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Central-Verein-Zeitung · 1926-01-08 · 2 (8.1.1926) · p. Seite 15

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
2 (8.1.1926)
Date
1926-01-08
Page
Seite 15 (sequence 3)
Language
German
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15 In der g e s ch i ch t l i ch e n Auffassung vorn Judentum vertritt er die bekannte Zsvei-Völkcr-Theorie vom edlen, schöpferischen Israel und dem entarteten Judenvolk; K a P i t a l i s m u s und Ni a r x i s - mus sind daun die weiteren Teilfragen, die im Zusammenhang mit der Judenfrage gu behandeln sind. Nicht zu vergessen natürlich die Schuld der Juden an den Revolutionen seit 150 Jahren. Neue Gesichtspunkte treten in der Theorie nicht auf; es sind die alten ^bewährten" Gedankengänge, für die Schule lehrplaumäßig Zurechtgestutzt. Wichtiger ist dagegen das Urteil derjenigen Kreise, die Nkaurenbrecher Politisch naherstehen, und mit Genugtuung verzeichnen wir das G e s a m t u r t e i l, d a s P r o s e s s o r D r. F r i tz J r i e b r i ch in der durchaus rechtsgerichteten führenden geschichtspädagogischen Zeitschrist „Vergangenheit und Gegenwart" (1925h Heft 5, über Maurenbrechers Versuch einer Umgestaltung des Geschichtsunterrichts im völkischen Sinne fällt: „Das lvissenschastliche, das pädagogische itnb das christliche Gewissen lehnen sich ans gegen eine Erziehung zum Haß, zur Nachsucht und zum Nichts-als-Niachtbegehren, wie sie hier mit unheimlichem Fanatismus gepredigt wird. Das Christentum dieses evangelischm Geistlichelr hat jedenfalls mit der Lehre Christi noch sehr wenig gemeinsam. Man kann Deutschland und Deutschtum mit derselben Liebe umfassen wie der Verfasser und doch dessen Geschichtsunterricht entschieden ablehnend H. Stern. Wieviel jüdische SiOiemäke und Direktoren gibt es in Preußen? Man sagt, aus der Statistik könne jeder herauslesen, was er wolle. Nichtiger wohl: Jeder U eb e l w o l l e n d e oder Leichtfertigl, und leider scheint ein guter Teil unserer Völkischen zu einer dieser beiden Arten Mitmenschen zu gehören. Wer mit Zahlen präziser Art um sich wirft, macht Eindruck und hat billigen Beifall. Nach der Revolution schrie man aus den Gassen: 80 Prozent Inden sitzen in der Negierung. Noch heute wird solche ungeheuerliche Uebertreibung weiter verbreitet. Herr N o t h in Stuttgart behauptet trotz der auf Zählkarten verzeichneten 12 000 jüdischen Gefallenen, munter weiter, nur 4000 seien gefallen. Und da nicht das Judentum im vaterlandsschädigenden Sinne international organisiert ist, sondern der Judenhaß, so erlebt man neuerdings, daß die Judengegner des euren Staates denen des anderen die Balle Zuwerfen. Eirren Beweis hierfür liefern die Zahlen, die ein Deutscher denn berüchtigten „Dcarborn Independanl“, dem Organ des bekannten amerikanischen Industriellen Ford, geliefert hat. Danach sollen in Deutschland sich gegenwärtig ungefähr 2 Millionen Juden befinden, viermal soviel als vor dem Kriege, davon sind 40 Prozent ine Handel beschäftigt gegen 9 Prozent der allgemeinen Bevölkerung. In ähnlicher Weise werden Phantasiezahlen über den Reichtum der Juden beigebracht. Das jüdische Element überschwemnee das höhere Schulwesen und die Universitäten. Auch diese Behauptung wird mit kühn herbeigeholten Zahlen zu beweisen versucht. Von Amerika gelangen diese falschen Zahlen nach Deutschland. Und aus solche Weise wird das deutsche Volk hinters Licht geführt. Diesem Treiben^ das sich ein wissenschaftliches Mäntelchen nmhängt, muß ein Ende bereitet werden, indem man aus Grund amtlichen Materials die Wahrheit an den Tag bringt. Beginnen wir mit dem höheren Schulwesen. Für das höhere Schulwesen Preußens und einiger anderer deutscher Staaten gilt als bewährtes Anskunftsbuch das P h i l o l o g e n - I a h r d u ch (Kunze-Kalender). Aus ihm ergibt sich zweifelsfrei der Anteil, den die A n a e h ö r i g e n der j ü d i s ch e n K o n - f e f f i o n im höheren Schulwesen beanspruchen. Im preußischen Kultusministerium befindet sich kein Jude. Selbst in den Provinzialschulkollegien befindet sich nicht ein einziger Jude. Unter den 356 Oberstudiendirektoren ist als weißer Nabe e i n jüdischer Direktor zu verzeichnen, der kaum den jüdischen Angelegenheiten ein besonderes Interesse entgegenbringt, und von den anderen 316 höheren Schulen für Knaben und Mädchen wird nicht eine durch einen Juden geleitet. Das gleiche trifft ans 570 Nichtvollanstalten zu; nur die beiden jüdischen Stiftungsanstalten in Frankfurt am Main, das Philanthropin und die Realschule der Mischen Gemeinde, stehen unter Leitung jüdischer Direktoren. Wie sich die jüdischen S t u d i e n r n t e beiderlei Geschlechts auf die einzelnen Anstalten und Landesteile verteilen, läßt sich aus nebenstehender Tabelle ersehen. Preußen hat demnach 1062 höhere Schulen mit einem Lehrpersonal von 12 007 Direktoren und Dtudienraten, von denen 1017 ans das weibliche Geschlecht entfallen. Unter diesen 12 000 Lehrkräften sind einschließlich von 16 weiblichen Studienräten im ganzen 110 jüdische vorhanden, prozentual heißt das, die jüdischen Oberlehrer bilden noch nicht 1 Prozent der gesamten Lehrerschaft der höheren Schulen, und ihre Zahl ist stehen geblieben aus dem Latz in F r i e d e n s z e i t e n — d. h. vor A u s b r u ch d e s W e l t k r i e g e s. Alls der letzten Rubrik unserer Uebersicht ist ersichtlich, daß im ganzen nur 14 Städte zu verzeichnen sind, an deren höheren Lehranstalten jüdische Studienräte wirken. Ihre Anzahl belauft sich für Berlin auf 66 und stellt noch nicht 3 Prozent -der gesamten Ber- L itter an gestellten Lehrerschaft dar, bleibt werter hinter den Anteilen der jüdischen Schülerschaft zurück/ An zweiter Stelle stcht Franki u r t a m M a i n mit 29 Lehrkräften männlichen itnb weiblichen Geschlechts; davon sind aber 22 an den jüdischen Stiftsschulen an gesiettt. Sicht man voll den Berliner Zahlen unb denen von Hessen- Nassau ab, so zählt man in Preußen n u r u o ch 11 j ü d i s ch e S t u b t c n r ä t c n u d S t u d i e n r ä t i n n e n; diese Zahlen zeigen in erhöhtem Maße die geringen Anteile jüdischer Lehrer an den höheren Schulen Preußens. Die staatlichen Anstalten mit jüdischen Oberlehrern lassen sich an den Fingern abzählen und auch bei den städtischen Gymnasien, Realgymnasien, Lizeen u. dgl. sind nur ausnahmsweise jüdische Studienrüte angestellt. Betrachten wir noch die Zahlen der Stellenanwärter, der SUldielmsiessoreu, so finden wir, daß mlter 3991 Studienassessoren 44 jüdische verzeichnet sind, also über 1 Prozent, und unter 862 Studienasiessorinnen sogar lör D. h. über 2 Prozent. Und ivas schließlich die Studienreferendare betrifft, so befinden sich unter den 456 5 jüdische und unter den 218 weiblichen sogar 7 oder 3 Prozent. Dr. I. Rothhstz. Provinz Zahl der; höheren; Schulen!-, I Zahl der; Direktoren und > Oberstndienräie j nnd Studienrüte; 1 darunter jüdischer Konfess. Von den jüdischen St neuen reiten sind angeneUt bet; Staats-! S'ädüschen 1 AnstaMn Drte m. höhe- :eu Schulen, ut denen iiiüsche ©tudienrä»e lnterviehten. Ostpreußen männlich 38 418 1 1 Königsberg weiblich 17 13ch56) — — — Grenzmark männlich 7 54 — — — weiblich 1 7(4) — — — Brandenburg männlich 51 523 1 1 Finsterwalde Gube! weiblich 21 110(44) 2(2) — 2(2) Nowa i cs Berlin männlich 100 1830 55 1 54 weiblich 53 490(212) 11(7) — 11(7) Pommern männlich 33 360 — — — weiblich 13 106(48) — — — Nieder- Schlesien männlich 54 595 3 — 3 Brrslau weiblich 16 116(52) 3 1 2 j Brcs au Ober- Srblesien männlich 19 224 1 1 Oppeln weiblich 5 28(12) 1 — 1 Gleim itz Sachsen männlich 58 655 — — — weidlich 29 171(62) — - — — Schleswig-Hollstem männlich 29 347 — — — weiblich 14 89(34) — — — Hannover männlich 57 624 — — — Hilde-. weiblich 23 160(75) Kl) KD — Westfalen männlich 88 1053 heim weiblich 87 313(140) 1(1) —- KD Dort¬ Hessen- Nassau männlich 53 692 24 1 23 mund 3 Frankfurt a. M I DNn nbnrg.! K ssel. 1 Höchst. weiblich 20 166(63) 5(5) 5(6) lSljtnUmkhropin und Nenlschnle. Rhein» 4 Philanthrop in. 1 Frankfurt a. M. Provinz männlich 146 2085 1 — 1 Düsseldors weiblich 54 471(202) — — — Saargebiet 159 männlich weiblich 14 — — — 6 29(13] 1 — Zusammen! 1062 > 12007 (1017)! 110(16)! 4(1)! 106(15) j Die eingeNammerten Zahlen, geben die Studienrätin neu an.

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