Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 52 (30.12.1937)
- Date
- 1937-12-30
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 C.-V.-Zeitung Nr. 52 * 30. Dezember 1937 Der Haushalt der Jüdischen Gemeinde Berlin Die RepräsentantenversainmluiLg der Berliner Jüdischen Gemeinde genehmigte am 20. Dezember den Gemeindeetat für 1937 und gleichzeitig den Reehmingsabschluss für die Jahre 1935 und 1936. Einleitend erstattete der Vorsitzende des Vorstandes, Direktor Heinrich Stahl, einen umfassenden Bericht über Leistungen und Arbeiten der Gemeinde. Aus diesem Bericht seien folgende besonders hervortretende Zahlen angeführt: Der Etat 1937 umfasst rund 14 Millionen Reichsmark, von denen mehr als die Hälfte aus Steuermitteln aufgebracht werden. Das Kataster der Gemeinde hatte im laufenden Jahre 22 000 Meldungen zu bearbeiten. Hierin kommt die Stärke der Wanderungsbewegung von und nach Berlin zum Ausdruck. An den von der Gemeinde veranstalteten Gottesdiensten an den hohen Feiertagen haben — ohne private und subventionierte Synagogenvereine — etwa 40 000 Personen teilgerommen. In den Schulen der Gemeinde — gleichfalls ohne Privatschulen, Schulen der Adas» Jisroel und der Reformgemeinde — werden etwa 5000 Kinder unterrichtet. Das Wohlfahrtsamt betreut laufend 16 000 Personen. In den Altersheimen sind annähernd 1000 Personen untergebracht. Die jüdische Oeffentlichkeit würde es begrüssen, wenn die Gemeinde sich entschlösse, diese und die zahlreichen anderen von Direktor Stahl zum Vortrag gebrachten Zahlen einmal in umfassender Weise der jüdischen Oeffentlichkeit zur Kenntnis zu bringen, damit sie sich über diese Arbeiten selbst ein vollständiges Bild machen kann. Ueberhaupt wäre es wünschenswert, wenn die Arbeiten der Gemeindeverwaltung sich stärker im Rahmen der Oeffentlichkeit abwickelten. Es würde dann auch unmissverstand]ich sein, dass die bei aller Anerkennung der geleisteten Arbeit an manchen Entschlüssen des Gemeindevorstandes geübte Kritik lediglich von dem Willen bestimmt ist, das Beste zum Wohle der Gesamtheit beizutragen. Erfreulicherweise ist bei den Beratungen vom Vorstand zugesagt worden, den Etat 1938 schon Anfang Januar der Repräsentantenversammlung zugehen zu lassen, so dass die Gemeindevertretung das Recht und die Pflicht haben wird, auch ihrerseits durch geeignete Vorschläge den Gemeindevorstand bei seinen Arbeiten für das kommende Jahr zu unterstützen und nicht, wie im vergangenen Jahr, durch nachträgliche Bewilligung eines bereits verausgabten Etats dieser vornehmsten Pflicht entzogen zu sein. Lehrerforibildungs -Tagung in Breslau Der Verband der Synagogeugemeinden der Provinz Niederschlesien veranstaltete vom IS. bis 21. Dezember 1937 in Verbindung mit der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, dem Preussiechen- Landesverband jüdischer Gemeinden, dem Provinzialverband oberscblesiscbpr Syuagogengemeinden. und der Synagogengemeinde Breslau eine Tagung zur Fortbildung jüdischer Lehrkräfte, die in der neuen Aula das jüdischen Reform-Realgymnasiums Breslau stattfand und aus ganz. Schlesien zahlreich besucht, war. Die Tagung stand unter Leitung von Dr. Fritz Bamberger (Berlin). — Mittelschulrektor Dr. Heinemann Stern (Berlin) leitete sie mit einer Arbeitsgemeinschaft über die Probleme des Deutschunterrichts in der jüdischen Schule ein. den er als einen ihrer wesentlichsten Bildungsfaktoren und als Brücke zur abendländischen Kultur darstellte. In der Diskussion wurden Versuche und Ergebnisse im Unterricht an den Breslauer jüdischen Schulen vorgetragen, aus denen man unter anderem den Erfolg der Durchnahme jüdischer Stoffe im Deutschunterricht ergehen konnte. — Dr. Fritz Bamberger leitete eine Arbeitsgemeinschaft über die Behandlung kulturhistorischer Stoffe in der jüdischen Schule, wobei er eine T'schuwa des 9. Jahrhunderte zugrunde legte, die von Babylonien nach Spanien ging. — Die letzte Arbeitsgemeinschaft über die Behandlung biblischer Stoffe;iielt Seminardirektor Jacob S toll (Würzburg). Zr legte besonderen Wert auf die Betonung der u'storischen. geographischen und klimatischen Verhältnisse, um aus ihnen die Wahrheit de? überlieferten Textes zu erweisen. — Neben den Arbeitsgemeinschaften fanden Lehrproben an den Breslauer jüdischen Schulen statt, am Reform-Realgymnasium für Geschichte (Studienassessor i. R. Czollak), für Hebräisch (Rabbiner Dr. Geld), an der Volksschule Rhedigerplatz für Deutsch in d^r Grundschule (Lehrer Fr ob mann), für jüdische Heimatkunde im 9. Volkssrbuljabr (Lehrer Lewin behandelt^ den Aufbau der Breslauer Gemeinde), am Anger-Schulwerk für Hebräisch in der Grundschule (Lehrer Wesel), für Rechnen in den weiter abzielenden Klassen (Stud.-Rat. i. R. Dr., Kober). für Englisch (Studien rät in i. R- Seekel). Heber alle Lehrproben fanden ergiebige Aussprachen statt. Schw. Südwestdeutscher Rabbinerverband Am 8. Dezember fand in "Wiesbaden unter Leitung des derzeitigen Vorsitzenden Rabbiner Dr, Salzberger (Frankfurt a. M.) eine Tagung des Südwestdeutschen Rabbinerverbandes statt. Rabbiner Dr. Dienemann (Offenbach) berichtete über die Arbeit des Allgemeinen Rabbinerverbandes in Deutschland. "Rabbiner Dr. Lauer (Mannheim) kam. in einem kurzen, ausserordentlich fesselnden Referat über ..die Möglichkeit einen Scbeidebrief ohne die An-, Wesenheit des Ehemannes auszustellen" zu Teliaionssesetzlich bedeutsamen zeitgemässen Ergebnissen. Rabbiner Steuer (Heidelberg) stellte in einem sorgfältig durchdachten eingehenden Vortrag ..Wandlungen unserer theologischen Haltung" an drei Grundbegriffen der Religionsphilosophie Hermann Cohens" dar. An beide Vorträge schloss sich eine lebhafte und eriziebige Aussprache ah. Die gut besuchte Versammlung wählte am Ende den derzeitigen Vorstand wieder. Rabbiner Fuchs 60 Jahre alt Rabbiner Dr. Fuchs (Chemnitz), Vorstandsmitglied der Ortsgruppe des Jüdischen Centrai- Vereins, vollendet sein sechzigstes Lebensjahr. Er hat sich in seiner Gemeinde in einunddreissigjäbrigem Wirken nicht nur als vorbildlicher Prediger und Seelsorger betätigt, sondern auch in fast allen örtlichen Organisationen als ein stets reiche Anregungen spendender Mitarbeiter gewirkt. Bleibender Bedeutung sicher sind seine Leistungen auf dem Gebiete der Bibelkunde, der Bibelübersetzung und der hebräischen Metrik, wie sie insbesondere durch seine Jüdische Geschichte und seine Artikel im Jüdischen Lexikon bekanntgeworden sind. Lehrvortrag über Devisenrecht imC-V Der Landesverband Nieder sc bles i e n im Jüdischen Central-Verein hatte für Mittwoch, den 22. Dezember, alle niederschlesischen Rechtsanwälte und Breslauer Volljuristen zu einem Lehrvortrag über das Thema: ,.Das Devisenrecht der Auswanderung" eingeladen. Devisenberater Dr. Heinz C o b n (Berlin) konnte vor über 100 Teilnehmern in einem fast vierstündigen Referat einen systematischen Aufriss des "gesamten formellen und materiellen Rechts geben. Die Ausführungen, die auch denjenigen Juristen, die bereits besondere Kenntnisse auf diesem Rechtsgebiet hatten, sicherlich noch viele wertvolle Ergänzungen und Hinweise cegeben haben werden, bezweckten, der grossen Masse der. Volljuristen diese schwierige Materie nahezubringen. Der starke Beifall bewies, wie der Vorsitzende des Landesverbandes Niederschlesien. Rechtsanwalt Dr. B r y, in seinem Schlusswort feststellet! konnte, dass dieser Zweck erreicht werden konnte. Aus deo Gemeinden Dresden In der^Jetzten Gemeinderatssitzung wurden die neugew^ählten Mitglieder in ihr Amt eingeführt Zum Mitglied'des . Gemeindevorstandes wurde der dem "Kollegium seit vielen Jahren bereits angehörende Rudolf A p t ge-wählt, G.J. -Frankfurt a, M. Das Jugenddezernat der Gemeinde hat. beschlossen? Rabbiner Dr. L e m 1 e als ständigen Referenten und Berater des Jugenddezerna.ts und der Jugendkommission zu den Arbeiten dieser beiden Gremien zuzuziehen. Frau Geheimrat Borchhardt. Kairo, die Tochter des bekannten Frankfurter Philanthropen, des verstorbenen Malers Eduard* Cohen, hat das Haus Feuerbachstrasse 14 der Israelitischen Gemeinde schenkungsweise zugewendet. Krefeld Im Jahre 1937 sind aus der Synagogengemeinde 114 Personen fortgezogen, davon verzogen 57 nach Orten innerhalb Deutschlands. 7 nach Palästina, 44 nach sonstigen Ländern und 6 mit unbekanntem Ziel, 25 Todesfälle und 2 Austritte zu verzeichnen. Dem Gesamtverlust von 141 Personen steht ein Zugang von 81 Zuzügen. 2 Geburten und 2 Eintritten gegenüber. Die Seelenzahl der Synagogengemeinde Krefeld ist im Jahre 1937 um 56 zurückgegangen. D. Leipzig Die jüdischen Schulen veranstalteten unter grosser Beteiligung aus den Kreisen der Gemeinde ihr S c h u 1 f e s t, bei dem der Direktor der Höheren Israelitischen Schule, Dr. W e i - kersheimer. die Gäste begrüsste. Turnerische, musikalische und andere Vorführungen gaben ein Bild von dem jüdischen Gemeinschaftsgeist, der die Schule auszeichnet. Uostsck&usse mek IMmsee Erscheint wöchentlich ohne Gewähr. Postschluss für Luftpostsendungen bei folgenden Postämtern: in Berlin SW 11; in FrankfurtfMain Bahnpostamt 19 oder Flughafen; München Postamt 2 (Flughafen); Köln Flughafen. Einwurf bei mderen Postämtern oder in anderen Orten bis zu 3 Tag früher Abkürzungen: B. A. Buenos Aires; Cherb. Chprbourg: C Cuxhaven; Liss. Lissabon. Ziffern in Klammem Postschlusszeiten. Ab Seeweg nach Nordamerika An Berlin Hamburg Bremen Cherb. N.-York 4. 1. 4.!. (19) „Europa4' 5. 1. ß. 1. IL 1. 5. 1. 6. 1. (8) „Deutschland" 6. i. (C) 7. 1. 14. 1. Luftweg: Bis au} weiteres keine Verbindung Seeweg nach Südamerika Berlin Frankfurt München Genua Liss. Rio B. X, 1. 1. (22) 2. 1. (14) 5. 1. 17. 1. 21. L 4.1.(19) 5.1.(9) 6.1. 18.1. 22.1. Luftweg: Zuseht 130 RM für je 5 g (1,25 Brasil.) Berlin Frankfurt Köln Rift JB. X. 1. I. (P) I. 1. Hl) 1. 1. (14) Fr. Luftp. 4. 1. 5.!. 5.1.(21) 5.1.(24) Dt.. J,uf:P. 8.1. 9.!. Seeweg nach Südafrika Berlin Köln Southareplcn Kapstadt 7.1 (.191 7.1.(21) '.' 1. (D. .,FrVoria") 36.1. Kapstadt—Johannesburg (oder Pretoria.) 30 Stundrn Luftweg: Zuschlag 35 Pf. für je 5 g Berlin München BriöSM 31. 12. (9> Hl. 12. (1?) > . .,v . t . 1. 1. (7) ( 1-1. (10) 1 1- 'J> Laufzeit •"- 1.(9) > S. 1. (ISl .S. 1. (7) 8—9 Tage 4. i. (7) / 4- 1. (10! 5«e= und Landweg nach Palästina Berlin München Haifa 31. 12. (16) J. 1. (9) via Belgrad—Istanbul 5. h 2. 1. (14t?. 1. (8) vis Belgrad—Istanbul 7. V. 4. 1. (16) h. I. (9) Schiff 67 1. ab Brindisi 10. 7, 5. \. (16) 6. 1. (9) via Belgrad—Istanbul .11.1. Luftweg: Zuschlag 10 Pf. für je 5 g; mini .15 PL Berlin .München Keane! Brindisi "\ 1.1. (7) 1. 1. (10i 2. 1. (7) j Lauras«* 2.1.(7) 2.1.(10) s. i n?) f %f:zT 4.!. (7) 4. 1. (10) 5.1. (fl W'- Ta^ 6. 1. (7) 8. 1. (10) 7. 1. (7) . J ■ Einzelhandel iiri Mteieh ALTENSURG ESSEN Akmdet Die nie Bezuasquelle MSSffiäS f Kaufhaus M. IS. 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