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Central-Verein-Zeitung · 1937-11-11 · 45 (11.11.1937) · page 16

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
45 (11.11.1937)
Date
1937-11-11
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seife 16 C-V.-Zeifung Nr. 45 * TT. November 1937 Konzerte und Vorträge Edith H e r r n s t a d t - 0 e il i n g e n sprach, fast zwei Stunden lang aus dem Gedächtnis, im Berliner Kulturbund Dichtungen ,.Von irdischer und himmlischer Liebe/' Der Wertbegrit'fund die Suggestionskraft ihres Namens sicherien ihr eine ansehnliche Gefolgschaft, obwohl der Kulturbund für denselben Abend eine Premiere angekündigt batte. -So bochgestimmt auch die Erwartungen der ineisten Hörerinnen waren, einige äusserten vor Beginn Zweifel am Gelingen jenes künstlerischen Abenteuers, Stimmen bodenständiger Wirklichkeitsmenschen und seliger Träumernaturen, mit gleicher üeberzeugungskraft wiederzugeben und so die Spannungsweite einer Begabung zu beweisen. Aber der bewährten Sprecherin glückte das Wagnis durch den Einsatz aller Mittel: geistige und seelische Durchdringung der Wortinhalte, die stumme Beredsamkeit der Augen- und Mienenspiele, Gebärden, Kunstpausen usw. Edith Herrnsiadt-Oettingen findet in den Offenbarungstiefen grosser Dichtungen und starker Empfindungen ihre stärksten Entfaltungsmöglichkeiten; deshalb wies ihr Programm im Wechsel von Prosa und Versen u. a. die Namen von Perez, Heinrich Heine, Jens Peter Jacobsen. Selma Lagerlöf und Bialik auf. A. S. Zu einem Zusammenspiel voll geistiger Musikalität vereinigten sich in einem Konzert bei Alfred W i 11 e n b e r g der Hausherr und Helene L a c hmanski-Schaul. Die Violine entfaltete sieb besonders in der südlichen Sonnigkeit des Adagietto von Bizet zu grosser Klangschönheit, während die Pianistin in einem Sgambatischen Stück Klarheit und Zielbewusstheit des Anschlags und Aufbaus bekundete. Das muntere d-dur-Rondo von Mozart-Kreisler beschloss das mit freundlichem Beifall aufgenommene Programm. H. Fr. Im Jüdischen Kulturbund Leipzig gab das Mendelssohn-Trio seinen ersten Kammermusikabend in diesem Winter. Zu den beiden bekannten und bewährten Streichern Leo Sc b w a r z (Violine) und Paul B1 u m e n f e 1 d (Violoncello) gesellte sich erstmalig die Berliner Pianistin" Margarethe Sultan. Temperamentvoll, technisch und rhythmisch ausgezeichnet ordnete sie sich in den drei charakteristisch so verschiedenen Werken ein. Man spielte Trios von Mendelssohn-Bartholdy. Schubert und Dvorak. Die sehr zahlreich erschienenen Hörer — das Haus war voll besetzt — dankten den Künstlern begeistert, L. St. - Anlässlicb seines Klavierabends konnte Erich Land er er in. allen dem Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr angeschlossenen Städten wahre Triumphe feiern. Dem Pianisten liegt ein technisches Können von phantastischem Ausmass zugrunde, ein Können, das nicht etwa durch brillante Allüren blenden will, sondern von einer Gestaltungskraft bestimmt ist, die das Virtuose dem allgemein künstlerischen Ausdruck dienstbar macht. "Das reichhaltige Programm der Veranstaltung umfasste Werke von Debussy, Chopin, Ravel, Liszt und Liszt-Busoni. Ein Konzert, das stärksten Eindruck hinterliess! — yo—• Der. Kulturbund Breslau veranstaltete einen Bunten Abend, der sich fast ausschliesslich als Konzert entpuppte. Ein Drittel des Programms füllten Bruchstücke aus Opern jüdischer Musiker (Meyerbeer, Brüll, Halevy), daneben gab es Couplets, Chansons, Volkslieder und Mendelssohnsche Duette — eine Veriegenheitslösung. die indes durch gediegene, zum Teil sogar sehr aparte Leistungen wettgemacht wurde. Die Sopranistin Elsa Koch (S t a - binski) erwies sich als erfahrene, ihre Stimme gut beherrschende Sängerin, nur mangelte es der Wiedergabe an den nötigen Impulsen. Um so charakteristischer traf Wilhelm . Gült m a n n . der glänzend disponiert war. den jeweils gültigen Darslellungsstil- Schliesslich ist noch Camilla Eisner-Spira zu nennen, die wir bisher nur als Schauspieleria kannten: was sie aus den Bezirken der leichten und der leichtesten Muse vortrug, hatte so viel natürliche Anmut, und ein so hohes Mass künstlerischer Disziplin, dass man die Herzlichkeit des ihr gespendeten Beifalls verstehen kann. Erna Klein bewährte sich wieder als umsichtige Begleiterin. Hif. Hohe Musikalität und vornehme Gesangskultur zeichnen den Bariton E rn s t W o lf f aus, der kurz vor einer längeren Amerikatournee in Frankfurt a. 51. einen Lieder- und Arienabend gab. Das Programm, vielseitig zusammengestellt, umfasste Stücke in italienischer, französischer und deutscher Sprache (auch ein glänzend erl'asstes amerikanisches Lied) und gab dem jungen, mit herzlichem Beifall aufgenommenen Künstler Gelegenheit, die Vorzüge seiner Schule und eines auf alle Nüancen bedachten Vortrags zu zeigen. Die Stimme an sich ist nicht einmal das stärkste Positivum an der starken Wirkung Ernst Wolfis, dem besondere lyrisch verhaltene Stücke und Volkslieder gut gelingen, Paul Meyer war der Meister-Begleiter. — tt. Im Jüdischen Kulturbund Rhein-Main gastierte das Hamburger Kulturbund-Ensemble mit dem Lustspiel ..Jean". Der grosse Beifall bezog sich wohl weniger auf das Stück an sich als auf die Darstellung" und gab der Freude darüber Ausdruck, dass nach fast zweijähriger Pause im Frankfurter Kulturbund wieder Theater gespielt wurde. Mit demselben Lustspiel eröffnete die Hamburger Truppe die Reihe der Theateraufführungen im Kulturbund Mannheim. Die Mitwirkenden wurden mit stürmischem Beifall belohnt. 14. November ^^Yoljk^^ WsrT? (J- TWR DIE JUDISCHE IHriH TERH1LFE Theater, Musik, Film Der Sender der italienischen Schweiz bringt am 13. November, 20% Uhr, eine Komödie von Ladislaus Bus F e k e t e zur Aufführung. * Im Sender P r a g II ist am 19. November, 14 Uhr 20 Min., Jakob Wassermanns Einakter „Gent/, und Fanny Elsslerli zu hören. * Franz Osborn und Max R o s t a 1 spielen am 13. November, 20.10 Uhr, im Londoner Rundfunk (Regional) Werke von Beethoven, Debussy und Schubert, und im Eröffnungskonzert des neu gegründeten E r n e s t Bloch Society in London am 10. Dezember Blochs „Poime mystique". * . Für einen neuen Film der S a m G o 1 d w y n - Produktion „Das grosse Musikfest" wurde der bekannte Geiger Jascha H e i f e t z verpflichtet. Jüdischer Kulturbund Berlin!Wochenplan Theater in der Kommandantenstrasse 57. 20 Uhr: ..Zweikampf der Lieb eli: 13. November (Abonnement und Abt. 46), 14. November (Abt. 23, 33), 15. November (Abt. 26, 36), 16. November (Abt. . 37. 37): 18. November (Abt. 28, 3S); 14. November, . 11.'30 Uhr, Vortrag: Dr. Anneliese- Landau. Josef-Lehmann-Schule, Joacfaimstaler Strasse 18. 20 Uhr: 14. November, Manfred .Sturmann liest aus eigenen Werken; 18. November, Vortrag Dr. W i e n e r. Die Vorstellung am 17. November (Busstag) fällt aus. Umtauschscheine werden kostenlos auf einen anderen Tag im Mitgliederbüro, SW 19, Kommandantenstrasse 57. ausgestellt. Konzertmeister Julian G u m p e r t aus Düsseldorf wurde für die Monate November und Dezember als 1. Geiger an das Berliner Kulturbundorchester verpflichtet. Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr. Moritz S e e 1 e r inszeniert die Komödie .,Achtung — frisch gestrichen!" von Rene Fauchois. Jüdische Hausfrauen, denkt an die Pfundspende Erleichtert den ehrenamtlichen Helferinnen der Jüdischen Winterhilfe ihre mühsame Arbeit! Sie sprechen möglichst jeweils am Montag bei euch vor. Wenn infolge des grossen Mangels an Sammlerinnen die eine oder andere Familie nicht aufgesucht werden sollte, so bitten wir diese, ihre Pftmdspende für Oktober und November durch einen Geldbetrag abzulösen. Postscheckkonto der Pfundspende zur Ablösung von Natural-Pfundspenden: 'Berlin 1417. Die Jüdische Winterhilfe verteilt an die Hilfsbedürftigen im November Kartoffelgutscheine je fünfzig Pfund pro Person. Die Kartoffeln werden den Betreuten von den hierzu beauftragten Fuhrleuten ins Haus gefahren. Als Fuhrlohn ist für die Fahrer ein Einheitsbetrag von 0,20 RM je fünfzig Pfund festgesetzt. Die Besetzung von „Eugen Onegin" Die am Sonnabend, 20. November, 20 Uhr, stattfindende Erstaufführung von ..Eugen Onegin" von Peter Tscaaikowsky (Lyrische Szenen in 3 Aufzügen nach Puschkin. Text nach der Bernhardschen Uebersetzung, neugestaltet von Kurt Singer) steht unter der musikalischen Leitung von Rudolf Schwarz: Inszenierung: Kurt Singer, Bühnenbild^ und Kostüme: Heinz C o n d e 11, Chöre: Berthoid Sander, technische Leitung: Hans Sondheimer. Mitwirkende: Elly Simon, Doris W i I a - m o w s k a, Susanne Loew enstein, Thea Stuckenschmidt, Wilhelm Guttmann, Ernö Garsy, Walter Ries, Gerhard Pechner. Julius Kuthan. Solotänze: Marianne S i 1 - b e r m a n n , Erich Baden, Ruth C o n d e 11, Nelly Hirsch. Nur noch wenige Karten zum Preise von .3 bis. 12 RM bei den Verkaufsstellen des Jüdischen Kulturbundes und bei der Jüdischen Winterhilfe :BerÜn, Rosenstr. 2—4. Telephon: 41 6711 (Apparat 41). Lehrer-Robert Hirschfeld Am 3. November ist nach kurzem, aber schwerem Leiden der ehemalige Schulreierent der jüdischen Gemeinde, der in weitesten Kreisen bekannte Lehrer Robert H i r s c h f e I d im Alter von 67 Jahren gestorben. Robert Hirschfeld stammt aus Kothen in Anhalt und es ist charakteristisch für seine geistige Entwicklung, dass er nach seiner Schulentlassung seinem Religionslebrer. dein Rabbiner Rosenthai, aus seinem Heimatsort nach Rogasen in Posen folgte, um bei ihm seine Studien in Bibel und Talmud fortzusetzen. " Hirschfeld ist dann später ReligionslehTer. an den - höheren. Schulen;m Berlin gewesen und aus dieser Stellung 1926 zum Schulreferenten der jüdischen Gemeinde berufen worden. In dieser Stellung, die er bis 1932 innehatte, hat er sich vor allen Dingen grosse Verdienste um die Begründung der Volksschulen der Gemeinde erworben. Zu gleicher Zeit war er Vorsitzender der „Wissenschaftlichen Vereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen in Berlin", deren Vorstand er fast dreissig Jahre lang angehört hat, und er verstand es, in diesen beiden Aemtern die oft widerstreitenden Interessen, die er zu vertreten hatte, in einen harmonischen Ausgleich su bringen. Er war mit Erfolg bestrebt, die Stellung der Religionslehrer, auch der nicht vollbeschäftigten und festangestellten, soweit wie möglich zu sichern. In den Jahren seiner vollen Gesundheit war Hirschfeld eine tätige und man kann sogar sagen, eine führende und einflussreiche Persönlichkeit auch in der religiös-liberalen Jugendbewegung. Schon in den letzten Jahren seiner Amtstätigkeit hatte Hirschfeld unter der zunehmenden Schwächung seiner Sehkraft zu leiden, die dann in völlige Erblindung überging. Trotzdem hat er mit bewundernswerter Energie auch seinen amtliche!! Pflichten noch lange nachkommen, können. Dann war er Vorsitzender des Blindenvereins Berlin und zuletzt des jüdischen Blindenvereins, in dem er mit rührender Sorgfalt und auch mit praktischem Erfolg für seine Leidensgenossen gewirkt hat. — Robert Hirschields Beisetzung am 7. November in Weissensee legte Zeugnis ab von dem Dank, den er sich bei den von ihm geführten Organisationen erworben hat. \_ .St. Aus den Familien Max Rosenbaum, (früher Hamburg, - seit 1935 Sao Paulo) wurde am 11. November 90 Jahre alt. — Frau Regina U 11 m a n n (Burghaslach) feiert am 12. November ihren SO. Geburtstag. — FrauSelnw Sternheim geb. Wolf (früher Oberhauseß, jetzt Düsseldorf) wird am 14. November 70 Jahre alt. ~ Frau i'.lora B e r n f e 1 d geb. Schey (Berlin-Köpeüeki vollendet am 15. November ihr 75. Lebensjahr. — Jakob Stein (früher Mansbach jetzt Eisenach) wird am 19. November 75 Jahre alt. — Siegfried Callmann und Frau Mathilde geb. Rothenburg (Herne) feiern am 16. November ihre goldene Hochzeit. — Isaak Weitzenkorn und- Frau Helene geb. Meyer (Niedermarsberg-) begehen am 16. November das Fest ihrer goldenen Hochzeit. — Friiz Herz und Frau Else geb. Neissor (Berlin-Lichtenberg) feiern m 17. November ihre silberne Hochzeit. In Ulm a. D. ist der Industrielle Julius Straus^ gestorben. Die Ortsgruppe des Jüdischen. Central- Vereins verliert in ihm eines ihrer ältesten Mitglieder, das ihrer Arbeit stets grosses Interesse entgegenbrachte. Heinrich Gattinann, früher Inhaber eines Parlaments-Korrespondenz-Büros und später Landtagsreferent der Ullsteinschen .Tageszeitungen, ist plötzlich an einem Herzschlag, 71 Jahre alt, gestorhes. Ein kleiner Kreis von Freunden hat ihm bei der Beisetzung am Montag die letzte Ehre erwiesen. Die vom Landesverband Gross-Berlin des C.-V. am 1. und 2. November, veranstalteten Vorträge über Auswanderungsrecht, auf denen Dr. Heinz Cohn und Adolf -Michaelis sprachen, fanden unter den zahlreich erschienenen Hörern einen starken Widerhall. Beide Referate stellten eine wertvolle Einführung in dieses neuartig? und für den jüdischen Juristen wichtige RecbTs.- gebiet dar. Apprendam hrasileiro In dieser dem jüdischen Buch, gewidmeten. Sondernummer der C.-V.~Zeitung konnte der brasilianische Sprachkursus aus Raumgründe.!* nicht fortgesetzt werden. nur in ernsthafter persönlicher Auseinandersetzung mit den dargestellten Problemen erreicht "werden kann. Gerade dieser Vortrag, der das Problem der Existenzberechtigung eines jüdischen Staates von religiös-orthodoxer Seite her gestellt hat, dürfte Anlass zu fruchtbaren Erörterungen werden. Günther Looser ■ Montac-Reihe (Aula Joachim-sthaler Str. 13). 1». November, Fritz Barabercrer: ..Einführung in die Geschiehtswissenschaft" (20—21 Uhr). Paul Epp- 5 rein.: „Einführung in die Soziologie (21—22 Ihr.). Donnerstag-Reihe (Brüdervereinshaus. Kurfürsten- Strasse 11">;116). IS. November: Michael Traut:;,PaUisuna-Wirtschaft und Judenstaat" (20.S0 Uhr). Arbeitsgemeinschaften: ..Der Beginn der Arbeirscßröeinsehaft Nr. 8 (Benno Cohn: ..Analyse der Wpi/.mannschcn Realpolitik") ist auf den .30.?sovcmbf.'r. 20.r.0 Uhr (Goltzsrr. 2UA vorlegt. Auskünfte und Anmeldungen: Montag bis Donnerstag von IIV-JO und von 16—IS Uhr im Sekretariat -Marburger Str. 5. * Kurt Walter G o i d s c. b m i d t, Dozent am ..Jüdischen Lehrbaus", eröffnet neue Kurse zur Einführung in jüdische und allgemeine Geschichte. Literatur. Kunst und Philosophie: theoretische und praktische Menschenkunde: Prüfung von Manuskripten Sprachunterricht. Anfragen und Anmeldungen ^ümersdorf, Landhausstr. 13, II (H 7 — 2589). Mai lamz Der Arbeitsplan des Lehrhauses sieht u. a. die folgende Yortträzo und Veranstaltungen vor: 4. und 38." November Rabbiner Levi (Mainz): „jüdisches Schrifttum": 25. November Weit mann (Berlin: ..Worden und Wesen des Golem": 5. Dezember Obannukaweihestunde: 16. Dezember Galiiner 'Frankfurt a. Mail!': „Aniiitz und Seele des Juden in der bildenden Kunst'1. Ausserdem finden na tu r wissen seba f l! i cb »\ musikalische, Sprach- und Handfertigkeitskurso statt. Einzelheiten sind durch das Sekretariat zu erfahren. Berlin: 33. November. 20 Ubr 30 Miu.: Pyaagofre Friedwjst.'mpe! Rabbiner Dr. Warschauer- : Wa? ist uns Rehsnon?-* Musikalische Umrahmung. 15. November. 20 Uhr 15 Min.- Dametikouiitee der KünfiTbilfe. Tanzabend Elsa Giro (Juans Manorska). Bp- ^itims;" Rudi- Lehmann. Grosser Saal dos Brüderverenisbauses, Rurfurfenstr. 113/316- Frznkfurt a. M. 15. November. 20 Uhr 30 Min.-. Oprrn-Amn-AWJ Magd* Spiegel. Besieitunc: Dr. Wiiiv Salomen. Mitwirkende Mice -Roienbaimi (Klavier). Kleiner Saal des Saal- Aus der wissenschaftlichen Welt In Rom verstarb am 2. November der im Jahre 1875 geborene Professor der mathematischen Logik an der Universität Genua, Alessandro Padoa, der auch im jüdischen Leben Italiens eine hervorragende Rolle spielte. In New- Y o r k starb der 1856 in Wilna geborene Ethnologe Wladimir Jochelson. Er war 1884 vom zaristischen Regime nach Sibirien verbannt worden und hatte sich dort der Erforschung der sibirischen Nomadenstämme gewidmet. 1894 kehrte er nach Petersburg zurück. Seitdem war er Mitglied zahlreicher Expeditionen, die ihn mit den Völkerschaften des Stillen Ozeans, Kamtschatkas und Alaskas in Berührung brachten. Eine grössere Anzahl von Werken enthalten das Ergebnis seiner Forschungen. Am 1. November waren es 25 Jahre, dass Dr. Albert Caan in Frankfurt a. M. sein Institut für Strahlenbehandlung eröffnete. Als ein Schüler Czernys war er mit der frühesten Entwicklung der wissenschaftlichen und praktischen Radiumtberapie in Deutschland von Anfang an verbunden. 1931 war er zum Mitglied des deutschen Zentralkomitees für Krebsforschung und Krebsbekämpfung ernannt worden. Der tschechische Ministerrat genehmigte Anfang November die Errichtung einer höheren Lehranstalt in Prag zur Heranbildung von Rabbinern. In Budapest beging der Professor der Aegyptologie und Aseyriologie, Dr. Eduard Mahler, seinen 80. Geburtstag. Festansprachen hielten der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses. Universitätsprofessor Julius^K o r n i s . und Adolf Wertheim. Mahler wurde 1854 in Cziffer in Ungarn geboren, habilitierte sich 1898 in Budapest, wo er dann an der Universität viele Jahrzehnte gewirkt bat. 1924 wurde er Ehrenmitglied der arabischen Akademie zu Damaskus. Vorher schon war er Mitglied der un garischen Akademie der Wissenschaft geworden Er hat altröraiscbe Siedlungen in Ungarn erschlossen, deren Material er auch für das Nationalmuseum bearbeitete. Seine zahlreichen Werke, die in den meisten Kulturspracben erschienen sind, beweisen seine Verbundenheit auch mit dem jüdischen religiösen und wissenschaftlichen Gebiet. Professor Julius Guttmann wurde von dem Professoren-Kollegium der geisteswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Jerusalem für die nächsten zwei Jahre zum Dekan gewählt. Der 1880 in Hildesheim Geborene war früher Privatdozent für Philosophie an der Universität Breslau und Dozent für Jüdische Religionsphilosophie an der Hochschule (jetzt Lehranstalt) für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. Später wurde er an das Budapester Landesrabbinerseminar berufen. In einer Reihe von Schriften hat sich Prof. Guttmann mit dem Gottesbegriff Kants im Lichte der jüdischen Lehre auseinandergesetzt. Er bat ferner Arbeiten über das Verhältnis von Religion und Philosophie bei Yehuda Halevi, über Spinozas Verhältnis zum Aristofelismus, über Religion und Wissenschaft im mittelalterlichen, und modernen Denken und eine Reihe anderer religionsphilosophiscber Arbeiten veröffentlicht. Kuostnaehrichten Unter den Neuerwerbungen des Museums Boy m ans in Rotterdam steht der „Buchhalter" von Rembrandt, der von der Galerie Katz van Dieren erworben wurde. Die Münchener Galerie D. H e i n e rn a n n zeigt in einer Ausstellung nicht nur Proben der Münchener Kunst, sondern auch mannigfache ausländische Werke- Da hängt eine schöne Mondlandschaft des A. van der Neer. ein Bild von Simon de Vlieger. ein Damenbildnis von Nicolaus Maes neben einem Gemälde von Ruisdael.. Frühe Italiener neben Proben der englischen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts. Bernardo Strozzis Bildnis zweier Kinder erfreut durch seine frische Farbigkeit wie Benvenuto Tisis ..Heilige Familie", neben ihr George Morlands zartes Frauenporträt und Sir Peter Lelys „The Hon. Mrs. Whar Ion", ein Bild, das früher in berühmten eng lischen Sammlungen beheimatet gewesen. In Aussig (Tschechoslowakei) zeigt der Maler Ernst. N e u s c h u 1 eine Ausstellung von ' Gemälden und Zeichnungen. Die Sephardische Gemeinde in Belgrad twi in Anwesenheit der Vertreter des Königs, de? Unterrichts- und Justizministeriums, des Parlaments und der literarisch-künstlerischen WeU auf dem sephardischen Friedhof am Grabe am 16. Mai 1934 verstorbenen jüdischen Maler; Leon Cohen einen Gedenkstein enthüllt- Die Feierlichkeiten am Grabe Cohens leitete Oberrabbiner Dr. J. Alkalay. Das Schaffe Cohens würdigte Universitätsprofessor Dr. Branko-Popovic. Leon Cohen wurde 1S59 im Judenvierlel von Belgrad als Sohn armer Eltern geboren. Schon als Kind zeigte er grosses Talent für Malerei. Er war jedoch gezwungen, sich dem Schneiderhandwerk zuzuwenden. Der Drang des jungem Cohen zur darstellenden Kunst "war aber?o stark, dass er völlig mittello s nach München reiste. Nach schweren Entbehrungen konnte er 1897 auf einer Ausstellung in München seine Arbeiten zeigen, die Aufsehen erregten. Die Münchener Kunstakademie zeichnete sein Bild „Josefs Traum" aus. Später wurden seine Bäder auf der Pariser Weltausstellung gezeigt. Cohen bebandelte vorwiegend biblische Motive, sowie Motive aus den heroischen Freiheitskämpfen der Serben. Nach dem Tode des Künstlers kaufte die Sephardische Gemeinde bei seiner Familie alle Bilder auf. Ein Teil ist im Repräsentationsaal des „Jüdischen Hauses", der andere Teil im Prinz Paul-Museum zu sehen. Wir weisen wiederholt darauf hin. ^öSS unverlangt eingesandte Manuskripte nur zurück gesandt und Anfragen nur beantwortet werden, wenn Porto oder Freiumschlag beigefügt vaU Irgendwelche Rechtsansprüche können aus def Zurückbehaltung von Arbeiten, denen das Rück" porio nicht beigefügt war, nicht hergeldid werden. Es liegt eine grosse Zahl nicht angenonvrtvKf Manuskripte, die uns unverlangt und urrfranbct} eingeschickt waren, in der Schriftleitung. ^" bitten die Einsender, die die Rücksendung '^rcr Manuskripte vermissen, um Einsendung &ncS adressierten und frankierten Briefumschlags.

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