Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 43 (28.10.1937)
- Date
- 1937-10-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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*.43 * T. Beiblatt L¥Zbituna ' jp^ 28. Oktober 1937 * Seite 3 pprendam $ braSileiroJ Von Professor Dr. H. Reichmann, Sao Paulo Die Schriftleitung korrigiert die Uebungsaufgaben und beantwortet zusätzliche Fragen :m Rahmen des Möglichen. —- Die Einsendungen mit der Anschrift: An die C-V.-Zeitung, Abtlg. Sprachkurs, Berlin W 15, Emser Strasse 42, müssen bis spätestens Diensv<> tag trüb nach dem Erscheinen der. betreffenden Aufgabe, eingegangen und deutlich, einseitig mit breitem Rand, geschrieben sein; ein adressierter Freiumschlag ist beizufügen. Lektion 13 Konjugation (Schiusa) Imperativ o (Befehlsform) Der Imperativ hatte ursprünglich (schon in den antiken Sprachen) nur zwei ihm eigentümliche Formen, nämlich die 2. Person des Singular und des Plural, also die Rufformen „komm" und „kommt". Alle übrigen Personen sind erst später künstlich aufgefüllt, und man müsste schon den Ersatz aus dem Subjunctivo Presente nehmen, da ja der Imperativ — als eine Redeweise, die einen Befehl oder Wunsch (auch negativ. Verbot) ausdrückt — genau wie der Subjunctivo sich auf etwas bezieht, das (noch) nicht existiert (vgl. auch Lektion 8). Das Schema des Imperativs würde also folgendermassen aussehen: Sg. 1. feixt (s. Anmerkung). 2. ursprüngliche F o r m (s. Lektion' 7). 3. Subjunctivo. PI. 1. Subjunctivo. 2. ursprüngliche Form (s. Lektion 7). 3. Subjunctivo. Anin.:.Die 1. Person Singular muss hier fehlen, da man sich ja nicht selbst Befehle erteilen kann. Die t. Person Plural ist sehr gut denkbar und möglich, da man sich selbst in eine Gemeinschaft mit anderen einschliessen kann. Ausgefüllt würde das obige Schema des Imperativs so aussehen: Sg. 3. tomecomaparta- Pl. 1. tomemos comamos partamoe 3. tomem comam partam Man sieht deutlich aus der Umdrehung der Stammvokale (siehe Lektion 10, 1), dass es nur aus dem Subjunctivo Presente entlehnte Formen sind. Die Endungen sind stets dieselben. Infinito pes s6al (Persönlicher Infinitiv) Es folgt jetzt eine sprachliche Ungeheuerlichkeit, die dem Anfänger zuerst sogar unwahrscheinlich und unglaubhaft vorkommen mag (und dem Humanisten wie eine Sünde gegen das antike Denken erscheint). Dass ein Infinitiv dekliniert werden kann, ist auch im Deutschen eine ganz allgemeine Erscheinung, z. B. das Denken, des Denkens usw. per Humanist kennt denselben Vorgang aus dem Lateinischen.) Das Brasilianische zeigt uns nun die merkwürdige Dr. Bsra Münk Dem Führer der Orthodoxie Selten war eine jüdische Generation so arm an Führernahiren wie die unsere. Buntscheckigkeit und zunehmende Verweltlichung des modernen Lebens mögen es sein, die die Schuld daran tragen, dass wirkliche Persönlichkeiten' sich so selten in unseren Reihen herausbilden können. Mit um so grösserem Stolz kann die Orthodoxie auf einen Mann blicken, der in. diesen Tagen seinen 70. Geburtstag begeht, Rabbiner Dr. Esra Münk, der am 1. November (27. Cheschwan) in das biblische Alter eintritt. Tiefe Verehrung wird ihm von der Gesamtheit der Orthodoxie des Inlands und des Auslands, aber weit darüber hinaus auch aus anderen Kreisen entgegengebracht. Sie alle würdigen in ihm einen der grossen jüdischen Gestalten unserer Zeit. Er erweist sich als würdiger Nachfolger seines von ihm so hochverehrten Lehrers und Meisters, Rabbiner Dr. Israel Hildesheimer. Tiefe Gottesfurcht, ständiges, liebevolles Sichversenken in. alle Quellen der jüdischen Lehre, volle Vertrautheit mit den Methoden der Wissenschaft, echtes Verständnis für die Fragen der Zeit und stete Hilfsbereitschaft befähigen ihn zur Führung seines verantwortungsreichen, hohen Amtes. Vornehmheit der Gesinnung, Abgeklärtheit des Denkens. Sicherheit des Urteilens und besonderes Verhandlungsgeschick gewährleisten ihm eine führende Stellung bei allen Versammlungen und Tagungen, an denen er teilnimmt. Mit besonderer Energie setzt er sich für alle Belange des gesetzestreuen Judentums ein; zwar ist er in seinen religiösen Forderungen unnachgiebig, aber in ihrer Durchsetzung wendet er stets verbindliche Formen an und erreichte so eine Menge bedeutender und bleibender Erfolge. In allen Fragen des traditionellen Lebens leistet er unter Einsetzung seiner ganzen Kraft Jahrzehnte hindurch wertvolle Arbeit mag es sich um Fragen der religiösen Praxis oder der Gemeindeorganisation oder Erscheinung, dass der Infinitiv aus konjugiert werden kann. "Wir geben zuerst das Schema, dessen Bildung, wie schon der Name besagt, wirklich aus dem vollen Infinitiv — den üblichen Endungen — erfolgt: I II III tomarcomerpartirmos em mos em mos em Wegen des ,,e<c in der 3. Person PL siehe Lektion 10. 3 (Subjunctivo Futuro). Der Gebrauch dieses persönlichen Infinitivs, der seinen Namen daher hat, dass er in allen Personen vorkommen, also konjugiert werden kann, ist indes etwas kompliziert. Da er nun aber wirklich vorkommt, wollen wir uns auf das Notdürftigste für seine Anwendung beschränken. Einige Sätze mögen als praktische Beispiele dienen: a) „e inutil insistir na solucao deste assumpto" kann bedeuten: „es ist zwecklos, dass ich (du, sie, er, man) auf der Lösung dieser Angelegenheit besteht, denn der Infinitiv „insistir'1 hat keine Endung für die 1. und 3. Persön Sg. (die auch zugleich die fehlende 2, Person Sg. vertritt). b) „e inutil insistirmos . . jetzt heisst es deutlich: „es ist zwecklos, dass wir bestehen." Oder „c inutil inistirem . . ." „dass sie bestehen". Sind die Personen gleich, so kann die Endung am Infinitiv fehlen, aber niemals bei ungleichen Personen, wo sonst Missverständnisse entstehen würden, z. B. escrevemos-lhes esta carta para dar-lhes (hier müsste es eigentlich heissen: Ihes darmos, aber die Endung mos ist hier unnötig, weil schon in escrevemos ausgedrückt) uma explicacao wir schreiben Ihnen diesen Brief, um Ihnen eine Erklärung zu geben. — Dagegen: escrevemos-lhes esta carta para poderem dar uma explicacao wir schreiben Ihnen dieseu Brief, damit Sie eine Erklärung geben können. Hier darf die Endung -em am Infinitiv poder nicht fehlen, weil es sonst heissen würde „damit wir können" und nicht „Sie können". Anra.: Ich gebe Indes allen Anfängern den Rat, mit den- Formen des persönlichen Infinitivs in der ersten Zeit möglichst sparsam umzugehen. Die gesprochene Volkssprache bedient sich dieser Formen sehr wenig. In der Sprache der -Gebildeten, und in der Schriftsprache erscheinen diese Formen sehr häufig (vgl. Lektion über Infinitiv). (Fortsetzung folgt.) aber um solche der religiösen Beeinflussung von Jung und Alt handeln. Manchmal ruhte sogar die ganze Last auf seinen Schultern, und erst die Fülle der sich mehrenden Geschäfte zwang ihn, seine Tätigkeit auf eine Mitarbeit an einer neu geschaffenen Organisation zu beschränken. Wiederholt hat er durch Publikationen in Zeitschriften oder selbständigen Schriften entscheidend zur Lösung aktueller Probleme beigetragen; aber auch rein wissenschaftlichen oder religiösen Fragen hat er oft Aufsätze gewidmet. Seine Haupttätigkeit gilt der Gemeinde Adass Jiroel in Berlin, die zur Austrittsorthodoxie zählt An ihr wirkt er seit dem Jahre 1900 als Rabbiner und geistiger Führer. Hier zeigt sich am stärksten die Kraft seiner unmittelbaren persönlichen Beeinflussung. Da nimmt ein jeder tobertWolfers W. 15. Kurfürstendamm 48/49 Te!.: S2 47SS — Bürgersleige, Asphaitisrungen, Pflasterungen Um die Ghettobänke in Polen Die politischen Aktionen, die von der jüdischen Bevölkerung Polens in diesen Tagen durchgeführt wurden (vgl. C.-V.-Zeitung Nr. 42 vom 21. Oktober), haben einen wachsenden Widerhall auch bei der nichtjüdiseben Bevölkerung gefunden. Dieser Tage fanden Beratungen der Professoren der humanistischen und der medizinischen Fakultät statt, in der man sich gegen die Verordnung des Rektors wandte. Man erwartet eine Resolution, in welcher der Rektor aufgefordert wird, die Ghettositzordnung abzuschaffen. Diese Verordnung selbst muss übrigens noch durch den Universitätssenat bestätigt werden. Wird sie von ihm abgelehnt so muss der Rektor die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Wir berichteten bereite über die Rede, die Professor Stankiewiecz bei der Eröffnung des Wintersemesters in Wilna gehalten hatte. Auch der Leiter der Kinderklinik an der Pilsudski-Universität in Warschau, einer der bedeutendsten Aerzte Polens, Professor Mieezyslaw Michalowicz, wendet sieh ebenfalls unter Hinweis auf das Vermächtnis Pilsudkis, seines persönlichen Freundes, gegen die Zurücksetzung der Juden an den polnischen Hochschulen. Vor Beginn seiner Vorlesung gab er eine Erklärung ab, in der er unter anderem sagte, der von der Universität gewählte Rektor möge seine eigene Ansicht in diesem Punkte haben, er als Senator der polnischen Republik fühle sich jedoch der Verfassung, auf die er seinen Eid geleistet habe, verpflichtet. Er wies auf die religiösen Zusammenhänge, die zwischen Judentum und^Christentum bestehen, hin und fuhr fort: „Solange die Verfassung nicht aufgehoben ist, werde ich sie nicht verletzen. Mein Gewissen ist rein/' An der zahnärztlichen Hochschule in Warschau hielt der greise Professor N i c z seine Vorlesung stehend ab mit der Bemerkung: „Wenn meine Zuhörer stehen (es handelte sich um die jüdischen Studenten, die sich weigerten, auf den Ghettobänken Platz zu nehmen), dann kann ich nicht sitzen." An der Wawelbergschen Hochschule in Warsehau, die bekanntlich durch jüdisches Mäzenatentum entstanden ist, erklärte Professor K a w e 1, man könne Menschen nicht zwingen, sich auf abgesonderte Bänke zu setzen. Der Professor der Philosophie. Tadeusz Kotarb i n c k i, appellierte in seiner Vorlesung an alle die, „welche noch ein Gewissen haben" und erklärte, wenn er selbst noch ein junger Mann wäre, würde er sich an die Seite der jüdischen Studenten stellen, um die polnische Kultur von der Schande zu befreien, die die Ghettositzordnung über sie gebracht habe. Professor C z a r - nowski, von der soziologischen Fakultät, betonte, als man seine jüdischen Hörer zur Einnahme der Ghettobänke zwingen wollte, in starker Erregung, er werde dies nicht dulden, solange er Universitätsprofessor sei und forderte die jüdischen Studenten auf, alle freien Plätze einzunehmen. Der Rektor der Universität Lemberg, Professor Kulczynski, verurteilte in einer Ansprache bei Semesterbeginn alle judenfeindlichen Ausschreitungen, die zu Missbräuchen des Universitätslebens führten. Durch solche Exzesse werde moralisch und wissenschaftlich unabsehbarer Schaden gestiftet. Die Wissenschaft müsse sich frei von Terror betätigen können. Die ■ nationaldemokratischen Studenten verbreiteten Aufrufe und veranstalteten Umzüge und forderten die Einführung der Ghettobähke auch für Lemberg. Während der Demonstrationen wurde Der Glückwunsch des Central-Vereins das Besondere und in unseren Tagen fast Einzigartige seiner Erscheinung wahr, da schafft die Vornehmheit, die kristallklare Reinheit seines Charakters und die Zielsicherheit seines Wollens und seiner religiösen Ueberzeugung allen Mitgliedern ein leuchtendes Vorbild. Jede> bedrückte Gemüt findet bei ihm in religiösen Fragen einen sachkundigen und verständnisvollen Berater, und der in Not Geratene Ermunterung und Unterstützung. Stets schart sich ein Kreis lernwilliger Jugendlicher und Erwachsener um ihn, den tief gelehrten und erfolgreichen Lehrer. Weitgehend seiner Initiative verdankt das Schulwerk der Adass Jisroel Gemeinde seine Entstehung, eine Gründung, die der weitesten jüdischen Allgemeinheit zugute kommt Möge es dem verehrten Manne vergönnt sein, in Gesundheit und' Rüstigkeit noch eine Fülle von Jahren zum Wohl der ganzen jüdischen Allgemeinheit wirken zu können. Dr. Esriel Hildesheimer. EI ggf 8n grosser L £? & Auswahl Eleg. Modelle f»«MQC. moderne3/4-Pa!etot* verschiedene wagSSd la Silberfüchse alles sehr preiswert J. Weisaier, nu? Kurfarstendamm 29 der jüdische Student Alexander Bernstein schwer misshandelt. Die Fordeningen der Studenten wurden abgelehnt. Die Nationalradikale Zeitung „ABC" verlangt nun auch die Ghettobänke für die höheren Schulen. Sie gibt einen Hinweis dafür, wie man ihre Forderung unter Einhaltung der Gesetze erfüllen könne, indem sie auf eine kürzlich erlassene Erklärung des Warschauer Schulkuratoriums hinweist wonach die Sitzordnung in den Klassen dem pädagogischen Ermessen der Lehrer überlassen sei. Das gleiche Schulkuratorium hat die Direktoren der Mittelschulen aufgefordert ihr die Namen jener Lehrer zu nennen, die sich am 19. Oktober an dem Proteststreik gegen die Einführung der Ghettobänke an den Hochschulen beteiligt haben. Die Proklamierung der „Woche der jüdischen Akademiker" hat in L u b 1 i n zur Abhaltung einer „W oche des polnischen Akademiker s" geführt. Die demonstrierenden Studenten durchzogen die Stadt mit dem Ruf „Tod den Juden'. Der Distriktsgouverneur verwarnte die jüdische Gemeinde wegen der von ihr gefassten Protestresolution. Er erklärte, sie habe damit ihre Befugnisse überschritten, da sie sich ausschliesslich mit der Verwaltung religiöser Angelegenheiten zu befassen und sich in politische Dinge nicht einzumischen habe. . Der Verband der jüdischen Teilnehmer an den polnischen Freiheitskämpfen hat sich unter Berufung auf die am 23. April 1935 von Josef Pilsudski erlassene Verfassung wegen Aufhebung der Ghettositzordnung an den Unterrichtsminister gewandt. Der polnische Pfadfinderverband und die Verbände der Bauernjugend, die mehrere Hunderttausend Mitglieder zählen, veröffentlichen eine Erklärung, wonach sie den Gedanken Pilsudskis die Treue halten würden. Die Jugendorganisationen der Koc- Partei. deren als gemässigt'geltender Stabschef Oberst Kowalewski vor wenigen Tagen sein Amt niedergelegt hat hat Flugblätter verbreitet, in denen zum Kampf gegen, die Juden aufgerufen wird. Zweihundert jüdische Jugendliehe, die sich an dem Proteststreik beteiligt hatten, wurden in verschiedenen Städten Polens verhaftet, zum grossen Teil aber wieder freigelassen, teilweise jedoch auch zu kurzen Gefängnisstrafen verurteilt * Der auf der Posener Tagung des polnischen Aerzte Verbandes gefasste Beschluss, nur Salmann Schocken Nicht in Erfüllung einer konventionellen Pflicht, sondern aus herzlicher Verbundenheit, bringt die Leitung des Jüdischen Centrai-Vereins Esra Münk zu seinem 70. Geburtstag ihre Glückwünsche dar. Wir sind stolz darauf* dass Esra Münk gesinnungsmässig zu uns gehört, und dankbar für die vielfache Förderung unserer Arbeit durch seinen klugen Rat. Oft und nie vergeblich haben wir uns an ihn, einen der besten Kenner des jüdischen Religionsgesetzes, gewandt Wer so mit ihm in Verbindung kam, gewann einen Einblick in das Schaffen dieser jüdischen Führerpersönlichkeit. Es dürfte kaum jemand ein Gespräch mit Esra Münk geführt haben, ohne von seiner Kraft und Geschlossenheit auf das tiefste beeindruckt zu werden. Mit seinem fest verankerten jüdischen Wesen und seinem umfassenden Wissen verbindet Esra Münk die Fähigkeif, seine Kenntnisse im Dienste unserer Gemeinschaft nutzbar zu machen. In der Gegenwart hat jede überragende Persönlichkeit für uns Juden unschätzbare Bedeutung. Es ist beruhigend und erhebend, in dieser Zeit einen Mann in unserer Mitte zu sehender über seine Kreise hinaus auch in den Schichten, ■ die seine religiöse Richtung nicht teilen, die Autorität eines lauteren jüdischen Führers geniesst. Auch den anders Gerichteten ist Esra Münk dadurch zum Vorbild geworden, dass er inmitten aller Tagessorgen und Nöte, welche die jüdische Gegenwart mit Verflachung bedrohen, das Banner des Geistigen hochhält Was Esra Münk als Rabbiner seiner Gemeinde und als Lehrer der Jugend bedeutet, wird von berufener Seite in diesen Blättern gewürdigt Unser herzlicher Wunsch zu seinem Ehrentage ist, dass Esra Münk noch viele Jahre in Gesundheit und bewährter Schaffenskraft unter uns wirken möge. Dr. Herzfeld. Vorsitzender des Jüdischen Centrai-Vereins. Zu seinem 6 0. Geburtstag Der Verleger Mir geriet in diesen Tagen wieder einmal ein älteres kleines Bändchen in die Hand, das den Titel „Verleger" trägt Der Verfasser, der selbst ein Verleger ist, versucht darin, in kleinen Skizzen und Anekdoten, aus beträchtlicher Erfahrung und mit einiger Selbstironie die verschiedenen Typen, in denen dieser Berufsstand in der Welt auftritt, zu charakterisieren. Da gibt es den gelernten Buchhändler, der einen Verlag eröffnet; da erscheint der „erfolgreiche" Verleger mit den Riesenauflagen; dem Sohn des reichen Mannes, der zum Geschäft nicht taugt und zum Künstler nicht genug Phantasie hat. wird geraten, doch Verleger zu werden; da zeigen sich der Künstler, der zum Verleger umgesattelt hat, der Verleger, der jedes seiner Bücher in Schrift, Format, Papier und Einband so mannigfaltig wie möglich ausgestaltet der Verleger in Romanen, der unentwegt in tiefen Klubsesseln sitzt und mit den Autoren verhandelt, der Mann, der Direktor seines Verlags ist, wie man Direktor eines Indus tri ewerks ist. Die Liste ist Dicht vollständig. Wie man sie aber auch erweitert der Mann, der dem Schocken-Verlag seinen Namen gegeben hat. stellt einen eigenen Typ des Verlegers dar. Ich kenne Salmann Schocken kaum, und das kommt mir eigentlich erst in diesem Augen- Alle Ihre Bücher belletristische u. fachwissenschaftliche jeder Art von der Buchhandlung am Zoo Fritz Ring Charloüenburg, Joachimsihaler Sir. 43-44 Mitglied der jüdischen Gemeinde Telefon 91 6506 Zusendung nach allen Stadtteil«