Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 38 (23.9.1937)
- Date
- 1937-09-23
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 12 C.-V.-Zeitung Nr. 38 »21 September 1937, forderte strenge Bestrafung und wies darauf hin, dass die Unruhen des Jahres 1929 von einer ähnlichen Gesetzesübertretung ihren Ausgans genommen haben. Shertok mahnt zur Verantwortung Das starke Verantwortungsgefühl der führenden jüdischen Menschen für die Aufrechterhaltung der Besonnenheit und Disziplin unter den Juden, fand in einer Ansprache des Leiters des politischen Departments der Jewish Agency Mosche Shertok, anlässlich einer in Tel-Aviv abgehaltenen Massenversammlung seinen Ausdruck. Shertok kam auf die an Arabern verübten Morde zu sprechen, und sagte, es sei unbekannt, wer die Mörder seien. Wenn aber auch nur ein einziger von ihnen von Juden verübt worden sei, ~so müsse klar und unzweideutig erklärt werden: zwar könne man die Gefühle!' die eine jüdische Hand zu einer solchen Tat getrieben habe, verstehen, und vielleicht sogar rechtfertigen, aber man habe es hier nicht mit Fragen de? Gefühls, sondern mit der Schicksalsfrage eines Volkes zu tun. Deshalb dürfe man sich nicht von Augenblicksinstinkten umnebeln lassen, die vom rechten Wege abführen. „Das Jahr 1936;\ fuhr Shertok fort „haben wir im Zeichen der Selbstbeherrschung durchlebt. Diese Haltung der Juden, die nicht bedeutet, dass wir auf Aktivität verzichten, hat zu einer Reihe positiver Ergebnisse geführt, wie Aufrechterhaltung der Einwanderung, und Aufstellung eines von der Regierung bestätigten bewaffneten Verteidigungskorps. Damit, dass wir gezeigt haben, dass wir die Angegriffenen sind, haben wir nicht verlangt, dass andere uns schützen. Wir haben selbst' Bewaffnung gefordert, um uns zu verteidigen, nicht aber, "um Unschuldige leiden zu lassen. Auch jetzt, selbst wenn Araber von jüdischer Hand gefallen sein sollten, kann man sagen, dass dies nur eine Reaktion war, aber es ist nicht gut, wenn man es soweit kommen lässt, dass man sich verantworten muss. Wir werden weder uns noch andere davon überzeugen können, dass es für uns schön ist und unser Selbstvertrauen stärkt, wenn Araber sich fürchten müssen, an einem jüdischen Stadtviertel vorbeizukommen. Solche Taten kann man nicht in eine Reihe stellen mit den Heldentaten von Tel-Chaj, mit der Verteidigung von Jerusalem usw. Palästina hat eine Tradition der Wahrhaftigkeit von Petaeh Tikwa und den Bilu- Kolonien angefangen bis zum Haschomer und der Hagana. Aber Angriffe auf unschuldige Araber in oder bei jüdischen Siedlungen verletzen diese Tradition. Wir werden dies nicht zulassen. Die vor uns stehende schwierige Epoche erfordert, dass wir unsere Positionen mit ruhigem Mut wahren, nicht aber durch unverantwortliche Taten gefährden." Entschädigungs <■ Gelder an Palästina-Opfer Der Waad Leumi wird in den nächsten Wochen die Verteilung der Gelder vornehmen, die die Regierung für die Angehörisen der bei den vorjährigen Unruhen Getöteten und Schwerverwundeten bestimmt hat. Von den 30 000 Pfund, die für diesen Zweck bereitgestellt worden sind, werden 18 000 Pfund'zur Verteilung an Juden gelangen. Von dieser Summe erhält das jüdische Jerusalem und seine Umgebung 4200 Pfund für 20 Tote und 29 Verwundete: der Kreis Tel-Aviv erhält für 53 Tote 6900 und für 58 Verwundete 1727 Pfund: für Natania und Umgebung ist ein Betrag von 1275 Pfund für 10 Tote und 160 Pfund für 6 Verwundete bestimmt worden; Haifa und Umgebung erhält 1800 Pfund für 10 Tote und 270 Pfund für 6 Verwundete; Nazaret mit Umgebung 1050 wurde Gleichnis, und ihr Raumgefühl hielt den Bedrohungen ihrer polirischen Umweit nicht stand. So wurden sie Heimatlose! Das Gegenständliche blieb ein zu vernachlässigender Zustand. Die alte Aufgabe ist ungelöst, ein jüdisches Volk mit der Fülle sinnlichen Erlebnisses zu formen, ohne der eingeschleppten Beute eines Hellenismus alter oder neuer Prägung zu verfallen. Wer aber zum politischen Räume strebt, fange von unten an, beim Nahen und Nächsten! Im jüdischen Lande muss die Wirklichkeit wachsen, hier muss seine Körperlichkeit verbildlicht werden! Zionistische und künstlerische Gedanken begegnen einander. Gib dem Erlebnis seinen Leib, gib ihm die Erdenform seiner arbeitenden Menschen .,. * Fahren wir mit dem Autobus aufs Land hinaus! Irgend wohin! — Du erwartest von mir keine landwirtschaftliche und nationalökonomische Belehrung; denn dieser Beschreibungen ist Legion, und die Sucht zur Tendenz erstickt auch in der literarischen Form jede Sinnlichkeit. — Hier ist das Land, ein schwerer roter Boden, und us nicht zu weiter Ferne streicht die gelbbraune Berglinie Judäas unter dem östlichen Horizonte dahin. Auf den Chausseen begegnet sich ein ununterbrochener Verkehr: Menschenbepackte Autobusse, kleine Fordkästen und dicke stuckernde Lastwagen, ein Reiter auf einem Eselchen... Leichte Hügelwellen hinauf und hinunter, das Land wirft sich einem entgegen. Junge Zypressen kräuseln sich an den Strassenrändern entlang. Man pflanzte sie als schützenden Schleier für Gärten und Felder, und sie stehen hier so landkartenmässig enteignet wie jene unabsehbaren Pappelreihen, mit denen Napoleon sich, und seinen Armeen die Erde zumass. Ich muss an die südfranzösiscbe Landschaft denken, die mir Wann und wo finden See Rest? Pfund für 6 Tote und 115 Pfund für 4 Verwundete. Insgesamt werden Entschädigungen für die Hinterbliebenen von 99 getöteten und für die Angehörigen von 103 verwundeten Juden bewilligt-. Wie im palästinensischen Amtsblatt bekannt gegeben wird, sollen ausser den Hinterbliebenen der bei den Palästinaunruhen Gertöteten und den Angehörigen der Schwerverwundeten auch solchen Personen im Gnadenweg Entschädigungen gewährt werden, die unschuldigerweise Verluste an Eigentum erlitten haben. Palästina - Wirtschaft geographisch gesehen Von unserem Dr. E. R—z-Palastina-Berickterstaiter Der Kreis der Interessenten an der wirtschaftlichen Zukunft Palästinas ist vielleicht zahlenmässig noch grösser als an der politischen, aber mehr noch als anderswo steht beides in enger wechselseitiger Verbindung. Die sich von Jahr zu Jahr steigernde Aufnahmefähigkeit Palästinas — ein Produkt von Menschen- und Kapitalzustrom — als Absatzgebiet hat bereits eine sehr beachtliche geographische Streuung entwickelt. In den Grössenordnungen des Welthandels ist Palästina, das heutige Staatsgebiet, doch eine ausgesprochen kleine Einheit, gemessen sowohl an . den Begriffen der westlichen und mehr noch der östlichen Welt; dennoch hat es nach etwa fünfzehn Jahren intensivierter Wirtschaft eine geographisch uneingeschränkte Verknüpfung mit allen Erdteilen. Die Zerstreuung der Juden über die alte und neue Welt trägt ihr Teil zur rascheren Einbeziehung Palästinas in das Welthandelsnetz bei, zum Nutzen aller Länder, die am Austausch ihrer Natur-und Arbeitsprodukte interessiert sind. Dass die Einwanderung insbesondere des letzten Jahrfünfts, den Güterbedan" zahlenmässig vervielfachen und qualitativ vertiefen musste, bedarf keines tabellarischen Beweises; nur zwei Zahlen als Anhaltspunkt dafür: vor einem Jahrzehnt (1926) betrag der Gesamtumsatz des Imports und Exports einschliesslich des Transitverkehrs-übe*- die palästinensischen Grenzen etwa 160 Millionen RM (es wird hier stets die annähernde Kaufkraftparität von 20 RM gleich 1 P. Pfund eingesetzt), zehn Jahre später (1935) hat sich diese Zahl fast verdreifacht, es sind etwa 450 Millionen RM! Zwei Fragenkomplexe stehen im Lichte des allgemeineren Interesses: welche Länder produzieren diese beachtlichen Werte durch ihre Handelsbeziehungen zu Palästina und durch ihre Abnahmebereitschaft, und die zweite Frage: welches sind die wichtigsten Produkte, die ^Palästina braucht und verbraucht, und welche 'gibt es ab. Hier zunächst zur Beantwortung der ersten, der geographischen Seite der palästinensischen Weithandelsverknüpfung. In einem Einwanderungsland und insbesondere unter den Sonderverhältnissen der Einwanderung des letzten Jahrfünfts verbunden mit einem gewissen warengebundenen Kapitalzustrom überwiegt der Import den Warenexport um ein Mehrfaches. Innerhalb der eben erwähnten Zahl von 450 Millionen RM sind für etwa 360 Millionen Importe nach Palästina hinein enthalten (also zu etwa 80 Prozent), für nur etwa 80 Millionen RM Exporte, aus Palästina heraus, und etwa 10 Millionen RM werden durch den Transitverkehr repräsentiert. Diese letztere Zahl enthält nicht das wichtige Rohöl, das aus der Pipeline in Haifa verschifft wird; eine Bemerkung zu diesem interessanten Seitenstück des Transits wird an anderer Stelle angefügt werden. Nun zu den grösseren Steinen des territorialen Import-Mosaiks. W ob er bezieht Palästina die Waren, die es braucht und verarbeitet? Wir ziehen die Werte von 1935 heran, die ein einwandfreieres Bild bieten müssen als die des Unruhejahres 1936. Deutschland und England marschieren die Erinnerung an Europa mitgegeben hat: was war das für eine heitere Genüsslichkeit, die scheinbar dem Zufall entsprang und in die Fernen hinein über Büsche und Baumgruppen jedem das Seine bestimmte und doch in aller Lockerung ihre räumliche Intimität hatte! Da standen Zypressen wie Ausrufungszeichen auf den Hügeln und formten die Erde zum Garten. Hier aber spürst du nichts davon. Denn die Luft ist leer wie der reinste wolkenlose Kristall, sie besteht aus Atomen, die ungebändigt einander bedrohen, und alle Dinge ragen in ein uferloses Licht. Die Trockenheit der Atmosphäre hat etwas Unlebendiges bei aller Ueppigkeit. Man möchte fast sagen, dass die drohenden Hecken, wie sie der Araber aus zähen Kakteen um seine Pflanzungen wuchern lässt, dem Sinn dieses Bodens eher entsprechen. Aber es sind gefährliche Mauern, die auch das Beschützte voll wilder Triebkraft nicht verschonen. (Fortsetzung folgt.) Pommern Ä'enstetti« 29. September im Büro von Rechtsanwalt Ehrenfried.- Die Jugend-Alija berichtet Die jüdische Jugend-Alija E. V. gibt eine Sammelschrift heraus, die ein lebendiges Bild von dem Treiben ihrer Jugendlichen in Palästina und den erzieherischen Problemen ihrer Arbeit bringt. Aus allen Schilderungen der jungen Menschen spricht eine echte Beziehung zu der neuen und bis dahin ungewohnten Tätigkeit. Dass die Führer der Alija eine umfassende, weltoffene, wissensmässige und künstlerische Vorbildung für unbedingt erforderlich halten, ist besonders erwähnenswert. Das Heft ist trotz seiner überbetont einfachen äusseren Aufmachung geeignet, das Vertrauen der jüdischen Elternschaft in Deutsehland zur Jugend-Alija, die über das Schicksal vieler ihrer Kinder die Verantwortung übernommen hat und täglich neu zu übernehmen bereit ist, zu stärken. Noch anschaulicher geschieht, dies durch eine geschmackvolle Bildermappe, die die Leitung der Jugend-Aiija zu Rosch Haschana soeben herausgibt Neben den Bildern von Henrietta Szold und Recha Freier enthält die Mappe plastische Fotos der Landschaft sowie der Ausbildung und Arbeitsweise der jungen Menschen in Palästina. weit an der Spitze der Länder, die Waren nach Palästina liefern. 1935 wurden für etwa 65 Millionen Reichsmark englische Waren und für etwa 44 Millionen Reichsmark deutsche Waren (nach der pal. Statistik und unter Ansetzung der Parität von 20 :1) nach Palästina verkauft; das sind Zahlen, hinter denen die anderen Lander natürlich zurückbleiben müssen. Betrachtet man aber England nicht für sich allein, sondern das ganze Britische Empire — also alle Dominien und sonstigen Besitzungen, so herrscht natürlich der palästinensische Import aus diesen Gebieten weit vor. Es ist interessant, festzustellen, dass auch die entferntesten Teile des Empires Produkte nach Palästina verkaufen. So ist Australien mit einem Export von fast 5 Millionen Reichsmark vertreten, Indien mit etwa 3 Millionen Reichsmark, Kanada mit etwa 1 Million Reichsmark. Aber auch Ceylon, Aden und Afrika liefern nach Palästina, von den nahegelegenen, wie Cypern, Malta oder dem Sudan abgesehen. Die Verbindung mit Europa — ausser Deutschland und England — ist weit vielgestaltiger als sich der Laie dies vorstellt, so manche Exportindustrie hat indirekt durch die Palästinawanderung neue, wichtige Impulse erhalten. Belgien beispielsweise führte 1935 für etwa' 14 Millionen W7aren nach Palästina aus, ebensoviel Polen, die Tschechoslowakei für etwa 1.3 Millionen Reichsmark, Holland für etwa 5, Italien für 9, die Schweiz für 3H Millionen Reichsmark. Von den Balkanländern steht Rumänien mit einem Palästina-Export von etwa 25 Millionen Reichsmark weit an der Spitze, Bulgariens Ausfuhrziffer liegt bei 4 Millionen Reichsmark, etwa eben so hoch wie die Jugoslawiens, um die wichtigsten dieser Lieferanten Palästinas herauszuheben, die durch günstige Seeverbindungen besonders bevorzugt konkurrieren können.**) Nur natürlich ist es, dass die Werte, die die ökonomische Verknüpfung zwischen den näheren Mittelmeerländern Afrikas und Asiens darstellen, im palästinensischen Aussenhandelssektor ebenfalls einer nennenswerten Grössenordnung angehören. Das benachbarte, zqllverbundene Syrien beansprucht den ersten Platz mit seinem 26-Millionen-Export nach dem Nachbarlande (1935). aus Aegypten kamen für etwa 12 Millionen Reichsmark Waren ins Land, aus der Türkei für 7 Millionen, aus dem Iran für rund 2% Millionen Reichsmark. Dass Japan seine palästinensische Warenausfuhr auf 13 Millionen Reichsmark hinaufschrauben konnte, zeigt besonders krass die begrenzte Notwendigkeit gewisser Schutzzölle für Palästina, da die Einfuhr aus diesem auch von hier fernen Land weder rohstoffnoch qualitätsbedingt ist; sie beruht allein auf der Preisgestal- **) Hoch aus dem Norden Europas kommen für etwa IVi Millionen Reichsmark Waren aus Schweden, Norwegen und Dänemark nach Palästina. Palästina-Reisen Der Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk e. V.). veranstaltet eine Studienreise nach Palästina, die den Teilnehmern über den üblichen Rahmen hinaus Gelegenheit zu einem gründlichen Studium sowohl der nationalen wie dar privaten Wirtschaft geben soll. Die Reise besinnt ab Berlin am 4. Oktober, ab Tri est am 6. Oktober. Vorgesehen ist ei ne vierzehntägige Rundreise durch Palästina, die unter sachkundiger Führung stattfindet. Es wird dafür Sorge getragen, dass durch besondere Informationsabende Gelegenheit gegeben ist, sich über alle einschlägigen Probleme des Palästinaaufbaus zu orientieren. Die Berliner Zionistische Vereinigung und der Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland veranstalten gemeinsam eine Informationsreise nach Palästina. Die Reise beginnt am 11. Oktober (ab Triest 13. Oktober). Anmeldungen, Auskünfte, Buchungen und Prospekte für beide Reisen bei den Reisebüros Palestine Express Co., Berlin NW 7, Friedrichstrasse 100 (16 2916), Palestine u. Orient Lloyd, Berlin W 15, Meinekestr.2 (91 73 03), Deutschland—Palästina Verkehrsgesellschaft m. b. H., Berlin W 15, Kurfürstendamm 222 (91 31 23/25). Im Laufe des Jahres 1938 soll eine zweite Studienreise für jüdische Lehrer nach Palästina unternommen werden. Es kommen für die Teilnahme nur Damen und Herren in Frage, die im Schuldienst stehen. Unverbindliche Meldungen möge man richten an den Redakteur der Jüdischen Schulzeitung, Dr. Siegfried Braun, Köln-Sülz, ünkeler Str. 17. 950 neue Mitglieder mit einem Mindestbeitrag von einem Pfund sind zu Beginn der neuen Saison in Tel Aviv der Palästina-Orchestervereinigung beigetreten. Am Ende der vergangenen Saison zählte die Vereinigung in Tel Aviv 1000 Mitglieder, In Haifa ist die Mitgliederzahl von 450 auf 550, in Jerusalem von 450 auf 500 gestiegen. Es wird erwartet, dass Toscanini Anfang November in Palästina eintrifft. Beim Eröffnungskonzert, am 21. Oktober in Tel Aviv wird H u b e r m a n als Solist mitwirken. tung, die auf einem grundverschiedenen Lohnniveau kalkuliert ist. Bedeutend ist der Export aus den USA nach" dem Mandatsgebiet: trotz der riesigen Entfernung und der Transportkosten beziffert sich die Güterausfuhr von dort auf etwa 30 Millionen Reichsmark; die südamerikanischen Staaten weisen demgegenüber nur kleine Ziffern auf. Damit ist der wichtigste Ausschnitt aus dem Kreis der Länder, die den palästinensischen Markt beliefern, skizziert. Viel einfacher ist der Güterverkehr aus Palästina heraus geographisch klarzulegen, weil der Wertradius viel kleiner und damit die territoriale Streuungsmöglichkeit geringer ist. Ueber 80 Millionen Reichsmark ist der Gegenwert der Ausfuhr Palästinas im Jahre 1935.' Davon gingen allein für 51 Millionen Reichsmark Waren nach England. Das bedeutet, dass über 60 Prozent des palästinensischen Exportes von United Kingdom aufgenommen werden. Bei etwa VA Millionen liegt die Ausfuhr nach den übrigen Teilen des Britischen Empire, das damit insgesamt fast zwei Drittel des Palästina-Exportes abnimmt. Auch hier sei festgestellt, dass fast ausnahmslos alle, auch die abgelegensten Besitzungen Englands, palästinensische Produkte beziehen, wenn auch oft nur in kleinen Quantitäten. Ausserhalb Englands rangieren die Märkte Europas mit etwa 23 Millionen Reichsmark als Aufnahmegebiete (1935), darunter ragen Deutschland mit etwa 5 Millionen, Holland mit rund 3% bis 4, Polen mit etwa 2A und Rumänien mit 2 Millionen Reichsmark heraus. Frankreich importiert für rund 1 bis 2, die Tschechoslowakei für 1 Million palästinensische Produkte, Belgien für etwa VA. die drei skandinavischen Länder für rund 3 Millionen Reichsmark Palästina-Produkte. Unter den aussereuropäischen Ländern — nicht im Britischen Empire — rangiert Syrien als relativ bestes Absatzgebiet mit einer palästinensischen Einfuhr im Gegenwert von etwa 6 Millionen Reichsmark. Mit einer vergleichsweise überaus niedrigeren Zahl folgt Aegypten, das nur für etwa VA Millionen Reichsmark Waren aus 'dem Nachbarstaate importierte. Die Türkei, Iran usw. stehen mit ganz unscheinbaren Ziffern in der Exportstatistik Palästinas. Auch die USA nehmen nur für Ys Million Reichsmark Paläsitna- Produkte ab. Damit ist die Liste der wichtigsten Absatzgebiete erschöpft. Sollten die neuen politischen Bedingungen, denen das Land als Ganzes unterworfen wird, den Kapital- und Menschenzustrom fühlbar verkleinern, so ist die passive Handelftbilanz Palästinas oder einzelner Teile nicht mehr durchzuhalten und die Gefahr besteht, dass manchen Ländern ein guter Abnehmer verloren geht. Die Frage, welche Güter die palästinensische Wirtschaft bisher in nennenswertem Umfange aufsog, interessant für den Kaufmann nicht weniger als für die Hausfrau, wird in Kürze hier behandelt werden. Michael Assaf: „Araber in Palästina.** Herausgegeben von der Hitachduth Olej Germania. Tel- Aviv. Ihren früheren wertvollen Veröffentlichungen fügt die Hitachdut Olej Germania mit der vorliegenden eine kleine, materialreiche Monographie über die heute so besonders aktuelle Araber-Frage hinzu. Wer sich jenseits politischer Leidenschaften, die den Blick für die Gegebenheiten so oft verdunkeln, über die arabische Geschichte, Wirtschaft und Kultur unterrichten wilL ohne sich in dicke WTälzer zu vergraben, die — wenn man sein Vorhaben ganz ernst nimmt — auch nur eine erste Vorbereitung dieses unausschöpfbaren Wissensgebietes vermitteln, der wird mit Nutzen zu der Broschüre von Assaf greifen. Sie gibt auf gedrängtem Raum einen guten Ueberblick, ohne sich der Art von Oberflächlichkeit schuldig zu machen, die um so lückenhafter wirkt, je mehr sie Vollständigkeit vorzutäuschen sich anmasst. Manche Kapitel werden gerade zum Studium der zwar in ihrer Art klassischen, naturgemäss aber noch kürzeren einschlägigen Abschnitte des Peel-Berichts mit Nutzen herangezogen werden können. Dass die Landsmannschaft der aus Deutschland stammenden Juden in Palästina gerade das Araber-Problem als einer objektiven, rein unterrichtenden Darstellung für würdig erachtet hat, ist ihr auch über den informatorischen Zweck hinaus als ein politisches Verdienst anzurechnen.. E. R.-J. liefern wir die C.-V .'Zeitung. Wer j sie noch nicht liest, bestellt sie mit diesem Bestellzettel. Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.«¥e-Zelfüsr8g 9 9 Pfennig für Oktober, November, Dezember zahle ich bei Vorlage de' Postquiftung an den Briefträger. Die letzte September - Nummern wird mir kostenlos geliefert. Name: ..................................... Ort-............................................... Strasse: .......................... ....., Ausschneiden und mit 3 Pfg. fronkier- oder «such unfrankiert) senden an: C.-v Zeitung, Vortrieb, Berlin W15, Em.or Strosse 42. Talef. 92 81 41.