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Central-Verein-Zeitung · 1926-03-05 · 10 (5.3.1926) · p. Seite 126

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
10 (5.3.1926)
Date
1926-03-05
Page
Seite 126 (sequence 18)
Language
German
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126 Ursache ist — der alles Sein durchülutet und durchschwingt — den Gott in Euch." (Fahrenkrog in „Das deutsche Buch", 1921.) „Weil die religiöse Strömling, die gegenwärtig durch ‘ unser Volk geht, von den Widervvltischeu mißbraucht wird, um die Herrschest des Jnterruttitmattsums und besonders des Judentums zu befestigen, tritt der Deutschbund ein für eine wahrhaft delltsche Religion, die dem deutschen Wesen entspricht, insbesondere in bezug cutf die christlichen Kirchen für Deiltfchchristentiim gegen Judenchristentum." (Gerstenhauer „Programm", 1923.) „Das alttestainenttiche Judenvolk in seinein Wankelmut und seiner tranlhasten Ileberbebung hat noch Feinen Deutschen begeistern können, ebensowenig wie es Johannes Müller mit seinem neu ausgerichteten Ideal vom leidenden Evttesknechk gelingen wird." (Hanck in „Heimatr-etigion", ohne Jahreszahl, Urquell-Verlag, Mühlhansen i. Thür.) „Tie Teutschttrche soll eine Vereinigung der evangelischen und katholischen Kirche sein, die außer den Psalmen und einigen arischen Stellen das ganze Alte Testament ablehnt. Außer dem Judentum muß Rom nnb das Jesuitentum in Deutschland unmöglich gemacht werden." (Zitiert nach „Germania", 1923, Nr. 187.) „Es ist eine Lüge, Christus habe uns erlöst ... Es ist nicht wahr, daß es nur einen deutschen Gott, einen deutschen Christus gibt. Nein, es gibt nur eine Kraft im ganzen All! . . . Ich will uns Deutsche machen zu einem Herrenvolk, zu einem Vvlksherren über Lander . . . Durch die Unantastbarkeit unseres moralischen, sittlichen, durch die Wiederauferstehung unseres Urgermanengeistes." (Häußer in seinen Flugblättern, 1923.) „Meiner Meinung nach war die. Kirche in der Auffassung und Tradition des Nesvrmationszeitalters über das Alte Testament und den Buchstabeuglarrben an dasselbe stehen geblieben . . . Sie war meines eigenen Wissens jüdisch (!) geblieben, stehen geblieben. Unsere Bibel bedarf dringend der Reform und Umgestaltung . . . Vor allein muß endlich gründlich gebrochen werden mir dem Glauben, der I ... e (!) der Juden sei unser Herrgott . . . Also los vom Judentum mit seinem I ... c!" (Wilhelm 11. in der Zeitung „Weltrundschau", Nr. 79 und 89, Jahrgang 1924.) Wlirde man mni gar noch auf Dr. Artur Diniers Buch „Das Neue Testament" eingehen oder Wendrins „Entdeckung des Paradieses" heranholen, so würde der Nachweis gelungen sein, daß in den völkischen Kreisen sich Kräfte breit machen, die aus reiner Parteikreiberei heraus, Religionsstifter werden oder fein wollen. Unterhaltsame Stunden bietet das an sich traurige Kenneulernen all dieser Spezialrichtungen insoweit, als unter den zwei Dutzend völkischen Organisationen ziemlich jede chren eigenen Neligionsfachmann hat. Auf Grund meiner Beobachtungen kann ich als Resultat jahrelangen Arbeitens folg ende Thesen ausstellen: Der Völkische ist Primär Antisemit. Dieser Antisemitismus gehört zu den stets lviederkehrenden Formen kritiklos hingenommener Urteile über wirtschaftliche und politische Vorgänge. Der sekundäre Antisemitismus ist ihm die bequeme Methode, Mitglieder zu werben und zu halten. Hierbei wolle man beachten, daß andere politische Parteien den Antisemitismus nicht konsequent ablehnen, sondern mit schlecht Unterrichteten Mitgliederbestände erhalten. T e r A n t i s e m itis m u s i st nach christliche r A n s - fass it u g^e i n e V e r l e tz u n g d e s P r i n z i p s d e r N ä ch st e n - liebe, solange Antisernitismus propagiert wird, muß also eine Begründung gefunden werden, um Liebe in Hatz wandeln zu können. Hierzu dienen zwei Mechodeu, die teils allein, teils verbunden angewandt werden. Es sind dies: a) die Beschuldigung der deutschen Juden schuft, an allen Mißerfolgen der vergangenen Zeit als Urheber beteiligt gewesen zu sein und Geldgewinn daraus gezogen zu haben; b) die Disqualifikation des Juden zur deutschen Staatsbürgerschaft. Ein naheliegender Schluß zwingt nun, dem also verächtlich gemachten Judentum seine für das Christentum so wertvolle Bedeutung abzusprechen. Hierin trennen sich die Geister. Die einen lehnen das Alte Testament ab; andere Teile desselben; wieder andere ist Christus der illegitime Sohn eines aus Germanien stammenden römischen Legionärs; andere erscheint er als Mischling; wenige geben unter dem Druck wissenschaftlich betriebener Quellenforschung zu, daß er aus Bethlehem am Stamme Juda hervorgegangen ist. Quot capita, tot sentont iae! Auf dem nnbeackerten Feld phantastischer Bildnerei entwickeln sich Gedanken, die allzuoft dem konservierenden Papier und der erhaltenden Druckerschwürz anvertraut werden. Keine Richtung — unter den zwei Dutzenden! — will ohne religiöses Programm sein. Keine will aber auch daraus verzichten, möglichst originell zu sein. Was Wunder, daß theologischer Wissenschaft das Tor verschlossen bleibt! Was Wunder, daß die in völkischer Begeisterung Taumelnden sich weiter berauschen an all den Albernheiten ihrer „Forscher" und den Blasphemien ihrer „Religionsstister"? Die Kampfnaturen der völkischen Kreise sind ganz unversöhnlich. Sie sind die Hüter der Edda als Religionsgrundgesetz. Sie sind die voranschreikenden Verneiner. Denn frei sein von den ewigen Gesetzen ewig gebietender Mehrheit, ist ihnen das immer mehr erstrebenswerte Gut, dessen sie bedürftig sind, weil unter religiöser Zucht und gesetzlichem Zwange die Eitelkeit ihrer erkünstelten Rcligionssystemchen, selbst ihnen noch ins Bewußtsein käme. Ungebundenheit, Autoritätslosigkeit, absolute Freiheit — das sind die Voraussetzungen, mit denen überhaupt nur eine radikale Partei von der Art der Völkischen gedeihen kann. Eine solche Feststellung ist tief traurig, gleichwohl aber wahr. Die antisemitische Internationale Von Dr. Bruno Weil (Berlin). In Diskussion und Agitation der völkischen Bewegung spielt fortgesetzt die Behauptung vom Bestehen einer „jüdischen International e" eine wichtige Rolle. Ohne Rücksicht auf die nach allen Seiten erfolgte Beweisführung für deren Nichtbestehen wird der Versuch gemacht, durch ständiges Einhämmern den Begriff „jüdische Internationales za einem Bestandteil des allgemeinen Denkens des gemeinen Mannes zu machen. Dabei wird mit außerordentlicher Engherzigkeit, die dem Lande Schillers und Goethes besonders schlecht ansteht, jede internationale Beziehung als unzulässig und unerlaubt hingestellt; der deutsche Idealismus, der bei aller Betonung des nationalen Gehalts der modernen Staaten niemals in nationaler Gebundenheit allein sich absurden kann, wird mißbraucht, um in seinem Namen einen wichtigen Teil der deutschen Bevölkerung fortgesetzt zu Unrecht zu beschuldigen und zu verleumden. Im Grunde verkennt dabei niemand, daß internationale Bindungen in einer Zeit- 9Drei Seiten aus dem Qrundungsaufrufe des Centralvereins von 1893. An deutschen Staatsbürger Glaubens. Ein Aufruf. BERLIN. Mal 1893 jjedrungcncü Kampf im Geiste der Wahrheit zu bestehen, damit an der Besserung nach Innen und Aussen Alle Mitarbeiten, die aus der Nolh der Zeit die Wicht der Selbstverthcidigung erkannt haben. Wir treten nicht in Gcgensstt rn, bestehenden Organisationen, die ähnlichen Zielen uachsUxben; wir wollen neben und mit ihnen wirken — auf dem Wege der Selbsthilfe, im Lichte der GefifenUichkett. So .hat nun Jeder die Möglichkeit und damit audi dis Pflicht, zu dem gross-, n Werke der Selbstvertheidigung beizutragen. Mitbürger und Glaubensgenossen! Wir fordern Euch zum Beitritt auf. Säumet nicht zu kommen I Der Vorstand des Ceniralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Rechtsanwalt Leopold Bora. — Rechtsanwalt Dr. Eogpu Fuchs. — Fabrikbesitzer Dr. J. Gins* t»cr«. — K eehr-.anivult Dr. (f— Kaufmann Adoir Hcrxfcid. — Stadtverordneter L. Kaligd». — Geheimer Samtats- Rath Dr. S. Kristeller. - Dr. phll Raphael Lowenteld. — Prof. Dr. SleödeS. — Dr. «cd. M. Mcndelsoh«. — Dr. Helnr. Meyer* (lohn — privat.docent Dr. H. Preuss. — Banquicr Potocky-Nelke«. — Rentier Adolf Salonion. — Oberlehrer Dr. Julius Schneider. — Geheimer Medici nal-Rath Prof. Dr. Senator. — Dr. W.Sklurek. — Rechtsanwalt Dr. Hermann. Stern. — -Mauren nveister S. JV«lle._—. Professor vx. Julius»Wolff, -PFofessor Dr. Hermann Areii>— Geheime? Sanitäts-Rath Dr. A Bner. — Professor Dr. Adolf Baginsty, Director des Kaiser und Kaiserin iFriedrich*Kinder-K rankenha uses, — Stadtvera -ordneter B. Bernhardt- — Kaufmann Oscar Serlia. — A. Breslauer. — Sanitat--Rath Dr. J. Blumes* thal. — Rechtsanwalt und Notar 0. Cassel, Statfct? verordneter. — Handelsrichter Hugo Deutsch. — Sanitäts-Rath Dr. Edel. — Handelsrichter Jul. Mart. FriedHiitdcr. — Kaufmann Louis Gnnuaoli. —* Genera! -Cc>nsu 1 Julius Gutlentug. — Fabrik^ besitz er W. Hageäbcrg, Mitglied des Acltesten« Coliegmms der Kaufmannschaft. — Stadtver* •ordneter Bernhard IlawmersÜMR. — Joseph Hey» mann — Rentier David HirschlVEiJ. — Gymnasial, Professur Br Daniel Jaro’by — Sanitatsrath Dr. mwl. J. Jaslrowitz. — J. E. Isanc. — Professor Dr. James Israel, dirigirmder Arzt am Kranken* hau? der jüdischen Gemeinde. - Sanitäts-Rath Dr. A. lüiiisdier. — Dr. med. J. lies tan, Arzt und Schriftsteller. — Geheimer Scn i tä ts ■ Rath Dr. Kirsttän. — Rechtsanwalt Dr. Felix Lundan, — Handelsrichter Herrn Lehmann.— Dr. M. Leviu. — L. L. I.evviusoijji — Dr. pkil Felix Liebermnon. — Banqiuer Carl Lfleser — Banquier John U. LoewenSterz. — Spediteur Willibald Lötvcnthnl — Rentier Louis Lomnitz. — Banquier Ifugo Manklftwic/-.. — Dr. Siegmuml Jisiyhantti, Rabbiner der jüdischen Gemeinde. — .Rechtsanwalt Dr. Mescheisohn. — Rentier Julius Oppenheim.-— Ka-ufroann Sjegmuud fiucufc — Pji vatdozeni

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