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Central-Verein-Zeitung · 1937-12-30 · 52 (30.12.1937) · p. Seite 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
52 (30.12.1937)
Date
1937-12-30
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. £2 3. Beiblatt Palästina-Umschau der C.-V.-Zeitirag Seite 11 30.Dezember 1937 Tage schwerer Kämpfe Zu einer umfangreichen Kampfaktion zwischen englischen Truppen und arabischen Freischärlern kam es in der vergangenen Woche in der Nähe von Tiberias. Trotz strömenden Regens dauerte das Gefecht in dem auf englischer Seite Maschinengewehre und Flugzeuge eingesetzt wurden, mehrere Tage lang. Die Verfolgung der Araber wurde im gesamten Gebiet des Norddistrikts durchgeführt. Die Grenze zwischen Palästina und Syrien wurde bedeutend ver- . stärkt, um den Grenzübertritt der fliehenden Araber zu verhindern. Der normale Verkehr in diesen Gegenden ist fast vollkommen unterbunden. Ueber 30 Araber sind geialleu, zwei Engländer wurden verwundet. Ein Leutnant des Barder Regiments und ein Soldat starben an erhaltenen Verletzungen. Im Laufe der Verfolgungen sind die Araber in die Gegend von Nazaret abgedrängt worden, wo sie von den englischen Truppen umzingelt worden sind. Da der offenbar von Syrien her beabsichtigte Grenzübertritt arabischer Hilfstruppen durch die Abriegeiung der Grenze unmöglich geworden ist, kann mit der Gefangennahme der Araber gerechnet werden. Auch sonst ist die Woche im ganzen Lande wieder unruhig genug verlaufen. J. F. W e i t z. Aufschrei Werner Less zum Gedächtnis Herr, muss deine heiTge Stätte Immer neu mit Blut sich färben? Herr, wofür ist dieses Sterben, Herr, wann endet diese Kette? Herr, wie willst du von uns fordern, Dass wr sinnlos uns verschwenden? Wann ivird dieses Grauen enden, Herr, wann endet dieses Morden? . Jerusalem, den 20. Dezember 1937 Rolf RadUuer i";m«»;!mfimnnHnffimmminmwi;tr.om?wnmi!UM^ «in Beamte? der Forstabteilimg de» Jüdischen Nationalfonds. wurde bei einer Besichtigung des King-George-Waldes in der Nähe von Nazaret erschossen. Der 29jährige Äron Globerson. de? oei der Beschiessung des Autobusses In der Xähe von Haifa am 13. Dezember verbindet worden, war. ist seinen Verletzungen erlegen. Bei einem weiteren Angriff auf einen Autohus in der Nähe von Jerusalem wurde der 26jährige Josef ben Isaak Simon so schwer verwundet, dass er gleichfalls wenige Tage später starb.- Zwei Angestellte der Jerusalemer Chewra Kadischa. JehudaMinz und sein Sohn EI i j a h u werden auf dem Weg zum Friedhof auf dem Oelberg beschossen. Der Vater wurde leicht, der Sohn schwer verwundet Eli Jahn M i n i ist inzwischen an der* Verletzungen gestorben. Im Zusammenhang mit der Tat wurden zwei Araber verhaftet. Einer von ihnen hatte an der gleichen Stelle vor zwei Tagen M e n a c h e m b e n Rubi verwundet Die Leiche des in Bet Cbittin erschossenen Hilfspolizisten Schlomo ben Nun ist bei Sedjera aufgefunden worden. . Auch in der Nähe des Dorfes A i 1 i t wurde ein Autobus beschossen. Ein jüdischer Hilfspolizist, der den Autobus begleitete, erwiderte das Feuer. Die Polizeistationen in Hebron und in Tulkerem wmrden von , Arabern angegriffen, ebenso das Haus des Mufti von Hebron, der den Behörden versprochen hatte, die Bevölkerung von weiteren Sabotageakten abzuhalten. Bei Hebron wurde ein Weinberg zerstört. Genau in der gleichen Weise, wie das hier wiederholt dargestellt wurde, verbindet sich der Terror gegen Juden und Engländer auch mit einem Fortgang des innerarabischen Terrors. Die gemässigten arabischen Gruppen, die die Aufstandsbewegung niederzuhalten bestrebt sind, sind, wie schon aus dem Anschlag auf den Mufti von Hebron hervorgeht, ihres Lebens nicht sicher. Die bedauerliche Folge davon ist, dass nach einem bisher unverbürgten öerücbt, die Nashashibi-Gruppe gedroht, hat, auch ihrerseits zu einer terroristischen Haltung überzugehen, falls die Angriffe auf sie nicht aufhören würden. Die Stadtverwaltung von Jaffa sah sieb genötigt, eine Zivilgarde von 150 Mann zu gründen als Schutz gegen die Terroristenorganisation der „Schwarzen Hand". Die Kosten?werden von der Stadtverwaltung gemeinsam mit den Einwohnern getragen. Das traurige Ergebnis dieser inneren Zerwürfnisse ist die folgende Liste: Das Dorf Akraba bei Nablus wurde von einer arabischen Bande überfallen, w^obei der arabiscbeNotabelTalabAbuMushaw seinen Tod fand. Sieben bewaffnete Araber drangen in das Gasthaus in Kasla bei Jerusalem ein und verwundeten den Besitzer. Auch das Dorf T a y i b a in der Nähe von Tulkerem wurde von bewaffneten Arabern überfallen. Sie nahmen vier dort stationierte Hilfspolizisten gefangen und töteten einen vod ihnen, den Sohn eines gleichfalls vor drei Monaten von Arabern ermordeten Arabers. In einem Dorf bei Hebron wurde ein arabischer Polizist von einer Terroristenbande getötet In Haifa wurde ein arabischer Polizeiinspektor erschossen. Das Erstaunliche und Bedenkliche an der neuen arabischen Terrorwelie ist, dass sie im Zeichen eines strengeren englischen Regiments vor sich gebt als jede frühere. Die Mandatsregierung ist im allgemeinen ohne viel Zögern mit den notwendigen polizeilichen und militärischen Massnahmen zur Stelle und schreckt vor der Verhängung schwerer Strafen, wie wir sie bereits mehrfach registriert haben, nicht zurück. Im Zusammenhang mit dem Gefecht bei T i b e - r i a s wurden in den nördlichen Bergen und Dörfern 60 Araber verhaftet, unter denen sich u. a. ein ehemaliges. Mitglied des Obersten Mohammedanischen Rates und ein Korrespondent der arabischen Zeitung „AI Isla ra i a" befanden. In einer Anzahl von Dörfern wurden ständige Militärposten errichtet. Auch in dem arabischen Viertel von Haifa, wo vor einigen Tagen ein arabischer Scheich ermordet worden ist, wurde strafweise ein Polizeiposten stationiert In Nablus wurden mehrere Häuser gesprengt, deren Besitzer im Verdacht standen, mit arabischen Terroristen in Verbindung zu stehen. Schwere Kolleklivstrafen erhielten die Stadt Hebron und das Dorf Tayiba. An diesem Ort wurde ferner ein Polizeiposten von 25 Mann auf Kosten der Bevölkerung eingerichtet. Als Antwort auf die Verhängung "dieser bisher höchsten Strafe Verliese die 'Bevölkerung das Dorf und zog auf Lastwagen nach Jaffa und Tulkerem. Im Zusammenhang mit dem Mord an Werner Less. von dem in der vorigen Nummer hier berichtet wurde, sind drei Araber verhaftet worden. Ein Araber, der eine Waffe sowie Munition bei sich trug, wurde in der Nähe von Akko von Militär erschossen- Auch die Militärgerichte sahen sich in der vergangenen Woche wiederum zur Vprbängung einer Reihe von Todesstrafen genötigt. Bei einer Sitzung in Nablus wurde ein Araber wegen illegalen Waffenbesitzes zum Tode verurteilt drei weitere zu lebenslänglichem Gefängnis und einer zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren. Da* Jaffaer Krimmalgericht verurteilte vier Araber wegen Ermordung eines Arabers bei einem Strassenüberfall, der am 26. Juli in der Nähe von Ramie erfolgt war, zum Tode. Vor dem Untersuchungsrichter in Jerusalem hatte sich diesmal - auch ein Jude, J e d i d i a Lok, wegen angeblicher Erschiessung von zwei Arabern am 14. November in Jerusalem verantworten- Auf die Erklärung des Richters, das« er nicht in der' Lage sei, die Behauptungen des arabischen Staatsanwalts sowie die Aussagen arabischer Zeugen auf ihren Wahrheitsgehalt, zu. prüfen, wurde der Angeklagte dem Krimin.algericht zur Aburteilung überwiesen. lebenden arabischen Führern in Beirut eingetroffene ehemalige Aussenminister des Irak, Nuri Pascha es Said, hat nach Meldungen der arabischen Presse vom Mufti den Auftrag bekommen, mit der britischen Regierung Verhandlungen aufzunehmen und zwischen den arabischen Führern und der. britischen Regierung zu vermitteln. Nuri Pascha soll in diesen. Verhandlungen darauf dringen, dass die Engländer von einer Durchführung des Teilungsplanes Abstand nehmen und im übrigen den arabischen Forderungen entgegenkommen. Nuri Pascha ist inzwischen in Alexandrien eingetroffen und hat dort mit Arabern aus Aegypten, Syrien, Palästina und dem Irak Besprechungen über eine Lösung des Palästina- Konflikts abgehalten. Dabei ist der Gedanke aufgetaucht, der panarabischen Bewegung einen neuen Auftrieb zu geben und sie in gewisse organisatorische Formeu zu bringen. Eine „Panarabische Partei" soll gegründet werden; sie soll Gruppen in allen arabischen Ländern haben und insbesondere ihre Wirksamkeit in der Politik des gesamten Vorderen Orients zugunsten der Araber Palästinas entfalten. die letzten Vorgänge verständlicherweise aufs tiefste erregten Bevölkerung als die Stimme des Politikers zum Ausdruck kommen. Jedenfalls glauben wir, dass der gegenwärtige Zeitpunkt eo ungeeignet wie möglich ist, die Absichten verständigungsbereiter Kreise, — seien es nun Engländer. Teilungsgegner .oder Nicht-Zionisten, — Gebrauchte Koffer D SETZE > Berlin C2, Hoher Steinweg 15 5! 1788 durch eine tendenziöse Darstellung ihrer Verhandlungsziele herabzusetzen oder sogar zu verdächtigen. Das energische Festhalten an der eigenen Zielsetzung ist in einer so undurchsichtigen Situation, wie der gegenwärtigen gewiss gulzubeissen: es braucht aber keineswegs mit einer kämpferischen Haltung gegen die Menschen verbunden zu werden, die noch immer hoffen, auf der Basis einer Verständigung jeden möglichen Ausweg zu erleichtern und für die Dauer zu sichern. Ben Gurion dementiert.. * Anlässlich einer Pressekonferenz in Jerusalem nahm der Präsident der Exekutive der Jewish Agency. David Ben Gurion, erneut Veranlassung, die Gerüchte über Friedensverbandlungen zwischen der Jewish Agency und den Arabern entschieden in Abrede zu stellen. Er betonte, dass gewisse Besprechungen über die Lösung des jüdischen Problems in Aegypten. Paris und London lediglich von Engländern und Nicbtzionisten aufgenommen worden seien. Ferner haben die Gegner eines kleinen jüdischen Staates und die Gegner jeden jüdischen Staates, welchen Umfang, er auch immer haben würde, sich zu einer Fühlungnahme zusammengefunden. Die Jewish Agency jedoch habe sich an allen derartigen Verhandlungen nicht beteiligt, da diese offenbar darauf hinausliefen, die Juden daran zu bindern, in Palästina eine Mehrheit zu werden, und sie als eine dauernde Minderheit in eineni Ghetto inmitten einer arabischen Welt festzulegen. Die Jewish Agency, so erklärt Ben Gurion weiter, sehe ihre Aufgabe im Gegensatz dazu darin, für die. jüdischen Rerbte unter dem Mandat zu kämpfen, die weitere Wirksamkeit, eines politischen Einw-anderungsmaximums zu unterbinden, und konkrete Vorschläge für die Errichtung eines jüdischen Staates in einem Teil des Landes auszuarbeiten, die dem nächsten Zionistenkongress vorgelegt werden können. Es scheint, als ob in dem etwas aufgeregten Dement? Ben Gurions mehr die Gefühle der durch Die neue Königliche Kommission Im Gegensatz zu einer kürzlich abgegebenen Erklärung" des Kolonienministers Ormsby-Gore, wonach im Augenblick an eine Entsendung der neuen Palästinakommission noch nicht gedacht werden könne, teilte der Minister in der Unterhaussitzung vom 22. Dezember mit. dass er in Kürze näheres über den Charakter und die Aufgaben der neuen Kommission bekanntgeben zu können hoffe. Es wurde in bezug auf die Entsendung der Kommission nunmehr keine vermeidbare Verzögerung mehr eintreten. In der Zwischenzeit bereite die Palästinaregierung das notwendige Material vor. In seinen weiteren Feststellungen über die Lage in Palästina legte er besonderen Nachdruck darauf, dass der arabische Aufstand von Arabern ausserhalb Palästinas unterstützt und organisiert werde, und betonte im übrigen, dass energische Massnahmen zur Unterdrückung der Ueberfälle ergriffen worden seien. Die libanesischen Behörden haben in Beirut eine geheime Waffen- und Munitionsfabrik aufgedeckt, die, wie die weiteren Untersuchungen ergaben, die arabischen Aufständischen Palästinas mit WTaffen und Munition versorgten. Der Besitzer der Fabrik konnte bisher noch nicht ermittelt werden. \ Die im Libanon lebenden arabischen Führer haben einen Aufruf an die Araber Palästinas beschlossen. Sie rufen darin zum Boykott der Königlichen Kommission auf. der nicht mehr aufgegeben werden soll, bis die deportierten und ausgewiesenen arabischen Führer wieder zurückkehren dürfen. * Wie der Londoner „Evening Staudard" erfahren haben will, machen sich innerhalb des Kabinetts immer stärker werdende Strömungen geltend, die auf eine Aufgabe des Teilungsplanes überhaupt hinauslaufen. Angeblich halten nur noch der Kolonienminister Ormsby-Gore und der Aussenminister Eden an dem Plan der Peel-Kommission fest. Die übrigen Mitglieder des Kabinetts dagegen seien bereit, in Anbetracht der zu befürchtenden weiteren Schwierigkeiten, die sich aus ihm ergeben würden, darauf zu verzichten. Das Blatt deutet weiter an. dass der Rückzug der Regierung wahrscheinlich in der Weise vorgenommen werden wird, dass die neue nach Palästina zu entsendende Kommission durch weitgehende Vollmachten in die Lage versetzt werden wird, auch grundsätzlich neue Vorschläge zu machen. * Der in de? vergangenen Woche zu Verhandlungen mit dem Mufti und die anderen im Exil Kleine politische Nachrichten Auf Beschluss der Palästinaregierung werden für Jerusalem und Umgebung 650 weitere jüdische Hilfspolizisten ausgehoben werden. *~ Für den Norddistrikt, wurden zwei neue jüdische Distr'ktsbeamte ernannt. * Generalmajor Wavell besuchte in Begleitung des Leiters , des Politischen Departments der Jewish Agency. Mosche Shertok. die jüdischen Siedhingen Afikim, Kinneret und Degania. * Die arabische Tageszeitung ..Feiestin" ist für zwei Wochen verboten worden. * Die Regierung genehmigte eine neue Staatsanleihe in Höhe von 175 000 Pfund für die Tel- Aviver Stadtverwaltung. Sie soll für Kanalisafion, Strassen- und Wohnungsbau Verwendung finden. •¥■ Der englische Rundfunk wird Anfang Januar seine geplanten fremdsprachigen Sendungen mit einer Sendung in arabischer Sprache eröffnen. Unter den. ersten Sprechern werden sich u, a. der Kronprinz von Temen befinden, der ägyptische Botschafter in London und die 'Londoner Gesandten Saudi-Arabiens und des Irak. Der High - Commissioner, Sir Arthur Wauchope, bat die Entlassung von 25 Arabern und 9 Juden aus dem Konzentrationslager veranlasst Die Orangensaison — eine Hoffnung des Landes Von ynjefeffi * - Palästina-Berichterstatter Tel-Aviv, Ende Dezember. Mehr als je in den letzten Jahren knüpften sich die Hoffnungen des schaffenden Palästina an die Ergebnisse der Citrus - Ausfuhrsaison. Diese Hoffnung ist nicht nur im jüdischen Wirtschaftssektor lebendig. Vielmehr erwartet, auch da«, arabische Jaffa eine gewisse Wiederbelebung durch eine normal verlaufende Citrussaison. Diese Stadt, einstmals das alleinige Handels- und Sebiffahrtszentrum, war schon vor den LTnruben von dem ersten auf den vierten Platz der wirtschaftlichen Rangliste zurückgefallen. Aber damals war es nur von den anderen Städten überflügelt worden. Tel-Aviv, Haifa und Jerusalem waren durch das jüdische Aufbauwerk stärker befruchtet, aber auch Jaffa wuchs, wenngleich langsamer als seine Rivalinnen. Seitdem aber ist in Handel und Industrie, Verkehr und Baugewerbe ein absoluter Rückgang eingetreten, der hier weit schärfere Formen annahm, als die blosse Konjunkturabsebw-ächung in den anderen Städten. Und wenn damals auch der Streik noch kurz vor Beginn der Citrussaison abgeblasen wurde, so konnte dies den Niedergang nicht aufhalten und die selbstverschuldeten Verluste an Einkommen und Vertrauen nicht wieder gutmachen. Die Citrussaison 1936/37 war für das ganze Land eine Enttäuschung. Die Saison 1937/38 hat jedenfalls einen besseren Start. Schon bis Mitte Dezember wraren 2V» Millionen Kisten verschifft, das sind annähernd 800 000 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das November - Wetter mit seinem gesunden Wechsel von Regen und Sonnenschein hat nicht nur das Reifen der Früchte beschleunigt, sondern auch die Qualität günstig beeinflusst und die Erntearbeiten, den Katif, gut vonstatten gehen lassen- Nur an einigen Stellen waren In6ektenschäden zu verzeichnen, und ein kleines Areal der Küstenebene wurde von einem schlimmen Hagelschlag betroffen. Der weitere Fortgang des Katif sowie die Entwicklung der noch am Baum befindlichen Früchte wird freilig von dem Wetter der koro- Früchte wird freilich von dem Wetter der komimmer noch Ueberraschungen nach beiden Richtungen möglich. Die bisherige Entwicklung bat jedenfalls dazu geführt, dass die Ernteschätzung um etwa zehn Prozent auf elf Millionen Kisten erhöht wurde. Auch dieser Zuwachs gegenüber dem Vorjahr ist an sich überraschend gering, da inzwischen weitere Orangen Pflanzungen, die in den letzten Jahren angelegt wurden, zur Exportreife herangewachsen sind. Aber aui der anderen Seite hat der finanzielle und stimmungsmässige Druck, unter dem sich viele Pflanzer infolge der schlachten vorjährigen Saison befanden, dazu geführt, dass stellenweise die Bearbeitung weniger intensiv vorgenommen, hier und da sogar völlig unterlassen wurde. Gemildert wurde diese Schrumpfung durch den erweiterten Betriebskredit, den ein Teil der Banken diesmal zur Verfügung stellte, Unter Mitwirkung der Jewish Agency und der Anglo Palestine Bank wurden sogar zwei besondere Schweiss-Apparaf e „Jupiter" «ueti inn» Löten und für »ental-Arbetten »r. Ernst Moritz A Co., Berlin W 30, Schwäbische Str. 11 Kreditaktionen durchgeführt, eine, zur Schaffung von flüssigen Mitteln für die Lohnzahlungen während des Katifs, eine andere zur Konvertierung drückender Schulden., die in früheren Jahren zu ungünstigen Bedingungen aufgenommen worden waren. Gerade dadurch sind zweifellos manche Betriebe vor dem Erliegen gerettet worden, wenn auch der Umfang dieser Aktion noch keineswegs ausreicht. Schliesslich konnte ein erheblicher Teil der Pflanzer in den vorangegangenen guten Jahren Reserven ansammeln, die jetzt zur Finanzierung der Erntearbeiten herangezogen wmrden. Zeigt somit die Erntemenge eine gewisse Steigerungstendenz, so ist bei den bisher zum Export angelieferten Sendungen auch die Qualität besser als im Vorjahr. Nicht zuletztdarauf wird es auch zurückgeführt, dass die bisher aui den europäischen Märkten verkauften Sendungen fast ausnahmslos bessere' Preise erzielt haben als im Vorjahr, in dem nicht nur die ungünstige Konkurrenzlage am europäischen Markt, sondern auch die unbefriedigende Verfassung, in der ein grosser Teil der palästinensischen Orangen und Grapefruits ankamen, die Verschleuderung ganzer Schiffsladungen, zum Teil sogar ihre völlige Vernichtung notwendig machten. Man nimmt diesmal sogar an, dass die günstigen Reifebedingungen, unter denen die Orangen bisher gestanden haben, die Frucht auch gegen Wetterschäden, die im Laufe des Winters noch eintreten könnten, widerstandsfähiger gemacht haben. Jedenfalls bleibt das Wetter nicht nur, wie die bitteren Erfahrungen der letzten Saison gezeigt haben, für den weiteren Fortgang der Ernte wichtig, sondern auch für die technischen Möglichkeiten der Verschiffung. Wenn auch diesmal wieder mehr als die Hälfte aller Verschiffungen über Haifa geht so bleiben doch für den Süden des- Landes mit seinen aus-

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