Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 42 (21.10.1937)
- Date
- 1937-10-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 C-V.-Zeltung^ Nr.42* 21. Oktober 193Z rieh Stahl, Friedrich A. S t r a u s (Karlsruhe), R.A, Dr. Benno Walter, Dr. Siegmund Wasg e r m a n n, Rabbiner Professor Dr. Winter (Dresden). Zu Revisoren wurden die Herren Dr. Sulzbacher und Süsskind gewählt. Am Vormittag des gleichen Tages hatte eine Tagung des 'Zentralkomitees des Hilfsvereins stattgefunden, die aus dem ganzen Reich besucht war. Max M. Warburg hielt als Vorsitzender des Kuratoriums eioe kurze Das geltende Südafrikanische Ausländergesetz von 1937 ist am 1. Februar d. J. in Kraft getreten. Es hat ein besonderes Amt, den Immigranfcs Selectioa Board (Einwandererauswahlamt), zur Entscheidung über die Anträge von Ausländern auf Gestattung ihrer Einreise zu ständiger Niederlassung in der Südafrikanischen Union einschliesslich ihres Mandatsgebiets Südwests frika bestimmt. Dieser Board hat seinen Sitz in Pretoria. Er allein entscheidet über die Gewährung von sogenannten permanent permits. Die Gesandtschaften und konsularischen Vertretungen der Südafrikanischen Union haben die Anträge der Einwanderungswüligen entgegenzunehmen, auf ihre formale Richtigkeit hin zu prüfen und nach Pretoria weiterzuieiten: einte entscheidende Tätigkeit üben sie in keiner Weise aus. Zurzeit bilden den Board: der Staatssekretär des Innern als Vorsitzender, der Staatssekretär Limite Ludwig Steinmetz \ Nürnberger Str. 56 (neben Woolwerth! * für Arbeit und Volkswohlfahrt, der Staatssekretär für Kandel und Gewerbe und der Kommissar für Einwanderungs- und asiatische Angelegenheiten. Die Handhabung des Gesetzes durch den Board lässt für die Bewilligung der Einwanderungserlaubnis bisher im allgemeinen folgende Richtlinien erkennen: Für unterhaltsberechtigte Angehörige von Personen, die ihren Wohnsitz in der Südafrikanischen Union haben, besteht in erster Linie Aussicht auf Erteilung der Einwanderungserlaubnis. Hierzu gehören Ehefrauen, minderjährige Söhne, ledige Töchter und alte Eltern und Grosseltern. Darunter sind Eltern zu verstehen, die ausserstande sind, selbst für sich zu sorgen, und womöglich keine nahen Verwandten in Europa haben. Auch Bräute stellen Einwanderungsanträge mit Erfolg. Hier ist die Voraussetzung, dass der in Südafrika ansässige Bräutigam ein schriftliches bindendes Heiratsversprechen entweder zu notariellem Protokoll abgibt oder vor einem Commissioner for Oaths (zur- Abnahme von Eiden amtlich bestellte Person) beschwört und darin darlegt, dass er in der Lage ist, seine zukünftige Ehefrau zu ernähren. Der Board pflegt dann der Braut die Erlaubnis zum Aufenthalt im Lande für die Dauer von sechs Monaien mit dem Anheimstellen zu erteilen, dass die Verlobten in Naturereignis, wild dahinrasend, vielleicht eine Art Sinnbild des grossen, kraftvollen und jüngeren Kontinents, dem wir entgegenfahren. Und wir? Nun wir haben es eben hingenommen und überstanden, viel besser sogar, als den ..geordneten" Sturm an Irlands Küste, der uns noch kläglich ins Bett beorderte. Vielleicht deshalb gut. überstanden, weil wir uns entschlossen, das beliebte Medikament nicht mehr zu Hilfe zu rufen, sondern uns auf uns selbst verJiessen. ..Allmählich" so sagt der Prospekt des beliebten Mitfels, „gewöhnt sich der Organismus an die Schiffsbewegungen." Das lässt sich vielleicht, richtig verstanden, als gutee Motto und Wahlspruch für den Wandernden verwenden. Am nächsten Morgen ist der Spuk verflogen, das Meer liegt glatt, die Sonne scheint au? wolkenlosem Himmel. Nichts erinnert in dem faltenlosea Antlitz des Ozeans mehr an Zürnen des vergangenen Tages. Nachts steigen die Sterne, zahllos und feuchtgiitzemd aus dem flimmernden Spiegel der See. Im Osten leuchtet das schönste Sternbild des nördlichen Nachthimmels, Zeichen des herannahenden Winters, der Orion, oder schöner die Jakobsleiter. Dort, in dieser Richtung, tat sich dem Erzvater Jakob in der Nacht des Auszuges der Himmel auf. „Eine Leiter war auf die Erde gestellt, und ihre Spitze reichte an den Himmel." Als wir nach Erez Israel fuhren, wies dies Sternbild in schönen Mittelmeernächten den Weg nach Osten, nach Jerusalem. Jetzt gibt es die Richtung an, in der Europa, ferner, mit jeder Stunde, versunken ist, das so oft geschmähte, schöne Europa. Und das Schiff fährt weiter nach Amerika. Der Berliner Medizinalstatistiker Dr. Georg Wolff, in jüdischen Kreisen besonders durch seine Mitarbeit an dem von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland herausgegebenen Werk „Tod und Todesursachen unter den Berliner Juden" bekannt, hält auf Einladung der Universität London Anfang Oktober drei Vorlesungen über „Soziale und geographische Pathologie von Krebs und Tuberkulose'". Im Aaschluss" daran wird Dr. Wolff einem Rufe zu Forschungszwecken jtaeh Baltimore k(üSA) Folge leisten, Eröffnungsansprache, Dr. Wischnitzer schilderte die Entwicklung des Hilfsvereins seit 1933, und Dr. Arthur Prinz gab einen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der Ueberseewanderung. Dr. Werner Rosenberg zeichnete ein Bild von der überaus vielseitigen Tätigkeit des Auswandererberaters, und Dr. Moritz Garbaty machte interessante Ausführungen über den Aufschwung des Mitgliederstandes des Hilfsvereins in den letzten Monaten. dieser Zeit die Ehe in der Union schliessen und dass dann die junge Ehefrau unter Vorlegung der Heiratsurkunde den Antrag auf Genehmigung ihrer ständigen Niederlassung nochmals im Lande einreicht. Im übrigen gibt es keine bindende Norm. Zwei Grundsätze sind für diejenigen Personen feststellbar, die nicht zu den oben erörterten Kategorien gehören: Je reicher ein Einwanderungswilliger ist, desto besser sind seine Aussichten auf Aufnahme in die Union. Wer Arbeitsplätze schafft, ist willkommen: wer einen Arbeitsplatz in Anspruch nehmen will, ist in schwieriger Lage. Gerade diese Einwanderungspolitik der Erschwerung des Zustroms von Arbeitnehmern steht in bemerkenswertem Gegensatz zur Lage des südafrikanischen Arbeitsmarkts für Facharbeiter. Handwerker sind tatsächlich kaum zu haben und werden gebraucht. Aber die Regierung will nicht unter dem Eindruck des gegenwärtig ausserordentlichen Wirtschaftsaufschwungs Menschen hineinlassen, die in einer etwa künftig eintretenden ruhigeren Wirtschaftsperiode Arbeitsplätze besetzt halten, welche dann vielleicht Südafrikaner einnehmen möchten. Noch sehr günstig sind die Aussichten für Unternehmer, die eine Fabrik in einer neuen Branche errichten wallen, insbesondere wenn es diesen Fabrikationszweig in der Union noch nicht gibt, und neuerdings vornehmlich dann, wenn in üebereinstimmung mit den jüngsten wirtschaftspolitischen Bestrebungen der Regierung die Gründung des Geschäftsbetriebes in einer kleineren Stadt von beispielsweise zweitausend bis dreitausend Einwohnern erfolgen soll. Für solche Auswanderer dürfte die Südafrikanische Union vorzugsweise in Betracht kommen. Ladeninhaber und Händler begegnen Schwierigkeiten bei der Erwirkung der Einwanderungserlaubnis. Zu warnen ist vor dem Versuch, zu zeitweiligem Aufenthalt einzureisen, jedoch in der Absicht, den Antrag auf Gestattung der ständigen Niederlassung hernach im ~ Lande zu stellen. Das Ausländergesetz lässt diese Möglichkeit zu. Dennoch hat nach der Praxis des Board, wer das tut, mit der Ablehnung seines Gesuchs und seiner Ausweisung aus der Union zu rechnen. Dasselbe gilt für Bräute, die meinen, zum Zwecke der Zeitersparnis nicht hier einen ordnungsmässigen Einwanderungsantrag steilen zu sollen, sondern als Touristen in die Union reisen, dori heiraten und alsdann die Erteilung des permanent permit beantragen. Diese Ehefrauen schützt ihre bestehende Ehe nicht vor der Ausweisung. Die Wanderung Der 45. Jahresbericht der Freunde des J e w s Temporary Shelter (Komitee zur vorübergehenden Unterbringung jüdischer Auswanderer) in London, der soeben erschienen ist, teilt mit, dass die Zahl der vom Shelter betreuten Auewanderer im letzten Jahr von 26 500 auf 30 000 gestiegen ist. 4415 Personen wurde vorübergehend Obdach gewährt Von diesen kamen 3715 aus Polen. Auch die Zahl der aus Deutschland stammenden Auswanderer war erheblich. * Das osteuropäische Hauptbüro des Joint Distribution Committee veranstaltete in Paris einen Empfang für die Vertreter der amerikanischen Presse, um sie mit der Lage der Juden in den osteuropäischen Ländern und den Massnahmen des- Joint zur Bekämpfung der Judennot bekanntzumachen. Der stellvertretende Vorsitzende des europäischen Rates des Joint Distribution Committee, David J. Schweizer, setzte die Ziele und Arbeitsweise dieser Organisation auseinander. Herbert S e 1 i g m a n - New- York, der im Auftrage des Joint Polen und Rumänien bereist hatte, schilderte seine Eindrücke von der Lage der jüdischen Bevölkerung dort. Er stellte fest, das« von der über vier Millionen starken jüdischen Bevölkerung beider Länder mehr als die Hälfte auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen sei. * Um die konstruktive Sozialarbeit der Juden in der Tschechoslowakei zu reorganisieren, haben Dr. Bernhard Kahn, der europäische Direktor des Joint Distribution Committee und Mitglied des Direktoriums der Joint-Ica Reconstruction Foundation, und der Generalsekretär des Joint, Dr. Noel Aronovici, in Prag eine Besprechung mit den in der jüdischen sozialen Arbeit in der Tschechoslowakei führenden Persönlichkeiten gehabt. Der Joint leistet auf tschechoslowakischem Gebiete bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten soziale Hilfs- und Aufbauarbeit, und zwar besonders in Karpatho- Russland und in der Ostslowakei. Hier hat der Joint ein auegedehntes Netz sozialer Aufbauinstitutionen geschaffen. Diese konstruktive Arbeit soll jetzt auch auf den Westen der Tschechoslowakei ausgedehnt werden, da eine ständige Binnenwanderung aus dem Osten nach dem Westen eingesetzt hat und die soziale Eingliederung dieser Menschen notwendig geworden ist. Bei einem Empfang, den die Prager Jüdische Gemeinde zu Ehren der Pariser Gäste veranstaltete, wies Dr. Kahn auch auf die Notwendigkeit hin, die Fürsorge für die in der Tschechoslowakei lebenden jüdischen Ausgewanderten zu verstärken und in konstruktive Bahnen zu leiten. Der Joint werde sich im übrigen vor allem der Berufserziehung der Jugend und dem Aufbau des Genossenschaftswesens widmen. Zu diesem Zweck sollen sogenannte Gemillas Cheesed- Kassen zur Gewährung zinsloser Darlehen an sozial sehr schwache Kreise eingerichtet werden. * Der Einwanderungskommissar der Vereinigten Staaten, James Hougute rl in g, empfing eine Abordnung des Verbandes der polnischen Juden in Amerika unter der Führung des Mitgliedes des Repräsentantenhauses, Emanuel C e 11 e r, die verlangte, dass die amerikanischen Konsulate in Polen bei der Gewährung von Einwanderungsvisen an Juden grosszügiger vorgehen mögen. Einwanderungskommissar Houghterling antwortete, er werde sein Möglichstes in dieser Sache tun. Auch die Leiterin des amerikanischen Arbeitsministeriums. Miss Frances Perk ins, soll dem Vorschlage wohlwollend gegenüberstehen. * Der Jewish Board of Deputies, die offizielle Vertretimg der britischen Judenheit in London, ist unter Vorsitz von Präsident Neville Laski zu seiner ersten Sitzung in der neuen Session zusammengetreten. Laski erstattete den. Bericht des zur Durchführung der Aufklärungsaktion in England eingesetzte Koordinierungskomitees und wies auf die enge Zusammenarbeit zwischen der Judenheit im Vereinigten Königreich und ihren Glaubensgenossen in den überseeischen Dominions bei dieser Aktion hin. Fast eine Million Broschüren konnten bis jetzt verbreitet werden. Ueber die Arbeit des Joint Foreign Committee referierte der Präsident der Anglo- Jewish Association, Leonard M o n t e f i o r e. Er teilte mit, dass die anglikanischen Kirchenbehörden im Hinblick auf die zwischen der anglikanischen und der griechisch-orthodoxen Amerika In der amerikanischen Oeffentlichkeit-wurde in letzter Zeit ein heftiger Feldzug gegen den neuernannten Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staatens, Black, geführt. Es wird ihm vorgeworfen, er besitze als ehemaliges Mitglied des Ku-Klux-Klan nicht die für sein Amt notwendige Voraussetzung völliger Objektivität, insbesondere Juden, Katholiken und Negern gegenüber. Richter Black ist diesem Vorwurf bereits wiederholt öffentlich gegenübergetreten und hat jetzt einen jungen, jüdischen Rechtsanwalt aus Birmingham in Alabama, den 24jährigen Jerome Cooper, telegraphisch zu seinem Gehilfen berufen. England Unter Vorsitz von Rabbi Israel Mattuk fand in den New Burlington Galeries in London die 5. Zweijahreskonferenz der jüdischchristlichen Gesellschaft (Society ofJews and Christians) statt. Die Aussprache, die dem Thema „Religiöse Beurteilung des heutigen Wirtschaftssystems" galt, wurde durch Vorträge von Professor Norman Bentwich und dem Domherrn Charles E. Raven, Theologieprofessor an der Universität Cambridge, eingeleitet. Bentwich zeigte in seinem Referat die starken sozialen Verpflichtungen, die alle Juden, auch die, die der Religionsr gemeinschaft bereits entfremdet sind, empfinden. Ueberall, wo den Juden die Möglichkeit geboten werde, soziale Einrichtungen ungehindert durch fremde Eingriffe nach "eigener Einsicht frei zu gestalten, hätten sie eine bemerkenswerte Fähigkeit zu schöpferischer und konstruktiver Arbeit auf sozialem Gebiet bewiesen. Domherr Raven empfahl die Schaffung gemeinsamer jüdisch-christlicher Gruppen im ganzen Lande als wertvolles Mittel, um die soziale Verständigung zu fördern und einer aus Missverständnissen entstandenen Gegensätzlichkeit zwischen Juden und Nichtjuden entgegenzutreten. Nach einer in Bristol abgehaltenen Versammlung wurde dort ein aus christlichen und jüdischen Seelsorgern bestehendes Komitee zur Gründung einer Zweigvereinigung der Society of Jewg and Christians eingesetzt. Bei dieser Versammlung sprachen R e v. R. L. C h i 1 d in Vertretung des erkrankten Domherrn Narborough und Rabbiner Leslie Edgar von der Liberalen Synagoge in London. * Das Schiedsgericht von Sunderl and hat entschieden, dass in jüdischen Betrieben jüdische Feiertage auch für die nichtjüdischen Arbeiter als herkömmliche Feiertage zu gelten haben und hat mit dieser Begründung den Entschädigungsanspruch nichtjüdischer Arbeiter für Verdiensten tgang durch die Stillegung eines jüdischen Betriebes an jüdischen Feiertagen abgewiesen. Eine Vereinigung jüdischer Akademiker in London hatte eine Versammlung von Akademikern einberufen, um diese zur Abwehrarbeit gegen judenfeindliche Propaganda aufzurufen. Der Vorsitzende des Board of Deputiee, Neville Beratungsstellen des Hilfsvereins Beratungsstelle I Berlin. W35, Ludendorffstr. 20. Fernsprecher: Samraelnumraer 22 9S 96: Sprechstunden: Montae. Dienstag, Donnerstag-, Freitag 9 bis l^A Uhr. "Zuständigkeitebezirk: Stadt Berlin nnd Brandenburg. Beratungsstelle II Bielefeld: Auswandererberater: Dr. W. Katzenstein, Viktoriastr. 24; Sprechstunden: 8H—13. 15—18K Uhr. Zuständigkeitshezirk: Provinz Westfalen, Land Lippe und vorn Regierungsbezirk Osnabrück der Kreis Grafschaft Bentheim, Stadtand Landkreis Osnabrück, Melle und Wittlage. Beratungsstelle III Bremen: Auswandererberater: Dr.Rosenak, Bremen, Obernstr. 14, II; Sprechstunden: S_i3( 16—19 Uhr. Zuständigkeitsbezirk: Bremen Stadt und Land, Oldenburg Stadt un<i Land, Unterwesergebiet, Ostfriesland, die Kreise Meppen, Linsen, Bersenbrück, Landkreis Verden, Rothenburg i. Hannover, Bremervörde und Stade. Beratungsstelle IV Breslau: Auswandererberater: R.-A. Erich Spitz, Wallstr. 9, II: Sprechstunden: Montae, Dienstag. Freitag 11—13 D'hr. Zuständigkeitsbezirk: .Oberschlesien (ohne Abstimmungsgebiet). Niederschlesien und angrenzende Teile der Lausitz. Beratungsstelle V Frankfurt a, M.: Auswandererberater: Dr. Max Hermann Maier, Quinckestr. 26. Nebenhaus I: Sprechstunden: Montag und Dienstag 10—12 Uhr. Donnerstag 15—17 Uhr. Zuständigkeitsbezirk: Stadt Frankfurt, Provinz Hessen-Nassau, jedoch vom Regierungsbezirk Kassel nur folgende Kreise: Kreis Frankenberg. Kreis Staade. Stadt Fulda. Landkreis Fulda, Kreis Gelnhausen. Stadtkreis Hanau. Kreis Häsfeld, Stadtkreis Marburg/Lahn. Landkreis Marburg/Lahn. Kreis Schlüchtern, Kreis Ziegenbain, ferner das Land Hessen. Beratungsstelle VI Hamburg: Auswanrlererberater: H-enrv (/hasset, Beneekestr. 6:' Sprechstunden: 9—XX 15—17 Uhr. Zuständigkeitsbezirk: Hamburg vom Regierungsbezirk Stade"der auf der "Westseite der * Elbe liegende Landstreifen einschliesslich der Stadl Harburg/Wilhelmsburg und Cuxhaven, das Land Mecklenburg..Provinz Schleswig-Holstein. (Wird fortgesetzt.) Kirche in Rumänien bestehenden 'freundschaftlichen Beziehungen auf die Angriffe aufmerksam gemacht worden seien, die in letzter Zeit in Rumänien von hoher kirchlicher Seite gegen die Juden gerichtet worden sind. Der Vorsitzende des Komitees für Auslandssammlungen. Joseph Meiler, berichtete über 'die Hilfsaktion zugunsten der Juden in Polen und über die vier Grundbedingungen, die . für eine Zusammenarbeit bei Auslandssammlungen aufgestellt worden seien. Die von einem Zuteilungskomitee zu bestimmende Aufteilung der gesammelten Beträge soll durch das American Joint Distribution Committee vorgenommen werden. Da bisher aber keine Einigung erzielt worden sei. beschloss der Board, zunächst von weiteren Bemühungen in dieser Richtung abzusehen. Laski, und der. Leiter der Aufklärüngs-; und Abwehrkampagne gegen die judenfeindliche Propaganda, C. M. P i c c i o 11 o. forderten die jüdischen Akademiker auf, sich als Redner und Organisatoren in den Dienst dieser Aktion zu stellen. Die Arbeit ruhe jetzt fast ausschliesslich auf den Schultern von etwa zwanzig 'Menschen. Die jüdischen Akademiker würden sich, so erklärte Laski, zum Verräter an der Sache der Allgemeinheit machen, wenn sie sich jetzt nicht tatkräftig in den Dienst dieser Aufklärungsarbeit stellen würden. Frankreich Die Synagoge in Bischheim., eine der ältesten des Elsass, konnte in diesen Tagen auf ein lOOjähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlass fand eine besondere Feier statt, der auch christliche und katholische Würdenträger beiwohnten. M. M.WAR8URG&CO. GEGRÜNDET 1797 HAMBURG FERDINANDSTR. 75 BERLINER BÜRO; TIER GART EN STR. 2 b Oesterreich Kardinal Erzbischof I n n i t z e r hat den Leiter der österreichischen Finanzprokuratur, Hofrat Dr. Rudolf Low, durch persönliche Ueberreichung seines Porträt« mit eigenhändiger Widmung ausgezeichnet. Hofrat Low ist einSohn des berühmten Szegediner Oberrabbiners Dr. Imanuel Low. Rumänien Auf dringende Anordnung des Handels- und Industrieministers Valer Pop, dessen judenieindliche Einsteilung bekannt ist, wurde die einzige Synagoge der Stadt Alba Julia in. Tranesylvanien samt den anschliessenden in jüdischem Besitz befindlichen Gebäuden von drei Rekrutendetachements innerhalb von vier Stunden niedergerissen. Wie die nationalistische Tageszeitung „Universül" mitteilt, wohnte "Minister Pop den unter .Leitung des Polizeikommissariats durchgeführten . Abbrucharbeiten persönlich bei. Mit Genugtuung stellt das Blatt fest, dass ■ es. J" dieser Stunde in Alba Julia, dem Heiligtum Rumäniens^ keine einzige Synagoge mehr" gibt- Minister Pop vertritt im Parlament den Wählkreis, zu dem Alba Julia gehört Die Praxis des Südafrikanischen Einwandererauswahlamts Von Rechtsanwalt Dr. Hanna Katz (Berlin) A.m&immd&mmehw9ip:hi&w^_