Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1937-11-11 · 45 (11.11.1937) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
45 (11.11.1937)
Date
1937-11-11
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2277379-2277516-2277561--12383-2281985
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seife 18 C-V.-Zeifung Nr. 45 * 11. November 1937 kolonnen auf der Strasse Jerusalem—Jericho in' Zukunft durch Militärflugzeuge begleitet. ' Die jüdische Siedlung C h e r u t im Scharon- Gebiet ist beschossen worden. Bei Natania wurden Schüsse auf ein jüdisches Auto abgegeben. An der Eisenbahnlinie zwischen Deir es Scheich und Betir bei Jerusalem explodierten kurz vor Eintreffen des Zuges zwei Minen. Das Dorf Tire hat vom Distriktskommissar den Befehl erhalten, binnen zwei Stunden sämtliche Schusswaffen auszuliefern. Der Befehl wurde nicht befolgt, und der Kommissar legte dem Dorf eine Kollektivstrafe von 250 Pfund auf. Die Polizei beschlagnahmte die Habe der Dorfbewohner. Auch über mehrere Dörfer bei Nablus und Tulkerem wurden Kollektivstrafen verhängt. Bei Endor wurde die Irak-Petroleumleitung erneut beschädigt. In dem Hof des B e~t a r - K1 u b s in der Altstadt von Jerusalem wurde eine Bombe geschleudert. Die Polizeistation in Ireisan wurde eine halbe Stunde hindurch beschossen und eine Bombe zur Explosion gebracht. Als Verstärkungen eintrafen, entflohen die Angreifer. Ein ähnlicher Ueberfall wurde auf die Polizeistation in Nazareth verübt. In R a m a h bei Akko wurde der Muchtar durch einen Schuss verwundet, weil er angeblich den Behörden Mitteilungen über Bandenbewegungen in Nordpalästina gemacht hat. Auch der Muchtar des Dorfes Tire wurde durch einen Schuss verwundet. Ein Araber, der in einem an Tel-Aviv grenzenden Viertel eine Bombe werfen wollte, ist durch vorzeitige Explosion des Sprengkörpers zerrissen worden. •■ Ueber das Dorf J a g u r bei Haifa, wo kürzlich jüdische Schulkinder beschossen worden sind, wurde eine Kollektivstrafe verhängt. Drei arabische Dörfer im Kreise Dschenin erhielten den Befehl Pesten zur Bewachung der Telephonleitung zu stellen. Die Aeltesten des Dorfes R e n t i e bei Petach Tikwa wurden wegen eines Sprengstoffanschlages ins Konzentrationslager gebracht. Ein A"u t ob u s der Gesellschaft „Egged" ist auf der Fahrt zwischen Tel-Aviv und Jerusalem beschossen worden. Drei Passagiere wurden Ipicht verletzt. Der Schuppen einer jüdischen Bootsreederei im Tel-Aviv er Hat'enge biet ist durch Brand vernichtet worden. Man vermutet einen Anschlag auf den Hafen. Im Hinblick auf die wiederholte Beschiessung der Eisenbahnstation L y d d a hat der Regierungskommissar die Besitzer der in der Nähe gelegenen Plantagen eindringlich gewarnt. Der stellvertretende Polizeikommandant von Beer Scheda hat den Bürgermeister, den Gemeinderat, den Kadi und den Mufti des Ortes aufgefordert, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. lieber das Dorf Kakun ist wegen Beschiessung der Kwuza Gordonia eine Kollektivstrafe von 100 Pfund verhängt worden. In der Nähe der "Jerusalem er Tierklinik wurden am Freitag zwei britische Soldaten angeschossen. Einer von ihnen w^ar sofort tot. der andere wurde sehr schwer verletzt. Eine gründliche Durchsuchung der Häuser der Umgebung ergab nichts. Die Tat erfolgte nahe der Stelle," an "der Avinoam Yellin erschossen worden ist. Der Leiter der Regierungsabteilung für öffentliche Arbeiten in Tiberias, Hassan Saleh Hamad. ist. im Schlafe überfallen und sclrwer verletzt worden. Er verdächtigte drei Araber der Tat. Die junge Witwe des bei dem Ueberfall auf die Autokolonne der Potash Company erschossenen jüdischen Arbeiters Slodnicki hat einen vergeblichen Selbstmordversuch unternommen. Die"Arbeiter der Company beschlossen, der Frau wetkt heute in uns sofort den Bezug auf die schwer lastende Gegenwart. Sehen wir, nachdem wir die dicht bevölkerte Adriaküste verlassen haben, zum erstenmal die öden, fast unbewohnten Inseln Griechenlands, so spüren wir, töricht und unwirklich genug, das Gefühl: Raum. Und für Sekunden verfolgt uns die Vision der Scharen heimatloser Juden, die irgendwo in der Welt einen Platz suchen und überall „wegen üeberfüllung geschlossene Türen" finden. Dass sie Oedland in Ackerboden verwandeln können, haben sie schon bewiesen, und dass es ihnen jetzt wieder zum Verhängnis werden soll, kann doch die Leistung nicht verkleinern, die in Zukunft überall dort, wo sie angemeldet werden wird, ihre Forderung nach Lebensraum zu stützen in der Lage ist. Ueberhaupt — griechische Küste! Aufsteigen von Schulweisheit und dem, was sie sich nicht träumen liess und wozu sie uns doch den Schlüssel in die Hand gab! Der Irrfahrer Odysseus wurde zum Helden der griechischen Sage, aber es selbst, das Griechentum als ein an eigene Menschen gebundener Kulturzusammenhang, ist von der Erdoberfläche verschwunden. Das Judentum aber irrt heute noch durch die Welt. Wer hätte damals in den Tagen des Hellenismus und der grossen weltgeschichtlichen Auseinandersetzung zwischen Judentum und Griechentum zu prophezeien gewagt, dass nach beinahe zw~ei Jahrtausenden junge jüdische Menschen hier vorbeifahren würden, um wieder ein eigenes Land zu bauen?! Es ist kurz nach dem Freitagabend- Gottesdienst, als draussen auf Deck die Jungen und Mädel sich um die Schultern fassen und eine Horra tanzen. Das Gestade Griechenlands liegt wie ein silbriger Streifen in der milden Mondnacht War am Tage noch da und -,dort ein einsames Haus und eine kleine Ortschaft zu unterscheiden, so breitet sich jetzt überall leblose Stille. Wie die Küste jetzt langsam unseren Blicken entschwindet,ist Griechenland als lebendiger Körper versunken und gestorben. Aber auf unserem Schiff singt eine neue Jugend: „Am Jisrael chaj." „Israel lebt." Man braucht nicht immer weit in die Jahr- und ihren beiden kleinen Kindern ihren Ueberstundenverdienst zur Verfügungzu stellen, bis sie sich selbst erhalten könne. Im ganzen Lande sind die Gefängnisse so überfüllt, dass wiederum Konzentrationslager zur Unterbringung von Terroristen gebaut werden müssen. Das grösste Lager wird bei S a - raf end angelegt, "wo schon während der Unruhen des Vorjahres zahlreiche Araber gefangen gehalten wurden. Diesmalistauch eine Abteilung fürJuden eingerichtet worden. Es sind erhöhte. Mittel für die entstehenden Ausgaben erforderlich. Der Distriktsbeamte von Safed hat dem Bürgermeister und Muchtars der Stadt Verhaftung für den Fall erneuter Ruhestörungen angedroht. Diese traten daraufhin zurück. Beunruhigend ist auch die Nachricht, dass sich an den Terroraktionen wieder in stärkerem Masse nichtpalästinensische Araber beteiligen. So wurde das Dorf Humel Fachme bei Akko von einer zwanzig Mann starken, fast durchweg aus Syriern bestehenden Bande angegriffen. Der sefardische Oberrabbiner von Palästina, Jacob M e i r, hat im Hinblick auf die Fortdauer der Unruhen einen Fast- und Bettag proklamiert. * Wolkenbrüche haben in mehreren Teilen Südpalästinas zu Ueberschwemmungen geführt. Auch Jaffa und Tel-Aviv hatten in geringem Ausmass unter der Wetterkatastrophe zu leiden. Teile der an Jaffa grenzenden Vorstädte von Tel Aviv wurden unter Wasser gesetzt, in der Herzistrasse musste das Wasser durch die Feuerwehr ausgepumpt werden. In der Gegend von Beer Schewa eriranken neun, an der Grenze bei der Sinai-Halbinsel fünfzehn Beduinen. Arabische und mohammedanische Stimmen Im arabisch-mohammedanischen Lager hat sich weder innerhalb noch ausserhalb Palästinas eine einheitliche politische Stellungnahme gebildet. Die arabische Zeitung „A Dii'aa" meldet, dass die arabischen Herrscher zur Formulierung ihrer endgültigen Meinungsbildung in der Palästinafrage zur Zeit in schriftlichem Gedankenaustausefcf stehen. Bemerkenswert ist weiter der Vorschlag des Bürgermeisters von Bethlehem, Issar Effendi B en dak, der in seinem Wochenblatt „Saut el Shab'b" einen Aufruf zur Einberufung einer jüdisch-arabischen Round-Table- Konferenz erlassen hat. Die Regierung solle ihren guten Willen beweisen, indem sie Vertreter beider Bevölkerungsteile an den Verhandlungstisch bringe. Auch ausserhalb Palästinas beschäftigt man sich in mohammedanischen Kreisen lebhaft mit der politischen Situation des Landes. Der Emir Abdullah von Transjordanien hat bei der Eröffnung der Session des neu gewählten Gesetzgebenden Rates zugleich mit seinem Bedauern über die schwierige Lage in Palästina betont, dass Transjordanien keinerlei Verantwortung hierfür trage. Der Gesetzgebende Rat hat alsdann seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben, dass die Eingliederung Palästinas in "einen grösseren arabischen Staat begrüssenswertsei, dass man aus nationalistischen Gründen aber die Errichtung eines Judenstaates abiebnen müsse. Eine Abordnung der Mohammedaner Aegyptens hat der Englischen Gesandtschaft in Kairo einen Protest gegen die Balfour-Deklaration überreicht. Die mohammedanischen Abgeordneten des indischen Parlaments haben eine Erklärung herhunderte zu schweifen, um den ewigen Fragen nach Juden und -Judentum nachzuspüren. In jedem der vielen Mitreisenden begegnen sie einem in immer neuen und gegenwärtigen Formen. Die „alten" Palästinenser — sie sind meist zwei bis drei Jahre im Lande — bringen sie von ihren Ferienreisen wieder mit zurück, etwas aufgelockert und vertieft vielleicht durch das, was die Gespräche im alten Europa ihnen an Problematik hinzugefügt haben. Man hört oft, dass unter dem Druck der vielen, und schweren praktischen Sorgen zu grundsätzlicherem Nachsinnen im Lande selbst nicht allzuviel Zeit bleibt. Das hat seine guten Seiten, und es ist eine gesunde Entwicklung, wenn die Arbeit einen so stark packt, dass sie zu Zweifeln am Kern der Sache keinen Raum lässt. Aber es ist auch ganz gewiss kein Fehler, wenn die Europareise insofern zur „schöpferischen Pause" wird, als sie diesen Kräfteverbtauch mitunter als zu radikal erscheinen lässt und zu dem Entschluss führt, in Zukunft auch unter Opfern der geistigen Betätigung wieder mehr Raum zu erzwingen, als ihr bisher gewährt wurde. Im Vordergrund des Denkens stehen die politischen Sorgen. Nicht nur, dass sie die gemeinwirtschaftlichen und privatwirtschaftlichen Schwierigkeiten so ungeheuer erschweren, legt sie jedem einzelnen wie einen Alpdruck auf die Brust; sondern die Gesamtverantwortung dieser erst zur Gemeinschaft zusammenwachsenden Menschengruppen nimmt in ihrer Stärke den ersehnten Zustand des normalen nationalen Lebens schon vorweg. Mandat oder Teilung, Terror oder Ruhe, Machteinsatz Englands oder Treibenlassen— das sind die Fragen, die die Gemüter der Zurückreisenden wie die aller anderen Passagiere bewegen. Mitten hinein platzen die Funktelegramme über neue Bombenattentate und die Verhängung des Belagerungszustandes in Jerusalem. Viele sorgenvolle Gesichter blicken in die berauschende Schönheit des Meeres, in dem sich die gleissende Sonne des Südens spiegelt. - Der schmalzige Schlager, der aus dem Teeraum binaufdringt aufs Promenadendeck, erscheint wie eine Verzerrung der wahren Stimmung dieser Reise, und ausgegeben, in der sie den arabischen Brüdern in Palästina ihre volle Sympathie in dem gegen eine grosse Uebermacht geführten Kampf um den Schutz ihrer legitimen Rechte und die Rettung des Heiligen Landes vor dem Angriff der Zionisten zu sichern. Die Teilung Palästinas sei undenkbar und empöre die mohammedanische Welt aufs tiefste. Das Land müsse den Arabern übergeben und das Mandat beendet werden; sie müssten das Selbstbestimmungsrecht und die Möglichkeit, ihre eigene demokratische Regierung zu bilden, erhalten. Hingegen hat Gandhi durch sein Sekretariat erklären lassen, dass er entgegen den Behauptungen arabischer Blätter eine Sympathiekundgebung für die Araber Palästinas niemals abgegeben habe. „Great Britain and the East" zur Palästina-Frage Anlässlich der bevorstehenden Rückkehr Sir Arthur Wauchopes nach Palästina erörtert die Zeitschrift „Great Britam and the East" die künftig einzuschlagende englische Politik. Das Blatt spricht die Erwartung aus, dass die Methoden, die während des Urlaubs des High Commissioner zar Unterdrückung des Aufruhrs angewandt werden seien, auch weiterhin fortgeführt -würden. Die Empörung, die der Teilungsplan in den arabisch sprechenden Ländern Asiens und Afrikas hervorgerufen habe, sei nicht voraussehbar gewesen, heute sei sie aber eine Tatsache. Ohne sich auf die Einzelheiten festzulegen, sei die Regierung zur Teilung entschlossen. Vorerst aber müsse die Ordnung wiederhergestellt werden, und hierfür gebe es erst wenige hoffnungsvolle Anzeichen. Die Situation in Syrien sei nicht unbedenklich. Nachfolger Sir Arthurs müsse einer der besten Männer' der Empire-Verwaltung sein. Die Rückkehr des High Commissioner Sir Arthur Wauchope nach Palästina ist infolge seines Gesundheitszustandes auf den 10. November verschoben worden. Kieke politische Nachrichten Der 20. Jahrestag der V^erkündung der Balfour-Deklaration ist in ganz Palästina festlich begangen worden. Die jüdischen öffentlichen Gebäude waren mit englischen und blauweissen Fahnen geschmückt. Arabische. Gegendemonstrationen waren nicht zu verzeichnen. * Die palästinensischen Zeitungen melden, dass Ende November weitere englische Truppenverstärkungen in Palästina eintreffen würden. * Der Distriktskommissar von Nablus, Foot, hat mit ■ den Führern der in seinem Amtsgebiet operierenden Truppen eine vertrauliche Beratung abgehalten. * Die palästinensische Polizei wird mit Radiostationen ausgestattet, die auf Autos fahrbar montiert werden. Der Sender der Haifaer Polizeistation wurde verstärkt, in Jaffa soll ein weiterer Polizeisender eingerichtet werden. Die zur Zeit in Palästina vorhandenen 30 Polizeifunkstationen sollen um 40 vermehrt werden. # Der Stadtrat von Tel Aviv hat eine Resolution gegen die neue Einwanderungsverordnung erlassen. Ein gleicher Beschluss wurde in einer Arbeitermassenversammlung in Tel Aviv gefasst. 2$ Die Mandatsverwaltung hat in den letzten Wochen an Einwohner von Tel Aviv und Umdie bunten Mützen und Papierschlangen des obligaten Bordballes bringen höchstens die Karikatur einer Maskerade zustande. Sie haben nicht die Kraft, die Sorgen zu brechen, und sei es selbst nur für die kurzen Stunden eines Festes. Man lässt sie liegen, stolz und ein bisschen wehmütig. Es ist eine ernste Fahrt. Deshalb ist es gut, dass man nicht allein ist. Das Gemeinschaftserlebnis erhöht Widerstandsfähigkeit und Zuversicht. Die sehr jugendlichen Schultern, auf denen die Leitung unserer Gruppe liegt, erweisen sich in jeder Situation als durchaus tragfähig. Wir haben Zusammenkünfte, in denen wir uns und die Probleme kennenlernen, die uns im Lande erwarten. Glücklicher Zufall und Saisonbeginn haben zusammengewirkt, um uns Menschen aufs Schiff zu führen, die diese Gespräche zu einer wirklichen Bereicherung werden lassen. Sie dienen nicht der Propaganda, sondern sie können dem, der sich von ihnen anrühren lässt, eine Fähigkeit vermitteln, die nicht hoch genug zu schätzen ist: die Fähigkeit, Kulissen beiseite zu rücken und hinter ihnen manches vom wahren Wesen der Dinge zu erkennen, nicht nur glatte Oberfläche, sondern auch die Fugen und Risse,, die nun einmal zur Wirklichkeit gehören und die sie um ihrer Unvollkommenheit willen erst recht liebenswert machen. Es ist die letzte Nacht an Bord. Morgen früh beim Erwachen wird die Küste Palästinas vor uns liegen. Die unsägliche Spannung in uns ist aus freudiger Erwartung und dumpfem Bangen genährt. Wir kennen das Land aus tausend Bildern und Berichten. Es schien uns manchmal, als bedürfe es kaum noch einer persönlichen Inaugenscheinnahme, damit es uns ganz zu eigen würde. Aber schon die Reise hat, indem sie blosse Vorstellungen in lebendige Eindrücke verwandelte, soviel gegeben, dass es uns vorkommt, als sähen wir schon jetzt uns und die Welt mit neuen Augen. Eine Palästinareise ist heute ganz gewiss keine Sensation mehr, und wir bilden uns nicht ein, durch sie unseren jüdischen Menschen daheim neue Erkenntnisse vermitteln zu können. Aber Schluss der Anzeigen - Annahme för die nächste Ausgebe ist wegen das Busstages ausnehmswess© Donnerstag vormittags gebung, die während der Unruhen von 1936 verwundet wurden oder Angehörige verloren haben, etwa 10 000 Pfund Entschädigungen ausgezahlt. f * ' Auf einer ausserordentlichen Sitzung der Judenstaatspartei in den Vereinigten Staaten ist beschlossen worden, der amerikanischen Regierung' ein ausführliches Memorandum über die Lage in Palästina und den Teilungsplan zu überreichen. In dem Memorandum wird die amerikanische" Regierung gebeten, sich gegen die Teilung Palästinas zu wenden. Der zuständige Abteilungsleiter im amerikanischen Aussenministerium hat der Leitung der Judenstaatspartei daraufhin mitgeteilt, dass die Regierung die Veränderunsen der Lage in Palästina aufmerksam verfolge. * - Die Vereinigung für Aussenpolitik in Washington hat eine Erklärung gegen die Teilung Palästinas veröffentlicht, In der sie England auffordert, den Terror in Palästina auszurotten. # In dem in Jerusalem in griechischer Sprache erscheinenden Blatt „Christianiki Aanatoli" ist ein Aufsatz erschienen, der die Lage des griechischorthodoxen Patriarchats in Palästina behandelt. In dem Aufsatz wird behauptet, die griechischorthodoxen Araber versuchten das Patriarchat ' in ihre Hände zu bekommen. Der Sitz des Patriarchats würde wohl geschützt sein, wenn die Engländer Jerusalem behielten. Es könne aber seine Aufgaben nicht erfüllen, wenn die ihm unterstellten Gläubigen im jüdischen und arabischen Gebiet verstreut lebten. Es besteht die Gefahr, dass die Araber die Oberhand behielten, und die Mandatarmacht müsse ihr Zaudern aufgeben. # Der Weltverband „British Israel", der einige 1000 Mitglieder zählt und die Ansicht vertritt dass die Engländer Nachfahren der zehn verlorenen Stämme Israels seien, nimmt in einer Broschüre entschieden gegen die Teilung Palästinas Stellung. Der Distriktskommissar von Jerusalem, Geoffrey McLaren, tritt, nachdem er seit 1920 in'"'der Mandatsverwaltung tätig ist, am 1. Januar 1938 in den Ruhestand. * Bei einer im Anglo Palestine-CIub veranstalteten'Gedenkfeier für den von Arabern in Palästina erschossenen Leiter des Schuldepartments der Palästina-Regierung Avinoam Yellin sprachen Reverend Perlzweig und Professor Y a h u d a über die jüdisch-arabischen Beziehungen. Professor Yähuda erhob Vorwürfe gegen die zionistische Führung, weil sie versäumt hätte, eine Verständigungspolitik mit den Arabern einzu- " *e*ten- ' lfm den Mufti Im englischen Unterhaus hat der Unterstaatssekretär des Foreign Office, Lord Oran* borne. auf eine Anfrage erklärt, dass die britische Regierung die Auslieferung des Mufti nicht fordern werde. Aus Jerusalem wird gemeldet, dass der Mufti sich demnächst von Beirut nach der im Norden der Stadt gelegenen Ortschaft Djounicli begeben werde, um dort dauernden Aufenthalt zu nehmen. für uns, die wir sie zum erstenmal erleben, hat sie noch die ganze unverbrauchte Grösse, die sie Juden aller Zeiten als eine Krönung ihres Lebens empfinden liess. Es ist eine ruhige Mondnacht, wie die anderen auch, in der wir im scharfen Kurs nach Osten steuern. Man möchte nicht schlafen gehen, um Glück und Qual der Erwartung ganz auszukosten. Morgen früh sind wir in Haifa. Die zweite Spielzeit des Palästina- Orchesters eröffnet Unter der Stabführung H. W. Steinb e r g s fand vor einem zahlreichen, erwartungsvollen Publikum die zweite Wintersaison des Palästina-Sinfonieorchesters rnü einem Beethoven-Abend ihren Auftakt. Das Konzert, das ursprünglich dem Violinisten Huberman vorbehalten gewesen war. nahm, in Anwesenheit der Spitzen von Politik, Verwaltung, Kunst und Wissenschaft, einen würdigen Verlauf. Bronislaw Huberman hatte ein Telegramm gesandt, in dem er seiner Anteilnahme -an der Eröffnung der Saison und seiner Hoffnung' Ausdruck gab, sich' selbst bald wieder;n den Dienst der Sache stellen zu können. In nahezu derselben Besetzung wie im ersten Jahre spielte das Orchester kultiert und wirkungsvoll die Pastorale und die 4rl|ie Sinfonie und, gemeinsam mit einem aus Klavier, Violine und Violoncello zusammengesetzten Trio, das Triple-Konzert op. 56 Dr.R.L. Toscanini, der am 7. November in Palästina eintreffen sollte, um das nächste Sinfonie- Orchester zu dirigieren, hat lelegraphisoh mitgeteilt, dass er seinen Besuch infolge seiner Verpflichtungen in Amerika bis zum 20. März verschieben müsse. Die nächsten Konzerte «erden also unter anderer Leitun? stattfinden. fünfte, sechste und siebente Konzert wini Issai Do br owen diriaioren. das Konzcit dann hoffentlich Tosranini. Die beiden letzten Abonnementskonzerte werden unter Leitung von Dr. Malcolm Sargen! stehen. I

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.