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Central-Verein-Zeitung · 1937-12-30 · 52 (30.12.1937) · p. Seite 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
52 (30.12.1937)
Date
1937-12-30
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Rr. 52 * BelBfaff . Dezember 1937 * Seite 13 Jüdische Sportler auf Reisen Berichte aus Wiesbaden, Frankfurt a. M., Köln, Leipzig Aus last allen Teilen des Reiches melden unsere Berichterstatter vom letzten Sonntag den Besuch auswärtiger jüdischer Mannschaften. Zahlreiche, in schönster sportlicher Eintracht durchgeführte Begegnungen im Handball, Fussbai J. Hockey und Tischtennis vertieften freundschaftliche Beziehungen unserer Vereine untereinander und vermittelten von neuem den Eindruck einer grossen, auch über die Grenzen des Sports hinausreichenden Schicksalsgemeinschaft jüdischer Jugend. Wir glauben, im Namen aller derjenigen sprechen zu dürfen, die am letzten Wochenende diese wohltuend herzliche Aufnahme, sei es iu Wiesbaden oder Leipzig, in Frankfurt a. M. oder sonst irgendwo verspürten, wenn wir an dieser Stelle einmal vor aller Oeffentlichkeit sämtlichen gastgebenden Vereinen den aufrichtigen Dank ihrer Gäste für Meisterschafts - Termin e Die Meisterschaften der Verbände werden mit Rech« als Höhepunkte des sportlichen Geschehens der betreffenden Disziplin bezeichnet. Gerade in diesen Tagen sind wieder einige der nächsten Termine, die allgemein interessieren, bekanntgeworden. Der Sportbund ,.Schild" beabsichtigt, seine diesjährigen Reichsmeisterschaften im Geräteturnen, die im übrigen erstmalig auch für Frauen ausgeschrieben sind, am 13. März in Hannover durchzuführen, während sich die Boxer Anfang Februar im Westen, voraussichtlich in Dortmund, im Kampf um die Titel treffen werden. Für die Reichsmeisterschaften im Handball und Fussball ist der 3t. März als letzte Meldefrist für die einzelnen Landesverbandsmeisfer festgesetzt worden. Der Deutsche Makkabikreis hat für Ende Januar die Kreis - S k i meisterschaften in das ideale Gelände bei Grunwald, Kreis Glatz, die T i s c b t p n n i? meisterschaften für den 26. und 27. Januar nach Berlin und die Turn meisterschaften für den 6. Februar ebenfalls nach B e r - 1 i n vergeben. * Der Landr-ssportverband Westdeutschland des ..SchilcT-Sportbundeß veranstaltet vom 6. bis 13. März eine Sport werbe woche. Zugunsten der Jüdischen Winterhilfe sind repräsentative Handball- und Fussballspiele. Boxkämpfe usw. gegen Auswahlmannschaften anderer Landesverbände des „Schild"-Sportbundes vorgesehen. li!l!l!!i!i!H!l!i!ii!ii!!li!l!!l^ jene rrorz aller bekannten zeitlichen und finanziellen Schwierigkeiten aufgebrachte Initiative zu abwechslungs- und erlebnisreicher Gestaltung jüdischen Sportgeschehens zum Ausdruck bringen. Tumiersieger Wiesbaden In Wiesbaden trafen sich die Männermannschaften des Jüdischen Box-Clubs ..Ber- 1 \y\ des Schild M. - G 1 a d b a c h und des Schild Wiesbaden sowie die Frauen der beiden letzteren Vereine und eine Kombination ISV Offenbach — Schild Darmstadt in einem grossen Handballturnier. Leider kam auf dem durch Nässe und Tauwetter fast unbespieibaren Platz die wirkliche Spielstärke der beteiligten Mannschaften nicht immer voll zum Ausdruck. So war trotz des überraschenden und hoch anzuerkennenden Turniersieges der Gastgeber die schnellste und reifste Elf zweifelsohne die der Berliner, deren Kombinationsspiel zudem am weitaus genauesten und überlegtesten war. Es gab Minuten, namentlich gegen M.-Gladbach, in denen es gegen den wirbelnden Austurm der Berliner kein Halt gab. Die Westdeutschen hatten eine sehr junge Mannschaft zur Stelle, die aber ausgezeichnet zu kämpfen verstand und dadurch im ersten Spiel recht ausgeglichene Momente zu schaffen wusste. Beim Schild Wiesbaden klappte es, wie seit langem nicht mehr; die Mannschaft setzte eine ungeheure Energie ein, die allerdings den im zweiten Spiel schon etwas ermüdeten Berlinern durch eine sehr grosse Härte die restlose Entfaltung ihres wahren Könnens unmöglich machte. Ausserdem hatte sie das Glück, im Schlusskampf auf eine Mannschaft von M.-Gladbach zu treffen, die ihre Kraftreserven fast restlos bereits im Spiel gegen den „IBC verbraucht hatte. 1BC Berlin und Schild M.-Gladbach eröffneten den Spielreigen. Berlin führte anfangs, musste sich aber zur Pause den 2: 2-Ausgleich gefallen lassen. Später lagen sie nach schönem Kombinationsspiel wiederum mit 5 :2 in Führung. Und abermals glich M.-Gladbach aus, ehe der „IBC" in rasantem Endspurt mit 7 :5 zu siegen vermochte. Es war zweifellos das schönste Spiel des Tages, das auf einer überraschend hohen Stufe stand. Im nächsten, unmittel- •» bar darauf folgenden Treffen waren IBC „Berlin" und Schild Wiesbaden die Gegner. Das Spiel schien wesentlich ausgeglichener, aber auch langsamer. Den Berlinern steckte das Vorspiel sichtlich „in den Knochen". Halbzeit 1 :1. Obwohl Wiesbaden nach der Pause mehr Torchancen und eine „wirksamere" Verteidigung hatte, gelang es den Berlinern dennoch, das zweite Tor der Gegner auszugleichen. An diesem 2:2-Stand änderte sich dann nichts mehr. In der letzten Begegnung musste Wiesbaden drei Tore, mehr als M.-Gladbach erzielen, um mit besserem Torverhältnis Turniersieger werden zu können. Diesp.s Ergebnis war bereits zur Pause erreicht, und zum Schluss langte es gegen die immer mehr nachlassenden Westdeutschen sogar noch zum 4 : 0. Das Turnier der Frauen mannschaften sah ebenfalls Schild Wiesbaden, bei dem Hilde Mannheimer ganz ausgezeichnet zu gefallen wusste, als Endsieger. Offenbach'Darmstadt wurde mit 4:0 geschlagen,-und M.-Gladbach verlor 0:1. M.-Gladbach besiegte seinerseits die „Kombination''1 mit 3 : Ü. Lolo Baer. * Vor dem Handballturnier trafen skh die T i s c Ilten n i s mannschaften der drei Vereine in einem Dreikhibkanutf. Turniersieger blieben die „Handballer" des IBC „Berlin", die sowohl gegen M.- Giadbach als auch gegen Schild Wiesbaden mit je 5:4 Punkten siegreich blieben. M.-Gladbach verlor schiresslich auch gegen Wiesbaden. L. B. ITUS-Nüraberg geschlagen In Frankfurt a. M. herrschte am 26. Dezember fast vollständige Spielruhe. Nur Bar Kochba Frankfurt a. M. hatte sich die Fussballer des ITUS-Nürmberg zu Gast geladen. Im Spiel der „Ersten" trat Bar Kochba mit Ersatz an, während die ITÜS-Elf sich durch je einen Mann von Augsburg und München verstärkt hatte. Die Blau-Weissen Frankfurts lieferten ein flottes Spiel. Läuferreihe und Torhüter waren überragend. Der Eifer der Nürnberger kennte allein der Technik Frankfurts nicht Herr werden, zumal die Hintermannschaft bedenkliche Schwächen verriet. Das Spiel, das bei Halbzeit 1:0 stand, endete mit 3 : 0 zugunsten der Gastgeber. Bar - Kochba Frankfurt a. M. II—ITUS-Nürnberg II 1:4. * Auch im Tischtennis - Klubkampf blieben die Frankfurter BarKochbaner über Nürnbergs Vertreter siegreich. Ergebnis: 4:1. B. K. Hockey in Frankfurt a. M. Bar Kochba Frankfurt a. M. hatte die einzige jüdisch e Hockeymannschaft Westdeutschlands, Hakoah Köln, zu Gast, hielt sich zwar überraschend gut. konnte die knappe und ehrenvolle 2 : 3- (1 : 2-) Niederlage jedoch nicht abwenden. B. BK Ofienbach in Karlsruhe Rar Kochba Offenbach a. M. spielte am 26. Dezember mit seiner F u s s b a 11 mannsehaft gegen Haknah Karlsruhe und konnte dort nach fairem, werbendem Kampf einen 4 :1-Sieg erringen. K. rinnen versahen, hatten die Frankfurterinnen neben einigen Lattenschüssen schon vier Tore zu verzeichnen, obwohl die Kölner Torhüterin recht _gut war. Im zweiten Spielabschnitt wurde der JTV 02 jedoch besser und gestaltete den Kampf offener, so dass sich die Gäste mit einem 5 :0-Sieg begnügen mussten, der in der Hauptsache Anni Freund zu verdanken war. Mit 8': 3 kamen die Frankfurter Männer zu einem, an den Feldanteilen gemesssen, zu hohen Sieg. Sie hatten jedoch in S'rauss eine „Wurfkanone", während beim JTV 02 die Schusskraft sehr zu wünschen übrig liess, und zudem die Flügelstürmer versagten. 2:0 hiess es zur Pause, 8 :0 stand der Kampf kurz vor Schluss, ehe die Kölner in wenigen Minuten zu drei Treffern kamen. Der Frankfurier Torsteher hatte vorher allerdings auch mit wahren Glanzleistungen aufgewartet. J. G. Fussballpunkte wurden geteilt Um der drohenden Terminnot zu steuern, mussten die Fussballmannschaften von Schild Düsseldorf und JTV 02 Köln am 26. Dezember ihr rückständiges Meisterschaftsspiel austragen. Naturgemäss" war beiderseits Ersatz eingestellt. Die Düsseldorfer nutzten ihre eigenartigen Platzverhältnisse richtig aus und verschafften sich mit Hilfe des schwachen Kölner Ersatzhüters bis zur Pause einen 4 :1-Vorsprung. Ehe die Kölner in der zweiten Halbzeit zum Gleichstand kamen, verschossen sie einen Elfmeter, dazu eine Reihe bester Torgelegenheiten. Wolf (Holten) war in dem von Köln meist überlegen durchgeführten Kampf ein guter Schiedsrichter. Schild Düsseldorf II—JTV 02 Köln II 0:2 (0:2), Schild Düsseldorf Schüler—JTV 02 Köln 2. Schüler 5 : 6.__ J. G. Mitteldeutschland Schild Leipzig spielte im Handball gegen die JSG 33 Berlin . . . Schild Leipzigs erste Handballelf kann mit ihrer gegen die JSG 33 Berlin erzielten 3 :4- Niederlage mehr ais zufrieden sein. Es ist überhaupt wohl das erstemal, dass sie so günstig gegen diese Mannschaft abschnitt und sogar eine geraume Zeit den Spielverlauf zu bestimmen vermochte. Die JSG ist allerdings noch nicht die starke Einheit von früher. Den beiden Führungstreffern der Leipziger folgte stets sofort der Ausgleich. Lmd zum Schluss kam Berlin nur mit Glück und restlosem Einsatz zum dennoch verdienten knappen 4:3-Sieg. Mundstock (Berlin) hatte als Schiedsrichter wiederum restlos zufriedengestellt.. Schilds .J. Frauen" und „1. Jugend" konnten gegqn die gleichen Einheiten der JSG 33 nichts ausnehmen. Während die Frauen 0:6 verloren, bezO£ die Jugend nur eine 0 : 5-NiederIage. Dabei waren die Torsteher in beiden Mannschaften noch die besten Leute. . - und im Fussbali gegen JSC Fürth Das auf hart gefrorenem Boden durchgeführte Gesellschaftsspiel zwischen Schild Leipzig und JSC Fürth hielt unter diesen Umständen nicht das, was man sich von ihm versprach, zumal die Platzelf gern ihre Fürther 2 :3-Niederlage wettgemacht hätte. Sie führte a,uch nach der Pause schon 2 :0 und war dann so siegessicher, dass Fürth in eifrigem Spurt diese beiden Treffer dank der gütigen Mitwirkung der Leipziger Verteidigung wettmachen konnte. Ergebnis: 2 : 2. K—n. Triton Berlin in Magdeburg Mit zwei Handball mannschaften besuchte der IRC Triton in Magdeburg den dortigen Schild. Auf überaus schlechtem Boden ergaben sich spannende Spiele. Bei den ersten Mannschaften siegten die hart kämpfenden Magdeburger nach einer 3:1- Halbzeitführung mit 5:3, das Treffen der 2. Vertretungen endete dagegen mit einem 4 :2-Erfolg der Berliner Ruderer. Rheinland — Westfalen Schild Frankfurt a. M. in Köln siegreich Schild Frankfurts H a n d b a 11 mannschaften waren wieder einmal beim J.TV 02 Köln zu Gast und konnten mit hohen Siegen die Heimreise antreten. Beide Spiele der Männer und Frauen nahmen unter der einwandfreien Leitung von Marx (Bonn), der demnächst auch die Rückspiele in Frankfurt a. M. leiten soll, einen einwandfreien Verlauf. Die Kölner Mädels konnten von der Frankfurter Reichsmeistermannschaft in bezug auf Angriffsgestaltung allerhand lernen. Ehe sieh die Kölne- Ifoe Siüd Mui Sieg Sonntag, 2. Januar 1938 Berlin Handball: Verbandspiele: u. a, ISK I -IBC „Berlin" 1, 13 Uhr, Maecabi I—ISG 33 IV, 9 Uhr, 1SG 33 III—Bar Kochba A.H. I, 10 Uhr, Triton I—Bar Kochba III, IVA Uhr, Undine I—IBC Berlin IL 12K« Uhr, sämtliche Spiele: Sportplatz Grunewald. Hockey: Verhandsspielc: u. a. ISG 33 I—Bar Kochba Hakoah I, 9 Uhr ISG 33 Damen—Bar Kochba Hakoah Damen, 10% Uhr, ITK Grunewald I—ITC Bar Kochba I, IVA Uhr, sämtliche Spiele: Sportplatz Mariendorf. Südwestdeutschland Fussball: ITB Frankfurt a. M. I—ISV Offenbach I, Frankfurt a. M., Uhr. Sportpl.it/. Bornheimer Hang; Bar Kochba Offenbacfr I—Bar Kochba Frankfurt 1, Offenbar b, 14% vUhr. Sportplatz am Nebenbahnhof; JJB Hanau I—Schild Worms I, II a n a u. 1\VA Uhr, Sportplatz am Nebenbahnhof; Schild Frankfurt T—Schild Dortmund I, M% Uhr: Schild Frankfurt a. .M. Ii—Schild Dort mund II. 13 Uhr; beide Spiele: Frankfurt a. M., Sportplatz Buchrainweiher; Bar Kochba Mannheim I—Schild Heilbronn I, Mannheim, 1434 Uhr, B.K.-Sportplatz; Schild Stuttgart I—Schild Mannheim I, Stuttgart, IVA Uhr, Sportplatz Feuer bacher Tal; TC 03 Karlsruhe I—Hakoah Stuttgart I, Karlsruhe. WA Uhr. TC-Sportplatz. Handball: Schild Wiesbaden I—-Bar Kochba Frankfurt a. M. II, 15 Uhr; Schild Wiesbaden Frauen—Hakoah Frankfurt a. M.v Frauen, 14 Uhr, beide Spiele: Wiesbaden, Sportplatz Lahnstr.: Bar Kochba Frankfurt a. M. I—Schild Frankfurt "a. M. II, 15 Uhr; Bar Kochba Frankfurt, a. M. Frauen—Schild Frankfurt a. M. Frauen II. 14 Uhr, beide Spiele: Frankfurt a. M., Sportplatz Sondershausener Strasse: Schild Frankfurt Frauen I— Bar Kochba Offenbach Frauen, Frankfurt a. M., WA Uhr, Sportplatz Buchrainweiher; JJB Hanau Frauen—ISV Offenbach Frauen. Hanau. 15 Uhr. Sportplatz am Nebenbahnhof; Schild Stuttgart Frauen—Schild Mannheim Frauen, 1214 Uhr; Schild Stuttgart I—Schild Mannheim I, 13K Uhr, beide Spiele: Stuttgart, Feuerbacher Tal. Rheinland-Westfalen Handball: Für die Jüdische Winterhilfe: Schild Aachen Düren/ITVQ2 Köln fcomb.-Schild M-Gladbach Schild Diisseldorf.'TUSIW * Krefeld korab.; Frauen: Landesverband West komb.— TUSPA Krefeld, Aachen, Schildplatz. Neue Leichtathletikgeräte für Jugendliche Allgemein beschäftigte man sich in diesen Tagen mit einer Gewichts- und Massänderung der leicJitathletischen Geräte für Jugendliche, nicht zuletzt, um den späteren Uebergang der Jungen in die Seniorenklasse, der infolge der dann weit höheren Anforderungen oft auch ein Nachlassen des Interesses zur Folge hatte, zu erleichtern. Es ist nunmehr beabsichtigt, zunächst das Gewicht der Jugend ku g e 1 vou 5 kg auf 6,25 kg heraufzusetzen und das Gewicht des Jugend d i s k u s von 1,5 kg auf 1,75 kg bei einem Durchmesser von 21 cm und einer Stärke von 41 mm zu erhöhen. Von einer Veränderung der Jugend bürden scheint man dagegen vorerst noch absehen zu wollen. Wir wissen zwar nicht, wie sich die jüdischen Sportverbände zu diesen neuen Bestimmungen stellen werden, glauben jedoch, dass allein schon aus Ersparnisgründen ihre Uebernahme unmöglich sein wird; denn selbst, wenn die grösseren Vereine in der Lage wären, die neuen Geräte anzuschaffen, könnte man sich vorstellen, dass kleinere Sportgruppen für diesen Zweck keine Mittel zur Verfügung haben und damit Vergleichsmöglichkeiten entfallen würden. _ Bei dem alljährlichen New-Vorker Wettgehen von City Hall nach Coney Island belegte Sidney Abramowitz den ersten Platz. Dritter wurde sein Bruder Alex, während der Jüngste der Familie, Max im Hintertreffen endete. Im übriger» hatte 1824 der älteste Bruder Harry Abramowitz in diesem Wettgehen schon einmal den Sieg davongetragen. Ernst Weiss, der österreichische Fliegengewichtsmeister, musste sich in Paris gegen den französischen Landesmeister Decico mit einem Unentschieden begnügen, obwohl er seinen Gegner, wie berichtet wird, in jeder Phase des Kampfes beherrschte. Das Publikum protestierte stürmisch. Wird es nützen? Wir berichteten über die unerfreulichen Zwischenfälle, die am 5. Dezember in Berlin zum vorzeitigen Abbruch des Endspiels um die diesjährige Makkabimeisterschaft im Fussball führten. Der Makkabi hatte, seinerzeit sofort eine Kommission eingesetzt, die den Auftrag hatte, die Schuldigen dieser Zwischenfälle zur Rechenschaft zu ziehen und sie strengstens zu bestrafen. Das Urteil ist indes ergangen: drei Frankfurter Bar Kochbaner und zwei Berliner Hakoahner, so hörten wir, wurden für etwa zwei Monate für den Spielbetrieb gesperrt. Man muss wohl sagen, dass das ein in bezug auf die Frankfurter Schuldigen geradezu unverständlich milder Spruch ist, der der Tragweite der disziplinarischen Vergehen, gleichgültig, welche mildernden Umstände mitgesprochen haben sollten, keineswegs gerecht wird. Wir wollen recht verstanden sein: wir fürchten lediglich die Rückwirkung dieser Milde auf die Disziplin der jüdischen Sportler überhaupt. Nur mit einem abschreckend strengen Urteil hätte man unsere „rauhbeinigsten" Spieler warnen und ein für allemal die Wiederholung derartiger Vorfälle unterbinden können. Das ist verabsäumt worden. M. F. Rechtsprechung im jüdischen Sport Die Schiedsgerichtsbarkeit des Reichsausschusses jüdischer Sportverbände scheint demnächst durch die Veröffentlichung der genauen Durchführungsbestimmungen eine feste Arbeitsgrundlage zu erhalten, die gleichzeitig ein weiterer Schritt zur Hebung der für den jüdischen Sport an sich selbstverständlichen Disziplin sein wird. Nach den Satzungen des Reichsausschusses, auf deren neueste Fassung wir an dieser Stelle vor einigen Wochen (C.-V.- Zeitung, Nr. 39 vom 30. September) grundsätzlich eingingen, ist bestimmt, dass der Reichsausschuss für alle sportlichen Streitfragen oberste Berufungsinstanz ist, und zwar sowohl für Berufungen gegen Urteile der Spielausschussc, ah auch für Bestrafungen auf Grund von Verstössen gegen die Rckhsausschussbesiimmungcn. Es gibt also im Bereich des jüdischen Sports zwei mit schiedsrichterlichen Funktionen ausgestattete Gremien: das Ständige Schiedsgericht, das auf Antrag bei Verstössen gegen die Reichsausschussbestimmungen, straft, und"der Reichsausschuss selbst als Berufungsinstanz bei Einsprüchen gegen Bestrafungen aus sportlichen Gründen seitens der Spielausschüsse. Wir behalten uns vor, nach Bekanntgabe der Durchführungsbestimmungen im einzelnen auf den gesamten Fragenkomplex näher einzugehen._ In, Budapest fand am 26. Dezember ein Eislauf- Meeting statt. Im Schnelläufen über 500 m siegte W i n d t n e r in 46,4 Sekunden überlegen. In Kaunas fanden die litauischen Boxmeisterschaften statt. J o 1 k (Kowno) und S e g a I (Memel) konnten ihre Kämpfe gewinnen und wurden Staats- Tagung der Betriebsleiter der landwirtschaftlichen Aushildimgsslätten Am 5. Dezember 1937 fand auf Gut Winkel eine Tagung der Leiter der landwirtschaftlichen Ausbildungsstätten statt, die von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Berufsausbildung und Berufsumschichtung, veranlasst worden war. Die Tagung, die von Dr. Lubinski geleitet wurde, begann mit einem Referat von Dipl.-Land\virt Martin Gereon, dem Leiter von Gut Winkel, der die Fragen der landwirtschaftlichen und gärtnerischen Ausbildung im Auftrage der Reichsvertretung bearbeitet. Dem Referat lagen ausführliche Lehrpläne für die praktische und theoretische Ausbildung in der Gärtnerei und der Landwirtschaft zugrunde, die Dipl.-Landwirt Gerson gemeinsam mit den auf diesem Gebiet erfahrenen Leitern von Ausbildungsbetrieben ausgearbeitet hatte. Die Tagung war die erste Zusammenkunft der auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Ausbildung tätigen Personen. Sie half, eine Fülle von Fragen zu klären und einer einheitlichen Regelung zuzuführen, die für die Arbeit von Bedeutung sind. So wurde insbesondere ein Mindestmass von praktischem und theoretischem Können festgelegt, das jeder Auszubildende am Schlüsse seiner Ausbildung nachweisen muss. Der Frage der Lehrmittel wurde besondere Aufmerksamkeit zugewandt. Es ist in Aussicht genommen, dass die neu in die Ausbildung Kommenden zu dauerndem Besitz die notwendigste Literatur erhalten sollen. Dem Erfahrungsaustausch in den Betrieben soll eiu etwa monatlich erscheinendes Informationsrundschreiben dienen, das den Leitern der Ausbildungsstellen zugehen soll. Es wurden weiterhin Fragen der Verbilligucg des Einkaufs und der gemeinsamen Wirtschaftsführung sowie die mit dem Etat für 1938 zusammenhängenden Fragen besprochen. Die vorgelegten Lebrpläne sind zur endgültigen Revidierung einer Kommission übergeben worden, die aus den Herren Gereon, Moch und Perlstein besteht, und die zur Erörterung der Fragen der weiblichen Berufsausbildung iu der Landwirtschaft und dem Gartenbau sachverständige Frauen hinzuziehen soll.

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