Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 41 (14.10.1937)
- Date
- 1937-10-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 2 C-V.-Ze»fung Nr. 41 * 14. Oktober 1937 internationale Transfer- Organisation gefordert Bei den Verhandlungen der Völkerbundsversammlung hat der Delegierte Polens, Adam Rose, auf die Notwendigkeit hingewiesen, eine Gruppe von etwa 100 000 Menschen aus Ost- und Mitteleuropa zur Auswanderung nach Südamerika zu bringen. Zur Finanzierung würde ein Betrag von 300 bis 500 Millionen Franken erforderlich werden. Da die einzelnen Auswanderungsländer zur Aufbringung so beträchtlicher Mittel nicht imstande seien, müsse eine internationale Trans- Bri^f marken - PrlfiLewiK Bertin W 35, iützowstrosse 91 A._ ferorganisation gegründet werden. Die Völkerbundsversammlung hat die Entscbli essung der von ihr eingesetzten Kommission angenommen, wonach der Völkerbundsrat zur Ausarbeitung weiterer Pläne für den Auswandererschutz aufgefordert wird. Die üeberweisung des Problems von der Völkerbundsversammlung an den Rat war notwendig geworden, weil die Vertreter Sowjetrusslands sich geweigert hatten, einer sofortigen Entscheidung innerhalb der Versammlung zuzustimmen. Auslands »Nachrichten Argentinien Der neugewählie Präsident der Republik Argentinien, Dr. Robert M. O r t i z, hat während des Wahlkampfes angekündigt, dass unter seinem Regime ein Gesetz erlassen werden solle, das jede Aufforderung zur Gewalt strafbar macht: es wird Gruppen und Vereinigungen und Drucksachen verbieten, die zu gewaltsamer Bekämpfung der Juden auffordern, da Katholiken und Israeliten in gleichem Masse zur kulturellen und materiellen "Grösse Argentiniens beitrügen. England In der neuen Synagoge der Greenbankdrive- Gemeinde in Liverpool fand ein Gedenkgottesdienst der Abteilung Edge Hill der British Legion für die jüdischen Kriegsgefallenen statt, an der 700 Kriegsteilnehmer aller Bekenntnisse teilnahmen. Vor dem Gottesdienst fand ein Aufmarsch in den Strassen von Liverpool statt. Rev. Michael Adler, der im Kriege Oberfeld- .rabbiner war, w-ies in seiner Gedenkrede darauf hin, dass der gleiche Geist der Kameradschaft, in dem Juden und Christen Schulter an Schulter für das Vaterland gefochten haben, auch jetzt, zwanzig Jahre nach dem Kriege, noch lebendig sei. Nach dem Gottesdienst nahm Major N e v i 11 e Blond aus Manchester den Vorbeimarsch der Legionäre ab. Auf ein Hul- Foto, Rolieifiex, Coritax, Gelegenheitskäufe Wolf? u. Leonhardt (gegr. 1906} &er!in-Wi! mersdorf, Berliner Str. 129, Telef. 86 29 44 digungstelegramm dankte König Georg VI. in einem Telegramm an die versammelten Kriegsteilnehmer. Der Bürgermeister von Doncaster. Ratsherr Samuel Morris, der seit dreiunddreissig Jahren in städtischen Diensten sieht, ist zum Ehrenbürger ernannt worden. Griechenland Der griechische Ministerpräsident John M. etasas empfing in Saloniki, wo er sich auf der Durchreise zu den Heeresmanövern aufhielt, den Oberrabbiner Dr. Koretz und die Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, die ihm den Dank für sein persönliches Eingreifen zum Schutze der jüdischen Bevölkerung aussprachen. Ministerpräsident Metaxas betonte in seiner Erwiderung, er habe das grössie Vertrauen zu der jüdischen Bevölkerimg. die auch in den schwierigsten Augenblicken ihre Vaterlandsliebe bewiesen habe. Rumänien Im Rahmen einer grossen Feierlichkeit fand in Zastavne die Ueberführuns der sterblichen TTeberreste von fünf jüdischen Kriegsgefallenen, die auf den Feldern in der Umgebung von Zastavne bestattet gewesen waren, auf den neugeschaffenen jüdischen Helden friedhof statt. Die Särge wurden von früheren Reserveoffizieren uad Unteroffizieren getragen. Auf dem jüdischen Heldenfriedhof in Zastavne soll ein Heldengedenkmal errichtet werden. Tschechoslowakei Die Regierung hat die von ihr zu ernennenden neun Mitglieder in den karpathorussischen Gubernialrat entsandt. Diese Körperschaft besteht aus 24 Mitgliedern. Sie ist die Keimzelle des künftigen Landtages und kann sich zu allen Fragen der karpathorussischen Autonomie mit beratender Stimme äussern. Von den Mitgliedern sind 15 Ruthenen, 5 Ungarn, 3 Juden und 2 Tschechen. Aus Anlass der Autonomiefeiern in Karpathorussland finden dort Festlichkeiten statt, an der die jüdische Bevölkerung lebhaft Anteil nimmt. Der Vorsitzende der orthodoxen jüdischen Landeskanzlei, Hermann Schönberger, hat im Namen der jüdischen Bevölkerung die Bereitschaft zur Mitarbeit an dem Ausbau der Autonomie erklärt. Redner aller Nationalitäten versicherten bei Festveranstaltungen im Stadttheater von Munkaczewo ausdrücklich, dass die konstruktive Arbeit auf der Grundlage des Friedens unter den Nationalitäten fortgesetzt werden >oll<\ und der Gouverneur Konstantin H r a ba r veröffentlichte eine Erklärung, in der er alle Bewohner Karpathorusslands aufforderte. ohne Rücksicht auf ihre Nationalität, ihre religiöse Ueberzeugung und ihre politische Zugehörigkeit, zu kommen -und zu helfen, die Autonomie Karpathorusslands auszubauen. Ungarn Irn Alter von 73 Jahren starb der stellvertretende Vorsitzende der Pester Israelitischen Gemeinde Dr. Samuel Glücksthal. Der Verstorbene war Mitglied des Oberhauses, Mitglied des Budapester Munizipaiausschusses . und galt als einer der hervorragendsten ungarischen Handelsjuristen. In der Jüdischen Gemeinde hat er sich besonders um das Schulwesen und um die- Wohliahrtseinrichtungen verdient gemacht. Der Schriftsteller Dezsö Szabo hatte sich vor Gericht wegen Aufreizung zum Klässenhass und gegen die jüdische Konfession zu verantworten, ein Delikt, das er der Anklageschrift zufolge in seinen Schriften „Das Problem des ungarischen Thrones und Oesterreich" und ..System der extremen Richtungen" begangen hat. Das Gericht verurteilte Szabo wegen Aufreizung zum Klässenhass zu einem Monat Gefängnis. Konfessionelle Aufreizung konnte nicht festgestellt werden, da die Ausführungen des Angeklagten sich offenbar gegen die besitzende Klasse richteten und er auch die Juden nur als Angehörige dieser Klasse und nicht als Konfession angegriffen habe. Zahlen zur Auswanderung Die Ueberseewanderung im zweiten Vierteljahr 1937 Wieder liegen neue amtliche Ziffern über den überseeischen Wanderungsverkehr vor. In Heft 16 des laufenden Jahrgangs der vom Statistischen Reichsamt herausgegebenen Zeitschrift^ „W i r t s c h a f t u'n d S t a t i s t i k" werden die * Angaben für das zweite Vierteljahr 1937 veröffentlicht. Dass die in dieser Zusammenstellung gegebenen Zahlen noch kein vollständiges Bild über die Ueberseewanderung vermitteln, haben wir bei unseren verschiedenen vorhergehenden Betrachtungen zu diesem Thema (vgl. zuletzt „C.-V.-Zeitung"" Nr. 29 vom 22. Juli 1937) dargelegt. Es sei deshalb heute nur auf die damaligen Ausführungen verwiesen. Immerhin zeigt auch der so gebotene Ausschnitt, dass die Auswanderung, die nach wie vor zu einem sehr erheblichen Teil jüdische Menschen umfassen dürfte, eine weiterhin steigende Entwicklung aufweist. Im zweiten Vierteljahr 1937 sind über Hamburg, Bremen und Rotterdam insgesamt 3833 Menschen ausgewandert, das sind rund 20 Prozent mehr als in der gleichen Vorjahrszeit, in der 3203 Auswanderer ermittelt worden waren. In der genannten Ziffer für das zweite Vierteljahr 1937 fehlen aber ausserdem noch die Auswanderer über Antwerpen, die in der eben erwähnten Vergleichszahl vom Vorjahr mit insgesamt 123 Personen enthalten waren. Man wird also die Zahl der über alle Nordseehäfen Ausgewanderten für das laufende Jahr eher noch etwas höher ansetzen können. Die Hauptzunahme der Auswanderung entfiel auf die Monate Mai und Juni, was sich aus saisonmässigen Gründen leicht erklären dürfte. Wenn man die zwölf Monate vom 1. Juli 1936 bis zum 30. Juni 1937 in Vergleich setzt zu dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1935/36, so ergibt sich, dass die Gesamtauswanderung aus dem Reich 1936/37. um 17 Prozent höher war. In absoluten Ziffern gesprochen stieg die Auswanderung über die genannten Nordseehäfen von 13 392 im Jahre 1935/36 auf 15 728 im Abschnitt 1936/37. Auch hier erscheinen kleine Veränderungen durch das Fehlen der Auswanderer über Antwerpen in dpa beiden letzten Vierteljahren der neuen Zählung nicht ausgeschlossen. Besonders stark ist die Auswanderung übrigens gegenüber dem ersten Vierteljahr 1937 gestiegen, und zwar von 2541 auf 3S33 (also etwa 50 Prozent). Auch das dürfte zum Teil durch die jahreszeitliche Entwicklung bedingt sein. Unter der Zahl der Auswanderer aus dem Reich befanden sieb im zweiten Vierteljahr 1957 Frauen, während die Zahl der weiblichen Personen im Vergleichszeitraum 1936 nur 1684 betragen hatte. Bei einer Betrachtung der Herkunfts- 1 gebiete der reichsdeutsehen Auswanderer, über die erwähnten Nordseehäfen ergibt sich, dass die Auswandererzahl am stärksten in Württemberg (um 43 Prozent) und in Bayern (um 40 Prozent) gegenüber der gleichen Vo/jahrszeit gestiegen ist. Die absoluten Ziffern betragen für Württemberg 230 (161) und für Bayern 4SS (349) Personen. InPreussen wurde eine Zunahme um 457 Auswanderer (29 Prozent) festgestellt, sie entfällt zu neun Zehnteln (409) allein auf Hessen-Nassau. In den anderen Provinzen hat die Auswanderung zum Teil nachgelassen, was bis zu einem gewissen Grade auf die zunehmende Ausschöpfung der auswanderungsfähigen Jahrgänge in diesen Gebieten zurückzuführen sein dürfte. Insgesamt wanderten aus Preussen im zweiten Vierteljahr 1937 2055 Personen gegenüber 1598 Personen in der entsprechenden Zeit des Vorjahres aus. Wenn man die Ziele der in dieser Statistik erfassten Auswanderer betrachtet, so ergibt sich — was bei der Lage der in Frage kommenden Häfen nicht wunder nehmen kann — auch jetzt wieder, dass die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten weit im Vordergrund steht 2759 Personen oder 75 Prozent haben sich nach USA gewandt, gegen nur 66,4 Prozent im Jahre 1936. Bemerkenswert an diesen Ziffern ist weniger der absolute, als vor allem der prozentuale Anstieg. Damit erledigt sich auch die in Nr. 29 der C.-V.-Zeitung im gleichen Zusammenhang aufgeworfene Frage, ob der damals im Vergleich zum ersten Vierteljahr 1936 zu beobachtende Rückgang der Auswanderung nach USA eine zufällige oder strukturelle Veränderung in der Richtung der Wanderungsbewegung bedeute, denn — wie sich aus .den neuen Ziffern ergibt — hatte es sich nur um eine zufällige Erscheinung gehandelt. Nach Südamerika wanderten 675 (939) Reichsdeutsche aus. davon 241 (328) nach Argentinien und 211 (478) na^h Brasilien. Zu dem Rückgang der Südamerika- Wanderung können zwei Faktoren beigetragen haben: einmal die verschärften Einwanderungsbestimmungen in diesen Ländern, zum anderen vielleicht aber auch die Tatsache, dass z. T. andere Ausgangshäfen für die Südamerikawnuderung gewählt, wurden, als sie in dieser Statistik erfasst werden. hw. Berichte aus Polen Die Einführung der Ghettobänke in den Warschauer Hochschulen, über die wir in der C.-V.- Zeitung der letzten Woche berichteten, hat an den gesamten polnischen Hochschulen und darüber hinaus in der jüdischen Bürgerschaft eine starke Unruhe geschaffen. Die Warschauer jüdische Studentenschaft sandte eine Abordnung zu dem Rektor der Warschauer .Universität, um ihm eine Erklärung zu der Einführung abgesonderter Sitzplätze für jüdische Hörer zu übergeben. Der Rektor empfing diese Abordnung jedoch nicht, sondern liess ihr sagen, dass sein Empfangszimmer gerade hergerichtet werde und ihm daher kein geeigneter Raum zur Verfügung stehe für eine solche Unterredung. Die jüdischen Hochschüler Polens hatten beschlossen, zum Zeichen des Protestes gegen die Einführung von Gbettobähken von Montag, 11. Oktober, ab in einen siebentägigen Schulstreik zu treten. Von diesem Scbulstreik wurde aber dann Abstand genommen, und die jüdischen Hörer protestierten in der Weise, dass sie zwar die ihnen zugewiesenen Saalhälften einnahmen, den Vorlesungen aber stehend folgten. Die nichtantisemitischen polnischen Studenten erklärten, sie werden ihre Sympathie für die ..erniedrigten und beleidigten" jüdischen Kommilitonen dadurch bekunden, dass sie die ihnen zugewiesenen Bänke mit ihnen teilten. Inzwischen ist die Einführung der „Ghettobänke" weiter fortgeschritten. Auch die Warschauer Handelshochschule und die Warschauer Zahnärztliche Hochschule haben sie eingeführt, obschon es besonders aa der Warschauer Zahnärztlichen Hochschule niemals zu Konflikten zwischen Juden und Nichtjuden gekommen war. Einen starken Anstoss zu dieser Massnahme hat das Hauptorgan der Nationaldemokratischen Partei, „Warsza wski Dziennik Nar o d o w.v" gegeben. Ee fordert nicht nur die schrittweise Isolierung der Juden auf den Hochschulen, im ärztlichen und juristischen Beruf und in Kunst und Wissenschaft, sondern darüber hinaus auch die Isolierung der Juden auf den Märkten und im Handwerk, ihren Ausschluss aus dem Heer, und die allmähliche Einführung eines territorialen Ghettos. Zunächst solle den Juden das Wohnrecht in der Festung Breet-Litowsk und in Czenstochau verboten werden. Auch die in Wilna erscheinende Tageszeitung „SIowo" nimmt zu den Vorgängen Stellung. Sie empfiehlt die Lösung der jüdischen Schulfrage durch Einführung von jüdischen Schulen von der Volksschule bis zur Universität. Nationaldemokratiscbe Studenten haben in Krakau versucht, auf eigene Faust die Einführung von Ghettobänken durchzusetzen, obschon eine behördliche Anordnung nicht getroffen war. Gegen die Massnahmen haben ausser cder Studentenschaft auch der Sohn des jüdischen Gründers der Wawelbergschen Technischen Hochschule in einer Denkschrift an den Unterrichtsminister und eine in Warschau abgehaltene Konferenz jüdischer Organisationen in einer Entschliessung Stellung genommen. Zu irgendwelchen tätlichen Zwischenfällen ist es erfreulicherweise nicht gekommen. Der polnische Unterrichtsminister Swientoslawski bat in einer Rundfunkansprache die polnischen Studenten zur Einhaltung von Ruhe und Ordnung aufgerufen.;In zahlreichen Volksschulen in den Kreisen Lemberg und Drohobycz" haben die nichtjüdischen Schüler ihre jüdischen Mitschüler gezwungen, die Bänke auf der linken Seite der Klassenzimmer zu besetzen. Die Lehrer, an die sich die jüdischen Schüler wandten, weigerten sich, dagegen einzuschreiten. In. den letzten Tagen häufen sich wieder üeberfälle auf Jüdische Passanten m Sasse h a u. Im Sächsischen Garten wurden mehrere Juden verletzt. Das Gericht in Wilna hat vier Nationaldemokraten wegen Teilnahme an judenfeindlichen Ausschreitungen zu einem Jahr Zuchtbaus verurteilt. In S o k o 1 o w - P o d 1 a s k i, das zu Beginn des Jahres Schauplatz ernster antijüdischer Ausschreitungen war, ist es wieder zu schweren Exzessen gekommen. Die jüdischen Händler wurden von dem Marktplatz vertrieben; vter Widerstand leistete, wurde misshandelt. — In Suchowola bei Grodno wurden 13 Juden verletzt, einer von ihnen so schwer, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste. 50 jüdische Läden wurden geplündert. Am 10. Oktober fand auf dem jüdischen Friedhof in Warschau eine Gedenkfeier für Henryk Wohl, einer der Führer des polnischen Aufstandes und Mitglied der polnischen Nationalregierung im Jahre 1863, statt. Die Verdienste des polnisch-jüdischen Patrioten wurden von jüdischen und nichtjüdischen Rednern gefeiert. Italien Nachdem, wie wir in der vorigen Woche berichtet, haben, der Vorstand der Jüdischen Gemeinde in Rom demissioniert hatte, ist nunmehr auch der Vorstand der alten Jüdischen Gemeinde in Ancona wegen der zwischen Zionisten und Nichtzionisten bestehenden Meinungsverschiedenheiten zurückgetreten. Die Neuwahlen sind für den Oktober ausgeschrieben. Der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der jüdischen Gemeinden in Italien Ina- Guido Zevi und das Mitglied des Vorstandes des Verbandes Adv, Carlo Alberto Vi t e r b o. der, wie wir seinerzeit berichteten, vom Verband der jüdischen Gemeinden in Italien mit Zustimmung der italienischen Regierung vor einiger jbertWolfers W. 15, Kurfürstendamm- 48 43 Tel.: 924756 — Bürgersteige, dsphaftierungen, Pflasterungen Zeit nach Abessinien entsandt worden war. um jüdische Gemeinden in Addis Abeba und in Dire Daua zu gründen und um die. Verhältnisse und Bräuche der Falaschas zu studieren, wurden von dem . Kolonienminister Alessandro Lessona in längerer Audienz empfangen. Der Bericht, den der Verband der jüdischen Gemeinden:in Italien nun dem Kolonienminister Lessona unterbreitet hat, befasst sich hauptsächlich mit der Notwendigkeit/ für die Falaschas ein geordnetes. Schulwesen ins Leben zu rufen und ihnen ausser einer jüdischen Erziehung auch die Möglichkeit einer modernen landwirtschaftlichen und fachlichen Ausbildung zu geben. Der Kolonienminister versprach, die Vorschläge Adv. Viterbos und die Wünsche des Verbandes der jüdischen Gemeinden nach Hilfeleistung für die Falaschas eingehend zu prüfen. * In Livorno starb im Alter von 60 Jahren die jüdische Schriftstellerin und Dramaturgin Mary R o s s e 11 i, die einzige Frau, die im Jahre 1919 in Mailand an der Versammlung „auf der Piazza San Sepolcro", der . GründungsversaniTnlung der Faschistischen Partei, teilgenommen hat. Die politische Kommission Die vom Council der Jewish Agency auf seiner letzten Tagung in Zürich eingesetztpolitische Kommission, die der Executive der Jewish Agency in politischen Angelegenheiten zur Seite stehen soll, hat sich in einer in London abgehaltenen. Sitzung konstituiert. Zu Vorsitzenden wurden der Marquis of Reading und Lord Melchett, zum Sekretär wurde der politische Sekretär der Jewish Agency, A. L a u r i e . gewählt. In einer stark besuchten Veranstaltung de? ..Kreis im jüdischen C.-VV in Hamburg sprach Senta Elias-Meyer, Hamburg, in philosophisch fundierter, religiös tiefempfundener und erhebender "Weise über „Schicksal und Aufgabe". Als zweiter Redner erörterte Dr. Ludwig Freudenthal, Hamburg, vor einer sonders stark mit Frauen durchsetzten Zuhörerschaft den Problemkreis der „Angestellten in jüdischen Haushaltungen*'. Der Hilfsverein der Juden in Deutschland weist darauf hin, dass eine prompte Erledigung der Arbeit nur möglich ist, wenn alle schriftlichen oder persönlichen Anfragen an den örtlich zuständigen Auswandererberater gerichtet *'?r' den, und dass es nur zur Verzögerung und fr" schwerung der Arbeit beiträgt, wenn sich wanderungswillige aus dem Reich brieflich oder persönlich direkt an die Zentrale in Berlin ^'pn* den. Die Beratungsstelle Berlin steht ausschliesslich den Ratsuchenden aus Berlin und der Provinz Brandenburg offen, während die — von der Beratungsstelle Berlin organisatorisch vollkommen getrennte — Zentrale desHilfsverein? überhaupt keinen direkten Publikumsverkehr pflegt, sondern nur mit den einzelnen örtlichen Beratungsstellen verkehrt. Der Hilfsverein bittet deshalb alle Auswanderungswilligen, sich stel* nur an den örtlich zuständigen Berater zu wenden. Chefredakteur .Dr. Alfred Hirschberc; stellvertretender Chefredakteur: Dr. Margarete Edelh e i m. Verantwortlich für den Sport: Dr. Ernst G. Löwenthal; verantwortlich für die Aufnahm0 von Bildern: Dr. Margarete Edelheint;?*m'-' lieh in Berlin Für Rücksendung unverlangter Einsenriunsen ist Freiumscbla;: beizufügen. Leiter der AWr trcn-Abteüuns: und' verantwortlich für den Inhalt Anzeigen: Fric d.r i"c h Nathan. Berlin. DA. HI Vj- •!"J79. PI. 5. Verlas: Jüdischer. Ceatral-Verein e.y Berlin W 15, Emser Str. 42. Druck der Buch- und Tie*; druck Gesellschaft mbH. Berlin SW 19.