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Central-Verein-Zeitung · 1937-12-16 · 50 (16.12.1937) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
50 (16.12.1937)
Date
1937-12-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seife '4 C.-V.-Zeifung Nr. 50 * 16. Dezember 1937 Artikel von Reinhold Herz, Lehrer Sigmund Marx und Bezirksrabbiner Dr. Ernst Steckelmacher veröffentlicht sind. Die feierliche Gedenkstunde in der Synagoge ■war von musikalischen Darbietungen umrahmt, in die sich Organist Felix Hildesheimer, Kantor Benno Grünb-erg und der Synagogen- Chor unter Leitung von Oberlehrer a. D. Leo Waldbott teilten. Nach Ansprachen des Vorsitzenden des Speyerer Synagogenrats, Albert ^imiierLudwigSteinmetz V <^ Nürnberger Str. 56 (neben Woolworth) & M ü h 1 h a u s e r, von Kommerzienrat Joseph und des Vorsitzenden des Rabbinatsbezirks, Ludwig Strauss, hielt Rabbiner Dr. Steckelm acher die Festpredigt. Die Feier wurde mit einer Ansprache von Lehrer Marx und synagogaler Musik von Karl Haas (früher Speyer), ausgeführt von Mitgliedern des Kulturbundorchesters Mannheim unter Leitung von Werner Seligmann (Orgel: Alfred Kahn), beschlossen. * In D e t m o 1 d fand die Abschiedsfeier für den nach 24jähriger Tätigkeit aus seinen Aemtern scheidenden Prediger Moritz Rülf statt, der zum 1. Januar einer Berufung als Direktor des Israelitischen Kinderheims nach Köln folgen ■wird. An der Feier nahmen das Präsidium des Landesverbandes und zahlreiche Vertreter der Lippeschen Synagogen£remeinden sowie der Nachbargemeinden teil. Der Preussische Landes- - verband jüdischer Gemeinden ehrte den hochverdienten Prediger durch Verleihung: der Abrabanel-Gedenkmünze. Ansprachen hielten der Vorsitzende des Verbandsausschusses, Moritz Herzberg, Detmold, der Vorsitzende der "Malerarbeiten / David Friedmann BerlJn W 15, Paderborner Str. 9. 97 25 65. Synagogengemeinde Detmold, Eduard Kaüders, Fabrikant Albert Eichinann (Detmold), Walter Sondermann-Horn, Fritz Herzberg und Direktor Rosenblatt (Ahlen). Augsburg In der Israelitischen Kulturgemeinde fanden Neuwahlen zum Gemeindevorstand und zur Repräsentantenversammlung statt. Erster Gemeindevorsitzender wurde wiederum Justizrat Dr. Eugen Strauss, sein Vertreter Benno Arnold. Neugewählt wurden in die Verwaltung ein zionistischer Vertreter, in den Gemeindeausschuss zwei und in die Liste der Ersatzleute einer. mm. Koblenz Die Zahl der Gemeindemitglieder ist ständig im Rückgang begriffen: gegenüber einem Stand von 495 Seelen am 1. November 1935 sind jetzt nur noch etwa 390 Seelen zu zählen. Die Zahl der Geburten und Todesfälle gleicht sich ungefähr aus, der Zuzug aus den benachbarten kleinen Gemeinden ist nur gering, gross dagegen die ständige Auswanderung. Die finanziellen Verhältnisse der Gemeinde sind gesund. Gegenwärtig werden 20 Prozent der Einkommen- und 50 Prozent der Vermögensteuer erhoben. Das Gemeindeleben, seit der Berufung von Rabbiner Dr. Max V o g e 1 s t e i n neubelebt, ist ziemlich rege: Kulturbund. Gemeindeabende, Vorlesungen geben dem jüdischen Leben das Gepräge. >\ München Der Vorstand der Israelitischen Kultusstehst noch herum? Gleich verschwinde, oder ich werf dir eine Fussbank an den Kopl!" Die kräftige Sprache der alten Haushälterin reisst die jungen Leute ins Lachen, bis Dora begütigend dazwischenruft: „Aber, Bobbe. das ist doch nicht so schlimm und kostet nicht alle Welt, lass' nur sein", und zu dem rotwerdenden Bachur rrit einem Lächeln: „Wie heisst Ihr?" Der sagt seinen Namen und will rasch entschlüpfen, stellt sich ihm Eiraim Felber in den Weg und: „Scholem Alechem. Jossei, brauchst nicht zu entlaufen'*', und laut über die Köpfe aller ruft er mit Schalksaugen: „Wir laden Jossele ein, an unserer Tafel Platz zu nehmen." Wiederholt: „Jossei feiert mit uns, Freunde", und zieht eine Grimasse, welche den weinfrohen Gemütern anzeigt, dass er gegen den armen Burschen etwas im Schilde führe. Mit einem Schub drängt alles zurück in die Stuben, den verwirrten Bachur inmitten. Drinnen, nachdem der Stimmwirrwarr sich gelegt hatte, wird Jossei von Eiraim den Anwesenden vorgestellt: „Die Zierde unserer Stadt", sagt er, auf den verlegen lächelnden- Jungen weisend. „Ein Talmid Chochom, um den uns die Leute in Marmaros beneiden", reicht dem Bachur ermunternd die Hand und veranlasst seine Freunde, das gleiche zu tun. Dann führt er den Jeschiwaschüler an den Tisch der Mädchen, vor deren Kichern Jossele sich durch eine linkische Verbeugung zu retten versucht, aber von seinem boshaften Begleiter mit der Frage erschreckt, •warum er die jungen Damen verletze, indem er ihnen nicht die Hand reiche, muss der ahnungslose Jüngling sich' zu einer geraden Antwort zusammenreissen und erwidert, aus Frömmigkeit reiche er keinem Frauenwesen die Hand. „Auch nicht deiner eigenen?" ' Jossei sucht mit den Augen einen Spalt unter seinen Füssen, durch den er wegkriechen könnte, um nur nicht dem masslosen Efraim Rede zu stehen. Er achtet nicht auf das heimliche Geflüster und Aneinanderstossen der ihn umringenden Paare. Zögernd bekennt er: „Ich bin gemeinde erlässt eine Bekanntmachung, die die Einrichtung einer Kartei der ausgewanderten Gemeindeangehörigen untereinander und mit der Heimatgemeinde herzustellen. Alle Gemeindeangehörigen werden aufgefordert, zu einer lückenlosen Aufstellung der Kartei mitzuwirken. * Die vor kurzem in Betrieb genommenen Lehrwerkstätten des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden in München wurden mit einer schlichten Eröffnungsfeier vor Vertretern jüdischer Körperschaften und Organisationen vorgeführt. Die Schaffung dieser ^Ausbildungseinrichtung ist dem Zusammenwirken von Reichsvertretung, Bayernverband und einigen Spendern zu verdanken. Die Schlosserei "hat 70 Arbeitsplätze; sie wird durch eine Schmiede Jüdisches Leben Berlin Vom 20. Dezember W3T bis zum 3. Januar 1938 finden im Jüdischen Lehrhaus keinerlei Arbeitsgemeinschaften, Sprach- oder * Intensiv-Kurse statt. Am 4. Januar beginnen n-eue Anfängerkurse in Englisch und Spanisch und hei genügender Teilnehmerzahl auch Kurse für deutsche und englische Stenographie. Am gleichen Tag beginnt auch ein neuer Intensiv- Kursus für Englisch (Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr) für die Dauer von vier Monaten und zum Preis von 30 RM. Auskünfte und Anmeldungen im Sekretariat, W50. Marburger Strasse 5, III (Montag bis Donnerstag 10—13 und 16—IS Uhr). Hannover Dass die Leitung des Jüdischen Lehrhauses Louise Heynemann-Salfeld zu einem Vortrag über ..Simson, den Gottgeweihten" verpflichtete, war ehrende Anerkennung von berufener Seite. Am ersten Abend brachte die Rednerin eine umfassende religionsgeschichtliche Untersuchung des biblischen Stoffes im Sinne der lalmudischen Ueberlieferung. der heilsgeschichtlichen Auslegung, der mythologischen Deutung sowie der bibelwissenschaftlichen und -kritischen Forschungen. Aus dem Widerstreit der so vielfach voneinander abweichenden Meinungen trat — von der Rednerin klar enthüllt — die^Gestalt des Helden in der Wahrhaftigkeit der biblischen Erzählung plastisch hervor. ' Die Gottnähe dieses Sinnenmenschen und seine Volksverbundenheit wurden in der religiös-überzeugenden, immer vom Wort der Bibel ausgehenden Darstellung besonders stark betont. Die Fortsetzung an einem zweiten Abend ergab eine feinsinnige Analyse der Wesensart "Simsons und Delilas und den Versuch, das Liebesproblem in diesem biblischen Kapitel zu klären. Hierbei diente der Vortragenden ein reich zusammengestelltes Material von Werken aus der Kunst und Literatur aller Zeiten. Die geistvollen, mit grosser innerer Teilnahme zum Ausdruck gebrachten Folgerungen der Rednerin gipfelten in der Feststellung, dass Simson die Säulen des Dagon-Tempels stürzte, nicht nur um die persönlich erlebte Schmach an den Philistern zu rächen, sondern um sein Volk zu warnen und Israel zu bewahren vor der Gefahr des Skiavendienstes, dem er selbst — in der Vergottung Delilas — fast verfallen war. O. B. Hildesheim Im Rahmen einer Kulturfabrt des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden sprach am 5. Dezember in der Synagoge George G o e t z (Berlin) über das Thema „D asinteressanteste Jahrhundert". In gesebichtsnoch unverheiratet", und begegnet mit Herzklopfen den munteren Blicken der Mädchen. (Wird fortgesetzt.) „Seelische Winterhilfe" für Alt und Jung Im Rahmen der „Seelischen Winterhilfe" fand im Grossen Saal des Musikervereinsbauses in Berlin eine Aufführung des „Grossen Bilderbogens" statt. Alle diejenigen waren dazu eingeladen, die selbst nicht dazu in der Lage sind, sich irgend eine Erholung oder Ablenkung von den immer schwerer lastenden Sorgen des Alltags zu verschaffen. Der Andrang, der bereits beim Eintritt den Ankommenden überraschte und der bis auf den letzten Platz gefüllte Saal bewiesen, welch grosses Bedürfnis für Veranstaltungen dieser Art vorhanden ist. Schon, darum bedeutet diese Einrichtung eine unentbehrlich gewordene Hilfeleistung, weil sie für das-Grübeln am Tag, für die Sorge der Nacht Pausen schafft, allzu kurz für die, die kaum noch eine kleine Hoffnung, ein ungehemmtes Lachen aufbringen können. So bunt wie der Bilderbogen war auch das Publikum, zu dem er sprach. Setzt sich doch die grosse Reihe der Betreuten aus allen Schichten der Bildung und des Wissens zusammen, aus Menschen, deren Gesamterlebnis in zahllose Einzelschicksale zerfällt, die jeden für sich auf eine Insel setzen. So dauert es ein Weilchen, bis sich ein so verschiedenartiges Publikum zusammenfindet, um nicht nur mit dem Ohr, sondern auch mit dem Herzen zuzuhören. Dann aber steigen sie alle in das „Jüdische Schiff", das Sabbatschiff, dem die umbrandenden Wogen des Alltags nichts mehr anhaben können. Es fiel auf, -wie sehr die Jugend unter den Zuschauern fehlte. Sie ist anderweitig beschäftigt und gebunden; denn das Leben 6elbst ist ihr mm Grossen Bilderbogen geworden. Dennoch war diese Jugend fühlbar. Man spürte, während die alleren und ajten Menschen, aus denen sich das Publikum vorwiegend zusammensetzte, mit und eine Autogenschweisserei ergänzt. Die Tischlerei ist für 30 Jungen berechnet. Obersten desgerichtsrat i. R. Dr. Alfred Neumeyer dankte vor allem Dr. Otto Weiler, der sich mit besonderer Intensität für die Schaffung der Lehrwerkstätten eingesetzt hat, Dr.-Ing. Erich Kahn, der seine Erfahrungen zur Verfügung stellte, dem Architekten Leberecht und dem Leiter der Lehrwerkstätten, Dipl.-Ing. Werner R o s en t h a 1. mm. * Der Israelitische Unterstützungs-Verein E. V. Worms gibt seinem neuesten Jahresbericht eine besonders repräsentative Form. Der Darstellung, die im wesentlichen aus den Gedenktafeln des Vereins besteht, sind gute Photos der bekannten jüdischen Kultstätten in Worms eingefügt Lö. philosophischer Schau behandelte der Redner den Zeitabschnitt der jüdischen Geschichte, der von dem fundamentalen Ereignis des Wiederauffindens des 5. Buches Moses unter König Josia und der Rückkehr der Juden unter Cyrue nach Palästina umgrenzt ist. Die Zuhörer standen im Banne der von innerem Erleben des Vortragenden erfüllten Ausführungen, die den Abend, der von Gesang und Orgelsoli von Erna J a c o b y und Kapellmeister Vogel, beide aus Berlin, umrahmt war, zu einem Erlebnis nachhaltigster Wirkung gestalteten. Dr. L. Am 12. Dezember sprach Gemeinderabbiner Dr. Heinrich Lemle in Frankfurt a. Main in einer Religiösen Weihestunde über seine Reiseeindrücke ' aus Palästina. Die Veranstaltung wurde durch religiöse Gesänge von Oberkantor Naumow Fleisch mann, der eigene Vertonungen zu Gehör brachte, umrahmt. Im Rahmen eines vom Jüdischen Frauenbund in Berlin gegebenen Teeabends vor geladenen Gästen berichtete Dr. Eva Reichmann-Jungmann über ihre Palästinareise, deren Verlauf in der C.-V.-Zeitung bereits ausführlich geschildert worden ist. Bei aller Betonung des Fragmentari-. sehen, das einem solchen Vortrag zwangsläufig anhaftet, erhielten die Zuhörer doch ein plastisches Bild von palästinensischer Wirklichkeit: von der Eigenart des Landes, von den verschiedenen Menschen typen und vor allem vom Stand der wichtigsten Lebensgebiete. Die Bedeutung der Arbeit der Frau in Haus und Beruf und der jüdischen Frauenarbeit als Organisationsaufgabe fanden besondere Würdigung. Dr. Eva Reichmann, erfüllt von dem Erlebnis dieses Landes, betrachtete Palästina als ein positives jüdisches Faktum im ganzen, wenn sie auch die Problematik in mancher grossen Einzelfrage keineswegs verschwieg. Der lebendige Vortrag fand regstes Interesse. E. G. L. Das Jüdisch-Theologische Seminar in Breslau hat verfügt, dass die Hörer, die nicht mehr sechs Semester an der Universität studieren können, _drei wissenschaftliche Arbeiten nach Art von 'Seminararbeiten aus verschiedenen, nicht nur aus theologischen Fächern, anzufertigen haben. Diese Arbeiten müssen spätestens ein Jahr vor Zulassung zu der Abschlussprüfung vorgelegt sein. Von der Bewertung dieser Arbeit hängt die Zulassung zu der Abschlussprüfung ab. Diese Verfügung entspricht der Tatsache, dass die rabbinischen Lehranstalten nunmehr die Verantwortung für die allgemein-wissenschaftliche Durchbildung ihrer Hörer tragen. Das Breslauer Seminar hat schon seit einigen Semestern allgewachsendem Interesse den Darbietungen der Künstler folgte, dass mit ihrer jugendlichen Kraft und Zuversicht auch die Gedanken an die oft fernen Kinder wach wurden und stärker. „Das habt ihr gut gemacht", rief ein alter Herr am Schluss, beglückt über ein paar so sorglose und frohe Stunden, und dieser ehrliche Zuruf war der schönste Dank für alle, die an der Gestaltung dieser Abende teilhatten. Aber auch an die Kleinen denkt die Winterhilfe; sie erschienen in allen Altersstufen am Nachmittag als Gäste der seelischen Winterhilfe. Viele waren noch nie in einem „Theater" gewesen, und nun sassen sie voller Erwartung, oft eng umschlungen nebeneinander, wann, wie und ob überhaupt der Vorhang hochgehen würde. In der Galerie hatte man die Mütter untergebracht, die von oben ihre Kleinen beobachten konnten, wie sie lachten und wie sie schwatzten, dass es oft kein Ende nehmen wollte. Sie sassen da, mit Kennermiene die einen, mit Traumaugen die andern, immer in Furcht, es könnte bald zu Ende sein. Am Schluss gab es dann Bonbons. Viele, die es vom vorigen Jahr wussten, freuten sich mehr darauf, als über die lustigen Sprünge des Kasperle. Aber dann war es einmal ganz wirklich aus! Dann sah man diese kleinen und oft sehr blassen Kinder wieder auf der Strasse, und die Lichter schimmerten nicht mehr rot und grün, wie hinter den Kulissenhäusern. Es fiel ihnen nicht leicht, sich wieder hineinzufinden in die Welt der Wirklichkeit — und doch, sie müssen es ausgiebiger lernen, als alle anderen Kinder! M. S. Die Pfundsammler kommen Haltet die Pfundspende bereit! Sorgt dafür, dass die ehrenamtlichen Sammler und Sammlerinnen der Jüdischen Winterhilfe nicht vergebens kommen. Haussammler gesucht Die Jüdische Winterhilfe ist Sache der gesamten jüdischen Gemeinschaft in Berlin. Sie ist ein Opferwerk, das nur dann zu vollem Gelingen gebracht werden kann, wenn sich alle in seinen Dienst' stellen. Diejenigen Damen und Herren, die bereit sind, insbesondere für die westlichen Bezirke nuram 2 6. D ez e m b e r als Haussammler sich zur Verfügung zu Wann und wo finden Sie Rat? Mitteldeutschland Erfurt 22. Dezember. 16—19 Uhr, Non< nenrain 6Sa, bei Dr. B&umgart. Pommern Kenstettin ieder. Miitwochnachmittag bei Rechtsanwalt Ludwig Ehrentrud. Friedrichsir. 21 (Tel. 676). mein-wissenschaftliche Vorlesungen und Uebungen eingerichtet. _ Der ,.Ewige Jude". In Verbindung mit der Ausstellung „Der ewige Jude" veranstaltet gegenwärtig das „Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands" an der Universität München eine Vortragsreibe führender Wissenschafter über die Judenfrage. Den ersten Vortrag hielt der Präsident des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschland, Professor Walter Frank, über das Thema „Dreyfus, der ewige Jude". Als zweiter sprach der Geschäftsfühfende Leiter der Forschungsabteilung ..Judenfrage" des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschland, Dr. Wilhelm Grau, über „Das Haus Rothschild", als dritter Professor Max W u n d t (Tübingen) über das Thema „Die Juden in der deutschen Philosophie". Aus den Familien Frau R. K a h n (Freiburg i. Br.) feiert am 4. Dezember ihren 75. Geburtstag. — Fräulein Pauline Selig (Bernburg) wurde am 9. Dezember Sü Jahre alt. — Sanitätsrax Dr. C. S. Engel (Berlin W15) feiert am 17. Dezember seinen 75. Geburtstag. — Fräulein Ernestine Joel (Berlin) begeht am 19.Dezember ihren S0.s Geburtstag. — Frau Henriette B 1 u m e n h e i m (Berlin-Charlottenburg) begeht am 19. Dezember ihren 75. Geburtstag. — Oscar Mend e i (Braunschweig) vollendet am 19. Dezember sein 70. Lebensjahr. — Joseph Müller (Hann.-Münden) feiert am 19. Dezember seinen 75. Geburtstag. — Frau Laura Frank (Augsburg) wird am 20. Dezember 75 Jahre alt. — Frau Hanna Meyer geb. Mühlendorf (früher Berlin-Wilmersdorf, jetzt San Francisco) vollendet am 20. Dezember ihr'75. Lebensjahr. — Frau Regina. Rothschild (früher Alsfeld jetzt Berlin-Charlottenburg) feiert am 20. Dezember ihren SU. Geburtstag. — Simon Valentin (Georgewitz bei Löbau) begeht am 20. Dezember seinen 75. Geburtstag. — Sally P o 111 i tzer (früher Briesen jetzt Berlin-Schmargendorf) wird am 21. Dezember 80 Jahre alt. — Lehrer und Kantor i. R. Levi Bacharach (Eschwege), der 39 Jahre'als Vorbeter und Schauchet gewirkt hat und dem Vorstand der Ortsgruppe Eschwege des C.-V. angehörte, vollendet am 24. Dezember "sein 70. Lebensjahr. — Oberregierimgsrat i. R, Siegfried W e i s s m a n n (Karlsruhe), Vorsteher der Gemeinde und Mitglied des Oberrates der Israeliten Badens, feiert mit seiner Gattin das Fest der silbernen Hochzeit. — Sally Löwenberg und Frau Alice geb. Mayer (Lieder-Ingelheim) begehen am 22. Dezember das Fest der silbernen Hochzeit. Am 7. Dezember wurde der Leiter des Vorsteher* amtes der Israeliten im Bezirk Hanau und Vorsitzende der Israel i tischen Gemeinde Hanau, Leopold B r u c h f e 1 d, 70 Jahre alt. Leopold Bruchfeld, der zu den Freunden des Jüdischen Central-Vereins gehört, hat im Laufe seiner jahrzehntelangen Tätigkeit mit besonderer Umsicht und Güte die ihm nach dem Kurhessischen Judenrecht obliegenden Verpflichtungen im Interesse der jüdischen Bevölkerung seines Bezirkes ausgeübt. Wir wünschen dem Jubilar noch weitere Jahre reger Schaffenskraft,- die gerad-e in seinem Bezirk nicht entbehrt werden kann. Die Zeichenschule Herbert Cohn (Berko) veranstaltete in den Gesamträumen des Brüdervereinsharses, Berlin, einen Gesellschaftsabend. Die Wände der Säle waren mit aparten Figurinen dekoriert. Eine kleine Ausstellung in den Wandelgängen gab Gelegenheit, sich von der fleissigen Arbeit der Herko-Schule auf modischem, reklamelechnischem und kunsthandwerklichem Gebiet zu übeizeugen. stellen, werden gebeten, sich telephonisch oder schriftlich zu melden bei der Abteilung Haussammlung, C 2. Roscnstrasse 2 bis 4, Zimmer 23, Telephon 416711 (Apparat 50). Aus der wissenschaftlichen Welt In Prag begeht am 16. Dezember Professor Dr. Samuel Steinherz seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar ist einer der hervorragendsten Repräsentanten deutscher und jüdischer Geschichtsforschung in der Tschechoslowakei. 1922 war Steinherz Rektor an der deutschen Universität in Prag, noch heute ist er Vorsitzender der Gesellschaft für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei; er gehört zu den Mitwirkenden an der im Philo- Verlag, Berlin, erscheinenden „Historischen Zeitschrift für die Geschichte.der Juden in Deutschland". Am 30. November starb in D a n z i g der Psychiater und Neurologe Dr. Semi Meyer. Nach mehrjähriger Assistentenzeit bei Professor Flechsig in Leipzig, leitete er von 1S99 bis 1914 das Nervensanatorium Danzig- Westerplatte. Er erprobte die subcutane Methylenblau-Injektion als Mittel zur Darstellung der Elemente des Zentralnervensystems und führte so die Wissenschaft zu neuen Erkenntnissen über die Funktion der Protoplasmafortsetzung der Nervenzellen und die Verbindungsweise der Neuronen. Von seinen zahlreichen Arbeiten seien die folgenden genannt: „Struktur, Vorkommen und Entstehung der Sandkörper", „Ueber den Schmerz" (1906) und „Entwicklung der Sinnesorgane und der Empfindungen'1 (1920). Auch auf philosophischem Gebiet ging Semi Meyer eigene Wege. 1913 erschien „Probleme der Entwicklung des Geistes". 1918 .,Zukunft der Menschheit", 1925 „Geistige Wirklichkeit". In seinem Nachlass fanden sieb sechs druckfertige philosophische Manuskripte. Sie und seine umfangreiche Bibliothek sollen der Jerusalemer Bibliothek zugeführt werden. * In New-York verstarb im Alter von nur 54 Jahren der aus Gorky in Russland stammende Sprachforscher Jacob Zeitlin, Anglist an der Universität Illinois. — jüdischer Geist

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