Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 49 (9.12.1937)
- Date
- 1937-12-09
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 14 C-V.-Zejfung Nr. 49 * 9. Dezember 1937. ersten jüdischen Segelschiffes mit Hilfsmotor für den Küstenverkehr mit den Nachbarländern — das arabische, meist ausländische Segelschiff spielt in diesem Verkehr noch immer eine wichtige Rolle — all diese Dinge sind auf der Aktiv- seite der letzten Monate zu verbuchen. Auf der anderen Seite dagegen wäre zu erwähnen, der ■— wohl noch nicht endgültige — Entschluss der Reederei Atid, sich aus dem regelmässigen Küstenverkehr zwischen Palästina und seinen Nachbarländern zurückzuziehen, der Streit zwischen der Hafenverwaltung Tel-Aviv und den heimischen Bootswerften und schliesslich — der Abschied von der Tel-Aviv. Ebenso wie es bei dem Fiasko der Tel-Aviv war. macht auch die Verwaltung der Reederei ..Atid" zum Teil die Indolenz des jüdischen Publikums, zum Teil den psychologischen Eindruck, den. das Ende der Tel-Aviv ausgelöst habe, für manche ihrer Sorgen verantwortlich. Während der Palestine Maritime Lloyd im Verkehr mit Konstanza festen Fuss fassen "konnte, sah sich der „Atid" veranlasst, seine Schiffe «ms diesem Verkehr zurückzuziehen, weil ihre Quote in dem internationalen Reedereikartei!, das für diese Strecke besieht zu klein war. Weitere Schwierigkeiten entstanden durch die neue ägyptische Gesetzgebung, die darauf abzielt, kleinere Dampfer ausländischer Flaggen aus dem Küstenverkehr zwischen ägyptischen Häfen auszuschalten. Ausserdem bat auf dieser Strecke, nach einer kurzen Periode internationaler Verständigung, ein Ratenkampf eingesetzt, der in Anbetracht der erhöhten Brennstoffpreise Verluste zu bringen drohte. Dass es sich hierbei wirklich um Kampfpreise handelte, wird dadurch bewiesen, dass die beteiligten ägyptischen und griechischen Reedereien nach dem Ausfall des palästinensi- Wettbewerbers ihre Sätze um ein Drittel erhöht haben. Allerdings hat die Reederei „Atid" nur eine Umstellung vorgenommen. Sie beschäftigt ihre drei Dampfer auf verschiedenen Meeren in Transporten auf bestimmte Aufträge und scheint hiermit, in Anbetracht des allgemein höheren Bedarfs au Schiffsraum, gute Erfolge zu erzielen. Auch hat sie ihre Organisation ausgebaut und den Dienst verbessert. Geradliniger als die Entwicklung der jüdischen Schiffahrt, die immerhin noch einige« Lehrgeld zu zahlen hat — obwohl die jetzt vorhandene Flotte als einigermassen konsolidiert gelten kann —, entwickelt sich die jüdische Hafenarbeit. In Haifa hatte noch vor fünf Jahren die Zahl der jüdischen Hafenarbeiter etwa 100 bis 200 betragen. Gegenwärtig sind im Durchschnitt knapp 700 Juden in der seemännischen und sonstigen Hafenarbeit beschäftigt, ohne die kaufmännischen Angestellten und Transportarbeiter, die unmittelbar mit dem Hafendienst zusammenhängen. Im Höhepunkt der letzten Zitrus-Verschiifungssaison war die Zahl der jüdischen Hafenarbeiter sogar auf 1200 gestiegen, und auch die diesjährige Saison wird zur Einstellung zusätzlicher " Arbeitskräfte führen. Im Hafen von Tel-Aviv, dessen Warenumschlag sich jetzt auf einen Tagesdurchschnitt von etwa 500 Tonnen eingespielt hat, wird fieberhaft gearbeitet, um die nötigen 'Erweiterungen und Ergänzungen bis zuuT Beginn der grossen Zitrusverschifhingen fertigzustellen. Die Verwaltung hat allein vierzig neue Leichter bestellt, zum Teil bei ausländischen Werften, weil die heimischen die erforderliche Anzahl nicht schnell genug liefern konnten und weil auch die Qualität der Boote nicht immer den Ansprüchen der Hafenverwaltung entsprach. Diese Ansprüche sind hoch, denn der Hafenausschuss steht mit Recht auf dem Standpunkt, dass die jüdische Arbeit zur See sich nur durch Qualitätsleisrung durchsetzen kann und gerade die sorgfältige und pünktliche Arbeit in Tel- Aviv wird von den Interessenten gerühmt. Schiffahrt, Hafenarbeit, Fischerei und Werftindustrie sind für das jüdische Palästina noch ziemlich neue Gebiete; abgesehen vielleicht von den Juden aus Saloniki, die hier als Lehrmeister und als Pioniere des Vertrauens zur jüdischen Arbeit Grosses geleistet haben und über eine alte Tradition in diesem Beruf verfügen. Trotz mancher Rückschläge und Enttäuschungen ist das, was bisher geschaffen worden ist und grösstenteils auch beständig zu sein scheint, schon jetzt von wirtschaftlicher hoher Bedeutung. Man darf annehmen, dass durch die Arbeitw zur See in den letzten Jahren etwa 2000 neue jüdische Arbeitsplätze geschaffen worden sind. 12. Dezember Feiern überall Rückblick auf Chamikka Der Berichterstatter hat eine pläsierliche Woche hinter sich: Ii Einladungen, 16 Freikarten, 25mal Mo aus zur. LTnd weil ja Chanukka, ähnlich wie Purim, recht eigentlich ein Fest der Kinder ist, deshalb hatte er sich als Begleitperson für die vielen Veranstaltungen zunächst einmal ein Kind geliehen. Ein echtes, rechtes Kind, das sich weniger durch hervorragende Schulleistung auszeichnet, als durch eine leidenschaftliche Bereitschaft des Herzens, jedes Fest zu feiern,- das sich nur irgend bietet. Im Kindergarten von Anneliese K ä t z fing es an. Da gab es, für die ganz Kleinen, ein lustiges Kasperle-Theater. Auf klitzekleinen Kinderstühlchen sass das Parkett, und nur ein paar vereinzelte Muttis drückten sich an den Wänden herum. „Es ist doch aber vielleicht ganz gut, dass sie da sind", meinte Thomas, die Begleitperson, „denn manchmal fangen die Kinder an zu weinen." Und richtig, das taten sie auch. Als nämlich der Kasper in Bedrängnis geriet und beinahe um den Schatz gebracht worden wäre, den er für den König aufbewahren sollte. Aber dann endete, natürlich, alles gut, und tränenüberströmte Gesiehtchen wandelten sich in eitel Sonnenschein. Zu einer Veranstaltung ganz anderer Art hatte die Jüdische Private M u s i k h o c hschule'Hollaender eingeladen. Hier gab es eine kurze Chanukka-Feier mit anschliessenden Darbietungen der Schüler. Und weil gezeigt werden'sollte, mit welchem Ernst und Eifer an dieser Schule gearbeitet wird, deshalb wurden nicht nur Meister und Könner herausgestellt, sondern Kinder aller Stufen und Klassen. Man begegnete manch hübscher Begabung, hörte angenehme Stimmen. Und dann ging's in die Private Waldschule K a 1 i s k i, die ihr Domizil draussen in Dahlem hat, für diesen Abend aber in das Brüdervereinshaus gebeten hatte. Auch hier nahmen die musikalischen Darbietungen einen grossen Teil des Programms ein. Unter Erwin Jospes bewährter Stabführung wurde musiziert und gesungen, dass es eine Freude war. Und ausserdem wurde auch noch Theater gespielt. So hübsch tmd frisch, wie man nur spielen kann, wenn kein starres Textbuch vorliegt, sondern eine Reihe lustiger Einfälle revueartig über die Bühne zieht, und man sich, zur Belebung des Ganzen, ruhig mal knuffen oder die Zunge rausstecken kann. „Weisst du, man sieht direkt, wie es denen da oben Spass macht", flüsterte Thomas, und dann war er wieder ganz Ohr, weil er auf den hebräischen Text aufpassen mussie. Im Waisenhaus der Jüdisch e'n Gemeinde in Pankow begrüsste Herr Crohn, der Hausherr, die Gäste, die sich aus Angehörigen und Freunden des Hauses rekrutieren und die, o schöner Brauch, jeder Gaben und Päckchen mitgebracht hatten, den Kindern den Cbanukka-Tisch zu bereiten. Seit Wochen schon haben die Kinder unermüdlich geprobt und geübt und dieses Fest vorbereitet, das nun endlich, endlich steigen soll. Und was — und hier gestattet sich der Berichterstatter zu zitieren — „wäre ein Fest ohne Gäste!" Aus dem ..Künstlerzimmer" tönt Waldteufelgebrumm. Und dazwischen übt, ungewöhnlich bescheiden, der Kuckuck seinen Ruf. Aha, die Kindersinfonie! Weissbehoste Turner zeigen an, dass auch der Sport zu seinem Rechte kommen soll. Ueber Treppen und Flure huschen eilig phantastisch gekleidete Gestalten. Eine Kolonie von Moslem? Nein, nur Darsteller aus dem grossen Schau- und Prunkstück „Die Bekehrung eines Heidenpriesters". Leben, Leben überall. Und eine schier unerträgliche Spannung. Wird es klappen . . .? Es klappt. Selbst Dr. Dolittle, der Jüngsten einer unter den Künstlern, bleibt in seinem schwierigen englischen Text nicht stecken. Die Zuschauer geizen nicht mit wohlverdientem Beifall, Die Akteure strahlen. Wieder und wieder dürfen sie sich verneigen. „Ihr sollt in diesem Hause so glücklich sein, wie euere Jugend ein Anrecht darauf hat, glücklich zu sein", hat der Hausherr in seiner Ansprache vorhin gesagt. Jetzt sind sie es fraglos. Strahlend, restlos glücklich. „Es war sehr schön", sagt Thomas, und dann noch einmal, aus Herzensgrunde: „Wirklich, sehr schön!" V.C. -'•^^^ÖB DIE JUDISCHE fÖTIflTEBHlLEi Teenachmittag der Jüdischen WInterhilfe Im Berliner Brüderverein waren am Sonntag nachmittag runde und lange Tische schlicht mit Blumen gedeckt. Grosse und kleine Chanukkaleuchter wurden entzündet, Hausfrauen präsidierten an Tischen, um die sich ihre Freunde scharten und junge Mädchen schenkten Tee ein zugunsten der Jüdischen Winterhilfe. Dem Tee war auch die Conference gewidmet, die Jenny Bernstein (Schaffer) — nach einer kurzen Begrüßungsansprache von Direktor Heinrich Stahl"— mit Geist und Anmut machte. Sie plauderte vom Tee als kultischer Handlung in Japan und als kulturellem Mittelpunkt im Haus der Rahel und" amüsierte Hunderte anwesende Damen und Herren mit den spitzen Aphorismen von Jean Paul, Börne und Nestroy über Frauen und Liebe. Als Rezitatorin sprach sie kultiviert und eindrucksvoll Perez' „Chaaukkalampe". Als Comereneiere hatte sie Susanne Loewenstein anzukündigen, die Arien aus „Don Carlos" und ..Aida" herrlich sang, Ruth Cond eil und Nelly Hirsch, die uns tanzend spanisch und modern, seriös und burlesk kamen, und Ruth Lehnberg und Julius K u t h a n, die mit ihren Tanzduetten aus Kaiman- Postscheckkonto? Berlin 93 344 l!lliinillil!!liI!;i!IUI!limiUlllllUU!IIII]l1llinilll!l!II!tl!I!IIHnilIlilII!!Iiini!lllIlllIlll!!inn]!lllll sehen Operetten Beifallsstürme ernteten. Die künstlerische Leibung hatte Nicolai EJjaschoff, am Flügel begleitete Dr. Willy Aron. Das Damenkomitee der Künstlerhiife der Jüdischen Gemeinde hatte die Durchführung des Nachmittags übernommen.. Dr. M. E.' Zugunsten der Jüdischen Altershilfe Gross-Berlin e. V. findet am 16. Dezember, 2014 Ubr, im grossen Saal des Brüdervereinsbauses» Kurfürstenstr. 11-5/16, ein Teeabend mit künstlerischen Darbietungen statt. Mitwirkende: Max Ehrlich mit seinem Ensemble, Camilla Eisner-Spira, Paula S a 1 o - mon-Lindberg, Fritz Tachauer, Erna- K 1 o i n. Konzert des Wohlfahrtsbezirks Norden Zugunsten der Jüdischen Winterhilfe veranstaltet der Wohlfahrtsbezirk Norden des Jüdischen Wohlfshrtsarat am 12. Dezember, 20 Ubr, in der Synagoge Rykestr. 53 ein Konzert. Mitwirkende: Oberka.nt.or G o 11 a n i n , Wilhelm Guttmann, Gotfried Z e e 1 a n d ei\ das Orchester der Künstlerhilfe Dirigenten: Dr. Hermann S e h i 1 d b e r g e r, Werner Fabian. Ansprachen: Direktor Heinrich Stahl, Rabbinatskandidat K 1 a p p b o I z. Karten zum Preise von 0,50 und 1 RM in der Bezirksstelle Norden. Schönhauser xAHee 23—25, und bei den Pflegern des Bezirks erhältlich. Freude im Winter 11. Dezember, 20.15 Uhr, Synagoge Liiidenstrasse, Konzert unter Mitwirkung des Orchesters der Künstlerhiife unter Leitung von Werner Fabian, Erna Jakoby (Alt"). Max M a n s f e 1 d (Tenor), Heinz Fischer (Klavier), Werner Bukofzer (Rezitation), Manfred Segall (Orgel), Ansprachen: Rabbiner Dr. van der Zyl und Mas Gundersheim. Eintrittskarten unentgeltlich für' Betreute der Jüdischen Winterhilfe in den Bezirksstellen.: Thielsch-Ufer (früher Kottbusser Ufer 4S—50), Neukölln, Isarstr. 8, Synagoge. 13. und 14. Dezember, 20,15 Uhr, in der Aula der Knaben-Volksschule, Kaiserstr. 29/30, Bunte Abende. Künstlerische Leiruns: Nicolai Eljas c b o f f. 14. Dezember, 15.3r« Uhr, ebenda: K i n - dernaebmittag. — Eintrittskarten unentgeltlich für Betreute der Jüdischen Winterhilfe in den Bezirksstellen: Alexand-erstr. 53 und Frankfurter Alle 55 (Synagoge). Kieferniorst die weissen Häuser der aufrührerisch-jungen Stadt wieder gewinne, dann ist das alles nackt und körperlos zugleich, die Welt klafft auseinander im ungeheuerlichen Lichte, und der Boden wird einem auf sonderbare Weise unter den Füssen entzogen. Vergeblich suchst du gemässe Warme und Sinnlichkeit. Das asiatische Land ist unbarmherzig. Was man sich in fleissiger Arbeit Mühe kosten Hess, umgibt dich mit einer jähen Leere, wie es die Männer Bebildern, die im neu weltlichen Urwald die Natur hinter der rodenden Axt zusammenwuchera sehen. Die unvorstellbare Erinnerung aller Geschlechter verteidigt diesen asiatischen Boden; was heute gewonnen, wird morgen wieder vernachlässigt, und so wird denn das, was wir das Wirkliche nennen, von selbst zu einem träumerischen Gleichnis . . . Man schilt es schon eine Ewigkeit, dass die Juden die paar Jahrtausende unserer Zeitrechnung überdauert haben! Sie hiessen Mose und Salomo und Jeremias . . . hiessen Maimonides und Süskind von Trimberg, Spinoza und Mendelgohn, Heinrich Heine, Rothschild und Disraeli und Theodor Herzi, lebten auf eine undogmatische Weise ein rauhes und abenteuerliches Leben; denn sie kennen das freundliche Dasein nicht, das der mittelländische Europäer im Schutze seines Dogmas so verführerisch lebt. Erst jenseits aller Wirklichkeiten lässt sich gemeinsame Magie ihres Lebens erahnen. So ist es auch mit diesem Lande. Denn alles treibt auf seinem Wege zum Unabänderlichen hin, und niemand geht über diese Erde als ein Unverpflichteter. Palästina muss sein für ein jüdisches Volk nach seiner eigenen Gesetzlichkeit. Hier dürfen nicht Glaube und Volk gegeneinander ausgespielt, eins durch das andere paralysiert werden! Ihre urtiefen Bindungen sind von nackter bildloser Schönheit. Die jungeD jüdischen Menschen unter dem asiatischen Sternenhimmel sind weder Abenteurer noch Helden und Heilige, und jedes Programm wäre ein Mangel an Redlichkeit. Ihnen nur mit politischer Geschäftigkeit dienen zu wollen, hiesse ihnen ünjüdisches zumuten. Es bleibt ihnen nicht erspart, in einer übertreibenden Weise siefe am Europäischen gütlich zu tun — im Hellenismus der alten, im Maschinisrnus der neuen Zeit. Was tut's! Immer und immer wird in Asien ein neuer Quell sozialer Befruchtung ergraben. Sie waren die ewigen Juden und werden es bleiben, wie auch Geschichte tobt über Palästina — zwischen Ost und West. Felix Warburg Eiße Erinnerung Von Ephraim Cohn Reiss Als Jacob Schiff im Frühjahr 1908 Jerusalem besuchte, fragte er den Chacham Baschi Panisei nach der Zahl der Armen innerhalb der Gemeinde. 30 000, antwortete Panisei. Und wie gross ist die jüdische Bevölkerung? 30 000. — Der Chacham Baschi zählte die Reichen auf: Signor Valero, Misrachi und noch ein paar Dutzend von der bucharischen Kolonie. Schiff war über diese Auskunft entsetzt. Eine Gemeinde von lauter Armen! Er schlug vor, die 30 000 nach Amerika zu verpflanzen. Der Chacham Baschi brach in Tränen aus und sagte: Palästina zu verlassen gehört zu den strengsten Verboten. Schiff beruhigte ihn, er hätte es nicht so ernst gemeint, auch ihm fehle nicht die Pietät für das Heilige Land und er setzte seine Hoffnung auf die junge Generation, die, wie er mit Genugtuung feststellen könne, erzogen werde, auf eigenen Füssen zu stehen. Fortan sollte das Erziehungswerk und sein Ausbau den Schwerpunkt der Palästina-Arbeit des ebenso grosszügigen wie weisen Philanthropen bilden. . Der Chacham Baschi hatte doch nicht so ganz recht Es gab noch 20—30 Prozent, die in der einen oder anderen Weise vom Auslande, von Verwandten und Freunden ihre regelmässigen Bezüge hatten und sogar selbst noch geben konnten und auch gern gaben.. Ich persönlich konnte mich davon überzeugen, als im Oktober 1914 die ersten 50 000 Dollar von Jacob Schiff und.dem Jewish Committee eintrafen. Eine ansehnliche Anzahl von Leuten kam, nicht um Unterstützung zu erbitten, sondern um kleine Cheques. die sie aus Amerika erhalten hatten, einzulösen oder zu beleihen. Wie aber weitere Gelder und Nachrichten von Angehörigen eus Amerika erlangen*? Das war das grosse Problem, für dessen Lösung sich kein anderer als Felix Warburg einsetzte. Das Vermittlungsbüro blieb sein persönliches ..Ressort" ungeachtet seiner umfangreichen Arbeit als Schatzmeister und später als Präsident des „Joint*. Ich erhielt lange Listen mit Namen von Empfängern auszuzahlender Beträge, teils direkt von Felix Warburg, teils vom Hilfsverein in seinem Auftrage. Schon im Jahre 1915 war ich in der Lage. 240 000 Francs an 880 Familien in kleinen Beträgen auszuzahlen. In den Listen figurierten auch Empfänger aus Orten, in denen keine Juden wohnten, wie Bethlehem, Betjalla. Ramala, Nazaret. Alle segneten den Mann, der über dem grossen allgemeinen Problem auch die Sorge um den einzelnen nicht vergass und ihm wirksame Teilnahme zuwandte. steins darf man gerade auf diesem Gebiet auch für die Zukunft noch weitere wertvolle Arbeiten erwarten. IkdsMmsB m$k Ikimm ET5ch?.int wöchentlich ohne Gewähr. Fostschluss für Luftpostsendungen bei folgenden Postämtern: in Berlin SW 11; in Frankfurt;Main Bahnpostamt 19 oder Flughafen; München Po3tamt 2 (Flughafen); Köln Flughafen. Einwurf bei audpren Postämtern oder in anderen Orten bis zu 1 Ta£ früher. Abkürzuncen: B. A. Buenos"Aires; Cherb. =■ überbourg; H Hamburs; Le Havre; Liss. Lissabon- Ziffern in Klammern Postschlusszeiteii. Ab Seeweg nach Nordamerika An Terres d'Israel. Der Palästina-Pavillon auf der Internationalen Weltausstellung in Paris ist mit 28 Preisen ausgezeichnet worden. Er erhielt vier grosse Preise, vier Ebrendiplome, sieben Goldmedaillen, sieben Silbermedaillen und sechs Bronzemedaillen. Die Habima wurde durch ein Ehrendiplom ausgezeichnet. Am 4. Dezember beging in Berlin der Anglist Professor Philipp A ronstein die Feier seines 75. Geburtstages. Aronstein wurde in Helver (Westfalen) geboren; nach mehrjähriger Lehrtätigkeit in England ging er 1900 nach Myslowitz O.-S. und 1907 in den höheren Berliner öffentlichen Schuldienst, wo er bis zu seiner Pensionierung wirkte. Von seinen anglistischen Arbeilen wurden vor allem „Englische Stilistik" und „Methodik des neusprachlichen Unterrichts", sowie seine Sammlung „Selections from English Poetry" bekannt. Die letzten Jahre brachten eine verstärkte Beschäftigung mit jüdischen Dingen und der hebräischen Sprache und führten nach einer Palästinarcise zur Herausgabe mehrerer Lesehefte im Auftragt» der Reichsvertretung der Juden in Deutschland. Von der ungebrochenen Schaffenskraft Professor Aron Berlin Hamburg Bremen. Cherb. N.-York!>. 12. , „CbampIaiD" 11.12. (LH) 18. 12. IX. 12. 13.12.(1?) „Manhanan-4 14. 12. (H) 15.12. (LH) 22. 12. 15. 12. 35.12. (19) „Bremen" ' 16.12. 17.12. 22.12. 16. 12. 16.12. (19) „Normanöie" IS. 12. (LH) 23. 12. Luftweg: Bis auf weiteres keine Verbindung Seeweg nach Südamerika Berlin Frankf. Münch. Genua Liss. Rio B. A- 10. 12. (22) 11. 12. (14) U. 12. 27. 12. 31. 12. 16 12. (IS) 17. 12. (9) 18. 12. 30. 12. 2. 1. Luftweg: Zuschl. 150 RM für je 5 g (125 Brasil) Berlin Frankfurt Köln Rio B. A- 11. 12. (!>) 11. 12. (11) 11. 12. (14) Fr Lnftp. 14. 12. 15. 12. 15.12.(21) 15.12.(24) Dt. I.uftji. IS. 12. 19. Ii- Seeweg nach Südafrika Rwlin " Köln Southampton Kapstadt 15. 12. (14) 35. 12. (21) 17. 12. Luftweg: Zuschlag 35 Pf. für je 5 g Berlin München Brindisi 10. 12. (0) 10. 12. (18) \ 11. 12. (7) 11. 12. (10 r V6. 12. (9) 13. 12. (löi > fi 14. 12. (7) 14. 12. (10) / 16u- (,). 12. 12. (7) ( Laufzeit 8-9 Tage See- und Landweg nach Palästina Berlin München Haifa 10. 12. (16) 11 12. (9) via Belgrad—Istanbul 35. W. 11. 12. (14) 12. 12. (9) Schiff 14. 12. ab Piräws 3 7. 12. 12. 12. (34) 13 12. (9) via Belgrad-Istanbul 17. 32- 14. 12. (16) 15. 12. (9) Schiff 16, 12. ab" Brin.lipi 20. 12. 15. 12. (16) 16. |2. (0) via Belgrad-Istanbul 21. 12. Luftweg: Zuschlag 10 Pf. für je 5 g; mmd 15 Pf' Berlin München Athen Brindisi \ - 9 12. (22) 9. 12. (24) 10. 12. (12) , 11.12.(7) 11.12.(10)12.12.(13) V ^ufzcif 12. 12. (7) 12. 12. (10) II. 12. (13) ( ca. SVs Tage 14. 12. (7) 14. 12. (10 15. 12. (13) 16.12.(7). 16.12.(10) 17.12. (IS) . > f