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Central-Verein-Zeitung · 1937-10-07 · 40 (7.10.1937) · page 7

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Nr. 40* 7. Oktober 1937 C.-V.-Zeifung Seite 7 Auftakt Man beobachtet in diesen ersten Herbsttagen mit Freude und Aufmerksamkeit, mit welchem Eifer und mit welcher Beweglichkeit die jüdischen Kulturbünde zu neuem, tatkräftigen Schaffen rüsten — unabhängig davon, ob der Sommer eine Unterbrechung ihrer Arbeit bedeutete oder nicht. Man spürt deutlich und gichtbar überall ein neues Beginnen, wie es eben der Theater-, Konzert- und Vortragsbetrieb zu Herbstanfang stets mii sich bringt. Darbietungen zur Eröffnung der Saison werden mit grösster Sorgfalt einstudiert, weil sie eine besondere Anziehungskraft auf das Publikum ausüben und gewissermassen symptomatisch für die Leistungsfähigkeit der Künetlerschaft und das Niveau des Kulturbundes sein sollen. Das Programm für den ganzen Winter wird bekanntgegeben und in allen nur möglichen Arten der Werbung propagiert. So erstehen Bühne. Orchesterpodium und Vortrag&saal auch für die „dienstalten" Besucher in neuem Licht. Viele von ihnen werden wie die, die neu hinzukamen, das Gefühl nicht leugnen können. dass der jüdische Kulturbund in Wahrheit ihre eigene Sache ist, dass er nicht erlahmt, eine jüdisch und allgemein ungemein wichtige kulturelle Aufgabe zu erfüllen und vielen jüdischen Künstlern Arbeit und Brot zu geben. Werbung lautete die Parole des Berliner Kulturbundes. Tn diesem Zeichen haben auch zahlreiche Kulturbünde im Reich die Arbeit für 1937-38 aufgenommen. Führende Vertreter der jüdischen Kulturbundbewegung haben draussen 13er Golem Vor der Uraufführung im Berliner Kulturbund 'Zur Einführung in das Golem-Mysterium von L e i w i k . das wir auf der Bühne des Berliner Kulturbundes sehen werden, sprach Dr. Lutz W e 11 m a n n im Saal des Brüdervereinshauses über ..Wesen ' und Geschichte der Golem- Gestalt". Das Thema, in dem ältester Mythos und neueste dichterische — und auch filmische — Gestaltung sich zu einer nicht immer ausgeglichenen Einheit zusammenfinden, ist fast unerschöpflich; trotzdem verstand es der Vortragende, die Grundzüge der Golem-Sage in klaren Umrisslinien wiederzugeben und gleichzeitig den Weg zu zeigen, den sie über talniudische Legenden und kabbalistische Ausdeutungen bis in die grossenteils jüdischen Golemdarstellungen des 19. und 20. Jahrhunderts genommen hat. Am Beginn dieses Weges steht der Adam-Mythos, in dem die Golem-Sage mit dem aus Lehm gebildeten künstlichen .Menschen ja bereits deutlich vorgebildet ist; von der dichterischen Seite her ist sie — in der polnischen Fassung — von Jakob Grimm im Jahre 180S ans Licht gefördert worden. Seit dieser Zeit hat die- Dichtung den die Phantasie ausserordentlich anregenden Stoff in zahlreichen Varianten _ immer wi-eder aufgegriffen, besonders, nachdem die Sage in ihrer populärsten Gestalt — der Prager Fassung des Hohen Rabbi Löw — im vorigen Jahrhundert die weiteste Verbreitung gefunden hatte. Elfenbein u. a. m. Besonders lockt uns hier auch der Saal Nr. 18, der die berühmte Sammlung von I. S t r a u s s, dem bekannten Kapellmeister de? zweiten Kaiserreiches, enthält: die Baronin Nathan i e 1 de Rothschild erwarb sie v.nd schenkte sie dem Museum von Cluiw. Herrliche Chanukkaleuchter, Psonimbüchsen italienischen und holländischen Ursprungs aus dem 16. und 17. Jahrhundert und deutscher Arbeit aus dem 18. Jahrhundert — porte ä parfums nennt man sie hier — eine spanische Almosenbüchse von 1319. Torakronen- und -mäntel. seltene Verlobungsringe, Münzen mit hebräischen Inschriften. Estherrollen. Eheverträge, schön gemalt auf Pergament, und manches andere, eine kleine, aber erlesene Sammlung-. Die Metro führt uns zurück zum Louvre, dessen antike Plastiken, Römer, Griechen und Aegypter, wir schon abends in künstlicher Beleuchtung hatten lebendig werden sehen, und der in seinem jüdischen Saal unter anderem die Stele von Meza, dem Könige vor. Moab, birgt. Für diese jüdischen Kunstschätze ist uns ein kleines Buch „Les Souvenirs Israelites en France", das das Centre National d'Expansion du Tourisme, du Thermalisme et du Climatisme herausgegeben hat. ein ausgezeichneter Führer. Aber es sind nur relativ wenige jüdische Erinnerungen hier in Paris, das mag historisch begründet sein, und es zieht uns auch hier immer wieder vom Speziellen zum Ganzen, vom Jüdischen zur Stadt, zum „Kunstwerk" Paris. Dieses Erlebnis Paris aber wird noch einmal ganz stark am letzten Abend dieser kurzen Tage: Ballett in der Oper. Musik von Chopin, Tänze besten alten Ballettsstils. Bilder werden lebendig, die wir eben in der grossen Gemäldeausstellung gesehen haben, Mädchen in weissen Tüllröcken, zierlich tänzelnd in rosa Schuhen: Degas sah sie so zuerst, und auch Ernst 0 p p i e r malte sie mit gutem Erfolg für den Kulturbundgedanken geworben, nicht trocken und nicht theoretisch, -ondern stets gemeinsam mit bewährten jüdischen Künstlern. So folgte dem eindringlichen Appell durch das gesprochene Wort unmittelbar ein Bild ^•on den praktischen künstlerischen Möglichkeiten Jede neue Spielzeit stellt die Leitung eines Kulturbundes vor neue schwere Aufgaben, mögen sie künstlerisch-inhaltlicher oder organisatorischfinanzieller Art sein. Der Künstler rechnet auf Erfolg. Beifall, Aufstieg. Jeder Einsichtige sollte Achtung vor dem Mut haben, mit dem unsere Kulturinstitute weiterschaffen. Das Publikum, das belehrt und unterhallen sein will, sollte in erster Reihe die Tatsache, dass überhaupt Kulturbünde bestehen und aufrechterhalten werden können, erkennen und anerkennen und weiteren Kreisen verständlich machen. Und der einzelne sollte seine persönliche Einstellung zum Gedanken des jüdischen Kulturbundes zunächst hinter diese grösseren Erwägungen und Gesichtspunkte treten lassen. Jüdische Künstlerschaft und jüdisches Publikum können sich wechselseitig — im wahren Sinne des Wortes — helfen; das gehört zur Kernidee der in Notzeiten entstandenen jüdischen Kulturbundbewegung. Wir hoffen und wünschen, das?, alle beteiligten Kreise in Berlin wie anderwärts mit diesem Vorsatz, mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und froher Zuversicht in die Kulturbundwinterarbeit, treten. E.G.L. An einer Reihe von Golem-Dichtungen wies der Vortragende nach, wie der Stoff in Lyrik, Epik, Drama (und Film) ganz verschieden ausgeprägt wurde — von tragischer Erdgebundenheit bis zum Mystisch-Uebersinniichen, von der ernsten Erotik bis zur humoristischen Beleuchtung, von freundlich-märchenhafter Behandlung bis zum Gespenstisch-Okkultistischen (Gustav Meyrink). Wie sich in der dichterischen Umbildung der Sage mystische, erotisrhe und symbolische Elemente durchdrungen 'naher,, wurde uns durch die Wiedergabe einer Szene aus Eugen d'Alberfs Oper ..Der Golem" (Text von Ferdinand Lion) nahegebracht, die Rita A 11 a s z und Siegfried Urias (am Flügel Hans Margolinski) mit starken dramatischen und musikalischen Ausdrucksmitteln sinnfällig machten. H. L. Konzerte und Vorträge Die strahlende Festlichkeit eines Händeischen Concerto grosso (f-dur) bildete den Auftakt des ersten Berliner Kulturbundkonzerts in der neuen Spielzeit. Es wurde unter Rudolf Sc h w a - - •'.^.gewogen, dabei mit innerem Feuer musiziert. Die herrliche Grazie des abschliessenden Menuetts kam besonders schön zur Geltung. Lobende Hervorhebung verdienen die Oboen, denen dieses Werk soli»tische Aufgaben zuweist. In Carl Goldmarks .,Sakuntaia"-Ouvertüre, die infolge ihrer geringen musikalischen Substanz nicht mehr allzuviel Interesse bietet, fiel der schillernde Glanz des Streichkörpers auf. Den zweiten Teil des Abends füllte Dvoraks berühmte Sinfonie ..Aus der neuen Weif mit ihrem Reichtum beso. Moderne Ausdruckstänze folgen in vollendeter Darstellung und musikalischer Untermalung. Mach der Oper eine Plauderstunde in dem alten Pariser Cafe de la Paix. Als wir dann au? die Strasse treten, scheint nach vielen Regentagen endlich der Mond. Er lockt uns zu einem nächtlichen Spaziergang zur Sacre Coeur. Weiss steht die Kirche im herbstlichen Nachtdunst. Die Lichter der Ausstellung sind erloschen. Wer eine Stadt nicht kennt, sollte sie niemals zu einem Volksfest — Pur im in Tel-Aviv — oder zu einer Weltausstellung zum erstenmal besuchen. Der Trubel des Festes verfälscht ihr GesichU Jetzt aber schläft Paris. Nur der Scheinwerfer des Eiffelturms versucht noch, dem strahlenden Mondschein Konkurrenz zu machen. Der aber bleibt diesmal der Sieger. Undeutlich erkennen wir im Nebel die lange Reihe der Lichter, die von dem Louvre über die Place de Concorde durch die Champs Elysees hinauf führen zu dem herrlichen Are de Triomphe. Schwach schimmern die grossen Boulevards, aber unendlich ist das Gefühl, über der schlafenden Riesenstadt zu stehen. Und als wir dann über den verträumten Place du Tertre mit seinen winkligen Kleinstadthäusern, zwischen engen Gassen in das schon fast erloschene Vergnügungsviertel des Montmartre hinuntersteigen und durch den breiten Boulevard des Bastignolles in das Zentrum wandern, da überfällt uns unvergesslich stark die Vielgesichtigkeit dieser Stadt, die, immer wechselnd, sogar in ihren Unschönheiten noch reizvoll ist._ An dem Preisausschreiben für Kleinkunsttexte, das durch die K ü n s 11 e r h i 1 f e der Jüdischen Gemeinde zu Berlin veranlasst wurde, haben sich rund 250 Einsender, viele davon mit einer ganzen Reihe von Einsendungen beteiligt. Die Sichtung der Eingänge wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen und mit der Bekanntgabe der Ergebnisse kann daher nicht vor Mitte Oktober gerechnet werden. rückender, vom Zauber des VolkShaften umstrahlter Melodien. Das Orchester, nicht zuletzt die Posaunisten, zeigten hier in sauberer Arbeit den erfreulichen Stand ihres Könnens;'Schwarz packte namentlich das Finale mit Konzentration und Schwung an und riss die Klangmassen zu dich-;en Steigerungen zusammen. Starker Anklang bei den Körern wurde spürbar. H. Fr. Alexander K i p n i s ist wieder bei uns eingekehrt und beschenkt uns mit allen Gaben eines zur Reife gelangten Künstlertums. Immer blühender entfaltet sich im Verlauf des Abends das herrliche Organ, noch im äussersten pianissimo klanggesättigt, von elementarer Wirkung in den Schwelltönen. Schuberts Heine- Lieder werden im wesentlichen vom rein Gesangsmässigen her angelegt, in das aber dann starke Ausdruckskräfte einfliessen. Eine Ueberraschung wird Rubinsteins ,.Asra"! Das vielgesungene Lied ersteht in bezwingender Ursprünglichkeit: so gewinnt etwa die schöne Sultanstochter in ihren paar Worten bühnenhafte Plastik Tn zarter Verhaltenheit — auch im Klavier — erklingt Rubinsteins ,.Du bist wie eine Blume", mit der Transparenz eines Orgelfernwerks Griegs ..Schwan"-Lied. Man geniesst auch wieder Kipnis' Glanzstücke: Kezal. König Philipp und dann vor allem: jüdisches und russisches Volkslied — effektvoll und doch stets vornehm, mit aller Rewussiheit ausgefeilt im Stimmtechnischen und doch durchströmt von der Macht eines volkhaften Temperamentes. Unnötig zu berichten, dass der Saal überfüllt war und dass es Zugaben regnete. . . . Am Flügel waltete Leo T a u b m a n n mit pianistischer Kultur. H. Fr. In der Münrhener Hauptsynagoge fand eine künstlerische Werbeveranstaltung des Kulturbunds in Bayern statt. Nach Ansprachen von Justiarat. Dr. Carl Oes-t reich für den Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde und von Rechtsanwalt Dr. Alfred Perlmutter für den Vorstand des Kulturbundes in Bayern hielt Intendant Dr. Kurt S i n g e r-Berlin eine eindringliche Ansprache an die Versammelten. Es sei eine historische Aufgabe für die Juden in Deutschland, aus dem Zwang des Augenblicks eine gemeinschaftsbildende Kraft zu machen. Als musikalische Umrahmung bot das Kulturbundorchester München unter Leitung von Erich E i s n e r und unter Mitwirkung von Irma Stern (Sopran), Walter R i e ss (Bass). Alfred Blum (Violine), Woligang Granat (Violine). Hermann Salinger (Viola), Dr. Benno Flehinger (Violoncello) und Dr. Woher T e u t s c h (Orgel) das Concerto grosso C-dur für Streichorchester und Orgel von Corefli. zwei Arien aus der „Schöpfung" von Haydn und das Concerto grosso A-moIl für Streichorchester und Orgel von Vivaldi. Ca. Mit einem Konzert des BerlinerKulturbundorchesters wurde die Konzertsaison des Hamburger Kulturbundes eröffnet. In Rudolf Schwarz lernte man einen Dirigenten von hohen Graden kennen. Vor allem die Aufführung der Dvoräk-Sinfonie ,.Aus der neuen Welt" gab Gelegenheit, seine ausserordentlichen Fähigkeiten zu bewundern. Der Grösse der Gesamtfeistung konnten kleine Unebenheiten bei den Bläsern keinen Abbruch tun. Die gleiche begeisterte Aufnahme wurde dem Solisten Erich Landerer zuteil. Er spielte das glanzvolle, an die Technik die höchsten Anforderungen stellende Klavierkonzert, b-moll von Techaikowsky mit hoher Virtuosität und einer Bravour, die die Hörer zu «türmischen. Beifallskundgebungen hinriss. So wurde der Abend ein ungewöhnlich starker Erfolg für das Orchester, seinen Dirigenten und den Solisten. A. Der Breslauer Kulturbund eröffnete die Reihe der Winterveranstaltungen mit einem Vor- Theater, Musik, Film „Volpone", die fünfaktige Komödie von Ben Jonsson, bearbeitet von Stefan Zwei"- und Jules Romains, wurde im Theätre Atelier in P a r i s neu aufgeführt. «. Ära Lustspielhaus in Budapest ging „Victoria Regina11 von Laurence Housraan mit starkem Erfolg in Szene. Von der auf zehn Biider verkürzten „dramatischen Biographie", die das Leben der Königin Victoria von England behandelt, wirkte am eindringlichsten das Disraeli-Bild in der Darstellung durch Oscar Beregi. * „Königliches Geblüt", ein neue.«; Schauspiel von Melchior L e n g y e 1. das den berühmten Halsba-ndprozess behandelt, gelangte am Künstlerineater in Budapest zur erfolgreichen Uraufführung. * Jaromir Weinbergers neue Oper „Wa-Uenstein1' gelangt am 11. November an der Staatsoper in W i e n zur Uraufführung. * Alexander v. Zemlinsky dirigierte in einem Studiokcnzert der Wiener Ravag moderne Orchesterwerke. * In der demnächst in San Francisco erstmalig stattfindenden Aufführung von Beethovens „Fide-Ho" wird Emanuel List mitwirken. * E. W. K o r a g o 1 d hat die Partitur seiner Oper „Die Kathrin" beendet und arbeitet gegenwärtig an einem Violinkonzert x Rose Pauly singt an der Staatsoper in Wien zum ersten Male die Leonore in Beethovens „Fidelio1-. 3V Yehudi Menuhim wird in der kommenden Saison in der Albert Hall in London mit dem Londoner Philharmonischen Orchester unter Leitung von Henry Wood konzertieren. ¥ Die Kgl. Oper in Budapest brachte zu Beginn der _neuen Spielzeit Puccinis „Boheme" unter der musikalischen Leitung von Issay Dobrowen heraus. * Bei den kommenden Florentiner Festspielen wird Bruno Walter Webers ..Euryanthe", Otto Klempercr Beethovens „Missa solemnis" dirigieren. trag von Julius Ba b über das Shylock-Problem. Der Redner deutete in fesselnder, geistvoller Form die umstrittene Figur des Shakespeareschen Schauspiels und fand bei der zahlreichen Hörerschaft, unter der erfreulicherweise die Jugend stark vertreten war. lebhaften Beifall, für die nächsten Wochen sind ausser den Konzerten des Musikvereins Vortragsveranstaltungen und Gastspiele des Hamburger Kulturbundtheaters vorgesehen, das. wie bisher, Breslau regelmässig bespielen wird. Schw. Jüdischer Kulturbund Berlin Wochenplan: Theater in der Kommandantensir. 57, 20 Ubr: ..Der Golem": 9. Oktober {Premiere, Abt. S, 18). 12. Oktober (Abi. 21, 31), 13. Oktober (Ab!. 22, 32), 14. Oktober (Abt. 28. 38), „Stützen der Gesellschaft": 10. und 11. Oktober, 20.15 Uhr. Die Hauptrollen in Leiwiks „Golem" sind mit Herbert Grünbaum und Siegfried Urias besetzt. In weiteren wichtigen Aufgaben sind beschäftigt: Eva Baruch, "Alfred Berliner, Martin Brandt Martin Chassel, Walter Goldstein, Walter Herz, Martin Jakobi. Georg Jacobsobn. Heinz Kabnemann. Lilly Kann. Artur Lewin. Alfred Licbtenstein. Fritz Lion, Siegmund Nunberg, Artur Peiser. Willy Prager. Fritz Ritter, Berthold Segall. Inszenierung: Fritz Wisten. Synagoge Oranienburger Strasse 29/30, 20 Uhr: Kammermusik - Konzert: 9. Oktober (Abt. 24. 34. 29. 39). 10. Oktober (Abt. 25, 35. 26. 36). Svnagoge der Refurmgemeinde, .Tohannipstrassp. 16, 20 Uhr: Kammermusik-Konzert: 12. Oktober (Abt. 7, 27, 37, 42. 52). 14. Oktober (Abt. 5. 15, 17, 43, 53). Künstlern ilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin. In dem Kleinkunstprogramm ..Der Grosse Bilde rbo gen" von. Leo Hirsch, da-s unter künstlerischer Leitimg von Nicolai Eljaschoff steht und dessen Ausstattung 0si3? Koffler entwarf, wirken mit: Edith-Esther Hirsch, Dorothea Krause. Lotte Oppenheimer und die Herren Elja.schoff. Jarerki. Lipschitz (Kardan\ Meyerowitz tMaihoff;, Peiser, Süssmann. Musikalische Leitung: Ismar W e i s s Erstaufführung: 9. Oktober: ,Wiederholungen: 10.. IG. und 17. Oktober. 2f>K Uhr, im „K ö n i a von Pnrtu« a V\ C 2, Burgstr. 16. „Ungebörte Stimmen." Unter diesem Motto werden im Rahmen der Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin von' den Rezitatoren Erna Leonhard 'Felds und Leo Merten i'Menter) sechs Yortagsabende im Klubheim des Jüdischen Frauenbundes. Marburger Str. 5, veranstaltet, die der jungen jüdischen Dichtung gewidmet sind. Es werden gesprochen: G-ertrud C h o d - xiesner, Karl E s c h e r , Berndt Götz, Elly Gross. Elise Haas, Erich Lacbma. nn-Gest, Paul Mayer, Jacob Picard. Helene Rothbart, Nelly Sachs. Max S a m t e r . Gerda S e n s e r , Ilse Weiss-Blnmenthal, Martha Wertheimer. Karl Würzburger, Georg Z i v i e r. Der erste Abend findet am 19. Oktober. 20K Uhr, statt. Programm: Martha Wertheimer, Jacob Picard, Gertrud Chodziesner. Auskunft durch Erna Leonhard (931013). Jüdische Orchester. Im Zusammenhang mit dem in Nr. SS der O.-V.-Zeitung vom 23. September veröffentlichten Artikel „Winierprograram des Kulturbundes Rhein -Main 11 (Frankfurt a. M.) werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass auch der Jüdische Musik verein Breslau E. V. über ein jüdisches Orchester verfügt, dem zur Zeit 50 Musiker angehören. Wirksamkeit und Leistung dieses Instrumentalkörpers sind an dieser Stelle oftmals hervorgehoben worden. Das erste Abonnementkonzert des Orchesters des Jüdischen Musikvereiris Breslau leitet an Stelle des verhinderten Dr. Fritz Berendt Kapellmeister Berthold Sander vom Berliner Kulturbund. G. F i t e i b e r g dirigiert am 14. Oktober, 21 Uhr, ein polnisches Sinfoniekonzert im Theater „Champs Elysees"1 in Paris; es wird vom polnischen Rundfunk übertragen. u. Der französische Sender in Brüssel veranstaltete am 14. Oktober. 22 Uhr, einen jüdischen Abend, mit o.'nem Kurzvortrag über „Das jüdische Proble m'\ Die Darbietung jüdischer Musik wird mit einer „Ouvertüre über jüdische Themen" eröffnet. * Julius und Rita I s s e r 1 i s spielen am Wiener Rundfunnk am 17. Oktober, 19.35 Uhr, auf zwei Klavieren Kompositionen von Bach und Schumann. R-M. * Richard Tauber wurde für einen Teil der nächsten Saison an die Covent Garden Opera in London verpflichtet. Er wird unter der Leitung von Th. Beecharo viermal in der „Zauberflöte" und"dreimal in der „Entführung aus dem Serail" auftreten. Ende Oktober wird Tauber zum erstenmal in den Vereinigten Staaten, und zwar in Chicago, als Liedersänger auftreten. Elf weitere Liederabende, u. a. in New-York und Los Angeles, werden folgen. * Edgar Alexander, ehemaliges Mitglied des Berliner Kulturbundes, wurde als lyrischer Tenor nach Rotterdam verpflichtet. * Die Scaia in Wien eröffnet ihre diesjährig« Spielzeit mit dem musikalischen Lustspiel „Herzklopfen11 von Max Bertuch und Willi Rosen. Musik von Spielmann und Weiss. * Der neueste erfolgreiche Roman des Londoner Arztes Dr. J. A. Cronin „Die Zitadelle11 wurde von Alexander Korda für den Film erworben. * Der jüdische Schauspieler und Filmproduzeat Sidney Gold in ist einem Herzschlag erlegen. Goldin, 18S0 in Odessa geboren, wanderte schon in jungen Jahren nach Amerika aus. Seine Laufbahn als Filmproduzent besann er 1919. Er war der erste, d^r jüdische Filme herstellte. Im November 1929 drehte er den ersten jüdischen Tonfilm „Wie lange'?'" Ai L B. Mayer, der Cbef des amerikanischen Filmkonzerns Metro-Goldwyn-Mayer. hat Leo Rens* nach Amerika verpflichtet. * „Le venin'-';..Das Gift'1!, das bekannte Schausp'-d von Henri Bernstein, wird zur Zeit von Char<e< Boyer als Füre gedreht.

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