Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 40 (7.10.1937)
- Date
- 1937-10-07
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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SeitelS C.-V.-Zeifung Nr. 40 * 7. Oktober 1937 20 Jähre Zentralwohlfahrtsstelle Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, heute eine Abteilung der Reichsvertretung, kann in diesen Tagea auf ihr •iüjäbriges Bestehen zurückblicken. Diesem Ereignis ist das neueste Heft der ...Jüdischen Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik", des Organs der Zentralwohlfahrtsstelle, gewidmet. Leo Baeck fasst in einem Vorwort Gesinnung und Idee der jüdischen Sozialarbeit zusammen. Ueber das. erste Jahrzehnt der Arbeit und Organisation der Zentralwohlfahrtsstelle berichtet Friedrich 0 11 e n d o r f f, der diesen Zeitabschnitt der Spitzemstelle jüdischer Sozialarbeit entscheidend mißgestaltet hat. Das zweite Jahrzehnt behandelt Georg Lubins k i, indem er die wichtigsten Grundgedanken der Arbeit in dieser Zeit niederlegt. Wir bringen im folgenden einige wesentliche Stellen dieser für die gesamte Hilfs- und Aufbauarbeit der Gegenwart bemerkenswerten Abhandlung: ..... Die Arbeit seit dem Jahre 1933 steht unter (völlig neuen) Vorzeichen. Der Augenblick tritt mit seinen, gebieterischen Forderungen vor uns. Die Konzeption der Massnahmen kann nicht erst auf Grund einer sorgfältigen Prüfung in einem grosse«! Kreis erfolgen, sie kann nicht auf einen langen Zeitraum der Verwirklichung eingestellt, werden: sie muss morgen beginnen und ist vielleicht schon in wenigen Monaten überholt. Die Zentralwohlfahrtsstelle vor dem Umbruch war eine Zentrale ohne Voilzugsgewalt und ohne Organisationsgewalt. Die Zentralwohlfahrtsstelle nach dem Umbruch entbehrt diese Attribute einer zentralen Instanz auch heuie noch in gewissem Umfang, aber im Vergleich zu früher vermag sie viel stärker ihre Erkenntnisse durchzuführen und für ihr Programm Gefolgschaft zu finde«. Bedurfte vor dem Jahre 1933 die Zentralwohlfahrtsstelle zu ihrer Wirksamkeit der Anerkennung der örtlichen Wohlfahrtsstellen, so ist nach dem Jahre 1933 d>* gegenseitige Ergänzung eine Lebensnotwendigkeit auch für die örtlichen Stellen geworden. Eine so lebenswichtige Aufgabe wie die Jüdische Winterhilfe wäre ohne eine starke Zentralwohlfahrtsstelle überhaupt nicht durchführbar . . . ... Die Entwicklung wird schon durch einen stärkeren Lastenausgleich in Zukunft eine weitere Stärkung des zentralen Einflusses auch auf dem Gebiet "der Wohlfahrtspflege im engeren Sinne bringen. Das bedeutet sachlich: Vereinheitlichung der Grundsätze über die Verwendung der Mittel. Vereinheitlichung der Grundsätze über die Bewilligung an den einzelnen Hilfsbedürftigen, Angleichung auch d-es Umfanges der Leistungen, die auf den einzelnen entfallen. Au? diesem Gebiet war vor dem Jahre 1933 und ist auch nach diesem Einschnitt der Einfluss der Zentralwohlfahrtsstelle längst nicht gross genug. Diese Schwache könnte hingenommen werden, solange darunter die Versorgung des einzelnen Hilfsbedürftigen nicht leidet; sie wird zum Vergehen an dem guten Geiste der jüdischen Sozialarbeit, sobald an einer Stelle der einzelne nicht mehr dadurch die Hilfe erhält, die er nach der Gesamtleistungskraft der Juden in Deutschland noch erhalten könnte. Was für den einzelnen Hilfsbedürftigen gilt, ailt auch für die einzelne soziale Einrichtung,\:or allem für die jüdischen Anstalten ... Die Arbeit der Zentralwohlfahrtsstelle von 1933 war eben so sehr nach aussen wie nach innen gewandt. Ein. wichtiges Stück der Arbeit war die Schaffung und Erhaltung der Verbindung mit den Behörden, und vor allem mit den Zusammenschlüssen der Öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege. Die Repräsentation der j ü di sehen Sozialarbeit innerhalb der deutschen Wohlfahrtspflege war ein wichtiges Aufgabengebiet. Auch jetzt ist der Vertretung der jüdischen Wohlfahrtspflege gegenüber den Behörden ein gewisser Raum in der Arbeit der Zentralwohlfahrtsstelle vorbehalten; die stärkere Zentralisation in der staatlichen Verwaltung fordert für Verhandlungen mit der jüdischen Wohlfahrtspflege einen Zusammen schluss, der im Namen der gesamten jüdischen Wohlfahrtspflege tätig" werden kann. Hier erwies sich die Anerkennung als Reichsspitzenverband der jüdischen Wohlfahrtspflege, die vor dem Jahre 1933 gesetzlich ausgesprochen worden war, auch für die spätere Zeit als bedeutungsvoll. Für die Lenkung der^Kräfte innerhalb der Arbeit ist die Ausrichtung auf die Massenaotstände und die geringere Hinwendung zu den Einzelnotständen "charakteristisch :die Wirtschaftsfürsorge drängt die Gefährdetenfürsorge erheblich zurück ... Die umfassendste Aufgabe aber ist der Zentralwohlfahrtsstelle im Jahre 1935 durch die üeberlassung der Durchführung der Winterhilfe unter der jüdischen Bevölkerung von Seiten des Reichsbeaufiragten für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes zugefallen. Ueber diese Arbeit erstattet die Zentralwohlfahrtsstelle gerade in diesen Tagen ihren zweiten (gedruckten) Rechenschaftsbericht, so dass hier eine blosse Bezugnahme auf diesen Bericht genügen mag . . Das .Jubiläumsheft enthält ferner u. a. einen mit der Gründung der Zentralwohlfahrtsstelle zusammenhängenden Aufsatz über ..Die geschichtlichen Grundlagen der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland" von Hilde 0 11 e n - heiraer und eine Untersuchung der praktischen ..Möglichkeiten und Grenzen der Gruppenwanderung" aus der Feder von Paul Eppstein. Die Winterarbelt der Jugendpflegeabteüungen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Erfassung der unorganisierten Jugend, ihre geistige und berufliche. Fortbildung, wie auch ihre Einordnung in das jüdische Gemeinsc-haftserleben. Religiöse Feierstunden werden abwechseln mit Gesprächen über die Palästinafragen und Problemeder Auswanderung: Judentumskunde und die Geschichte des Zionismus ergänzen den bewusst auf Erweiterung jüdischer Bildung hinzielenden Rahmen; pädagogisch ausgerichtete Spielabende, Musik- und Singestunden sollen ihn verbinden und lockern. Ausserdem werden in sieben Abteilungen Kurse und Arbeitsgemeinschaften zur Förderung zusätzlicher Berufsbildung (Sprachen. Stenographie. Schreibmaschine) abgehalten. Fernerhin stehen fünf Büchereien für die ältere und vier Kinderlesestuben für die schulpflichtige Jugend zur Verfügung. Teilnahmeberechtigt sind Jugendliche im "Alter von 14 bis 21 Jahren. Aufnahme und Anmeldung finden statt: Bezirk Mitte fAuguststrase 17\ Mittwoch. 19 bis 20 Uhr: Bezirk Süden (Thielsr-bufer 10—16). Donnerstag. 17 bis 19 Uhr: Bezirk Norden ("Schönhauser Allee 23—25), Dienstag, 17 bis 19 Uhr: Bezirk Südwest iMünchener Strasse 37\ Mittwoch. IS bis 20 Rir: Bezirk Charlottenburg (Bleibtreustrasse 2), Dienstag. 18 bis 20 Uhr; Bezirk Osten (Blumenstrasse 97), Donnerstag. 17 bis 19V£ Uhr: Bezirk Wcissensce (Berliner AlleeC Mittwoch. IS bis 20 Uhr. Aus den Gemeinden Aachen Die Synagoge in Aachen kann auf ein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlass fand eine Feierstunde statt Der Gemeindevorsitzende, Rechtsanwalt Karl L ö w e n s t e i n , gedachte in einer Ansprache aller, die sich um die Errichtung und Ausgestaltung des Gotteshauses verdient gemacht haben, besonders des ehemaligen Gemeindevorsitzenden Isaak Levy und des verstorbenen Rabbiners Dr. Jaulus. Die Festpredigt hielt Rabbiner Dr. David Schönberger. Die Feier war musikalisch umrahmt durch Gesänge des Oberkantors B. A11 und des Synagogenchors unter Leitung von Richard Heideiberg, sowie durch Orgelspiel des Organisten Dusch. Duisburg Im Rahmen der inzwischen auch behördlich genehmigten Vereinigung der Gemeinden Duisburg. Duisburg-Hamborn und Duisburg- Ruhrort zur „Jüdischen Gemeinde zu Duisburg", fand in der Synagoge in Hamborn eine stark besuchte Feier statt. Lehrer Grunewald -wies auf den Zusammenhang zwischen der Idee des Sukkothfestes und den Gedanken, die zur Vereinigung der Gegemeinden geführt hatten hin, und umriss dabei die Bedeutung der bisherigen Gemeinde Hamborn. Rabbiner Dr. Neumark, dessen Amtsbezirk sich nunmehr auf den ganzen Bezirk der Stadt Duisburg erstreckt, hielt die Festansprache. Eine ähnliche Feier fand in der Synagoge in Ruhr ort statt. Hier gingen Hauptlehrer Kaiser und Rabbiner Dr. Neumark auf die Bedeutung des Zusammenschlusses und die Stellung Ruhrorts als der ältesten der drei nunmehr vereinigten Gemeinden ein. Frankfurt a. M. Im Philanthropin fand eine interne, durch musikalische Vorträge verschönte Abschiedsfeier für den nach 40 Unterrichtsjahrer; und 34jähriger Tätigkeit an der Anstalt in den Ruhestand tretenden Professor Dr. Schaumb e r g e r statt. Werdegang und Persönlichkeit des Scheidenden umrissen Felix Meyer im Auftrag des Schulrates, Oberstudiendirektor Dr. Hirsch. Richard Jakobi als früherer Schü- . ler tmd Studienrat Dr. Seelig als Sprecher des Kollegiums. Zuletzt nahm Dr. Schaumberger. selbst das" Wort, um in Scherz und Ernst Rückschau zu halten und allen für ihre Teilnahme an seiner Arbeit, für Förderung und Erinnerungsgaben herzlich zu danken. Direktor Dr. Hirsch skizzierte bei dieser Gelegenheit kurz die Hauptereigöisse des vergangenen Sehulhalbjahres. Mit besonderer Freude gab Dr. Hirsch in diesem Zusammenhang bekannt, dass der Jüdische Central verein, dessen Frankfurter Syndikus Dr. Wolfgang S. Matzdorff seine persönlichen Daukesworie mitgalten, dem Philanthropin zwei Jahresabonnements des ..Morgen" als Preise für geistig interessierte Schüler gestiftet hat. ' G.Sch. Am 1. Oktober ist in der Leitung der Urologischen Abteilung des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt a. M. ein Wechsel eingetreten. Der bisherige Leiter. Dr. Rudolf Oppenheimer. ist ausgeschieden. An seiner Stelle hat die Leitung der Abteilung Dr. Arthur Bloch, ein Schüler des verstorbenen berühmten Chirurgen Professor Israel, übernommen. Gross-Hamburg Nach dem Gesetz über Gross-Hamburg werden am 1. April 193S sämtliche auf dem neuen Gro?s- Hamburger Gebiet liegenden Stadtgemeinden, in erster Linie Hamburg, Alto n a , W a u d sb e k und H a r b u r g - W i 1 h e 1 m s b u r g vereinigt. Jetzt ist ein Vertrag geschlossen worden, wonach ab 1. Januar 1988 die jüdischen Gemeinden in Altona. Wandsbek und Harburg-Wilhelmsburg der Hamburger Deutsch-Israelitischen Gemeinde angeschlossen, in deren Verwaltung die Grundstücke, Stiftungen. Friedhöfe usw. übergehen. Die bisherige Jüdische Gemeinde Altona wird demzufolge mit ihren Synagogen einen eigenen, den anderen Hamburger Kuitusverbänden gleichgestellten Kultusverband bilden, während sich die Gemeinden Wandsbek und Harburg- Wilhelmsburg dem Deutsch-Israelitischen Synagogenverband anschliessen werden. Köln Am 16. Oktober ist Gemeinderabbiner Dr. Ludwig Rosenthal 40 Jahre tätig. In diesen 40 Jahren hat Dr. Rosenthal in Synagoge und Schule, im Ritual- und Sozialbereich hingebungsvoll zum Segen seiner Gemeinde gewirkt. Nach aussen ist seine Stellung gekennzeichnet durch seine Zugehörigkeit zum Vorstand des Allgemeinen Rabbinerverbandes in Deutschland und zum Rat des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. München Der in Nr. 37 der CV-Zeitung vom 17. September gemeldete Kauf des Anwesens Plinganserstrasse 76 durch die Israelitische Kultusgemeinde ist im letzten Augenblick unmöglich geworden. Die Gemeinde befindet sich jedoch in Verhandlungen wegen des Ankaufs eines anderen Objekts. Einzelhandel im Iteieh ALTENBURG Kaufhaus M.I S. Cohn immer iühtend ANNABERG LjaceiyiRb. Bernhard Chaskel Spezialhausf. Damenkleidung ESSEN Oie gite Bezugsquelle %£Z£*m& ESSEN JiQ9ckuhhcuuus *Jmswsm% WA'lMÜV>\*Mh*^««-*!l4liäi***<A<'VXZ*ft LirriBECK£R STR.39/45 Amidqm In dec C.=V.=Zeitung, xenüecm sich! GREIZ HEINRICH TIETZ OREBZ Bedarfsartikel aller Art KÖNIGSBERG /Pr. m. JtfideiulotH Kaufhaus für Betten und Bekleidung MÖNCHEN Samt, Seide und WelSe HUiH&HÜ am Schillerdenkma! MÖNCHEN S-EiciieitiriiSC®. MÖNCHEN DAMEN-MODESTOFFE München München Das zuverlässige Fachgeschäft für Wäsche-Ausstattungen BIELEFELD S. Alsberg I Co. Modernes Spezialität. BOCHUM-LANGENDREER . 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