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Central-Verein-Zeitung · 1937-12-09 · 49 (9.12.1937) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
49 (9.12.1937)
Date
1937-12-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 49* 1. Beiblatt CYZejhing 9. Dezember 1937 * Seite 3. Auslandsnachrichten China Die jüdische Gemeinde in S c iLa n g h a i ehrte im Verlauf einer grossen Chanukka-Feier drei junge Juden, die während eines Bombardements unter Lebensgefahr im Feuer der chinesischen und japanischen Geschütze neun Torarollen aus der zusammengeschossenen Ward- "Synagoge gerettet hatten. Rabbiner Ä s c h k en a s i überreichte jedem von ihnen ein Ehrendiplom. Frankreich Der französische Kolonialminister Moutet empfing in. Paris den polnischen Major Lepe'cki und zwei weitere Sachverständige, die an der Spitze der polnischen Madagaskarkommiseion gestanden haben, zu einer Aussprache über den von ihnen ausgearbeiteten Kommissionsbericht. Holland In allen Synagogen des Landes. wurde aus Anlass des Autounialls des Prinzen Bernhard ein Gebet für seine Genesung gesprochen. In besonders feierlicher Form geschah dies am Tage des Unfalls während des Chanukkagottesdienstes in der portugiesischen Synagoge in Amsterdam. Die ..Contactkommission" der Ajnste r - damer jüdischen Gemeinde veranstaltete am letzten Cbanukkatag ein Kinderfest,, an dem etwa 400 Kinder aus den. Kreisen der eingewanderten deutschen Juden teilnahmen. Oesterreich Die Ausstellung des Gewerbebundes „Christen, kauft nur bei Christen", wurde von Vizebürgermeister Dr. Kresse in Wien durch eine Ansprache eröffnet, in der sich die Gedankengänge wiederholten, welche in der Nummer 47 der C.-V.-Zeitung vom 25. November bereits wiedergegeben wurden. In der Leo-Gesellschaft sprach in Anwesenheit des Kardinal-Erzbischofs Dr. I n - n i t z e r, des derzeitgen Rektors der Universität Professor Späth, sowie zahlreicher Professoren und Geistlicher, der Inhaber des Lehrstuhls für das Alte Testament an der katholischtheologischen Fakultät, Professor Dr. Johann Gabriel nach Rückkehr von einer Palästinareise über die religiöse und politische Lage des Landes. Er betonte unter anderem, dass das Schicksal Palästinas auch eine Angelegenheit der 500 Millionen Christen in der Welt sei, und dass man auch sie befragen müsse, ob eine Teilung des Landes vorgenommen werden solle. Die Badeue.r S e h 1 a r a f f i a bat den Ärierparagraphen eingeführt. Neun jüdische und zwei^christliche Mitglieder traten daraufhin aus und der Prager Schlaraffiä bei. Nach, dem Muster des österreichischen Jungvolks, das jüdische Jugendliche nicht aufnimmt, beabsichtigt die Vaterländische Front eine unpolitische Gesamtorganisation der jüdischen Jugend unter» jüdischer Führung zu schaffen. Oberrabbiner Dr. Israel Taglicht wurde in einer feierlichen Sitzung des Bundesvorstandes ■ definitiv zum Oberrabbinef von Wien ernannt. Paraguay Der Innenminister P a r e d e s versicherte einem Vertreter der HICEM. der ihn in Ä su ncion besuchte, dass im Lande keine j u d e nfeindlicbe Strömung vorhanden sei, und stimmte den Bemühungen der HICEM, weiteren Juden die Einwanderung zu ermöglichen, zu. Polen Der -Wiederzusamnientritt des Sejm gab dem Vorsitzenden des jüdischen Parlamentsklubs, Abgeordneten Dr. Sommerstein, die Möglichkeit, die Situation der jüdischen Bevölkerung vorzutragen. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand naturgemäss der wirtschaftliche Kampf, der gegen das Judentum in Polen geführt wird, sowie die Vorgänge an den Universitäten und Hochschulen des Landes. Von Seiten der Regierung ist bisher eine spezielle Antwort zu diesen Fragen im. Parlament nicht erfolgt. Dies mag damit im Zusammenhang stehen, dass sich das politische Leben Polens Jüdisches Fachgeschäft Spez. Röntgsn- und Elektro-Medizin Bedarf für den Arzt Auswanderer-Beratung, Anu. Verkauf Röntgren-Infr. Kurt »arcase Berlin X. 4, Chausseesfrasse 5 Telefon 42 60 68. * nochimmer in Fluss befindet. Nachdem sich die dem Lager des Obersten Koc nahestehenden Abgeordneten zu einem besonderen Klub zusammengeschlossen haben, haben die Parlamentarier, die sich zu Koc im Gegensatz befinden, einen demokratischen Klub gegründet. So zeigen sich zum erstenmal seit vielen Jahren im polnischen Parlament wieder Parteiungen. Auch die aussenpolitiscben Verbandlungen, die an den Besuch des französischen Aussenministers Delbos anknüpfen, haben zu einer Zurückstellung der innerpolitischen Probleme beigetragen. Man weiss, aus den amtlichen Verlautbarungen, dass im Verlauf des französischpolnischen Gedankenaustausches auch über die polnischen Kolonialwünsche und damit über das Madagaskarproblem gesprochen wurde, dessen Aktualität auch die von uns oben wiedergegebene Meldung aus Frankreich beweist. Polen stützt seine Kolonialwünsche vor allem auf die Tatsache, dass es seinen Bevöikerungsüberfluss in überseeische Gebiete ablenken müsse. Im einzelnen ist zu den Hochschulfragen das folgende zu berichten: Eine Reibe von Professoren der. Wi Ina er Universität hat sich der Ghettoanordnung des Rektors nicht gefügt. Der Rektor selbst lehnte den Empfang einer Abordnung jüdischer Studenten ab. In Lemberg wurden die Universität und alle höheren. Schulen geschlossen, da die Unruhen im Zusammenhang mit der studentischen Agitation noch immer nicht abgeklungen sind. ^Warschau ist ein besonderer Konflikt um die Wa w elbe rgsch e technische Schule entbrannt. Bekanntlich wurde dieses Institut um die Wende des 19. Jahrhunderts von den jüdischen Bankiers Hipolit W a w e 1 b e r g und Stanislaus Rot wand gegründet. Bis zum Jahre 1919 wurde die Hochschule von den Erben der Gründer aus eigenen Mitteln verwaltet. Als die Familie durch Verluste während der bolschewistischen Umwälzung gezwungen war, ihre Zuwendungen einzuschränken, überliess sie dem Staate kostenlos das Nutzungsrecht an sämtlichen Bauten und Einrichtungen. Michael Wawelberg liess sieb damals von der Regierung notariell beglaubigen, dass an der Schule zwischen jüdischen und nichtjüdischen Hörern keinerlei Unterschiede gemacht werden dürften. Trotzdem wurde schon vor einigen Jahren dort der numerus clausus eingeführt, so dass in diesem Semester unter 450 Hörern nur 50 Juden waren. Im Zusammenhang mit den Unruhen waren jetzt 13 jüdische Schüler bestraft worden, da sie sich geweigert hatten, die Ghettobänke einzunehmen. Nachdem Michael Wawelberg der Regierang mitgeteilt hatte, er werde in einem Prozess die Rechtslage klären lassen,, wurden die religierten Studenten wieder aufgenommen und die Ghettoverordnung zurückgezogen. Der Ausgang des Streites selbst ist noch unbestimmt. — An den übrigen Warschauer Hochschulen folgen die jüdischen Hörer stehend den Vorlesungen. — Auf einer Versammlung in Brüssel wurde eine Resolution gegen die Einführung der Ghettobänke gefasst, die von 71 bekannten belgischen Universitätsprofessoren und Schriftstellern unterschrieben wurde. Zur Abwehr des a n t i j ü d i s c h e n Boykotts hat das Zentralkomitee der jüdischen Einzelhändler in Warschau den Monat Dezember zum Monat der Abwehr proklamiert, in dem in allen jüdischen Zentren des Landes Massenversammlungen abgehalten werden sollen. Der Gouverneur von B i a 1 y s t o k und der Distriktskpmmissar von R a d o m haben energische Massnahmen gegen die antijüdische Boykottagitation angekündigt. Das polnische Obergericht hat das Urteil gegen Wolf Czszerbowski, der seinerzeit in Brest-Litowsk den Polizisten Kendziora getötet hatte, annulliert Wir haben u. a. in der Nummer öS vom 23. September und" in der Nummer 42 vom 21. Oktober über die Einzelheiten des Falles berichtet. In Bulgarien stürzte ein polnisches Flugzeug der Linie Warschau—Lydda (Palästina) ab. Besatzung und drei jüdische Passagier e fanden bei dem Unfall den Tod. Rumänien Die Stadt Czernowitz feierte die 20jährige Zugehörigkeit zum Mutterlande, das 75jährige Bestehen ihrer Literatur- und Kulturgesellschaft und ihres Musikvereins. In diesen Rahmen fügte sich auch ein Festgottesdienst ein, der dem 20jährigen Bestehen der Grossen Synagoge galt^ Die Festrede hielt Oberrabbiner Dr. Mark. An einem Festkonzert in der Toynbeehalle nahmen alle Schichten der Bevölkerung teil, an der Spitze ua. Präfekt V a n t u , Bürgermeister Professor Dr. Marin eliue, der frühere Justizminister Junian. Tschechoslowakei Im slowakischen Landtag wies Senior S e n s e 1 darauf hin, dass vor allem die jüdische Jugend der Slowakei die slowakische Staatssprache bewusst. meide, und provokatorisch ungarisch spreche. Der jüdische Vertreter des Landtags, Dr. Julius Reiss, widerlegte diese Behauptung. Er wies auf die Verteilung der jüdischen Kinder in den Schulen, den Hochschulen und den Sportverbänden sowie auf die letzte Volkszählung hin, die deutlich zeigten, dass die Juden der Slowakei sich nicht zur ungarischen Nationalität bekannten. Seine Ausführungen fanden bei der überwiegenden Mehrheit des Landtages grossen Beifall. Zum Besuch traf in Prag Rabbiner Irving F. Reichert aus San Francisco ein, der auch vom Präsidenten der Republik Dr. Eduard Benesch empfangen werden wird. ind gutclede r'w o r «vnrt UNSERE VERKAUFSGESCHÄFTE. Berlin, Tauentzienstraße 16 Hamburg. Jungfernstieg 43 Köln ». Eh„ HohestraBe 115 Essen. Limbeckstraße 10 Essen,Adolf-Hitler-Stra8el$ Bochum Kortumstraße 67 Frankfurts. M..Roßmarktl5 Zentrale, Offenbach a, M. Wuppertal-Elberfeld, Herzogstraße Sö Ungarn Wir berichteten in der Nummer 47 vom 25. November, dass der Abgeordnete der stärksten ungarischen Oppositionspartei, der „Kleinen Landwirte", Tibor Eckardt, sich gegen die judenfeindlichen Parolen vor allem der Pfeilkreuzler gewandt hatte. In der ersten Parlamentssitzung nach den Ferien kam es zu einem heftigen Zusammenstoss, weil dem Kultusminister Vallentin Höman vorgeworfen wurde, dass er die Bestrebungen der extremradikalen Propaganda unterstützte. Höman erwiderte, dass er die Jugend im nationalen Sinne erziehen wolle, eine politische Agitation jedoch in den Schulen nicht dulde. Die Vorgänge an den Universitäten gehörten in den Bereich des Innenministers. In den Wandelgängen des Parlaments äusserte sich Tibor Eckardt dahin, dass er den Minister trotz dessen Erklärung für die an Zu haben in den guten Fachgeschäften den Schulen betriebene Propaganda verantwortlich mache. Ein Wortwechsel, der darauf mit dem Innenminster entstand, und in dem Eckardt versprach, den Beweis für seine und seiner Parteigenossen Behauptungen anzutreten, führte zur Demission des Ministers, die allerdings vom Ministerpräsidenten Daränyi nicht angenommen wurde. — Im Oberhaus brachte der Abgeordnete Josef Väsäry die antijüdischen Kundgebungen, welche in D e b r e c e n zu so erheblichen Unruhen geführt hatten, zur Sprache. Im Organ der orthodoxen Budapester Judenheit „Orszagos Egyetertes" äussert sich der reformierte Bischof Karl M a k 1 a r y über die Judenfrage. Sie sei nicht ein ungarisches, sondern ein europäisches Problem, sagt der Bischof, das durch Wiedererrichtung des historischen Judenlandes den Juden, die sich nicht assimilieren konnten oder Ii essen, die Rückkehr in eine eigene Volksgemeinschaft ermöglichen müsse. Aus einem Bericht im „Mitteilungsblatt der Vereinigung jüdischer Aerzte Oesterreichs" ist aus Anlass eines Besuches, den eine Abordnung der Vereinigung der Budapester Gemeinde abgestattet hat, zu entnehmen, dass die jüdischen Krankenanstalten zur Zeit über 1000 Betten in modern eingerichteten Räumen ver- Bilderbogen aus Algier ■ ' Von Arno Herzberg Langsam will es Abend werden. Noch steht die untergehende Sonne mit ihrem feurigen Scheinen hinter den letzten Häusern der Stadt, die auf einer Landzunge weit ins Meer hinausragen. Die . Schatten einer Moschee mit den schlauken Türmen der Minaretts kleben am glutroten Himmel. Zypressen und Palmen ringen sich darum. Weiter südwärts zieht., sich die Stadt kilometerweit einen Berg entlang. Hochhäuser zeichnen sich aus dem ungewissen Dunst. Wo die Sonne nicht ist, da ist schon Abend. Die Dunkelheit fällt schnell Man sieht sie direkt herannahen. Nicht lange dauert es, da zünden die Strassen am Hafen in langer Zeite ihre Lichter an. Dann blinkt es aus dem Schwarz der Höhen zum Meer herab. Lichter um Lichter sind da. Wo man ahnt dass, dunkel dort auf dem Berge, die Stadt nicht höher hinaufklettern kann, da stehen die Lichter der Sterne am Himmel. Lichter und Lichter. Es ist kein Ende. Die Stadt ist gross und weit In ihren Strassen ist das Leben Europas mit Bahnen und Autos. Ich bin eigentlich ein wenig enttäuscht, dass hier keine Kamelkarawane dem Verkehrsschutzmann zu schaffen macht Er steht vor einem Gebäude, das so aussieht als wäre es eine Moschee. Es ist aber nur das Postamt Dann sind noch grosse Kaufhäuser da, europäisch gebaut mit europäischen Waren, elegante Modesalons ä la Paris, die grossen Cafes, die Hotels der Rue Michelet —. e9 scheint immer, als erinnerten nur die verschleierten Frauen und die Männer mit dem Fez und Turban daran, dass das Leben in dieser Stadt noch eine andere Seite bat Und da stehen und sitzen auch vor den Cafes und den zahllosen Trinkbar9 die Araber in Gruppen und Grüppchen. Sie erzählen und spielen Schach und rauchen und tun so, als ob es gar nicht Vormittag wäre. Auch auf dem Boulevard Carnot gibt es Oasen, wo. Europa nicht ist und wo die weissen Turbane sich das geschäftige Treiben der modernen Welt mit Ruhe und Gelassenheit betrachten. Ein stattlicher Araber mit weissem Umhang kommt über den Platz. Er trägt einen Turban von dunkler, kirschroter Farbe zu seinem weissen Umhang. Er hat eine blaue Sonnenbrille und dazu eine Reitgerte in der Hand. Er scheint unter diesen Menschen hier kein Gewöhnlicher zu sein. Alle treten ehrfurchtsvoll zur Seite. Die ihn begrüssen, küssen ihm die Hand. Auch das ist Orient, und auch das gehört dazu, wenn man arabische Verhältnisse mit ihrem patriarchalischen Charakter erleben will. Es ist dies alles wie ein Traum, als kleiner Junge geträumt roten Kopfes vor einem Buch, das viele bunte Bilder hat. Es ist ein Traum, und wer weiss, ob jener Bettler an der Ecke mit dem wundervoll zerfurchten Gesicht Wirklichkeit ist oder nur ein Bild, das irgendwo einmal stand, phantasievoll und gross zugleich- Wer weiss, was jener junge Araber sinnen mag, der, ganz europäisch gekleidet, mit einem roten Fez auf dem Kopfe im Gewühl auf dem Platz seinen Kopf in die Hand gestüzt, stehend überlegt, denkt, träumt ... Es ist alles ein Ansturm von grossen und gewaltigen Bildern, imponierend genug, um jedes für sich allein in Ruhe betrachtet zu werden. Es ist alles ein Ansturm widerstreitender Gefühle. Wie formt doch der Orient seine Menschen! Wie steht dieser glasklare, dieser fast in unendliche Fernen gerückte Himmel über einem Volk, das uns immer im Letzten ungewiss bleiben wird, weil es viel zu naturhaft ist aus anderen Gefühlszentren handelt und sein Leben anderen Gewalten Untertan macht. Dieses fast mit einer bleiernen Schwere ablaufende Dasein, das in so leuchtendem Gegensatz zu Landschaft und Baustil der Häuser steht, das aber so verständlich wird, wenn man die lastende Hitze, die drückende Schwüle der Gassen und Strassen, die schattenlose Grellheit von Licht und Sonne wahrnimmt — alles das lässt die Menschen viel mehr sich gleich bleiben, als man es ahnt Gewiss ist auch hier Europa eingebrochen. 100 Jahre französischer Herrschaft sind nicht spurlos vorübergegangen. Aber es scheint mehr als ein Symbol zu sein, wenn die verschleierte arabische Frau Strassenbahn fährt: der Orient nimmt Europas Annehmlichkeiten hin, wo sie t ihm günstig erscheinen. Er lernt die Geheimnisse des Lebens der Moderne kennen. Er schickt seine Söhne auf die Universitäten Europas. Er bedient sich täglich europäischer Zivilisationsmittel. Aber er lässt von seinem Wesen nicht Er lässt sich nicht überfremden. Dicht neben Europa, alles Europäische überdeckend, leben die Araber ihr altes Leben. Man sieht es, wenn man in das arabische Viertel, die Kasbah, kommt Man geht durch winklige Gassen, die immer enger werden. Bald steht man als eine Insel aus Europa, umgeben von Arabern, von viel Jugend oder umherschlendernden jungen Leuten. Auf den .Treppen, die hoch die Nebengassen hinaufführen, sitzen die Alten und unterhalten sich. Verschleierte Frauen schleppen Waren und Körbe, Gemüse-, Obst- und allerlei andere Händler schreien und bieten ihre Erzeugnisse an. Sie halten die Waage zum Wiegen immer in den Händen und schleppen sie mit sich von Ort zu Ort Ein Teppichknüpfer sitzt vor seiner Werkstatt. Und sie allesamt betrachten misstrauisch meinen photographischen Apparat und unser Häuflein von vier Menschen. Das Gedränge wird eng und enger- Ich denke daran, dass der französische Gendarm, mit dem wir neulich abends hier in grosser Gesellschaft herumgingen, gesagt hat hier dürfe sich am Abend kein Europäer allein sehen lassen und auch am Tage nach Möglichkeit nur in kleineren Gruppen. Damals am Abend gingen die vielen Engländerinnen mit uns und sie fanden alles schrecklich; die Holländer machten grosse Augen und staunten, und die Franzosen verwiesen auf die nicht zu überriechendeu Gerüche und betrachteten die Dinge mit ihrem Zivilisationsbegriff, Jeder sieht die Welt mit M UHJWb •"'/////'////'// wwsgf UMUti In diesen Tagen wird der Briefträger d:e Bezugs- und Zustellgebühren für die C.-V.-Zeitung in Höhe von för die Monate Januar, Februar und März 1938 kassieren. Nur wer die Postquittung einlöst, erhält die Zeitung ohne Unterbrechung zugestellt. — Alle Adressenänderungen Nachsendewünsche, Beschwerden usw. sind stets dem zuständigen Postamt (Zeitur.gssteilej zu melden. Denn der Versand der C.-V.-Zeitung geschieht durch das Postzeitungsamt! C.-V.-Zeitung Berlin W15, Emser Str. 42 Tel, % 92 81 41

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