Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 46 (19.11.1937)
- Date
- 1937-11-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seifet C.-V,-Ieifung Nr. 46 * 19. November 1V^7 20 Jahre Balfour«Deklaratioii Kundgebungen und Tagungen in Berlin auch dem Fremden zuzuerkennen, der sich dem Lande nützlich macht. Ihren letzten Ausdruck findet die Tendenz zur Nationalisierung Lateinamerikas In einer brasilianischen Bewegung jüngere.« Ursprungs: Im „Integralismus", der „Accao Tntegralista Brasileiro", Der In.tegralismus erstrebt nach Gustave Barroso, einem der Führer der Bewegung, „die geeinte brasilianische Nation, identisch mit dem Staat, sowie völkische, historische und Wirtschaftluweüer Ludwig Sfefoiiieiz &*. Nürnberger Sfr. 56 (neben ^Voolworth) liebe Realität christlicher Richtung- und ständischen. Aufbaus*'. Die neue Bewegung will also die einzelnen Rassekomponenten in eine Einheit zusammenschließen. Als Mittel hierzu erscheint ihr die .parlamentarische Begierungsform ungeeignet. Der .Integralismus erstrebt deshalb eine starke Zentralisierung, nach der sich alle Bevölkerungsteile einheitlich ausrichten, sollen. Soweit die Juden ein abgesondertes Leben innerhalb der Nation führen, ist der Integra-' lismus notwendigerweise judenfeindlich. Denn eine abgeschlossene jüdische Gruppe erscheint ihm als Gefahr für die nationale Einheit. Auch ausserhalb Brasiliens haben sich Bewegungen gebildet, die in ihrem Kern antidemokratisch sind.. Namentlich in Argentinien-sind seit dem Sturz des Präsidenten Yrigoyen zentral istische Strömungen zu beobachten, die teilweise ebenfalls judenfeindliche Progranmipunkie vertreten. In Paraguay sind vorübergehend sogar von der Regierung judenfeiudliche Grundsätze aufgestellt worden. Trotzdem spielt im Gesamtleben Lateinamerikas Antisemitismus kaum eine bedeutsame Rolle. Erst kürzlich sind z. B. drei jüdische Abgeordnete in das chilenische Parlament eingezogen. KurtStillschTveig (Wird fwrtsesetaO Ramsay Mac Donald Die englische Politik hat mit Kamsay Mac Donald eine ihrer interessantesten Erscheinungen verloren. 1031 war er. in einer überaus kritischen Situation für seiu Land, unter-starkem persönlichem Einsatz als Führer der Labour Party, von der er sich freilich trennen musste, mit dem konservativen Baldwio. ein Bündnis " ein--, gegangen. Sein Blick für die Realitäten uud j=eine keineswegs dogmatische Gesinnungstreus haben ihn auch'in der Geschichte des jüdischen Palästina zu einer wichtigen Figur werden lassen. MacDonald hat sich für Palästina ausserordentlich, interessiert und-bereits 1022 eine Reise Brief marken - Fritz Lewin Berlin W 35, Lütrowstrasse 91 A. _ ins Heilige Land'unternommen, -in, seine Amtszeit als Ministerpräsident fielen die schweren t'nruhen von 1929, fiel das Wirken eiuer Unter- Rjehungskommissicm und das Erscheinen des Passfield-Weissbucbes, das für die Entfaltung Palästinas und insbesondere die jüdische .Bodenpolitik bedeutende Erschwerungen 2U bringen?chien. Es kam damals, zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen der Jewish Agency und. der englischen Regierung und zuoi Bücktritt Weizmanns und Felix Warbürg?. Erst ein -berühmt gewordener Brief MacDonald? (der „schwarze*" Hriei nach dem ,.Wels5"-Bucb. wie. die Araber >agten), sebui die ArbeUsgrundlagen neu. Unvoreingenommen und realistisch interpretierte MacDonald damals das Weissbuch und die palästinensische Situation und unterstrieb das Festhalten Englands an den Mandatshesti-mnmniren__ Ausbürgerung und Enterbung Auf Vorschlag des Reichsjustizmiuistere- Dr. Gürtner hat die Reichsregierung das .-Gesetz über erbliche Beschränkungen.' wegen gemeinsebaftswidrigen Verhaltens" erlassen. Danach sind ausgebürgerte Personen von jedem Erwerb von Todes wegen gegenüber deutschen Staatsangehörigen ausgeschlossen- Sie. können also gegenüber dem Nachlaes eines . deutschen Staatsansehöriiren weder . gesetzlicher noch, testamentarischer Erbe, noch Pflichtteilsberecbügter oder Vermächtnisnehmer sein: auch Schenkungen von Todes wegen zu ihren Gunsten sind "nicht zulässig. Zur Verhinderung von Hmgebungsversuchen werden auch sonstige Schenkungen an Ausgebürgerte, verboten. Die [.Übertretung des Verbots ist strafbar. Dos Gesetz erweitert ferner die Voraussetzungen, unter denen nach bürgerlichem Recht ein Erblasser einem Abkömmling den Pflichtteil entziehen kann, nämlich ein deuisebblütiger Erblasser kann den Pflichtteil entziehen, wenn der Abkömmling nach.. Erläss der Nürnberger Gesetze einen Juden oder ohne die erforderliche' Ge u eb'rn i g u u g?inen nichtjüdischen Mischlin.g geheiratet hat. ' Die Jewish Agency for Palestine unddas Präsidium des Keren Hajessod für Deutschland, führten eine Reihe von Veranstaltungen durch, die dem Gedenken an den 20. Jahrestag der Balfour-Deklaration undder Erörterung der aktuellsten Palästina-Probleme gewidmet waren. Der Auftakt Die " Reihe der" Veranstaltungen' wurde mit. einem" .Teea&eod eröffnet, zu dem in erster l'ei.ho die Berliner Freunde, und Mitglieder des . Keren Hajessod erschienen . waren. Unter den Anwesenden, bemerkte man führende Vertreter der grossen Jüdischen Körperschaft.er. und Organisationen. Die Veranstaltung erhielt eine festliche Umrahmung durch Darbietungen des 0 r c h e s t e r s des Jüdischen' Kulturbundes Berlin unter. Leitung von Kapellmeister Rudolf Schwarz: es spielte Cherubims Ouvertüre zu „Der Wasserträger", und. eine Serenade für Streichorchester von Dvorak. Rabbiner Dr. Leo Baeck erö.üuetp. djpse ..Stunde des Nachdenkens und der Aussprache*' mit ehrenden Worten des Gedenkens an die im Kampf um den Aufbau Palästinas gefallenen Juden. Es gelte, mit Heroismus und der Einsicht in das Mögliche den Juden Staat, unabhängig von seiner Ausdehnung, als einen wirklich jüdischen Staat zu gestalten und seinen-Aufbau zu fördern. Wenn Heldentum Erfüllung bringe, müsse ein auch schmerzlicher Verzicht hinter die Tatsache der Erfüllung zurücktreten. Dr. Herzfeld (Essen), der Vorsitzende des Jüdischen Central-Verems, stand noch sichtlich unter dem Eindruck seiner kürzlich beendeten Palästinareise. Er gab in grossen Zügen ein ungeschminktes Bild von den politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten und sprach auch hei' dieser Gelegenheitseine Hochachtung vor der unbeugsamen Entschlossenheit der jüdischen Menschen aus. mit der sie den Aufbau fortsetzen. Gerade in Notzeiten sei es gesamtjüdische Pflicht. Pioniere nicht im Stich zu lassen. Rechtsanwalt Benno Cohnr der Gesohäf'sführende Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, stellte die begrüssenswerte solidarische Haltung der. offiziellen jüdischen Kreise und der jüdischen Presse in Deutschland einer gewissen Trägheit des Empfindens gegenüber, wie sie . sich jetzt in den. breiten jüdischen Schichten viel-, fach geltend mache. Der Zionismus bedeute, ungeachtet aller Rückschläge, nach wie vor Erneuerung des Judentums in der Weltbund mit dem Judenstaai beginne nur eine neue Etappe konstruktiver Arbeit Die Antithese „Zionisten Nicht^ipnisten" sei eine überholte Form ei. Der- Zionismus, so meinte Benno Cohn mit überspitzter Formulierung, könne die. Heimat des ganzen, jüdischen Volkes werden; denn Erneuerung des Judentums in der Diaspora könne sich nur~aus dem Geist der Erneuerung in Palästina vollziehen. . Der Syndikus des Jüdischen Centrai-Vereins, Dr. Alfred Hirsebberg, ging von der letzten Agency-Tagung in Zürich aus. Hier sei bei aller Unterschiedlichkeit der Auffassungen, er erinnerte an Felix M. Warburg und Lord Melehett, der Gedanke an das Palästina w e r k als eine jüdische Möglichkeit das letzthin Einende gewesen. Das gegenseitige Vertrauen, die Ehrlichkeit der Auseinandersetzung, die Anerkennung der verschiedenartigen Grundideen und. das Bewußtsein wechselseitiger Verantwortung seien die besten Grundlagen gemeinsamen Wirkens mit dem Ziel, am Punkte des geringsten Widerstandes ein Höchstmass von Nutzen für den jüdischen Menschen zu erreichen, zum Segen für das Judentum und nicht allein für eine jüdische Richtung. Wenn auch die Schaffung des Judenstaates stärkere Verpflichtungen bedinge, so sei dennoch überall da, wo sich Zukunft von Juden gestalte, Arbeit gemeinsam zu tragen und Verantwortung gemeinsam zu teilen. Mit den Worten „Unsere Arbeit geht weiter!'" schloss Dr. Michael Traub, der Geschäfsführende Vizepräsident des Keren Hajessod in Deutschland, den würdig verlaufenen Abend, nachdem er die materiellen Notwendigkeiten umrissen und. die Abhängigkeit einer gesunden nationalen Politik vom Umfang des vorhandenen nationalen Kapitals aufgezeigt hatte. An den Keren Hajessod, ohne dessen Mittel schon der bisherige Aufbau undenkbar gewesen sei, würden, in Zukunft weit grössere Anforderungen gestellt werden. E. G. L. Der Gemeindeabend. Am Sonnabend folgte ein Genieindeabend in der bis auf den letzten Platz gefüllten Synagoge Prinzregentenstrasse; er stand unter dem Motto ,.Von der Baliour-Deklaration zum Judeustaat". Rabbiner Dr. Baeck gedachte zum Beginn des Todes, von Felix W a r b u r g und der Opfer in. Palästina, zu deren Ehren die Versammlung sich erhob. Mit Bezug auf Palästina führte Dr. Baeck aus, dass hier an Stelle des bisherigen Optimismus ein gewisses Zagen getreten, ist, verursacht durch den Gedanken der Teilung. Es . wäre besser, statt „Teilung" die Worte „Anfang, Beginn" zu setzen.. Aller Anfang ist klein, aller Fortschritt muss erarbeitet werden. Geschichte bedeutet Verantwortung, und diese Verantwortung liegt in Palästina vor uns. Unserer Pflicht und unserem Opfer ist das Land anvertraut, es ist ein kleines Land — aber für. die 2rosse L'.pbe ist das Land nie zu klein. Es ist fin fernes Land — aber es ist immer ein jüdisches Gefühl gewesen, das Ferne nahzu empfinden. WTeun wir mit Erinnerung, und Zuversicht ans Werk gehen, wird sich das Propheten wert bewahrheiten: „Dein Anfang wird jmm<jr kl^in spi'u. aber Dein Ende wird grünen und blüii.-n!" Direktor Heinrich Stahl, der Vr>r.>ilz"nde dpr Berliner Jüdischen Gemeinde, betoute, dass auch vom ..Standpunkt d«s .reiig.iös-.l.iberal.pn. Judeu diese Veranstaltung keine zionistische Propaganda, sondern eine Angelegenheit von allgemein-jüdischer Bedeutung sei. Die Balfour- Dek.l3rat.ion hat den Juden. Gelegenheit gegeben, zu zeigen, dass sie aufbauende Arbeit leisten können. Die in den Kolonien von gross^nteils für andere Berufe erzogenen jungen Menschen geleistete Arbeit hat den stärksten Eindruck auf die Welt gemacht, und Jeu Juden erhebliche Sympathien, zugewandt. Diese Politik der landwirtschaftlichen Kolonisation gilt es beizubehalten. ' Die Welt'sieht heute anders aus als vor 20 Jahren, viel mehr -Juden als damals befinden sich auf der Wanderung, noch weit mehr bereifen sich darauf vor. Für alle diese bildet das durch, die Balfour-Deklaration ermöglichte Beispiel der Juden in Palästina eine Enir.ii.i-. gung. Dr. Michael Traub erinnerte an die Zeit, des 1. Ziomsten-Kongresses und an die ungeheuren Schwierigkeiten, die zu überwinden waren. Die Entwicklung gingnur langsam vor sich, 1914 zählte Palästina erst SO 000 Juden, Tel-Aviv nur 1-191 Einwohner. Die Balfour- Deklaration mag zwar bei ihrer Entstehung durch propagandistische Rücksichten beeinflusse worden sein, entstanden und gerechtfertigt ist, sie aber letzten Endes durch den Glauben, den Willen, die Hoffnung von Hunderttausendeu. Auf die Gebiete, die durch jüdische Arbeit aus Sumpf, Düne, Oedland in fruchtbares Kulturland verwandelt .-worden sind, haben die.-Juden einen rechtlichen wie einen moralischen Anspruch. Weiter ging Dr. Traub auf die Araberfrage ein, behandelte die mit den Teilungsvorschlägen verbundenen Probleme und schloss mit dem Hinweis, dass-die Balfour-Deklaration lediglich eine Form bedeute, die mit- Inhalt-zu erfüllen unsere "Aufgabe war und ist. Namens der norddeutschen Gemeinden sprach ein. Vertreter des Preüssischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden^ namens der süddeutschen Gemeinden. Oberstiandesgerichtsrat Dr. Alfred N e u m e y e r ' (München). Das ' -K'ul-- turbundorehester unter Leitung von Rudolf Schwarz, prachtvoll im einheitlichen Zusammenspiel wie immer, erfreute durch die Wiedergabe der Hebriden - Ouvertüre von Mendelssohhn-Bartholdy und den Krönungsmarsch aus dem ..Prophet"' von. Meyerbeer. Die Beiratstagung der Agency Den nächsten' Tagfüllte die III. Konferenz des Beirats der Jewish Agency für Deutschland aus. Der Vormittag brachte in erster Linie einen Bericht von Dr. Baeck über die 5. Tagung des Council der Jewish Agency in Zürich. Gegenüber allen Bedenken gegen eine Teilung setzten sich schliesslich die positiven Momente durch: die Tatsache, dass der Jischuw für staatsreif erklärt wurde, und die Gewissheit, dass künftig Juden und. nur sie allein über die jüdische Einwanderung zu bestimmen, haben würden. Dr. Baeck berichtete weiter über die Debatten über Art, Form und Stellung des künftigen jüdischen Staates sowie über die Diskussionen zur Araberfrage und die vielfachen Lösungsvorschläge und teilweise einander entgegengesetzten Meinungen, die dabei geäussert wurden. Er schilderte eingehend, wie der Gegensatz der Auffassungen weniger der Gegensatz Von Personen als der von Gruppen gewesen sei. Das positive Moment sieht Dr. Baeck darin, dass die Jewish Agency ihre Feuerprobe bestanden und die Gefahr einer Auflösung und Spaltung vermieden bat. Anschliessend hielt Dr. Traub einen Vortrag über , den Peel-Bericht und die gegenwärtige Situation in Palästina. Er legte dar, dass der Peel-Bericht.eiu vorwiegend politisches Instrument, ist, behandelte sehr eingehend die .arabische Politik. :die arabische Situation und die arabischen Aspirationen und schilderte schliesslich die Kritik, die vom Peel- Bericht, .an der jüdischen Haltung geübt worden sei, und die Gegenkritik, die von jüdischer Seite hiergegen . zu., erheben. sei, — In der darauffolgenden sehr angeregten Diskussion wurde lebhaft die Meinung erörtert, ob und mit welcher Berechtigung und Zielsetzung der Unterschied zwischen Zionisten und Nicbtzionislen noch wesentlich sei.. Von zionistischer Seite wurde der Gedanke einer völligen Verschmelzung zionistischer und uichtzioni.stischer Palästina- Anhänger zur Debatte gestellt. Dr. Alfred Hirschberg bemerkte hierzu, dass keine Verschmelzung'erstrebenswert sei, sondern aufrichtige Zusammenarbeit wie bisher unter gleichberechtigter Anerkennung der Diaspora- Tdeologie. Ein Aufsaugung der Nichtzionisten durch die Zionisten käme nicht in Betracht; zu vermeiden sei eine Politik, die einen Judenstaat, im Aufbau der Diaspora auf Abruf entgegenstelle, .zu-fordern die Gieichbewertung des werdenden Landes und. der vorhandenen und in der Umstellung begriffenen Diaspora. . - Nach der Mittagspause folgten die- Beratungen der K o m m i-s s i o n ' f ü r P.a - 1 ä s t. i n a - P o 1 i t i k unter Leitung von. Rechtsanwalt Benno Co h v und der K om m i 's s-i on f ü r I' a i Ii s t i n a - W i r U c h a i* t unter Leibi mr von Kurt L ö w e n s t e i a. Trotz d'-r knapp'"'-'1 Zeit gelang es hierbei, die positiv.-n und negativen Aspekte der einzelnen Probleme klar herauszustellen. Nach Wiederherstellung de»-; Plenums wurde die Aussprache* vom Vormittag fortgesetzt, wobei von besonderem - Interesse war. dass die beiden Vertreter der Jugend NevkGieäftunejen — Urr>schyS^t;r?gpn ib@sfe 8ediRg6i^g@9i JOS EF^S IMO Unter ^esü Linden 43/45 j!r>mob»{ienge3<:hQft seit '904 Georg Schuster und Rudi Baer. die Teilubgsideologic ablehnten, weil sie sich von 'd'°r Tejlunc: keine Lösung üV\s Araberproblems versprechen. Nachdem Dr. Traub die Ergebnisse der Tagung nochmals zusammengeiussi hatte, verlas Dr. Baeck die nachstehend wiederg«"•• a eb en e Resolution, die einstimmig angenommen wurde,-und dankte den Erschienen für ihre rege Mitarbeit. Gü..Lo. Als Eatscbliessui'ig wurde folgender Aufruf.;.An die Juden in Deutschland' angenommen': -Zwanzig Jahre nach Verküiidung' der Bal- Vi>;ir-T>klaration erleben wir. wie die Nationale flehsisf-iHe d<-s Jürüs<-li«n Volkes in" Palästina ii? eine uene Epoche ihr^r Entwicklung übergeht. Das Jüdische Volk in Erez Jisrael lebt in dieser »ji <]es Ueberg:ang<'s, die schwerste Opfer von ihm fordert, mutig, voll starken Willens und in der Zuversicht, dass sein »Verk des Aufbaus un- «Tschüticr-L ja befestigt einer grösseren Zukunft eotgegeugeht. Die Erweiicruns der iandwirfsclxafiiiehen. Siedlung, die Begründung tou -neust zehn -..Xeucn Punkten'' jenseits der Grenzen der bisherigen Kolonisation ist das sichtbarste Zeugnis dieser Kraft und Gewissbeit.' Die Bereitschaft der Judenheit ausserhalb Palästinas, für Erez Jisrael einzustehen,. .wst auch im letzten Jahre der treue Busdesgenosse des Jischuw. Die Leistung des Keren Hajessod in den Ländern der Diasnora war der Ausdruck dieses Bundes. Das neue -Jahr muss ihn neu und wirksam bekräftigen. Unsere.Leistung für den Keren1 ■ Hajessod, unsere kolonisatorische Arbeit Ith Lande kann die Entscheidung* an deren Schwelle wir stehen, aufs stärkste.. initbrstimmen. Uns Juden in Deutschland ist heute der Weg nach einer neuen Heimat zu einem Gesetz unseres Lehens geworden. Vierzigiausesd unserer Brüder nnd Schwestern haben sie in Erez Ji.sra.el gefunden.•• Tausende wollen und werden ihnen folgen. >~oca wird nicht für alle die Zeit der Sehnsucht ihr Ende linden können:, aber die Gesamtheit muss hegreifen, dass in Palästina in unseren Tagen die grosse Geschichteunseres alten Volkes sich erneuert. Sie muss dieser Wiedergeburt ein starker Helfer sein. Die Arbeit des Keren Hajessod für das Jahr r><>9S beginnt! Wir rufen von unserer heutigen Tagung, an der die SteiehsVertretung, die Landesverbände, die Gemeinden und die grossen Organisationen der-.Judeulunt in Deutschland teilnehmen, alle Judeu und Jüdinnen im. einer neuen, grosser, Anstrengung ani Der Keren Hajessod. muss den Grundstein legen: Hir .den neuen Bau des jüdischen Leben? in Palastina. für Einwanderung und Siedlung, für uns und alle, die in Sehnsucht und X?>? de» jüdischen Namen im Lande seines Ursprungs zu neuem Glanz führen wolien!" Gedenkfeier für Felix M. Warburg Die Reichs vertreiu 02 der Juden in Deutschland veranstaltet in Gemeinschaft mit dem Vorstand der J ü d i s c h e u G e-m-e r-n-d e Berlin, der Jewish Agency i'or Palestine und dem H i i f s v e r e i n der Juden in Deutschland am Sonnabend, dem 2T. Xoveniber,- 20 TThr 15 Min. in der. Synagoge Oranienburger Strasse eine Gedenkfeier iür Pelix 31. Warburg. Zur Aufführung gelangt die Felix M. W.ärburg gewidmete Freitagabend - Liturgie ' von Jacob Weinberg, in deren Rahmen Leo.Baeck Worte des Gedenkens sprechen wird, pe'- grüssung:- Heinrich Stahl: — Mitwirkende: Paula .Salotnoti? Li o d b erg. Haus J o h u- J acobson, Erwin J o s p e. Musikalische -Leitung: Obernjo W im a w e r.- Freier Eintritt. Nur für Gemeindemifglieder.. Nach einer Allgemeinen _ Verfügung des Reichsjustizministers vom 4. 11. 1037 isi dmi J u d e n im Verkehr mit den J u s t. i z - b e b ö r den, insbesondere in Gerichtssitzungen. ' der Deutsche Gr u s& n i c h t g - statte t.___. . Ghefre.iaJaeur Dr ,.M f r e d . B i.r s c b b s : z . stell vt-rtretender Chefredakteur: Dr Margarete Ed o 1 heim. Verantwortlich f'ir deu Sport- Dr E r v. ■< t G.. Löwenthal; verantwortlich für die Aufnaho^ von Bildern. Dr Margarete 13 d e 1 h e i ai : siunlieb in Derlin Für Rarksendnnc uaverlr'.ngc^r Rnüf.nriunson ist Freiumscblag bsizufüceü Leiter der Atizoi- Ken-Abi'jiltmg und verantwortlich " für d?n Inhalt d-r Anzeigen: Friedrich Nathan. Berlin DA III Vi. 37 17&. PI ä Verlag- Jüdischer Cemral Verein e V. Berlin W 15. Eraser Str 42 Druck der Büch und Tiefdruck Oe&ellschaft mbH Berlin S\V 19 Wf S S ig r m in allen führenden Wäscheqeschäften jf7 Jg §f f&W 7 & KklaUbermW a&C3te . DamenwGscheffobMk Rosa Kleuber / München M i£EMm@§*e® ff aS$1*Bte