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Central-Verein-Zeitung · 1926-04-30 · 18 (30.4.1926) · p. Seite 248

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
18 (30.4.1926)
Date
1926-04-30
Page
Seite 248 (sequence 8)
Language
German
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lamx MdE einen Bann": d t r ve rst eckte Antisemit ismn s des angeblich so freien Ln u d e s stellt sich ihm als Schranke hindernd in den Weg. Lewisohn erkennt ans Grund eigener trüber Erfahrung und aus der Anschauung amerikanischer Verhältnisse die Ursache der unglücklichen Assunilationsresnltate in Amerika: nicht im Wesen des A s s i m i l a t i o n 8 P r o z e s s e s an s i ch liegt d i e Fehlerquelle, s o n d e r n i n d e m F e h l e n einer eigen tl i ch e n amerikanisch e n K ultu r. (S. 286 fst) Aus bitterster Enttäuschung kommt ihm die Erkenntnis, die uns auch aus den -Fall des Meyer Hirsch zuzutreffen scheint- und die nichts als eine furchtbare Anklage des amerikanischen Ungeistes ist: „Wird ein Mensch jedes geistigen und seelischen Lebensinhalts beraubt, wird er von dem kulturellen Zusammenhang mit seiner Rasse abgeschnitten und in eine Welt geworfen, wo ihm nur die Wahl bleibt zwischen heuchlerischer Religiosität und Prohibition einerseits, roher Gemeinheit der Straße und Baseballfurie anderseits, so nimmt man ihm den Grund, auf dem allein ein Charakter sich entwickeln kann. * Die langsamen Erwerbungen alter Zeiten werden in ihm zerstört. Er verliert sich in Materialismus und wird entweder ein Gauner oder ein Verschwender." Dr. Margarete Wiener. „Gnreere klncha. Der Werdegang eines Wnrdclosen." Von Professor Dr. Herbert Hirschberg. Verlag Wilhelm Borngräber. Ein ergreifendes Büchlein, das den Werdegang eines Menschen schildert, der unter einem doppelten Schicksal leidet: Jude und Deutscher in der ehemaligen Provinz Posen. Hermann Wreschner, in Gnesen gebürtig, wird während seiner Militärzeit infolge einer falschen Anschuldigung, die ein Deutschenfresser gegen ihn bezeugt, schwer bestraft und degradiert. Die Schmach, die ihm zuteil wird, kann er nie mehr überwinden, sein moralisches lltückgrat ist gebrochen. Böswillige Menschen, die ihm, da er Deutscher und dazu noch Jude ist, auf jede mögliche Weise Steine in den Weg legem versperren ihm den Aufstieg zu einem Leben, wie er es sich gedacht hat. Er sinkt immer tiefer herab und endet schließlich in der Gosse. Nicht ohne tiefe Erschütterung legt man das Büchlein zur Seite. Recht viele derer, die uns als Juden heute schmähen, sollten es lesen. Sie mögen daraus lernen, wie ein aufrechter Mensch, der stolz auf sein Deutschtum war, weil er Deutscher war, besudelt und zugrunde gerichtet wurde. Wer noch lernen will, kann hier eine tiefe Lehre empfangen. Dr. KrrrL Alexander (Krefeld). „Deutsche Hymne Zum Wochenfest." Von Oberkantor A. Frredmnnn (Berlin), Dichtung von Gustav Jaeobsohrr. Das deutsche Lied ist im modernen jüdischen Gottesdienst ein wichtiger Bestandteil geworden, und die bedeutendsten Synagogenkomponisten haben dieser Kunstform reges Interesse entgegengebracht; besonders der Altmeister der Berliner Kantoren, Aron F r i e d m a n n, Hai auf diesem Gebiet sehr Wertvolles und Stilsicheres gebracht. Auch das neue Opus Friedmanns zeigt das innige Gemüt, die geistvolle Federführung seiner vorhergehenden biblischen Lieder, der Komponist kann sich in seinem Liede diesmal ergiebig ausleben, da die Dichtung, fein geschwungen, dem Musiker ein reiches Betätigungsfeld für seine Phantasie eröffnet. Friedmann hat die so wohltuende Kunst, das jüdische Element auch im deutschen Liede durchklingen zu lassen, und das dünkt uns das Wertvollste in all seinen Liedern. So darf man wohl behaupten, daß mit dieser neuen Arbeit Friedmanns die einschlägige musikalische Literatur sehr wertvoll bereichert wurde. OberkarrLor Singer (Halle). Laudgerichtsrat Dr. I. Stern 50 Bahre alt. Am 3. Mai begeht unser Hauptvorstandsmitglied und gleichzeitiger stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Groß-Berlin seinen 50. Geburtstag. Wir wünschen unserem bewährten Freunde und Mitarbeiter noch viele Jahre ungetrübter Lebensfreude und Schaffenskraft, von der auch seine soeben im Philo-Verlag erschienene Schrift: „Der llnivKWkgedan'ke im Recht" überzeugenden Ausdruck gibt. Gottfried Merzbacher. In München starb im 80. Lebensjahr der bedeutende Geograph und A lpini st Professor Dr. G o t t s r i e d M erzbacher. Obwohl seinem Wunsche gemäß die Stunde der Bestattung nicht öffentlich bekamrtgemacht worden war, fand sich ein stattliches Trauergefolge von Vertretern der Behörden und der gelehrten Körperschaften ein, um die Verdienste des Hingeschiedenen zu ehren. Merzbacher stand im kaufmännischen Berns, und erst in vorgerückten Jahren konnte er sich, von seiner alpinen Be-geisterung und seinem wissenschaftlichen Streben getrieben, ganz der Forschung zuwenden. Erstbesteigungen in den Alpen, bahnbrechende Forschungsreisen im Kaukasus und in Jnnerafien verschafften ihm einen angesehenen Namen und als äußeren Erfolg die Verleihung des Ehrendoktors durch die phllosophifche Fakultät in München und die Berufung auf einen g e o g r a p h i s ch en L c h r ff u h l. Geh ei inrat v. D r h g als k h feierte den Verstorbenen als den ersten Kenner Asiens und hob hervor, wieviel ihm die wissenschaftlichen Institute Münchens zu danken haben, denen er letztwillig seine ansehnliche Bibliothek und die aus seinen Reisen mit großem wissenschaftlichen Verständnis zufammengetragenen Sammlungen hinterließ. Auch ein Vertreter des D e u t s ch - O e st e r r e i ch i s ch e n A l p e n v e r e i n s rühmte ihm, als Mitbegründer der Sektion Bahernland, nach, daß er „ein Mann der alpinen Tat" gewesen sei. Es gehört zu den Ironien des Lebens, daß dieselbe Sektion auf das Wort ihres Gründungsmitgliedes nicht gehört hat, als er vor zwei Jahren anläßlich des Kampfes um die Sektion D o n a u l a n d m i t E n t s ch i e d e n h e i t s i ch gegen das H e r e i ntragen politischer Treibereien in den Alp env er e in wendete. Wir deutschen Juden gsvenken mit Stolz und Wehmut dieses selbstlosen Gelehrten, dem auch an seiner Bahre bezeugt wurde, daß er mit glühender Liebe an seiner deutschen Heimat hing und unentwegt an die Wiedergefundung des deutschen Volkes glaubte, und der mit unermüdlicher Schaffenslust bis in die letzten Tage seines Lebens wirkte. W„ L. Gegen Gicht« Stein- und Stoffwechsellelden! — Auskunft auch über Hauskuren durch jdie Badeverwaltung. 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