Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 19 (7.5.1926)
- Date
- 1926-05-07
- Page
- Seite 258 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 79% known words query
- IRI
…/2277379-2277622-2277641--02908-2283364- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
258 verbürgt, und gerade in Litauen war bis zur Aufrichtung des neuen, unabhängigen Staates das Zusammenleben des jüdischen Stadtbewohners mit der litauischen Bauernbevölkerung ein ausgezeichnetes, von jedem gehässigen Gegensatz freies. Hier also ein reales Beispiel von der Wirkung des Minoritätenrechtes unter Voraussetzungen, die zunächst als besonders günstige bezeichent werden konnten; Jude und Nichtjude lebten in Litauen in Achtung voreinander und in Frieden miteinander, und jenes Experiment, die Einführung bo. sonderer Minoritätenrechte, änderte in unerfreulicher Weise diese erfreulichen Verhältnisse. In den Vereinigten Staaten von Amerika finden sich in größerer oder in geringerer Anzahl Abkömmlinge aller großen Und nun ein Gegenbeispiel! In den Vereinigten Staaten von Amerika finden Sch in größerer oder geringerer Anzahl Abkömmlinge aller großen affen einheiten und aller größeren Staaten und aller Religionsgemeinschaften zusammen. Wer von diesen Millionen das amerikanische Staatsbürgerrecht erworben hat, ist Dollbürger gleichen Rechtes ohne jede Differenzierung. Und wer diesen religiös und abstammungsmäßig recht verschieden gearteten Millionen den Segen von Minoritätsrechten predigen wollte, der würde als ein weltfremder, höchst komischer Sonderling und nicht als ein ernstzunehmender Politiker in diesem allermodernsten Weltreiche erscheinen. Wo Minoritätenrechte notwendig wären, da find ste ^anAlich illusorisch, weil die noch rückständige Majorität ste doch mchr bleibend respektieren würde; siehe Litauen. Und wo die Majorität genügend modern aufgeklärt ist, um Religions- und Rassenverjchiedenheiten im allgemeinen Staatsleben unberücksichtigt zu lassen, da braucht man zürn Schutze der Minoritäten keine Abwehrbarrikaden, die die Bevölkerung trennen und zerreißen und aufreizend wirken, statt Schutz zu gewähren. Minoritütenrechte find eine politische Illusion; find antimvdern, weil sie eine Bevölkerung auseinanderreißen, statt ste zusammenzuschrvcitzen. Das volle freiheitliche Staatsbürgerrecht für alle Bürger ist d'e magna Charta unserer Tage. 21;? diesen Erfahrungen wären auch Folgerungen für Palästina zu ziehen. Mrahamö Heimatstadt. Don Universitätsprofessor D. Ni. Hngo Gretzmanrr (Berlin)«. Nach der biblischen Ueberlieferung stammt Abraham aus Ur in Südbabylonien, der heutigen Ruinenstätte at-Nugajjar. Genauer heißt die Stadt „Ur der Chaldäer". Die Chaldäer waren ein aramäischer Volksstamm, der sich nach unseren heutigen Geschichtskenntnissen etwa in der Zeit zwischen 1500—1000 in Südbabylonien festgesetzt haben muß. Da kein Grund einzusehen ist, warum die Nachricht über Abraham erfunden sein sollte, so wird man verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den Chaldäern und Hebräern annehmen dürfen. Dies ist um so wahrscheinlicher, als auch alte Verbindungen zwischen Ur und Harran bestanden haben müssen; denn an beiden Orten wurde derselbe Mondgott Sin verehrt. Die moderne Wissenschaft glaubte schon, zwar nicht die Gestalt, wohl aber den Namen Abrahams ebenso wie den Jakobs in babylonischen Texten nachgewiesen zu haben. Die Namen, die uns dort begegnen, klingen in der Tat ausfallend ähnlich: Abamrama und Jakupi. Es ist aber die Frage, ob das lautliche Zusammentreffen nicht auf einem Zufall beruht. Man hat eine ganze Reihe von Personennamen gesunden, die nicht zu den „Madern", d. h. zu den in Babylonien einheimischen Semiten gehören, sondern zu einer fremden semitischen Schicht, aus der auch der weltbekannte König Hammurabi (um 2000) stammt. Man nennt ste Amoriter, Westsemiten oder Ostkanaanäer. Theo Bauer („Die Ostkanaanäer", Leipzig 1926) hat gerade ihre Sprache aufs neue untersucht und nachgewiesen, daß sie mit einer alten Sprachstufe des Hebräischen aufs engste verwandt und al8 Dialekt des Kanaanäischen aufzusassen sei. Er erklärt Jakupi zwar für ostkanaanäisch, deutet ihn aber als eine Abkürzung: Jakun—Pi—el. „wahr ist der Ausspruch Gottes", so daß er mit Jakob nichts zu tun hat. Bei Abamrama leugnet er den ostkanaanäischen Ursprung und hält ihn für akkadisch: „liebe den Vater". Immerhin muß man mit der Möglichkeit rechnen, daß Namen dieser rt wie Jakob oder Jakobel um 2000 bei den Ostkanaanäern in Babylonien üblich waren. Gegenwärtig werden Ausgrabungen in Nr veranstaltet durch <*•'-# vereinigte Expedition des Britischen Museums in London und i ¥1. Marz. VlauZenhuvg. Pension V. Eanz, Schneinitzstvaßr 3. Braun läge. ,H>aus Waidrnannsheil", „Haus Fichteneck". Goslar. „Der Achtermann", Gasthaus Vogel, Familienpension „Kloster Frankenberg". Gernrode. I. christliches Loaierhaus (Vorsteherin Frau Eup. Schlemm.). Hahnenklee. Haus Docksberg, Haus Elisabeth (Bel. Geschw. Petevsen. „IWische Gäste finden keine Aufnahme"), „Villa Maria" (in Bockswiefe), „Villa Daheim", „Haus Hubertusheim, „WaDheilm" (Frl. Weder). Dnrzburg. „Haus Oderechtck, Goslarstraße, „Villa Hausfrieden", Perrston Grundner. Burg* straße 1.4. Sachsa. Pension Giebelhaufen, „Villa Wald ruhe", DMHlenbes. Gellpke. Sieber. „Hotel Krone". Schierke. „Haus Waldesruhs Laune. Haus Köhler. Lhalc. „Hotel Roßtrappö" Inh. Krug). Wernigerode - Hasserode. „Haus ©aifcfrie&ctt/". VII. Sachsen« Elster. „Haus weiße Lilie" Schmiedrberg . (Dez. Halle). (Inh. Frl. Thierfelder). Haus Steiner t (Inh. Stave» Königstein. Gasthaus Ebenheit. now). Ohbin. Landhaus Heidrich. VIII. LLarLca «Ed WürttcMberg. Badischer SehwarzwalcI: Büchenbach. Familienerholungsheirm Wiesneck (Bahnstation Himmelreich-Höllental). St. Blasien. „Billa Kehrwieder". WtLretI>8'. Schwarzwald: FrendensLadt. „Palmenwald" (christliches Haus), „Kurhaies TeuchelrvalD", „Haus Freiheit (Znh. v. Beckerath). Liebenzell. Wald-Haus Iaeobi. Mittelt rrl (Station Baiersbronn, Mrttbg. Srbwarzwald). „Kurhotel Tannenburg" (Ernst Schmelzle), („Juden und Lun- Ven-kranke können nicht ausgenommen werden"). ^nsscrhalh Le 8 c li war z walde s, Beuron. Hotel und Pension „Pelikan" (Inh. A. Haufen). *Ditzenöach. (Der offizielle Prospekt enthält d'-e Notiz: IX. Wese: Eilsen b. Bäckeburg. Kurpension H. Hofmeister, „Billa Inge- Lorg" und „Schlößchen". (Der Inhaber Hofmeister annonciert: „Iudenreine Häuser"), „Deutsches Haus" (Inh. Lehrer a. D. Berninger). Msnndorf. „Parkvilla", „Haus Cornelius" (Inh. beider Häuser, Frl. G. Herling, erteilt auf Anfrage jüdischer Kurgäste die Antwort: „Die Häuser sind rem deutsch"). Oeynhausen. Pension. Atollen- Hauer, „Hans Waldeck", Herforder Straße, Hotel Klntsch, Herforder Straße, „Haus Hansa" (Geschw. Westermann, Dahn Hofstraße), „Haus Sender", Portastraße, „$aus Schlesien" (Inh. Schmittgen, Bismarck' straße), Frau Rank, Porta- „Nnr Gäste christlichen Glau» -bens werden ausgenommen.") Mergentheim. Hmis Schwaben (Bef. Deutsch nationaler Handln ng sgchil ferro erband.) straße, Pension Preß, Villa Brun neck, Villa Ostkorso. Vyrmorrt. Richters Pension (Inh. Frl. Pinnoff, Brunnenstraße), Pension Christel Holborn, Villa -Stenzel (Des. Frau Pürap, Bahnhofstraße), Haus von der Heybe, Brunnenstvaße, Pension Ottomeyer, Konditorei Riemenschn-eid er. - RioLhem'felÄe (TeutobuvgerWEd). ,^Hotel deutsches Haus". Salzuflen. Haus Bergfrieden (am Oberberg), Haus Langrehr, VauLirftraße 17. Haus Schioper, Litholzstraße 1, Halis Weber <Inh. Frau Nr eineier, Mo-ltkestraße 31), „Daheim", Parkstraße 40, „Fwedrichsruh", Parkstcaße 48, „Pop-pe!baum--Fehling-Teutonia", Brnnnenstr. 19, Haus Schnüedeskamp, Wüstener Straße, Kinderheim Hartmann, Oberer Gröchteweg. — Die folgenden Häuser sind nicht antisemttifch. sondern werden nach Hristlich-rengröfen Grundsätzen geleitet: Heilsbrunn, Roonstraße 8, Christliches Hofpiz, Wenkenstraße 30, Kinderheim „Sonnenschein" (Frl. Müller, Moltkestraße 36). X. Messeia. BeerfrlDen (Odenwald). „Gast- Hof zum Schwan". FvanLenheim (Rhön). Kurhaus „Sophienhöhe" (Bef. Adolf Bllmmler). (Laut Prospekt werden nur Angehörige christlicher Konfessionen angenommen). Lauterbach (Oberhessen). Casä Stöhr. Salzschlirf. „Haus Lindenkohl" (Bef. annonciert: „Iudenreiires Haus"). Nauheim. Schneiders Privathotel „Victoria", Parfttraße 34. XI. Ritemland. Neuenahr. „Karferhof", „Haus Humboldt" (Inh. A. Grinmrer. thal, Hochstraße 17). Mengsdorf (Siebengebirge). Pension Prep er, Pension Forsthaus (Bes. Hartmann). Runderroth-Kultenbuch. Kurhaus. (Jüdischer: Besuch ver^ deten). . XII. Bayern. Oberbayenii *Anger (Gemeinde Stoißberg). Bcrhrisch-Zell. Dr. v. Mengers. Hausens Kur-Herm Tannerhof. Berchtesgaveu. Pension Malterlehen r. d. Schö nau, Haus Schöneck euf Gut Wchmrchellehen. ^Murnuu. ObersalzSerg b. Berchtesgaden. Kindererholungccheim Dr. Ce-itz. Barteukirchen. „Haus am Ried". Meichenhall. „VAa Germania", „Billa Deutsches Haus", Luitpoldstratze, „Villa Lindenhof", Kurfürsten straße („christliche Häuser"). Srhliersee. Erholungsheim Dr. Büchner -Led erbe vg. Töltz. Pension Meyevhofer, Pension Schleich. Niederfeayer»: Eisenstein. Gaschof Neuwaldhaus. Regen (Bauer. Wald). Pension Fvauenmühle. Zwiesel. „Waldhaus". :] Schwaben: *M,arkt (Oberdorf). Mitlelberg bei Oy, Allgäu. Erholungsherm Wandelow. Oderstdors« Walühotel Freibergsee, Haus Jens. Wönishofen. Pension Martha (Inh. Moshauer), Pension Raible. Fränkische Schweiz: Slreitüerg. Sanatorium Streit, beva (leitender Arzt Dr. Dieck. hoff).. <*bcr?rßnhen: Bad Steben. Dt. med. w v. Schenk inseriert, daß er sich ffeuen wird, „deutschbllltige Gesinnungsgenossen" zu beraten. Außerdem versendet er Rundschreiben mit einem Hakenkreuz. . Das Bad selbst ist nicht antisemitisch. Umte rfranfecn: *B-LtzfurL. (9tur Las Bad, nicht der Ort ist antisemitisch). XIII.. Qcstei’reieli. ^Eirröd o. Friefack in Obersteier- ^Woldcrbud L. Hall (Oberöstermark. reich). *Fügen. ' *W«lÄ (Oberpinsgan). ^ZillLr-ttzal (Tirol). Zell am See. „VMa Olga". Schruns (Vorarlberg). „Hotel Löwe", „Hotel -Taubes XIX. TsdiccIioslowakei. Karlsbad. „Elisabeth", „Hotel „Insel Malta", „Diamant", Rotional", „Römischer Feld- „Hans Abbazia", „Gasthaus harr", „Italia", „Florenz", Alt-Heid eW erg". XX. Litauen. Schwerrzori (Memelgebiet). Kurhaus „Villa Waldfrieden".