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Central-Verein-Zeitung · 1937-09-09 · 36 (9.9.1937) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
36 (9.9.1937)
Date
1937-09-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seife 10 C-V.-Zelfung Nr. 36 * 9. September 1937 Wenn und wo finden Sie Rat? ^Tordwestdentschland Hannover 23. September, 12—14 und 16 bis 17 Ufcr, Georgenstr. 14, II 820 000 Dollar angenommen. Die landwirtschaftliche Arbeit soll erweitert und neue Möglichkeiten für die Beruisschulung der ärmsten jüdischen Bevölkerungsschichten geschaffen werden. Ausserdem sollen Bemühungen unternommen werden, um für die in einigen Ländern bestehende jüdische Industrie Absatzmärkte zu schaffen und die Auswanderung handwerklich geschulter Menschen zu fördern. Eine besondere Betonung der Bedeutung des ORT, Abteilung Deutschland und von ihr zu leistenden Arbeit lag schliesslich darin, dass ihrem Vertreter, .Wilhelm Graetz, das Präsidium der ersten und wichtigsten Tagung des Kongresses übertragen und er zum Vizepräsidenten der Zentral Verwaltung gewählt wurde. Zum Präsidenten der Exekutive wurde unter herzlichen Ovationen Leo Bramson wiedergewählt, der seit Gründung des Verbandes an der Spitze des ORT steht. H. W—L * De? „Privaten jüdischen Lehranstalt für handwerkliche und gewerbliche Ausbildung auswandenmgswilliger Juden, des ,ORT in Berlin" soll im Oktober dieses Jahres eine Abteilung für Herrenschneiderei (Lehrdauer 3 Jahre) angegliedert werden. Die Schulgebühren sollen 20 RM monatlich betragen. Es werden nur 25 jüdische Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren, die nachweislich auszuwandern beabsichtigen, aufgenommen. Aumahmegesuche sind sofort an die Gesellschaft „ORT" Abt. Deutschland E.V., Berlin NW,87, Siemensstrasse 15, einzureichen. Sorge für Mutter und Kind „Unsere Arbeit", sagte Dr. Fritz Lamm, der Leiter des Jüdischen Wohlfahrls- und Jugendamts Berlin, in einer Ansprache an die jüdischen Pressevertreter, „unsere Arbeit kann nicht nur in Ziffern gemessen werden." Tatsächlich schenkte man den mitgeteilten Zahlen auch nicht allzu viel Beachtung, als man dann unter sachkundiger Leitung drei soziale Institute besichtigte. Das Leben selbst blickte uns an mit den Augen jüdischer Kinder aller Altersstufen, die von der jüdischen Wohlfahrtsarbeit vor Krankheit,, Not und Leid geborgen werden. Im Säuglings- und Kleinkinderheim, B erlin-Nie d e r sch önhaus en, begann die Führung. 100 weisse Bettchen sah man dort in zwei villenähnlichen Häusern in hellen, stillen Räumen. Durch die geöffneten Fenster flatterte immer wieder das Schreien eines Babys, das Jauchzen eines grösseren Kindes herein. Die 100 Kinder waren alle im Garten unter den fruchtbeladenen Obstbäumen, die Kleinsten in fahrbare Körbchen gebettet, die grösseren gruppenweise zum Spiel um niedrige Tische versammelt, einige im durchsonnten Planschbecken herumtollend, andere in einer Riesenbox spielend. . Kinder bis zu sechs Jahren finden in dem Heim Aufnahme, wenn sie kein Familienheim haben oder dort gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt sind. In Zusammenarbeit mit der Sammelvormundschaft der Gemeinde nimmt das Heim sich vor allem der unehelichen Kinder an — deren Zahl neuerdings sehr gestiegen ist Schon vor der Geburt des Kindes findet die werdende Mutter hier Aufnahme; nach der Entbindung kann sie wiederkommen und sechs bis acht Wochen mit ihrem Kinde zusammen bleiben. Dann wird versucht, das Kind ausserhalb des Heims bei der Mutter oder bei Verwandten unterzubringen oder Adoptiveltern zu finden. Ungefähr 150 Kinder wurden im Laufe der Jahre "von Adoptiveltern angenommen, neuerdings häufig im Ausland. „Wir sind froh, dass wir da sind", sagte der leitende Kinderarzt mit den Augen eines glücklichen Kindervaters, „wären wir nicht da, so müssten wir jetzt gegründet werden." Die „Krankenhilfe der Jüdisehen Gemeinde", die wir dann besuchten, behandelt unbemittelte Kranke und solche Personen, die keiner Krankenkasse angehören. Rund dreihundert Menschen kommen durchschnittlich am Tage hierher. Die „Kinderhilfe" schickt Kinder zu Röntgenaufnahmen. Die zur Vorlehre bestimmten Jugendlichen werden untersucht und nach einer gewissen Zeit abermals ärztlich kontrolliert. Jugendliche Auswanderer werden auf ihre gesundheitliche Eignung geprüft. Jede ärztliche „Spezialität" ist vertreten. Sechs- bis siebentausend Kinder sind im Jahre 1938 von der Jüdischen Kinderklinik, die wir dann besichtigten, behandelt worden. Die Aerzte und Aerztinnen und die sozial geschulten Persönlichkeiten, die sich der Arbeit in der Kinderklinik widmen, bemühen sich nicht nur, gesundheitliche Gefahren von den Kindern abzuwenden, sondern auch die Familie als Ganzes sozialwirtschaftlich zu betreuen. Man sucht und findet menschlichen Kontakt mit den Eltern1 der kleinen Patienten und ist mit Recht stolz darauf, dass diese manchmal eigens herkommen, um sich auszusprechen und Rat und Zuspruch zu finden. So hat sich im Laufe der Jahre eine Vertrauensgemeinschaft gebildet, in der man sich gegenseitig kennt und sich die Treue hält. Viele Menschen, viele Räume, viele Apparate stehen der jüdischen Familie, dem jüdischen Kinde in den hier kurz geschilderten Instituten zur Verfügung. Und doch gilt hier, wie immer angesichts der Not: Genug ist nicht genug! Alle diese hilfreichen Organisationen, in denen unendlich viel Arbeit ehrenamtlich geleistet wird, brauchen noch tatkräftige Unterstützung, um ihre Aufgaben immer besser, immer umfassender erfüllen zu können. Kate Marcus. Jubiläum der Lessler-Schule, Berlin. Zum Sah u 1 f e s t, über das wir in der vorigen Num- . mer der C.-V.-Zeitung berichteten, waren die schönen Räume dieser Waldschule vom Zeichenlehrer der Anstalt, Studienassessor i. R. Goldstaub, unter dem Motto „Jubiläumsgrüsse aus aller Welt" farbenfreudig und mit Humor verwandelt worden: der Turnsaal in einen Urwald, der Musiksaal in ein Bild von New-York, Klassenzimmer in eine Grönland-Eisdiele, in eine holländische Kaffeestube, den Wiener Prater. In den Gärten wurden sportliche und Kasperletheatervorführungen geboten, während in zwei Sälen in fast ununterbrochener Folge Theater gespielt wurde. Von der Grundschule bis zur Obersekunda hatten sich Schüler und Lehrer mit Begeisterung in den Dienst dieser Feier gestellt. Apprendam brasiiezro (Fortsetzung) Palavras Hespanha f. Spanien lä f. — Wolle Franga f. Frankreich festa f. Fest, Feier norte m. Norden favoravel günstig _ sul m. Süden quenie warm, heiss zona f. — Zone tropica^ -a — tropisch conünente m. — Erdteil, unico, -a einzig Kontinent estimado, -a geschätzt, hemispherio m. Erdgeehrt . halbkugel dedicado, -a geweiht, hemispherio norte nördgewidmet liehe Halbkugel comegar — beginnen, anhemispherio sul südfangen liehe Halbkugel comega er, sie beginnt; situacao f. Lage,.Situ- Sie beginnen ation acabar aufhören, benavegagao f. SchiFenden, vollenden fahrt acaba er, sie hört auf; nav'io m. Schiff Sie hören auf Luiz Ludwig agora jetzt alumno m. — Schüler hontem gestern (m stumm) dmanha morgen soldado m. Soldat ou — oder chapeu m. — Hut (Kopfque welcher, -welche, bedeckung) welches (Pron. rel.) Phrases z. Paris e a capital da Franga e Lisboa e capital de Portugal. 2. A situagao da Inglaterra e mtdto favoravel para a navegagao. j. Onde estd o chapeu de Luiz? — Estd aqui. 4. A lä da Franga e os vinhos de Portugal sao muito estimados. j. Estas duas igrejas estao dedicadas a Sao Paulo e a Sant' Anna. 6. Cheguei ao Rio de Janeiro no dia 16 (dezeseis) de Dezembro. 7. Nos paizes do norte^o anno tem 4 (quatro) estagoes: a primavera,^ o verao, o outono e o invemo, mos as zonas tropicas ou quentes nao tem estagoes. 8. No Brasil a prim-avera comega em 23 de Setembro. 9. Estamos agora no mez de Maio. xo. Amanha e a festa de Sao Joao. 71. Os mezes de Janeiro, Margo, Maio, Julho j Agosto tem 31 dias. 12. No. hemispherio. sul o verao acaba em 20 de Margo e comega em 21 de Dezembro. 13. Fevereiro e o ünico mez que tem 28 ou 29 dias. 14. Alexandre o Grande foi 7ei da Macedonia. 15. Philippe II (Segundo) foi um rei da Hespanha e Philippe I (Primeiro) foi um rei de Portugal. "1. Der kluge Joachim ist ein guter Schüler*. 2. Der Herbst hört am 20. Juni auf. 3. In der heissen Zone fängt der Winter am 21. Juni an und hört auf am 22.'September. 4. Die Monate August und Oktober haben 31 Tage, und (der) November hat 30 Tage. 5. Die Engländer haben gute Schiffe, und die Franzosen haben gute Soldaten. 6. Brasilien ist ein grosses2 Land1 und Europa ein kleiner Erdteil. 7. Spanien, Portugal und Frankreich liegen (sind) in Europa. 8. Das grosse Sao Paulo ist die Hauptstadt des Staates Sao Paulo. 9.99—36=63 10.6^ + 32=97 11.45 + 24= 69 12.54—29=25 13.83+ 5 88 14.28 + 51= 79 15.66—18 48 16.75 — 34=41 17.98+ 2 100 Lektion 7 % 9. Konjugation Es gibt drei Konjugationen, die im allgemeinen folgendermassen bezeichnet werden: •L.,oder. -a-Konjugatlpn .- II. oder -e-Konjugation III. oder -i-Konjugätio'n Wie aus Nachstehendem ersichtlich, ist die Konjugation äusserst einfach — vorausgesetzt, dass man nicht die schematischen Tabellen der bisher existierenden Lehrbücher des Portugiesischen auswendig lernt; denn die betreffenden Lehrbücher gehen alle von einer falschen Grundidee aus: sie nehmen das charakteristische Merkmal, den letzten Stammvokal -a, -e, -i, zur Endung, während er in "Wirklichkeit zum Stamm gehört. Durch diese Endvokale werden _aber gerade die drei Konjugationen deutlich voneinander geschieden. Wenn man sich also das Vorhergesagte zu eigen macht, wird man sofort erkennen, dass alle, aber auch alle Formen völlig gleich gebildet werden, da die Endungen stets dieselben sind. Wie der Lernende schon in Lektion a bei der Konjugation des Presente von ter haben, sowie in Lektion 3 von ser und estar sein beobachtet haben wird, sind "die 2. Personen des Singular und Plural gleich der 3. Person des_ Singular und Plural; in Lektion 5 waren diese beiden 2. Personen in Perfeito von ser und estar sogar ausgelassen. . Der . Grund ist folgender: Die beiden 2. Personen, sind vorhanden, werden aber in der gesprochenen Volkssprache nicht gebraucht, sondern ersetzt durch „voce", verbunden mit der 3. Person Singular, und „voces" mit der 3. Person Plural. Diese dem Anfänger^auffällige Erscheinung hat folgenden Grund: „voce" und „voces" sind keine Personal-Pronomina, sondern zusammengezogen aus zwei Worten „Vossa Merce", „Vossas Mer eis", etwa dem deutschen „Euer Gnaden", „Eure Gnaden" entsprechend. Jetzt ist ohne weiteres verständlich, warum voce und voces mit den 3. Personen verbunden werden müssen; also nicht „du hast" oder „ihr habt", sondern' „Euer Gnaden hat". — Indes sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass heute weder eine Form „vossa merce" existiert noch das Bewusstein der ursprünglichen Bedeutung vorhanden ist. Voce und voces sind sogar so tief'gesunken, dass sie in Brasilien nur gebraucht werden 'dürfen als Anrede für Kinder, im Verkehr unter intimen Freunden und Bekannten, und — vielleicht auch einmal Untergebenen gegenüber. Anm.: Im gesprochenen Brasilianischen gibt es heute nur noch wenige Ausnahmefälle, wo die ursprüngliche 2. Person Plural (nicht Singular) vorkommen kann, und auch dann nur im Imperativ (Befehlsform), so in Wahlreden, Wahlplakaten, Aufrufen usw., z. B. „Wählt . . ." Sonst kommt die 2. Person Plural nur noch vor in der Kirchenspräche und im Verkehr mit Geistlichen, sowie in der Poesie, DramaundKunstsprache, die aber mit der Volkssprache nichts gemein haben. Die gebräuchlichste Ausdrucksweise für „du, ihr, Sie" ist „o Senhor, a Senhora, o amigo". Diese drei zuletzt genannten Bezeichnungen sind fast immer zutreffend und haben eine weit schwächere Bedeutung, als der Neuling vielleicht annimmt. Sie _ werden sogar Kindern gegenüber gebraucht und sind nur nach dem Ton zu bewerten, in dem sie ausgesprochen werden. — „Senhor" und „Senhora", in fragendem Ton ausgesprochen, entsprechen oft dem deutschen ,,wie?", „wie bitte?", oder „ich habe nicht verstanden", „wie meinten Sie?". Aus diesen Gründen wurde auch Abstand genommen, den Lernenden mit unnützem Ballast zu beschweren. Die beiden 2. Personen werden also in der folgenden Konjugations-Tabelle fehlen. Palavras cafne f Fleisch linguiga f. Wurst (fercarne verde frisches tig zum essen) Fleisch feixe m. =■ Fisch carne defumada ge- (x sch) räuchert« Fleisch batata f. Kartoffel carne congelada =*Gebatatas fritas Bratfrierfleisch kartpffeln bife m. Rindfleisch ervühas (pl.) f. — Erbsen -pqrco .m. Schweinelentilhas (pl.) f. Linsen fleisch macarrao m. (kein PI.) vitella f. Kalbfleisch Makkaroni carneiro m. — Hammelarroz (kein Pl.) m. — fleisch Reis costeleta f — Kotelett pastel m. — Pastete toucinho m. Speck sopa f. Suppe presunto m. — Schinken molho m. Sauce. . presunto defumado sobremesa f. Nachgeräucherter Schinken tisch . . aves (pl.) f. — Geflügel^ sor-vete m. Fruchteis jrango m. Hahn (auf paozinho m (pl.). paozinder Speisekarte auch hos Brötchen Huhn) Sandwich m. — belegtes Brötchen (ohne Butter) beide zusammen. sehen, Euch Niezufriedene, Euch Gleiche und so Ungleiche! Ihr werdet noch ein Denkmal bekommen, Hand in Hand dastehend Nun wirst Du böse dreinschauen und denken, „warum verspottet er mich?" Darum, weil ich Dich abhärten möchte. Ich schätze den Adel Deiner Sprache, Deines Stiles, die reine Art Deiner Gesinnung .,. den Schwung Deiner Seele, aber ich ängstige mich, weil Du keine Begabung für das wahre Glück hast. Du willst für alle da sein, Du müsstest auch erst einmal lernen, für Dich da zu sein. Cläre fragt mich manchmal mit der Neugierde der Frau nach Dir! Ich beschränke mich dann auf eine Geste, die leer ist. Ich weiss ja nichts darüber zu sagen. Sie versteht mich falsch. Sie meint, es wäre an der Zeit... Ich gebe Dir ihre Meinung, ohne mich zu äussern ... ich möchte nichts als gute Nachricht von Dir. -Dein Freund Moritz. (Fortsetzung folgt.) Dr. Irmgard Schüler: „Der Sabbat im Spiegel der jüdischen Kunst" Irmgard Schüler vermittelte ihrem Publikum bei einem Vortrag im Berliner Kulturbund einen Querschnitt durch die Sabbatdarstellungen und damit im Verein einen Querschnitt durch die jüdische Kunst, die ja noch jung und engstens gebunden ist an den Ritus. So genügte ein Vortragsabend um den Sabbatleuchter und den Lichtsegen, die Sabbatlampe in verschiedenen Gestaltungen, den Hawdalateller und die Hawdalakerze vorbeipassieren zu lassen. Es geschah dies an Hand eines reichhaltigen, zum Teil unbekannten Lichtbildmaterials, das sich auch auf Sabbatdarstellungen in der Malerei in Polen und Schweden bezog. Nach dem eigentlichen Feiertagsgerät zog die Vortragende die mit dem Sabbat zusammenhängenden Dinge, den Besuch in der Synagoge oder das Thema der Festtagsruhe in den Bereich kunsigeschichtlicher Betrachtung. 0. B. September-Ausstellung des Sekretariats für Bildende Kunst In der Marburger Strasse 5 stellen drei Künstler aus, grundverschieden in ihrem Können, in ihrem Temperament, in ihrer beruflichen Schulung. Maria Burchardt-Brick ist Autodidaktin, sie zeigt Graphik und Plastik. Ihre Holzfiguren, das „Junge Paar", eine Freiplastik, oder das Flachrelief einer Trauernden zeigen die Künstlerin keineswegs auf der Höhe, die ihre übrigen Arbeiten dokumentieren: Auf Kosten der Form wird der Ausdruck gesteigert, und die Gesetze, denen die Freiplastik unterworfen ist, -wendet Maria Burchardt-Brick nicht sehr glücklich auf das Flachrelief an. Dafür atmen die Aquarelle und die Kohle- und Kreideblätter etwas ganz Persönliches, der „Fischzug auf den Lofoten" (1937) ist ein künstlerisches Bekenntnis in allen seinen Teilen. Wie da der kleine Ort Mole Henningsvaer plastisch gesehen ist, wie die Bewegung des Schaukeins in dem Blatt „Beim Fang'' gegeben, wie der „Schöffe" und der „Fischer" der „Kochjunge" oder der „Holzarbeiter" flott und doch. ihrem inneren Gehalt nach erfasst sind, ist wirklich hervorhebenswert. So kann man verstehen, dass der bekannte norwegische Munch-Sammler, Rolf E. Steuersen, manches Werk von Maria Burchardt-Brick erworben hat. Sein Porträt hängt in der Berliner Ausstellung. Ein Blatt „Der Bauer" besitzt die National-Galerie in Oslo, und auch das Staedelig- Museum in Amsterdam erwarb verschiedene Arbeiten der Künstlerin. Ihre nächste Ausstellung veranstaltet die Galerie van Lier (Amsterdam) im Oktober. Anders nimmt sich die zeichnerische Arbeit von Osias Koffler aus. Er ist ein Künstler, der dem gegebenen Augenblick Werte abringt, und deswegen ist er ein tüchtiger Karikaturist (Porträt Rosa Valetti n. a. m.), ein tiefgründiger Schilderer seelischer Momente, wie -es in den beiden Zeichnungen eines Regisseurs auf; dem Totenbett erkennbar wird. Wenn . die : Arbeit Kofflers literarisch zu nennen ist, dann nur im Thematischen, denn seine Bleistiftzeichnungen oder Tuschzeichnungen, viele. Blätter auch, die mit der Feder ausgeführt wurden, verraten eine eigene zeichnerische Note, die den literarischen Inhalt nur als äussere Form betrachten. Sehr gut die polnischen Blätter: Reb Jecheskiel, Leib aus Lodz, Prophetenköpfe sind es, die ergreifend wirken in dem einfachen Duktus. Einige Photos der Bühnenbilder, die Koffler für die Aufführung „Der verzauberte Schneider" unter der Regie von Eljaschoff in Berlin geschaffen hat, erfreuen durch die danebenhängenden Federzeichnungen des Regisseurs und des Malers. Ferne und Nähe, Kühle und Wärme wechseln gegenüber den Bildern von Kurt Bialostotzky in einem anderen Raum der Ausstellung. Klare Kompositionen vermögen nicht über eine Härte der Farbe hinwegzutäuschen, imbedingte Einfühlung in die Atmosphäre einer Landschaft kann nicht verbergen, dass der Maler manchmal da *kühl bleibt, wo wir es von ihm nicht erwarten. Die südlichen Landschaften, die „Ziegelei", oder „Vor Sonnenuntergang" gefallen mir sehr gut. Im Gemälde „Gemüseputzende Frau" und „Die Lesende", dem Stilleben mit den Zitronen, spricht die klare Zeichnung. Olga Bloch. Oranienburger Strasse 31, einen Vortrag von Dr. Fritz Bamberger: „Leone Ebreo und seine Zeit. Ein Kapitel Kulturgeschichte der Renaissance." Gäste willkommen. Das Berliner Jüdische Museum plant zura 100. Todestag Akiba Egers eine Ausstellung. Nachkommen Egers und andere Besitzer von Bildnissen und sonstigem Material aus der Zeil Akiba Egers werden gebeten, mit dem Jüdischen Museum, Berlin N 4, "Oranienburger Strasse 31, in Verbindung zu treten. Der erste Präsident des Obersten Rates der jüdischen Kultusgemeindeverbände in Böhmen, Mähren und Schlesien und langjährige Präsident der Prager Kultusgemeinde, Dr. August Stein, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. fie 99?4.£is munhloMU» gliefern wir die C.-V.-Zeitung. Wer sie noch nickt liest, bestellt sie mit diesem Bestellzettel Porrrätstudien der Malerin Lotte Laserstein . werden zur Zeit in Stockholm in einer Ausstellun der Galerie Moderne gezeigt. Im Museum jüdischer Altertümer in Frankfurt am Main hat die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler die Kultgeräte ausgestellt, die ihr nach dem Ableben von Siegmund Nauheim durch eine letztwillige Verfügung von ihm vermacht worden sind. Die Sammlung zeigt jüdische Kultgeräte besonders aus dem sephardischen Kultkreis, enthält aber auch wesentliche Bestandteile aus aschkenasischen Kultgebieten. Zum AbscMuss der Abrabanel-Ausstelluns. die nur noch bis zum Sonntag, dem 19. September, im Berliner Jüdischen Museum geöffnet ist, veranstaltet der Jüdische Museumsverein am Donnerstag, dem 16. September, abends 8!4 Uhr in den Räumen des Jüdischen Museums, Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.«V«-Zeityng 99 Pfennig für Oktober, November, Dezember zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Die beiden letzten September - Nummern v/erden mir kostenlos'- gel-iefert. Name:.......................................................„.._......._„ Ort:.............................................................................„ Strasse: .............................................................__. Ausschneiden und mit 3 Pfg. frankiert (oder auch unfrankiert) senden am C.« V. - Zeitung, Vertrieb, Berlin W15, Emser Strasse 42. Telef. 92 81 41.

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