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Central-Verein-Zeitung · 1926-02-26 · 9 (26.2.1926) · p. Seite 101

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
9 (26.2.1926)
Date
1926-02-26
Page
Seite 101 (sequence 5)
Language
German
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101 Um die Zrage der RollekLivbeleiöigung. Eine juristische Urrtersrrchrmg von Rechtsanwalt Dr. Erich Eyck. Wir haben m der „C. V--Zeitung", Nr. 6, S. 88, unter der gleichen Ilebcrschrift einen Artikel von Dr. A. Kuntzem ü l l e x (F reib n r g u Br.) veröffentlicht und in ihm unseren Lesern Kenntnis von der wichtigen Entscheidung des Oberlandesgerichts zu Karlsruhe i. B. über den Begriff der Kollektivbeleidigung gegeben. Wir lassen heute diese Frage von angesehener juristischer ^eite behandeln. Tie Schriftleitung. Die antisemitische Zeitschrift „Ter Hammer" verbreitet und Preist chu' Entscheidung des Ober l a n d e s g e r i ch t s B r e s l a u vom 26. November 1924, in der eine Beleidigungsklage zweier jüdischer Anwälte mit der Begründung abgewiesen wordene ist, daß die in einem antisemitischen Flugblatt ausgesprochene Beleidigung sich nicht auf die Kläger beziehe. Es handelt sich um eine gegen' die Juden allgemein gerichtete Beleidigung. Das Oberlandesgericht hat angenommen, der Verfasser des Flugblattes sei sich nicht bewußt gewesen, daß die in deni Flugblatt erhobenen ehrverletzenden Vorwürfe auf jeden deutschen Juden, insbesondere auf die beiden Nebenkläger bezogen werden könnte; es stehe nicht fest, daß er bcn Willen hatte, jedem Juden, insbesondere auch den Nebenklägern, seine Mißachtung auszudrücken. Auf der anderen Seite hat "das Oberlandesgericht Karlsruhe wegen ein^Z antisemitischen Flugblattes, das in der Stadt Bretten in Baden veröffentlicht worden ist, den Klägern, zlvei jüdischen Einwohnern von Bretten, wie in Nr. 8 der „C. V.- Zeitnng" mitgeteilt ist, die Berechtigung zur Klage z u - g e s p r o ch e n. Dieses Flugblatt hatte foUjent>en Satz enthalten: „Aus den schauerlichen Abgründen der jüdischen Gedankenwelt. In Bretten sielen, gestern aus jüdischem Munde auf offener Straße folgende Worte: »Wenn mir die merschte wäre, mir täte se schachte lasse wies Viehch/" Diese Behauptung einer nicht erweislich wahren Tatsache war, wie das Oberlandesgericht Karlsruhe aussührt, auf jeden einzelnen Juden, der sich a n d e ln fraglichen Tage in Bretten a u f - hielt, beziehbar. „In Anbetracht der Tatsache, daß die Aeußerung in Bretten iu dem in Bretten üblichen Dialekt aus jüdischem Munde gefallen sein soll, ist es bei der Fragestellung in richtigem Sinne kaum denkbar, daß die Frage der B e z i e h b a r k e i t aus einen bestimmt begrenzten Kreis, nämlich die an diesem Tage in Bretten anwesenden Inden, anders als bejahend beantwortet werden kann. Eine einzelne Person, über die eine ehrenrührige Tatsache behauptet wird, kann für den Täter sehr wohl lediglich als Mitglied einer Personenmehrheit, welcher ans diesem Wege ein Make! angeheftet werden soll, in Betracht kommen." Das Oderlandesgericht betont dann im Einklang mit der reichsgerichtlichen Rechtsprechung, es sei uicht erforderlich,' daß der Beleidiger sich die Person, gegen welche die Beleidigung sich richtete, -als individuelle Einzelperson große Kundgebungen in Groß-Verlin anläßlich der Hauptversammlung des Central Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens C. V. Mmtm> 8. Müm i.926, 8 „Horb und Süd, Ost nab West im Kampf für Deutschtum tmb Zubeutun." 1. Lehvevvevernsbaus, c, Alexanderstraße 41, Leitung: Staatsrat a. D., Fust'.zrat Or. Cohn (Dessau). 2. GKMSVII-SKlS, W, Spichernstraße 3, Leitung: Rechtsanwalt Or. E. Herzfeld (Essen). 3. AßM dSZr FMWßsr-BßsMÄVE-GOttle, Lharloitenburg, Sybelstraße 2—4, Leitung: Rechtsanwalt Dr. Kehr (Kaiserslautern). 4. GAMIItzR- NW, Holsteiner Ufer 22 (am Bahnhof Bellevue), Leitung : Geh. Medizinalrat Professor Or. Hugo Ialkenheim (Königsberg). 5. gefilmt dev s, Kottbuser Damm 90, Leitung: Rechtsanwalt Or. Kahenflein (Kassel). 6. ftttla d§V 1. M-KMZst MrMSAMMM, o, Frankfurter Allee 32, Leitung: Rechtsanwalt Or. Marx (Karlsruhe). Stadiverordneier, Grwerkschasissekretä'r Behrendt (Beuchen); Fustizrat Dr. Brodnitz (Berlin); vr. med. Drodnih ß%E0!|61 * (Berlin); Staatsrat a. O. Fustizrar Or. Cohn (Oeffau); Frau Else Oormiher (Nürnberg); Frau Or. Margarete * Edelheim (Berlin); Frau Fanny Elkan (Berlin); Rabbiner Or. Eschelbacher (Oüheldorf); Geh. Medizinalrat Prof. Or. Hugo Falkenheim (Königsberg); Frau Margareie Fried (Berlin); Frau Henrietie Fürth (Frankfurt a. M.); Rechtsanwalt Or. Ge §er (Frankfurt a. M.); Or. meü. Glaferfeld (Berlin); Rechtsanwalt Or. Goldberg (Plauen); Rabbiner Or. Goldmann (Leipzig); Staatsminisier a. O. Or. Haas, M. d. R. (Karlsruhe); Kommerzienrat Hamburger (Berlin); Rechtsanwalt Or. Herzfe.d (Essen); Rabbiner Dr. Hildesheimer (Berlin); Dr. Ludwig Holländer, Direktor des E. D. (Berlin); Rechtsanwalt Or. Kahenflein (Kassel); Rechtsanwalt Or. Kehr (Kaiserslautcrn); Frau Or. Gertrud Klausner, M. d. L. (Berlin); Fufkizrat Or. Kochmann (Gleiwih); Frau Life Leibholz (Berlin); Rabbiner Or. Levi (Mainz); Dozent Or. Lewkowih (Breslau); Moritz A. Loeb (Berlin); Rechtsanwalt Loewenflein (Aachen); Rechtsanwalt Or. Marx (Karlsruhe); Or. Paul Nathan (Berlin); Frau Paula Ollendorff (Breslau); Werner Rosenberg, cend. jur. (Berlin); Frau Paula Gamoje (Berlin); Rittergutsbesitzer Sandelowsky (Norgehnen); Fustizrat Sonnenfeld (Berlin); Fabrikant Sußmcnn (Chemnitz); Artur Schweriner, siellv. Syndikus des E. B. (Berlin); Arnold Stein (Berlin); Londgerichtsrat Or. Siern (Berlin); Rechtsanwalt Or. Tarnowski (Breölau); Rechtsanwalt Or.!lrias (Hamburg); Rechtsanwalt Or. Weil (Berlin); Rechtsanwalt Or. Weriheim (Berlin); Or. Alfred Wiener, Syndikus des E. B. (Berlin); Tapezierermeister Louis Woisf (Berlin). Groß-Verliner Mitglieder und Freunde! Ihr HM die seltene Gelegenheit, unsere Führer aus allen Gegenden des Reiches zu hören. Erscheint in Raffen, um Freund und Feind zu zeigen, mit welch' vorbildlichem Elser Groß-Verlin im Kampfe für Deutschtum und Judentum znfammerifiehi. Bor Eröffnung der Kundgebungen werden die Namen der Rednerinnen und Redner für die einzelnen Säle bekanntgegeben.

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