Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 37 (17.9.1937)
- Date
- 1937-09-17
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 14 C.-V.-Zeifung Nr. 37 * 17. September 1937 eigenen Mitte eine fremde Bevölkerung sich ansiedelte und in der Ausbreitung ihrer Kultur ein Entwicklungstempo einschlug, das sie mehrbeunruhigte, als dass es ihre" Bewunderung hervorrief. Die Juden wiederum seien in einem Teil Europas in steigendem Masse zur Auswanderung gezwungen worden und damit habe sich der Druck auf Palästina vervielfacht. Diese Umstände seien nicht geeignet gewesen, die Verwaltung Palästinas zu erleichtern. Schliesslich haben die Unruhen von 1936 gezeigt, wie ausgebreitet und intensiv die Feindschaft der Araber gegenüber der jüdischen Einwanderung war, und die notgedrungen von der Mandatarmacht ergriffenen Repressivmassnahmen haben darauf hingedeutet, dass es nicht möglich sein würde, das Mandat ohne Gewaltanwendung durchzuführen. ..Niemand zieht die Schwierigkeiten in Zweifel'', so heisst es mit leiser Kritik an der Palästina-Regierung an dieser Stelle des Berichtes wörtlich, „die mit der Durchführung des Mandates verbunden sind, .Sie machen in gewissem Masse den Versuch der Mandatarmacht, das Gleichgewicht zwischen den gegensätzlichen Bestrebungen der beiden Bevölkerungselemente sowie gewisse Schwankunsen in ihrer Politik erklärlich. Diese Schwankungen haben dazu beigetragen, die Araber zu dem Glauben zu ermutigen, dass sie durch Gewaltanwendung die Einstellung der jüdischen Einwanderung herbeiführen könnten." Der Bericht erörtert dann die Vor- und Nachteile des Teilungspläns und gibt der Befürchtung Ausdruck, dass die Grenzziehung mit denselben grundsätzlichen Bestrebungen in Konflikt kommen werde, denen die Mandatamiacht den Misserfolg ihres Mandatsregimes zuschreibt. Er würdigt die Schwierigkeiten auf beiden Seiten, weist aber darauf hin. dass die kollektive Notlage von Arabern und Juden sich nicht miteinander vergleichen lässt: die Araber verfügen über weite Räume des Nahen Ostens, während die Welt für die Niederlassung der Juden in steigendem Masse verschlossen wird. Für den Erfolg "des Teilungsplanes werde bedeutsamer sein, wie er sich auf die Beziehungen zwischen Arabern und Juden auswirken werde, als wie die territoriale Lösung im einzelnen ausfalle. Die Nachbarschaft eines prosperierenden jüdischen Palästina könne für die Araber von grossem positiven Wert sein, und das Los der in den umliegenden arabischen Staaten lebenden Juden würde andererseits um so gesicherter sein, je zufriedener sich die Araber in dem jüdischen Staate fühlen würden. Nach' der Erörterung dieser und einer Anzähl anderer wichtiger Probleme schliesst die Mandatskommission ihre eigene Stellungnahme an. 'Sie erklärt diese Stellungnahme als eine vorläufige. Dieser vorläufige Charakter sei schon deshalb gewählt worden, weil die Debatten in den britischen Parlamenten den Wunsch gezeigt haben, nach der grundsätzlichen Billigung des Peel-Planes durch die Regierung, sich grössere Bewegungsfreiheit vorzubehalten. Diese vorläufige Schlussfolgerungen laufen auf das bereits bekannte Prinzip der Einführung einer „politischen Lehrzeit" vor der Errichtung der beiden selbständigen Staaten aus. Hierfür werden zwei Vorschläge gemacht: 1. die provisorische Zusammenfassung beider Staaten unter einem Regime bei weitgehender innerer Autonomie (zeitweise Kantonisierung), 2. die Einführung zweier getrennter Mandate für die beiden völlig voneinander unabhängigen Staaten bis zu einem Zeitpunkt, an dem die Einführung der Selbstregierung verantwortbar erscheinen wird. Dieser Zeitpunkt brauche für beide Staaten nicht notwendig derselbe zu sein. Der letzte Abschnitt des Berichtes der Mandatskommission, in dem der Mandatarmacht Anerkennung für ihre Arbeit ausgesprochen wird, und in der Juden und Araber daran gemahnt werden, der Wohltaten der britischen Regierung eingedenk zu sein, ist bisher bereits ausführlich wiedergegeben worden. ' Auch in der vergangeneu Woche waren in Palästina wieder vier jüdische Todesopfer zu beklagen. Nach dem die Rosch-Haschana-Tage im allgemeinen ruhig verlaufen waren, und nur in Haifa der Jude Ephraim Weiner von einem Araber durch einen Messerstich leicht verletzt wurde, ist der 44jährige Rabbi Eleasar Gerschein, der, wie wir in der letzten Nummer hier berichteten, auf dem Rückweg von der Klager mauer schwer verwundet wrorden war, seinen Verletzungen erlegen. Am 9. September wurde auf der Hauptstrasse bei Nahalal ein Auto von bewaffneten Arabern angehalten. Hierbei wurde der österreichische Staatsangehörige Willi Weiss im Alter von 21 Jahren getötet und der 30jährige Michael Dubowski verwundet, nachdem sie vorher gefesselt woren waren. Die Palästinaregierung bat für die Ermittlung der Mörder tausend Pfund ausgesetzt. In der Nacht vom 12. zum 13. September wurde bei einem Angriff von Arabern auf die Siedlung Kwar Jecheskel der 45jährige Menachem Rosenblatt, einer der Gründer der Kolonie, der aus Russland nach Palästina eingewandert war. getötet. Er ist durch einen Schuss in die Brust getroffen worden. Bei Tel-Aviv wurde die Leiche eines ertrunkenen Juden aus dem Jarkon gezogen. Die Identität des Toten, dessen Hände und Füsse gefesselt waren, ist noch nicht festgestellt worden. Auch sonst fanden vielfache Schies-sereien im Lande statt. In Ramie wurde der Vorsitzende des arabischen nationalen Ortsrates von bewaffneten Arabern überfallen, wobei sich eine Schiesserei entwickelte. Die Angreifer wurden vertrieben. Auf dem Marktplatz in Akko wurde ein arabischer Polizist erschossen. Bei Chedera wurden jüdische Hilfepolizisten von arabischen Terroristen beschossen. Auch auf den Kibburz des Haschomer Hazair bei Raana wurden Schüsse abgegeben. Bei Safed wurden vier britische Polizisten von neun berittenen Arabern angegriffen. Im Verlauf des Kampfes wurden die Araber festgenommen. Ein britischer Polizist erlitt einen Armbruch. Das scharfe Vorgehen gegen die r e v i s i onistische Partei, das bereits in der vorigen Woche zu verzeichnen war, fand seine Fortsetzung in der Schliessung eines revisionistischen Büros in Tel-Aviv. Nach "seiner Wiedereröffnung wurde es unter ständige polizeiliche Aufsicht gestellt. Ausser dem Organ der Muftipartei ,.E1 Liwaa" ist auch die revisionistische Wochenschrift „Hajarden" verboten worden. In Haifa ist im Zuge von Untersuchungen über die. Versendung von Drohbriefen der Angehörige einer ausserhalb der Zionistischen Organisation stehenden Gruppe, der „Linken Poale Zion" verhaftet worden. Sein Name ist Mordechai Rochelt. Für die neuen landwirtschaftlichen Siedlungen im Beisangebiet sind 100 Hilfspolizisten mobilisiert, für die Polizeistationen im nördlichen Scharon ist Alarmbereitschaft befohlen worden. Sämtliche Siedlungen haben besondere Weisungen für den Fall von Angriffen erhalten. Neue Hilfspolizisten aller Kategorien sind ausgehoben. Für Jörn Kippur ist ein neuer Zugang zur Klagemauer angelegt worden, um grössere Sicherheit der Beter' zu gewährleisten. Der neue Weg wird polizeilich besonders stark bewacht. Panarabisdher Kongress Am 8. September ist der Panarabische Kongress in Bloudan bei Damaskus eröffnet worden. Es waren auf ihm sämtliche arabischen Staaten mit Ausnahme des Jemen vertreten. 400 Delegierte nahmen an den Beratungen teil. Diese ansehnliche Versammlung ist über zahlreiche Schwierigkeiten hinweg zustande gekommen. Der französische Generalkonsul in Jerusalem verweigerte nämlich einer Anzahl von palästinensischen Arabern das Einreisevisum nach Syrien, und es hiess sogar, dass die Einreise nach Syrien auch solchen palästinensischen Arabern verweigert werden solle, die bereits im Besitz eines Einreisevisums waren. Bekanntlich hatte die Palästinaregierung sich schon vorher der Einberufung der Konferenz nach Palästina selbst widersetzt. Schliesslich aber gelang es einer Anzahl wichtiger palästinensischer Araberführer doch, die Schwierigkeiten zu überwinden und in Bloudan zu erscheinen. Es waren u. a. der Vertrauensmann des Mufti, Dschemal el Husseini, der Sekretär des Obersten Arabischen Ko* mites, Abdul Hadi, sowie der erst kürzlich mit seiner ganzen Gruppe in'das Oberste Arabische Komite zurückgekehrte Führer der Arabischen Verteidigungspartei, Fakri bey 'Nashashibi. Der Vorsitzende des Kongresses Nadschi Esweedy, der 1929 und 1930 Ministerpräsident des ■Irak war, hielt eine mit grosser Begeisterung aufgenommene Eröffnungsansprache. Er schilderte die Etappen der arabischen Nationalbewegung, die in der Hoffnung auf einen arabi* sehen Staatenbund gipfelt. Eines ihrer wichtig* sten Ziele sei die~"Unterstützung" der Araber Palästinas bei der Abwehr der "Gefahren des Zionismus und eines jüdischen Staates. Der Zionismus sei eine krankhafte Wucherung am Körper der arabischen Länder, die beseitigt werden müsse, da sie sonst zum Tode dieses Körpers führen würde. Die Araber seien bisher Freunde und Verbündete der Engländer gewesen, wenn aber England nicht aufhören werde, den Zionis?-. mus zu unterstützen, dann könne es nicht mehr darauf rechnen, in Zeiten der Not bei den Arabern Unterstützung zu finden. Die Araber und die Engländer ständen jetzt an einem Scheidewege: England müsse zwischen Juden und Arabern wählen. Wenn sich die britische Politik nicht ändern würde, dann müssten und würden die Araber ein neues Bündnis zum Schutze ihrer Rechte suchen. Der Vizepräsident des Kongresses, der frühere ägyptische Unterrichtsminister Mohammed Ali Pascha erklärte, dass für Aegypten der Zionismus eine noch grössere Gefahr sei als für die übrigen arabischen Länder. Aegypten müsse deshalb allen zuvor den Arabern Palästinas zu Hilfe eilen und sie 'vor Vernichtung retten. Noch heftiger waren die Aeusserungen der übrigen Redner. Es wurde die Forderung aufgestellt, dass die 400 Millionen Mohammedaner der Welt den Arabern Palästinas zu Hilfe kommen sollen. Die Einigkeit von Christen und Mohammedanern als Hüter der Heiligen Stätte wurde unter stürmischem Beifall der Versammlung bekräftigt. Die Resolutionen des Panarabischen Kon" gresses sind in einem Telegramm enthalten, das der Präsident des Kongresses an den Londoner „Daily Telegraph" zur Absendung brachte. In der Formulierung der Resolutionen zeigt sich deutlich, dae-s der Kongress nicht so sehr zu der Einigung aller arabischen Kräfte auf eine neue politische Linie geführt hat, wie zu einer Wiederholung der rein negativen und demonstrativen Formeln, die aus .den letzten Monaten und Jahren zur Genüge bekannt sind. Schuld an diesem zweifelhaften Ergebnis war vielleicht die Beschränkung der Beratungen auf die ausschliessliche Erörterung der palästinensischen Angelegenheiten, ohne dass weitergesteckte panarabische Ziele auch nur erwähnt wurden. T V - „5 ' si TT ** ^ii^j&fä ALTENBURG FRANKFURT a. M. KÖNIGSBERG i. Pr. NAUMBURG A.D.S. litas ü IS. Wm\ Immer luhr'end V J I KAHH^I Kayfhsus für Betten und Bekleidung MAX COHN das führende Kaufhaus GEGRÜNDET /8SS FAHQGASSE 144 / A. D. KONSTABL.--yACHE. \7 S ANNABERG HALLE a. S. W \J l\ w / V LJ X_ / /OOO l. jacetsv mti. Bernhard Ciiaske! Spezfa/hausf. Damenkleidung ( \ Ä.Huth&€0.A.<3. Gr. Steinstrasse und Marktplatz Modewarenond Eissricirfungsfeaus \ J LEIPZIG BeziehenSie sich bittebeiAnfragen auf die C.-V.-Ze i t u n g 'SSM- WITTEN a. d. Ruhr Anzeigz&t in xlec £>=!}.=Zeiüutq zenüecest sich! Alsberg & Blank Textil-Kaufhaus BAMBERG SPEZIALGESCHÄFT FÜR DAMENSTOFFE 5- BRÄMPES Gruner Markt 4.; BARMEN Das Haus der Damen-Moden N. 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