Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 45 (11.11.1937)
- Date
- 1937-11-11
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Palästina-!Tmseliaii der C.-V.-Zeitnng Politische Wende? Von unserem *-Palästina-Berichterst att er Tel-Avio, 7. November. Der Rücktritt Sir Arthur Wauchopes ist in mehr als einer Hinsicht symbolisch für den Umschwung in der Geschichte dieses Landes. Die erste fünfjährige Ämtsperiode des Hihg Comrnissioners wäre eigentlich Ende 1936 abgelaufen gewesen. Aber schon lange vor diesem Termin gab die Londoner' Zentralregierung ihren Entschluss bekannt, den High Commissioner für weitere fünf Jahre im Amt zu belassen. Die erste Amtsperiode stand im Zeichen eines Aufschwungs, der in den vorangegangenen zehn Jahren britischer Zivilverwaltung nicht seinesgleichen hatte. Die zweite Amtsperiode aber, die Sir Arthur nun nicht mehr zu Ende führen wird, brachte auf allen Gebieten einen Rückschlag, der für den Mann und das Land gleich tragisch ist. In den zehn Jahren vor Wauchopes Amtsantritt vergrösserte sich die Bevölkerung des Landes um 250 000 Seelen auf rund eine Million, allein die Zahl der Juden verdoppelte sich auf 175 000. In den sechs Jahren seiner Amtszeit stieg die Bevölkerung weiter auf mehr als 1,3 Millionen, darunter die Zahl der Juden auf 400 000. Im Jahre seines Amtsantritts betrug der Aussenhandelsumsatz des Landes 6^ Millionen LP, im letzten Jahre vor den Unruhen, das den Höhepunkt des Kommissariats Wauchope bildete, 22 Millionen! Welche Fortschritte auf dem Gebiete des Schul- und Gesundheitswesens in diesen sechs Jahren der Blüte erzielt wurden, ist bekannt Offenbar wollte Sir Arthur sein Werk krönen durch die Zusammenschweißung von Juden und Arabern zu einem palästinensischen Staatsvolk, und zu diesem Zwecke versuchte er, den alten Plan eines gesetzgebenden Rates zu verwirklichen. Ein Jahr nach Beginn dieser seiner Bemühungen brachen die Unruhen aus, die länger anhielten, als irgendein früherer Aufruhr und die den Bestand des Mandates selbst erschütterten. Der Terror ist mittlerweise trotz-der weit energischeren und wirksamereren Methoden seiner Bekämpfung noch immer nicht endgültigerstickt. Aber es hat seinen Eindruck offenbar uicht verfehlt, dass jetzt wirklich nach jedem Einzelfall prompt und mit ausreichenden Mitteln durchgegriffen wird. Ueber die Härte dieser Mittel scheinen freilich im Ausland noch immer irrige Vorstellungen zu bestehen. Das gilt insbesondere von dem vielumstrittenen System der sogenannten Kollektivstrafen. Die Erfahrung hat immer wieder gezeigt, wie stark die Bevölkerung ganzer Ortschaften zum mindesten dafür verantwortlich zu machen ist, dass sich ganze Banden — die kaum ohne Wissen der Nachbarn auf den Kriegspfad gezogen sein können — nach verübtem Verbrechen dem Zugriff der Polizei entziehen können. Und die Erfahrung hat weiter gezeigt, dass die Prominenten des Ortes, wenn sie nur wollen, die Haltung ihrer Mitbürger sehr stark zum Guten oder zum Bösen beeinflussen können. Wenn nun in besonders eklatanten Fällen solche Prominenten bestraft werden, indem ihre Häuser, selbstverständlich nach vorheriger Räumung, demoliert werden, so ist dies ein — zwar hartes — Mittel, um unmissverständlich zu dokumentieren, dass die Regierung nunmehr wirklich entschlossen ist. gegen Mord und Brandstiftung auf die Art vorzugehen, die der Schwere des Verbrechens entspricht. Man kann sich in einem andereu Lande vielleicht nicht die richtige Vorstellung machen, welche Trauer und Empörung z. B. die Brandstiftung im Balfour-Wald ausgelöst hat, denn ein junger Baum wird in diesem kahlen Lande gehegt und geliebt wie ein lebendes Wesen und der Baumfrevel ist. hier ein Sinnbild für den Gegenstoss der Wüste gegen den Willen zur Kultivierung Palästinas. Und in der Personalpclitik? Eine Reihe der höchsten englischen Beamten ist von ihrem Posten entweder zurückgetreten oder abberufen worden, so der frühere - Chefsekretär, der Oberste Richter, der Polizeichef und andere mehr. Der arabische Generalstaatsanwalt aber — der hier nicht nur Chef der Anklagebehörde, sondern wirklich auch Anwalt, nämlich Rechtsberater des Staates ist — befindet sich seit einigen Monaten in einem ..Urlaub", den er zu intensiver Tätigkeit im Dienste des arabischen Nationalismus ausgenutzt haben soll. Sein Posten ist, auf Vorschlag der Königlichen Kommission, inzwischen mit einem Engländer besetzt worden. Die Mandatsregienmg aber bemüht sich, nach arabischen Pressemeldungen, diesen Mann, dessen Amtsführung während der Unruhen auch von hohen Richtern kritisiert worden ist, zur Annahme einer Richterstelle im Obersten Gerichtshof zu bewegen. Eine mildere Form der Massregelung ist wohl, kaum denkbar. Härter ist zweifellos das Schicksal der deportierten arabischen Führer. Aber gerade die wichtigsten von ihnen haben sich der Deportation entzogen und den Sitz ihrer politischen Tätigkeit nach dem benachbarten französischen Mandatsgebiet Syrien-Libanon verlegt. Die Flucht des Mufti hat hier geringere Ueberraschung ausgelöst, als es etwa bei einer Verhaftung dieses radikalsten unter den arabischen Agitatoren der Fall gewesen wTäre. Gerade weil das Ziel der Flucht unser syrisches Nachbacland war, begrüsst man hier die Wiederannäherung zwischen Frankreich und England in Fragen der mittelöstlichen. Politik. Frankreich hatte seit einiger Zeit mit einem gewissen Unbehagen das weitgehende Verständnis Englands für die Mentalität des Panarabismus beobachtet. Jetzt scheinen sich beide Staaten darüber klar geworden zu sein, dass zum mindesten die Spitzengruppe der panarabischen Führer in dieser Nationalbewegung nicht nur eine Aktion zur Befreiung eines Volkes sieht, sondern dass ihre Politik allmählich ^einen mehr oder minder im- ■ perialistischen Charakter annimmt. Den Be-' weis erblickt man in der Haltung des Irak, dieses Staates, der in seiner Selbstverwaltung noch keine besonderen Erfolge aufzuweisen hat, aber trotzdem schon an eine Erweiterung seiner Grenzen in Richtung auf das Mittelmeer hin zu denken scheint. Die syrischen Behörden haben jetzt Massnahmen ergriffen, um einen Missbrauch des Asylrechts durch politische Palästinaflüchtlinge zu verhindern. Es hat in der Tat den Anschein, dass die englischTpalästinensische Beamtenschaft in ihrer Mehrheit dazu neigte, den arabischen Radikalismus als den wichtigsten Faktor des Arabertums überhaupt anzusehen, mit dem man — für alle Fälle — in Tuchfühlung bleiben müsse. Mittlerweile haben sich die Ereignisse in anderer Richtung entwickelt. Kenner der arabischen Verhältnisse meinen sogar, dass die radikale Partei nur deshalb so stark werden konnte, weil sie als einzige als bündnisfähig für die englische Beamtenschaft galt. Die Frage ist nun, ob unter den veränderten Verhältnissen dfe anderen Gruppen das politische Erbe antreten werden. Da bisher die eigentlichen arabischen Massen — das Kleinbauerntum ebenso wie die städtischen Arbeiter oder Handwerker — noch mehr oder minder als Objekte der Politik angesehen werden müssen und alle Versuche zur Emanzipation dieser Schichten noch im Anfang stecken, kommt in erster Linie der Kreis der wirtschaftlich interessierten Grundbesitzer, Kaui'leute und Intellektuellen in Frage, als deren politischer Exponent etwa Nashashibi gelten kann. Dieser Flügel dürfte zum mindesten etwas realpolitischer eingestellt sein und auch am Emir von Transjordanien einen gewissen Rückhalt besitzen. Tatsache ist. dass sich in letzter Zeit mehr gemässigte Stimmen aus dem arabischen Lager hören lassen, als jemals seit Ausbruch der Unruhen und dass auch die üblichen Leitartikel der arabischen Presse .zum Jahrestag der Balfour-Deklaration diesmal zurückhaltender waren als früher. In der englischen Verwaltung wie in der arabischen Politik sind also neue Männer und damit wohl auch neue Meinungen in den Vordergrund getreten. Demgegenüber zeigen die jüdischen Organisationen eine bemerkenswerte Stabilität. Wenigstens ist in den Reihen der führenden Persönlichkeiten keine Veränderung eingetreten. Um die Meinungsbildung wird Die Lage in Palästina ist noch immer durch eine Reihe von Terrorakten gekennzeichnet, die zahlreiche Opfer fordern. Die vom ganzen Land ersehnte Beruhigung ist trotz der konsequenten Haltung., der Regierung noch immer nicht eingetroffen. Eine furchtbare Tat wurde am Dienstagvormittag bei Kirjat Anawim verübt. Sechs Mitglieder einer Gruppe der Kwuza Baamale wurden erschossen. Die Opfer sind die Arbeiter Puchowsky, Bar Giora. Baumgarten, Olischewski, Mörduchowitz und der Hilfspolizist Jizehak Migdal. In Nablus wurde unter dem Kommando Generalmajor Wavells ein militärisches Hauptquartier eingerichtet. In dem Dreieck Tulkerem natürlich auch hier gekämpft. In einem Punkte sind sich freilich alle einig: Eine allzulange Uebergangszeit mit allen ihren Stockungen und lähmenden Einflüssen, mit all ihrer Ungewißheit und Unsicherheit, hält das Land weder seelisch noch politisch noch wirtschaftlich aus. Deshalb hat es auch lebhaftes Befremden hervorgerufen, dass die Abreise der zweiten englischen „Durehführungskommission" vertagt worden ist. Keineswegs einig ist man sich aber darüber, wie die Endlösung nun aussehen soll. Zu haben in den guten Fachgeschäften Der Bauernführer Mosche Smilanski, Mitglied des Ordens vom British Empire, eine wichtige Persönlichkeit in Wirtschaft, Politik und Kultur, hat anlässlich einer politischen Debatte im Waad Leumi angeregt, man möge doch einmal durch eine besondere Volksbefragung die wirkliche Meinung der in Palästina lebenden Juden über die Teilungsfrage feststeilen. Seine eigene Meinung hat er in der Presse, mit deutlichen Anklängen an die vor dem Kongress geäusserten Gedankengänge Dr. Weizmanns, etwa wie folgt umschrieben: Wir haben-hier unser Haus gebaut erweitert und verschönert, aber wir sind nicht Herren im Hause. Wie aber sollen wir mit unserem Nachbarvolk verhandeln und joi einer Verständigung gelangen, wenn wir nicht Herren im Hause sind — die palästinensischen Araber ebensowenig? Nicht die äusseren Grenzen oder die innere „Staatsform" sind das Entscheidende, sondern das Vorhandensein eines Zentrums, einer Autonomie, einer eigenen Verantwortung. —Dschenin—Haifa finden grosse Uebungen statt, an denen auch Fliegerabteilungen, Panzerwagen, fahrbare Sender und schwere Artillerie teilnehmen. Bei Tulkerem wurde eine Militärpatrouille angegriffen. Die Polizeistation in Dahrya wurde abermals von Terroristen überfallen. Die Geheimpolizei des Libanon entdeckte einen für Palästina bestimmten Waffentransport und eine ausgedehnte Organisation für den Waffenschmuggel nach Palästina. Die Eisenbahnlinie Jerusalem — Lydda wird von 130 Mann Polizei bewacht. Zwischen Jerusalem und Nablus wurde eine Polizei^, patrouille beschossen. Auf die Anlagen der Palestine Potash-Company am Toten Meer wurden mehrere Schüsse abgegeben. Zur Sicherung der Transporte der Company werden die Auto- Der Terror dauert an Palastinafahrt Dr. Eva Reichmann-Jungmann Die Post hat schuld! Der erste Aufsatz unserer Sonderberichterstatterin über die Gesellschaftsreise nach Palästina kam nicht an.* Ein Kabeltelegramm beförderte den Durchschlag auf den Redaktionstisch — nach der Veröffentlichung des zweiten Artikels, der früher angekommen war. Nun, so eine Gesellschaftsreise ist anstrengend und verwirrend, und auch dem Leser mag die Verzögerung willkommen sein, die ihm eine Atempause gestattet, bevor er wieder auf Fahrt geht. Die Redaktion. An Bord der ,,Gerusalemme'\ 7. Oktober. Gesellschaftsreisen erfreuen sich keines guten Rufs. Spricht' man von ihnen, so denkt man sofort an die kleinen und grösseren Gruppen, die mit mehr oder minder teilnahmlosen Mienen durch Kirchen und Museen geführt werden: ein Fremdenführer radebrecht in fremdartigen Lauten die dazugehörigen Erläuterungen, die Fristen, die an den dafür vorgesehenen Stätten für Staunen, Bewunderung, Erhebung eingeräumt sind, sind streng genormt, und alles wird pflichtgemäss absolviert, wie ein Pensum, das man erledigt haben muss, um in die neue Klasse, sprich: zur Sehenswürdigkeit des flachsten Tages . zugelassen zu werden. Nicht immer mag der Betrieb so schablonenhaft und seelenlos vonstatten gehen, wie das äussere Gehabe es vermuten lässt. Es gibt hervorragend zusammengestellte, wirklich organisch aufgebaute Reisepläne, die der Einzelreise gegenüber unzweifelhafte Vorzüge bieten. Genug _ der Schein spricht gegen sie, das Wort ..Herde" drängt sich einem auf die Lippen, und das selige Freiheitsgefühl des Reisens bäumt si|,h dagegen auf. An Bord der „Gerusalemme" fährt "eine Gesellschaftsreise nach Palästina. Es ist eine Gruppe von dreissig Menschen, die der Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde und die Berliner Zionistische Vereinigung zusammengerufen haben. Ueber verschiedene Fährnisse hinweg, durch Routenänderungen und Terminverschiebungen hindurch haben sich diese Männer und Frauen zusammengefunden, um gemeinsam die Fahrt anzutreten. Es ist also eine Gesellschaftsreise. Aber schon in diesen ersten Tagen, in denen sie sich erst langsam formiert, in denen sich die Menschen zusammenfinden und kennenlernen, und man sich in dem gewaltsam anstürmenden Erleben von Schiffsreise, Naturschönheiten und ungewohntem Bordbetrieb nur mühsam zu seinen eigenen Gefühlen herantastet — schon in dieser verwirrenden Fülle der Eindrücke drängt sich die Gewissheit vor, dass das keine Herdenreise sein wird mit Massenkonsum von Dingen, die man gesehen haben muss, sondern dass hier die Gemeinschaftsfahrt einen Sinn erhält, der ihr sonst fehlt: jüdische Menschen machen sich gemeinsam bereit für ein Erlebnis, das sie alle gemeinsam betrifft Jeder ist auch ein einzelner, jeder sucht Ikuch etwas Besonderes im Lande: der eine das Wiedersehen mit lieben Menschen, der andere eine Einsatzmöglichkeit für seine wirtschaftlichen Kräfte, der Dritte will das Stück Erde, dem seine Hoffnung und seine Arbeit gilt, endlich mit eigenen Blicken umfangen. Aber alle diese Wünsche, so verschieden ihre Ausgangspunkte sein mögen, zerren die Menschen, die von ihnen bewegt sind, nicht auseinander. Denn sie fügen sich zusammen in der einen Hoffnung: das Land möchte der grossen Liebe, die man ihm bringt, eine Stätte der Entfaltung bereiten. Noch ist das Land fern, und wir sind an Bord des Schiffes sozusagen noch mitten in Europa. Um uns herum wird fast ausschliesslich deutsch gesprochen. Nur selten klingen englische, französische und hebräische Laut?1 ans Ohr, und sogar das Italienisch der Schiffs besatzung ist rettungslos in den Hintergrund gedrängt. Es ist — ein Zeichen der Zeit noch mehr als der Jahreszeit — kein Auswandererschiff, auf dem wir reisen. Nur wenige Passagiere kommen als Einwanderer ins Land. Die meisten sind Ferienreisende, die vom Europaurlaub heimkommen, die übrigen Touristen. Deshalb fehlt in den Gefühlsströmen an Bord, die in ihrer Vielfalt den Meeresströmungen nichts nachgeben, fast ganz der stürmische Enthusiasmus der Chaluzim, der in den glücklicheren Epochen der reicheren Zertifikatszuteilung den Schiffen dieser Linie ihr Gesicht gegeben habe. Es sind mehr Menschen der mittleren Altersstufen da, und um sie herum die ganz Kleinen, eine tobende, krabbelnde, jauchzende Menge von Kindern. Sie spielen in Rudeln auf den improvisierten Spielplätzen und gehen zwischen Liegestühlen, Tauen, Treppen und Gestänge auf immer von neuem reizvolle Entdeckungsreisen aus. Es kommt einem vor, " als habe man in Europa ausser an den eigens dafür bestimmten Plätzen, wie Schulen, Kindergärten und Sportplätzen, schon lange nicht mehr solche Fülle von jüdischen Kindern gesehen. Und man empfängt dankbar diesen ersten Gruss vom Kinderland Palästina. Viele aus dem engeren Kreis unserer Reisegesellschaft und manch anderer an Bord hat diese Palästinafahrt als ' seine Ferienreise unternommen. Aber das ist eine Ferienreise eigenen Gepräges. Wer Entspannung und Sorglosigkeit auf ihr gesucht hätte, wäre schlecht beraten gewesen. Zwar legt sich das Meer wie eine Isolierschicht zwischen die heimische Welt und den Lauf dieser Tage. Vor die Menschen und Dinge des Lebens, das uns bis gestern erfüllte, breitet "sich ein Schleier, der sie uns bis in unwirkliche Fernen entrückt. Wir sind auf dem Mittelländischen Meer, diesem kleinen Arm des Weltmeeres, dessen hohe Bedeutung es immer viel mehr gewesen ist, die Völker und Kulturen, die an seinen Gestaden wuchsen, zusammenzuführen als zu trennen. \rur stundenweise ist unser Schiff allein mit Gimmel und xMeer, meist stehen Inseln und Küstenstriche am Horizont, denen wir nach der Landkarte eifrig ihre Namen zuweisen, und deren Klang eine Welt von Erinnerungen in uns weckt. Wir sind nur auf dem kleinen, völkerverbindenden Mittelmeer, noch ist diese Reise nur eine Episode in unserm Leben, und schon, empfinden wir stärker als je zuvor aus Briefen und Berichten, was es heisst, übers Meer zu gehen. Es ist keine sorglose Ferienreise. Wenn sich die vier Finger des Peloponnes einer nach dem andern an der Grenze unseres Blickfeldes abzeichnen, das Taygitos-Gebirge schroff ins Meer fällt, wenn sich über die fast sichtbaren Stätten von Olympia und Sparta hinaus unsere suchende Seele bis dorthin hinüberschwingt, wo s"ie Athen ahnt, dann sind das vielleicht noch echte Ferienerlebnisse, weil sie der Sphäre des von der Materie abgelösten Geistes angehören. Aber selbst der Anblick Griechenlands, dessen geographische Nähe mehr als bei jedem anderen Lande nur noch, ein Symbol einer geistigen Existenz ist, die in vielfältiger Abwandlung ohne örtliche Bindung im Weltraum schwebt und deren Glanz wir unverlierbar in uns tragen, er- Sonnabend, 13. November, 20.30 Uhr, GEMEINDE-ABEND in der Synagoge Prinzreg enienstraße Von der Balfour-Deklaration zum Judenstaat Kundgebung aus Anlaß des 20. Jahres* iages der Balfour-Deklaration Rabbiner Dr. Leo B&eck Direktor Heinridi Siahl Dr. Michael Traub Begrüßungs-Anspradien von Vertretern der Landesverbände Musikalische Umrahmung durch das Orchester des Jüdischen Kulturbundes, Berlin, unter Leitung von Kapellmeister Rudolf Schwarz Der Vorstand Jexvish Agency for der Jüdische^ Palesiine Gemeinde zu Das Präsidium des Berlin Keren Hajessod %