Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 42 (21.10.1937)
- Date
- 1937-10-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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flr*2.* 2. Beiblatt €L¥ffllliig 21. Oktober 1937 * Seite 5 pprendam - braSileiroj Von Professor Dr. H. Reichmann, Säo Paulo Die Schriftleitung korrigiert die Uebungsaufgaben und beantwortet zusätzliche Fragen im Rahmen des Möglichen. — Die Einsendungen mit der Anschrift: An die C-V.-Zeitung, Abtlg. Sprachkurs, Berlin V/15, Emser Strasse 42, müssen bis spätestens Dienstag früh nach dem Erscheinen der betreffenden Aufgabe, eingegangen und deutlich, einseitig mit breitem Rand, geschrieben sein; ein adressierter Freiumschlag ist beizufügen. II. Repetitorium Lektion 12 Bitte übersetzen Sie aus dem Brasilianischen 1. Nao achei 0 que procurei. 2. Quando as nossas traduqoes estiverem acabadas, scräo corrigidas pelo professor. 3. A Ihz esta emcima da mesa, 4. Midtas vezes nao vejo o perigo em que mc acho. 5. Quando 0 commerciante entregou a mercadoria? 6. Hoje nao trabalhamos nada; hontem fiz uma tradnqao franceza e meu irmao escreveu uma peqnctia composiqao brasileira que trata do Estado de Amazonas. 7. A capital desse Estado e Mankos. S. O Estado do Amazonas e cortado por in- Kiuneros rios e coberto de extensas e optdentas florestas seculares. 9. Ckove quasi quotidianamente por causa da gründe evaporaqao que ha. 10- Possue apenas as duas estaqoes: chuvosa e secca. 11. Na epoca das grandes cbuvas, que comeqam em junbo e nao ate fins de Novembro, os rios transbordam e alagam as margens em grande extensao. 12. Uma das maravilhas da naturezas, o maior rio do mundo, e o Amazonas. 13. Bahia, a cidade mais antiga do Brasil, tem muitas ruas estreitas. 14. Uma das materias primas, de que o mundo necessita em enormes quantidades, e o algodao. 15. O Brasil e um dos paizes proauctores mais importantes desto artigo. Palavras para estas phrases brasilcirast Achar finden acabar — beenden luz f. Licht perigo m. — Gefahr mercadoria f. Ware composiqao f. — Aufsatz innumero =. zahllos extenso ausgedehnt florestaf.= Wald chove es regnet procurar suchen corrigir verbessern vir sehen, eu vejo ich sehe entregar abliefern fiz, Perfeito von fazer ich habe gemacht cortado durchschnitten coberto bedeckt opulento üppig secular hundertjährig quotidianamente täglich por causa de — wegen ha es hat, es gibt transbordar über die Ufer treten margemi. Uhr maravilha f. "Wunder materia prima f. Rohstoff evaporaqao f. Verdunstung chuvoso — regnerisch aiagar überschwemmen von lago f. — See extensao f.=Ausdehnung natureza f. — Natur algodao m. — Baumwolle Phrases allemas 1. Mein Freund ist im Kaffeehaus. 2. Ich sehe jene Männer nicht. 3. Ich bin gesund, wenn ich auf dem Lande bin. 4. Wir müssen (haben) mit Geduld die Ereignisse ertragen, die sich in unserem Leben zeigen. 5. Mein Vetter lebt fast immer in England. 6. Seit gestern bin ich in dieser Stadt. 7. Dieses Geschenk ist für Deinen Vetter bestimmt. S. Er hat alles verloren, was er besass. 9. Wenn wir Geld haben werden, werden wir dieses Haus kaufen. 10. Meine Mutter hat alle Sachen gefunden, die sie verloren hatte. 11. In den letzten Tagen habe ich viel Aerger gehabt. 12. Ich hatte nur zwei Fehler in der brasilianischen Uebersetzung. 13. Es ist wahrscheinlich, dass niemand zu Hause ist. 14. Wenn meine Freunde zu Hause wären, würden sie meinen Brief erhalten. 15. Dieser Herr ist aus England gebürtig. 16. Wir sprechen immer von denselben Personen. 17. Gute Freunde der Eltern sorgen für die Erziehung der Kinder. 18. Welch schwere Last! 19. Wie alt bist Du? 20. Alle sprechen davon, als ob es sicher wäre. 21. In Brasilien wachsen wohlschmeckende Früchte aller Art. 22. Der Schneider will, dass Sie Ihren Anzug bezahlen. 23. Wie heisst das Gebäude auf jenem Platz? 24. Am folgenden Morgen sind wir im Hafen von Santos angekommen. 25. Ich habe auf dem Wege zwei Herren getroffen, die meine Familie kannten. Palavras para as Estar bom gesund sein paciencia f. Geduld supportar ertragen mostrar zeigen viver leben destinar bestimmen coisa f. Sache erro m. =■ Fehler natural de gebürtig paes m. pl. Eltern educaqao /. Erziehung pesado schwer certo sicher saboroso wohlschmeckend alfaiate m. — Schneider campo m. Land phrases allemas: aeonteeimento m. — Ereignis vida f. Leben primo m. — Vetter presente m. =» Geschenk perder — verlieren desgosto m. Aerger provavel — wahrscheinlich pessoa f. Person cuidar sorgen carga f. Last disto davon (von diesem) crescer wachsen especie f. — Art querer wollen, quer er, sie will Jüdisches Leben — jüdischer Geist Semester-Beginn in der Lehranstalt —- Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, Berlin, eröffriete das diesjährige Wintersemester am 19. Oktober mit einer kleinen Feier in der Aula der Anstalt. Die Festrede hielt der derzeitige Vorsitzende des Lehrerkollegiums. Dr. Moses S i s t e r. Er wies zunächst darauf hin, dass die jetzigen Räume der Lehranstalt vor genau 30 Jahren bezogen worden sind und erinnerte an die Männer, deren Initiative der Kauf und die Errichtung des jetzigen Hauses zu verdanken ist. Weiter gedachte er des 70. Geburtstages des langjährigen Talmud-Dozenten der Anstalt, Dr. Baruch Kali a n e , der demnächst nach Palästina übersiedelt. Von den weiteren Mitteilungen interessierte besonders, dass der Aufbau des Studienganges überprüft und neu organisiert worden ist. Die Präparandie fällt fort und wird künftig als „Vorstufe" in den ordentlichen Lehrplan hineingenommen. Die allgemeinwissenschaftlichen Fächer werden weiter ausgebaut und ihre Bedeutung dadurch betont, dass sie auch in der Prüfungsordnung weit stärker zur Geltung gelangen als bisher. Alle diese Massnahmen sollen eine gründliche und gediegene Ausbildung der heranwachsenden Rabbiner- und Lehrer-Generation gewährleisten. Als Dozenten neu eingetreten sind Kammergerichtsrat i. R. Dr. Caro, Dr. Paul Eppstein und Dr. M. Goldmann; ausgeschieden ist Dr. Arnold Metzger. Insgesamt verfügt die Lehranstalt jetzt über 22 Dozenten, während die Hörerzahl durch den sich allmählich stärker bemerkbar machenden Nachwuchsmangel zurückgegangen ist. — Begrüssenswert ist, dass die allgemeinwissenschaftlichen Vorlesungen auch in diesem Semester wieder in Gemeinschaft mit dem orthodox-religiösen Rabbiner- Seminar zur Durchführung gelangen; Dr. Sister gab dem Wunsche Ausdruck, dass sich künftig eine noch engere Zusammenarbeit ermöglichen lassen möge. Mit der Aufforderung an die Studierenden, die Wissenschaft nicht um der Wissenschaft, sondern um der Gemeinschaft willen zu betreiben, schloss die Feier. — Der anschliessende Festvortrag über „Die Gesetzesliteratur in der Bibel" war zugleich der Einleitungsvortrag in die über dieses Thema abgehaltene Vorlesung. Gü.Lo. und im Rabbiner-Seminar Am 12. Oktober fand in Anwesenheit von Vertretern der jüdischen Behörden sowie des Rabbinats und einer grossen Anzahl von Hörern die feierliche Eröffnung des Wintersemesters durch Dozent Dr. Samuel Grünberg statt. Er stellte die Forderung auf, durch die besondere Hinwendung auf die Ausübung der Herzenspflichten die Totalität des Judentums wiederherzustellen. Die Jugend insbesondere könne nur solche Vorbilder anerkennen, die neben einer gründlichen Kenntnis der jüdischen Literatur und des Gesetzes auch Menschen eines echten jüdischen Ethos seien. In wenigen Umrissen würdigte er sodann die Person Dr. Esra Münks, eines ehemaligen Schülers des Rabbinerseminars, aus Anlass seines bevorstehenden 70. Geburtstages, und gedachte aus" gleichem Grunde des Vorsitzenden des Kuratoriums des Rabbinerseminars, Felix Struck. Den wissenschaftlichen Eröffnungsvortrag hielt Rabbiner Dr. Jacob Fr ei mann über die literarische Leistung und die ethische Persönlichkeit R. Akiba Egers. Seine historische Bedeutung liege in seiner Stellungnahme gegen die synagogalen Reformen und in seinem erfolgreichen Kampf um die Erhaltung des synagogalen Ritus. Seine Beobachtungsschärfe und seine umfassenden halachischen Kenntnisse und seine gelehrte Korrespondenz machten ihn zu einer der grössten halachischen Autoritäten. Daneben stellte er seine ganze Kraft in den Dienst der Philanthropie und der sozialen Hilfe. Sagen und Anekdoten umgeben das inhaltsreiche Leben R. Akiba Egers. Es kann zusammengefasst werden in den Worten, die er selbst prägte und die auf seinen Wunsch auch seinen schlichten Grabstein schmücken: ein Diener den Dienern Gottes. Kurt Klappholz Prüfung für das höhere Lehramt an jüdischen Schulen Die Sclmlabteilimg der Reichsvertretnng der Juden in Deutschland gibt bezüglich der Priifnng für das höhere Lehramt folgendes bekannt: Prüfungen Wie bereits mitgeteilt, werden jüdische Antragsteller und Antragstellerinnen zur Abiegung der wissenschaftlichen Prüfung für das höhere Lehramt an jüdischen Schulen sowie zur Prüfung für das HandeLslehramt und zur Prüfung für das künstlerische Lehramt von Fall zu Fall vor besonderen staatlichen Prüfungsausschüssen zu- Ferner können jüdische Kandidaten und Kandidatinnen, die vor einem besonderen Prüiungsausechuss oder früher nach den allgemeinen Vorschriften die wissenschaftliche oder künstlerische Prüfung für das höhere Lehramt abgelegt haben, von Fall zu Fall zur Ablegung der pädagogischen Prüfung vor einem besonderen Prüfungsausschuss zugelassen werden, um die Fähigkeit zur Anstellung an höheren jüdischen Schulen zu erhalten. Meldungen Meldungen zu den Prüfungen können der Schulabteilung der Reichsvertretung zwecks Weiterleitung an die staatlichen Prüfungsämter eingereicht werden. Die Schulabteilung der Reichsvertretung empfiehlt insbesondere den Kandidaten und Kandidatinnen, die nach Abiegung ihrer pädagogischen Prüfung an jüdischen Schulen in Deutschland beschäftigt zu werden wünschen, sich unverzüglich mit ihr in Verbindung zu setzen. Vorbereitung auf die Prüfungen Die Schulabteilung nimmt in Aussicht, für diejenigen Antragsteller und Antragstellerinnen, welche sich zur wissenschaftlichen * Prüfung zu melden beabsichtigen, jedoch infolge Unter- Augustus und Judaea Zum 2000. Geburtstag des ersten römischen Kaisers Ende September ist in Rom die grosse ..Augusteische Ausstellung des Römertume" feierlich eröffnet worden. Die zweitausendjährige Wiederkehr des .Geburtstages des ersten römischen Kaisers Augustus hat die Veranlassung zu jener in ihrer Anlage und ihren Ausmassen ungewöhnlichen Ausstellung gegeben. Sie bildet den Mittelpunkt der festlichen Veranstaltungen, die heute in Italien zu Ehren de« Begründers des ersten römischen Imperiums abgehalten werden und die Erinnerung an eine der einflussreichsten und massgeblichen Persönlichkeiten im Gange der Weltgeschichte wachrufen. In einer der dramatischsten Epochen der antiken Geschichte hat sich der Aufstieg des Augustus zur Weltherrschaft vollzogen. Philippi und Aktium sind die beiden Namen, über die er emporsteigt. Niemand hat jenes gewaltige weltgeschichtliche Geschehen tiefer und ergreifender nachgestalten können als — auf Plutarch fassend — Shakespeare in seinen von der heroisch-stoischen Atmosphäre der Zeit durchleuchteten Trauerspielen „Julius Caesar" und;.Antonius und Cleopatra". Was Augustus seinem Zeitalter, das nach ihm das augusteische genannt ward, bedeutet hat, das hat nicht etwa aus schmeichelhaft-byzantinischer Gesinnung (wie man fälschlich vermutet hat), sondern aus ehrlicher Ueberzeugung Horaz in lapidaren Versen ausgesprochen: Solang' August die Welt als Hort bewacht, Wird nirgends blinde Wut sich Waffen schmieden, Kein Bürgerkrieg, kein Aufruhr, keine Macht Zerstört fortan den uns geschenkten Frieden. In der Tat war es vor allem die köstliche Segnung des Friedens, welche die römische und *Qtike Menschheit, durch die grauenhafte Prüfung der vorangegangenen Bürgerkriege seelisch erschöpft, dankbar und vertrauensvoll aus den starken Händen des Augustus, der selber durch Erfahrung gereift und geläutert war, empfing. Nicht nur Rom hat sich damals zur antiken Millionenstadt entwickelt, sondern auch den Provinzen kam der Segen des kaiserlichen Regiments zugute. In ihren Kreis ist im Jahre 6 n. Chr. Palästina als Provinz Judaea aufgenommen worden. Den Bewohnern dieses Landes ist Augustus seit jener Zeit günstig gesinnt gewesen, als der Judenkönig Herodes ihn in dem Entscheidungskampf gegen Antonius wirksam unterstützt hatte. Erst die Misswirtschaft nach dem Tode des Herodes zwang den Kaiser, das Land in eigene Obhut zu nehmen. Seine Regierung hat jedoch auf die religiösen Empfindungen der Juden in verständnisvoller Weise Rücksicht genommen. So mussten zum Beispiel die in Jerusalem stationierten kaiserlichen Soldaten ihre Standarten, weil sie mit dem Bild des Kaisers geschmückt waren, ausserhalb der heiligen Stadt lassen. Zwar mussten die Juden wie auch die Bewohner der übrigen Reichsprovinzen ihre Steuern an die römische Regierung entrichten, aber in privatrechtlichen und Kultusangelegenheiten blieb ihre Selbstverwaltung erhalten. Und von dem guten Verhältnis zwischen dem Kaiser und seinen jüdischen Untertanen zeugten nicht nur die kostbaren Geschenke, die, vom Herrscher des Weltreichs übersandt, im Tempel zu Jerusalem aufgestellt waren, sondern auch die täglichen Opfer, die dort auf sein Geheiss zu Ehren des Gottes der Juden dargebracht wurden. Es war ein Unglück für das jüdische Volk, dass dieses gute Einvernehmen unter späteren Nachfolgern des Augustus nicht gewahrt blieb. Dr.F.F. Prof. Dr. Adolf Büchler-London Zum 70. Geburtstag am 18. Oktober Adolf Büchler, der Direktor des JewsJ College in London, ist einer der wenigen jüdischen Gelehrten unserer Zeit, denen es vergönnt war, ihr ganzes Leben der wissenschaftlichen Arbeit, der Forschung und der Lehre, zu widmen. Nachdem er in Budapest und Breslau seine theologischen Studien beendet hatte, konnte er einige Jahre in Oxford arbeiten, wo sein Onkel Adolf Neubauer die hebräische Abteilung der berühmten Bodleianischen Bibliothek leitete. Er hatte für diese gerade unbekannte eigenartige Manuskripte erworben (deren Ursprung aus der Genisa von Kairo man damals noch nicht ahnte), Büchler benutzte sie und veröffentlichte aufsehenerregende Studien über den Ursprung der hebräischen Akzente und über den dreijährigen Zyklus der Toravorlesung. 1893 wurde er an die damals neugegründete Israelitisch-Theologische Lehranstalt in Wien als Dozent für jüdische Geschichte und Literatur, 1906 als Principal of the Jews* College in London berufen, wo er bis heute wirkt. Büchler ist ein Gelehrter alten Schlages, der ausschliesslich seiner Wissenschaft lebt und sich um das Getriebe des Tages nicht kümmert. Nur der Universität Jerusalem, deren Kuratorium er angehört, und besonders ihrem Judaistischen Institut hat er seine starken Energien gewidmet. Sein Arbeitsgebiet sind die Jahrhunderte unmittelbar vor und nach der Entstehung des Christentums, er ist einer von den Forschern, die, um ein Wort von David Friedrich Strauss zu gebrauchen, darum bemüht waren, das leere Blatt zwischen dem Alten und dem Neuen Testament auszufüllen. Seine Gelehrsamkeit ist unermesslich, seine Forschung ausserordentlich gründlich, man liest seine Werke nicht ohne Schwierigkeiten, aber nie ohne Gewinn. Er hat meist neue, überraschende Thesen vorgetragen, mit denen die Wissenschaft sich dauernd auseinandersetzen muss, sein beim Erscheinen (1901), von der herrschenden Schule heftig bekämpftes Buch über „Das grosse Synhedrion in Jerusalem" erfreut sich heute weitester Anerkennung. Es ist überhaupt Büchlers Verdienst, dass er die Geschichte auf dem Wege über die Institutionen, die rechtlichen und die religiösen, zu ergründen suchte, er hat weit mehr als irgendein anderer das weitschichtige Material des Talmud bearbeitet. Seine Schriften wie „Die Priester und der Kultus im letzten Jahrzehnt des Jerusalemer Tempels" (1895) „Studien über Sünde und Sühne" (engl. 1928), Abhandlungen zum Eherecht usw. sind von der neutestamentlichen Forschung nicht minder dankbar aufgenommen worden als von jüdischen Historikern. Eine besondere Ehrung wurde ihm in diesem Sommer zuteil, als die beiden theologischen Anstalten in New- York und Cincinnati ihn zum Ehrendoktor ernannten. In voller Rüstigkeit erreicht Büchler das biblische Alter, er stellt noch heute an sich wie an andere die strengsten Anforderungen. Wir wünschen ihm von Herzen, dass er sich dieser Frische und Lebendigkeit noch recht lange erfreue und das Glück habe, seine geplanten zahlreichen Forschungen zum glücklichen Abschluss zu führen! Es sei ihm vergönnt, die Früchte seiner unermüdlichen Arbeit im Dienste des Judentums in Freuden zu schauen! I. Elbogen. Grigorij Landau 60 Jahre Durch seinen Vater, Adolf Landau, den be* kannten Begründer und Herausgeber der russisch-jüdischen Zeitschrift „Wosschod" und der „Jewreskaja Biblioteka" wurde der Sohn. Grigorij schon früh in das jüdisch-politische Leben eingeführt. Der am 17. Oktober 1877 in Petersburg Geborene verfasste 1903 jene bekannten „Aufruf der 6000", den die jüdischen Bürger Russlands an die Oefientlichkeit richteten, und in dem die Gleichberechtigung der russischen Juden gefordert wurde. Als politischer und philosophischer Publizist hat Grigorij Landau zahlreiche Arbeiten geschrieben, die, soweit sie das Judentum betrafen, den Standpunkt und die Möglichkeit der Diaspora schon zu einer Zeit herausarbeiteten, als dieser Begriff dem osteuropäischen Judentum in seiner historischen und gegenwärtigen Bedeutung noch kaum bekannt war. 1921 kam Landau vor dem Bolschewismus fliehend nach Berlin, wo er in die Redaktion der antibolschewistischen russischen Emigrantenzeitung „Rul" eintrat, die et dann durch 11 Jahre mitgeleitet hat. In Berlin erschien in russischer Sprache eine Sammlung von Aufsätzen, zu denen ein Artikel, der im August 1914 geschrieben war, und in dem die Folgen des entstehenden .Weitbrandes mit fast prophetischer Klarheit erkannt wurden, den Titel gab: „Dämmerung Europas". Seine Freunde, unter ihnen nicht zuletzt die C.-V.-Zeitung, zu deren Mitarbeitern Grigorij Landau zählt, wünschen ihm an seinem 60. Geburtstag noch viele Jahre eines Lebens, das ihm die Fortsetzung seiner Studienermöglicht»