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Central-Verein-Zeitung · 1937-10-07 · 40 (7.10.1937) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
40 (7.10.1937)
Date
1937-10-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 G-V.-Zeifung Nr. 40 * 7. Oktober 1937 Aoslandsn&chrieiitei! Amerika Eine Abordnung der im Jahre 1917 gegründeten Jüdischen Legion, die während des Weltkrieges in Palästina gekämpft hat, bestehend aus dem Landeskommandeur der Jüdischen Legion, Dr. Hirsch Leib Gordon, dem Landesehrenkommandeur, Dr. Jacob M. David, und dem Landesadjutarrten J. Lemberg, wurde auf der XIX. Jahrestagung der amerikanischen Frontkämpfer im Madison Square Garden empfangen und von dem Landeskommandeur der amerikanischen Legion, Henry W. Calmery, begrüsst. Im Stadtrat von B o s t o n ist beantragt, worden, die Blue Hill Avenue nach dem Richter Louis D. Brandeis umzubenennen. Die Strasse führt durch drei Stadtteile, in denen über 75 000 Juden wohnen. England Wie aus London gemeldet wird, hat der englische Kriegsminister Hore-Belisha während seines Aufenthaltes in Frankreich, wo er den Manövern beigewohnt hat, dem Herzog von Windsor, dem früheren König Eduard VIII., einen Besuch abgestattet. Er isf das erste Mitglied des englischen Kabinetts, das den Herzog nach seiner Abdankung besucht hat. Griechenland Ein Mitglied des griechischen Kabinetts, der Gouverneur der Provinz Epirus. K. A. Philosophopoulos, hat im Anschluss an den Simchat Tora-Gottesdienst in der Hauptsynagoge von Janina eine Ansprache gehalten, in der er darauf hinwies, dass das neue Griechenland keinen Unterschied zwischen griechischen und jüdischen Bürgern kenne. Am folgenden Tag übergab er der jüdischen Gemeinde" eine schriftiiche^ErkJärun-g über das Verhältnis des griechischen Staates zu den Juden. Griechenland, so heisst es darin,- sei stolz auf seine Haltung gegenüber den Juden, die sich stets als gehorsame, dem Fortschritt und dem Frieden huldigende Bürger erwiesen hätten. Jeder Helleue habe die Kunde von der Gründung einer unabhängigen jüdischen Heimstätte mit Freude vernommen. Die Staatsgründung in Palästina werde die seelischen Bande festigen,. die die Juden in der Diaspora verknüpfen. Der griechische Staat rufe die Juden auf, ihm ihren Unternehmungsgeist und ihre geistigen Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen. Kronprinz Paul hat als" Vorsitzender des griechischen Pfadfinderverbandes den jüdischen Pfadfindern von Athen seinen Dank für ihre .patriotische Haltung aussprechen lassen, weil sie einen überaus hohen Betrag für die griechische Luftflotte gesammelt haben. Kanada Die am 1. November in Kraft tretenden neuen Bestimmungen der kanadischen Rundfunkkommission stellen, wie aus T o r o n t o gemeldet wird, fest, dass niemand beleidigende Aeüsse-" rungen gegen 'irgendeine Rasse oder ein Religionsbekenntnis durch den Rundfunk verbreiten dürfe. Rumänien Die rumänische Regierung ist von ihrem Aussenminister Victor Antonescu aus Genf davon in Kenntnis gesetzt worden, dass das Rundschreiben des Händeis- und Industrieministers Valer P.op, in dem die Betriebsinhaber in den neuen Provinzen aufgefordert werden, die den-Minderheiten angehörenden Angestellten zu entlassen und durch Personal rumänischer Volkszugehörigkeit zu ersetzen, in den Völkerbundskreisen einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht und Missstimmung ausgelöst hat. Daraufhin trat der Ministerrat zusammen und beschloss, wie verlautet, das Rundschreiben Pops zurückzuziehen. Es kam während der Sitzung zu stürmischen Auseinandersetzungen. Neuordnung der Jüdischen Gemeinde Roms Der. italienische Innenminister hat für den 15. Oktober 1937 die Neuwahl des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde in Rom ausgeschrieben- Gegenwärtig werden die Vorstandsgeschäfte von einem Regierungskommissar wahrgenommen, nachdem die nichtzionistischen Mitglieder von ihrem Amte zurückgetreten waren und das Gremium damit beschlussunfähig gemacht hatten. Man erinnert sich, dass dieser Schritt im Zusammenhange stand mit den heftigen Vorwürfen, die einige Zeitungen gegen die Juden wegen ihrer angeblich englandireunducken Haltung in der Palästinafrage gerichtet haben. Es verlautet, dass der Wahlkampf zwischen Zionisten -and Nichtzionisten ausserordentlich heftig sein wird. Gesellschaften informieren soll. Richtlinien für die künftige Tätigkeit des vereinigten Ot-Ose- Komitees wurden in emer Reihe von Erschliessungen niedergelegt. Um die Zulassung zur ärztlichen Praxis in New-York In einer beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten im Namen eines hervorragenden Gynäkologen eingebrachten Klage wird beantragt, den State Board of Regents aufzufordern, fünfzig aus Deutschland eingewanderten jüdischen Aerzten die ihnen mit der Begründung, dass sie die Staatsprüfung nicht abgelegt hätten, bisher verweigerte Zulassung zur Praxis zu gewähren. Ort-Ose-Konferenz in Paris Kürzlich hat in Paris die erste Konferenz des vereinigten Komitees O-l-Ose staüyefunden. An ihr nahmen zahlreiche Delegierte der Ort- und Ose-Verbände in England, Frankreich. der Schweiz, Belgien, Südafrika, Aegypten/Argentinien, Australien, Polen, Lettland "und Rumänien sowie eine grosse Zahl von Gästen teil. Von den Zentralkomitees der beiden Verbände beteiligten sich Dr. Bloom (Kairo). Professor Nico Ginsb o u r g (Gent), Philip Samuel, ein Sohn von Viscount Samuel (London), und S. Shneier (Johannesburg) an den Beratungen. Den Vorsitz führte Colone! I. Levy (London). Als leitendes Zentralorgan für den W'ederaufbau untc den Juden Osteuropas wurde ein vereinigter Ort-Ose- Rat gewählt. Ferner wurde eine Propagandaabteilung geschaffen, die Jie öffentliche Meii-ung über die wirtschaftliche und gesundheitliche Lage der Juden Osteuropas au? dem laufenden halten und sie insbesondere über die Tätigkeit der beiden In der Klageschrift wird darauf hingewiesen, dass vor dem 23. September 1836 350 Aerzte ohne medizinische Prüfung zur Praxis zugelassen wurden, dass aber seither die Ablegung der Prüfung durch den Board gefordert, werde. Die betroffenen fünfzig Aerzte haben durchweg die vorläufigen" Staatsbürgerpapiere erhalten und Prüfungen in englischer Sprache abgelegt. Es befinden sich unter ihnen mehrere hervorragende Spezialisten. Der Beschwerdeführer selbst war früher Dozent in Breslau und hat sich durch bedeutsame Entdeckungen in seinem Fach bekannt gemacht. Ueber die Klage wird im Oktober unter dem Vorsitz von Richter William T. Collins verhandelt werden. , Wann und wo finden Sie Hat? Aus der Arbeit desC-V« Die Landesverbände Rheinland-Westfalen (Essen) und Rheinland-Linksrhein (Köln) des Jüdischen Centrai-Vereins veranstalteten am 22. September in Düsseldorf einen Fortbildungskursus für jüdische Rechtsanwälte über .das Recht der Auswanderung. Devisenberater" Dr. Heinz Cohn (Berlin) gab in zweimal je zweistündigen Ausführungen einen umfassenden klar gegliederten und besonders durch seine prägnante Formulierang erfreulichen Ueberblick des materiellen Devisen rechts, vor allem des Transferrechts, soweit es für Auswanderer von Belang ist, und des Verfahrens. Dr. Heinz Cohn verstand es, wohl allen Teilnehmern, ganz gleich wie weit sie mit der Materie bereits enger vertraut waren, noch manche wichtige Ergänzung zu geben. Zu der Veranstaltung hatten sich Anwälte aus dem gesamten Gebiet der beiden Landesverbände, von Münster, Bielefeld und Paderborn bis nach Koblenz und Trier, in überaus, grosser- Zahl eingefunden. Aus der näheren Umgebung waren die Anwälte fast vollzählig erschienen. Der zweite Teil "der Vorlesung findet am 10. November in Düsseldorf statt. Er ist dem Wertpapiertransfer und dem Sperrmarkrecht gewidmet. Anschliessend soll am gleichen Tage eine Darstellung des Reichsfluchtsteuerrechts gegeben werden. * Lernabend des C-V. in Frankfurt am Main. Dr. Wolfgang S. Matzdorff sprach über „Jüdische Auswanderung". Klar durchhdacht und überzeugend führte er aus, dass von dem Auswanderer, der in der Fremde bestehen will, innere Bereitschaft, die Anpassung an das fremde Land mit seinen Menschen und seinen Sitten, Bereitwilligkeit, von vorne anzufangen, sowie sprachliches und fachliches Können gefordert werden müsse. Durch herzlichen Beifall dankten die sehr zahlreich erschienenen Zuhörer. H. A. F. Arbeit des C.-V. und seinen Bestrebungen regen Anteil.- ■ . Philipp Loevy-Berlin 80 Jahre alt Der Landesverband Gross-Berlin hat^ die grosse Freude, einen seiner treuesten .undältesten . ehreimmtlichen . Mitarbeiter, Philipp Lpevy, zu seinem 80. Geburtstag, den er am ld Oktober in körperlicher Frische und altgewohnter geistiger Elastizität begeht, zu beglückwünschen. Philipp Loevys Verdienst ist es, vor nunmehr fast 30 Jahren die Ortsgruppe Berlin- Wilmersdorf des Jüdischen Centrai-Vereins mitbegründet zu haben. Seitdem setzt er sich in mustergültiger Kleinarbeit — für keine noch so untergeordnete Vereinstätigkeit hielt er sich für zu gut — für den C.-V. ein. Seiner Hingabe verdankt der C.-V. die Zuführung vieler neuer Anhänger. An den Delegiertentagungen des Landesverbandes Gross-Berlin nimmt er, wenn ihn nicht ganz besondere Gründe hindern, stets mit besonderem Interesse teil. Wir wünschen unserem lieben Jubilar, dass ihm seine starke Gesundheit noch lange Jahre erlauben möge, für' uns und damit für unsere Gemeinschaft tätig zu sein. Denn wir können uiyl wollen keinen treuen Freund missen, selbst wenn er in das Alter des Ausruhens kommt. Daher Glückauf für viele weitere segensreiche Jahre! Dr. Bruno Glaserfeld Aus den Familien Louis Schulz (Greifenberg'Pom.V beging seinen' 70. Geburtstag. — Kantor Wolf Warschawski (Havnau) feierte am -4. Oktober seinen 75. Geburtstag." _ Frau . Julka L a d e n d o r f f. die Mutter des lanciährijyen Vorsitzenden der Ortsgruppe Alienstein des"C.-vr, begeht am 9. Oktober ihren 80. Geburtstag. — Frau Dora Levit geb. Benjamin-(Strehlen- Fehles.) wird am 9. Oktober 70 Jahre alt. — Siegfried G o 1 d s c h rn i d t (Berlin W 30) vollendet am 9. Oktober sein 70. Lebensjahr. — Frau Ernestine Löwenstein geb. Katz (Banteln 5. Hannover) feiert am 9. Oktober ihren 75. Geburtstag. —Frau Caroline W o 1 f f geb. Mayer (Sinzig) begeht am 9. Oktober ihren 80. Geburtstag. — Frau Johanna Cohn geb. Hosenbaum (Berlin N) feiert am 12. Oktober ihren 75. Gebortstag. — Binchen F eitler fOffenbaeh a, M.) begeht am 12. Oktober ihren 70. Geburtstag. — Eugen ie Landau (Dresden-A.) feiert am 13. Oktober ihren 7ö. Geburtstag. — Isidor Abraham (Oranienburg), langjähriges Vorstandsmitglied der Synagoge Oranienburg und Delegierter des C.-V., wird am 15. Oktober 60 Jahre alt. — Frau Rickchen Lorch (Frankfurt a. M.) vollendet am 15. Oktober ihr 80. Lebensjahr. — Dr. Hermann Taub mann (Königsberg/Pr.) ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Inspektor Louis A h r e n s , Leiter des Steuerbüros der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M., feierte am 1. Oktober sein Sojähriges Berafsjubiläum. Louis Abrens gehört dem Vorstand des Frankfurter Jüdischen Centrat-Vereins an. Am 9. Oktober feiert Justizrat Dr. Simon in Krefeld seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar, der weit über den Rahmen Krefelds hinaus einen geachteten Namen hat, war bis zum Jahre 1933 lange Jahre Vorsitzender des Krefelder Anwaltsvereins und Mitglied des Vorstandes der Anwaltskammer. Er hat auch viele Jahre den Vorsitz der Krefelder Ortsgruppe des Jüdischen Centrai- Vereins geleitet. Noch heute nimmt er an der Rabbiner Br* Samuel 70 Jahre alt Im Jahre 1894 sah sich die Gemeinde Essen. infolge ihres Anwachsens veranlasst, einen Rabbinatssitz zu gründen. Damals hatte Dr. Samuel, geboren am 6. Oktober 1867 in Culm (Vvestpreussen), gerade seine Studien in der Berliner Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums beendet; die Essener Gemeinde wählte ihn zu ihrem Rabbiner.' Seine amtliche Tätigkeit hat Samuel ausschliesslich in Essen entfaltet. Mit 27 Jahren trat er dort ins Amt, mit 65 Jahren trat er 1932 in den Ruhestand. Samuel ist ein Mann von außergewöhnlich grossen Kenntnissen., sowohl auf dem spezifisch jüdischen wie au! allgemein wissenschaftlichen Gebieten. Mancher meint vielleicht Männer seines Schlages seien auf phot. Sonnenfeld dem Lehrstuhl einer Hochschule mehr am Platz als auf einem Rabbinatssitz. Mir scheint jedoch, dass es ein Glück für eine Gemeinde bedeutet, einen Rabbiner ihr eigen zu nennen, der über sein engeres Fachgebiet hinaus über eine umfassende Bildung verfügt. Das wird einer Gemeinde immer zugute kommen, und so war es auch in Essen.' Wer nun die weitverzweigte Arbeit des Rabbiners einer grösseren Gemeinde kennt, seine Tätigkeit als Kanzelredner, als Religionslehrer,' als -Seelsorger und Ratgeber, als Freund jedes einzelnen und jeder Familie in frohen'und in trüben Stunden, seine Tätigkeit in den jüdisch-wissen- 'schaftlichen Vereinigungen und in den Einrichtungen der Wohlfahrt, der wird nicht verlangen, " dass sein Wirken auch noch über den Kreis der Gemeinde hinausgeht. Das wird nur der Rabbiner ermöglichen, der über ein grosses Mass von Fleiss, geistiger Regsamkeit und Aufgeschlossenheit verfügt. Mit Stolz kann die Essener Gemeinde darauf hinweisen, dass ihr. langjähriger' Rabbiner durch den Besitz solcher Eigenschaften Zeit und Müsse gefunden hat, durch eine ausgedehnte schriftstellerische Tätigkeit jüdisches Wissen in weitere Kreise zu tragen.. Nicht alles, was. er veröffentlicht hat, kann hier, aufgeführt werden, nur einiges sei genannt: „Geschichte der Juden in Essen", erster Teil 1$05, zweiter Teil 1931; „Bibel und Heldentum", fünf akademische Vorlesungen 1915, zweite Auflage 1917, Verlag Lamm, Berlin: „Der deutsche Jude an der Zeitenwende" 1919. Ferner seine Aufsätze in jüdischen Zeitungen, sowie seine Abhandlungen in verschiedenen Sammelwerken: in den „Lehren des Judentums", in den Festschriften für Siegmünd Maybaum, für Cäsar Seligmann. für Claude G. Montefiore. Ganze Generationen von Schülern und Schülerinnen hat Samuel im Laufe von 38 Jahren Wissen vom Judentum und Liebe zum Judentum vermittelt; sie alle blicken zu ihrem Lehrer auf in Dankbarkeit und Verehrung. Das gilt ins- Xjjjrksrlieiii j&öln Aachen Uonn Kreuznach Koblenz Obersteiii Trier Agrippinaliaus. Breite Str. 92 bis 98, III, Zimmer 76-78, Montag-Freitag. 10-13 Uhr. Gemeindehaus. Fromenadenstrasse 21, am 12. und 26. Oktober. 16U-18 Uhr. Im Büro von Rechtsanwalt Dr. Herrinanns, Meckenheimer Strasse -64. am 20* Oktober, 17-I8i,6 Uhr. Gemeindehaus, Adolf - Hitler - Platz 11. am 13. Oktober, 11% bis 13 Uhr. Gemeindehaus, Florinsmarkt .il, am 19. Oktober, 16-17% Uhr. Gemeindezimmer der Synagoge, am 27. Oktober, 1U&-13 Uhr. Im Büro von Rechtsanwalt Dr. Voremberg Adolf-Hitler-Str. 9, am 20. Oktober, 11%-13 Uhr. Mitteldeutschland Dresden Jüdische Wirtschaftshilfe, Zeughausstrasse 3, pt., am 13. Oktober, 16-19 Uhr. Xorddeutschland Hannover Georgstrasse 14. II. am 12. Ok- | tober. 12-14 und 16-17 Uhr. Hessen-STassau Kassel Gemeindehaus, Grosse Rossnstrasse 22, Hof, am 11. (nicht 13.) Oktober, 15—17 Uhr. besondere auch von seiner hochbegabten Schülerin Else Schubert-Christaller, die in ihrer Schrift „Der Gottesdienst der Synagoge" (1927, Verlag von Alfred Töpelmann in Glessen) ihrem verehrten Lehrer herzlichen Dank ausspricht. Eines der stattlichsten und sehenswertesten Gebäude in Essen ist die neue Synagoge, die knapp ein Jahr vor Ausbruch des Weltkrieges, im September 1913, ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Für die innere Ausstattung des Gotteshauses stand dem Architekten in der Person Samuels ein kenntnisreicher Berater zur Seite. Ihm verdankte er die jüdischen Motive für die Goldmosaiken und die Glasmalereien der Fenster. In einer Einheitsgemeinde wie Essen erwächst dem Rabbiner die Aufgabe, für die verschiedenartigen Richtungen und Strömungen innerhalb der Gemeinde Verständnis aufzubringen. In der Behandlung und Betreuung der Gemeindemitglieder soll er keinen Unterschied kennen zwischen den konservativen und den fortschrittlichen Elementen, zwischen Zionisten und Nichtzionisten, zwischen Westjuden und Ostjuden. Samuel ist dieser durchaus nicht leichten Aufgabe kraft seines edlen Menschentums in vollem Umfang gerecht geworden. Das hat ihn indessen niemals daran gehindert, seine persönliche Stellung zu den jüdischen Fragen in aller Offenheit zu vertreten. Aus tiefster Ueberzeugung bekennt er sich zur religiös-liberalen Richtung, und - er hat dieser seiner Ueberzeugung: stets in Wort und Schrift'Ausdruck-verriehen. Seit nunmehr fünf Jahren lebt Samuel im Ruhestand. Wenn aber ein bekannter talmudischer Ausspruch lautet: „Die Gelehrten kennen keine Ruhe" (Traktat Berachott 64a), so liefert Samuel einen Beweis für die Wahrheit dieses Ausspruchs. Er kennt keine Ruhe, er gönnt sich keine Ruhe, sondern arbeitet, von seinen früheren amtlichen Pflichten entbunden, jetzt erst recht an seiner Weiterbildung mit unermüdlichem Eifer. Dass ein gütiges Geschick ihm auch künftig die Gesundheit des Körpers und die Frische des Geistes erhalte und ihn so befähige, uns noch manche Frucht seines emsigen Schaffens zu schenken: das ist unser herzlicher Wunsch aus Anlass der Vollendung seines siebzigsten Jahres. Rabbiner Dr. Norden, Hamburg. Jahresversammlung des Hilfsvereins der Juden in Deutschland e. V. Am 14. Oktober d. J., abends 20.15 Uhr, findet im Roten Saal des Brüdervereinshauses, Berlin W, Kurfürstenstrasse 115/116 die -36. Jahresversammlung des Hilfsvereins der Juden in Deutschland statt. Der. Präsident des Kuratoriums, Mas M. Warburg, .sowie Dr. Mark Wischnitzer, Vorsitzender des Vorstandes, werden über die Leistungen des Hilfsvereins in den beiden letzten Jahren berichten. Der Rechnungsbericht wird von dem Vizevorsitzenden des Kuratoriums, Willy Dreyfus. erstattet werden. Der Zutritt ist nur Mitgliedern gestattet. Aus der wissenschaftlichen Welt Am 10. Oktober vollendet der gelehrte Talmudist Dr. Baruch Kahane sein 70. Lebensjahr. Seit mehr als 40 Jahren ist er in Be r.lin ansässig, wo er zahllose dankbare und. ergebene Schüler im Talmud unterrichtet hat. Insbesondere sind ihm zahlreiche Rabbiner der letzten drei Generationen verpflichtet, die ihm den besten Teil ihres 'Talmudwissens verdanken. Viele Jahre war er einer der Hauptlehrer der Talmud Tora Knessat Jisroel, seit einem Jahrzehnt bat er auch an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums Talmud doziert. Sanitätsrat Dr. Ernst. Gebert., Hautarzt, Berlin, feiert am 8. Oktober sein' SOjähriges Doktorjubiiäum. Wegen postalischer Schwierigkeiten können wir den Sprachkurs Apprendam brasileiro erst in der Nummer vom 14. Oktober fortsetzen. fteusserste Preise für Tepp gehe ® Gardinen •Läufer TE P P1C II HA US £ EN TRI] M Berlin C2, Spandauer Strasse 28 an der Könisstrasse

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