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Central-Verein-Zeitung · 1926-01-01 · 1 (1.1.1926) · p. Seite 9

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
1 (1.1.1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 Meat anttsemiLrscheir AnschuMgun.gen von feiner hohen Warte der Wissen- IHafttichkeit aus und wies vor allem darauf hinj, daß wirklich z er - ' e tz e n d e Geister, wie Ibsen und StrindLerg, Angehörige , e r nordischen Rasse gewesen feien. Zum Schluß führte Professor Driesch aus, daß die Geschichte bewiesen habe, daß es wohl möglich sei, daß sich verschiedene Rassen zu einer Kultuvgemeinschast vereinigten, und nannte als Beispiele das H i n d u t u m, den Islam, die ch i n e s i s ch t A. n •« schauungswelt und das Europa des Mittelalters, das feine kulturelle Verknüpfung auf der Grundlage der Bibel und der Antike auf-gebaut hätte. Anknüpfend an Loearno klang der wertvolle Vortrag irr der Hoffnung auf eine menfchenbeglückende Neugestaltung des europäischen Problems aus. In Hamburg sprach auf einem der von der Hamburger deutsch-Mischen Jugend, dev Arbeitsgemeinschaft der auf deutsch-jüdischem Boden stehenden Hamburger Iugendvereine, Veranstalteten Diskussionsabende Dr. Friedrich B r o d n i tz (Berlin) Mer Zionismus und Jugendbewegung". Er begründete die ablehnende Haltung der deutsch-jüdischen Jugendbewegung gegenüber dem national-jüdischen Gedanken, bezeichuete ein lebendiges Judentum als wirksamste Propaganda gegen den Zionismus und stellte fest, daß man sich gegenüber der kulturellen Gefahr einer künstlichen Entfremdung von: deutschen Kulturkvetse nicht vorsichtig, abwartend verhalten dürfe, sondern daß schärfster Kampf nötig sei. An das Referat schloß sich eine von Dr. U r i a s geleitete Diskussion, die von dem verantwortrmgsbewnßten und lebendigen Arbeiten der deutsch-jüdischen Jugend Hamburgs ein schönes Zeugnis ablegte. In Pforzheim sprach Rabbiner Dr. B e e r ru a n n (Heilbronn) in einer Versammlung des C. SB., zu der christliche Gäste geladen waren,. Wer Talmudfragen. Der Redner begann mit der Beschreibung, des Werdeganges des Talmud, an -dem durch ein Jahrtausend hindurch die verschiedensten Köpfe und Federn des jüdischen Kulturkreises gearbeitet und geschaffen haben. Er zeigte die Entstehung der „Mischna", irr welcher sich das Lehrgut der Hochschuldisputationen Palästinas verkörpert, und bewies die hohe ethische Gesinnung die aus diesen Geistesschöpfungen strahlt. Dr. Veermann kennzeichnete das Weserr des Talmud, in dem der Geist der Güte und der Liebe und eine moralisch über allen Zweifeln hocherhabene Gesinnung herrsche. Er warnte davor, Zitate aus dem Talmud sinn- und zusammenhanglos herauszugreifen, und stellte fest, daß sich im Talmud nichts finde, das menschlich und moralisch arrrüchig wäre. kleine Chronik. Am 15. Dezember verstarb unterwartet am Herzschlag der Gründer und Vorsitzende unserer Ortsgruppe Lauenburg in Pommern, der Fabrikbesitzer Benno Baum. Der Verstorbene hat stets mit Eifer und Geschick für unsere Ziele gewirkt und erfreute sich in allen Kreisen der Bevölkerung größter Liebe und Hochschätzung; das sagt u. a. ein warmempfundener Nachruf, den ihm die Lauenburger deutschnationale Zeitung widmete. An seiner Beisetzung nahmen außer dem Landrat und Bürgermeister undden Spitzen der Behörden Hunderte aus allen Ständen und Konfessionen teil. — In ferner Heimatstadt Stuttgart starb der Verlagsbuchhändler Maximilian Levy, langjähriges Mitglied des Stuttgarter Ortsausschusses. Er war bis vor kurzem ein eifriges Mitglied unseres Vereins. Unter seinen Berufskollegen und seinen anderen Mitbürgern genoß der Verstorbene große Wertschätzung, wie es ein Nachruf des „Stuttgarter Neuen Tageblatts", der größten Zeitung Württembergs, die das Bild des Verstorbenen brachte, zeigte. — Unser langjähriges Mitglied Herr Meier Vogel (Aschaffenburg) und seine Ehefrau Auguste geh. Bendheim begingen kürzlich das seltene Fest ihrer goldenen Hochzeit. — Herr Siegfried Alsberg, Mitinhaber der Firma Fried u. Alsberg m Köln beging die Feier seines 75. Geburtstages. Herr Alsberg, der diesen Tag in körperlicher und geistiger Frische feiern konnte, war allezeit ein Überzeugungstreuer, stets opferbereiter Mitkämpfer in unseren Reihen. Mögen ihm noch viele lebensfrohe Jahre beschieden sein. — Am 26. Dezember feierten Herr Georg Neu st ein in Hammer st ein, Kreis Schlochau, und Frau Franziska geb. 'Beer ihre goldene Hochzeit. Der Jubilar hat jahrzehntelang als Stadtverordneter und Ratsherr in: Ehrenamt vorbildlich gearbeitet und ist als Vorsitzender des Synagogenoorstandes auch jetzt noch eifrig tätig. — Im israelitischen Altersheim Unna konnten am 28. Dezember die Eheleute Siegfried F l a t a u und Frau Henriette geborene Go lisch alt, fÄher Dortmund, -die goldene Hochzeit in voller Rüstigkeit feiern. — Der bekannte Zentrumsabgeor>dnete Dr. Maximilian Pfeiffer, Gesandter des Deutschen Reiches in Wien, feierte am 29. Dezember seinen 50. Geburtstag. Dr. Pfeiffer hat außer seinen wertvollen politischen Verdiensten sich auch als Schriftsteller bewahrt. Sein Roman „Kyrie Eleison", den er unter dem Pseudonym Max Joseph erscheinen ließ, ist eine Dichtung von bedeutendem Wert und legt Zeugnis für die Gerechtigkeit und das warmherzige Gefühl des Verfassers für die Mische Religion ab. De. Anselm Schmidt (Beuthen) gestorben. Unsere Ortsgruppe V e u t h e n hat einen schweren Verlust durch den plötzlichen Tod ihres bewährten ersten- Vorsitzenden, des Herrn Rechtsanwalts Dr. Anselm S ch m i dt, erlitten. Herr Dr. Schmidt übernahm die Ortsgruppe Beuthen als Nachfolger des verstorbenen Rabbiners Dr. K o p f st e i n im Jahre 1924, nachdem er schon viele Jahre vorher an führender Stelle tätig war. Er erfreute sich allgem-einen Ansehens und stellte seine ausgezeichneten Kräfte mit großem Erfolg unserer Arbeit zur Verfügung. Seil! Andenken wird weit über den Kreis seiner eigenen Ortsgruppe hinaus in ganz Oberschlesien unvergessen bleiben. VerbanÜ Groß-Serliner Ortsgruppen. Die nächste V e r b a n d s v o r st a n d s s i tz u n g findet am Montag, 4. Jan it a r 1926, abends 8^4 Uhr, im Roten Saal des L o g e n h a u f e s , W, Kleiststraße 10, statt. Walter € a IX m an n und Artur Schweriner sprechen über „Arbeiterschaft und Antisemitismus". Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen aller Delegierten wird gebeten. In Anbetracht des Themas sind ausnahmsweise Gäste willkouunen, die d e m Bureau zur Einladung namentlich mitgeteilt worden sind. Ortsgruppe Nordwesien. Frauenversammlung am Dienstag, 6. I a n u a r, 1926, nachmittags 4% Uhr, bei Franke, Brückenallee 20. Diplomhcmdelslehrev Ernst Berger spricht über: „Die Stellung der jüdischen Frau in der heutigen Wirtschaftskrise." Eintritt frei. Gäste willkommen. Alter Westen. Wir bitten Mitglieder, Damen und Herren, aus dem Bezirk der Postämter W 8, W 9, W 10, W 35, W' 56, W 57, W 62 und W 66, die für eine Neuorganisierung der Ortsgruppe Alter Westen Interesse haben, sich im Nationalhos, Bülowstraße 37, am 7. Januar, pünktlich 8 Uhr abends, einfinden zu wollen. Ansprachen des Herrn Dr. Benno H e y m a n n und der Frau Iuftizrat Klara Reuman n. Geschäftliche Notizen. In dem idealen Winterkurovte und Wintersportplatze Berchtesgaden finden neben den steten Rennen auf der 6 Kilometer langen Rodelbahn tra Januar mehrere Sportveranstaltungen statt. Auskunft erteilen bereitwilligst Kurdirektion und Fremdenverkehrsverein in Berchtesgaden und der Fremdenverkehrsverein Berchtesgaden-Umgebung. Das für den Winterbetrieb wieder eröffnete „Kaiserin-Auguste-Vikioria- Kurhaus und Erand-Hotel" versendet auf Wunsch Sportprogramme für die zur Unterhaltung der Gäste geplanten Veranstaltungen. (Siehe das Inserat in dieser Nummer.) Verlag: Eenkralverein deutsch. Staatsbürger jüd. Glaubens e. V., Berlin 81V 68, Lindenstr. 13. Tel.-Adr.: „Eentralglauben Berlin". Postschecks: Berlin 30472. Für d. Schriftleit, verantwort!.: i. V. Dr. AlfredWiener, Berlin 81V 68. — Unverl.Manuskr.werd. nur zurückges., wenn Freiumschlag beiliegt. — Verantw.f.d. Anzeigent.: Max Junge, Bln.-Friedenau. — Druck: Rudolf Mosse, Berlin81V19. HUGEtPIANINOS ALLEINVERTRIEB für Groß-Berlin u.Umg D^Neum Kurfürstendamm Kansispiel-Pianos und Flügel Te!.: Bismarck 3716/17 Erstklassige Qualitätsware l Uorsettsabrik LeveilbillhLftMk Mg. Rh., WssM Acsßm Alleinstehende Dame 60 Jahre alt, jedoch sehr rüstig und arberts freudig, sucht bei besserer Familie, evtl, frauenlosem Haushalt, Aufenthalt mit entsprechender Betätigung. 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