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Central-Verein-Zeitung · 1937-10-14 · 41 (14.10.1937) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
41 (14.10.1937)
Date
1937-10-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 C-V.-Zeitung Nr. 41 * 14. Ubouei iyp; Konzerte und Vorträge in Berlin und im Reich Dass der Berliner Kulturbund unser Konzertleben durch eine fortdauernde Einfügung von Kamerniusikabneden zu bereichern sucht, kann natürlich nur aufs wärmste begrüsst werden, zumal, wenn die Veranstaltungen so musikalisch wertvoll bleiben sollten, wie es die erste in der Synagoge der Reformgemeinde gewesen ist. Der Cellist Godfried Zeelander und Wolfgang Rose (Klavier) gaben einen Sonatenabend, der sich in gleicher Weise durch Programmgestaltung und Interpretation auszeichnete. Zwischen Werken von Breval und Grieg stand die Sonate op. 50 von Ernst T o c h , ein glänzend gearbeitetes, durch kraftvollen Schwung mitreissendes Stück, dessen Kühnheit der Konzeption manchen Hörer noch befremden mochte, das andererseits aber besonders geeignet scheint, der sog. modernen Musik Werbedienste zu leisten. Die anmutige Rokoko-Sonate und Griegs schwelgerische Rhythmen und Melodien ergaben einen eigenartigen Rahmen — mit Vehemenz meisterten der Pianist, mit schönem lyrischen Ton Zeelander in trefflichem Zusammenwirken die Aufgaben der verschiedenen Epochen. Als Beigabe sang Mascha B e n j a - konsky sehr zart und innige berühmte Weisen von Pergolese. Donizettis grosse Wahnsinnsarie wollte sich hier nicht recht einfügen. Kai. Die Künstlerhilfe der Berliner Gemeinde begann ihre Winterarbeit mit einem Kleinkunstabend ..Der grosse Bilderbogen " im „König von Portugal". Das Gefühl. a.q historischer Stätte zu weilen, konnte über die Unzulänglichkeit des Raumes nicht hinwegtäuschen. Aber nicht der äussere Rahmen ist für uns heute das wesentliche, sondern das. was der Rahmen umfasst. Es war nur ein kleiner Bilderbogen, den Leo Hirsch nicht gedichtet, sondern aus Farben höchst verschiedener Intensität und Wirkung zusammengeklebt hatte. Dem Bild fehlte die Komposition, so dass sich eine kritische Würdigung des Abends an die einzelnen Färb tupfen halten muss. Wirkungsvoll, war das Lied vom „Jüdischen Schiff". Den grössten Beifall fand das tragik-komische Märchen -Wie Max Wolff zu den Jüdischen Büros ging". Es war nicht schwer, voller Sarkasmus über das Leben in der Kartothek herzuziehen, das heute für viel aus unserem Kreis zum traurigen Schicksal geworden ist. Vom heiteren Teil des Programms, das insgesamt zwölf Nummern umfasste, fielen ..Dreimal jüdische Hochzeit" mit seinem anfeuernden Schluss und „Der König der Witze" auf. Den tänzerischen Teil bestritt äusserst ansprechend Dorothea Krause, ein Talent, dessen Entwicklung man abwarten muss. Von den übrigen Mitwirkenden zeigten Lotte Oppenheimer, Nicolai E1 j a s c h o f f, Alexander L i p s c h i t z und Arthur P e i s e r Bühnenblut. Das gesamte Ensemble mit Edith Esther Hirsch, Leo •lare c k i, Herbert Meyerowitz und Kurt Su essmann war voll Eifer bei der Sache und verhali dem von Osias K o f f I e r gemalten Bilderbogen mit der Musik von Ismar Weiss zu einem Achtungserfolg bei dem zahlreich erschienenen Publikum. Or. Der Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde bemüht sich, die Umschichtungsstellen der jüdischen Jugend in die musikalischen und literarischen Wirkungskreise der Kulturbünde einzubeziehen. Im Rahmen dieser Veranstaltungen sprach Edith Herrnstadtüettingen auf Landwerk Ahrensdorf ernste und heitere jüdische Dichtungen, die für die 60 jungen Zuhörer ein künstlerisches Erleb- Werfel-Premiere in Wien Im Theater in der Josepbstadt in Wien gelangte das neueste Bühnenwerk von Franz Werfel, das dreiaktige Schauspiel „In einer Nach t". in der Inszenierung Max Reinhardts mit ausserordentlich starkem Erfolge zur Uraufführung. Es ist ein modernes, schicksalhaftes Ehecrama in Ibsens analytischer Technik, das sich zwischen einer Frau und zwei Männern abspielt, voll echter, lebendiger Gegenständlichkeit, aber auch voll tiefer Seelencnthüllungen und einer für Werfel bezeichnenden, eindringlichen Symbolik der Vorgänge und Gestalten. Die „Neue Freie Presse" spricht in ihrem Bericht von dem „Werk eines grossen Dichters", das „wieder den ganzen Werfel" zeige: den Künstler, den Denker und den Weltfreund. Ueber die äussere Aufnahme des Stückes, dessen Premiere in *\nwesenheit des Bundeskanzlers Dr. v. Schuschnigg, der Minister Dr. Pernter und Dr. Neumayer, des Bundeskommissars Baron Hammerstein-Ecquord und vieler anderer illustrer Persönlichkeiten ' vonstatien ging, schreibt Professor Dr. Joseph Gregor im „Neuen Wiener Journal": „Das festliche Publikum, hingerissen von Dichtung, Schöpfung des Regisseurs und der Darsteller, überbot sich in Dank." H. L. Die Barnetts Zum 100. Geburtstage von JobnFrancis Barnett aml ö.Oktober Der Grossvater von John Francis hiess noch Bernhard Beer, war Juwelier und wanderte von Deutschland nach England. Seine beiden Söhne, John und Josef Alfred wurden beide Musiker. John, der begabtere, geht von Bedford zurück oaeh Frankfurt n M. Indien bei Schnyder van Wartende und lä*st sich dann als nis waren. Ihr Dank an die hervorragende Sprecherin und die Leitung des Reichsverbandes war zugleich ein Appell an andere Künstler, dem guten Beispiel von Edith Herrnstadt-Oettingen zu folgen. Wiederholt hat die Pianistin Alice K r i e - ger-Isaac ihr bedeutendes Können überzeugend unter Beweis gestellt. ■ In dem vom Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr veranstalteten Konzert gestaltete sie mit natürlicher Grazie alte Meisterstücke (Händel, Daquin, Rameau), brachte mit Verve die „Soiree de Vienne" von Liszt und geschmackvoll zwei Jugendwerke von Erich Wolfgang Korngold. Das reife Künstlertum von Ruth Kisch -Arndt wurde an dieser Stelle schon so oft gewürdigt, dass man kaum erneut darauf einzugehen braucht; die Altistin ist zu unseren liebenswürdigsten, musikalischsten und intelligentesten Sängerinnen zu zählen. Sie brachte, von Alice Krieger-Isaac begleitet, Gesänge .aus dem 16., 17. und IS. Jahrhundert und Werke moderner, hebräischer Liederkomponisten. Beide Künstlerinnen wurden in sämtlichen, dem Rhein-Ruhr- Spielkreis angeschlossenen Städten stürmisch gefeiert. " —yo— Der Jüdische " Kulturbund Rhein-Main, dessen weiteres Bestehen trotz anfänglichen Umstellungsschwierigkeiten nunmehr erfreulicherweise gesichert zu sein scheint, eröffnete in Frankfurt a. M. die Spielzeit mit einem ernsten gehaltvollen Kammermusikabend. Zwei Streichquartette von Smetana und Tschaikowsky umrahmten das Programm. Sie wurden vom Streichquartett des Orchesters der Jüdischen Kulturbünde (Ernst Drucker, Theo R a t - n e r , Richard K a r p . Dr. Heinz Edelstein) sehr subtil in feiner klanglicher Abtönung (bis ins zarte pianissimo) vorgetragen. Für Richard Karp, der als ausgezeichneter Bratscher, aber auch als strebsamer Dirigent, viele Veranstaltungen des Kulturbundes bereichert hat, bedeutete der Abend einen Abschied vor seiner Abreise nach Amerika. Mit grosser Dankbarkeit wurde auch die Altistin Ruth Kisch- Arndt begrüsst. die. von Dr. Willy Salomon trefflich begleitet, in lateinischer, deutscher und hebräischer Sprache Lieder jüdischer Komponisten und aus der jüdischen Sphäre mit warmer Eindringlichkeit, die Hörer unmittelbar packend, sang. —tt. Im Kulturbund Mannheim löste Dela Lipinskaja, die mit völlig neuem Programm auftrat, wieder wahre Stürme des Beifalls aus. Mit Walter L a j t a - L a z a r u s als gediegenem Begleiter am Flügel wurde der Abend bei nicht minder starkem Besuch am nächsten Tage wiederholt. So. Otto Bernstein zeigte zum erstenmal im Hamburger Kulturbund, seine vorbildliche Sprechkunst. Ausser Szenen aus dem ..Grafen von Charolais" sprach er auswendig Prosastücke von Hesse, Giono, Bang und Perez. Nach dieser ersten Bekanntschaft ist man begierig, Bernsteins grosse Kunst an weiteren Dichtungen bewundern zu können, die zu ihrer vollen Wirkung noch mehr des Sprechers bedürfen, als es zum Teil bei den von ihm gewählten der Fall ist. „Fünf Generationen jüdischer Schauspieler" Hess Julius Bab in seinem fesselnden Vortrag im Hamburger Kulturbund vor deD Zuhörern durch Schilderung typischer Gestalten aus dem Zeitraum der letzten 100 Jahre erstehen. Sein Wort vermittelte lebendig das Theatererlebnis. Das Publikum dankte dem Redner durch Beifall von ungewöhnlicher Herzlichkeit. H. G. ..Achtung, wir schaukeln weiter!" ist der Titel einer heiteren Bilderfolge, die das Leipziger jüdische Kabarett „Bunter Karren" Gesanglehrer in Cheltenham nieder. Eine grosse Reihe romantischer Opern und Operetten und fast 4000 Lieder machen ihn in England zu einem allgemein bekannten Komponisten. In der englischen Musikgeschichte bleibt aber der Musikpädagoge John Barnett lebendiger als der Komponist: Wortführer der konservativen Gegenpartei im Kampfe gegen John Pyke Hullah, jenem modernen Phantasten, der behauptet, jeder Mensch könne singen lernen, und in Exeter Hall zu London Gesangstunden für Schullehrer einrichtet. 30 Jahre später wird dieser Phantast Hullah zum Inspektor des gesamten Musikunterrichtes an englischen Volksschulen berufen. Der Neffe dieses konservativen John Barnett. John Francis, dokumentiert wie der Onkel da? Alte gegenüber allem Neutönerischen. Obwohl er bewusst noch als schaffender Komponist Debussy, den Streit um Schönber.g und die Moderne erlebt, hält er an Klang und Form der deutschen Romantik fest, die seine ersten Virtuosen jähre als Pianisten erfüllen. Die erste öffentliche Anerkennung holt er sich mit Mendelssohns D-moll-Konzert, das er unter Spohrs Leitung in der Neuen Philharmonischen Gesellschaft in London spielt. Trotz dieses Erfolges geht er nach Leipzig, wird für drei Jahre Schüler des Konservatoriums und beginnt 1860 von neuem seine Virtuosenlaufbahn im Leipziger Gewandhaus und in der Londoner Philharmonie mit Beethovens Es-dur-Konzert Jetzt vervollständigt er Schuberts hinterlassene, nur skizzierte E-dur-Sinfonie und macht sie im Klavierauszug den Musikliebhabern zugänglich. Er schreibt Kantaten, grosse Oratorien, Sinfonien, Ouvertüren, Konzerte, Sonaten, Impromptus, Valses brillantes für Klavier, die nicht sofort als „Virtuosenmusik" beiseite geschoben werden dürfen, sondern die die Atmosphäre der Jahre um Schumann, Chopin, Stephen Heller, Ferdinand Hill er festzuhalten suchen. Chorwerke, die nicht überladen klingen, in denen einfache Lieder mit beinahe naiven Natiirschilderungen des Orchesters, abwechseln. Klavierwerke, die wohl liebensmit dem Text von Frydwald und der Musik von Leo Schönbach herausbrachte. Als Darsteller bewährten sich Frydwald, Emilie W i n t e rb e r g sowie S. Sonnabend mit dem Vortrag jiddischer Volkslieder. Unter den Künstlern, die in der Marburger Strasse 5 ihre Arbeiten zur Schau stellen, ist Paula Grünfeld aus Breslau die eigenwilligste Begabung. Zwei Räume in dieser Ausstellung zeigen Oelbilder, Aquarelle und Bleistiftzeichnungen, die den Betrachter auf alle Fälle zu einer Stellungnahme zwingen. Dies bedeutet nicht, dass er durchaus zu allem ja sagen muss: aber es überkommt ihn doch der Wille, sich in diese Malerei zu versenken, die ihm Rätsel aufgibt, mehr Problem als Erfüllung ist. Paula Grünfeld registriert mehr innerliche Vorgänge, als dass sie sie gestaltet; sie gibt das Verwunschene, das Groteske, das Elementar-Visionäre. Ihre Arbeiten „Puppe", „Figur", „Komposition" verdeutlichen das. Aber zwischen diesen Werken der Beklemmung steht die schöne Blumenmalerei. Da malt die Künstlerin ein Stillleben, eine blaue Vase mit Blüten, die koloristisch gelungen, sehr harmonisch sind: rosa, rot, weiss und immer wieder blau teilen sich in den Eindruck, der unbedingt als starker notiert werden muss. Tn diese Reihe gehört auch das Bild „Amaryllis". Weiter ist Margot Abraham zu sehen mit Bildern, die zu verschiedenen Zeiten geschaffen wurden und überaus interessant die künstlerische Entwicklung dieser Malerin kundgeben. Drei Landschafteu, ein Waldbild, ein anderer Landschaftsaussctmitt und ein Gemälde ..Am Meer" zeigen die Linie, die vom französischen Impressionismus über die neue Sachlichkeit zum ganz realistischen Malwerk der Gegenwart führt. Sehr gut im Farbigen und im Kompositioneiien das Bild „Fische" und die ..Frau mit der Katze", hier ein interessanter Hintergrund — koloristisch gesehen. Ein Blumenstilleben von Margot Abraham ist breit komponiert und unter den ausgestellten Arbeiten hervorhebenswert. Sehr geschmackvoll ist ferner Gertrud Werther-Radlauer mit ihrem „Treibhaus" und einer Breslauer Stadtansicht, in der sich eine sparsam und taktvoll arbeitende Palette zeigt. Etwas bieder Josef Herold mit einer Landschaft in Oel und einer Kohlezeichnung, treffend und flott Magda Dresdner.mil zwei Kohleporträts, ferner Helene Gräupner mit einer Oelstudie, die den Charakter der Landschaft in Bad Landeck treffen will. Hervorhebenswert zwei Arbeiten von Emmi Pick, ein Aquarell aus Rom, sachlich gemalt, und die Kopie einer antiken Handschrift, die viel Einfühlungsgabe in die uralte Miniaturmalerei verrät. Diese Ausstellung verdeutlicht das Wirken der verschiedensten Breslauer Künstler und stellt die Arbeitsfreude der „Provinz" unter Beweis. Den Schluss der interessierenden Schau bilden werbegraphische Arbeiten von Artur Schwarz: würdige Melodien bringen, aber denen die Kraft der inneren Gestaltung fehlt. So nimmt John Francis Barnetts Bild in der Erinnerung fast biedermeierliche Züge an. obwohl seine Lebenszeit die Jahre von 1837 bis 1916 umspannt. Beide Barnetts scheinen Hüter der Tradition, des alten Klanges inmitten junger neuer Ideen zu sein. Dr. Anneliese Landau. Theater, Musik«, Film 'Lutz Weltmann hat Goldonis Komödie „Der Impresario von Smyrna" als Singspiel bearbeitet und der Musik von Mozarts „Scbauspieldirektor' angepasst. r£ Im Volks-tbeater in Wien führt Heinrich S c h n i t z 1 e r die Regie in Georg Kendls ..Elisabeth". * Anfang Oktober fand in der „Scala" in Wien unter der Regie von Rudolf Beer und unter Mitwirkung von Paul Morgan die Premiere von „Die Herrin von La Paz" von Eilinor Mordaunt und Edith Eliis statt. * Die junge Tänzerin Eva Münz er trat am Stadttheater Karlsbad-Marienbad wiederum mit grossem Erfolg auf. * Bruno Wal ter leitete die Neueinstudierung der .,Aida" an der Wiener Staatsoper mit dem neuen Tenor T. Mazaroff. * Am 9. November findet die Uraufführung der von Wolfgang Fraenkel komponierten Kantate für Altstimme, Streichorchester und Kesselpauken in Haar Fem (Holland) unter Lei tun? des Komponisten statt. Die Solopartie singt Paula Salomon- L i n d b e r g. Mahlers „Lied von' der Erde" gelangt am 22. Oktober in Wien unter Leitung von Josef Blatt zur Aufführung. Zu den mitwirkenden Solisten gehört u. a. Ernst K ras so. * Im ersten Chorkonzert der W ienc r Gesellschaft der Musikfreunde am 27. Oktober bringt Bruno Walter Mozarts „Requiem" und Bruckners „Tedeum" zur Aufführung. * Ruth Kisch -Arndt, Köln, singt in dieser Konzo.risaison mehrere von Julian G u m p e r t. Düsseldorf, komponierte Lieder, mit welchen sie Mit dem Gastspiel „Jean" von Ladislaus Bus-Feket'e erntete das Berliner Kulturb u n d - Ensemble mit Alfred Berliner, ■Elfriede Borodkin und Ben Spanier im Leipziger Kultur, bund reichen Beifall. K. S. ausgeführte Plakate, hübsche Exlibris und Gedenkbläiter für die Barmizwa, die in allen Kreisen interessieren dürften. Daneben Kultgerät, das vielseitige Kunsthandwerker für die Aufbauwerkstätten der Bresiauer Gemeinde unter der Leitung des rührigen Albert Hadda schufen. Dr. Olga Bloch Kunstnachrichten Zur Versteigerung der vielseitigen Sammlungen von Emma Budg-e in Berlin, die, in Frankfurt am Main geboren, später in Hamburg ein bekanntes, kunstliebendes Haus führte, war ein erlesenes Publikum von Sammlern, Kennern und Museumsleuten des Auslandes erschienen. Drei Tage unverminderter Kauflust führten zum kaum "erwarteten Gesamtergebnis von annähernd einer Million: 916 000 RM und 15 Prozent Aufgeld! Auf allen Gebieten des Kunstgewerbe^ das hier in allerdings selten schönen Qualitäten angeboten war, wurden die Schätzungspreise meist um ein Vielfaches überboten, und von den 1020 Nummern blieb kaum ein Stück unverkauft. Der grosse Kunstsinn der verstorbenen jüdischen Sammlerin tat sich hier kund, der stark vertretene Kunsthandel konnte nur in seltenen Fällen gegen die. Konkurrenz des kauflustigen und unbekümmerten Sammlerpublikums aus aller Herren Länder ankämpfen. Besonders die englischen Farbstich«, das Silber und das Porzellan lagen auf überraschend hohem Preisniveau. Der zweite, weniger umfangreiche Teil, der Sammlung Emma Budge kommt im November in Berlin unter den Hammer. „Illustrated London News" bringt einen bebilderten Aulsatz über Gartendarstellungen, u. a. das Gemälde des Aniwerpener Malers Abel Grimmer aus dem Besitz von Frederik Rozendaal (London) in einer guten Abbildung. Professor John Gerstang, der Leiter der Neilson Expedition of the Near East, Universität Liverpool, Archäologisches Institut, spricht über die Hethiter- Denkmäler, die auf kleinasiatischem Boden gefunden wurden. Mr. Max Epstein, Hubbard Woods, Illinois, erwarb ein Mädchenbildnis von'Renoir, das "in ..Art News" (New-York) abgebildet' wird. Eia Aufsatz von Alfred M. Frank! urterin dieses Septemberheft orientiert über die Ausstellung holländischer Kunst in der Galerie Kats in Dieren (Holland). Die Hammer Galleries in New-York veranstalten eine sehr beachtete Ausstellung Russischer Ikone aus fünf Jahrhunderten. Die Schaeff er Galleries in New-York fanden mit einer Schau holländischer Gemälde des 17. Jahrhunderts viel Anklang. Als Attraktion kam das neu aufgetauchte Bild zweier Knaben von Franz Hals und Rembrandts Selbstporträt au? der Sammlung des Marquis of Lothian an die Öffentlichkeit. - O. B. bereits bei der Uraufführung einen grossen. Erfol? erzielte. x Joseph S c h m i d t hat sich zur Absolvierun? einer längeren Konzerttournee nach den Vereinig* t e n Staaten von Nordamerika begeben. 3£ Der junge Pianist und Komponist Julius Chajcs, der bei dem I. Internationalen Wettbewerb in Wien preisgekrönt wurde, hat eine Tournee durch Nordamerika angetreten, x Arthur Kell in e r bringt als nächste Novität des Theaters an der Wien die Musikkomödie „Pam- Pam'; von Max Kolpe. Musik von Fritz Spiel" mann. & Der achtjährige Pianist Mario Steiner- Ziffer erzielte in Bad Gastein mit dem Vortrag von Mozarts Konzertrondo einen ausserordentlichen Erfolg. * Ernst L u b i t s c b dreht in H o 11 y w o o d ..Blaubarts achte Frau'; mit Carrv Cooper und Claudette Colbert. Das Mayer-Mahr-Trio. (Professor Maver-Mabr, Schalter, Rostal) gibt in Gemeinschaft' mit Herwan'1 Sehe y am 24. Oktober. WA Uhr, im Brüdervereinshaus, Berlin, sein diesjähriges Konzert. Kabarett .JDie Touristen", Berlin. Hildegard Lewin und Dr. Jakob Schönberg schrieben die Musik- Martha Wertheimer, Mala Laaser. Hilde. Mars- Lueian Schnell, Erich Lowinsky u. a. verfassten dtf Texte» für das Programm des "Kabaretts, das' nnW der künstlerischen Leitung; von Lucian.: Schneil und Erich Lowinsky demnächst -starten wird.- Kiinstlerhilfe, Berlin. Die . erste diesjährige Veranstaltung im Hause Weil, Fasanen Strasse 5. ra'f Sigbert Steinfeld, wurde auf den 18. Oktober, 20"K Uhr verlegt. Begleitung: Dr. Willy Aron. Der Jüdische Kulturbund Mannheim (Künstlerische Leitung: Max Sinzheimer) bereitet für den Winter 1937/38 u. a. ^or: einen grossen Werbeabeoc- Oktober: zu Chanukkah: „Judas Makkabäus1von G. F. Händel unter Mitwirkung namhafter Solisten, für Januar 1938: „Die heimliche* Ehe" von Cimarosa; für März: Tanzabend des Bewegungscbore?. ferner Gastspiele des Hamburger Kulturbundtbeaterj. des Frankfurter jüdischen Orchesters; von Hermann Schey u.a. Das Beth Hachasanim (Schule für jüdische Vof" b e t e r), das der Jüdischen Privaten MusikscbU'e Holla ender. Berlin-Charlottenborg 4. S?bel; Strasse *"*. nn-zediedert ist. trat am 1. Oktober-inJ1^ zweit!- .^cdu!jähr. Anmpldumjen sind an die lcr' waltung der Schuir au richten. Breslauer Künstler in Berlin Ausstellung des Sekretariats für Bildende Kunst

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