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Central-Verein-Zeitung · 1937-11-19 · 46 (19.11.1937) · page 16

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
46 (19.11.1937)
Date
1937-11-19
Page
– (sequence 16)
Language
German
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ate 16 C.-V,-Ze1füng Nr. 46* 19. November 1937 Wirtschaft der Woche Anmerkungen zur Weltwirtschaft Im Mittelpunkt aller Diskussionen übeT 'die Entwicklung der Weltwirtschaft steht Amerika. Die Botschaft des Präsidenten Roosevelt an den Kongress hat an der New-Yorker Effektenbörse insofern zunächst keine Wirkung gehabt, als man fürchtet dass die Durchfuhrung der vorgeschlagenen Massnahmen verhältnismässig lange dauern werde. Dabei zeigen die Vorschläge, dass die Regierung der Vereinigten Staaten,"nach ihrer anfänglichen Zurückhaltung, den Wirtschaftsrück- Partl Un?zll'ft\isvh\ Hypo«i»ekea-Grundstücke rOUl nuiümUWänl Vermögeiasverwalinnfren Immobilien Berlin WS, Fnedrichstr. 166. f?uf T2089T gang nunmehr stärker bekämpfen will, und zwar in erster Linie durch eine Ankurbe-lung der privaten Initiative. Dafür spricht, das:» auf dem Gebiet der Steuern Ungerechtigkeiten beseitigt und dadurch die kleinen und mittleren Unternehmer in ihrem Wettbewerb gegen die Grosskouzerne gestärkt werden sollen. Es ist anzunehmen, dass dfese Massnahme — neben der beabsichtigten schärferen Kontrolle der Ernteüberschüsse — auch als erste praktische Bedeutung gewinnen wird. Die anderen Pläne der amerikanischen Regierung laufen offenbar mehr auf wirtschaftsorganisatorische Massnahmen hinaus. Das ist aus der geplanten Einteilung des Landes in sieben grosse „Wirtschaftsprovinzen", entsprechend dem Vorkommen der verschiedenen wichtigen Rohstoffe, sowie aus der offenbar damit in Zusammenhang stehenden vorgeschlagenen Neuordnung der Arbeitsbedingungen (Arbeitslöhne und Arbeitszeiten) nach geographischen und sonstigen Gesichtspunkten zu ersehen. Diese Aufteilung scheint den Zweck zu verfolgen, durch eine geographisch stärker zusammengefasste Wirtschaftspolitik die Ergiebigkeit der natürlichen Hilfsquellen zu erhöhen. Es wird dann Aufgabe der Regierung sein, die in den einzelnen Gerieten vorgesehenen Massnahmen zu einem grossen Gesamtplan zu verbinden. Die Ausdehnung des Landes und die Verschiedenartigkeit seiner wirtschaftlichen Bedingungen hat es der amerikanischen Regierung offenbar ratsam erscheinen lassen, bei ihrer neuen Aktion stärker auf diese naturgegebenen Unterschiede durch die Massnahmen, die für den einen Landesteil richtig sind, für den anderen falsch sein können, Rücksieht zu nehmen. In wie starkem Masse solche Verschiedenheiten bestehen, zeigen Meldungen, die von einem Anwachsen der Arbeitslosigkeit in einigen Distrikten (insbesondere an der Ostküste) berichten, während aus anderen Landesteilen noch keine derartigen Nachrichten vorliegen. Nun wird man allerdings diesen Symptomen deshalb keine übertriebene Bedeutung beilegen dürfen, weil die meisten amerikanischen Arbeitsbedingungen keine längeren Kündigungsfristen kennen, schnelle Entlassungen also ebenso leicht zulassen, wie bei einer Aenderung der Stimmung verhältnismässig rasch Neueinstellungen ermöglichen. Viel hängtfür die Wirtschaftsentwicklung in USA jedenfalls davon ab, wie die von der Regierung vorbereiteten Massnahmen psychologisch auf die Bevölkerung wirken werden. Das erste Echo, das sie an der Börse gefunden haben, ist dafür noch kein Massstab. Es gibt kaum ein zweites Land, in dem Stimmungsmomente auch wirtschaftlich eine so grosse Rolle spielen, wie in den Vereinigten Staaten. Und es kann keinem Zweifel unterliegen, dass der Konjunkturrückgang mit deshalb so scharf wurde, weil die langanhaltenden Diskussionen über die Wahrscheinlichkeit einer Absclrwächung der Konjunktur die Stimmung bereits'beeinträchtigt hatten. w. # Die Goldgewinnung der Welt ohne Berücksichtigung Russlands betrug in den ersten acht Monaten" 1937: 19,61 Mill. Unzen. Für die gleiche Zeit des Jahres 1936 lautete die Ziffer 10,19 und für 1935 16,2. Als grösstes Golderzeugungsland wird Transvaal bezeichnet, wobei jedoch besonders bemerkt wird, ,dass die- Goldausbeute dieses Landes in diesem Jahre nicht so stark zugenommen hat wie in den übrigen Goldproduktionsländern. Die Goldausbeute Transvaals erhöhte sich in den ersten acht Monaten dieses Jahres um 4,3 Prozent, die Erzeugung der übrigen Länder um 10,3 Prozent. In diesem Zusammenhang ist auch eine Statistik des Völkerbundes interessant, welche die sichtbaren Goldressrve.n in den Zentralbanken der Welt betrifft Diese Reserve hat sich nach dieser Statistik im Juli und August 1937 um etwa 150 Mill. Golddollars vermindert, während sie in den ersten sechs Monaten dieses Jahres dauernd stiegen. Im dritten Quartal des laufenden Jahres "betrugen die Goldverluste nach den Berechnungen des Völkerbundes in Frankreich 173, in Japan 107, in Belgien 20, in der Schweiz 13 und in Südafrika 7 Mill. Golddollars. Demgegenüber erhöhten sich die sichtbaren Goldbestände der Vereinigten Staaten von Amerika innerhalb der gleichen Zeit um 246 Mill. Dollars. Man nimmt mit Bestimmtheit an, dass wieder ein grosser Teil des Goldes in privaten Hortungen aufgenommen worden ist. Das amerikanische Schatzamt hat eine Statistik über die Kapitalbewegungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Ausland herausgegeben, aus der die Entwicklung des Kapitalstroms nach USA., insbesondere der Weg der verschiedenen „F1 u c h t" k a p i t a 1 i e n, hervorgeht. Danach hat der Zustrom ausländischen Kapitals nach USA im zweiten Viertel dieses Jahres angehalten, ja sogar teilweise an Umfang zugenommen. Bezüglich der . Anläge der Fluchtgelder ist für dieses Jahr jedoch eine wichtige Aenderung zu verzeichnen. Während das ausländische Kapital im vorigen Jahr noch in dauernd steigendem Umfang an den amerikanischen Wertpapiermärkten Anlage gesucht hatte, wurde dieser Weg jetzt stark eingeschränkt. Das ausländische Kapita] fand in diesem Jahre vorwiegend in. Gestalt kurzfristiger Bankguthaben Anlage. Während im zweiten Vierteljahr 1936 die Efiektenkäufe 162,6 Mill. Dollars betrugen und die Zunahme der Bankguthaben 295,5 Mill. Dollars, sind die entsprechenden Zahlen für das zweite Vierteljahr 1937: 70 Mill. Dollars für Effektenkäufe und 537,2 Mill. Dollars für die Zunahme der Bankguthaben. Aus den weiteren diesbezüglichen Statistiken geht hervor, dass die Massnahmen der amerikanischen Regierung gegen das Fluchtkapital den Zustrom kurzfristiger Auslandsgelder bisher noch nicht allzusehr beschränken konnten, dass aber zweifellos dieausländische Spekulation zu einem Rückzug vom amerikanischen Wertpapiermarkt durch diese Massnahmen gezwungen, wurde. Im zweiten Vierteljahr 1937 hat das Ausland für 6,2 MilL Dollars mehr amerikanische Wertpapiere verkauft als gekauft Dr. Erich GöttieKt Schenken? Schenken! Es naht die Zeit der erwartungsvollen Kindergesichter. Ueberall sind die Chanukkavorbereitungen im Gange. Die Schulen und Heime rüsten sich, und auch zu Hause nimmt das Getuschel und Gefrage kein Ende. Und aus all diesem Getriebe fliegt immer wieder ein Wort auf, das deutlich das Ziel vieler Gedanken und Erwägungen zeigt: Schenken, Geschenke! Bei manchem mag in Gedanken sogar ein Fragezeichen dahinter stehen: Soll er schenken? Kann er es finanziell vor sich und und seiner Familie verantworten, dass Geschenke gemacht werden? Wir wissen, dass die materielle Lage vieler unserer Menschen schlechter geworden ist. Und trotzdem glauben wir den Rat verantworten zu können, diese Frage mit einem eindeutigen „Ja" zu beantworten. Wer es noch irgend kann, der soll schenken. Nicht nur an Kinder, auch an Erwachsene, an Freunde und Verwandte. Denn schenken schafft Freude, schenken schafft aber auch Arbeit und Verdienst. Sicherlich gibt es im menschlichen Leben nur wenig Aufgaben, die ihren ideellen und materiellen Zweck so in sich vereinen, wie das Schenken. Juden machen Juden Freude, Juden schaffen für Juden Arbeit! Und beides in einen Satz zusammengefasst: Juden helfen Juden! Kann es etwas Idealeres, etwas Zeitgemässeres geben? Und wer im eigenen Kreis keine Gelegenheit zum Schenken hat und doch in der Lage dazu ist. der soll die vielen Tausende jüdischer Menschen, Kinder und Erwachsene, nicht vergessen, die aus materiellen Gründen nicht schenken können und keine Geschenke bekommen. Es wird nicht schwer sein in jeder jüdischen Gemeinde eine Stelle zu finden, die solche namenlosen. Gaben an den richtigen Empfänger weiterleitet. Die Jüdische Winterhilfe wird sich sicherlich überall besonders gerne dieser Aufgabe unterziehen. hw. glilÄlöÄ^ mm^'r1 hMtrselhanweifmmMerem ALLENSTESN ans L. Hirschfeld Kaiss der guten Qualitäten ALIENBURG r Kaofbaas M. * S. Cohn Immer lührend ANNABERG Luv!»!.. Bernhard Chaskel Speziaihausf. 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