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Central-Verein-Zeitung · 1937-11-11 · 45 (11.11.1937) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
45 (11.11.1937)
Date
1937-11-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seife 6 C.-V.-Zeitung Nr. 45 * 11. November 1937 miteinander verbinden kann. Ihnen würden in ihrer Anschaulichkeit die Gleichnisse naheliegen, mit denen der mittelalterliche Richard de Bury in seinem Philobiblon zum Ruhm der Bücher spricht: „Bücher, ihr seid goldene" Behälter, gefüllt mit Manna; Felsen, aus denen Honig sprudelt, oder richtiger volle Honigkörbe; Euter, strotzend von der Milch des Lebens, unerschöpfliche Vorratskammern; der viergeteilte Strom des Paradieses, der die menschliche Seele labt und den durstigen Geist netzt und tränkt; fruchtbeladene Olivenbäume, Weine von Engaddi, Feigenbäume, die keine Missernte kennen; brennende Lampen, immer in 'den Händen zu tragen." Mit den biblischen Gleichnissen stieg unserem Bücherfreund das Dichterwort des Persers Omar Khajam als verheissungsvolle Hoffnung auf: Im schatt'gen Grün ein aufgeschlagenes Buch — zur Labung Brot und Wein im kühlen Krug — Du, in der Wildnis singend mir zur Seite — o Wildnis! Wärst mir Paradies genug. Im Rhythmus des Gedichts schlief er ein. Er versuchte noch in halbem Denken und halbem Schlummern zusammenzufassen, was er gelesen und was ihm dabei geschehen war, aber es gelang ihm nicht mehr. Nur Dantes Verse schwebten noch einmal durch seinen Schlaf: Verführer war das Buch und der es schrieb — An jenem Tage lasen wir nicht weiter. Als er wach wurde, war mit dem neuen Tage die Stunde des Redaktionsschlusses da. Trotz unvollkommener Angaben soll schliesslich ein Hinweis auf die Gesamtauflage aller in dem besprochenen Zeitraum erschienenen Bücher gewagt sein: die Zahl 892 000 spricht immerhin — „Bände" für eine kulturelle Leistung in einer bewegten Zeit, die reich ist an Umwälzungen im wirtschaftlichen und sozialen Leben der Juden in Deutschland. Die Aufgaben eines Verlegers / von Adoif Naumann Das jüdische Buch in Zahlen Ein Versuch / Von Ernst G. Löwenthal Eigentlich könnten auch diese Bemerkungen 20 v. H. Belletristik; zu den „Wunschträumen" gehören, denn eine 10 v. H. Schul- und Lehrbücher sowie esakte Statistik der jüdischen Buchproduktion Jugendschriften; gibt es bisher nicht Zahlreiche Gründe 7 v. H. Bücher in hebräischer Sprache, sprächen dafür, so das persönliche Interesse des wozü auch Schriften religiösen Inhalts gerech- Lesers, mehr noch die Fragen der Kalkulation, Det werden' der Preisgestaltung und der wirtschaftlichen 9 v. H. Bücher über jüdische Geschichte; Planung bei allen am Buchbetrieb Beteiligten, g v. k. Lyrik; schliesslich das kulturelle Bedürfnis, wenn man 5 v. H. Biographien; Zahlen von einem höheren Gesichtspunkte aus 5 v. h. P a 11 s t i n a-Literatur (Land, Leute. gegenüberstellt und vergleicht. Die Ideallösung Personen Bilder) wäre ein Tabellenwerk in dem_ das_ Material Die 13 v> K> verteUen auf hundenprozenüg erfasst und minutiös durch- Kunstgeschichte (1,7 v. H.), Kindergearbeitet wäre, so dass es ohne weiteres auf 5ücher (2<7 v> HJ Fachlileratar über Ausjede Emzelfrage Antwort und Auskunft gäbe. w a a d e r u n g (13 v. H.K jfachschlase- Man stelle sich emmai die V ielzahl der Spalten werke ohn& Almanache> Kalender u< ~dgL vor, wenn man sich nicht allein mit Autor und (2 Sammelwerke? ' ÄHthologien u. dgl. ----—--—7— (2 v. H.) jüdische Sportbücher. IC Q O N 1 E R f5üS,at Der Bwh P r e i s ist Ausdruck der Auflagen- BMw^^^^iw^^ti^wwiHBi höhe und damit des erhofften Absatzumfanges, Jüd. Buchvertrieb iÄ&aRj??«S5 andererseits aber auch Zeichen für Ausstattung --—---— und Kalkulation, vom Umfang einmal ganz abge- Titel, mit dem Fachgebiet, dem Preis der Aufsehen- Al*s der nachstehenden üebersicht gehen lasenhöhe begnügte, vielmehr, darüber hinaus, de*" Durchschnitts-, der höchste und der niegern auch Ansahen über die verkaufte Auflage. drigste Preis der ermittelten Bücher auf den über Ausgestaltung und Umfang, etwa auch größeren Gebieten jüdischen Schrifttums hervor, über die Produktionssteigerung gegenüber dem Durchschnitts- Höchster Niedrigster vorangegangenen Jahr und — womöglich noch Prds Prcis p?eis einen Hinweis auf den literarischen Wert ent- R?!*SioaT\ 2J?,00!H3 haltPn «ähP Philosophie . - . 3,93 14,00 0,7a y *« +-1 1; ♦ a u ■» a Geschichte .... 2,98 18.00 1.00 .In aer Statistik kennt man den BegnS des g hß Annäherungswertes. Dieser Begriff will be- Palästina .... 5,63 32,00 <V70 sagen, dass es zuweilen genügt, Anhaltspunkte, Belletristik .... 2,51 6,80 1.10 gewisse, auf Vollständigkeit und Exaktheit nicht Schule und Jugend . L85 7.50 0,25 Anspruch machende Ziffern zu erhalten. Wenn Lvrik...... 1,85 6,00 1,00 sich die folgende Betrachtung auf nicht immer Diese rohe üebersicht zeigt, dass — wohleinheitliche und nicht immer vollständige Angemerkt — der Durchschnitts preis für gaben von etwa 17 jüdischen Buchverlegern wissenschaftliche Literatur (Religion, Philostutzt, so kann und soll sich daraus nicht mehr sophie, hebräische Sprache) weit über dem für als der Versuch einer Stastiük, als der ümriss ünterhaltungsliteratur (Belletristik Lyrik) liegt; rr i.t u-u u ' t - + das entspnent einer Beobachtung, die man auch eines Zahlenbildes ergeben. Es interessiert -m alleemeinen ßuehbereieb zu machen gewohnt die Gewinnung von Anhaltspunkten zur Beist Dgr Durchschnittspreis bei den untersuchten urteilung der Ausdehnung, der Richtung, über- Büchern liegt etwa bei 4,30 RM. Grundlage für haupt der Gestaltung der Produktion jüdischer diese Statistik bildete bei verschiedener Aus- Bücher. Dass trotz aller Sorgfalt nur eine gestattung jeweils die teuerste Ausgabe, wisse mit Mängeln und Fehlern behaftete Zahlen- Ein Blick auf den Umfang der verlegten „Skizze" im folgenden veröffentlicht wird, dessen Werke zeigt, dass die untersuchten 300 Bücher muss man, sich bewusst bleiben. einen Gesamtumfang von etwa 65 000 Seiten und Am nächsten liegt naturgemäss die Frage demnach einen Durchschnittsumfang von etwa nach der Zahl der in den letzten viereinhalb 217 Seiten oder von IV/i Bogen haben. Für die Jahren überhaupt erschienenen jüdischen einzelnen Sparten ergibt sich das folgende Bild: Bücher. Nach Ermittlungen, die hier möglich Seitenzahl waren, ist mit mehr als 300 selbständigen Verinsgesamt durchschnittlich öffentlichungen zu rechnen. Stellen sie eine . pr°rJ^erk NeuproduMon eine wirklich neue eehöpfef%!£2#ä.' '. '■ - 45 WO M risene Leistung dar, oder umfasst diese Zahl Geschieht« .... 7000 230 auch Uebersetzungen fremdsprachiger Texte, Be- Hebr. Sprache . . 7 800 370 arbeitungen älterer Stoffe, Neuausgaben oder Belletristik .... 6600 150 Neuauflagen von Büchern, die schon vor 1933 Palästina .... 5 400 450 herauskamen? Tatsächlich umschliesst jene Lyrik...... 1500 100 Zahl, die 300 Titel grosser und kleiner Bücher, Jugend und Schule . 1300 140 Titel von Standardwerken wie von kleineren, Die Veröffentlichungen über Kunstgeschichte aber darum nicht minder bedeutsamen Reihenhaben einen Durchschmttsumfang von 135 Seiten, büchern verkörpert, eine nicht geringe Menge dessleichen die Biographien; Nachschlagewerke nur bearbeiteten oder neuherausgegebenen etwa 930 Seiten. Kinder- und Sportbücher ura- Schrifttums nämlich 14 v. H. fassen im Durchschnitt 60 Seiten; Bücher über Eine einwandfreie Abgrenzung nach Fach- Auswanderung etwa 100 Seiten, gebieten, d. h. eine säuberlich korrekte Zu- Zu interessanten Ergebnissen führt eine Ordnung der erwähnten Schriften m emzebien GegenüberSteUung der Durchschnittsauf- Sparten der Wissenschaft ist nicht möglich. la|en gleicMaIls nur auf ffie be_ Wenn bei der Gliederung des Stoffes, der zur deuteaderen ^gebiete erstreckt. Es ergibt Bearbeitung vorlag, gewisse üeberschneidungen {f)lgeades Büd: unvermeidbar waren, so leidet darunter das Gesamtbild nicht; denn immerhin 15 grosse 5?LIgJ°Voto? Abschnitte.in die das Jüdische^Schrifttum [ \ [ \;;;; fM hier aufgeteilt wird, lassen zur Genüge er- Hebr g rache....... 4742 kennen, welche Fachgebiete bevorzugt behandelt, Palästina........ . 3454 welche stiefmütterlicher, und welche Einwir- Belletristik ......! . 3052 kung die Zeitentwicklung auf Inhalt und Rieh- Jugend und Schule......3958 tung jüdischer Bildungsarbeit gehabt hat. Von Nachschlagewerke...... 7983 den erfassten Schriften waren Lyrik .......... 2587 25 v. H. Schriften auf den Gebieten der jüdi- Bemerkenswert ist dabei die „Dreitausendschen Religion einschl. des jüdischen Grenze", über die nur die Nachschlagewerke Brauchtums, der Religionswissenschaft, der (Lexika) und die Literatur in hebräischer Philosophie und der Religionsphilo- Sprache, wozu hier sowohl Gebetwie auch sophie; Wörterbücher gerechnet wurden, hervorragen. Man muss schon bis an den Anfang des vorigen Jahrhunderts zurückgehen, wenn man den ersten Vertretern des Verlegerstandes, wie wir ihn heute kennen, begegnen will. Die eigentümliche Problematik und soziologische Spannung, in der der Verleger steht und vermutlich noch lange stehen wird, hat sieh nicht geändert. Für das Publikum ist er eine geheimnisvolle Erscheinung geblieben. Es gab Zeiten, da man ihn als ein Wesen ansah, das gewinnbringende Bücher — „Artikel", wie man sagte — drucken liess und in den Verkehr brachte; denn weil er ein Buchhändler war, "betrachtete man ihn eben vor allem als einen H ä n d i er , dem es um „absetzbare Ware" zu tun sei. Würde sich hierin der Inhalt des Begriffs „Verleger" erschöpfen, so lohnte es sich nicht, ein Wort über ihn zu verlieren. Aber dem ist ja nicht so; denn ohne Verleger gäbe es keine Literatur. Freilich, ohne Autoren noch weniger! Unterschätzen wir jedoch die Tatsache nicht, dass es der Verleger ist, der das Geschriebene, das literarisch Geschaffene, erst zur Literatur macht, indem er ihm durch den Druck ans Licht der Oeffentiichkeit verhilft Er ist eine Instanz von entscheidender Wichtigkeit. Er vermag Geschaffenes nicht nur zu verbreiten, sondern auch zu unterdrücken; durch Ablehnung. Und wer kann sagen, dass sich in der „nicht erschienenen", in der ungedruckten, weil vom Verleger abgelehnten, Literatur nicht einmalige und hohe Werte befinden? Zum Verlegersein gehört daher sehr viel mehr als der Blick für blosse „Absetzbarkeit der Ware Buch". Zum Verlegersein gehört vor allem andern die verlegerisehe Gesinnung, und das ist der Trieb, mit einem hohen geistigen Ziel und in reiner Absicht in die Oeffentiichkeit hineinzuwirken. Zum Verlegersein gehören ein scharfes Urteil über den Wert oder Unwert geistiger Inhalte und. ein sicheres, geübtes Gefühl für Form. Man redete schon vor hundertfünfzig Jahren von „passiven Verlegern", die abwarteten, was ihnen der Zufall an Manuskripten ins Haus brachte — ihre Verlage hatten „kein Gesicht". Es gab aber auch die Verleger „mit Initiative". Und beide Typen gibt es noch. Mit dem „passiven" braucht man sich nicht zu befassen. Der „aktive Verleger" horcht in seine Zeit hinein, uni zu erkunden, was ihr vonnöten ist, wessen sie bedarf. Er erkennt die literarischen Möglichkeiten und nimmt sie wahr, aus kleinen Symptomen diagnostiziert er die Begabung, er wittert das, was sich, über die unmittelbare Gegenwart hinaus, im geistigen und künstlerischen Schaffen anbahnt und vorbereitet Er ist stolz darauf, seinem Verlag ein eigenes und ganz „persönliches Gesicht" zu geben und an den Kultur auf gaben der Zeit mitzuarbeiten. Ein Frankfurter Buchhändler des 18. Jahrhunderts, der sich über die Pflichten seines Berufsstandes Gedanken machte, nannte den Verleger geradezu den „Direktor der Literatur". Nein, der Verleger ist kein blosser Händler und kein blosser Geschäftsträger, es sei denn als Mandatar seiner Zeit Und der Verleger soll auch ein Erzieher seiner Gemeinschaft sein. Dann werden sich die Autoren um ihn scharen, die gesinnungsmässig mit ihm eine Arbeitsgemeinschaft bilden. Wahrhaftig, der Anspruch an den Verleger ist ungeheuer. Und soll es sein! Seit der Verlegerstand ein selbständiger Berufsstand geworden ist, bietet er dem Autorenstand, als einem gleichfalls selbständigen Benifsstand, die Grundlagen für die materielle Existenz. Die hohen Massstäbe, die der Verleger an die Leistungen der Autoren und an sein eigenes verlegerisches Tun anlegt, werden die Massstabe der Autoren schärfen. Es ist bedenklich und verhängnisvoll. Minderes an Wert zu verlegen, weil das Bessere und das Gute nicht zu haben ist, hundertmal Dargebotenes zu verlegen, weil sich ein Neues an Inhalt, Gestaltung und sittlicher Gesinnung nicht zeigt. Es ist bedenklich und verhängnisvoll, der Komplikation, wie sie sieh auch verkleiden mag, Vorschub zu leisten. Ünd es ist vollends bedenklich und verhängnisvoll, sich zum Diener einer Kamaraderie irgendwelcher Art zu machen. Wer Verleger aus dem Blute ist, sollte in solchen Lagen lieber untätig bleiben, als Zugeständnisse zu machen, die das geistige und künstlerische Niveau herabziehen. „Aber man muss doch seinen Betrieb aufrechterhalten!" Darauf ist mit dem Hinweis auf die Problematik zu antworten, in der der Verleger steht Gewiss, was hier von dem Verleger verlangt wird, ist nicht wenig: organische Berufseignung, vorwegnehmendes, sicheres Gefühl für kulturelle und künstlerische Werte, die die Gemeinschaft fördern, massenpsychoiogische Einsicht und — schliesslich doch auch Nüchternheit in geschäftlichen Dingen; denn niemand dankt es dem Verleger, wenn er sein Kapital in Fehlschlägen erschöpft. Niemand braucht es ihm auch zu danken. Ob auf wissenschaftlichem oder schöngeistigem Gebiet: der jüdische Verleger unserer unmittelbaren Gegenwart wird sieh mehr als je von der Aufgabe leiten lassen müssen, der Helfer der'Schaffenden zu sein, die die jüdische Gemeinschaft aufwärts führen. Durch ihr Wort! Der Verleger ist der Bälgetreter für die, die an der Orgel sitzen. Es kommt darauf an zu erkennen, wer an der Orgel sitzt. Lieblingskind oder Bestseller? Betrachtet man das Buch als Ware und den Verleger lediglich als den Geschäftsmann, der das Buchprodukt wirtschaftlich auswertet, so müssten sich die Begriffe „bestseller" und „Lieblingskind" decken. Wer die Leistungen jüdischer Verlage kennt, weiss, dass gerade sie ihre Arbeit unter anderen Gesichtspunkten geleistet haben. Das Publikum kennt recht wenig von den Launen des Zufalls, von jenen unwägbaren Dingen, die ein Werk zum Erfolg tragen und dem anderen die Gunst des Lesers versagen. Dieses nicht Greifbare macht den „bestseller" oft nicht zum Lieblingskind und das Lieblingskind nicht 2um „bestseller", sondern zum Sorgenkind der verlegerischen Produktion. Unser Sorgenkind heisst: „Der Morgen* die Monatsschrift der Juden in Deutschland. Als er vor 13 Jahren von Professor Dr. Julius Goldstein in Darmstadt ins Leben gerufen : wurde, war er eine Tribüne des Geistes, der religiösen Auseinandersetzung, der philosophischen Erörterung. Er war bewusst auf eine läXk Ä. Hartbrodt SS Uhren I Gold' u. SllbertOaren Exklusivität gestellt, die Juden in Deutschlandsich damals noch leisten durften und sollten. Seit 1933 hat er diese Basis verlassen, nicht, um zu verflachen, sondern um auf anderer Ebene in breitere Schichten vorzudringen. Er wurde unter der Leitung von Eva Reichmann-Jungmann und Hans Bach eine geistige Revue. Seine Mitarbeiter aus allen Lagern des Judentums, seine Redakteure und seine Beiträge sind hierauf abgestellt, und doch wird er von nur knapp tausend Menschen gelesen, d. h. von 1 Prozent der etwa 100 000 jüdischen Familien in Deutschland. Das ist nicht wenig, wenn man Vergleiche heranzieht, die freilich nicht völlig stimmen können, weil „Der Morgen" in seiner Art einzig ist Selbst ausserhalb Deutschlands gibt es nur ganz wenige jüdische Zeitschriften, die gleiches Niveau aulweisen. Seine jetzige Auflage ist zu gering, um in Notzeiten auf die Dauer erhalten werden zu können. Die, welehe den „Morgen" lesen möchten: die jungen Menschen, die Rabbinatskandidaten, die Rabbiner, die Lehrer, die Besurher der Lehrhäuser, besitzen nicht die nötigen Mittel (10,80 RM im Jahr). Und das Mäzenatentum, welches durch Uebernahme von Patenschaften dem Verlag die Erhaltung seines umsorgten Liebüngskindes erleichtern könnte, sieht in der Erfüllung sozialer Verpflichtungen eine dringendere, Aufgabe als in der Pflege jüdischen Geistes. Soll der Verleger resignieren, wenn seine Werbebriefe, seine Prospekte, seine Anzeigen nur schwaches Echo finden? Wenn er zu jener eingangs charakterisierten Art zählt, wird er für sein Lieblingskind bis zuna letzten kämpfen- Denn nicht der „bestseller", sondern der endliche Erfolg einer Idee verleiht ihm gerade heute Befriedigung in seinem Beruf. Doch soll der „bestseller" nicht fehlen. Denn er bietet oft die Möglichkeit, einer Passion nachzugehen. Er hat auch in unserer Produktion (Fortsetzung auf Seite 9.) WEG OHNE EMDE Der berühmte Roman von Gerson Stern, der bereits in zehnter Auflage vorliegt. Umfang 480 Seiten. Priels: kart RM 5.50 Leinen RM 6.80 DIE JUDEN IN DER WELT Ein unentbehrliches Standard-Werk aus der Feder von Mark Wischnitzer, das zum ersten Male eine vollständige Üebersicht über Gegenwart, Geschichte und Möglichkeiten der Juden in den meisten (ca, 150) Ländern der Welt bringt. Umfang 432 Seiten. Vierte Auflage. Preis: kart. RM 5.50 Leinen RM 6.80 MAIMONIDES Die meisterliche Biographie verfasst von Abraham Heschel. Dritte Auflage. Umfang 300 Seiten. Preis: kart. RM 3.80 Leinen RM 4.S0 SRSCH &EISS VSR8.AG, Jüdischer Buchverlag, Berlin W15 / Bezug durch den jüd. Buchhandel

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