Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 42 (21.10.1937)
- Date
- 1937-10-21
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 42 * Beiblatt 21. Oktober 1937 * Seite 17 ie LandesYerbäncle berichteil.. . Wie stehen die Meisiersdbaftschancen im Handball, Fussbali und Hockey? Berlin: Ausgeglichen und ungewiss Wir konnten bereits vor einigen Wochen melden, dass es in diesem Jahr insgesamt 1500 Aktive sein werden, die den Rundenspielbetrieb der Berliner jüdischen Vereine im Handball, Fussball und Hockey aufgenommen haben. Diese grosse Anzahl aktiver Sportler, die sich auf ungefähr 125 Mannschaften in 16 Spielklassen verteilen, verlangen naturgemäss eine exakt eingespielte Organisation. Man darf jedoch annehmen, dass es bei gutem Willen und disziplinierter Einordnung aller Teilnehmer sowie einigem Glück der Spielausschüsse mit dem Wetter und anderen, zu Absagen führenden Gründen, wie im Vorjahr schon" klappen wird und die wichtigsten Entscheidungen frühzeitig genug beendet sein können. Gibt es nun in Berlin ausgesprochene Favoriten für die Meisterschafts- In der nächsten Ausgabe des „Sportblattes'' wird die letzte Folge unserer Liste Die fünf Besten Die Jahreshestleistungen der jüdischen Leichtathletik 2937 veröffentlicht. An Hand dieser Uebersicht wird unser M. F.-Mitarbeiter das Fazit der abgeschlossenen Leichtathletik- Saison ziehen. HHjilijiinillimiHiliiHEHUiiii^ runden? Das ist schwer zu beantworten, zumal noch nicht alle Vereine ihre Karten aufgedeckt haben und die offiziellen Fussballspiele überhaupt erst am 24. Oktober beginnen. Trotz allem wagen wir eine voraussichtliche Voraussage. Im Handball wird voraussichtlich die ausgeglichene Elf des B a r K o c h b a H a k o a h wieder einmal gute Chancen haben, die Vorherrschaft, die ihm die ISG 33 in den letzten beiden Jahren entrissen hat, von neuem zu befestigen. lieber den I S K ist zur Zeit noch nichts Endgültiges zu sagen, wenn auch in diesem Jahr die bekannten Schwächen der Blau- Gelben in der Hintermannschaft unangenehmer als zuvor ins Gewicht fallen sollten. Die IS G 3 3 hat viel an Können und Könnern verloren. Es bleibt abzuwarten, ob sich die mit guten Nachwuchsleuten aufgefüllte Mannschaft im Laufe der Zeit zu einer durchschlagskräftigen Einheit zusammenfindet. Vom J B C „B e r 1 i n'1 hörte man, dass nun auch Henoch von der früheren Reichsmeisterelf der ISG 33 seinen Eintritt erklärt hat, was dem Mannschaftsgefüge eine weitere wesentliche Verstärkung bedeutet. Der „IBC" dürfte namentlich in der zweiten S'aisonhälfte am ehesten zu einer TJeberraschung fähig sein. Jedenfalls verspricht der Kampf um Meisterschaft und Placierung einen überaus interessanten Verlauf zu nehmen. — Bei den Frauen sollte der Meisterschaft der ISG 33 nichts im Wege stehen. Das Fehlen Lili Henochs will man durch neue Kräfte wettzumachen versuchen. Ob es gelingt? Bar Kochbas verjüngte Mannschaft wird schwerlich in die Entscheidung eingreifen können. Im Fussball'ist die Situation bei weitem ungeklärter. Gefühlsmässig wird man wiederum dem Vorjahrsmeister Bar Kochba Hakoah die erste Chance zubilligen müssen. Doch scheint die allgemeine Spielstärke gerade in diesem Jahr so ausgeglichen, dass eine blauweisse Meisterschaft keineswegs sicher ist. Wer Meister werden will, wird mit Glück und Geschick operieren müssen. ISK, ISG 33 und H a g i b o r, sie alle warten auf ihre Chance. Die ISG soll sich diesmal besonders viel vorgenommen Siud md Sie§ Sonntag, 24. Oktober Berlin Handball: Verbandsspiele, u. a. Bar Kochba Hakoah 1—ISG 33 I, 15% Uhr, ISK 1. Frauen—Bar Kochba Hakoah 1. Frauen, IVA Uhr, Bar Kochba Hakoah II—IBC „Berlin" I, 1234 Uhr, ISG 33 II—Hagibor I, 1Z% Uhr, ISG 33 1. Jugend—„Maccabi" I, 15 Uhr, sämtliche Spiele: Sportplatz Grunewald. Fussball: Verbandsspiele u. a. Bar Kochba Hakoah 1—ISG 33 I, 13% Uhr, Sportplatz Grunewald; Kagibor I — Hagibor II, 15 Uhr, Sportplatz am Schäfersce. Boxen: ISachwuehsveranstaltung des Jüdischen Box-Clubs „Berlin", Turnhalle Joachirnsthaler Str. 13, IT Uhr. Rheinland-Westfalen Fussbali: Punktespiel ITV 02 Köln 1. Schüler— Schild M.-GIadbach 1. Schüler. Köln, Fort Deckstein; ISG Dortmund I —Schild Gelsenkirchen I, Oelsenkirche n, Platz Hohenfriedberger Strasse. Handball: Punktespiele: ITV 02 Köln—Schild M.¬ Gladbach. ITV 02 Köln Frauen—Schild M.-Gladbach Frauen, Köln, Fort Deckstein, Schild Düsseldorf- Schild Aachen/Düren, Düsseldorf, Schildplatz; TUSPA Krefeld Frauen—Schild Aachen/Düren Frauen, Krefeld, Neuer Schildplatz. Südwestdeutschland Fussball: Schild Frankfurt a. M. I—Bar Kochba Offenbach I, 15% Uhr; Schild Frankfurt a, M. Jugend I—Bar Kochba Offenbach Jugend, Sportplatz Buchrainweiher 14 Uhr; Bar Kochba Frankfurt a. M. I—ISV Offenbach I. li3A Uhr, Bar Kochba Frankfurt a. M. II—ISV Offenbach II, 11 Uhr. Bar Kochba Frankfurt a. M. Jugend II—Schild Frankiert a. M. Jugend II, 10 Uhr: sämtliche Spiele: Frankfurt a. M., Sportplatz Sondershausener Strasse: Philanthropinschulsportverein Frankfurt a.M. Schüler I—Schild Frankfurt a. M. Schüler I, 11% Uhr. haben. Und sie hätte sogar das Zeug dazu, Bar Kochba Hakoah gleichwertig zu werden, wenn sich der Kampfgeist, den die ISG oft anlässlich ihre Expeditionen nach auswärts erkennen lässt, auch in den Berliner Spielen einstellt. Hockey: Alle Vereine hatten mehr oder weniger Spielerabgänge zu verzeichnen. Ob der Nachwuchs bereits die Lücken auszufüllen imstande ist, erscheint bei dem geringen Reservoir an Hockeyinteressenten mehr als zweifelhaft. Jüdischer Tennisklub „Granewal d", Tennisclub Bar Kochba und Bar Kochba Hakoah, deren Können etwa gleichwertig sein wird, sowie die ISG 33, die spieltechnisch um weniges schwächer geworden ist, dies jedoch durch Eifer und Kampfgeist auszugleichen versucht, werden sich sicherlich die erdenklichste Mühe geben, für ihren Sport auch in dieser Saison zu werben. Manfred Friedmann. (Weitere Berichte folgen) leb überal! Berlin Pokal-Endspiele des Makkabi Berlin war am 17. Oktober Schauplatz der Endspiele des Deutschen Makkabikreises um die Pokale für Bezirksmannschaften. Im Handball hatten, sich die Vertretungen Berlin - Brandenburgs und Mitteldeutschlands, im Fussball wiederum Berlin-Brandenburg und Südwestdeutschland qualifiziert. Während im Handball die Einheimischen mit 10 :6 einen verdienten Sieg zu landen vermochten, war im Fussball erst eine Verlängerung notwendig, damit sich die Gäste in den Besitz des Pokals setzen konnten. Beide Spiele jedenfalls verliefen überaus anregend und fair; schade nur, dass so wenige Zuschauer anwesend waren. Im Handball begann es nicht gerade vielversprechend für die spätere Siegerelf. Die Mitteldeutschen, die in Czoppek und Sieradski zwei ausgezeichnete Innenstürmer besassen, nutzten die anfängliche Unvollständigkeit der Berliner aus und hatten sich bald eine 4 :1-Führung geschaffen. Dann erst wurden die Berliner besser und gingen durch mehrere Tore Models (ISK) bis zur Pause mit 5 :4 in Front. In der zweiten Halbzeit dominierten die Berliner durch ihr ausgezeichnetes Innentrio, in dem diesmal Werner Spandau durch uneigennütziges Spiel besonders.vorteilhaft zur Geltung kam. Mit 10:6 schloss das Treffen, trotzdem der Torwart der Mitteldeutschen, Eckstein (Dresden), zeitweise Ausgezeichnetes leistete. Im F u s s b a 11 rechtfertigten die S'üdwestdeutschen, die sich in der Hauptsache aus Frankfurter Bar Kochbanern zusammensetzten, den guten Ruf, der ihnen vorausging. Und wenn Herrsch nicht Mitte der ersten Halbzeit hätte verletzt vom Platze gehen müssen — er kam zwar nach der Pause wieder, ohne jedoch im Vollbesitz seines Könnens zu sein —, wäre wohl kaum die Verlängerung notwendig gewesen, um den Sieg sicherzustellen. Ein besonderes Lob verdienten sich die beiden Verteidiger Cohn I und Gigurski, die mit Fries als Vorsteher ein unüberwindliches Bollwerk darstellten. Mit einem schönen Treffer Zechermanns, der einen Deckungsfehler geschickt ausnutzte, gingen die Südwestdeutschen in Führung, die sie erst verloren, als Herrsch verletzt vom Platz ging und Ringel eine momentane Unsicherheit des gegnerischen Torstehers überlegt zum 1:1 auswertete. Zu einem weiteren Torerfolg im Verlauf der regulären Spielzeit kam es nicht mehr, da der Sturm der Berliner, die in Nathan (Torsteher) und Scharf (Läufer) ihre Besten hatten, infolge Versagens des Mittelstürmers nicht durchschlagskräftig genug war. Bald zu Beginn der Verlängerung gelang dann den Frankfurtern der vielbejubelte Siegestreffer. Meyer verwandelte eine Ecke direkt und unhaltbar zum zweiten Tor. Schiedsrichter R o 11 e r (Leipzig) gefiel durch seine ruhigen Entscheidungen. M. F. Verbandsspiele im Handball Der IBC „Berlin", der sein zweites Verbandsspiel gegen die starke „Zweite" der ISG 33 bestritt, zeigte bereits einen schönen Formfortschritt und gewTann nach überlegenem Sturmspiel mit 10 :3 Toren. Bei Halbzeit stand das Treffen bereits 7 :1, dann Hess das Stehvermögen der noch untrainierten IBCer bedenklich nach. ISG 33 I hatte in der für die erste Spielklasse bei weitem zu schlechten Mannschaft des „Kanu- Philanthropinschulsportverein Frankfurt a. M. Schüler II—Schild Frankfurt a. M. Schüler II, 10^ Uhr, Frankfurt a. M., Sportplatz Bornheimer Hang. Handball: Bar Kochba Frankfurt a. M.—JJB Hanau, 13% Uhr, Bar Kochba Frankfurt a. M. Frauen— JJB Hanau Frauen, 13 Uhr, Frankfurt a. M., Sportplatz Sondershausener Strasse; Schulsportverein Philanthropin Frankfurt a. M. Jugend—Schild Frankfurt a. M. Jugend 9^ Uhr, Frankfurt a. M., Sportplatz Bornheimer Hang. Tischtennis: Vereinsoffenes Turnier des ISV Offenbach, Offenbach, Svnagogensaal, Goethestr. 1, 13 Uhr. Kegeln: Städtekampf Schild Frankfurt a. M.—ISV Offenbach a. M., Frankfurt a. M., Mühlbergs Felsenkeller, Offenbacher Landstrasse, 19 Uhr. Schwimmen: Klubkampf der Sportgruppe Schild Wiesbaden, Hallenschwimmbad Wiesbaden, 12 Uhr. Bayern. Handball: ISC Fürth I—Itus München I, Itas Nürnberg Frauen—Itus München Frauen, Fürth, Waldstrasse, IBA Uhr. Fnssball: Itus Nürnberg I—Itus München I, Fürth, Waldstrasse, löA Uhr. Schlesien. Faustball: Schlesische Landesverbaadsmeisterschaften des „Schild", veranstaltet von der Sportgruppe Breslau, Breslau, Sportplatz Krietern. Mitteldeutschland. Fussball: Bar Kochba Dresden I—Bar Kochba Leipzig L D r e s d e n , Radrennbahn Reick, 15 Uhr. Handball: Bar Kochba Dresden—Bar Kochba Leipzig, Damen 11 Uhr, Jugend I 14 Uhr; Dresden Radrennbahn Reick. ¥ Der JBC .,Maccabi", Berlin, veranstaltet am 28. Oktober in der Turnhalle Kaiserstrasse 29/30 einen Ringkampf abend, der in der Hauptsache dem Nachwuchs vorbehalten bleiben wird. Beginn: 20 Uhr. clubs" nichts zu schlagen und siegte anch Belieben mit 19 :1 Toren, wobei der Sturm ein erfreulich sicheres Schussvermögen bewies. ISG 33 2. Frauen schlug die „Erste" des ISK überraschend klar mit 8 : 0. Weitere Ergebnisse: ISG 33 1. Jugend— ISG 33 IV 12 :3 (7 :2); IBC „Berlin" Jugend-Taubstummen Jugend 8:2 (4 : CT); Bar Kochba IV—Taubstummen I 9:1 f5:0> Hagibor II—Bar Kochba A.H. II 7:0 (3:0): Kanuclub 1. Frauen—ISG 33 4. Frauen (kampflos für Kauuclub, 2 :2); ISG 33 VII— Kanuclub I (kampflos für ISG). H. F. Zwei neue Sportbundrekorde im Schwimmen ergab die Leistungsprüfung der ISG 3 3 am 16. Oktober. Der sich von Mal zu Mal verbessernde Ernst T ich au er schwamm die 200 Meter Brust in 3.05,7, und die 3XlOO-Meter-Lagenetaifel der ISG 33 verbesserte die Bestleistung auf 4.05,5. Weiterhin siegten Meysel über 100-m-Rücken in 1.29,6, Trapowski im 10Ö-m-Kraul in 1.13,1, Robinsohn über 100 m Brust für weibliche Jugend in 1.45,9 vor Meta Kochmann (1.47,1) und Sybille Meise! über 100 m Kraul in 1.38,2. Den Auftakt der Berliner Hockeysaison bildete ein Hockey-Freundschaftsspiel zwischen den ersten Mannschaften der ISG 33 und dem Tennisclub Bar Kochba. Nach ausgeglichenein Spielverlauf gelang es der ISG 33, etwa zehn Minuten vor Schluss durch ein Tor von Ostrowski, das dieser auf Vorlage von Gerson erzielte, mit 1:0 zu gewinnen. Der Tennisklub war mit Brück und Waldmano angetreten. In einem Fussbail-KIubkampf unterer Männer- und Jugendmannschaften standen sich am 17. Oktober die ISG 3 3 und Hagibor gegenüber. Die ISG-Mannschaften befanden sich in ausgezeichneter Form und vermochten die Mehrzahl der Kämpfe für sich zu entscheiden. Ergebnisse: ISG 33 II — Hagibor II 3:3r ISG 33 III—Hagibor III 6 :0, ISG 33 V—Hagibor IV 1:3, ISG 33 A. H.—Hagibor A. H. 2 : 0, ISG 33 1. Jugend—Hagibor 1. Jugend 4 :2, ISG 33 2. Jugend— Hagibor 2. Jugend 6 :1. Bayern Nürnbergs klarer Sieg Das Spiel der ersten Fussb allmannschaften des Itus Nürnberg und des ISC F ü r t & um die bayerische Meisterschaft gestaltete Nürnberg zu einem überlegenen 6:0- Sieg. Nürnberg hatte die technisch geschicktere Elf im Feld, bei der besonders der linke Läufer Haas eine ausgezeichnete- Partie lieferte. Fürth ist wesentlich besser geworden, hatte aber mit seinen Torschüssen zum Teil reichlich Pech. Ein Unterschied von zwei bis drei Toren wäre dem Spielverlauf nach gerechter gewesen. ^Vorausgegangen war ein Freundschaftsspiel der Fürther Jugend gegen eine kombinierte Jugendman-nschaft aus Bamberg und Coburg. Fürth siegte mit 2 :1, doch hinterliessen die Auswärtigen einen ausgezeichneten Eindruck. R. ST. Kurze Spörtnotizen Benny Lynch Weltmeister Vor etwa 50 000 Zuschauern gab es in Glasgow den mit Spannung erwarteten Herausrorderungskampf um die Weltmeisterschaft im Fliegengewicht zwischen dem jüdischen auch in Amerika anerkannten Titelhalter Benny Lynch und seinem 19jährigen Gegner Peter Kaue, dem „Hämmernden Schmied", der seit einem Jahre seine sämtlichen Kämpfe gegen die besten ..Fliegen" Europas kurzrundi'g "durch k. o. zu gewinnen vermochte, lediglich gegen Ernst W e i s s , den jüdischen Meister Oesterreichs, nur nach Punkten siegte. Auf Grund dieser Ergebnisse war er noch in letzter Minute 7 : 5-Favorit, verlor jedoch nach einem grandiosen Kampf gegen den zur Zeit besten Fiiegengewichtier der Welt in der dreizehnten Runde durch k. o. Gleich zu Beginn de? Kampfes versuchte Kane, seinen Gegner durch stürmische Angriffe zu erschüttern, konnte jedoch seinen Rechten nicht einmal durchbringen, da Lynch es meisterhaft verstand, des Gegners Schläge leerlaufen zu lassen. Bis zur siebenten Runde waren beide gleichauf, dann übernahm Lynch das Kommando, punktete sich mit kühler Entschlossenheit in Führung, um in der 12. Runde Kane das erstemal bis ..neun" von den Beinen zu bringen. Noch einmal stellte sich Kane tapfer zum Kampf, musste sich jedoch in der dreizehnten Runde ganze Serien von schwersten Treffern auf Körper und Gesicht gefallen lassen, bis er schliesslich völlig geschlagen in den Seilen hing und ausgezählt wurde. Mit einer Begeisterung sondergleichen feierten die Zuschauer ihren Landsmann, der nun schon seit 1935 seinen Titel innehat, für seine um so grossartigere, weil überraschende Leistung. Stricklaiid, ein tapferer Verlierer Im überfüllten Wembley-Stadion inLondon fand am 19. Oktober der mit Spannung erwartete Kampf zwischen den Boxern Maurice Strickland und Neusei statt. Nach überaus schnellem und hartem Kampf erhielt Neusei zum Schluss der 12. Runde einen Punktsieg zugesprochen, mit dem das englische Publikum überhaupt nicht einverstanden war. Allerdings hatte Strickiand trotz der 15 Pfund, die er seinem Gegner an Gewicht unterlegen war, einen tapferen und überraschend ausgeglichenen Kampf geliefert. Dank seines ausgezeichneten boxerischen Könnens, dem es nur noch an Schlagkraft mangelt, vermochte er Neusei mehrfach in Bedrängnis zu bringen. * Die Tischtennis-Saison ist in England bereits in vollem Gange: denn überall bereitet man sich auf die Weltmeisterschaften vor, die im Januar in London unter dem Protektorat des Königs vonstatten gehen. Bei den ostenglischen Meisterschaften, die kürzlich entschieden wurden, gewann der Ungar B a r n a im Einzel gegen den Engländer L u r i e , und im Gemischten Doppel siegte das tschechisch-österreichische Paar Kettner-Liebster. Gerda Gottlieb (Hakoah Wien) wurde österreichische Staatsmeisterin im Gemischten Fünfkampf, der am 16. und 17. Oktober in Wien durchgeführt wurde. Ihre Leistungen waren: 26,9 (200-Meter-Lauf), 5,33 Meter (Weitsprung), 9.50 Meter (Kugelstossen), 1.26,8 (100-Meter- Schwimmen), 10.56,0 (500-Meter-Schwiramen). Südwestdeutsckland Mannheim in Wiesbaden geschlagen Seit langer Zeit sah man wieder Spiele an. der Lahnstrasse. Es wurde wirklich guter und fairer Sport geboten, und Hakoah Mannheim gab einen beachtlichen Gegner ab. Schon die Frauenmannschaft von Wiesbaden hatte es schwer, den Sieg vom 10. Oktober zu wiederholen. Gegen eine komplette Mannschaft gelang diesmal nur ein 4:3- Sieg. Wie umgewandelt wirkte die 1. Mannschaft des Schild Wiesbaden. Trotzdem zwei Stammspieler ersetzt waren, wusste das Zusammenspiel gut zu gefallen. Der 8 :4-Sieg wurde sicher errungen. — Bei der Jagend erstritt Wiesbaden in schönem Spiel einen 6:2- Sieg. L. B. Weitere Ergebnisse: Fuss ball: Schild Frankfurt a. M. II —Bar Kochba Frankfurt a. M. II 2:3; Schild Frankfurt a. M. A. H.—Sportgruppe Worms I 8:2. — Handball: Schild Frankfurt a. M. II—Bar Kochba Frankfurt a. M. II 3 :8; Hakoah Frankfurt a. M. Frauen- IS V Offenbach Frauen 5:0. L. B. An dem Jugend-Fussballturnier in O f f e n b a c h waren über 200 Jugendliche und Schüler aus Frankfurt a. M., O f f e n b a c h und Hanau beteiligt. Bei der Jugend siegte JJB Hanau, der nach'einem 0:0 gegen Bar Kochba Offenbach punktgleich gestanden hatte, durch Losentscheid an g. Bei den Schülern musste das torlose Entspiel zwischen Hakoah Frankfurt a. M. und Schild Frankfurt a. M. verlängert werden, bis in der 7. Minute für die glücklichere Hakoah der siegbringende Treffer fiel. L.B. 10 : 9 in Karlsruhe Die als spielstark bekannte Handball elf des Schild Pirmasens war beim Turnclub 1903, Karlsruhe, zu Gast. Man sah ein sehr hartes Kampf spiel, das die Pirmasenser im Endspurt nach ausgeglichenem Kampf glücklich, wenn auch nicht unverdient, mit 10 :9 Toren gewannen. Karlsruhes Mannschaft zeigte sich bedeutend verbessert Pirmasens bot die einheitlichere Leistung. In einem Frauen spiel siegte Karlsruhe verdient mit 6 :2 Toren über Pforzheim, nachdem das Treffen bei Halbzeit schon 3 :1 stand. K. W. Rheinland-Westfalen Westdeutschlands Punktestart Im Fussbali und Handball startete der Lan'dessportverband Westdeutschland des „Schild" seine Meisterschaft 1937/3S. Auf der ganzen Linie gab es schöne Spiele. Auch die Sensation blieb nicht aus: denn M.-Gladbachs Fussballer wurden auf eigenem Gelände vom JTV 02 Köln gleich mit 4 :1 bezwungen. Bochum—Aachen/Düren 6:1 (2 :1) Recht eindeutig unterstrichen die Bochumer ihre Favoritenstellung. Aus dem ungewissen' 2:1 zur Pause wurde ein deutliches 6 :1. Das schönste Tor schoss Alexander, Bochums Halblinker, der auch der beste Mann auf dem Felde war. Nicht zuletzt ist der hohe Sieg auf die weitaus grössere Wettspielpraxis der Westfalen zurückzuführen. M.-GIadbach/Rheyät-Köln 1:4 (0:2) Dank der energischen Leitung von Wolf (Oberhausen) blieb der schnelle und temperamentvolle Kampf stets in ritterlichem Rahmen. Die verjüngten Kölner warteten mit einer überraschend guten Leistung auf. Ausgeglichen gut spielte die Mannschaft, während M.-Gladbach mit einigen schwachen Punkten durchsetzt war. Krefeld-Düsseldorf 2:4 (1:2) Durch Abwanderung sind Krefelds Reihen empfindlich gelichtet, und die neuformierte Mannschaft wird einige Zeit brauchen, ehe sie wieder eine Einheit •bildet. Im Gegensatz dazu zeigte sich Düsseldorf, namentlich in der Läuferreihe, erheblich verstärkt. Der Kampf verlief glatt und wurde von Simons (M.¬ Gladbach) gut geleitet. Weitere Ergebnisse: M. - Gladbach/ Rheydt. II—JTV 02 Köln II 10 :1; M.-Gladbach/Rhevdt 2. Schüler—JTV 02 Köln 2. Schüler 0 :1; JTV 02 Köln 1. Schüler—Bonn Schüler 8:1. J. G. Frauenhandball in Köln Obwohl die B o n n e r Frauenelf geschlossener spielte als die Gastgeberinnen, war"sie doch von