Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 8 (19.2.1926)
- Date
- 1926-02-19
- Page
- Seite 86 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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In Frankreich führt den Reigen der Idiotenselbstverständlich £1 e m e n c e a u , nur eine Marionette in der Hand eineZ Juden Mandel. Und da haben die Dummen ihn den „Tiger" genannt. Aber noch andere Adjutanten von Cohns Gnaden waren, dort am Werke (Herr Wulle zählt sie auf), darunter Leon Blum, von dem der blinde Hödur freilich glaubte, er sei Clemenceaus leidenschaftlicher Widersacher, und Millerands '„Berater" Herr rot, der 31t seiner lieber* raschung erfahren wird, daß er zum „auserwählten. Volke Jehovas" gehört. Desselbigengleichen „in Amerika erhielt Wilson den Juden Bar u ch a l s Berater zugeteilt", will sagen von der jüdischen Weltregierung. Arme Drahtpuppe Wilson, die nichts merkte! Vollends in Italien berieten «die Krone, nach Herrn Wulle, lauter Juden, als da sind, um nur einige zu nennen, Gabriele Rappaport, unter dem vorgetäuschten Namen Gabriele b;2l rinnt nZi 0, und Bürzle, der sich Barzilai nannte. Wer lacht da? Nicht über die Ergebnisse treudeutscher Wissenschaft, die alle Aussagen amtlicher Urkunden widerlegt, sondern über den kleinen Vitrorio Ghnamtcle und den großen Mussolini, die beide mit Blindheit geschlagen waren und sich von „unsichtbaren Fäden Zentraler Mächte" leiten ließen. Nun erst die Marionetten im De u t s ch e n Reich! Es ist einigermaßen verwunderlich, daß Herr Reinhold Wulle mit dem Prinzen Mar von Baden beginnt. Er hätte doch, wenn er schon nicht erzählen wollte, daß Friedrich der Große nur unbewußt tat, was der Münzjnde Ephraim einblies, Bismarck als die Drahtpuppe Bleichröders schildern können, wie es Herrn Wull-es Vorläufer reichlich getan haben, oder K a i s e r W i l h e l nt I. als willenloses Werkzeug der jüdischen Weltregierung, sintemal des Herrschers Hosbankier kein anderer war als der leibhaftige, beschnittene Jude Cohn aus Dessau, „vorgetäuscht" als Erzellenz v. Cohn. Doch darüber schweigt des Sängers Höflichkeit, und er beschreibet sich bei der Auszählung der jüdischen Drahtzieher unter und nach dem letzten Kanzler des Kaiserreichs^ ohne auch nur mit Bismarck sich wegen der Ernennung Simsons zum Reichsgerichtspräsidenten^und mit Wilhelm I. wegen der Berufung Friedbergs und Fried enth als Zu Ministern auseinauderznsetzen. Die Listen sind nicht ganz so lang, aber gewiß ganz so zuverlässig wie diejenigen Leporellos im „Don Juan" — für alle, die guten Glaubens sind und Berge versetzen können. Bedauerlich allerdings, daß Herr Wulle etwelche Nachträge unter der ^lieberschrist „Sie wollen keine Juden sein" oder ähnlichem Schlagwort veröffentlichen! mußte. So hatte er den Reichskanzler Luther z u r M a r i 0 n e t t e de s Staatssekretärs K e m P n e r gemacht, den er prompt zum Juden beförderte, bequemte sich'aber bald zu der „Feststellung", daß Kempner „nichtjüdischer Herkunft ist". Gleiche, für einen gewöhnlichen Sterblichen blamabel, für einen waschechten Rassenschützler aber ehrenvolle „Feststellungen" wußten hinsichtlich -des Po lizeipräs identen Friedensb u r g , des R e g i e r u n g s d i r e k i 0 r § Froitzheim, des Regierungsdirektors W i n d i s ch erfolgen und hätten weiter erfolgen müssen, wenn sich die angeblichen Drahtzieher nicht mit einem Lächeln oder Achselzucken statt der Berichtigung begnügten. Zum Beispiel der urkatholische Gesandte Riegl er, dessen Marionette Bethmann Hollweg, von Herrn Wulle fälschlich zum Abkömmling der Bankierfamilie Bethmann gemacht, gewesen sein soll, oder der urchristlich-germanische Ulrich Rauscher, der dem Reichspräsidenten Ebert „bergegeben" worden sei. Von wem? Jeder verständnisvolle Leser weiß: von der geheimen jüdischen WeltregieruN'g. Und so mit Grazie in infinitum. Daß in der Tat diese jüdische Weltregierung mit ihrem Oberen, dem großen Unbekannten, alle Staatsoberhäupter an der Strippe hat und alle Behörden lenkt, hatte Herr Reinhold Wulle noch dokumentarisch belegen können durch die zwar als plumpe und dumme Fälschung erwiesenen, aber für jeden Mann von „deutsch, r Treue" darum nicht weniger glaubwürdigen „Protokolle de r W eisen v 0 n Z i 0 n". Doch wird diese Berufung unterlassen, vielleicht weil Herr Müller, genannt v. Hausen, der Herausgeber der Protokolle, mit Herrn v. Graefe, dem Freund Herrn Reinhold Mulles, derzeit in hitziger Fehde steht. Genug und übergenug auch ohnedies. Es ist sonnenklar, w e n n H e r r W u l l e d e r A p 0 st e l d e r W a h r h e i t i st, sind alle gekrönten Häupter und alle Präsidenten von Republiken und alle ihre Großwürdenträger komplette Idioten. Wie könnten sie sich selbst zu Marionetten der jüdischen Drahtzieher machen? Freilich, die größten Idioten, was Herr Wulle nicht merkt, säßen dann in der jüdischen Weltregierung. Denn Himmel! — was muß das für eine Regierung sein, die die Juden zur Herrschaft bringen will, indem sie sie zum blutigen Kamps gegeneinander führt und zu Tausenden und aber Tausenden dem Tode weiht? Dem auserwählten Volk soll es allenthalben Wohlergehen aus Erden — obwohl Not und Elend schwerlich irgendwo größer sind als bei der überwiegenden Mehrheit der Juden. Und im Weltkrieg haben Juden gegen Juden gekämpft, alle für ihr Vaterland, mit ihren christlichen Brüdern in Reih und Glied, und sind auf dem Feld der Ehre gefall e n. Hüben allein ihrer z w ö l s t a u s e n d, und drüben werden es nicht weniger sein. Und das sollte geschehen sein nach dem Willen der jüdischen Drahtzieher? Dann wäre ihr geheimer Oberer der Oberidiot. Das ist die Moral von der Geschichte; von der Geschichte, mit der Herr Wulle als echt deutschvölkischer Geschäftsmann weiter bei denen hausieren mag, die nicht alle werden. Der 9uns -es Geistes mit öem Leben. Eine Ansprache von Dr. Ludwig Holländer. Jrn großen Saal der „Gesellschaft der Freunde" drängte sich letzten Donnerstag ein andächtig lauschendes Publikum, um Irene Triesch zu hören. Die gottbegnadete Künstlerin trug vor vielen Hunderten Eroß-Derliner C. V.er aus der Bibel und aus Klassikern vor. Die gesamte Presse ist mit uns einig, daß dieser Abend für den großen Zuhörerkreis eine unauslöschliche Erinnerung gewesen ist, und daß der einleitende Vortrag Holländers die Herzen empfänglich für die Kunst ber Frau Triesch gemacht hat. Wir geben in folgendein einen Ausschnitt aus Hollände rs Ansprache: Wenn Irene Triesch am heutigen Abend den Wunsch ausgesprochen hat, die Darbietung ihrer genialen Kunst durch eine Ansprache über die Gedanken des Central Vereins eingeleibet 31t sehen, so hat sie dies unter dem Gesichtspunkte getan, daß die sittliche Forderung in der Bewegung des Centralvereins in allen seinen Aeußerungen au die erste Stelle gesetzt werden soll. Irene Triesch wird unsere Herzen weihen. Indem sie unser Gemüt, unseren Verstand und unseren Willen durch die ewigen Gedanken der Bibel und der großen deutschen Geisteshelden läutert, will sie einer Forderung genügen, die wir alle im C. V. als das höchste Leitmotiv unseres Daseins empfinden, eine Forderung, die S t e i n t h a l einmal in die herrlichen Worte kleidete, man müsse den Bund des Geistes mit dem Leben schließen. Das ist der Weg, den wir die jüdischen Deutschen führen wollen und müssen. Das Leben bietet uns als Juden u n d als Deutsche eine doppelte Nachtseite. Als Deutsche sind wir in die Not unser es Landes hineingestellt. Wir sehen, wie die Unschuldigen leiden, wie sich unser Vaterland, das durch die Trefflichkeit seiner Bürger bei allen ihren Fehlern ruhig den Konkurrenzkampf mit allen Völkern aufnehmen kann, mißachtet wird. Ais Juden aber haben w i r doppelt zu leiden. Denn wer einen großen Teil unserer männlichen und weiblichen Jugend beobachtet, wer sieht, wre sich Zahlreiche Unternehmungen weigern, jüdische Angestellte einzustellen, wie wir andern lauten Judenhaß in eine Periode leiser, aber verbissener I u d e n g e g n e rs ch a s t im Begriffe sind hineinzugehen, wer das alles beobachtet, wird als betrüblichste Erscheinung unserer Zeit feststellen, daß sich zwar in der Form demokratische Gedanken durchgesetzt haben, daß wir aber tatsächlich weit, weit entfernt von jeder D e m 0 k r a t i e sind! Gewiß ist Liberalismus und Demokratie nicht dasselbe. Es gibt eine Form der Demokratie, die keineswegs liberal ist. Aber im großen und ganzen muh eine wahrhafte Demokratie in ihrer Gesinnung wahrhaft liberal sein. Keine Zeit ist weniger liberal gewesen,, als die unsere. Das muß uns schnurzen. Wir leben in dem Gedanken der nationalen Mythe n. Es ist ein hohes Verdienst des französischen Denkers Francis Delaisi, der in seinem vor wenigen Wochen erschienenen Werk „Los contradictions du monde moderne“ einen Abschnitt der Bedeutung des nationalen Mythus gewidmet hat. Er weist darauf hin, wie zunächst in rein politischer Beziehung der Begriff des geheiligten Bodens, der Begriff der Rasse, der Begriff des nationalen Geistes und der moralischen Auserwähltheit in allen einzelnen Völkern sich lediglich aus gewissen Machtinstinkten solcher Gruppen heraus, die andere aus dem Felde schlagen wollten, entwickelt hat; und wie durch alle diese Mythen, die eine innere Begründung nach keiner Richtung hin vertragen, nicht nur Geschichts-, sondern U eb e r z e ug u n g s s ä l s ch u n g e n im schlimmsten Sinne des Wortes entstanden sind. Fast jeden Tag erscheinen neue Bücher, in denen der Nachweis geführt wird, wie hochwertig die „germanische", wie minderwertig die „jüdische Rasse" ist. Wir' sehen, wie auch bei uns von einem nationalen Genius des deutschen Volkes nicht nur im Sinne der Bewahrung seines Idealismus geredet wird, sondern wie dieser GeniuS auch heute noch in vielen Kreisen, wenn auch versteckt, zu nichtß