Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 1 (1.1.1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2277622-2277623--02640-2283070- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Meine Rinder sines. WochenbeLrachtrurg. Als Joseph seine Söhne Ephraim und Manasse zu seinem sterbenden Vater führte, wollte Jakob sie segnen. Da entfernte sich die göttliche Herrlichkeit von ihm, weil einst Jerobeam und Ah ach diese Verderber des Volkes, von ihnen abstammen sollten. Er fragte: „Wer sind diese, die des Segens unwürdig erscheinen?" Da zeigte Joseph den Heiratsbries und Ehekontrakt. Er sagte: „Auch diese sind meine Kinder, aus echtem jüdischen Stamm entsprossen." Er betete für sie um das Erbarmen Gottes, und der Geist Gottes ruhte wieder auf dem Patriarchen. Er sprach: „Führe sie her, ich will sie segnen!" Bei dieser Gelegenheit weisen die Alten aus die wunderbaren Worte des Propheten Hosea: „Ich will das trotzige Kind Ephraim den rechten Weg gehen lehren, will ihm einen Führer geben, der es sorglich in seine Arme nimmt. Ich will sie an mich ziehen, die schwachen sündigen Merffchen, mit Liebesbanden sie gewinnen, langsam, allmählich, mit göttlicher Geduld will ick) sie heilen. Sie .merken es kaum. Ist es auch immer wieder geneigt, von mir abzufallen, man wird es immer wieder zur Höhe rufen, wenn es sich auch nicht in feiner Gesamtheit erhebt. Wie sollte ich dich hingeben, o Ephraim, dich preisgeben, o Israel. Es wendet sich mein Herz in mir, und all mein Mitleid reget sich.. Nicht will ich meinen grimmen Zorn auslafsen, nicht wiederum Ephraim verderben; denn Gott bin ich, und nicht ein Mensch, in deiner Mitte ein Heiliger, und will nicht in Zorneswällen kommen. Unsere großen Propheten haben sich gewiß niemals gescheut, dem Volke die bittersten Wahrheiten zu sagen, die schwersten Strafandrohungen zu verkünden. Aber § sie stellten sich niemals außerhalb des Volkes, sondern, dem Beispiele des göttlichen Auftrages folgend, in seine Mitte. Sie fühlten sich nicht als Menschen, als Vertreter von Parteien, sondern als Herolde des unendlichen göttlichen Erbarmens. Tausendmal abgewiesen, verschmäht und verhöhnt, warben sie immer ^wieder um die Liebe des Volkes. Es war nicht Schwäche, Mangel an Mut, feige Ergebung, die sie zu solchem Verhalten veranlaßten. Kühn und unerschrocken, ihr Leben nicht achtend, brandmarkten sie das Treiben der gottlosen Machthaber. Aber es waren Männer, auf denen die Hand des gütigen Gottes ruhte, dessen heiliger Geist immer wieder von neuem in ihrer Seele das heilige Erbarmen aufflammen ließ. Von gleichem Geiste beseelt muß jede Bewegung sein, die Israel wieder zum Gottesvolke machen, es zu seinem Vater im Himmel Zmücksühren will. Me der allmächtige Gott richtende Strenge und väterliche Güte vereint, so muß es auch der Mensch, der für ihn und seinen Namen wirken will. Hoffmann. Dr. Jacob Teitel 75 Bahre alt. Vor einigen Tagen feierte der Vorsitzende des Verbandes der russischen Juden in Deutschland, Wirklicher Staatsrat Dr. Jacob Teitel, seinen 75. Geburtstag. Teitel war im Zaristischen Rußland der einzige jüdische Richter. Er spielte eine hervorragende Rolle im jüdischen wie im politischen Leben Rußlands, wo er in der vordersten Reihe des Kampfes für die Interessen der russischen Judenheit stand. Auch in Deutschland hat er sich stets Zugunsten der Emigranten eingesetzt, als deren Haupt er bezeichnet werden kann. Der C. v. an -er Aufklärungsarbeit. In allen Landesverbänden und allen Ortsgruppen des C. B. wird eifrig gearbeitet, um durch Vorträge vor Mitgliedern und vor Christen Ansklärung über das wahre Gesicht des Judentums und den Widersinn des Antisemitismus zu verbreiten. Es ist unmöglich, alle Vortragenden zu nennen, alle Borträge zu besprechen. Nur hin und wieder können wir Stichproben aus der großen Arbeitsfülle -geben, denn es mangelt uns an Raum, um alles zu melden. r. Der Landesverband Dstvreutzen hrelt seine ordentliche D e l e g i e r t e n t a g u n g in Königsberg am Bußtage -ab. S t a a t s r a t a. D. I u st i z r a t Cohn (D esfa u) über, brachte die Grüße -des Hauptoorstandes, berichtete über die Tätigkeit des C. V. im Reiche und über unser Verhältnis zum Zionismus und zu den national, deutschen Juden. In feinem Bericht über die Tätigkeit des Vereins in Ostpreußen berichtete Syndikus S a b a tz k y (K ö n i g s b e r g) über dis starke Agitation der Völkischen und ermahnte alle Glaubensgenossen, dem C. V. gegenüber restlos ihre Pflicht zu erfüllen. Schatzmeister Konra-d Jakobsb e r-g (Königsberg) verlangte eine starke finanzielle Unterstützung, und in der Aussprache bam der einmütige Wunsch zmn Ausdruck, durch- Bereitstellung dev erforderlichen Mittel dafür zu sorgen, daß der Gedanke „Deutschtum und Judentum" in Ostpreußen nicht rmtergehe. Der Landesverband Pommern hielt am 29. November in Stettin unter Leitung seines -ersten Vorsitzenden, Rechtsanwalts Dr. Ma r c u f e (Stettin), seine ordentliche Delegierten, tagung ah, die Vertreter aus allen Teilen der Provinz vereinigte. Am Vorabend sprach der Direktor des C. V., Dr. Ludwig Holländer (Berlin), in -einer öffentlichen Versammlung über „Locarno und dir jüdischen Deutschen". Die Delegiertentagung brachte neben dem Geschäftsbericht des Syndikus Dr. Gottschalk und dem Kassenbericht -des Schatzmeisters, Herrn Max Eis c nstei n (Stettin), Referate der Herren Dr. Holländer: „Vertrauliches aus der C. V. -Arbeit, Rabbiner Dr. Wiener (Stettin): „Der Antisemitismus in der Schule und feine Bekämpfung", Dr. Leo Levy (Po'tzin): „Die politische und wirtschaftliche Lage der pommetschen Juden seit dem Kriege". In den Ortsgruppen Gleiwitz, Beuthen und Dvveln Aeigte der steigende Besuch d-er Mitglieder bei je drei Versammlungen innerhalb Monatsfrist, daß der E. V. mit seiner innerjüdischen Kultur- und Aufklärungsarbeit auf dem rechten Wege ist. Justizrat Kirsch n er (Berlin) sprach in B e u t h e n und Oppeln über „Altes und neues Ghetto" und fand mit feinen Ausführungen lebhaften Beifall bei den zahlreich erschienenen Gasten, und Staatsrat <r. D. JuftizratCohn (Dessau) legte in Vorträgen Wer „Die deutschen Juden im politischen Kampfe" dar, was wir deutschen Juden tun müssen, um uns selbst zmn poliitschen Kampfe.zu stählen, und wie der Kampf den antisemitischen Parteien gegenüber zu führen ist. An der VeziLkstagung in Siegen wr November nahmen etwa 60 Personen aus den Orten Siegen, Betzdorf, Geisweid, Weidenau, Kirchen, Eiserfeld, Hilchen. L ach teil. Der Vortrag über das Thema: „Was bringt uns der bevorstehende Winter?" und die Aussprache, in der besonders unsere Stellung zu innerjüdischen. Fragen und Propaganda fragen erörtert wurde, fanden lebhaftes Interesse. Lehrer Grünewnld, Vorstandsnritglled der Ortsgruppe Siegen, ließ von Schülern und Schülerinnen Gedichte vortragen und trug dadurch zu dem Erfolg des Abends wesentlich bei. Ueber unsere Stellung zmn- Zionismus sprach Prediger Cohn (Werburg) in der Ortsgruppe Soest. In der Aussprache entgegnete ihm Rechtsanwalt De. O P p e n h e im , Mitglied -der zionistischen Partei. Seine Ausführungen wurden aber unter Zustimmung der Versammlung vom Referenten fachgemäß widerlegt. Der Leiter der Versammlung, Lehrer K a tz e n st e i n , bezeichnete im Schlußwort mit Recht den Abend als einen erfolgreichen für den C. V. Professor Dr. Hans Driesch (Leipzig) fesselte in einer gutbesuchten Versammlung in Köln die Gäste mit dem Vortrage Wer „Rasse, Nationen und Kultur". Im Mittelpunkt der Ausführungen stand die Kernfrage: Sind die Rassen welt-wesentlich oder zufällig? Die Antwort lautete dahin, daß sie unwesentliches Zufallsprodukt feien, wie etwa die Formung der Gebirge. Er zerpflückte die grund- Mllis,WOlslkMM vermjW «t m MkuhW MO. Auch bei Emphysem, Keuchhusten, Lungentuberkulose, Herzschwäche, quälender Schlaslosigkeit tausendfach bewährt. Hier einige ärztliche Urteile im Auszugs. „Ich kann sagen, daß ich erfreut und Verdi äfft zugleich gewesen bin über die selbst an ganz veralteten, schweren Fällen von Asthma erzielten Erfolge." — *(£§ ist überraschend, wie gewisse Bronchitiden u n d Emphyseme rmter der Einwirkung der Maske wesentlich gebessert wurden." — „Verblüffend guter Erfolg bei Herzschwäche. Die Maske läßt sich m. E. in jedem auch noch so sckwercn Falle von Herzschwäche sofort ohne Gefahr für den Kranken anwenden." — „Einige Patienten, die unter quälender Schlaflosigkeit litten, gaben freudig bewegt an, daß sie seit Anwendung der Maske wieder gut schliefen." Weitere ausführliche Urteile von Professoren und Aerzten über die Professor Kuhnsche Maske (Preis 26,50 Mark franko Nachnahme) kostenfrei. Gesellschaft für medizinische Apparate m. b. H., Schlachtensee, Albrech'tsiratze 23/24. GeorgWedell Kohlöngrosshandlung Charlottenburg ^^nolfMrNsÄa^i Telephon: W i lh e Im 7111 j12 (.Anthrazit" )fBraunkohien)[ Brennholz ] Oer Wert unserer Schriften: Beiehrung und Waffe Barum iest: LaaiaTUs, Was heisst national? Mit einem Yorwoxt von J. Levy.......... 2,25 Maik Ihering-, Der Kampf ums Keelit. Mt einem Vorwort yob R. Wassermann 2,25 Mark Stein, Cr egen Spengler......... 1,50 Mark Jjevy-Koref, Kail Marx and Hegel .1,60 Mark ( Briketts j ( Gaskoks ] [ Grudekoks ] f Presstorf ] {Schmelzkoks*] [ Steinkohlen } Kaatz, Taimudiscli-rabbiniselie Sätze über Kechtsbezielmngen zn Tilelitjaden....... 1,20 Mark T AlivtiMt« >VaCi a TTfJTl/’le'tlOfVüKß 9 — - TVTaT*Tr ** Lagerplätze ** in verschiedenen Stadtgegenden Philo Verlag und Buchhandlung G. m. b. 8. / Berlin SW 68 Linden«-tlasse 13 Tel.: Dönhoff 3594