Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 42 (21.10.1937)
- Date
- 1937-10-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 42 » 1. Beiblatt CMZbitung 21. Oktober 1937» Seite 3 ilanz der Auswanderung Jahresversammlung des Hilfsvereins der Juden in Deutschland Die Bedeutung, die dem Hilfsverein der Juden in Deutschland als der zentralen Stelle für die planmässige Vorbereitung und Lenkung der jüdischen Auswanderung aus Deutschland nach Uebersee in diesen Tagen zukommt, wurde in den Referaten klar, die der Präsident der Organisation Max M. War bürg und Dr. Mark W i s c h n i t z e r bei der 36. Jahresversammlung des Hilfsvereins hielten. Die Versammlung fand am 14. Oktober im Jüdischen Brüderverein in Berlin statt. Die zentralen Körperschaften der Juden in Deutschland hatten ihre Vertreter entsandt. Die Reichsvertretung war durch den Vorsitzenden und den stellvertretenden Vorsitzenden des Wanderungsausschusses, Dr. Franz M e y e r und Dr. Paul Eppstein, vertreten, der Jüdische Centrai-Verein durch den Stellvertreter des Vorsitzenden. Dr. Franz Eugen V u c h s, und den Syndikus Dr. Alfred Hirschh erg. Max Warburg sing in seinem Referat von der Verlagerung der ursprünglichen Aufgaben des Hilfsvereins, der früh er D u rchwauderer-Unterstützungsstelie war, auf sein heutiges Aufgabengebiet, die Beratung und Hilfe für auswandernde Juden aus Deutschland, aus und schilderte den notwendigen Ausbau der gesamten Organisation, die heute 16 Verwaltungsstelleu und 2 Hilfsstellen im Reiche unreiüält. Der Pflicht jedes Juden in Deutschland, den Hillsverein durch Mitgliedschaft zu unterstützen, kämen noch immer nicht genügend Juden nach. Dabei wisse kainer, wann die Auswanderungsirage an ihn selbst herantrete. Auch die aus Deutschland ausgewanderten Juden, Ii« jetzt im Ausland Fuss gefasst haben, müssten diese grosse Hilfsorganisation viel stärker unterstützen als bisher. Mas Warburg wandte sich dann dem Verhältnis von Palästina-Wanderung und Diaspora-Wanderung zu. Palästina als -nationale Heimstätte'" sei ein Gedanke, der heute aus der Gefühlswelt keines einzigen Juden Fortzudenken sei. Aber Palästina könne, wie auch die Zukunft w-erden wird, nur eine begrenzte Zahl von Juden aufnehmen, und deshalb, so sagte Max War bürg, darf eine bewusste jüdische Diaspora-Politik nicht disqualifiziert werden, zumal auch sie mittelbar Mitarbeit am Palästinawerk bedeutet. Von den seit 1933 aus Deutschland ausgewanderten 120 000 Juden ist fast ein Drittel nach Palästina gegangen. Wir werden aber damit rechnen müssen, dass von den Juden, die 1937 Deutschland verlassen, höchstens der vierte, vielleicht nur der fünfte oder sechste Teil in Palästina einwandern kann. . . » Wir dürfen nicht einseitig einem Wunschgebilde, das der Wirklichkeit nicht standhält, nachjagen. Und, wie gesagt, gerade auch diejenigen, die jetzt nicht nach Palästina, sondern in andere Länder wandern, werden damit indirekt Helfer am Wiederaufbau Palästinas sein. Im Hinblick auf den wachsenden Auswanderungsdruck der Juden aus Deutschland ist die Frage der Unterstützungsleistung aus dem Ausland von einer steigenden Bedeutung. Sehr zu begrüssen sei die Tatsache, dass diese Unterstützungen jetzt in sogenannter Haavara-Mark geleistet werden können, und Warburg forderte alle Anwesenden auf. die ausländischen Juden dazu anzuhalten, dass sie diese Haavara-Mark für Unterstützungszwecke verwenden. Der Mitwirkung des Hilfsvereins sei es auch, gelungen, eine sozial begründete Erleichterung des Transfers insoweit zu erreichen, dass Auswanderer mit einem Vermögen bis höchstens 8000 RM einen bis auf 50 Prozent verbesserten Transfer erhalten. Max Warburg schilderte die Arbeit, die der Hilfsverein durch Reisen von Vorstandsmitgliedern und Zusammenarbeit mit den grossen ausländischen zentralen Komitees geleistet hat, um die Einwanderungsmöglichkeiten in Uebersee festzustellen. Von unentbehrlicher Wichtigkeit seien bei dieser Arbeit die überseeischen Lokalkomitees, die schon jetzt teilweise — so in Südafrika und in Buenos Aires — ausgezeichnet arbeiten, deren weiterer Ausbau aber unbedingt, erforderlich sei. Die Europa-Wanderung ist misslungen, so sagte Warburg; die erneut notwendig gewordene Wanderung bereits aus Deutschland Ausgewanderter aus europäischen Ländern nach Uebersee hat die Neuauswanderung belastet. Um so notwendiger ist es, für die Unterbringung von Juden aus Deutschland in überseeischen Ländern mit Hilfe der überseeischen Komitees Sorge zu tragen. Wenn auch die Auswanderung einzelner Personen und einzelner Familien als die solideste Form zu bezeichnen sei, so müsse der Hilfsvereiu sein Augenmerk neben der Einzelwanderung auch den Siedlungsplänen grösserer Art zuwenden. Max Warburg teilte in die- Vortragsreike im Groß-BerlmerCeniral-Verein Ziele jüdischer Gegenwariswanderung Geschidbte, Geographie und Kultur der "H iditigsteii Auswanderungsiäxider Großer Saal des Brüdervereinshauses W62, Kurfürstenstr. 115/116, pünktl. 20^4 Uhr Erster ABend: Mittwoch, 27. Oktober 1. Jüdische Wanderung in früheren Jahrhunderten .. Dr. Triiz Bomberg-ct 2. Die Nordamerika!!. Länder Dr. Hanns Rcissncr Zweiter Abend: Donnerstag, 11. November 3. Süd- und Mittelamerika ... Dr. Arthur Prinz 4. Süd-Afrika................ Dr. Margarete Edel heim Dritter Abend: Donnerstag. 9. Dezember 5. Die Entwicklung Arabiens seit dem Weltkrieg........ Dr. Frit Triedlacndct 6. Bildnis Palästinas......... DipL-Tng. Frit Benjamin Eintritt nur für Inhaber einer Einladung, die in diesen Tagen den-Mitgliedern des Berliner C-V.zug-ht oder gegen anderen Nachweis der jüdischen Religionszugehörigkeit sem Zusammenhang mit. dass sich jetzt die fünf an dieser Frage hauptsächlich interessierten Organisationen in Deutschland, nämlich der Hilfsverein, die Reichsvertretung, die Berliner Jüdische Gemeinde, der Centrai-Verein und der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten in der Jüdischen Landarbeit G.m.b.H. (TLA) zusammengeschlossen haben, um alle Projekte einheitlich zu bearbeiten. Wohl vorbereitete Projekte werden von der ILA dem mit der gleichen Tendenz gebildeten Comite d?Entente vorgelegt werden, damit Doppelarbeit vermieden werde. Keine Auswanderung ohne Auswanderungsvorbereitung, fuhr Warburg in seinen wichtigen Ausführungen fort. Diesen Grundsatz habe der Hilfsverein schon lange erkannt und wende seine Aufmerksamkeit deshalb nicht nur der sprachlichen Vorbereitung, sondern auch der handwerklichen und landwirtschaftlichen Ausbildung der jungen Auswanderer zu, wobei er das unter Führung der Reichsvertretung und des Centrai-Vereins errichtete Auswanderer-Lehrgut Gross-Breesen besonders hervorhob. Diese Lehrstätteu allein können jedoch nicht genügen, es müsse auch in einzelnen Betrieben in der Landwirtschaft und im Handwerk Gelegenheit zu gründlicher Ausbildung gegeben werden. Auch die Ausbildung der Frauen sei ein besonders wichtiger Faktor für jede Kolonisationsarbeit. Max Warburg schloss mit einem starken Appell an alle Juden hier und draussen. sich zur Gemeinschaft der Juden zu bekennen und auch im neuen Lande an die vorhandene Gemeinschaft Anschluss zu suchen. Dr. Mark Wischnitz er schilderte, wie entsprechend dem Rückgange der Palästina-Wanderung die ausserpalästinensische üebereeewanderung zugenommen habe. Damit habe sieb die Arbeit des Hilfsvereins im letzten Jahre verdoppelt und verdreifacht, und es sei besonders interessant, festzustellen, dass sich seit Anfang 1936 dag Schwergewicht der Auswanderung mehr und mehr von Berlin auf das Reich verschoben bat. Etwa zwei Drittel aller vom Hilfsverein unterstützten Fälle stammen zurzeit nicht aus Berlin, sondern aus den Arbeitsbezirken der Stellen im Reich. Auch fernerhin ist mit einem Ueberwiegen der Auswanderung aus der Provinz, wo der Auswanderungsdrang aus mancherlei Gründen bedeutender ist als in der Hauptstadt, zu rechnen. WiSchnitzer gab dann einen Rundblick über den Stand der Ueberseewanderung, wobei er den Grundsatz aufstellte, dass menschenarme und rohstoffreiche Länder das naturgegebene Ziel der Auswanderung seien. Die Erholung der Rohstoffpreise, die 1934 begonnen und 1936/37 in manchen überseeischen Gebieten Hochkonjunkturen erzeugt habe, hätten der Ueberseewanderung einen starken Auftrieb gegeben. Der Redner ging im einzelnen auf die Lage in Südafrika und in den verschiedenen Staaten von Südamerika ein und schilderte die erfolgreiche Zusammen- Vorträge über Auswanderungsrecht im Jüdischen Central-Verein Berlin Der Landesverband Gross-Berlin des Centrai- Vereins veranstaltet im November wiederum Vortragsabende über Auswanderungsreeht. Am Montag, 1. November, spricht Devisenberater Dr. Heinz Cohn über ,.Auswanderungsfragen" (rechtliche Grundlagen. Verfahren. Transfer), am Dienstag, 2. November, setzt Dr. Cohn seinen Vortrag fort, und Adolf Michaelis (vom Bankhaus Gebr. Arnholdl spricht über ,.Die verschiedenen Arten der Mark und ihre Verwertung". Die Vorträge finden im Brüdervereinshaus. Berlin W 62, Kurfürsteiistrasse 115/116. 20.15 ühr, roter Saal, statt. Einlass nur für jüdische Juristen gegen Vorzeigen der Einladung, die auf schriftliche Bestellung bis zum 25. Oktober beim C.-V.-Büro. Berlin W 15, Emser Str. 42, IV. zu erhalten ist. <>Ck>C><X><><XX>C<><XXXXX arbeit mit dem Hilfsverein der deutechsprechenden Juden in Buenos Aires und mit der ICA- Dass die Einwanderung auch in Nordamerika gestiegen sei, sei besonders unter dem Gesichtepunkt erfreulich, dass Nordamerika noch Berufskategorien aufnehmen könne — namentlich RobertWolfers l 15, Kurfürsten dämm 48 ,'49 Tel.: 92 47 56 - Bürgersteige, Asphaltierungen, Pflasterungen Kaufleute. Akademiker und Angehörige sonstiger freier Berufe —, die in anderen Ueberseeländern nicht unterzubringen seien. Nach Schätzung von . Dr. Wischnitzer sind in den letzten fünf Jahren über 40 000 Juden aus Deutschland in den überseeischen Ländern untergekommen. Diese Zahl - besteht in der Hauptsache aus Einzelwanderem. wenngleich auch die ICA schon eine zahlenmässig allerdings noch sehr begrenzte Gruppensiedlung in Argentinien begonnen hat. Dr. Wischnitzer erörterte schwebende Möglichkeiten der Gruppensiedlung in Brasilien, Paraguay und anderen Ländern, aber er warnte vor übertriebenen Hoffnungen auf solche Gruppen aus Wanderung. Mit einem kurzen Hinweis auf die Kinderauswanderung nach Amerika, deren technischer Teil gleichfalls vom Hilfsverein durchgeführt wird, und einem starken Dank an die jüdischen Hilfsorganisationen des In- und Auslandes schloss Dr. Wischnitzer seine Ausführungen. Willy Dreyfus erstattete sodann für den Schatzmeister Dr. S. Wassermann den. Finanzbericht, aus dessen Daten und Zahlen, die ausserordentliche Ausweitung des Hilfsvereins im letzten Jahr hervorging. Nachdem dem Kuratorium und Vorstand einstimmig die Entlastung erteilt, worden war, wurden die folgenden, turnusmässig ausscheidenden Mitglieder des Kuratoriums wiedergewählt: Georg Ar0ns, Rabbiner Dr. Leo Baeck. Konsul A. B e n d i x (Köln), Willy Dreyfus (Berlin). Dr. Herzfeld (Essen), Hannah Karminski. Professor Dr. Eugen Mittwoch, R. A. Dr. I. Rosenak (Bremen). Moritz Rosenthal. Dr. Herbert Schönfeldt, Dr. Julius L. Selig s 0 h n , Salo Si m0 n (Köln), Direktor Hein- New-Yorker Tagebuch Von Friedrich Brodnitz I. An Bord .Xe Grasse-, September 1937. Draussen tobt ein ..Hurrican''. Wissen Sie, was das ist? Sie haben vielleicht noch aus Reisebeschreibungen und Seerätiberromanen die Beschreibung in der Erinnerung, aber das muss man selbst sehen: in wenigen Stunden Fall des Barometers um fast 30 Millimeter, Windstärke 9 (10 ist das höchste, vcas es überhaupt gibt), Weilen von unvorstellbaren Ausmassen, deren Brecher auf den Kämmen allein schon als Nordseestürme imponieren würden. Die Luft ein einziges Heulen, voll von Wasserstaub und Spritzerfahnen, von Horizont und Himmel nirhts mehr zu sehen. Es wird ungemütlich, if'Jps Bewegliche ausser den Mensehen wird fessgebunden, das Promenadendeck geräumt, nachdem eine Scheibe unter Beschädigung von ,:,;uem Klavier, einer Bassgeige, einer Anzahl Bühlen und zwei Menschen in Stücke gegangen ist. So muss man im Salon sitzen, spürt die unheimliche Kraft der Wellen, die die über -0 000 Tonnen des Schiffes wie eine Pappschachtel auf den Rücken nehmen. Man ist zwar — 0 Wunder — nicht seekrank, man ist, um mit Jonnie Walkers Wisky zu reden, still going strong, aber gemütlich ist es nicht. Man beginnt zu schreiben. — Nun gut, sagt sich der Leser, ganz schön, dass er sich auf diese Weise die Seekrankheit vom Leibe hält. Aber was geht mich das eigentlich an? — Also müssen wir erklären: Als wir fortgingen, versprachen wir dem Freunde, der diese Blätter leitet, regelmässig *u berichten, auf die Gefahr hin, vorzeitige und damit leichtfertige Urteile später widerrufen zu müssen oder nach einiger Zeit einzusehen, die Serie besser abzubrechen, Es sollten frische UndriH-co festgehalten werden, eine Art publizistischen Tagebuches. Eines, der wie so unendliche viele, hinauszog, um eine Zukunft zu suchen. Wir haben damals zugesagt, weniger weil wir glaubten, etwas Neues zu dem oft behandelten Thema sagen zu können, eigentlich mehr aus dem egoistischen Wunsch heraus, wenigstens auf diese Weise etwas Verbindung mit all den Menschen halten zu können, deren Geschick einem in den letzten Jahren ans Herz gewachsen ist. Wir haben das Versprechen, das wir gaben, bis heute nicht gehalten, wo uns der Sturm zum Schreiben gebracht hat (er ist unterdessen noch stärker geworden, und in der beginnenden Dämmerung sieht das tobende Meer wie auf manchen Blättern der alten Dore-Bibel aus, die wir als Kinder oft ansahen). Wir schrieben nichts, weil zwischen dem Auszug und dem Beginn der eigentlichen Wanderung eine Zwischenzeit einiger Monate lag, die in einem glücklichen Gemisch von Arbeit und Entspannung hingingen, eine Art Etappe, einem glücklichen Zufall verdankt. Zu untypisch, als dass sie zum Bericht geeignet erschien. Aber sie bestätigte eine Erfahrung, einen Rat, den in diesen Blättern vor kurzem Dora E d i n g e r von U. S. A. her gab: zwischen Abschluss und Neubeginn eine solche Pause einzuschalten. Man kann es nur jedem, der hinausgeht, raten, sich unter allen Umständen eine Zeit der Entspannung zu schaffen, auch unt6? Opfern, um zu sich und seinem Geschick Distanz zu bekommen, um neue Kraft zu schöpfen. Und nun ist es ernst geworden, und das Schiff trägt uns in die neue Welt. Es ist Reisezeit, und so sind die Mehrzahl der Passagiere Touristen, die von einem Europatrip zurückkehren. Vom brüllenden Kinde bis zum alten Fjäulem, das papageienfarbene, tief ausgeschnittene Abendkleider bevorzugt, sind alle Lebensalter vertreten. Studenten mit bunten Pullovern und deD Bewegungen von jungen Bären, mittelwestliche Babbits mit kanariengelben Hemden und farbenfrohen Krawatten, würdige Geschäftsinhaber mit betonten Kinnbacken und der dicken Zigarr,e im Mundwinkel, alle sehr unbekümmert, sehr vergnügt und von einer wohltuenden Freundlichkeit jedem gegenüber. Jetzt sitzen sie alle in den festgemachten Sesseln der Gesellschaftsräume des Schiffes. Neben uns ein Mann mit klugen Augen, sehr amerikanischen Gesicht: ein ungarischer Jude, der als junger Mann hinüberging, jetzt Inhaber eines gutgehenden Geschäftes in einer Stadt im Mittelwesten. Er hat seine Verwandten besucht, die er seit vierzehn Jahren nicht mehr gesehen hatte. Voll Interesse für die Juden aus Deutschland, die auf dem Schiffe sind, die er mit einer erstaunlichen Menschenkenntnis beurteilt und eintaxiert. Uns gegenüber sitzt ein Ehepaar, das kaum ein Wort Englisch spricht. Sie sind schon hier auf dem Schiff beinahe verloren, wo kein Mensch ein Wort Deutsch versteht. Wie wird es ihnen erst im Lande ergehen? Unser Freund aus dem Mittelwesten schüttelt mit Recht den Kopf, so sehr er sonst den anderen, die er sich beinahe systematisch auf dem Schiff heraussucht, Mut zuspricht. Was nützen alle Warnungen in unseren Zeitungen und Beratungen, wenn Menschen immer noch s 0 hinausgehen. Mein Nachbar fragt nach zwei älteren Damen, die in einer Ecke sitzen. Sie fahren zu Besuch zu ihren schon vor einiger Zeit emigrierten Kindern. Die eine fährt auf der Rückreise gleich noch über Lissabon, wo ein zweites Kind sitzt Unsere reisenden Mütter, die zu uns zu Besuch kommen, das eind vielleicht die eindringlichsten und charakteristischsten Figuren unserer Gemeinschaft geworden. Grossartig, wie sie sich in diese Rolle gefunden haben, mit welcher Selbstverständlichkeit sie Tausende von Kilometern reisen, um ihren Kindern für kurze Wochen eine Art transportabler Heimat zu bringen. Draussen ist es ruhiger geworden, das Barometer steigt langsam wieder. Jetzt hört man erst, dass es eine recht ernsthafte Sache war, die das Schiff zu einer Kursänderung gezwungen hat. Wellen von über 00 Meter Höhe sind auf der Krücke festgestellt worden. Es war der erste Gruss Amerikas Das war kein Unwetter, das sich so geordnet benahm, wie sieb ..bei uns" Stürme zu benehmen gf legten. Das war eiD .V.I«itung Xeftnl brasdinmsdi mit der C-V. ZEITUNG Senden Sie mir bis auf Widerruf die C-V.« Zeitung 66 Pfennig für November, Dezember zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Die letzte Oktober- Nummer wird mir kostenlos geliefert. Name: ................................................... Ort:............................................... Strasse: .................................................... Ausschneiden und mit 3 Pfg. irankien (oder auch unfrankiert) senden an: C. V. Leitung. Vertrieb, Berlin W 15, Emser Strasse 42. Teief. 92 814!.