Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 9 (26.2.1926)
- Date
- 1926-02-26
- Page
- Seite 104 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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104 stn die Ortsgruppen öss <t. v. I Zahlreiche Meldungen der Abgeordneten für die HanptvcefammLrnrg find eingegangen. Mit einer grotzen BcteMgnng ist Zu rechnen. Viele Meldungen fehlen aber noch. Ortsgruppen, die jetzt nicht ans schnellstem Wege ihre Abgeordneten angeben, haben damit zu rechnen, datz die Abgeordneten das wichtige Drncksachenmaterial, die Answeis- Larten usw. zu spät erhalten. Centralvercin deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Hermi Lehmarm: Armenhauskinder. Grne Erzählung. Thüringer Verlagsanstalt und Druckerei G. m. b. H., Jena. Armenhauskinder, lvie sie Schuld odcr Schicksal ins Armenhaus gebracht hat, Zeichnet uns die Verfasserin mit kräftigen Strichen einer kurrstgeübten Hand. Ans der einen Seite des Armenhauses die Alien. Neben Menschen, denen an der Wiege nicht gesungen Warden, daß sie ihr Leben im Arurenhause beschließen würden, und die die harte Faust des Krieges hincingezwnngen hat, andere, die ein verpfuschtes Leben für diese die letzte Zuflucht prädestiniert. Unter den sympathischen Gestalten eine p o l n i) ch e I ü bin, die durch Krieg und Pogrom all ihrer Lieben beraubt Warden ist. Auf der anderen Seite des Hauses die neun Kinder Braunschweig: der Vater im Kriege gefallen, die Mutter sich Zn Tode gerackert, bis die Schwindsucht ihre saust nie ruhenden Hände zur Ruhe gebracht hat. Durch die Trennung zwischen jung und alt sollen die Kinder vor manchem Häßlichen bewahrt bleiben' doch gehen die Fäden hin und her. und neben manchem Samenkorn Unkraut, das so in das Herz der armen Waisen fällt, hcrzerguickende Liebesdienste, die ihnen die sorgliche Hand der Mutter ersetzen satten. Doch was kann die Liebe einer Mutter ersetzen? — Und so greift das Schicksal in das Leben der neun ein. führt sie auf Irrwege oder ins frühe Grab, und wir tragen an der großen Schuld derer mit. die das Schicksal van neun unschuldigen Menschenkindern in die Hände eines Armenhüusverivalters und seiner Frau legen. Greift uns dieses Schicksal, das mit seinem psychologischen Verständnis für die Kindesseele geschildert ist, ans Herz, so verklärt ein Schimmer der Liebe das ganze Werk, und ein glücklicher Humor verleiht ihm eigenen Reiz. Mit all seinen lebenswahren Gestalten ist es ein wertvolles Buch, dem der Leser manche köstliche Stunde verdanken wird. I. Borchardt (Berlin). Der Tapeziermeister Louis Wolfs, der erste Vorsitzende des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens, Hauptvorstands Mitglied des C. V., begeht am 1. März seinen 50. Geburtstag. Wir wünschen dem alten und treuen Freunde unserer Sache, dessen große Verdienste um die Hebung des jüdischen Handwerks in Deutschland allbekannt sind, noch lange Jahrzehnte segensreicher Wirksamkeit zum Nutzen seines Berufes und zum Wöhle der Allgemeinheit. — In diesen Tagen beging Syndikus Dr. Leon Zeitlin seinen 50. Geburtstag. Dr. Leo Z e i t l i n, der im wirtschaftlichen und politischen Leben Berlins eine Nolle spielt, gehört seit jeher zu unseren Freunden und Förderern. Möge der verdiente Mann noch lange so erfolgreich wirken wie bisher. — Zn erfreulicher Rüstigkeit als Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde und Arbeitsausschußmitglied der Ortsgruppe Essen unseres Centralvereins begeht Herr S. Hoffman« am 28. d. M. seinen 70. Geburtstag. Den herzlichsten Glückwünschen für überaus dankenswerte Tätigkeit des Jubilars schließt sich unsere Zentrale freudig an. Verleger M. Sefcmmm (Hamburg) gestorben. Der Verleger des Hamburger „I s r a e l i t i s ch e n F a m i l i e n b l a t t e §", Mar Seemann (Hamburg), ist auf einer Erholungsreise plötzlich verschieden. Max Leßmann hat aus kleinen Anfängen heraus durch eisernen Fleiß, größte Energie, seltenen Scharfblick, hervorragende Klugheit seinen Hamburger Verlag zu einem großen, achtunggebietenden Unternehmen entwickelt. Er war einer der seltenen Menscherl unserer Tage, die ihrer eigenen Tüchtigkeit vor allem ihren stattlichen Aufstieg verdanken. An seiner Bahre trauern um einen herzensguten Familienvater die Gattin, sein Sohn, der im Hamburger Unternehmen schon seit langem leitend tätig ist, mtb zwei Töchter. Wir sprechen den Hinterbliebenen unser 'herzliches Mitgefühl bei dem schweren Verlust aus. Jrrftizrat Ernst Anerbach (Frankfurt a. M.) ist in diesen Tagen jäh heimgegcmgen. Wir würdigen den verdienten Mann demnächst noch eingehend. Zur Steuer der Wahrheit. Gegen Tr. K a r l R o s e n t h a l, den Prediger der Be r I x n c r N c f o v m g e m e i n d e, sind in der letzten Zeit wegen angeblicher Aeußerungen gegen das O st j u d e n - t u m von national j ü bischer Seite außergeivöhnlich scharfe Angriffe in der Presse wie in Versammlungen gerichtet worden. Es scheint nus eine Forderung der Billigkeit Zn sein, ans einer Zuschrift des Herrn Dr. R o s e n t h a l die folgenden Stellen wieder- Zugeben: . . . Tie Stelle des Lehrer Steinhardtschen Berichtes über die O st - j u d e n ist ungenau: den beiden Sätzen ist eine Schärfe gegeben worden, die ihnen im ursprünglichen Zusammenhänge gar nicht innewohnte. In Wirklichkeit brachte id) folgendes zum Ausdruck: „In den letzten Jahren hat ein außerordentlich starker Zuzug von Ostjuden stattgefunden, und es hat über die Beurteilung des Ostjudenproblems heftige Kämpfe innerhalb der deutschen Judenheit gegeben. Ich gehöre nicht zn denen, die in jedem Ostjuden einen Lumpen oder Betrüger sehen. Wir wissen sehr wohl, daß in den Kriegsjahren eine ganze Anzahl bedauernswerter Ostjuden von den Behörden Zwangsweise nach Deutschland gebracht worden sind, die in der Kriegsindustrie und im Zivildienst beschäftigt wurden, und die dann später hiergeblieben sind; ich selber kenne unter ihnen sehr anständige Elemente, gegen deren Verhalten gar nichts einzuwenden ist. Aber n e b e n diesen Ostjuden ist doch auch in der Nachkriegszeit, und ganz besonders in den traurigen Jnflativnsjahren, ein erheblicher ITiein cKindf ich rate Q)it gut: *Himm BIO MALZ. Das beliebteste nnd verbreitetste Näbr- und Kräftigungsmittel. Hergestollt aus edelstem Gerstenmalz. Ernälti.in Apotheken u. Drogenhar.dlungen. Gebr. Patermann, Telto^v-Bcrlin 14. 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