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Central-Verein-Zeitung · 1937-10-21 · 42 (21.10.1937) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
42 (21.10.1937)
Date
1937-10-21
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Seife 14 C.-Y.-Zeitung Nr. 42 * 21. Oktober 1937 Konzerte und Vorträge Der Bariton Sigbert S t e i n I e 1 d, der demnächst nach Italien geht, gab in Berlin seinen Abschiedsabend (bei Weil). Wer die Entwicklung dieses Sängers in den letzten Jahren verfolgt hat, darf mit Genugtuung feststellen, dass Steinfeld aus seinem vorzüglichen Material etwas Beachtliches gemacht hat. da.ss er sich in strenger, konsequenter Arbeit immer reifere Leistungen abzwang. Das Timbre hat an Wärme gewonnen, die strahlende Höhe entfaltet sich immer freier. Die Gestaltungsweise ist konzentrierter, geschlossener geworden, auch die Bezirke des Buffomässigen erschliessen sich dem erweiterten Ausdrucksvermögen. Was Steinfeld bisher erreichen durfte, das begründet die Hoffnung auf ein ständiges, erfolggekröntes Aufsteigen. An Stelle des bereits abgereisten Leo Taubmann — der Abend war verlegt worden — versah Dr. Willi A r o n die Begleitungen. ~H. Fr. Der Jüdische Musikverein Breslau veranstaltet seine Abonnementskonzerte wieder im Freundesaal, der akustisch günstiger ist als das Liebich-Theater. Für das "erste Konzert war, da im letzten Augenblick erneut die Dirigentenfrage akut wurde. Berthold Sander vom Berliner Kulturbund gewonnen worden. Der sehr intensiven Schulung durch ihn verdankt das Orchester einen weiteren künstlerischen Auftrieb. Felix Mendelssohns 1. Sinfonie c-moll. eine fast unbekannte Jugendarbeit, erstand in vorher nicht geahnter Farbigkeit und Plastik: die besonderen Fortschritte der Holz- und Blechbläser gingen am überzeugendsten aus der fein abgetönten Wiedergabe der Carmen-Suite und der Ouvertüre zu Verdis Oper ..Nabucco" hervor. Solist des Abends war der 15jährige Geiger Gerhard K a n d e r. Für Wieniawskis Violinkonzert d-moll und die von Lotte Schoeps (- R o g o - üiiBiiiiiiiiniiiüi'üiiiir -liM'HHüiiiiüiiiü'-'innü/üi'iiiiii:! iwv/1 ,v: .» i pTH Mascha Benjakonski wirkt in den Kcmmermusikkonzerien des Berliner Kulturbundes im Oktober mit Fot. Herbert Sonnenfeld auf der Bühne ist genau das, das bei der Premiere im Orchester sitzt, es gehört der gleichen Gesellschaftsschicht an, es spricht die gleiche Sprache und hat dieselben Meinungen, dieselben Freuden und Sorgen. In dieser Gesellschaftsklasse, in der der Reichtum so fundiert ist, dass ihm, scheint es. auch die Zeit nichts anhaben kann, in der man sich Rendezvous zum Diner gibt (neben dem Theater ist eines der ältesten und berühmtesten Restaurants von Paris), in diesem Milieu ist die Liebe noch immer das zentrale Thema, das einzige, das offenbar das Leben lebenswert macht. Das gilt ebenso für die ältere wie für die jüngere Generation, die trotz ihrer betonten Sportlichkeit und Nonchalance am Prinzip festhält: La vie-c7est Tamour! Dem „Kap der Stürme" will Bernsteins Doktor Francis Menart. angesehener Arzt und trotz der überschrittenen fünfziger Jahresgrenze noch Junggeselle, entgehen. Aber sein Schiff segelt unfehlbar darauf zu, obwohl es der Steuermann in andere Richtung dirigiert. Der Liebe Wellen treiben ihn: Er heiratet die 23jährige Diane Didier, die er seit ihrer frühen Kindheit kennt, die ihn liebt und, obwohl er die Erwiderung dieser Liebe verbirgt, von ihm geliebt wird. „Niemals einem Menschen bewusst Schlechtes antun!" — war die Maxime dieses guten Arztes. Mit einem Schlage trifft er nur dadurch, dass er liebt, drei Leben: Den Verlobten des Mädchens, der dicht vor der Ehe von ihr erfährt, dass sie ihn nicht heiraten will, dann einen jungen Wissenschaftler, Mediziner wie Doktor Menart, der Diane liebt und aus Verzweiflung ein Mädchen heiratet, das er eigentlich hasst, und am schwersten die Mutter Dianes, die 48jährige Witwe Ciaire Didier. Eine langjährige, allerdings piatonische Freundschaft verbindet Dr. FranQois Menart mit dieser Frau, die die Lebensgefährtin seines Freundes gewesen ist und sich immer ..Hoffnungen" auf eine Gemeinschaft mit ihm gemacht hat. Die grosse Szene des Stückes: Als sie, die Mutter, erfährt, dass er die Tochter liebt. Eine s i n s k i) mit Sorgfalt am Klavier begleiteten kleineren Stücke in der Bearbeitung Fritz Kreislers brachte er im Technischen alle Voraussetzungen mit; das rein Künstlerische harrt, was in diesem ..Alter" nicht wundernehmen kann, noch weiterer Verinnerlichung. Das Publikum bedachte alle Beteiligten mit lebhartem Applaus. Hff. Im Jüdischen Kulturbund Königsberg i. Pr. gaben Paula S a 1 o m o n (-Lindberg) und Wilhelm Guttmann. beide Berlin, ein Konzen. Das vielgestaltige Programm begeisterte die zahlreichen Zuhörer. Die biegsame, melodische Altstimme der Sängerin bereitete ungetrübten Genuss. Wilhelm Guttmann zeigte in den Duetten geschmackvolle Zurückhaltung, in den dramatischen Soioarien kraftvolle Steigerung. Die witzig akzentuierten Kinderlieder brachten ihm besonderen Erfolg. Dass auch Kompositionen zeitgenössischer jüdischer Künstler, so von Herberth Fromm und Max Kowalski, zu Gehör kamen, ist dankenswert. Die ausgezeichnete Beeleitunji Erna K1 e 5 n s fand srössten Beifall. M.A. Unter dem Motto ..Der Kulturbund wirbt", veranstaltete der Jüdische Kulturbund Mannheim zwei Werbeabende. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden. Rechtsanwalt Dr. Hecht, boten Chor und Orchester des Kulturbundes unter Kapellmeister Max Sinzheim er wirkungsvolle Ausschnitte aus bisher Geleistetem und künftig Geplantem. Soiistisch wirkten Lore Cohn (Sopran). Max Lipmann (Tenor), Selma Weil-Elk (Alt) und die kulturvolle Pianistin Lotte Honig mit. Während die heiteren Chansons von Friedel N.eu etwas aus dem Rahmen fielen, gehörten neben dem von der Geigerin Lene Sinzheim er voll Elan gespielten Vivaldischen a-mol'1-Konzert die aparten künstlerischen Tänze der grazilen Annemarie Fu ss zu den Höhepunkten des Abends. Um die Begleitung machten sich Max Sinzheimer. Alice W a 11 e n s t e i n und Helene Süss verdient. So. Ein Werbeabend des Kulturbundes Rhein -Main in Frankfurt a. M., der einen grossen Hörerkreis vereinte, hatte zum Ziel, dieses zahlreiche Publikum zur dauernden „Gemeinde" zu gewinnen. Darauf waren auch die eindringlichen Worte von Rabbiner Dr. Saizberger und die Ansprache des neuen Leiters, Dr. Heinrich L e v i n g e r, gerichtet. Gute musikalische und rezitatorische Darbietungen Frankfurter Künstler, ein Gesangvorxrag Hans Assenheims, ein Violinstück (Annie Steiger- B e t z a k) und die Wiedergabe einer Börneschen Kleinerzählung durch Alfred Auerbach fanden dankbaren Widerhall; Lilly Schwarz- Mayerhoier und Dr. Willy Sa 1 om.on bewährten sich wie so oft als feinsinnige Begleiter. Der Abschluss des Abends bedeutete mit dem von Annie Steiger-Betzak, Grete Hoff (Cello) und Professor Julius Prüwer (Klavier) überaus eindringlich und krafterfüllt gespielten Tschaikowsky-Trio, op. 50, zugleich den Höhepunkt. —tt. Unter der Regie von Dr. Hans B u x b a u m errang die Komödie „Jean' von Ladislaus Bus- Fekete auch im Hamburger Kulturbund einen starken Erfolg; er war in erster Linie getragen von den drei Hauptdarstellern Hans Heinz Friedeberg, Ruth M a n h e i m e r und Julius K o b 1 e r. In den übrigen Rollen wirkten Kurt Schindler, Erna Cohn (Lorenz). Max Wächter und Elisabeth Springer. Das Bühnenbild von Egon Markus gab dem Spiel den rechten Rahmen. H. G. Szene, die in einer Ohnmacht endet und mit einem Umschlagen der Gefühle von Liebe in Hass: ..Ich will einen anständigen Mann!" (.,Je veux un honnete homme!") Franeois Menart und Diane haben geheiratet. Im letzten Akt sehen wir sie in Marokko, dem Kap der Stürme entflohen, an der Wiege eines elf Monate alten Kindes. Sind sie im ruhigen Hafen angelangt? Kann dieser ungleiche Ehebund ein dauerhaft glücklicher werden? Das schwerste Problem sind ja nicht die Flitterwochen, sondern die lange Zeit, die danach kommt. Da bricht das Bernstein-Stück ab. Aber es wetterleuchtet schon am Horizont, wenn auch noch die Sonne Marokkos den Glücklichen leuchtet. . . . Wann schreibt Henry Bernstein die Fortsetzung, das Stück, das nach dem ..Kap der Siürme'' beginnt? Theater, Musik, Film NVh der Aufführung des Bühnenstückes „In einer Nacht" von Franz Werfe! am Josephstädter Theater in Wien (vgl. C.-Y.-Zeitung Nr. 41 vom 14. d. M.) hat sich Max "Reinhardt nach Paris begeben. Er trifft dort Vorbereitungen zu -dem neuen Film „Der Spieler", den er in H o ]! y w o o d inszenieren wird. Nach kurzem Aufenthalt in Paris ist Reinhardt nach Xcw-York abgefahren. Das neueste Bühnenstück von Franz Mohär, die dreiaktige Komödie ..Delila'1. wird demnächst im Akademietheater in Wien aufgeführt werden. Das Werk wird gegenwärtig in Budapest mit Li Ii Darvas in der Titelrolle gegeben. ¥ „Die Stadt spricht davon", das neue Lustspiel von L. Bus-Fekete. wird mit Albert Basserm.-inn in der Hauptrolle am Deutsehen Volkstheater in Wie n zur Uraufführung kommen. ¥ Das Genfer Schauspielhaus „La Comedie" wird in der neuen Spielzeit H o f m a n n s t. h a 1 s ..Jedermann" sowie Sidney K i n g s t e y s Schauspiel ..Erste Legion1in französischer Bearbeitung herausbringen. ic. Im Rahmen de? Prager Mozart-Festes dirigiert Fritz Zweig am 31. Oktober die „Entführung"; Unter dem Titel „Es ist angerichtet*' vereinigte Leo R a p h a e 1 i (Willy Hagen) als Küchenchef in einer Sonderveranstaltung des Hamburger Kulturbundes eine vielfältige Speisenfolge von nicht immer ganz gar gewordenen Gerichten, gesanglichen und tänzerischen Darbietungen, die er durch witzige, wohldurchdachte Ansage empfahl. Starken Beifall ernteten der kultivierte Gesang von Paul Schwarz und die Tänze von Nellv Hirsch und Ruth C o n d e 11. H. G. ■Im" Kulturbund Düsseldorf plauderte Dr. Anneliese Landau über „Offenbach und die Operette". Ihr von Scharm und Esprit durchpulsier Vortrag zeichnete ein lebendiges Bild von der Persönlichkeit und dem künstlerischen Schaffen des Meisters der Operette. Zahlreiche Proben aus Offenbachs bekanntesten Werken, gesungen von Max K u 11 n e r (Tenorbuffo) und Mascha Benjakonski (Sopran), unterstützten den Vortrag. Referentin und Künstler konnten sich in den herzlichen Beifall der angeregt mitgehenden Zuhörer teilen. J. C. In einer anderen Veranstaltung des Rhein- Ruhr-Kulturbundes setzte sich die Rhein-Main- Quartettvereinigung (augenblicklich bestehend aus Ernst Drucker, Theo Ratner. Richard K a r p und Heinz Edelstein) mit gutem Gelingen für die Wiedergabe des Streichquartetts „Aus meinem Leben" von Smetana ein. Starke Anerkennung verdienen auch der gelöste und temperamentvolle Vortrag von Dvoräks F-Dur- Quartett op. 98 sowie die stilvolle Darstellung der bezaubernden Biedermeier-Serenade „nach Spitzwegs Art" für zwei Violinen und Bratsche op. 25 von Ernst Toch. Die Hörer kargten nicht mit herzlichem Beifall. —yo— In den zum Jüdischen Kulturbund für die Pfalz gehörigen Städten Kaiserslautern,. Pirmasens und Landau musizierten der Bariton Hans Assenheim und Dr. Willy Salomen (Begleitung), beide Frankfurt, a. M., mit grossem Erfolg. Man hörte biblische Gesänge. Lieder und Öpernarien. Mit dem Konzert in Pirmasens erhielten die neuen Gemeinderäume ihre besondere Weihe. P. W. In einer von der Gemeinde Saarbrücken veranstalteten Feierstunde las Alfred Auerbach (Frankfurt a. M.) aus eigenen und fremden Schriften. Er versteht es, neben dem Geschehenden, das er beschreiben will, das Typologische herauszuarbeiten und dadurch seinen Gestalten Farbe und seinem Vortrag Leben zu geben. R. Im Kulturbund München spielte das Metidelssohn-Trio (Leipzig) Trios von Schubert und Dvorak sowie drei Nocturnes von Ernest Bloch. Die Trios gelangen infolge des vorbildlich schönen Zusammenspiels von Grete Sultan (Klavier), Leo Schwarz (Violine) . und Paul Blumenfeld (Violoncello) vorzüglich. Etwas problematischer war Ernest Bloch: das Ohr muss sich an diese Art von Musik, die gewiss für unsere verwirrte Zeit höchst charakteristisch ist, erst allmählich gewöhnen. Ca. Zur Eröffnung der Spielzeit des .Kulturbundes Hannover sang Hermann S c h e y mit gewohnter Meisterschaft altitalienische Arien, Gesänge von Müller-Härtmann, nach chinesischen Texten, drei Lieder von Gustav Mahler und den Liederzyklus ..Dichterliebe*'' von Schumann nach Texten von -Heine. John Mandelb r o d begleitete mit Hingabe und wusste besonders dem Klavierpart ^bei Schumann seine ganze Poesie zu wahren. 0. Bstn. Im Jüdischen Kulturbund Nordhausen sang Loni Brotzen (Berlin), von Hermann Schwärz am Klavier und Harmonium begleitet, mit grossem Erfolg. Die jüdischen Gesänge erfreuten die Zuhörer ganz besonders. Wanda Landowska gibt, am 2tf. Oktober einen Cembaloabend mit Mozartsehen Kompositionen. * Die Neuinszenierung von Pfitzners „Palestrina" an der Wiener Staatsoper steht, unter der, musikalischen Leitung von Bruno W alte r. ¥ Das R o s e - Quartett kündigt für diese Saison in Wien vier Abende mit klassischen und romantischen Werken an. * Eugen Szenkar leitet das Festkonzert der Oesterreichisch-Ungarischen Gesellschaft am 23. Oktober ira Wiener Konzerthaussaal. * Lothar Wallerstein, Oberregisseur der Wiener Staateoper, ist von seinem Südamerika- Gastspiel zurückgekehrt. Er inszenierte dort Glucks ».Iphigenie" und Wagners „TannJiäuser". Verdis ..Falstaff" wird jetzt unter seiner Regie an der Wiener Staatsoper neu einstudiert. * In einer vom Wiener Rundfunk verbreiteten Sendefolge .,Stunde österreichischer Komponisten der Gegenwart'1 kommen am 27. Oktober, 17>2 Uhr. Werke von Erich Wolfgang Korngold zur Aufführung: der Komponist selbst wird aus der Klavier- •sonate C-dur spielen. * Im Rahmen eines Sinfoniekonzertes, das der Luxemburger Sender am 30. Oktober, 22 Uhr, veranstaltet, ist u. a. Paul Dukas ..Zauberlehrling'1, zu hören. Leo Taub mann, der ausgezeichnete Pinnist und Begleiter, ist von Berlin nach New-York übersesiedelt. * Bernard Grüns Operette ..Madame Sans Gene" von Hans Weigel nach Sardou gelangte unter Arthur Hell rn o r im „Theater an der Wien" zur Uran f f ü h r u n g. Es wirken u.?.. Leo R e u s s, Arthur Mainzer und Leopold Biber ti mit. * Der' aus Breslau stammende Arzt Dr. Heinz L i p p m a n n , Genua, wurde erneut von der Vereinigung der Aerzte-Künstler Italiens aufgefordert, beim nächsten Kongre.ss in Lecce ein Klavierkonzert zu geben. * Eine neue Revue-Operette von Paul Barnay und Peter Herz. Musik von Dr. Egon Neuin a n n, gelangt am Stadttheater in Reichenb e r g zur Uraufführung. * Die. diesjährigen Festveranstaltungen zeitgenössischer Musik im Theater Goldoni in V e n e d i p brachten an einem Kammermusikabend u. a. ein Con- Yosa der Wissenschaft des JtadeiatiBras In Anwesenheit von fast hundert Delegierten aus zwanzig Ländern und etwa 5000 Gästen wurd* in Paris der erste Weltkongress für jüdische Kultur eröffnet. . An der Sitzung nehmen Schriftsteller undKulturarbeiter aus den osteuropäischen Ländern, aus England, Frankreich, Belgien*. Oesterreich, der Tschechoslowakei, der Schweiz und Italien, sowie aus den Vereinigten Staaten. Kanada. Kuba, Brasilien. Argentinien, Südafrika und Palästina teil. Von der amerikanischen Delegation wird die Errichtung eine? grossen Kulturzentrums gefordert. Sie erklärte Mitgliedern der Presse, "dass sie den jüdischen Kulturkongress als eine Kundgebung der jüdischen schöpferischen Kräfte betrachte. Jiddisch und die jiddische Kultur hätten für die Juden dieselbe Bedeutung wie für andere Völker.ein Territorium. Aufgabe des Kongresses sei es, die Arbeit der Czernowitzer Konferenz für jiddische Kultur fortzusetzen, die seinerzeit von Perez einberufen worden war und der Kulturbewegung einen gewaltigen Autstieg verliehen habe. * . ■ Dem Bericht über die „Aspirantur"' genannte Schulungs-Einrichtung des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts in Wilna sind hundert Seiten eines Heftes der „JIWÖ- Blätter" gewidmet, die interessanten Einblick in das im ersten Jahr Erstrebte und Erreichte bieten. Die Aspiranten mussten das Material für ihre Arbeiten selbst zusammentragen und gestalten. So mannigfach und spezialisiert die Themen erscheinen, sie beleuchten doch mir alle verschiedene Seiten des gleichen Komplexes: Das jüdische Volksleben. Von den fünfzehn behandelten Themen seien einige genannt: Der Heinist (d. h. der Heine-Freund und -Nachahmer). Jüdische Kinderspiele, Die konservative jüdische Journalistik in New-York. Das jüdische Bäckerwesen in Warschau, Die Evolution der jüdisch-nationalen Programm» 1S97—1907 usw. " . In einem weiteren Heft untersucht. L e stschinsky in längerer Arbeit, die sich auf reichhaltiges Material des Russischen Räte-Verbandes stützt, die Verhältnisse der jüdischen Handelsangestellten in Sowjet- Ukraine. — Auf 13 der grossen Seiten stellt J. A n i 1 o w i c z die ^Materialien zu einer Bibliographie von J. Lesfächinskys Werk" zusammen, die schon in ihrer erstaunlichen Fülle tiefen Eindruck machen. Interessant ist ferner der flott geschriebene Aufsatz von Jak. Schatzki, New- York, über „Die letzten Manifestationen der jiddischen Sprache und Literatur in Holland." — S. Kalmanowicz -führt mit einer „Literarischen und sprachlichen Analyse" in Josef Perls jiddische Schriften ein. Eine Abhandlung von Menachem Linder befasst sich' statistisch mit den jüdischen Veröffentlichungen in Polen in den Jahren 1933 und 1934. Als dreifache Nummererseheinr das August-Oktober- Heft.. Es ist als ein dem Andenken des Dichten Jizchok Leib Perez gewidmeter 384 Seiten starker Band erschienen. Er enthält eine Sammlung von Familienbriefen des Dichters aus den Jahren 1877—1914. Ferner enthält der Band einen Aufsatz über Dichtungen von Perez in polnischer Sprache, eine biographische Skizze von W. W a c h ser, die ersten Perezschen Gedichte in jiddischer Sprache. einen Aufsatz des verstorbenen E- Cahan über Perez als Sammler jiddischer Volkslieder. Abhandlungen über Volkslieder und volksl^iedersamrnlungen von Perez, •''Äeussenraeen von_ Freunden und Zeitgenossen über den Dichter, ergänzende Daten zu einer Percz-Biogranh'ie. ' sowi« -vtifsätze über verschiedene Seiten des "Perezschen Schaffens. $[ certino von Castelnuovo Tedesco. an weiteren Aocnden eine Suite von Arnold S c h ö'n b e .- g so*i-: die „Suite provencato". von M i l h a u d. * * Der Bassbuffo Fritz Ollendorff sane am Baseler Stadttheater in ..Don Giovanni"" mit gutem Erfolg den LeporHlo und hatte eine sut? Presse. # Die Green-FilrageseUschaft dreht zur Zeit in Marschau einen jiddischen Tonfilm „Purimbpieier1' mit Mirjam Kressin. ET. Jacobs oh n, Sigmund Turkow u. a. * Jüdischer Kulturbund Berlin Ernö G a r a y wurde als 1. Tenor für Spielzeit 1937/38 an die Oper des Jüdisch Kulturbundes Berlin verpflichtet. Die nächste Premiere ist das bekannte Lustspiel von Scribe und Legouve „La bataüle des dames ou un duel en amour". Das früher unter dem Titel „Der Damenkrieg*' vielgespielte Lustspiel wird in einer neuen Uebertraguus und dramaturgischen Bearbeitung von Julius ~Bab unter dem Titel ,,Z v e i k a m p f der Lieb e" auf der Bühne des Berliner Kulturbundes erscheinen. Jenny Bernstein-Schaffe1" spielt die weibliche Hauptrolle. In weiteren grösseren Rollen sind beschäftigt Eva Barnen. Hans Karl Rosenberg. Alfred Berliner. Ben Spanier. Regie: Fritz W i s t e n. Bühnenbild und Kostüme: Hein?: Gondel l. Zu der geplanten S o n n t a g na eh m il' t a g - A b t e i 1 u n g ist eine so grosse Zahl von Meldungen eingegangen, dass bereits erstmals im Oktober mildem ,lGolem"' in dieser Abteilung begonnen werden kann. Neuanmeldungen \ver' den weiterhin entgegengenommen. Wochenplan Theater in der Kommandanteustra^e 5<- 20 Uhr: ..Der-Golem" 24. Oktober (Abt. b. 16), 25. Oktober (Abt. 1 11), 26. Oktober (Abt. 2. 12). 27. Oktober (Abt.?.. 13) 28. Okiober (Abt. 42. 52). Synagoge Johannisstrasse 16. 20 Ulit- Kamniermusik-Konzert 24. Oktober (Abt. 9. 19, 41. 51). 28. Oktober (Abt. 23. 33, -!- 34, 46).

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