Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 46 (19.11.1937)
- Date
- 1937-11-19
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 46 * Beiblatt 19. November 1937 * Seite 15 aföC-Vrlelruri® Höhepunkte am Saisonbeginn Sportbund-Kegler in Berlin / Stuttgart meldet unentschiedenes Fussballderby I Makkabi boxt in Köln « Berlin Erfolgreiche Spiele der ISG Die Verbandsspiele des 14. November standen im Zeichen schöner Siege der ISG-Mannschaften, die im Handball und Fussball die gleichen Einheiten des ISK zu schlagen vermochten. Namentlich im Fussball Hessen die Schwarz-Roten bei einem 5 :0-Erfolg ihre derzeitige gute Form erkennen, während die Handballer des Sportbundn!iilli!l[i!l!iliil!(llll!!l!l(!li!e Neugeregelt Der jüdische Sport in Bayern Nach langen Verhandlungen ist es dieser Tage erfreulicherweise nun doch gelungen, dem vertragslosen Zustand zwischen dem Reichsausschuss jüdischer Sportverbände und den jüdischen Sportvereinen Bayerns ein für beide Teile tragbares Ende zu bereiten und damit den Weg zu weilerer Belebung und Vertiefung sportlicher Beziehungen innerhalb des gesamten jüdischen Sports in Deutschland zu ebnen. In der Verlautbarung des Reichsausschusses beisst es, dass sich die jüdischen Sportvereine Bayerns dem Reichsausschuss offiziell unterstellt haben, sich jedoch zur Regelung ihres Sportbetriebes zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenscbliessen dürfen. Der Reichsausschuss übernimmt im Rahmen seiner Mittel auch finanziell die Förderung des jüdischen Sports in Bayern und sichert den dortigen Vereinen die Teilnahme an den Meisterschaften der beiden Verbände insofern, als jede Mannschaft bzw. jeder Aktive an den Meisterschaften eines Verbandes teilzunehmen berechtigt ist. m'eisters nur knapp mit 7 :6 gewannen, nachdem sie schon mit 6 : i bzw. 7 : 2 in Führung lagen. Das Fussball treffen begann mit gleichwertigen' Leistungen beider Parteien. Nur schwer erkämpfte sich die ISG-EIf bis zur Pause die 1 :0- Führung, um allerdings später um so eindeutiger zu dominieren. Das. 5 : O-Ergebnis hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn der an sich gute, neu formierte Sturm sicherer und genauer zu schlössen lernt. Eine auffallend gute Leistung vollbrachte im Sturm der ISG 33 der junge Halbstürmer Rosenbaum. Bereits nach einer Spielminute hatten die IfeG- Handballer eine 1 :0-Führung errungen, die sie nach zügigem Sturmspiel bis zur Pause auf 4 :1 auszudehnen vermochten. 6:1 stand es dann, wenig später 7:2, bis die ISKer sich auf ihr Können besannen und Tor auf Tor aufholten. Die ISG konnte beim Schluspfiff von Glück sagen, dass sie mit 7 :6 beide Punkte gerettet hatte. Trotzdem ist die Leisturg der ISG, die immer besser ins Spiel kommt, nicht hoch genug anzuerkennen, zumal der diesmalige Gegner erster Anwärter auf die noch ausstehende Handballmeisterschaft des Deutsehen Makkabikreises ist. Weniger gefielen dagegen die Frauen der ISb-, die in ihrem Spiel gegen die eifrigen, aber oft viel zu harten Mädels des ISK. der vor allem eine ausgezeichnete Torsteh erin hat, schwer zu „krampfen hatten, um den überraschenden 1:0-Vorsprung des Gegners auszugleichen und noch mit 6:1 zu gewinnen. — Die „Zweite" der ISG 33 stand dem Kanuclub gegenüber, der sich nach unentschiedenem 1:1-Haibzeitergebnis nur 1:3 schlagen Hess. [Weitere Ergebnisse Handball: „Undine" I—IBC „Berlin" II 11:4 (4:1): ISK Jusend—Bar KocTiba. 3. Jugend 1:7 (0:5); ISG 33;■}. Frauen—Schild Dresden Frauen 3:0; Bar Kochba IV—ISG 33 VI 7:2; Bar Kochba A. H. I—ISG 33 IV 7:4 (2:2); ISG 33 2. Jusend—IBC Berlin 2. Jugend 8:1 {6:0); ISG 33 1 Knaben—Bar Kochba 2. Knaben 6:0 (1 : 0). Fuss ball: ISG 33 II—Hakoah A. H. 1:0: ISG 33 III-Hakoah III 2 : 1; ISG 33 IV-Hakoah V 6 : 0; ISG 33 V- ISK III 0:1; ISG 33 1. Schüler—ISK 1. Schüler 3:0; ISG 33 2. Schüler—ISK 2. Schüler 8:0; ISG 33 3. Jugend— Hakoah 4. Jusend 6 : 4. M. F. Das F u s s b a 11 spiel zwischen Hakoah I und Hagibor II wurde nicht zu Ende geführt. Etwa 10 Minuten vor Schluss musste der Schiedsrichter den Kampf beim Stande von 4 :2 (3 :1) abbrechen. Gute H-:-"-ey gaste aus Frankfurt a. M. Die Hr.. •-■> hatte sich zum 14. November je eine He;- .-u- und Damenmannschaft des Schild Frankfurt a. M. zu Gesellschaftsspielen verpflichtet. Einen recht guten Eindruck hinterliessen die Herren, die die ISGer mit 2:1 (1:0) schlugen, trotzdem einer ihrer Spieler bald nach der Pause verletzt ausschied und später nur noch als Statist mitwirken konnte. Durch Gert Lcvy gingen die Frankfurter in Führung. Moritz Eis schoss das 2. Tor, und erst kurz vor Schluss gelang es Gerson, den schon längst fälligen Ebrentreffer zu erziclpn. Während bei der ISO" Mittelstürmer und Mittelläufer besonders zu gefallen wussten, unterliefen dem sonst so sicheren Torsteher zwei Schnitzer, die zu Toren führten. Die gesamte Frankfurter Elf hmterliess einen vorzüglichen, vor allem stocksicheren Eindruck und hatte ihre Stützen in der' Hintermannschaft. Bei den Dame n glaubte man schon an einen torlosen Ausgang, als es Gaby Landau noch gelang, durch ein glückliches Tor die ISG 33 zum Erfolg zu bringen. Ein Unentschieden wäre dem zumindest gleichwertigen Können der Frankfurtcrinnen gerechter gewesen. H. F. Meisterschaften der Sportkegler Die Sportkegler des Sportbundes „Schild" führten am 13. und 14. November in Berlin ihre diesjährigen Reichs ra.'e i s t .e r.s c h a f t e n durch. Etwa 200 Kegler aus allen Teilen des Reichsgebietes waren beteiligt und lieferten sich durchweg Kämpfe, die auf beachtlichem Niveau standen. Da die Veranstaltung zudem in wohidisziplinicrtern Rahmen yonstatten ging, dürfen die Kegler für sich einen schönen werbenden"Erfolg in Anspruch nehmen. In der sportlichen Ausbeute kamen die Vertreter der Sportkegler-Vereinigung Berlin am besten weg: denn sie gewannen auf allen drei Bahnen die Einzelmeisterschaften, stellten in zwei Fällen die beste Riege und sicherlich die Mehrzahl der Mitglieder der Reichsriegen. Auf Bohle siegte Hirsch el (Berlin) mit 745 Holz, die beste Riege stellte Berlin (7071 Holz) vor Kannover (6901 Holz) und Oberschlesien (6SS8 Holz). Meister auf der Asphalt bahn wurde Rüben (Berlin) mit 557 Holz, während bei den Verbandsmannsehaften Frankfurt a. M. (5041 Holz) vor Berlin (4S83 Hoiz) und Leipzig (4656 Holz) gewann. Auf Schere holte.sich Fröhlich mit 634 Holz den Einzeltitel, Berlin mit 5910 Holz die Mannschaftsmeisterschaft vor Oberschlesien (5851 Holz) und Essen ffge Sied jmd Slif Sonntag, 21. November Berlin Fnssball: Bar Kochba Hakoah Berlin I—Bar Kochba Königsberg I (Zwischenrunde um die Makkabimeisterschaft), liVi übr, Sportplatz Grunewald: ISG 33 I-:- , Hagibor II, UM Ehr, ISG 33 1. Jugend—Hagibor 1. Jugend, 12/: Uhr, beido Spiele: Sportplatz am Schäfersee. rr - Handball: Verbandsspiele u. a. Bar Kochba Hakoah I—ISK I. 13 Uhr, Bar Kochba Hakoah 1. Frauen—ISG 33 1. Frauen, 11^ ühr, Hagibor I— Kanuclub I, 9 Uhr, sämtliche Spiele: Sportplatz Granewald. , „ Hocker: Pfiichtspiele ISG 33 I—Tennisclub Bar Kochba I," 10K Uhr, Bar Kochba Hakoah I—ISO 33 II, ■XV/» Uhr, Tennisclub Bar Kochba Damen—ISG 33 Damen. 12% Uhr, sämtliche Spiele: Sportplatz Mariendorf, Kaiserstrasse 17. Süd Westdeutschland Fussbai!: Schild Frankfurt a. M. A. H.—Schild Stuttgart A H. in Wiesbaden, \VA Uhr. Sportplatz Lahnstrasse: Schulsportverein Philanthropin Frankfurt a M. Schüler I—Schild Frankfurt a. M. Schuler I, 914 Uhr in Frankfurt a. M., Sportplatz am Bornheimer Hang. Schild Frankfurt a. M. Jugend II— ISV Offenbach Jugend II in Frankfurt a. M., 14 Uhr, Sportplatz Bertramswiese. Handball: Schild Wiesbaden Herren T—Schild Stuttgart Herren I in Wiesbaden: Schild Wiesbaden Frauen—Schild Stuttgart Frauen in Wiesbaden. Beginn der Spiele: 13 Uhr. Sportplatz Lahnstrasse. Schild Darmstadt Frauen—ISV Offenbaeb Frauen in Frankfurt a. M., 15 Uhr, Sportplatz an der Bertramswiese. Tischtennis: Turnierkämpfe Schild Frankfurt a. M. —ITB Frankfurt a. M. Ln Frankfurt a. M., Turnsaal, Grosse Gallusstrasse 1, IV. Beginn '17 Uhr. Leipzig Fussball: Bar Kochba Leipzig I—Bar Kochba Frankfurt I, 14)4 Uhr, Dübener Landstrasse. Handball: Bar Kochba Leipzig I—Bar Kochba Frankfurt I. 13J4 ühr, Dübener Landstrasse, Vorschlußrunde um die Deutsche Makkabi-Meisterschaft: Schild 1. Jugend und 1. Mädel—Schild Chemnitz 1. Jugend und 1. Mädels, Thekla, 14 Uhr. Dresden Fnssball: Bar Kochba Dresden I—Makkabi Chemnitz; I, U1/ Uhr; Bar Kochba Dresden Knaben— (5724 Holz). Die Meisterschaft der Senioren (über 55 Jahre), in der im übrigen auch der 73jährige Rosenthal (Oberschlesien) beteiligt war, errang Krämer mit 719 Holz vor Neumann (706 Holz), Dr. Cohn und Wolff. Die Aufstellung der R e i c h s r i e g e n : Schere: Fröhlich (Berlin) 634, Brauer (Beuthen! 621, Kramer (Berlin) 619, Korzfeld (Berlin) 610, Zweig (Beuthen) 609, Dalimann (Breslau) 604, Wohl (Beuthen) 602, Jolles (Essen) 601, Steinwasser (Berlin) 599, Rosenbaum (Berlin! 596 Holz; Asphalt: Ruhen (Berlin) 557, Tworoger (Berlin) 556, Henschel (Frankfurt a. M.) 550, Stein (Frankfurt a. M.) 530, Bachenheimer (Frankfurt a. M.) 524, Kahn (Frankfurt a. M.) 520, Rose (Frankfurt a. M.) 516, Kempner (Berlin) 514, Rosenbaum (Berlin) 513, Gürneherg (Leipzig) 506 Holz; Bohle: Hirschel (Berlin) 745, K. Cohn (Berlin! 723. Rüben (Berlin) 721, Gamnitzer (Hannovrr) 721, Haller (Breslau) 716, Zweig (Beuthen) 716, Schönhorn (Hannover) 715. Tworoger (Berlin) 713, Joseph (Berlin) 712, Breslauer (Breslau) 711 Holz. H. F. Makkabi Chemnitz Knaben, 1Z% Uhr, Sportplatz Radrennbahn Reick. Handball: Bar Kochba Dresden Frauen—Makkabi Chemnitz Frauen, 11 Uhr; Sportplatz Radrennbahn Reick. Rheinland-Westfalen Tischtennis: Punktckämpfe um die Mannschaftsmeisterschaft: Schild Hagen—JSG Dortmund, Hagen, Schildheim; Schild Herne—Schild Duisburg, Herne, Schildheim, Bahnhofstrasse. Fussball: Punktcspieie Schild Aachen/Düren I— TUSPA Krefeld I, Schild Aachen/Düren Schüler— TUSPA Krefeld Schüler. Düren, Neuer Schildplatz: ITV 02 Köln I—Schild Bonn I, ITV 02 Köln II— Schild Bonn II. ITV 02 Köln 2. Schüler—Schild Bonn Schüler, Köln. Fort Deckstein: Schild M.-Gladbach I—Schild Bochum I, M. - G 1 a d b a c h , Platz am Alten Wasserturm: Schild Neuwied I—Schild Düsseldorf I. Schild Neuwied II—Schild Düsseldorf II, Neuwied, Schildplatz. Schlesien Fussball: Anlässlich der Einweihung des neuen Sportplatzes der Sportgruppe Gleiwitz Sportgruppe Gleiwitz I—Sportgruppe Ncisse I, Gleiwitz, nachmittags. Bayern Fussball: Itus Nürnberg I—ISC Fürth I, Itus Nürnberg Jugend—Itus Bamberg Jugend, Fürth, Waldstrasse, 'lS/j Uhr. Turnen: Turnmcistcrschaften für Bayern, München, Turnhalle Plinganser Strasse, 0 und 14 Uhr. Schulsport in Berlin Auf Veranlassung der Arbeitsgemeinschaft jüdischer Turn- und Sportlehrer veranstaltet die Schulverwaltung der Jüdischen Gemeinde Berlin in diesem Jahr Rundenspiele der Schulen im Handball. Insgesamt sind 34 Mannschaften gemeldet, die sich in vier Abteilungen um die einzelnen Gruppensiege zu bekämpfen haben werden. Die grosse Zahl der gemeldeten Mannschaften ist ein schöner Beweis für das steigende Interesse, das man in den jüdischen Schulen den Leibesübungen entgegenbringt, und das man zum erstenmal anlässlicb des grossartigen Sommersportfestes festzustellen vermochte. , . Die ersten Spiele hatten folgende Ergebnisse: Jungen A Höhere Schule Wilsnacker Strasse I—II 10 : 0, Junf en B Schule Klopstockstrasse—Schule Kaiserstrasse 9:1t! LessIersoliaP:—floklscbuiichsciiulc 2 : S, Mädel A fioldschnjidtschule—IlaushaKungsschulc 2 : 1, Mädel B Kaliskischule—Lesslerschule 7:4. M. F. Südwestdeutschland Das Fussballderby in Stuttgart Trotz Verlängerung: 1 :1 Man hätte dem Spiel um die Vorentscheidung des Pokals der Arbeitsgemeinschaft Südwest zwischen Halvoah und Schild Stuttgart einen besseren Besuch gewünscht. Wo blieben die sonst so fussfeallbegeisterten Stuttgarter? Der Platz im Feuerbachtai war recht schlüpfrig, so dass man wohl manchen Versager entschuldigen muss. Die erfreulichste Erscheinung war Schiedsrichter Löwenstein (Hanau), der das Spiel mustergültig leitete. Beim Schild vermisste man einige bekannte Gesichter, deren Ersatz nicht zu gefallen wusste. Beide Hintermannschaften waren die Stärke: bei Schild ..Bambula" Scheer, bei Hakoah: Hersch, auch die Torwächter zeigten manche schöne Parade. Bald nach Beginn kommt Hakoah durch einen Na-^hschuss Rothschilds in Führung und drückt mächtig aufs Tempo; doch die gegnerische Verteidigung ist auf dem Posten. Mit 1:0 für Hakoah geht "es in die Pause. Unverständlicherweise hat Hakoah nach der Pause Rothschild aus dem Sturm zurückgenommen. Und ais dann dazu noch Hersch nach einer Zerrung als Statist in den Sturm geht, fällt die Makkabi-Elf merklich zurück. Schild kommt gross auf, und etwa sechs Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit zieht Wolff unhaltbar gleich. In der notwendig gewordenen Verlängerung drängte wiederum Schild, ohne jedoch zählbare Erfolge anbringen zu können. Schild Stuttgart II—Hakoah Stuttgart 111:6. •E. H. Tischtennis: Klubkampf Schild Frankfurt a. M.— T. C. 03 Karlsruhe 13 :15. K. W. Mutige Pirmasenser Trotz zahlreicher Abgänge stellt Itus Pirmasens auch in diesem Jahr wieder eine F.ussballmannschaft. Im Spiel gegen eine kombinierte Elf des Turnclub Karslruhe 1903 am 7. November in Karlsruheging Pirmasens beherzt zu Werk, führte bis Halbzeit sogar mit 3:0, musste zum Schluss jedoch mit einem 3:3- Unentschieden zufrieden sein. K. W. Rheinland-Westfalen Boxmeisterschaften des Deutschen Makkabikreises Auch die diesjährigen Boxmeisterscbaften des Deutschen Makkabikreises, die bei ausgezeichnetem Besuch in Köln ausgetragen wurden, vermittelten ein starkes Absinken des Leistungsniveaus, und obwohl sicher alle Kämpfer, vom Publikum oft allzu temperamentvoll angefeuert, ihr Bestes gaben, war der Berliner Leichtgewichtler N e u m a n n doch der einzige, der absolutes Meisterformat zeigte. Während bereits am Sonnabendabend die Vorkämpfe im Feder- und Weltergewicht abgewickelt wurden, kamen am Sonntag die Endkämpfe in allen Gewichtsklassen zum Austrag. Altmeister Schind- 1 e r (Köln), für den kein Gegner vorhanden war, erhielt den Titel ohne Kampf. Gegen den schwereren Frischler kam er in einem Einlagekampf nur zu einem Unentschieden. Den ersten Titelkampf lieferten sich Heymann II (Essen) und Barterer (Köln). Der Kölner, der seinen Gegner in der zweiten Runde anschlug und von da. an den Kampf beherrschte, erhielt einen klaren Punkterfolg. Die Ueberraschung des Abends brachte die Entscheidung im Federgewicht zwischen dem Kölner Kummer, der vorher Heymann I und Freund geschlagen hatte, und dem Berliner Rüben, der sich über Frischler und Waag II hinweggesetzt hatte. Unter den anfeuernden Zurufen seiner Anhänger wuchs der Kölner weit über seine sonstige Form hinaus und erreichte einen knappen, aber verdienten Punktsieg. Mittelgewichtsmeister wurde L e w k o - witz (Berlin), der gegen Belfer (Essen) in allen Runden kleine Punktvorteile erzielte. Nach einem Einlagekampf im Weltergewicht, den Hauser gegen Lewin gewann, kletterten die Leichtgewichtler N e u m a n n (Berlin) und Fritz Reif (Köln) durch die Seile. Durch starkes Fighten von Beginn an kaufte Neumann dem Kölner sofort das Herz ab. Sein Sieg war nie in Frage gestellt. Im Kampf um die Weltergewichtsmeisterschaft zwischen Hochhäuser und Joel, dem Vorkampfsieger über Lewin (Düsseldorf), lag der Breslauer meistens im Angriff. Gegen den Hochhäuser zugesprochenen Punktsieg legte Joel Protest ein. Im Halbschwergewicht waren die Berliner unter sich. Gegen Kronfelds Erfahrung konnte der bedeutend jüngere Friedmann nicht ankommen und musste diesem den Titel überlassen. Im abschliessenden Kampf der Schwergewichtler standen sich Mielczinsky (Berlin) und Stern (Essen) gegenüber. Zwei Runden hielt der Essener tapfer mit: aber in der dritten Runde war die grössere Routine des Berliners ausschlaggebend, der sich damit Sieg und Meisterschaft holte. Otto Marx. Bei den Westdeutschen Tischtennis-Einzelmeisterschaften des „Schild" gab es folgende Ergebnisse: Herreneinzel: 1. Rothschild (ITV 02 Köln), 2. Schmäh! (Herne); Dameneinzel: 1. Riesenfeld (Herne). 2. Nathan (M.-Gladbach); Herrendoppel: 1. Rothschild/Elin (TTV 02 Köln); Damendoppel: 1. Riescnfeld (HerneVRosenberg (Dortmund), 2. Wolf/ Dehn (TUSPA Krefeld): Gemischtes Doppel: 1. Riesenfeid/Komet (Herne), 2. Nathan/Katzenstein (M.-Gladbach). Die Landesverbände berichten*) Rundenspiele in Nordwest In Nordwestdeutschland macht sich die Sommerpause noch bemerkbar. Man plant zwar schon in den verschiedenen Lagern Rundenkämpfe, vorläufig haben jedoch nur die Handballer etwas zustandebekommen. Schild und Bar Kochba stehen bisher punktgleich. Auf Grund seines ausgeglicheneren Spielermaterials dürfte jedoch Bar Kochba die Runde siegreich beenden, wenn auch die starke Formverbesserung der Schildleute an den letzten Sonntagen zu beachten ist. Makkabi Altona und Blau-Weiss haben erst in dieser Spielzeit Mannschaften aufgestellt, die wohl noch eisern werden trainieren müssen, ehe sie das Können der beiden nordwestdeutschen Spitzenmannschaften erreicht haben. Für den Fuss ball ist vorerst noch keine Entscheidung gefallen. Für die Rundenspiele des Sportbundes kämen in Frage: Schild Hamburg I und II, Schild Bremen I, VTH 04 Hannoverl. Allerdings haben die Bremer noch immer mit Platzschwierigkeiten zu kämpfen, so dass sie ihre Vorjahrsstärke in diesem Jahr wohl kaum werden beibehalten können. Unzweifelhaft wird Schild Hamburg wieder die beste Mannschaft stellen und ernster "Anwärter auf die Meisterschaft sein, während um den zweiten Platz in der Tabelle ein heftiger Kampf entbrennen wird, dessen Ausgang nicht abzusehen ist. Am 14. November steigt das erste Spiel Zwischen Hamburg I und Hannover. An diesem Tage sollen auch die übrigen Spielpläne festgelegt werden. Ob wie im Vorjahre wieder eine Pokalrunde unter Einschluss der Makkabivereine (Blau-Weiss Hamburg. Makkabi Altona und u. ü. Makkabi Rostock) stattfinden wird, ist zur Stunde noch ungewiss. Im Hockey bestehen leider immer noch mr zwei Klulbs: Bar Kochba Hamburg und der Hamburger Schild. Sowohl aus technischer, wie auch aus prinzipiellen Gründen hat man bis heute von Rundenspielen abgesehen. Peter Hartig. * Die sich auf den Hockey Sport beziehende Betrachtung unseres nordwesideutschen Miiarbeiiers gibt uns Veranlassung zu folgender Anregung: Die vier in Berlin hockeyspielenden jüdischen Vereine pflegen im Rahmen des Spielausschusses einen geordneten, im übrigen für den jüdischen Sport einzig dastehenden Pilichtspielbetrieb. Unser Vorschlag zielt dahin, den Versuch zu unternehmen, in Anlehnung an die bereits vorhandene Einrichtung die beiden spielstarken Hamburger Vereine der Berliner Runde anzugliedern. Wir wissen wohl, dass materielle Schwierigkeiten ein beachtlicher Grund gegen diesen Vorschlag sein werden, wir wissen aber auch, dass gerade dem bei uns viel zu wenig verbreiteten Hockey geholfen werden muss. Und sportlich wäre eine solche Einrichtung zweifellos die Grundlage zu gewaltigem Auftrieb — zunächst in den direkt betroffenen Bezirken, später 6ogar vielleicht auch im übrigen Reich; denn derartige Beispiele machen -oft Schule. Man darf also nichts unversucht lassen. Berechtigterweise bedarf der Hockeysport der gleichen Berücksichtigung und unterstützenden Förderung seitens der zentralen jüdischen „Sportbehörden" wie andere Disziplinen. Und im übrigen.*. Ueber Südwestdeutschland, dessen allgemeiner Spielausschuss hoffentlich in diesen Tagen die endgültige Regelung seines Rundenbetriebes abgeschlossen haben wird, und über die bayerischen Vereine, die bereits vor Schluss ihrer frühzeitig begonnenen Serien stehen, wird ausführlich später zu sprechen sein. Diesmal nur kurz noch ein Wort zu den Bezirken, deren Ringen um Spielmögiichkeiten am schwersten ist: Mitteldeutschland, Schlesien und Ostpreussen. In Mitteldeutschland scheiterte bisher ein gemeinsamer Spielverkehr. Die Makkabivereine aus Leipzig und Dresden beteiligen sich an einer makkabiinternen Berlin-Mitteldeutschen Bezirksliga; die Gruppen des Sportbundes „Schild" in Leipzig, Dresden, Chemnitz, Jena, Meiningen, Halle und Magdeburg sind auf sich allein angewiesen und sollten es ermöglichen können, wenigstens in einer Spielart, im Handball oder Fussball, zusammenzukommen. In Schlesien und Ostpreussen ist der Spielbetrieb noch begrenzter und schon ein Spiel mit dem nächst wohnenden Gegner nur unter grössten Opfern abzuwickeln. Es sollte daher eine Pflicht aller derjenigen Vereine sein, die weniger Schwierigkeiten zu überwinden haben, jene Sportkameraden in besonderem Masse zu unterstützen und lieber einmal eine untere Mannschaft zu einem kleinen, spielschwächeren Verein zu entsenden, als die „Enste", die zumeist doch genug Kämpfe hat. gegen möglichst gleich starke Gegner antreten zu lassen. —-n. *\ Vgl. Nr. 42 vom 21. Oktober und Nr. 45 vom 11. November. Mitteldeutschland Bar Kochba Leipzig schlägt Dresden Wenn sich die 1. Handball-Elf des Bar Kochba Leipzig noch mehr eingesetzt hätte, wäre statt des 11 : i gegen Bar Kochba Dresden die doppelte Zahl Treffer zustande gekommen. In solch schlechter Verfassung sah man die Gästeelf noch nie.__ K-n. In Königsberg endete das Zusammentreffen der beiderseitigen ersten F u s s b a 11 mannschaften des Bar Kochba and des Schild Königsberg mit einem 2:1- (1: 0-)Sieg der Schild-Elf. H, W.