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Central-Verein-Zeitung · 1926-02-19 · 8 (19.2.1926) · p. Seite 85

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
8 (19.2.1926)
Date
1926-02-19
Page
Seite 85 (sequence 1)
Language
German
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«nfroi Verttn, 19. Zebruar 1926 V. Jahrgang ♦ Nr. $ Llnzrlnummer 10 S»l-pf«müvryW des Lnlrat^rüos denlfch« w1^ Kötter füröeuHcliürm undftsmifam Monais<rLonNement 40 Goldpfemris zuzüglich Bestellgeld Verlag u.Schriftleltung: Berlin 8^88, Lindenstr. 13. .*. Fernsprecher: Ami Dönhoff 8594, 3598. Postscheckkonto: Berlin 80472. stube O, Berlin SW 68, Lindenstr. 7, und von Goldschmidt-Rothschud & Co., Berlin W 8. Alleinige Anzeigenannahme: Annoneen-Expedition Rudolf Messe, Berlin SW 19, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,90 JtM für die 7gespaltene Feile nach Rudolf Mostes Rormalzeilemnesser Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) für Mitglieder d. Cenrralvereins V,4ö JiS., die 90 mm breite Reklamezeile 4,80 «äJU Äll^errieine Zeitung des üudenrums Bmrkronto: Dresdner Bank, Wechsel Drahtzieher und Marionetten. Von vr. jun. I.Levy (Berlin). Und die Moral von der Geschichte ist, daß alleStaats- Oberhäupter, ob von Gottes oder von Volkes Gnaden, und ihre Minister und ihre Parteiführer und ihre Steuerzahler, diesseits und jenseits des großen Teichs, nichts als Idioten sind. Denn wären sie nicht Idioten mit blödem Blick und krankem Hirn — wie könnten sie sich zu M a r i o.n e t t e n machen lassen und nach dem Willen geheimer Drahtzieher tanzen! Michel, wach^ auf! Gottlob, daß wenigstens einer da ist, ein T ü r m e r, d e r von e r h a b e n e r W a r t e mit Adlerauge die Wirrnis dieser Welt durchschaut und mit Trompetenschall Zur Vernichtung der dunkeln Gesellen ausruft! Wer ist dieser Entdeckerund Erretter? Herr Neinhold Wulle! In dem Blatt, das unter dem Titel „D e u t s ch e Treu e" als Organ des Nationalverbandes deutscher Offiziere erscheint, Hat er langatmige EpistelnüberJuden-undJudengenossen aus einflußreichen Posten" zum Besten gegeben und selbige Litaneien seinem „Deutschen Tageblatt" einverleibt, um männiglich zu lehren und zu bekehren und dem deutschen Volke die Augen Zu öffnen. Schaudervoll, daß dieses Volk und alle Völker keine Ahnung gehabt haben! Da er die schlichtere Ueberschrift von den einflußreichen Posten bei der Wiederholung durch die packenderen Schlagworte „Drahtzieher und Marionetten" ersetzt, wird er auf einigen Erfolg bei denen um Hitler, Ludendorff, Graefe und Kompagnie rechnen dürfen. Und er beginnt also: „Allen Machthabern dieser Welt wird von Cohns Gnaden stets ein Juden stämmiger als Berater, Adjutant, Freund, rechte Hand oder dergleichen an die Seite gezaubert, der, von unsichtbaren Fäden zentraler Mächte geleitet, nach den Ratschlägen nur ihm bekannter Gönner alles zum Besten (wessen?) wendet." Diesem schönen Anfang entspricht die Fortsetzung. Der Adjutant von Cohns Gnaden-berät die Machthaber. „Kein Wunder," sagt Herr Wulle, „daß es bei diesem System dem auserwählten Volk Jehovas und dessen Verbündeten und Knechten allenthalben wohlergeht auf Erden." Sind aber die Machthaber richtig beraten, so treten die Adjutanten „meist von der politischen Weltbühne ab, da sie ja aus einem zweiten gleichwertigen Posten dem Volke doch verdächtig werden könnten". Herrlich, etwas dunkel Zwar, aber doch recht wunderbar. Der Rede Sinn ist die Bestellung und Abberufung der Berater nach dem Beschluß einer im Verborgenen wirkenden Regierung der Juden und ihres Großkophtas. Oh, „uns Deutschen war nicht unbekannt," erklärte Herr Wulle, „daß eine solche geheime Beratung im Ausland seit langem üblich war; mehr und mehr rückt aber die Tatsache ins Tageslicht, daß auch bei uns alle wichtigen Behörden und Organisationen nach dem gleichen Muster durchsetzt sind". Doch „vorweg ein Bild des Auslands", sozusagen als Vorspiel, als Vorbereitung auf den Hauptfilm, kurbelt Herr Reinhold Wulle. Da ist England: „Als Berater Der Königin Viktoria kannte man den Juden Disrael i." Also war er das Werkzeug der jüdischen Weltregierung, der Drahtzieher, die Herrscherin des Jnselreiches aber nur eine Marionette? Eine Idiotin wäre sie dann gewesen, daß sie ihn obenein zum Earl os Beaconssield machte, und Idioten gleichermaßen die konservativen Mitglieder des Unterhauses, die ihn zu ihrem Führer gemacht hatten. Auch Eduard VII. war eine Marionette — „M o scheSte r n" seinDrahtz i eh e r — nach Reinhold Wulle. Aber nach demselben Zeugnis waren jüdische Drahtzieher auch „Montag, unkenntlich gemacht durch den Titel Lord Montague", eine Ahnenforschung, die einige Heiterkeit erregen wird, ferner „R o t h s ch i ld, vorgetäuscht als Lord Rothschild" — von wem vorgetauscht? Von der Krone, die ihn zum Lord gemacht hatte? — und manche andere, ob sie Juden sind oder von Herrn Wulle zu Juden ernannt werden. Auch „Lloyd George wurde von dem Juden Sassoon beraten", sagt Herr Reinhold Wulle. Armer Staatsmann, der nur Marionette war! Der echte Idiot! Versteht sich, daß in der Liste jüdischer Drahtzieher auch „Stern, unkenntlich gemacht durch den Titel Lord N o r t h cli f se", im „Deutschen Tageblatt" nicht fehlt, obwohl hundertmal nachgewiesen ist, daß Northclisfe niemals Stern geheißen hat und niemals Jude gewesen ist. MvTvemSntrsZtr | IWSKCBB—388PKMMMB—PS<SBaPBB3aaaMMCT88gMBaWB 11 Drahtzieher und Marionetten. | Von Or. jur. 3. revy (Berlin). Der Bund des Geistes mit dem Leben. (Sine Ansprache von Dr. Ludwig Holländer. Seite 86. Jüdische Liga sürVölkerbund in Deutschland. Don Dr. p. Nathan. Seite 89. Beilage: Von deutsch-jüdischer Jugend. Jahrgang 2, Nr. 2.

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