Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 39 (30.9.1937)
- Date
- 1937-09-30
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 39 S.Beiblatt Bernau der Seite 11 30. Septbr. 1937 Vor Med Milier arabischen Kulissen Von unserem ^-Palästina-Berichterstatter Tel-Aviv, 22. September. Während die öffentliche Meinung des jüdischen Palästina mit Nachdruck hervorhebt, dass die Beratungen in Genf — trotz aller negativen Momente — doch eine eindeutige Anerkennung der jüischen Rechtsansprüche aus Mandat und Raifour-Deklaration gebracht habe, versucht die arabische Seite eine neue Front für den kommenden politischen Endkampf zu bilden. Der Versuch einer solchen Frontbildung durch die panarabische Konferenz in Bludan (Syrien) ist gescheitert. Aus Palästina durften nur Anhänger des radikalen Mufti von Jerusalem teilnehmen, aus den anderen arabischen Ländern war kein Mitglied der Regierungen oder auch nur der Regierungsparteien erschienen. Selbst in arabischen Kreisen wird übrigens die Meinung vertreten, dass zum Beispiel der Vorstoss des :yptischen Aussenministers in Genf mehr die Bedeutung einer freundschaftlichen Demonstration gehabt habe, dass aber gerade dieses Land im Ernstfall nicht daran denken werde, die Kreise der englischen Politik im Nahen 0?ten zu stören. Auch die Regierungen von Syrien und Libanon, die eben jetzt in Handelsvertragsverhandlungen mit Palästina stehen, dürften — trotz der radikalen Beschlüsse von Bludan — kaum geneigt sein, ihren weitaus grössten Exportkunden, desen Einfuhrkraft im wesentlichen auf den jüdischen Wirtschaftssektor beruht, durch politische Boykottmassnahmen zu attackieren. Wie stark die Zusammenkunft von Bludan als eine Versammlung von Oppositions- und nicht Regierungsvertretern abgestempelt war, zeigt deutlich eine Tatsache: Der Emir Abdallah liess die transjordanischen Delegierten nach ihrer Rückkehr verbannen oder unter Polizeiaufsicht stellen. Man sagt, dass der Emir mehr mir. den Ansichten des etwas weniger intransigenten palästinensischen Parteiführers Naschaechiebi sympathisiere, der sich in offenem Gegensatz zum Mufti gestellt und seine Vertreter sogar aus dem obersten arabischen Rat;urückgezogen hat. Der Mufti dagegen soll sich I aussenpolitisch mehr auf den mächtigen Nachi bar und RivaleD des Emirs stützen, den Herrscher der arabischen Halbinsel und der Heiligen SKädte des Islam, Ibn Saud. Eben jetzt aber scheint, wenn die noch etwas unklaren nach Palästina gelangten Meldungen sich bewahrheiten sollten, ein wichtiges Abkommen zwischen Abdallah und Ibn Saud, offensichtlich unter Mitwirkung Englands, zustandegekommen zu sein. Die „Palestine Post" gibt arabische Auslandsmeldungen wieder wonach über den Hafen von Akaba am Roten Meer eine Einigung erzielt worden war. Dieses war offenbar das Ergebnis des geheimnisvollen Kronrates, zu dem König Ibn Saud seinen Londoner Gesandten hinzugezogen hatte. Akaba liegt an einer Dreiländerecke. Transjordanien, Palästina und Saudiarahien — und die Besitzverhaltnisse waren niemals endgültig geklärt worden. Die Spitzen der englischen Militär- und Zivilverwaltung haben diesen Punkt, der neben Suez einen zweiten Zugang zum Nordzipfel des Roten Meeres darstellt, gerade in letzter Zeit besondere Aufmerksamkeit zugewandt. Es ist zu vermuten, dass sich jedenfalls England in diesem Bezirk gewisse Arbeitsmöglichkeiten gesichert hat. Jedenfalls werden — nach den bisherigen Meldungen — Saudiarabens Ansprüche auf Akaba anerkannt, und Transjordanien soll als Entschädigung eine recht erhebliche Barzahlung in jährlichen Raten erhalten. Ausserdem will man wissen, dass Ibn Saud den seit Absetzung des letzten türkischen Sultans verwaisten Posten eines Kalifen des Islam offiziell einnehmen wolle. Ein solches Abkommen zwischen Saudiarabien und Transjordanien würde wahrscheinlich wie eine Bombe in das aussenpolitische Gefüge der Mufti-Partei einschlagen. Im Gegensatz dazu ist eine andere Bombe erfreulicherweise nicht geplatzt, die Bombe nämlich, die man in das Auto des Emirs, auf der Durchreise durch Beth Schean in Palästina, unter dem Sitzkissen gefunden hat. In Rabath Aman, der Hauptstadt Transjordaniens, wurde ein Kreis von Personen verhaftet, denen teils verbotene Waffenkäufe, teils Anschläge gegen das Leben des Emir und hoher Staatsbeamten vorgeworfen werden. In dem grossen Prozess, der dieser Tage begonnen hat, wird auch Naschaschibi als Zeuge auftreten. An diesen, mit dem Emir befreundeten arabischen Parteiführer hatte sich der für 200 LP gedungene Mörder gewandt, als er doch im letzten Augenblick Gewissensbisse bekam, und Naschaschibi veranlasste ihn dann, wie der „Haarez"' nach arabischen Quellen berichtet, die transjordanischen Behörden zu verständigen. Ueberhaupt regt sich wachsender Widerstand gegen den innerarabischen Terror, dem angesehene Persönlichkeiten der arabischen Opposition in letzter Zeit ausgesetzt waren. Die Ermordung des Naschaschibi-Anhängers Abd el Salam in Djenin, einem Zentrum der Unruhen von 1936, hat dort grosse Erregung ausgelöst. Eine von Tausenden besuchte Protestversammlung wandte sich mit einem dringenden Appell an die Behörden — eine sonst dort wenig beliebte Adresse — und forderte verstärkten Sicherheitsdienst. Auch in Kreisen syrischer Nationalisten fanden aus diesem Anlass Kundgebungen statt, wobei namentlich darauf hingewiesen wurde, dass der Ermordete keineswegs ein „Verräter" an der nationalen Sache gewesen sei, sondern ein aktiver Kampfgenosse des militärischen Führers der Revolte von 1936, Fawzi Kawki. Dass er aber mit der gegenwärtigen Taktik der Mufti-Partei nicht einverstanden gewesen war. geht daraus hervor, dass er sich in einem Telegramm an den Mufti kritisch über den Konferenzverlauf in Bludan geäussert haben soll. In allerletzter Zeit sind nun aber doch wieder Annäherungsversuche zwischen dem Mufti und seinen Gegnern gemacht worden. Durch Vermittlung eines arabischen Journalisten soll der Emir dem Mufti Vorschläge für eine Kompromisslösung in der palästinensischen Frage gemacht haben. Vom jüdischen Standpunkt aus dürften auch die „gemässigten" Vorschläge des Emir, soweit sie bisher in der hebräischen und arabischen Presse durchgesickert sind, kaum eine annehmbare Lösung darstellen. Immerhin soll aber der Emir wenigstens vorgeschlagen haben, für die Juden, im Rahmen eines autonomen arabischen Staates, gewisse Rechte auf Ansiedlung und Bodenkauf, wenn auch mit erheblichen Einschränkungen, im neuen Palästina-Status zu verankern. Der Mufti hat sich seine Antwort ' vorbehalten. In Genf ist. wie bekannt, eben jetzt nochmals festgestellt worden, dass bis zur endgültigen Entscheidung der Vollversammlung des Völkerbundes Mandat und BalfOur-Deklaration in Kraft bleiben und dass Beschränkungen der darin verankerten jüdischen Siedlungsrechte nicht zulässig sind. Man rechnet hier damit, dass auch die Einwanderungsbeschränkung auf ein politisches Maximum spätestens im Frühjahr 1938 wieder aufgehoben werden wird und dass weitere Einschränkungsmassnahmen für die Uebergangszeit nicht erfolgen werden. '^:tmk'id/eä£ Von Fritz Benjamin 4. Fortsetzung Die Citrusbäumchen — Orangen, Zitronen, Pampelmusen — sind in Heersäulen angetreten, sie steigen in verjüngten Spiralen um einen niederen Hügel, stürzen sich perspektivisch gedrängt in eine flache Mulde, strömen unzählbar von allen Seiten herbei und übersprengen das Land mit eiaer gehorsamen Masse. < Sie begleiten die Strasse mit fruchtbeladenen Büschen, kugelrund und kaum mehr als mannshoch. Ihr Laub ist von unnatürlicher Glätte wie lackiertes Blech, und die grossen rötlich-gelben Früchte prallen einem in die Hand. Hier und dort ist in den niederen dunkelgrün-glänzenden Wald das weisse Rechteck eines Gebäudes geschnitten. Eine Schneise öffnet breiten Zugang zu einer Häuserreihe: Haus steht bei Haus in der gleichen nüchternen Bereitschaft, eins wie das andere, eine kriegerische Lagerstrasse, unromantisch, Schlich und keineswegs heimelig und herzhaft anmutend. Der kleine Garten ist zwar einem jeden abgesteckt, aber noch kantet das weisse Bauwerk nackt und kahl aus der aufgeworfenen Erde. Aber plötzlich bricht die Front der gepflanz- *en Sträucher und Stämme ab. Auf Handbreite nebeneinander liegt der erlöste Boden und das unselige Chaos: denn die steinerne Wüste, geröllübersät, blendet wie ein Schindanger gegen °en Himmel, Niemandsland, von der Zeit verlassen und zur Einöde geworden. Es schüttelt einen bei diesem Anblicke, das Herz will stekken, die Wut einen packen! Ist das noch dasselbe geographische Land, dieselbe Lebensgemeinschaft, wenn das Kind neben dem Kadaver gedeiht! — Aber drüben auf der nächsten Hügellinie lockert sich schon sichtbar der rötliche Boden, und dieselben unermüdlichen Reihen der unmündigen Bäumchen treten wieder zu einer neuen Front zusammen. Zeitlupen- Genfer Nachklänge Während sich so im innerarabischen Lager eine neue Wandlung der Verhältnisse anzubahnen scheint, hat der Fortgang der Palästinaberatungen in Genf kaum noch neue Gesichtspunkte erbracht. Die VI. (politische) Völkerbundskommission hat ihre Aussprache über die mit dem Palästinamandat zusammenhängenden Fragen abgeschlossen. WTie zu erwarten, ist es dabei zu einer Stellungnahme dieses Gremiums in dem einen oder anderen Sinn nicht mehr gekommen, sondern es wurde übereinstimmend zum Ausdruck gebracht, dass, da die britische Regierung nunmehr zur weiteren Prüfung des Teilungsproblems ermächtigt sei, eine abwartende Haltung eingenommen werden müsste. Dieser Gesichtspunkt war denn auch kennzeichnend für die Reden, die die Mitglieder der Kommission vor Schluss der Debatte hielten. Für die Kleine Entente wurde zum Ausdruck gebracht, dass auf die Schaffung von Einwanderungsmöglichkeiten für Juden grösster Wert gelegt werden müsse. Der Delegierte des Irak stellte die Frage, warum diejenigen europäischen Staaten, die einen Ausweg für ihre überschüssige Bevölkerung suchen, darauf bestehen, dass gerade die Juden diejenigen sein sollten, die auswandern. Er übte dann Kritik an den Auslegungen der Balfour-Deklaration, die dahin gingen, dass Lord Balfour die Schaffung eines Judenstaates ins Auge gefasst habe. Der englische Vertreter stellte erläuternd fest, dass die britische Regierung nur um die Ermächtigung zur Prüfung des Problems unter besonderer Berücksichtigung des Teilungsgedankens, nicht aber um die Ermächtigung zur Teilung selbst nachgesucht habe. Auch der lettische Aussenminister hat in einem Interview diese Tatsache unterstrichen undbemerkt, dass der Völkerbundsrat das Teilungsprinzip nicht angenommen habe. Er hat damit nochmals auf die abwartende Stellungnahme der Völkerbundsinstanzen verwiesen, was im Hinblick darauf, dass er der vom Rat eingesetzten „Dreierkommission" zur Prüfung der 'Palästinafrage angehört, besonders bemerkenswert ist. Erwähnenswert ist noch, dass die Stellungnahme Aegyptens zum Teilungsproblem, die bekanntlich starken Beifall auf arabischer Seite gefunden hat, nur sehr theoretisch gemeint gewesen zu sein scheint (vgl. die Meldung unseres *-Berichterstatters aus'Tel-Aviv). Die Tageszeitung „El Mokattam", das Sprachrohr des ägyptischen Ministerpräsidenten, macht in einem Leitartikel dem Irak und der Türkei Vorwürfe wegen ihrer angeblich indifferenten Haltung gegenüber 'den palästinensischen Arabern. Das Eingreifen Aegyptens, heisst es dann aber weiter, sei mit der Erklärung des Aussenministers vor der Völkerbundsversammlung als abgeschlossen zu betrachten. Andererseits ist zu verzeichnen, dass der Ministerpräsident Anfang Oktober eine Delegation der palästinensischen Araber empfangen wird. Wie die ITA aus London erfährt, wird die neue Palästinakommission, die England auf Grund der Völkerbundsbeschlüsse nach Palästina entsenden soll, nicht vor Ende Oktober eingesetzt werden. Englische amtliche Kreise meinen, dass in dieser Sache nicht mit besonderer Eile vorgegangen werden solle, sondern dass erst alle technischen Vorarbeiten erledigt werden müssten. Halbamtlich verlautet, dass ein Teil der Mitglieder der Peel- Kommission in die neue Kommission übernommen werden dürfte, damit ihre aus unmittelbarer Anschauung gewonnenen Erfahrungen nutzbar gemacht werden können. Distrikts - Kommissar Andrews ermordet Der Distriktskommissar für Nordgaliläa. Andrews, ist am Montag einem Anschlag arabischer Terroristen zum Opfer gefallen. Die tödlichen Schüsse fielen, als Andrews in Begleitung des ihm zu seiner persönlichen Bewachung beigegebenen britischen Polizisten, Peter Robertson, McEwan und des stellvertretenden Distriktskommissars für Haifa, Pirie Gordon, die anglikanische Kirche in Nazareth verliessen. Andrews hatte bemerkt, wie die Angreifer auf ihn zielten und konnte noch Gordon warnen, der sich niederwarf und so dem Tode entging. Andrews selbst aber wurde durch mehrere Schüsse am Kopf, Brust und Unterleib so schwer verwundet, dass er sofort starb. Sein Leibwächter McEwan wurde an Schulter und Brust verwundet und erlag eine halbe Stunde später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Ueber Nazareth wurde sofort der Ausnahmezustand verhängt. Der Angriff ist angeblich von drei Männern verübt worden, von denen zwei den Tarbusch trugen, während einer wie ein Fellache gekleidet war.'Es ist bisher nicht gelungen, der Täter habhaft deutlich sieht man's zusammen wachsen. Jahrein, jahraus arbeiten sie sich einander entgegen und verschlingen die traurige Vergangenheit der Wüsten. Sie treiben ihren Angriff vor und drängen zum befreundeten Genossen um ihrer Gemeinschaft willen. — Das hier ist Palästina und seine neue Wirklichkeit! Ich erwache in einem jüngeren Zustande: alles ist offen und einfältig in einer positiven Gegenwart. Ich kann nicht mehr an den schönsten Garten Europas denken, der es so leicht hat, sich in seiner gesättigten Tradition pfleglich und anspruchsvoll zu sonnen. Ich sehe nur noch den unbeschreiblichen jungen Ernst dieses Landes, und seine Jugend, von soviel Ernst erschüttert, von soviel Liebe mitgenommen und in früher Strenge verzehrt! Dies Land ist nicht blind — wie die Stadt —, sondern von einer übergesichtlichen Klarheit, die vor dem Willen zum neuen jüdischen Menschen keine begrenzende Form irgendeiner staatlichen, wirtschäft- liehen, kultureilen Zielsetzung anerkennt! Weil ich so die Wirklichkeit des jüdischen Landes erlebte, vergass ich seines langen mühseligen Weges. Wir verliessen den Wagen und gingen durch morastig-schwere Strassen eines Dorfes an Gemüsegärten entlang, die von Oleandersträuchern umbuscht waren. Das Gefühl des eroberten jüdischen Bodens war ganz fest in mir. — Zwei kleine Jungens kamen des Wegs: kein Zweifel, auch sie mussten das sein, was ich in aller Welt um mich erwartete — kleine Palästinenser! Als ich sie fragend anrief, stiessen sie sich schmunzelnd mit den Ellbogen und sahen mich von unten herauf mit ihren Kinderaugen an. Nein, sie konnten mich nicht verstehen! Wenn die Wüste blüht, müssen die Kinder hebräisch schwatzen! — Aufs Geratewohl! Wie heisst du? — Chajim! — Ja wie? Verstehst du denn deutsch? — Chajim werde ich genannt! Aber eigentlich heisse ich Heinz und bin aus Frankfurt am Main! Siehst du, mein Lieber, auch das und das und das ist Palästina! Aber man muss erst seinen Blickpunkt finden. Solange man den malerisch verkrüppelten Oelbaum vor den weissen Steinhöhlen des Araberdorfes oder die schwarzberockten Ghettogestalten in der Herzlstrasse von Tel-Aviv für Palästina hält, weiss man es noch nicht. Solange man als Europäer die romantische Seite aufsucht oder mit optimistischen Begriffen von Kultur die Welt verbessern möchte, solange weiss man nicht, was Palästina ist. — Die Wüste und der ganz und gar unmalerische Orangengarten sind Palästina und Erez Israel, —• und der kleine Chajim aus Deutschland, der eigentlich Heinz heisst! IV Am Strande In den engen Gassen von Jaffa ist der Orient zu Hause. Vergiss es nicht, dass es von dort hierher nur einen kurzen Ausflug den Strand herunter bedeutet! Vergiss es nicht, dass diese jüdische Stadt Tel-Aviv dem asiatischen Erdteile aufgesattelt ist, und dass die ungeheure arabische Halbinsel das ganze Europa im Sandsturm ersticken könnte! Das alte Jaffa ist eine feste Burg neben der sorglosen Geräumigkeit von Tel-Aviv. Es hockt auf seinem Felsen, der weithin die Küste beherrscht. Dort im Süden siehst du den Felsen und die Klippen vom niederen Sandufer vorspringen, dort im Norden schläft und verfällt auf der Dünenhöhe ein muslimischer Friedhof. Dazwischen wohnt und hastet das jüdische Tel-Aviv. --Da blinzelt man denn am Strande der sinkenden Sonne nach. — Im Westen das Meer, Europa, der Abend! Aber des ..Morgens kommt das Licht über das rötliche Land von Osten, von Jerusalem, Bagdad, ja von Indien! Welch starkes Gefühl der Himmelsrichtungen und welch lebendig greifbarer Zustand! In der binnenländischen Ebene wird es belanglos, wo Ost und West sich begegnen; ringsum stehen dieselben Felder und Wälder, und die Sonne umklammert eine festbehütete Erde. Hier aber gilt es eine reinliche Scheidung: Ost oder West, das Land oder das Meer! , .. Die Leute kommen, um ihren Abendspaziergang zu machen, bürgerliches Publikum in städtischer Kleidung, Arbeiter in Lederjoppen mit hohen Stiefeln. Sie lassen ihr Selbstgefühl spüren und schlendern in Reihen, das Mädel am Arm, über die Front des jung erbauten Landes. Liegestühle warten, zu Paaren geordnet, auf geselligen Besuch. Taucht zwischen ihnen ein bräunliches Geschöpfchen auf und streckt mir die zierliche Hand entgegen. Ihre Fingernägel sind rot gefärbt, ein schwarzer Kittel fällt auf die blossen Füsse, und über die niedrige Stirn unter dem wirren Haare ist ein violettes Muster gezeichnet. Sie trägt am blauen Halskettchen Vermögen und Aussteuer, einen blank geriebenen Maria-Theresien-Taler, und heischt ihren Bakschisch. —■ Drüben marschiert in gesittetem Zuge eine Mädcbenklasse nach Hause. Es begleitet die weisshaarige Lehrerin mit besorgten Augen die SRk im, mkie die &~y*-ititMfy M4k mM m&elmksi§ U&m Senden Sie mir bis auf Widerruf die Zeitung 99 Pfennig für Oktober, November, Dezember zahle ich bei Vorlage der Postqurrtung an den Briefträger. Name: Ort:....... Strasse: Ausschneiden und mit 3 Pfg. frankiert oder auch unfrankiert senden an: C.-Y.-Zeitung, Vertrieb, Berlin W 15, Emser Strasse 42. Telef. 92 81 41.