Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 40 (7.10.1937)
- Date
- 1937-10-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40* 2. Beiblatt CYZeitung 7. Oktober 1937* Seite 5 Aus aller Welt New Yorker Kunstpflege im Freien Mährische Skisse / Von Hilde Marx Trieseh, im September 1937. In den Nächten kommt der Herbst schon leise zu Gast in den Garten. Früh in der Morgensonne <md die heilen Wände des Hauses ganz kühl. Da ist wieder im bunten Beet eine Dahlie neu aufgeblüht und dort noch eine; rote und goldene Tränen weinen sie jetzt schon dem Sommer nach. L nd die hohen Rosenstöcke sind müd geworden von ihrer Pracht und sterben schwer. Mit der Rlumenschere in der Hand gehe ich von einem F eei zum andern und trenne den irühen Tod vom späten Leben, damit es sich noch ganz ausgeben kaun in letzter Fülle. Der Garten liegt auf einem Hügel. Mittendrin das Haus. Ich gehe auf schmalem Weg bis zum Zaun, der am höchsten liegt und schaue hinüber auf die schöngeschwungenen Linien des waldigen Berglandes. Eine freie, anmutige Landschaft, bisher ganz unbekannt für mich. Dort drüben pin kleiner kahler Berg, gleich hinter den Häusern des Ories. Auf diesem Berg umschliesst eine wpisse Mauer, wie zwei lange weisse Arme gei ildet, eine Gruppe ragender Bäume, Das ist der üdische Friedhof. Ein sehr alter Friedhof, wie nau mir sagte; die kleine Judengemeinde dieses mährischen Städtchens Triesch, in der Nähe von 1*1 au. war einmal gross und bekannt. Ein Gang nach der Stätte ihrer Vergangenheit wird lohnend sein. Grell liegt die Sonne des Vormittags auf der weissen Mauer. So aus der Nähe blendet sie das Auge. Ich schliesse die kleine eiserne Tür in der Mauer auf. In dem dunklen Vorraum eine Tragbahre und hebräische Sprüche über Wänden und Eingang. Und dann der Friedhof. Sonne über Bäumen und Steinen und Stille, Stille. Vor einem Grabstein kauert ein Mann in Mauern Arbeitskittel. Neben sich hat er einen lopf mit einer dunklen Flüssigkeit stehen. Er hat mein Kommen überhört. Sehr eifrig schabt er mit einem eisernen Instrument an dem Stein herum: er nimmt Schmirgelpapier zu Hilfe und dann holt er aus der dunklen Flüssigkeit einen Pinsel und überstreicht die bearbeitete Stelle. Hebräische Buchstaben werden sichtbar. Ich grüsse und der Mann dreht sich um. Wir kommen ins Gespräch. Er sagt mir, "dass er seit vielen Monaten hier arbeitet, um kostbare Steine, . die zum grossen Teil schon ganz unleserlich geworden sind, wieder herzustellen. Er will noch vor dem Winter fertig werden. Mir fällt wieder meme Arbeit in der Morgenfrühe ein; auch dieser Mann trennt Tod und Leben — er gibt die Erinnerung dem Leben zurück aus dem Tod des Verwesens; seine Arbeit ist schwerer, mühevoller — und dauernder. Dann zeigt, er mir Grabsteine, die er schon fertiggestellt hat. Einige davon stammen wohl noch aus dem 13. Jahrhundert: auf einem ist sogar ein ganz genaues. Datum: Sonntag, 25. April 1372 — immerhin ein Alter. Sehr viele Steine sind aus dem 14. Jahrhundert. Ein schönes und stolzes Wort steht hinter einem Namen: ,,---der starb der Welt." Herr Meissner, der hier so fleissig arbeitet, entstammt einer der ältesten und verdientesten Judenfamilien der Gemeinde. Meister hiessen sie ganz früher einmal, erzählt er mir, und dann, als den Juden die Namen gegeben wurden, erhielten sie diesen. Er hat es selbst noch schwarz auf weiss — oder vielmehr halbverblichen auf vergilbten Pergament — und er ist sehr gern bereit, falls es mich interessieren sollte, mir das * alte Matrikelbuch zu borgen. Wie ich am Mittag vom Gang durch den Wald zurückkomme, liegt es" schon auf dem Tisch. Und noch ein neues Buch dazu: „Die Juden in Mähren." Das nehme ich mir zuerst vor. Eine grosse und geistig fruchtbare Landschaft ist dieses Mähren, dessen Orte, bis in die Wiener weitere Umgebung hin, Namen tragen aus der deutschen, slawischen und ungarischen Sprache. Es ist höchst wahrscheinlich, sagt das Buch, dass Juden in diesem Land schon zur Zeit der Römerherrschaft ansässig waren; nachgewiesen aber ist es seit der Raffelstetter Urkunde aus dem Jahre 903, zur Zeit der ersten slawischen Staatengründung. Auch hier spiegelt sich, wie an so vielen Orten in aller Welt, das harte, wenig freudvolle Judenscbicksal: Eine schlimme Zeit war die der Kreuzfahrer; im Jahre 1454 wurden aus einigen Städten die Juden durch den Franziskanermönch Capistrano vertrieben; die Türken- und Religionskriege suchten die Judenschaft heim. Da eine völlige Vertreibung sich letzten Endes eus wirtschaftlichen Gründen als undurchführbar erwies, entstanden im Jahre 1725 durch Dekrete Kaiser Karls VI. Judenviertel in den Städten und damit die Grundlagen zu den jüdischen Gemeinden. Jüdische Schulen wurden gegründet — einige davon bestanden sogar schon vorher, wie etwa die in Boskowitz, die aus dem 16. Jahrhunderfc stammt. Rabbiner kamen nach und nach m diese Gemeinden und das Buch spricht in Bild und Wort von vielen Persönlichkeiten, deren Namen weit über den Kreis Mährens hinaus Bedeutung erlangt haben; als hervorragendsten Mann findet man da Samson Raphael Hirsch, den Begründer und geistigen Führer der Neu-Orthodoxie, 'der zwischen seiner Hamburger,' Oldenburger und Frankfurter Zeit in Nikolsburg in Mähren sein hohes Amt bekleidete. Nur ein ganz oberflächlicher Ueberblick ist das über den grossen jüdischen Kreis Mährens, der auch die Gemeinde Triesch umschliesst. Von ihr spricht mir das andere Buch, ein schwerer alter Foliant, kunstvoll in braunes Leder gebunden, dessen Goldbuchstaben nur noch ganz schwachen Schimmer haben. Das Buch, so ist eigens vermerkt, wurde im Jahr 1839 „gesehrieben von Joseph Ledner, 13 Jahre alt": ganze Seiten sind mit hebräischen Buchstaben bedeckt, kunstvoll auf handgezogenen Linien gezeichnet; vollendet wurde es, wie eine Angabe am Schlues aussagt, von einem Isac Ledner. Es enthält auch ein „Verzeichciss der bei der Triescher Israeliten-Gemeinde bestehenden Stiftungs- Fonds mit Angabe der Realitäten, auf welchen die Siiftungskapitalien elociert sind", und unter dieser Inschrift ist ein Stempel mit dem Mögen Dovid. Man liest da Auszüge aus Testamenten mit grosszügigen Vermächtnissen an die Gemeinde, Stiitsbriefe, Hypotheken und Staatsschuldverschreibungen („vinculirt und nicht vin. eulirt"). Und ferner ist vermerkt: Der Ursprung der Gemeinde im 15. Jahrhundert, nach der Vertreibung der Juden aus Iglau; das aufblühende Gewerbe innerhalb der Judenschaft des Ortes: Tuchhandel gab es, ein „Lederhaus", ein jüdisches .Branntweinhaus,. Tuchscherer waren an der Arbeit und von zwei Pottaschensiedlern „mit ganz geringem Vermögen" wird gesprochen. Auch das Bild eines alten jüdischen Wächterhauses ist da. Ein sehr ausgedehntes Kapitel spricht „Ueber das Entstehen des im Jahre 1858 errichteten Badhauses, und restaurirten Mikwe, die Wasserleitung und sonstige damit verbundene Verhältnisse" und man wird belehrt über „Uebelstandsabhilfe" auf hygienischem Gebiet, über alle Kosten bis ins kleinste, darüber, dass sogar ein Zimmer für Wannenbäder dazugenommen wurde und über die Lage jedes einzelnen Rohres, das der Zuführung des ritualmässigen Wassers dient. Eigenartigerweise wesentlich kleiner als dieser ist der Abschnitt, in dem von den jüdischen Gelehrten und Mäzenen des Landes gesprochen wird. Zu dem Buch gelegt hat mir Herr Meissner noch die Urkunde über die Namensgebung, ein altes Pergament mit äusserst kunstvoll verschnörkelten Buchstaben, das geschrieben wurde, als Kaiser Josef II. 1787 bestimmte Familien- und Vornamen verfügte; es stammt aus dem „Junny 1789" und ist, wie alle diese Matrikeln, in deutscher Sprache abgeiasst. Nicht nur, dass z. B. aus Berl Berglstein wurde, aus Jakob Singer, aus Trebitech Treuer und aus Meister Meissner — auch der „Zuwachs" ist getreu vermerkt. Ein bisschen mumienhaft, vergilbt und fern mutet einen davon heute manches an. Nähe und Leben gewinnt das Jüdische dieser kleinen Stadt erst wieder, als ich am nächsten Tag den Freitagabendgottesdienst im Tempel besuche. Ich gehe an den Resten des alten jüdischen Wächterhauees vorbei. Von der Strasse aus sehe -ich droben den Friedhof mit' seinen armgleichen weissen Mauern im Herbetabend liegen. Im Tempel, der über 100 Personen fasst, sind längst nicht alle Plätze besetzt, besonders nicht oben in der Frauenabteilung hinter den hölzernen Gittern. Aber die wenigen Menschen, die hier sind, folgen mit Andacht und starker innerer Beteiligung dem Gottesdienst, und das schöne, einfache alte Gebäude des Tempels ruht schwer und sicher in der Zeit — an der ungepflasterten Strasse des Orte9, über die hochbeladene Garbenwagen von den Feldern hereinfahren. von Artur Holde Bericht für die C.-V.-Zeitung New-York. September 1937. Die klimatischen Bedingungen, unter denen der an die Stadt gebundene New-Yorker den Hochsommer verbringt: wochenlang andauernde Hitze ohne nennenswerte Abkühlung in den Nächten und ausserdem oft ein enormer Feuchtigkeitsgehalt der Luft, sind der Kunstpflege unter freiem Himmel denkbar günstig. Es steht ausser Zweifel, dass gerade die Einrichtung von Konzepten und Opern Vorstellungen im Freien die Musikliebe und das Musikverständnis breiter Kreise der New-Yorker Bevölkerung gesteigert hat. Eine Stätte bester öffentlicher Musikpflege ist das seit 20 Jahren bestehende, dem City College angegliederte L e w i s o h n - S t a d i u m , das auf der Höhe der 137. Strasse an der Amsterdam Hagister Hirsch der gu*@ Likör, Hülster MünchenVli In Beriin zu beziehen durch die Weingroßhandlnnir Bernhard Brauer, Bargstr. 3 TeL 51 43 40. Avenue gelegen ist. Seine Aufführungen gehören schon rein optisch zu den reizvollsten Eindrücken, die man in New-York während des Sommers gewinnen kann. An den „grossen Tagen" sitzen mehr als 20 000 Menschen dichtgedrängt und regungslos in dem riesigen, architektonisch schönen amphitheatralischen Halbrund, um sich durch Darbietungen von hoher künstlerischer Qualität die Entspannung zu verschaffen, deren man in dieser Stadt während der Hitzeperiode besonders bedarf. Die Programme des Lewisohn Stadiums unterscheiden sich nur um ein geringes von denen, die im Winter die Zyklen der führenden Orchester bestreiten. Erstaufführungen sind ebenso zahlreich wie weltbekannte Solisten und Dirigenten. Die höchste Linie instrumentaler Leistung ist überdies durch das an jedem Abend mitwirkende Orchester der New-Yorker Philharmonie gewährleistet. Trotz des riesigen Spesenetats ist die zuerst ganz kurzfristige Serie der Veranstaltungen dank der Spendefreudigkeit reicher New-Yorker Musikfreunde allmählich auf acht Wochen ausgedehnt worden. Unter 'den Orehesterleitern befand sich in diesem Jahr wieder Fritz Reiner. Im Mittelpunkt seiner Abende standen die — natürlich mit erheblichen Kürzungen bewerkstelligten — konzertmässigen Aufführungen des „Ringes" und des „Tristan". Sänger, die zu den gefeierten .Mitgliedern der amerikanischen Opernhäuser gehören, gaben zusammen mit dem Chor der Metropolitan Opera die Garantien für ausgezeichnete vokale Leistungen. Als einzige szenische Opernaufführung dieser Saison brachte Ernst L e r t zusammen mit dem sehr gewandten Dirigenten Alexander Smallens eine sehr eindrucksvolle Wiedergabe der „Salome" von Richard Strauss heraus. Konzerte mit Rekordziffern der Besucher gaben die Geiger Jascha He if e tz und Ephrem Z i m b a 1 i s t. Heifetz spielte an zwei Abenden, denen infolge eiues schweren Gewitters noch ein dritter folgen musste, die Violinkonzerte von Tschaikowski und Mendelssohn. Er bewährte Herbsttage in Paris Von Margarete Edelheim PARIS, Mitte September. II. Paris ist das europäische Zentrum <ier udischen Hilfsarbeit in Europa. Ueber den Aufbau der grossen Zentralorganisationen, Qie. hier ihren Sitz haben, des American Joint Distribution Committee, der HICEM, der ICA, der PICA, der Alliance Israelite und der ORT-Gesellschaft ist erst vor einiger Zeit in der Aufsatzreihe „Der Rahmen des .jüdischen Lebens" in dieser Zeitung eingehend geschrieben worden. Sie arbeiten zum Wohle der Juden in allen Ländern, in dpppn sie infolge der wirtschaftlichen oder politischen Lage der Hilfe bedürfen. Als im Jahre 1933 die grosse Einwanderung von luden aus Deutschland nach Frankreich ein- >etde, bildete sich ein Comitee d'assistance, das den Einwanderern Geldunterstützungen Sab. Der grösste Teil der Einwanderer ist inzwischen, zum Teil mit Hilfe der HICEM, nach überseeischen Ländern weitergewand*rt Man. rechnet, dass etwa 6 bis 7000 noch in Frankreich sind. Der grösste Teil *on ihnen hat Arbeit oder Stellung gefunden, ein kleinerer hat landwirtschaftlich gewedelt oder ist noch in der Berufsausbildung. Drei Zentren solcher Berufsausbildung- oder Umschichtungsstellen gibt es dafür in Paris. Sie sind keineswegs nur für die Juden aus Deutschland geschaffen, aber sie haben auch Juden aus Deutschland aufgenommen. Sie interessieren uns besondeis, da wir ja durch harte Erfahrung 'ssen, dass es weniger auf „bieniaisance" Als auf produktive Flüchtlingsfürsorge ankommt. Da ist zunächst die Ecole de Tra-; a H, eine Schule, wie sie wohl nirgends in der Welt wieder besteht. Das Haus liegt «litten in dem sogenannten Pariser Ghetto. in der Rue des Rosiers. Wer Paris kennt,- liebt auch die Place des Vosges, jenen herrlich schönen vorbildlich in sich geschlossenen Platz, der aus der Zeit vor Ludwig XIV. mit seinen Ziegelhäusern hier fast fremdartig wirkt. Hier wohnte einst französischer Adel. Als dieser, der Entwicklung der Stadt und den neuen Schlössern der Könige folgend, seinen Wohnsitz mehr nach den Tuilerien zu verlegte, zogen Juden in diese Häuser, vor allem aber in die Seitenstrassen, die hinter diesem Platz liegen, in die Rue des Rosiers und die Rue des Francs Bourgeois. Heute sind Läden mit hebräischen Inschriften in diesen Häusern; Manne? in Kaftan und Peijes und Frauen mit dem Scheitel gehen hier ihrer Arbeit nach, machen ihre Tageseinkäufe und leben, nicht als ob sie in der Weltstadt Paris, sondern irgendwo in einer Landstadt des Ostens wohnten. Und auf der breiten Rue Sf. Antoine, durch die einst in der Revolution „Pöbel von Paris*' zog, und die auch heute noch die Hauptverkehrsader dieser Gegend ist, preisen Händler an ihren Ständen Strümpfe und Schals, Anzüge und Lebensmittel an. Schöne spitztürmige Erker erinnern in den Seitenstrassen an die ersten Ursprünge von Paris, an die alte Römerstadt. In dieser Enge der Strassen fällt das Haus Rue des Rosiers 4 schon äusserlich durch seine Sauberkeit und, fast möchte man sagen, offizielle Reserviertheit auf. In dem Direktor des Hauses Felix Meyer, lernen wir einen Mann kennen, dem Güte und Klugheit aus den Augen leuchten. Und das. was er uns zu zeigen und von dem er zu berichten hat, rechtfertigt seinen Stolz auf das Werk, das er seit Jahrzehnten leitet. Die Ecole de Travail wurde 1852 von drei Studenten gegründet, die notleidende jüdische Kinder auf der Strasse aufgriffen, um sie zu unterrichten und um aus ihnen Qualitätsarbeiter zu machen. Diese drei Männer waren der spätere Dichter Eugene Manuel, Dr. Manuel Leven und Narzisse Leven, der spätere Gründer der Alliance Israelite. Das Werk, das sie, die selbst damals mittellos waren, in ihren Studentenbuden begannen, fand den Beifäll zahlloser Gönner, so dass bald aus der privaten Einrichtung eine öffentliche Schule werden konnte, die später und auch heute noch Staatssubventionen erhält. Grundsatz ist, elternlosen Kindern oder solchen, deren Eltern selbst nicht in der Lage dazu sind, die Kinder auszubilden, während der Lehrzeit ein Heim zu geben und sie durch zusätzlichen Unterricht in allen Fächern der Allgemeinbildung wie Geschichte und Geographie, Physik, Zeichnen, Sport und. in Religion für das Leben tüchtig zu machen. Die Kinder lernen das Handwerk nicht im Hause, sondern werden von der Schulleitung bei Handwerkern zur Lehre untergebracht. Dreiviertel dieser Lehrherren sind Nichtjuden. Der Lehrherr bezahlt den Lehrlingen den regulären Lohn; die Schule spart ihnfür die Kinder, gibt ihnen ausserdem auch noch Prämien für besondere Leistungen, so dass die Schüler, wenn sie nach dreijähriger Lehrzeit das Heim verlassen, fum in das Leben einzutreten, nicht nur die drei Jahre umsonst gelebt und gelernt haben, sondern auch noch einen hübschen Sparpfennig zum Aufbau ihrer Existenz besitzen. Die Kinder, zumeist Ausländer, sollen nach Verlassen der Schule Franzosen werden und die Schulleitung hilft ihnen bei der Einbürgerung. Alljährlich werden die Schüler im Sommer für drei Wochen an die See geschickt, denn manche von ihnen haben durch die Not in ihrer jüngsten Jugend Krankheitskeiiiie, die sie hier bei guter Pflege und Sport überwinden sollen. Drei- bis viertausend Kinder sind in diesen achtzig Jahren durch die Schule gegangen. Alle haben sie im Leben draussen ihren Mann gestanden. 150 von ihnen sind jetzt selbst Meister in Paris. Manche besitzen grosse Geschäfte und einige sind sogar zu grossem Reichtum gelangt. Selbstverständlich ist die toemeM,ß&& dkTOe&e^o&st wo jüdisches Schicksal sich vollzieh! iCJUfeituitf Die C.-V.-ZEITUNG hat ihre Berichterstatter in allen jüdischen Zentren der Welt Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-V.-Zeitung. 66 Pfennig für November- Dezember zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. 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