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Central-Verein-Zeitung · 1926-03-05 · 10 (5.3.1926) · p. Seite 142

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
10 (5.3.1926)
Date
1926-03-05
Page
Seite 142 (sequence 34)
Language
German
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142 „SisyPhtts-ArbeiL" von Berta Pappercherm. Verlag P> E. Äindner, Keipzig 19W. Berta Pappenheim, die Gründrrk'N und langjährige Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes, deren ganzes Leben der Bekämpfung des Mädchenhandels und der Prostitution, der Fürsorge für hilssbedürstige und gefährdete Frauen und Kinder gewidmet war und noch ist, machte kurz vor dem Kriege, ,.ln niemandes Auftrag" Zur Untersuchung der dortigen Zustände aus diesen Gebieteil eine Studienreise nach den Balkanläudern, Palästina, Syrien und Aegypten: im folgenden Jahre nach Galizien und Anßland. Die „Vei sende in Fürsorge und Mädchenhandel" berichtete iit Rundbriefen an die „Abonnentinnen" in Frankfurt über ihre Erlebnisse und Eindrücke auf diesen Reisen, die Menschen, die sie trifft und ihre Arbeit. Ursprünglich nur für sie selbst bestimmt, sollen diese Briefe nur Material und Gedächtnisstütze sein. Diese Art der Entstehung macht sich zwar hin und wieder störend bemerkbar — es fehlt die künstlerische Rundung, und manches allzu Persönliche sowie die vielen abgekürzten Namen hätte man gern entbehrt — aber der Charakter vollster H n m i 11 c I b a r l e i t, den diesen Momentbilderitz gerade die ganz persönliche Einstellung der Verfasserin zu Menschen und Dingen gibt, verleiht dem Buche seinen eigenen Reiz und Wert. Berta Pappenheims Persönlichkeit ist neben den: Wissen um jüdisches Leben in jenen Ländern und lrm den Anteil der Inden an der Schande des Mädchenhandels als Opfer, Händler, Konsumenten oder — Gleichgültige der vornehmste Gewinn des Buches. Mit unerhörter Schärfe und Offenheit setzt sich die Verfasserin mit Menschen, Meinungen und Zuständen auseinander, aber diese Kritik aus tiefster Liebe zum Judentum und seinem reinen Sittengesetz, ans Erbarmen und selbstloser Menschenliebe ist nicht nur berechtigt, sie ist Notwendigkeit, ist Pslicht. „Voll Unrecht wissen und schweigen, macht mitschuldig." Es versteht sich, daß nur eine Frau wie Berta Pappenheim in der bewußt-einfachen, vornehmen Ärt ihres Auftretens nt i t der glühc u b c n Bege i st e ru ng für i hre A n s gäbe n n d dem Akut, der'stolzen Bescheidenheit, die nur das Bewußtsein eigenen Wertes, alter Kultur und überragender Fähigkeit verleihen tonnen, sich an eine so heikle und schwierige Aufgabe wagen durfte. Daß sie den rechten Weg eing-eschlagen, zeigt die Ausnahme, die sie überall gefunden, zeigt das wachsende Verständnis und die Hilfe der Behörden und Organisation aller Länder und Konfessionen. Den jüdischen Organisationen und Vereinen aller Richtungen und ihrem Wirken gilt daneben ihr besonderes Interesse. Mit der gleichen fanatischen Wahrheitsliebe, wie deren Kümpfe und Fehler, behandelt sie auch den Zionismus, den sie einmal eine Landplage nennt. Neben diesen Beobachtungen und Erfahrungen ans sozialem und kulturellem Gebiet spiegeln die Reisebriefe noch eine ganze bunte Welt und lassen Menschen mit wenigen Worten markant, oft witzig-boshaft gezeichnet, vor uns erstehen. Alle versucht Berta Pappenheim oft diplomatisch für ihre ^ache zu gewinnen. Mögen die Fäden, die sie überall zu knüpfen versuchte, zu einem festen Bande zwischen allen Hilfsbereiten werden und ihr Wirken keine „Sisyphusarbeit" gewesen sein! ' Hamm GohmDorm. Der Kleine Vrockhaus, Handbuch des Wissens in einem Bande, ist ein mit wertvollen Karten und Tafeln versehenes Sammelwerk, das in 800 Seiten eine zwar ganz kurze, für den Tagesgebranch jedoch meist genügende Darstellung der wesentlichsten Begriffe unseres Kulturlebens enthält. Heber die Zweckmäßigkeit der Aus;nahl der einzelnen Artikel kann man naturgemäß verschiedener Ansicht sein. Was in dem Werk dargestellt wird, entspricht aber im Gegensatz zu manchen anderen derartigen Werken wissenschaftlicher Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe. Schon deswegen kann das gute Buch bestens empfohlen werden. L. H. S; (öl BesücMesMediörursnen-!i. Passanten-»] \<j\ für Herbst- und Winter- \0N \r>\ kuren bestens geeignet 2G0 Betten, grosse Gesell» scliaftsrftumc? Konto« r enzz immer, Si «essendes Wasser in eilen Zimmern, Maiitsteleg>)i<>ii. Zimmer mit Frühstück von 5 M., i’tnsion eia* sciilimäieli TliemnlUnd tmd aller NeiHüiausgabeia von 10 M. ab. Garage, TU. Schäfer. 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