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Central-Verein-Zeitung · 1937-12-16 · 50 (16.12.1937) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
50 (16.12.1937)
Date
1937-12-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 C.-V.-Zeifung Nr. 50 * 16. Dezember 1937 zugleich auch für eine seelische Komplizierung, wenn man die Forderung erhebt, die Wanderungsbewegung der Juden aus Deutschland müsse ausschliesslich in einem natioialjüdischen Sinne betrieben werden, „der verbürgt, — so war es kürzlich zu lesen — dass alle diese Menschen, die in ferne Länder ziehen, der jüdischen Volksubstanz nicht verlorengehen und sieh dort nur der Aufgabe widmen, die im Interesse des ganzen jüdischen Volkes steht: dem Aufbau Erez Israels. Unsere Einstellung zur Ueberseewanderung kann naturgemäss nur die sein, dass es sich bei all diesen Bestrebungen nur um Vorstufen für eine endgültige Rückkehr dieser Volkssplitter in ihre Heimat Erez Israel handeln kann." Diese Forderung klingt programmatisch sehr gut. Sie zeugt aber ebenso sehr von mangelnder Einsicht in die tatsächlichen ^ttdwislSiiilo.ri,^ -vL v*:«A-;*t,.t. -aes» *Ai.-^ir +.4 .--/j~r--.:-..*'?»Vi M^s^^^r^W' und rechtlichen Verhältnisse der Einwanderungsländer wie in den inneren Zustand der Menschen, die auswandern. Wie soll man beispielsweise von den südamerikanischen Ländern, die als Hauptforderung die Eingliederung in die Staatsnation erstreben, verlangen, dass sie gern Juden als Einwanderer aufnehmen, wenn diese von vorn- 'herein erklären, eigne Gruppe innerhalb des Staatsvolkes sein zu wollen; und wie soll man von einem Einwanderungslande die nötige Bereitschaft zu wirtschaftlicher Hilfe für die neu zu gründenden Existenzen verlangen, wenn der Staat das Empfinden haben muß, daß diese von ihm geförderten Juden nur darauf warten, bei nächster Gelegenheit wieder das Land zu verlassen? Niemand bezweifelt, dass Palästina auch im Denken und in der Haltung nach Uebersee wandernder Juden einen bedeutenden Platz einzunehmen hat, aber von Siedlern in Argentinien, von Handwerkern in Bolivien und Kolumbien, die von hier aus dorthin gegangen sind, um. mühsam für sich und ihre Kinder eine neue Existenz aufzubauen, zu verlangen, dass sie es nur im Hinblick auf Erez Israel tun, das allein beweist schon die Notwendigkeit,, Menschen, die solche Gedanken vertreten, in enge und belehrende Berührung mit der realen Wanderungspolitik zu bringen. Aber Veröffentlichungen wie die zitierte, legen dem Wranderungsausschuss auch die Ver- Max Müller SÄ Berlin C i Uhren, Juwelen, Gold-u.Süberwaren Münxsfra8e13 pflichtung auf, zu verhindern, dass sich aus der Propagierung solcher Forderungen Erschwerungen für die Einwanderung von Juden aus Deutschland in andere Länder ergeben. Kein Jude soll dem Judentum verloren gehen. Dafür ist hier und drüben entsprechend Vorsorge zu treffen. Aber die Forderungen, die man an die Menschen stellt, dürfen nicht über ihre seelische Kraft und nicht über die wirtschaftliche Vernunft hinausgehen. Wir haben von den Menschen, die den Weg in neue Länder nehmen, die Vorstellung, dass sie nicht hinausgehen, um zu wandern, sondern um anzukommen, dass sie nicht Wartehallen für Palästinadampfer in Rio und Buenos Aires, und wie die Häfen der Welt alle heissen, beziehen wollen, sondern dass sie dort WTurzel' schlagen und ein menschlich und jüdisch erfülltes Leben aufbauen sollen, in dem alles das, worauf jüdische Kraft und jüdische Beharrung beruht, ihren Platz und ihre Pflege hat. §9 Innerjüdische Haltung Ein Vortrag von Hans Fritz Abraham Aus der Tätigkeit der Aguda Bei der Flüchtlingskonferenz, die am 13. Dezember in Amsterdam unter Vorsitz des Völkerbundskommissars stattfand, war die Agudas Jisroel durch Dr. Maximilian Landau und Harry Goodman vertreten. Das Präsidium der Agudas Jisroel hat eine Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses der Aguda zu einer Tagung in Basel vom 26. bis 2S. Dezember berufen. Im Mittelpunkt der Tagung stehen Palästina-Angelegenheiten, ferner Auswanderungsfragen nach ausserpalästinensischen Ländern und Belh-Jakob-Angelegenheiten. In Wien tagte zwei Tage lang eine grosse Keren-Hajischuw-.Konferenz, die beschloss, in nächster Zeit in allen Ländern die Arbeitskomitees für den Keren Hajischuw zu erweitern und eine lebhafte Propagandatätigkeit zu entfalten. Vor einem Kreis Berliner Freunde des Jüdischen Centrai-Vereins sprach Dr. Hans Fritz Abraham über „I n n e r j ü d i s c h e Haltung". Nachdem er kurz die Notwendigkeit gestreift hatte, gerade in einer Zeit wirtschaftlicher Erschütterung nicht ausschliesslich bei der Erörterung materieller Fragen stehen zu bleiben, sondern die ideelle Zielsetzung niemals aus dem Auge zu verlieren, ging Dr. Abraham zur Erörterung des Themas selbst über. Er behandelte zunächst die Wege der Wiedergewinnung des dem jüdischen Leben entfremdeten Menschen für die jüdische Religiosität. Diese Aufgabe sei zwar nicht neu, aber man sei ihr oft mit unzureichenden Mitteln begegnet. Falsch sei es beispielsweise gewesen, die Wiedergewinnungsversuche gegen eine vermeintliche Front des Materialismus .zu richten. In Wirklichkeit seien gerade die Menschen, die sich von der jüdischen Gemeinschaft abgekehrt hätten, häufig durchaus Idealisten gewesen, sie hätten aber künstlerische, wissenschaftliche und soziale Ideale des jüdischen vorgezogen. Es sei notwendig, diese Menschen auf dem eigensten Gebiete ihres Widerstandes aufzusuchen. Ihr Widerstand erwachse vornehmlich aus ihrem Intellekt, der einer gläubigen Haltung im Wege stehe. Nun sei gewiss die Intelligenz eine ausserordentlich wichtige Kraftquelle für den Einzelnen, die Gemeinschaft aber sei anderer Kraft- und Erkenntnisquellen bedürftig, Briefmarken - Fritz Lewln Berlin W 35, Lützowstrasse 91 A. siebedürfe vorallem der Religiosität. Diesen Gedankengang auch dem intellektuellen Skeptiker klar zu machen, sei durchaus möglich, und gerade an* dieser Stelle müsse der Ansatzpunkt zu seiner Wiedergewinnung gesucht werden. Er werde einsehen, dass er die Gemeinschaftsreligion bejahen könne, ohne seine intellektuelle Gewissenhaftigkeit zu verraten. Gegenüber dem, Kritiker, der vielleicht einwenden werde, dass eine Gemeinschaftskraftquelle auch im Zionismus zu erblicken sei, sei darauf hinzuweisen, dass die religiöse Kraftquelle reiner und von der Zeit unabhängiger sei, dass sie allein Ewigkeitswert besitze. Dieser Gedankengang sei deshalb besonders - wichtig, weil durch ihn auch die Ju-. gend der Religion gewonnen werden könne,, in der die Gemeinschaftsbejahung sehr stark, die religiöse Aufnahmefähigkeit dagegen begrenzt sei. Auf dem ümweg über die Gemeinschaft werde man auch in ihr zum Individuum vordringen. Was das jüdische Gemeinschaftsethos anbelange, so sei seine Rechtfertigung nach zwei Fronten notwendig: einmal die Betonung seiner bleibenden universellen Bedeutung und die Zurückweisung des philosophischen Standpunktes, der in ihr eine kraftlose Herden- und Sklavenmoral habe sehen wollen. Unbezweifelt bleibe dabei die Bedeutung hervorragender Einzelpersönlichkeiten; zur Hervorbringung fruchtbringender Erschütterungen jedoch bedürfen diese grossen Männer der Gemeinschaft, die ihr Wirken aufnimmt und weiterträgt. Um allen diesen Anforderungen gerecht zu werden, zur religiösen Erneuerung einerseits, sowie zur Darstellung eines Gemeinschaftsethos andererseits, bedürfe die jüdische Gemeinschaft einer Neufundierung ihrer inneren Rechtsordnung. Die jüdische Rechtsordnung sei mit der Emanzipation verloren gegangen. Seitdem habe sich die Gemeinschaftsordnung nur noch auf Verwaltungsfragen bezogen. Es fehle ihr vor allem die Disziplinargewalt, über die sonst jede kleinste Gemeinschaft verfüge. Die gestaltende Kraft des Rechtes für eine Gemeinschaft sei jedoch so bedeutsam, dass sie nicht leicht überschätzt werden könne. Dabei sei auch die Frage verhältnismässig unwichtig, welche Idee dieser neuen Rechtsordnung zugrunde zu legen sei. Wichtig sei, dass zunächst einmal ein Anfang gemacht werde. Die innerjüdische Rechtsordnung werde in den verschiedenen Ländern notwendigerweise verschieden ausfallen müssen. Es werde Länder geben, in denen sie nur lose und andere, in denen sie gar nicht werde vorhanden sein können. Der erste Schritt zu ihrer Schaffung müsse in der Wahrung des inneren Friedens in der privaten Rechtssphäre der einzelnen Juden bestehen. Im Zeichen der wirtschaftlichen Not drohe die Rücksichtslosigkeit zu wachsen. Es sei notwendig, dass private Streitigkeiten vor privaten Schlichtern ausgetragen werden. Es sei zwar soeben bekannt geworden, dass die Gemeinde eine Schlichtungsstelle dieser Art ins Leben gerufen habe, aber gerade diese Tatsache mache es notwendig, auf die prinzipielle Bedeutung einer solchen Instanz nach einmal mit allem Nachdruck hinzuweisen, deren Struktur aus der Meldung am Schlüsse dieses Aufsatzes hervorgeht. Ein solcher Anfang würde verhängnisvoll sein, wenn man ihn nicht als einen für die gesamte jüdische Gemeinschaft in Deutschland bedeutsamen konstruktiven Schritt auffassen würde. Er müsse im Einvernehmen mit allen jüdischen Instanzen unternommen werden. Er bedürfe der Herstellung einer Vertrauensbasis im weitesten Umfange, die auch seine weitere Ausgestaltung beeinflussen müsse. Es sei notwendig, dass bei der jüdischen Gemeinde sofort eine erweiterte Kommission für das Schlichtungswesen eingerichtet werde. Besonders'wichtig sei die Frage der Besetzung. Es müsse immer davon ausgegangen werden, dass es sich bei der Gründung dieser Schlichtungsstelle nicht um eine gewöhnliche Verwaltungsmassnahme, sondern um einen gemeinschaftsbildenden und -unterbauenden Schritt höchster Bedeutung handelte, bei der die Frage der Bildung einer neuen Autorität innerhalb des Judentums in Deutschland auf dem Spiel stehe. Diese umfassende Konzeption schliesse nicht aus, dass der Weg zu ihrer Verwirklichung zunächst in der Errichtung einer reinen Gütestelle bestehen werde. Dem ausserordentlich anregenden Vortrag folgte eine rege Aussprache, die, teilweise in Unterstreichung, teilweise in Ablehnung der vorgebrachten Gedankengänge zur Vertiefung der von dem Vortragenden beleuchteten Einzelfragen beitrug. E. R.-J. * üeber die Errichtung einer Schlichtungsstelle bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin teilt der Vorstand der Jüdischen Gemeinde mit: Nachdem die behördliche Genehmigung erteilt worden ist, wird von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin eine Schlichtungsstelle eingerichtet, die ihre Tätigkeit am 1. Januar 1938 aufnehmen wird. Der Schlichtungsstelle werden schiedsrichterliche Funktionen nicht zustehen. Ihre Aufgabe wird es lediglich sein, Streitigkeiten zwischen Juden in Güte dadurch zu erledigen, dass den Parteien Gelegenheit zur Aussprache gegeben und auf eine vergleichsweise Erledigung hingewirkt wird. Wenn der Schlichtungsstelle eine vergleichsweise Beilegung nicht gelingt, dann muss es den Parteien überlassen bleiben, den Streifall auf andere Weise zur Erledigung zu bringen. Die Schlichter werden entsprechend der behördlichen Genehmigung lediglich dem vorhandenen Kreise derjenigen Mitarbeiter- , der Jüdischen Gemeinde entnommen, welche die Be- fähigung zum Richteramt erlangt haben. Es wird der Schilchtungsstelle vorbehalten, bleiben, in geeigneten Fällen erfahrene Gemeindemitglieder ah? Sachverständige hinzuzuziehen. Den Parteien wird empfohlen, sich im Verfahren vor der Schlichtungsstelle anwaltlich vertreten zu lassen. Weitere Bekanntmachungen folgen. Auslaedsnachrichten Frankreich Das „Committee für die Verteidigung der Rechte der Juden in Mittel- und Osteuropa" in Paris erlässt einen Aufruf zur Wahrung der Bürgerrechte der polnischen Juden. Der Appell ■ wurde von einer grossen Zahl französischer Zeitungen veröffentlicht. Er trägt die Unterschrift zahlreicher bekannter jüdischer und nichtjüdischer Persönlichkeiten Frankreichs, darunter finden sich: Henry Bergson; Luden Levy-Brühl; Leon Zadoc-Kahn; Paul Fauconnet, Professor an der Sorbonne; Asphalt ierimgen r5sIEä5 Pflasterungen, Bürgersteige, — Telephon: 924756. Senator Justin Godart: Professor Antonin Gösset; Jacques Hadamar; Edouard " Jordan, Professor an der Sorbonne; Charles Laubry; Rosny sen., Präsident der Academie Goncourt; General Vidal. Jemen Auf eine Anfrage im englischen Unterhaus erklärte Aussenminister Anthony Eden, dass ihm von einer judenfeindlichen und englandfeindlichen Agitation im Lande nichts bekannt sei: Er versprach, weitere Nachforschungen anzustellen. Holland A. Asscher, Mitinhaber der bekannten Diamantfirma Asscher und Vorsitzender der Amsterdamer jüdischen Gemeinde wurde zum Offizier der französischen Ehrenlegion ernannt. Mexiko In einer Eingabe des „Kommittees der Jüdischen Organisationen" wird Präsident Cardenas ersucht, gegen die judenfeindliche Agitation im Lande einzuschreiten. Oesterreich Die Wiener Jüdische Gemeinde veranstaltet eine grosse Enquete, an der sich Vertreter der wichtigsten jüdischen Wirtschaftsorganisationen beteiligen, um die Möglichkeit einer Umschichtung aus freien Berufen in solche der Landwirtschaft und des Handwerks zu prüfen. Das Ergebnis dieser Untersuchung soll der Regierung in einer Denkschrift überreicht werden. Polen Die Nachricht in der vorigen Nummer der C.-V.-Zeitung, wonach Aussenminister D e 1b o s bei seinem Besuch in Warschau das Madagaskarproblem lediglich im Hinblick auf die polnischen Kolonialwünsche und nicht unter dem besonderen Aspekt jüdischer Auswanderungsmöglichkeit erörtert habe, findet seine Bestätigung. Die Gerüchte, der ^polnische Aussenminister Beck habe Delbos gebeten, beim englischen Aussenminister Eden im Hinblick auf eine erleicherte Einwanderung polnischer Juden nach Palästina hinzuarbeiten, werden dementiert. Vielmehr betont auch die polnische Presse jetzt, dass sowohl die Möglichkeiten Palästinas als auch die Madagaskars, wo man ja vor allem an die Sesshaftmachung von in Frankreich lebenden polnischen Juden denkt, beschränkt seien. Es ist anzunehmen, dass auch in der polnischen Oeffentlichkeit langsam eine etwas realere Einstellung Platz greifen wird. Die jüdische Oeffentlichkeit hat die Diskussion um das Kolonialproblem zum Anlass genommen, um von neuem zu betonen, dass sie gegen jede zwangsweise Emigration sei und die Lösung des drängenden Problems für die Dauer nur bei einer Beruhigung der Verhältnisse in Polen selbst sehe. Von einer solchen Beruhigung ist im Augenblick noch nichts zu bemerken. Die von uns bereits erwähnte Boykottaktion hat am 8. Dezember in zahlreichen grösseren Städten in vollem Umfange eingesetzt, vor allem in Krakau. Die Behörden versichern zwar, dass d:ese Aktion von Seiten der Regierung nicht unterstützt werde, doch wurden die Demonstrationen selbst, die zu zahlreichen Zwischenfällen führten, nicht verhindert. — Der Verband der polnischen Aerzte für den Bezirk Wilna hat für seine Mitglieder den Arierparagraphen eingeführt. Der Hochschulkonflikt hält mit unverminderter Heftigkeit an. In Lemberg ist die Trennung durchgeführt. Da die jüdischen Studenten jedoch nach wie vor den Vorlesungen stehend folgen, versuchen die nationaldemokratischen Studenten die Juden überhaupt am Betreten der Hochschute zu verhindern, nachdem ihre Forderungen selbst durch eine Besetzung des Hochschulgebäudes erfüllt worden waren. An der Handelshochschule in Warschau kam es zu blutigen Auseinandersetzungen, bei denen mehrere Juden verwundet wurden. Michael W a w e 1 b e r g hat an das Kultusministerium inzwischen die notarielle Aufforderung gerichtet, die. Abmachungen des Jahres 1919 einzuhalten, da er sonst das "Ministerium verklagen werde. In Wilna sind die Gheftobänke eingeführt. Dort versuchten 300 Schüler einer Mittefschule durch Unterzeichnung einer Petition die gleiche Regelung auch für die jüdischen Schüler"zu erreichen. In- K r alt a u ist' die Lage noch ungeklärt. In Posen und in L u b Ii n ist die Frage von geringer Bedeutung, da es dort kaum jüdische Stu- denten gibt.. ' 16 nationaldemokratische Teilnehmer an den" antijüdischen Ausschreitungen in Bielskow (Bielitz) im Oktober dieses Jahres wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Das Warschauer Oberste Gericht bestätigte das Urteil auf lebenslängliches Zuchthaus gegen Jehuda Leib C h a s - kieliewicz, der wegen Ermordung des Sergeanten Bujak in Minsk" im Juni 1936 ursprünglich zum Tode verurteilt worden war. Der englische Politiker George Lansbury hat sich nach Polen begeben, wo er nach englischen Pressemeldungen auch das jüdische Problem studieren will. Die Wahlen zum Kongress der polnischen Juden sollen am 30. Januar durchgeführt, der Kongress zum 20. Februar einberufen werden. Rumänien Die „Union der rumänischen Juden" hat in Telegrammen an den Ministerpräsidenten Tatar es cu und an verschiedene andere Persönlichkeiten des politischen Lebens Einspruch gegen eine Anordnung des Professors Cassasowici. der Bukarester Technischen Hochschule erhoben, der die jüdischen Hörer aufforderte, besondere Bänke einzunehmen. Schweiz In Luzern starb der im Jahre 1860 geborene Senior der schweizerischen Kantoren Michael Hurwitz, der in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts auch ein--, Zeitlang in Deutschland, in Friesland, gewirkt hatte. Tschechoslowakei In einer Aussprache, die Ministerpräsident Milan H o d z a mit den jüdischen Abgeordneten Angelo G o 1 d s t e i n und Chajim K u g e 1 hatte, versicherte der Minister, dass die Wünsche der jüdischen Minderheiten, so vor allem die Verstaatlichung des hrbräischen Schulwerks in Karpathorussland in Kürze verwirklicht werden würde. Ungarn Ministerpräsident Daranyi hat den Streit zwischen dem Kultusminister Vallentin Hörn an und dem Abgeordneten Tibor Eckardt geschlichtet, so dass es zu der angekündigten Interpellation über die angebliche Duldung radikaler politischer Agitation in den Schulen, über die wir in der vorigen Nummer der C.-V.-Zeitung berichteten nicht kommen wird. Chefredakteur Di Alfred Hirschberg; stellvertretender Chefredakteur: Dr Margarete Edelheim Verantwortlich fi'lr den Sport: Dr Ernst G. Löwenthal; verantwortlich für die Aufnahm« von Bildern. Dr Margarete Edelheim: sämtlich in Berlin Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Freiumschlas beizufügen LeiteT der Anzeigen-Abteilung und verantwortlich fflr den Inhalt dei Anzeigen: Friedrich Nathan. Berlin DA Hl Vi. 37 179. PL 5 Verlas: Jüdischer Central Verein e V. Berlin W 15, Emser Str 42 Druck der Buch und Tiefdruck Gesellscraft mbH. Berlin SW 19 Mlmmfa@r~ Witsche In allen führenden Wäschegeschäften Damenwäschefabrik Rosa Klauher / München £B&m&@

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