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Central-Verein-Zeitung · 1937-09-17 · 37 (17.9.1937) · page 6

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Seite 6 C.-V.-Zeitung Nr. 37* 17. September 1937 kreten, harten realpolitischen Tatsache vollzogen hat. _ Calvary befasst sich nicht mit Politik. Zionismus ist für ihn keine nur sozialpolitische, bevölkerungspolitische, nationalpolitische Frage — das ist er auch —, Zionismus ist für. ihn G1 a u b e n s s a c h e. So naiv dieser Glaube ist, so primitiv ist seine Erfüllung: „Was so in der Seele des gegenwärtigen Nationaljuden herauskommt, ist ein Stückchen — Primitivität. Eine Erlösung aus der Skepsis. Der Verstand und seine Werte sollen nicht mehr die Führerrolle spielen... Darum nichts hier von Weltanschauung und geschichtlicher Vertiefung! Es ist etwas Simples und Einfaches, ganz philisterhaft: wir wollen es auch einmal so gut haben wie andere Menschen." Hermann' Cohen hat einmal eeSaie ganze Ablehnung des Zionismus in die „donnernd geflüsterten" Worte zusammengefasst: „Die Kerls wollen glücklich sein!" Uncf Franz Rosenzweis. der dies berichtet, fügt hinzu: „Die Zukunft des Zionismus ist darin beschlossen, ob diese Worte gegen ihn oder für ihn gesagt sind." Abraham Hescheh» Don Jiczchak Abravanel. Erich Reiss Verlag, Berlin 1936. Zum Schiuss des Abravanel-Zyklus erscheint diese schmale Schrift, die eine wirklich verständnisvolle und instruktive Einführung in das politischeund geistige Weltbild des gefeierten Man nee gibt. An ein kurzes Vorwort schliesst sich in gedrängter Folge ein Ueberblick über das bunte und wechselvolle Leben Abravanels au. Dem biographischen Kapitel folgen fünf weitere, die dankenswerterweise keine Inhaltsangabe der einzelnen Werke enthalten, sondern lediglich eine knappe und.klare Interpretation der abravanelschen Gedankenwelt und seiner wissenschaftlichen Methode darstellen. Die Würdigung mag .manchmal etwas zu anspruchsvoll erscheinen, zumal die Begründung dem Raummangel zum Opfer fällt; das hindert aber keineswegs, die Ernsthaftigkeit dieser Schrift anzuerkennen. Quellennachweis und der keineswegs einfache sprachliche Ausdruck kennzeichnen die Arbeit des Wissenschaftlers, der stets bemüht ist, die Persönlichkeit Abravanels als Teil im ganzen zu sehen und seine Arbeit in ihrer bewussten und unbewussten Verflechtung mit den geistigen Strömungen seiner Zeit. H. K. Adolf Altmann: Die jüdische Volksseele. Berthold Levy Verlag, Berlin 1937. Diese neueste Schrift des Trierer Oberrabbiners ist weit weniger in der — gewiss verdienstvollen — Absicht geschrieben, einen interessanten Beitrag zur Volkspsychologie zu liefern, als aus einer sehr akuten Sorge heraus. Die jüdische Seele ist dem Verfasser die Bibel und nichts anderes. In einer Zeit, die im Zeichen jüdischer Erneuerung zu stehen vorgibt, muss es die Aufgabe jedes .bewussten Juden sein, über eine Renaissance blosser Körperlichkeit hinauszustossen in die dem Juden von jeher unentrinnbar wesenseigene Welt der Bibel, durch die ,.wir Juden bestehen, wie die Bibel durch uns besteht". Denn „nicht das jüdische Blut gestaltet und regiert den jüdischen Geist, sondern der jüdische Geist gestaltet und regiert das jüdische Blut." — Diese klar und mutig geschriebene Schrift wird in ihren Prämissen gewiss die Anerkennung aller konservativen Kreise finden, in ihren grundsätzlichen Forderungen aber das Verständnis auch all derjenigen, denen es ernsthaft um echte jüdische Erneuerung zu tun ist. K.'.n. V/. Neier: Dan und Gad, Zweiter Teil. Verlag Siegfried Scholem, Berlin 1937. Alle, die bereits ein Jahr lang unsere hebräischen ABC-Schützen. nach der neuen Fibel von Konzerte und Vorträge in Berlin und im Reich Dr. Anneliese Landau ist auf ihrer Wanderung durch das Reich der Operette (im Rahmen der Berliner K u 1 t u r b u n d vortrage) an der Spree angelangt. In dem Stück ..Musikgeschichte", etwa von 1900 an. das sie da vor dem behaglich gezeichneten Hintergrund der Berliner Theater, Cafes und Strassen abrollen Hess, kannte die zahlreiche Zuhörerschaft sich recht gut aus — man bemerkte es nicht nur an dem häufigen erinnerungsschweigenden Schmunzeln der Gesichter, nein, es kam sogar zur aktiven musikalischen Teilnahme — Schlager sind ja auch zum Mitsingen da! Und der charmanten ..Dirigierweise" von Ruth Lehnberg, die sich so für die Refrains einen grossen Chor schuf, konnte sich so leicht keiner entziehen. So genoss man eine ..Revue" der Couplets. Gassenhauer und Tanzschlasfer von Iean Gilbert bis Paul Abraham (über die'Hollaeuders, Hugo Hirsch, Leon Jessel, Harrv Hauptmann, Rudolf Nelson. MiscbaSpolianskv), natürlich mit dem grossen Grundthema ..Liebe", und hinter den leichten Klängen erstanden jüngstvergangene Zeit- und Lebensstile, und man wurde mitunter nachdenklich gestimmt . . . Ruth Lehnberg hat Schmissigkeit und in^piano einen bezaubernd weichen Klang, Max Kuttner eine Höhenlage von tenoralem Schmelz. Die Begleitungen versah Wilhelm Ältman n. H. Fr. Das Berliner Kulturbundorc bester hatte mit einem Gastspiel in Leipzig einen vollen Erfolg. Dr. Kurt Singer dirigierte Mendelssohns Ouvertüre zu ,.Athalia". Eine glänzende Wiedergabe fand Tschaikowskys Klavierkonzert b-moll durch Rita Storch. Mit einer modernen Komposition der Sinfonie „In memoriam" stellte sich Karl Wiener, der sein Werk selbst dirigierte, vor. Es wäre in einem Konzert moderner Autoren weitaus stärker zur Geltung gekommen. K. S. Eine originelle Werbung veranstaltete der Hamburger Kulturbund an drei Abenden innerhalb der vorzüglichen Aufführung des musikalischen Lustspiels „Warum lügst, du, Cherie...?'* Die Darsteller, die in glänzender Laune spielten, warben durch scherzhafte Anspielungen im Text und durch eingelegte wohlgelungene Verse in den W. Neier in die Geheimnisse <ler hebräischen Sprache eingeführt haben, werden das Erscheinen des zweiten Teiles dieser Fibel besonders begrüssen. Der Text des hebräischen Lesebuches zerfällt in drei Teile. Der erste Teil setzt die Geschichte von Dan und Gad fort. Das Schulkind wird also weiter in die Sprache des täglichen Lebens eingeführt. Die Erzählungen sind sprachlich und inhaltlich dem Kinde gemäss, sie sind dem „Anschauungs- und Lebenskreis" des Kindes entnommen. Es versteht sich, dass in diesen Erzählungen Palästina und das palästinensische Leben seine Rolle spielt. Der zweite Teil ist den jüdischen F es t - tagen gewidmet. Sinn und Bedeutung der Feiertage, sowie Brauch und Sitte werden hier dem Schulkind in leicht fasslicher hebräischer Sprache nahegebracht. Besonders geschickt ist dieser zweite Teil methodisch aufgebaut, dadurch dass er für jeden' Festtag zwei Abschnitte, enthält, einen leichteren, kürzeren, und einen etwas schwereren und längeren. Die Fibel ist nämlich für das zweite und dritte Jahr des hebräisch lernenden Schulkindes gedacht. Der Text des dritten Teiles enthält in Die Jüdische Gemeinde Berlin, das Berliner Rabbiner-Seminar, Freunde und Verehrer haben dem ausgezeichneten Gelehrten und Rabbiner zu seinem 70. Geburtstag eine ungewöhnlich reiche Festgabe (Buchhandlung Rubin Mass Berlin 1937) gewidmet. In diesen Blättern ist nur ein Hinweis auf eine Reihe von Abhandlungen möglich, die auch ausserhalb der Fachkreise Beachtung und Studium verdienen. Knapp und eindringlich zeichnet an der Spitze des über 400 Seiten umfassenden Bandes Harry Levy den Lebensweg seines Lehrers. In Verbindung mit der folgenden Bibliographie des erstaunlich vielseitigen literarischen Lebenswerkes Jakob Freimanns, von 1S92 bis heute, zeigt der biographische Abriss von neuem, dass nur eine Persönlichkeit, die von Jugend auf tief in die östliche Welt des Talmundlernens unter- und daraus wiederaufgetaucht ist und sich gleichzeitig die philologisch-historischen Wissenschaftsmethoden des Westens gründlich aneignen konnte, in der Lage ist. das Riesengebiet der jüdischen Geschichte und Literatur kritisch zu beherrschen. Untrüglich trägt jeder Beitrag — ob in hebräischer oder deutscher- Sprache abgefasst — die Zeichen und Spuren des Fehlens oder Ueberwiegens. der Ueber- oder Unterschätzung östlichen oder westlichen Denkens und Darstellens. Die Harmonie beider Denkweisen, wie sie in dem Gefeierten selbst vereint sind, weisen nur wenige . einzelne der in der Festschrift vereinigten wissenschaftlichen Gaben auf. Auf eine Reihe gediegener Spezialbeiträge sei zuerst aufmerksam gemacht: Professor Ar:ofl Frei in a n n (Frankfurt) macht wertvolle neue Mitteilungen über die hebräischen Drucke in Rom im 16. Jahrhundert. Die zwei Bibliographien von Arthur Posner (Jerusalem) behandeln das verzweigte Schrifttum des 1920 verstorbenen, seit 1912 als Nachfolger Berliners am Rabbiner- Seminar in Berlin wirkenden Gelehrten Simon Eppenstein und die an Zahl wenigen, aber ausserordentlich fundierten Arbeiten des jung im Jahre 1918 dahingeschiedenen Breslauer Dozenten Jakob Sperber. Der unermüdliche ungarische Rabbiner Immanuel L ö w hat sich nach der ..Flora" den Mineralien in der gesamtjüdischen Literatur zugewandt und steuert, nachdem er ..Magner, ..Marmor", „Salz" und „Eisen" ander- Couplels. streuten Blumen unter die Zuschauer und servierten ihnen Kaffee während des Spiels. Im Zwischenakt wurden die Säumigen durch eine •launige Ansprache zum Eintritt ermahnt, und während der Pause wurde die Werbung in dem einfallsreich dekorierten Foyer von Künstlern und Kuratoriumsmitsiiiedern mit gutem Erfolg fortgesetzt, der sich hoffentlich noch durch Nachwirkung erhöht. H. G. Theater, Musik, Film Tran/. Werfet hat soeben ein neues Bühnenwerk vollendet, ein modernes Srhauspiel, das sich „In einer Nnehr1 betitelt. Das Werk wird unter -der Reale von Emst Lothar am Theater der Josefstadt in Wien zur Uraufführung kommen. Das Nene Deutsche Theater in Pra? brachte die Komödie „Der Aussenseiter'1 von Leonhard Fra n k zur erfolgreichen Uraufführung. * Karl Zuck m ayer hat ein neues Bühnenwerk vollendet, das im historischen Milien spielt, und dessen U r a u f f ü h r u n g am Theater der Josefstadt in Wien stattfinden wird. Die Leitung der Pariser Weltausstellung hat die. H a b i m a'eingeladen. in Paris einige Vorstellungen zu geben. Die Habima hat diese Einladung angenommen. Die Truppe tritt Anfang Oktober ihre Reise an. Die Vorstellungen werden im Trocadero- Theater .stattfinden. Ende Oktober unternimmt die Habima eine Tournee durch England und Belgien und wird sieh von dort aus auch in andere europäische Länder begeben. Die Habima ist gegenwärtig damit beschäftigt, ein von einem palästinensischen Autor verfasstes neues Stück „S'chomrim" einzustudieren. Das £tüek zeigt Episoden ans dem Leben der jüdischen Wächter, die. vor dem Kriege in den Kolonien des Emek und Galiläas eine grosse Rolle gespielt haben. "Mit diesem Stück gelangt zum ersten Male seit dem Bestehen der Habima ein hebräisches Originaldrama zur Aufführung. * Die neueste Komödie von L. Bus-Fekete, „Kap der guten Hoffnung'1, wurde von Direktor Röbbeling für das Burgtheater in Wien zur Uraufführung erworben. * Henry Bernsteins neuestes Bühnenwerk „Cap des tempetes" geht Anfang Oktober am Theä-tre Gymnase in Paris erstmalig in Szene. * Dem Deutschen Volkstheater in Wien wird ein literarisches Studio angegliedert, dessen Leitung Heinrich S c h n i t z 1 e r übertragen wurde. Auswahl die Erzählungen der -Genesis von der Schöpfung der Welt bis zum Tode Abrahams. Selbstverständlich ist nicht der volle Bibeltext abgedruckt worden. Es ist aber bemerkenswert, dass der Verfasser sich so eng wie irgend möglich an den Text gehalten hat und nur da fortgelassen oder geändert hat. wo der Text ihn inhaltlich oder sprachlieh für die bestimmten Schulzwecke dazu zwang. Die meist etwas gekürzten biblischen Erzählungen sind jeweils mit einer Ueberschrift versehen, die dem Kinde die.. Einordnung erleichtern sollen. Den einzelnen Abschnitten des gesamten Buches sind Fragen zur Beantwortung beigegeben. Einsetz- und andere grammatische Aufgabeln durchbrechen den Text und werden dem Kinde sicher viel.Spass machen. Auch die besonders gelungenen Illustrationen, die H. W a 11 e n b e r g dem Buche gegeben hat, wird sicher die Arbeitsfreude der Kinder erhöhen. W. Neier hat mit diesen beiden Büchernder Schularbeit gewiss einen grossen Dienst geleistet. Es muss für die Kinder wie für den Lehrer eine Freude sein, nach diesen Lesebüchern zu arbeiten! (Dr. Ellen Littmann. weitig beschrieben hat, unserer Festschrift ein Kapitel über „Das Zinn" bei. Aus dem Gebiet der jüdischen Religionsphilosophie sind die beiden Beiträge von Abraham Heschel (Der Begriff des Seins in der Philosophie Gabirols) und von Max Wiener (Vorbemerkung zum religiösen Verständnis der religionsphilosophischen Attributenlehre). Alexander Marx (New-York) veröffentlicht einen hebräischen Brief des Talmudisten und Textkritikers R. Bezallel Aschkenasi aus dem Jahre 1587 über, die damaligen Zustände in Jerusalem sowie einen zweiten hebräischen Brief dßs polnischen Rabbiners R. Eliezer Aschkenasi an R. Salomo Lurja über den Gebrauch des Titels Gaon für Zeitgenossen. Maximilian Landau untersucht von neuem den Brief Hasdais ibn Schaprut an den Chazarenkönig Joseph und weist im einzelnen die messianischen Vorstellungen der jüdischen geistigen Führer im 10. Jahrhundert nach. Aus dem Archiv der Zunz-Stiftung gibt Ismar Elbogen drei Stücke eines'Briefwechsels von Michael Sachs und Leopold Zunz aus den Jahren 1835/36 wieder. Allgemeines Interesse beansprucht der Aufsatz von Rabbiner Alexander Altmann, Berlin. ..Oiam und Aion", worin die Unabhängigkeit der Vorstellungen über die „letzten Dinge" (Jenseits — Jüngstes Gericht) von iranischen Begriffen —- übrigens kaum ausreichend und schlüssig — nachgewiesen werden soll; ferner die Studie von Leo Baeck „Drei alte Lieder": es sind ergreifende, sich wiederholende Strophen, in denen das jüdische Volk von dem Singt, was ihm in allem Wandel und allem Leide dennoch bleibt. — Auch der mehr forschungsgeschichtliche und bibliographische Beitrag von Guido Kisch ..Jüdisches Recht und Judenrecht", eine Art Grundlegung, für eine ..Rechtsgeschichte der Juden", verdient ein sorgfältiges Studium im weiteren Kreis. Die bisherige Auswahl und Aufzählung erschöpft nicht annähernd den Inhalt des Sammelbandes. Eine Reihe historischer Untersuchungen sei noch genannt: Der Kölner Rabbiner Adolf Kober geht aus unveröffentlichten Quellen der Geschichte der Familie Schaiff in Köln durch vier Generationen von etwa 1370 bis 1450 nach: aus den Urkunden des Kölner historischen Stadtarchivs ergeben sich In Warschau wurde eine „Nationale Jüdische B ü h n e 11 gegründet, die als erste Aufführung das hebräische Zeitstück „Gericht11, von .Schulamit Bat D o r i. ins Jiddische übertragen von Aron Z e i 11 i n , herausbrachte. Regie führte L i n d t b e r g vom Zürcher Stadttheater. Als Gastregisseur wird demnächst Leopold J e s s n e r dort tätig sein. — Das aufgeführte Drama spielt in einer palästinensischen Siedlung während der Unruhen und lässt die Gestalten dreier Opfer — einen Araber, einen Engländer und einen Juden — auftreten und klingt in der Forderung nach friedlichem Zusammenleben aus. . * In Scheveningen gastieren mit grossem Erfolg seit einigen Monaten Otto Wall bürg und Siegfried Arno. Text und Musik der augenblicklich laufenden Revue „Vorhang auf!" und der vorher aufgeführten Stücke "stammen von Willy Rosen. * Die „Internationale Operngesellschaft11 bringt Ende September in der Wiener Scala Darius Milhauds „Der arme Matrose11 zur Aufführung. Der Komponist bat sein Erseheinen zugesagt und wird bei dieser Gelegenheit wahrscheinlich im Wiener Sender eigene Werke dirigieren. * Am 1. Oktober konzertieren Bruno Walter und Lotte Lehmann (die dann eine Amerikatournee antritt) im Grossen Musikvereinssaal in W i e n. H- Der Sender Beromiinster überträgt am 22. September, 20 Uhr. aus dem Basler Stadttheater den ersten Akt von Offenbachs Operette „Die schöne Helena11. * Hebräische Lieder von Darius M i 1 h a u d sind am 22. September, 21^ Uhr, über den Sender Paris zu hören. * Der Vv icner Rundfunk veranstaltet am 23. September, 16.05 Uhr, eine Offenbach - Stunde. # Der flämische Sender (Belgien) bringt am 25. September. 16% ühr, einen Vortrag über Max Reinhardt. * Walter Victor spricht am 26. September, 20% Uhr, im Radio Beromünster über „Warum man nicht weiss, wann Heine geboren ist". * ■ Jackie C o o g a n , einst das berühmte Wunderkind des Stummfilms, ist inzwischen 22 . Jahre alt geworden. Seine Hochzeit mit der Filmschauspielerin Betty Grable ist am IS. Dezember. * Jean Epstein dreht einen neuen Film „La femme du tout du monde1'. neue Aufschlüsse über das Wesen der mittelalterlichen Schutzjudenschaft und ihrer eigenartigen Geldbeschaffungsfunktion für die jeweiligen Schutzherren. Moritz Stern (Berlin)' bietet neue Aufschlüsse und Original-Urkunden, über den von Kaiser Ferdinand im Jahre 1559 ernannten Wormser „Reichsrabbiner" Jakob und über den Umkreis seiner Kompetenzen. Schliesslich seien noch die Abhandlungen von Büchler (Jews College, London) über die „Schammaisten und die levitische Reniheit des Am-haarez", von Jakob Horovitz (Frankfurt a. M.) „Aus der Oxforder Handschrift des Josif Omez". von Samuel Krauss (Wien) über ,,Die Namen der Königin von Saba" und von Daniel Lewin (Berlin) über Posener Minhagim erwähnt. Von nicht geringerer Vielseitigkeit sind die "siebzehn hebräischen Studien der Festschrift: Die bedeutendsten Gelehrten der meisten Erdteile sind darunter vertreten. Ahlbeck, Aptowitzer, Assaf, Brody, Samuel Grünberg:. Michael Guttmann, Esriel Hildesheimer, Horodetzki, Samuel. Klein, Mark-on, Marmorstein, Arthur Rau, Riwlin, Scholem, Weinberg haben aus ihren bekannten Forschungsgebieten halachische, kabbalistische, historische, geographische und sprachwissenschaftliche Abhandlungen beigesteuert. So bietet sich die Festgabe zu Ehren Jakob Freimanns als überaus erfreuliche Sammelstätte lebendiger jüdischer Forschung, ein Lichtblick mitten in unserer lastenden Arbeit. Der vielgestaltige Sammelband ist nicht nur eine Zierde und Bereicherung, sondern ein unentbehrlicher Zuwachs jeder jüdischen Bibliothek. Literarische Notizen Anfang September lässt die Jewish Publication Society of America "wieder. wie regelmässig seit 1899. ihr Jüdisches Jahrbuch erscheinen. Es umfasst in diesem Jahr 800 Seiten undenthält u. a. Beiträge von Maurice I. Karpf, Cyrus Adler, Joseph Klausner (Jerusalem), Samuel B. Finkel; ausserdem einen Auszug des Peel-Berichts. Die ersten Herausgeber des „Jewish Y e a r B o o k" waren Dr. Cyrus Adler, Henrietta Szold, Hermann Bernstein u. a.. seit 19 Jahren wird diese Arbeit von Harry S c h n e i d e r m a n n besorgt. * Edmond Flog, der bekannte französische Romancier, hat soeben -den ersten Band seiner dramatisch e n Werke erscheinen lassen, enthaltend die beiden Schauspiele „La Bete" und „Le Trouble- Fete". Ein zweiter Band soll demnächst folgen. * Liesl Hirschfeld., eine der begabtesten jüngeren österreichischen Dichterinnen, hat im Kristallverlag, Wien, ein Buch „M en sehen im Dunk e l11 erscheinen lassen, das Lyrik, Epik und Drama-" tisches enthält. *. Der Schocken-Verlag kündigt u. a. an: Hans Zucker: Studien zur jüdischen Selbstverwaltung im Altertum: Martin Bube r: Der grosse Maggie! und seine Nachfolge (Volksausgabe): in der „Bücherei11: Abraham Berliner: Aus dem Leben der Juden Deutschlands im Mittelalter: Heinrich Heine: Der Rabbi von Bacherach; Nahum N. Gl atz er; Geschichte der talmudis'chen Zeit;, Max Lieber; mann: Siebzig Briefe: Ludwig' S t r a u's s z Kleine Nachtwachen (Sprüche in Versen); die Sammlung der „Jüdischen. L e s e h e f t e11 und die „Hebräische Bücherreihe11 werden ebenfalls fortgesetzt. Zu unserer Besprechung des Kalenders des Jüdischen Frauenbundes (Nr. 35 vom 2. September) tragen wir nach, dass er von Hannah Karminski gemeinsam mit Lisbet C a s s i r e r bearbeitet wurde. Neue R-Karten Am 1.. Oktober 1937 gelangen neue Reichsverbandsausweiskarten (R-Karten) zur Ausgabe. Durch Erwerb dieser Karten wird der Erwerber Besuchermitglied des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde für die Zeit vom 1. Oktober 1937 bis zum 30. September 1938. Der Preis der R-Karte beträgt 1 RM. Die R-Karten (orange) sind zum Preise von 1 RM zu bezieben: im Kulturbundtheater, SW19, Kommandantenstrasse 57, am Zeitungsstand des Cafes Leon (Lehniner Platz) und bei den bekannten Zahlstellen des Kulturbundes. Bei Erwerb der R-Karte muss eine' Legitimation über Zugehörigkeit zum Judentum und ein Lichtbild' in Passformat vorgelegt werden. Nur Personen, die den Bedürftigkeit?- nachweis (durch Stempelkarte oder Wohlfahrt?- bescheinigung) führen, erhalten die R-Karte unent-, geltlieh. Dies« kostenlosen R-Karten für Bedürftige werden für Berlin n n r im Büro des Rcichsverbande.s der Jüdischen Kulturbünde. Berlin SW. 1^. Stalischreiberstrasse 44, in. der Zeit von 10—14 ühr ausgestellt. Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass alle künstlerischen Veranstaltungen im jüdischen Bezirk nur mit diesen Ausweisen oder Kulturbundkarten besucht werden können. Wochenplan des Berliner Kulturbunds Theater in der Koinmandantensrras.se 57 20.15 Uhr: 20., 23. und 24. September geschlossen; ..Stützen der Gesellschaft". 21. September (Abt. 27, 37), 22. September (Abt. 28, 38). 5. September (Abt. 29, 39). Die in der.Synagoge Oranienburger Str. angesetzten Konzerte am 2 2. und 23. S c p t e m b c r müssen ausfallen. Die Konzerte am 20. und 30. September finden statt, wie auch sämtliche i'11 Kulturbundthcater in der Zeit zwischen dem 20. und 2.5. September angesetzten Theater - Vorstellungen. Die Konzerte vom 22. und 23. September werden wie folgt nachgeholt: am 4, Oktober: Abteilung 5. 15. 6. 16, 7. 17. 23, 33: am 6. Oktober: Abteilung 1. 11, 9, 19, 41, 51; am 7. Oktober: Abteilung 2. Ii 3, 13, 4, 14. Diese drei Konzerte finden ebcnf»H? in der Synagoge Oranienburger Strasse statt. Di« notwendig gewordene Verlegung bringt es mit sich, dass zahlreiche Mitglieder kurz hintereinander eine Konzert- und Theatervorstellung haben, was leider nicht zu vermeiden war. Die Festschrift für Jakob Freimann Von Ludwig Feuchtwanger

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