19 (7.5.1926) · p. Seite 259

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
19 (7.5.1926)
Date
1926-05-07
Page
Seite 259 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2277379-2277622-2277641--02909-2283365
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

259 Museums der Universität von Pennsylvania, die seit 1922 regelmäßig fortgesetzt worden sind. Einen Zusammenfassenden Bericht darüber findet man in dem soeben erschienenen neuesten Hefte der „Zeitschrift für Alttestamentliche Wissenschaft". Die Ergebnisse sind kunstgeschichtlich und religivnsgeschichtlich sehr bedeutsam. Die hochentwickelte Kunst und Kultur der dritten Dynastie von Ur (um 2200), von der wir bisher fast so gut wie nichts wußten, tritt uns jetzt zum ersten Male in zahlreichen Flachbildern, aber auch in einzelnen Rundbildern und Kunstgegenständen lebendig entgegen. Für die Religionsgeschichte ist am wichtigsten die Ausgrabung des Tempelturms, der zwar nicht so berühmt ist wie der von Babylon (1. Mose 11), aber besser erhalten und daher sicherer wiedcrherzustellen; auf einem Flachbild, das seinen Bau verherrlicht, sieht man, wie der Engel mit Meßstab und Meßschnur dem Könige voranzieht, um den Bau zu vermessen (vgl. die Schilderung des Propheten Hesekiel e. 40 beim Bau Jerusalems). Wie die „Times" vor einigen Tagen meldeten, sind jetzt auch 60 große, ungewöhnlich gut erhaltene Tolltafeln gesunden worden, die babylonische Psalmen zu Ehren des Moudgottes aus der Zeit des Königs Nimsin um 1950 enthalten. Aber an Spuren, die uns über die Hebräer Auskunft geben könnten, fehlt es bis jetzt noch. Rar! Marx unö Hegel. Zur Widerlegung der Legende vom jüdischen Marxismus. Mit Sachkenntnis. Gewandtheit und in flüssiger, allgemeinverstündlicher Sprache hat der Verfasser^) dieser Broschüre, Dr. Heinrich Levy-Korsf, aus knappem Raum die wesentlichen Verbindungslinien von Marx zu Hegel ausgewiesen. Die „dialektische" Geschichtsbetrachtung ist der Kernpunkt: sie sieht alle Erscheinungen der Geschichte als notwendig und zugleich als notwendig vergänglich an (der „Historismus" beider Denker!) und ist so eine Synthese konservativer und revolutionärer Denkmotive. Auch im Endziel der Geschichte stimmen Hege! und Marx überein, und unter dem Eindruck der auf deu deutschen Idealisten wie den jüdischen Revolutionär in gleicher Weise einwirkenden französischen Sozialökonomie hat Hegel sogar den marxistischen Begriff des Proletariats vorweggenommen. Auch das Neberwiegen des „Realistisch-Nevolutionaren" bei Marx gegenüber dem ,.Idealistisch-Harmoniftcrenbni" bei Hegel ist nichts spezifisch Jüdisches, sondern hängt mit einer ganz allgemeinen, politisch-ökonomisch leicht erklärbaren Wendung der deutschen Geistesgeschichte zusammen. Gewiß ist solche Schrift wirkungslos bei der Masse derjenigen, die mit dem Schlagwort vom jüdischen Marxismus ihre Geschäfte machen wollen; schon deshalb, weil diese sie ebensowenig lesen oder verstehen wie — Marx selber. Doch kann sie wie jede gute Aufklärungsschrift bei noch ehrlich Suchenden von Nutzen sein. Professor Dr. S. Marck (Breslau). *) „Karl Marx und Hegel." Zur Widerlegung der Legende vom Mischen Marxismus. Von Dr. Heinrich Levy-Korff. Berlin 1925. Irecheit. f Wochenbetrachtung. Eine der Grundlehren der Juden ist die Idee der sittlichen Freiheit. ' Alles ruht in Gottes Hand außer der Gottesfurcht. Der Mensch hat den freien Willen, zwischen Gut und Böse zu wählen. Seine Seele unterliegt nicht dem Kausalnexus der sichtbaren Welt. Sie ragt in eine höhere, unsichtbare Welt der Freiheit hinein. Mit der Idee der sittlichen Freiheit steht in Verbindung die Idee der Erneuerung. Nein ging der Mensch aus der Hand des Schöpfers hervor. Indem er das Böse wählt und sündigt, gerät er in den Zustand der Unreinheit. Ans diesem kann er sich durch Selbstbesinnung und Buße erlösen, in den Stand ursprünglicher Reinheit zurückkehren und so sein Leben als sittliche Persönlichkeit von neuem beginnen. Diese Idee liegt der erhabenen Institution des Versöhnungstages zugrunde. Indes, so sehr unsere Seele in eine höhere Sphäre erhoben wird, so wird doch ihr Zusammenhang mit den irdischen Dingen niemals geleugnet. Die Zustände des eigenen Körpers und der als Milieu sie umgebenden körperlichen Dinge üben einen starken, wenn auch nicht Zwingenden Einfluß auf sie aus. Zwei Momente sind besonders hervorzuheben, welche unserem Leben die Richtung geben; die Familie und das Eigentum, besonders das Eigentum am Boden. Durch physische und moralische Schwäche kann der Mensch daher beider Güter verlustig gehen. Er kann infolge ökonomischer Schwäche sein Eigentum, infolge moralischer Schwäche, etwa als Dieb, aus dem Familienzusammenhange gerissen werden. Aber wie die Religion mit der Sünde nicht als unabänderliche Tatsache rechnet, so auch nicht mit dem Ausschluß aus Familie und Eigentum. Die sittliche Freiheit der Seele ist eine ihr angeborene Tatsache. Kraft ihrer kann der Mensch wieder rein werden und sich erneuern. Für die irdischen, das Seelenleben beeinflussenden Dinge wird diese Tatsache durch das jüdische Gesetz geschaffen. Denn ohne sie könnte das Seelenleben bei ständigem Fehlen von Familie und Eigentum verkümmern. „Und ihr sollt Freiheit ansrufen im Lande für alle seine Bewohner, ein Jobeljahr soll es euch sein, und ihr sollt Zurückkehren ein jeder zu seinem Besitze und zu seiner Familie." Der Mensch darf nicht auf die Dauer zum Paria ohne Besitz und Familie herabgewürdigt werden. Auch hier muß eine Erneuerung möglich sein, ein Wiederbeginn mit neuer Lebenskraft. Wenn wir deshalb in unseren Tagen die Menschen zu echter Freiheit und sittlicher Vollkommenheit führen wollen, so dürfen wir uns nicht mit der billigen Rolle des bloßen Mahners und Sittenpredigers begnügen. Wir müssen uns bemühen, die Tatsachen zu schassen, welche die wahre Sittlich, keil ermöglichen, und die Hindernisse, welche sie stören, aus dem Wege räumen. Ein jeder in seiner Familie und in seinem Eigentum! Nur so ist wahre Freiheit möglich. Sind die irdischen Dinge durch menschliche Schwäche verrottet, so muß eine Erneuerung, eine Rückkehr in den gesunden Zustand stattsinden. Das ist der Begriff der Freiheit nach jüdischer Anschauung. Hoffmann. Alleinige Anzeigen-Annahme Rudolf Mossc, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands S?erimSW ]9,3cru}oicntct <2tra&e 46-49 / Breslau / Chemnitz /Dresden / Düsseldorf ' Erfurt / Frankfurt a.M. / Halle(Saate) / Hamburg / Hannover / Karlsruhe j Kölna. Rh. Leipzig / Magdeburg , Mannheim j München / Nürnberg / Stettin ' Stuttgart / Amsterdam / Barcelona / Baiel / Budapest / Bukarest / Prag / Warschau / Wien t Zürich. Di.GM’s Kurheim. Portenhirchen lllllllllllilliilliilllllllilll (Bayerisches Hochgebirge) Ca rrn +Y"M“i I l m *ttr Innere, Stoffwechsel-, Nerven- ^0.1 laiUI IUI 1 1 kranke und Erholungsbedürftige Vollkommenste Einrichtungen — Alle Bequemlichkeiten — Eigenes grosses Km mittelhaus — Aussichtsreichste und geschützteste Sonnenlage— Eigene diätetische Abteilung — 4 Aerzte Näheres durch den Besitzer Dr. Florenz Wigger, Geh. Hofrat Dr. Wigger1s Kurheim wieder unter Vorkriegsleitung bei Vorkrtegspreisen JASMATZIö ZIGARETTEN ffiKJÄSMSE «SÖHNE,KBJfllAft - SPt“,.. : 6RÄFIN MARIZA HÄNSOM AUGUST .«STARKE

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.