Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 10 (5.3.1926)
- Date
- 1926-03-05
- Page
- Seite 141 (sequence 33)
- Language
- German
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141 eitlen Zuschauern nähren muß, und wir sollten dann vertrauen, daßdiese Stücke, wenn sie den Geist der Menschheit bilden, das Schicksal der Judenheit günstig mit beeinflussen müssen. Weil Galsworthys „Gesellschaft" gewiß nicht im Sinne der ganz großen Menschhcitswerke, aber doch im Sinne einer sehr tüchtigen und menschlichen Thoate rarbeit solch ein Bühnenwerk vorstetlt, so möchte ich, wenn die grobe Frage außerlünstlerisehen Sinnes denn doch gestellt werden soll, die Frage: Ist dies für die I u d e n e i n g ü n st i g e s u n d erfreuliches Stücks unbedingt mit einem „Ja" b e a n t w v r t e n. vom HiicheeMsrkt. SaaL und Ermte, Sie Denffchc Lyrik um 1825, von Albert SergeS. — LMphNsarSeit, von Berta Pappenheim» -— Der ÄWnre BrscthauS» — Geschichte der ZAven in FrÄKksnrt^M., von Kraeauer. Albert Sergel: Saat rn?d ifmie* Deutsches Verlagshaus -Bong Go.- J825* „Saat und Ernte" nennt Albert Mergel eine Anthologie, -die „die deutsche Lyrik um- 192.-" einem weiteren Leserkreis vorführen soll. Lyrik, der kostbarste und crllusiosto Lesestosf, kann wirklich nur ans diesem Wege einer größeren Lesorschast zugeführt werden. Leider — denn schön ist es nicht, auf fast 500 Seiten dicht aid dicht eine Schar von 12b Dichtern und Dichterinnen znsammengedrängt zu sehen. Aber wenn auch, vom ästhetischen Standpunkt gesehen, eine solche Heerschau von Gestalten meist persönlichster Prägung nicht angenehm berührt, so sind doch andere — literarhistorische, psychologische, soziologische — Werte eins solchen Buches unbestritten. Einmal ist der Zusammcnklang als solcher interessant, mag man ihn als harmonisch oder disharmonisch empfinden — und selbstverständlich sind in eineur so großen Orchester nicht nur große Musitautcn —, aber der Zusammenklang so vieler Stimmen ergibt doch das Lied unserer Zeit. Ist das Ganze also ein Spiegelbild vom Geist der Zeit, so ist int einzelnen „der Herren eigner Geist" zu sehen; zwar werden nur Proben geboten, aber da aus Grund von „Selbstansvoahlen der Dichter und Dichterinnen" zusammengestellt, sind sie um so interessanter und typischer. Schließlich sind hier soziologische Fäden zu knüpfen. Die „Eigenbiographieu", in manchen Fällen leider allzu knapp, bei vielen aber ausführlich, sind aufschlußreiche Weisungen für den. der Zusammenhänge stllirt und aufspürt zwischen Leben und Werk, Landschaft und ^timmnngsgehalt der Sprache, Altersstufen und Problemstellung. Unter den 120 sind etwa 15 jüdische Namen, und es sind darunter rühmlichst bekannte, wie Bab, Brod, Fulda, Hosmanusthal, Lissauer, Werfel, Zweig. „.Saat und Ernte' hält sich frei von Parteiung und Eligue", schreibt Serge! im Borwort, und heute muß man dies als ei wen Seltenheitswert vermerken. So erfüllt diese Anthologie wirklich ihren Zweck: sie gibt einen vollen Rundblick über die Lyrik unserer Sage, und so müssen es sich Bartels und Otto Ernst trotz ihres Patents aus das wahre Deutschtum gefallen lassen, mit Juden zusammen unter der Devise der deutschen Dichtung auszutrelen. Dem Buche ist ein entsprechend gemischtes Publikum zu wünschen: sicher werden viele ihre Freude daran haben, daß Bartels von den Nibelungen abstammt, und viele werden sich mit ihm mehr deutlich als schön über „diese Lotterzeit" entrüsten. Andere werden sich lieber dem „Vom creator Spiritus" eines Werfel und dem .Wüßtet ihr, was Gefühl ist . . eines Brod zuweuden und sich damit dem „zersetzenden jüdischen Geist" ausliefern, wie er in diesen Dichtern so klar zutage tritt in seiner Sehnsucht nach allumfassender Nächstenliebe, nach Güte, nach Gott. * M. W. Ir. Paul laian 2. Vortrag: Montag, 8. März, 8 bis y llhr abends, Synagoge Eharloitenbmg, Faianenstraße. Ü 6JSHES!/S Steuer aiagsitUir ZU lieriiobcn an Fachleute aber Herren, du? oor einem Berufswechsel stehen. Wir betreiben: Aettsmobi'-, Lmucurh-Iiehstaö'-, Feuer-, KaftpMhb- Lebens-, Lran-pin-, li :fMve?silherrmZ. „% n t o f}=O i] o?ü u s ", Brrfitlj erunrraßllttint - Grfeiif djaft Si’vim*WG2, Kalckrcuihstrane 45. Telephon: NvUeudorf (3300-0308. kkohlenkontor?:£ Zentrale: Nürnberg. Für! her Straße 2 (Hansa-Haus) Telephon 8155, 8156. 8157. 8158. 8159 Filialen u u d Detail-Lagerplätze: Nürnberg (Tel. 8355, 8156, 8157, SI5L 8159) München (Tel. 25842, 25843, 25844) Llugsbrrcg (Tel. 817. 867) Negeusbura (Tel. 74) Strauvrrra (Tel, 91) Schwandorf (Tel. 114). Vorteilhafte Vezugsauelleu für Kodlsn. .ÄoZs, Briketts, Anthrazit, Hoi; aus allen Erzellgimc;sgelueten. Kostenlose Beratnna durch uasrre Heiunmsinaenieure. 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