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Central-Verein-Zeitung · 1937-08-26 · 34 (26.8.1937) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
34 (26.8.1937)
Date
1937-08-26
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seife 14 C.-V.-Zeifung Nr. 34 * 26. August 1937, Betreuung* Forschung* Fürsorge Aufgaben und Arbeiten der Gesundbeits Verwaltung der Berliner Gemeinde Von Friedel Motulsky. Der Leiter Her Gesundheitsverwaltung der Jüdischen Gemeinde Berlin umreisst seine Aufgaben und die seiner Helfer: Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit von 150 000 jüdischen Menschen. Ein Einblick in die Tätigkeit des 1934 geschaffenen jüdischen Gesundheitswesens zeigt, wieviel organisatorische, ■ wissenschaftliche und praktische Arbeit notwendig ist, um den mannigfachen Aufgaben gerecht zu werden. Der wichtigste Stützpunkt ist das Jüdische Krankenhaus, der Gesundheitsverwaltung durch äussere und innere Nähe verbunden. Es befindet sich mit allen seinen wissenschaftlichen und technischen Einrichtungen in ständiger Entwicklung. In neuerer Zeit konnten eine Tuberkulosestation und — durch Spenden — eine Kinderstation eingerichtet werden. Die poliklinischen Möglichkeiten sind durch eine Nerven- und Hautpoliklinik und durch eine Beratungsstelle für Geschwulstkranke und -verdächtige erweitert worden. Diese Beratungsstelle liefert, indem sie Hautkranke rechtzeitig erfasst und behandelt, einen wesentlichen Beitrag zur Krebsbekämpfung. Neben dem Krankenhaus spielt die seit 1929 bestehende Jüdische Krankenhilfe eine wichtige Rolle. Seit einiger Zeit gibt es dort ausser den poliklinischen Abteilungen für Chirurgie und innere Erkrankungen und den anderen Fachabteilungen eine Tuberkuloseberatungsstelle. Die Gesundheitsverwaltung steht in enger Zusammenarbeit mit dem Kranken fürsorgedienst, der sich, aus der ehrenamtlichen Tätigkeit jüdischer Frauen hervorgegangen, der Gemeinde zur Verfügung gestellt . hat. Er betreut vorwiegend ambulante Kranke, sorgt für Diätkuren, für Beschaffung von Arzneimitteln und für häusliche Krankenpflege. Die Gesundheitsverwaltung hat die Ende 1933 entstandenen Fortbildungskurse für jüdische Aerzte ausgebaut. Daneben finden alle drei bis vier Wochen wissenschaftliche Abende statt, die Anregung und Gedankenaustausch vermitteln und immer weitere Kreise von Aerzten erfassen. Seit 1937 trägt diese ärztliche Forschung halbamtlichen Charakter. Der Gesundheitsverwaltung sind Möglichkeiten zur Förderung . solcher Forschungsarbeit durch das „Jüdische Hilfswerk für ärztliche Fortbildung und Forschung der Waldemar- und Helene- Meyer-Stiftung" gegeben. Im Krankenhaus selbst steht der Gesundheitsverwalturig eine Lehr- und A u s b i 1 - dungsstätte für werdende Mediziner, Medizinalpraktikanten, Famuli und Hospitanten zur Verfügung. In der staatlichen Krankenpflegeschule, die kostenlose Ausbildung und freie Unterkunft gewährt und für einen Beruf mit guten Auasichten im In- und Ausland vorbereitet, sind noch Plätze frei. Dagegen übersteigt in der Säuglingspflege- und " Säuglingsschwesternschule, der einzigen jüdischen staatlich anerkannten in Deutschland, gleichfalls dem Krankenhaus angegliedert, die Nachfrage bei weitem die Aufnahmemöglichkeiten. Ausserdem. gibt es im Krankenhaus Kurse zur Ausbildung von Wochenbettpflegerinnen. Oberregierungs- und -medizinalrat i. R. Dr. Dr. L u s t i g, gleichzeitig an der Lehrerfortbildungsanstalt des preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden tätig, hat die Oberleitung aller dieser Kurse. Die Schulärzte arbeiten in enger Ver- . bindung mit der Gesundheitsverwaltung, die . besonders bei Infektionskrankheiten mit ihrem Rat und ihrer Erfahrung hilft. Der gleiche Kontakt besteht zum schulzahnärztlichen Dienst. Eine Schulzahnklinik ist in der Jüdischen Kinderhilfe vorhanden. \ " In allen jüdischen Wohlfahrtsbezirken gibt es Sprechstunden für Kinder sowie Beratung und Aufsicht für Volks- und Kinderspeisungen. Hier wirken Aerzte als Gesundheitshelfer und -berater in enger Zusammen- Gewjö}joliche$:'Wor( lO.Pfg., fett- . gedrucktes jüeberschnfljwprt 20 Pf<t: <beT'Stellengesuchen 8 Pfg> und 15 Pfgj arbeit mit der Gesundheitsverwaltung. Auch das Kur- und Heil Verschickungswesen erfährt zentrale Bearbeitung: alle Verschickungen werden hier in letzter Instanz nach ärztlichsozialen Gesichtspunkten geprüft. Für Kuren und Verschickungen stehen zusätzliche Mittel durch die Reichsvertretung zur Verfügung. Die Bereitstellung von Aerzten für Kindergärten und - Kinderheime befindet sich in Vorbereitung. In Zusammenarbeit mit dem Jugendpflegedezernat der Gemeinde wurden eine sportärztliche Beratungsstelle, ärztliche Versorgung für die Sportplätze und eine Sport-Unfallversicherung geschaffen. Die Wirtschaftshilfe der Gemeinde wird durch die produktive Hilfe der Gesundheitsverwaltung gefördert, wenn Aerzte mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. In neuerer Zeit sind in den einzelnen Wohlfahrtsbezirken ärztlich-seelische Beratungsstellen eingerichtet worden; sie haben einen fachärzilich-psychologischen Leiter und eine heilpädagogisch geschulte Fürsorgerin. Arbeiten und Erfolge auf medizinischem, fürsorgerischem und wissenschaftlichem Forschungsgebiet sind Bestätigung für die Auffassung des Leiters der Gesundheitsverwaltung über seine Aufgabe: „Es kommt uns auf Zusammenarbeit zwischen der Gesundheitsverwaltung und den mit ihr arbeitenden Stellen an und nicht auf Ueber- und Untergeordnetsein." Aus den Gemeinden Hamburg Die Beerdigungs-Brüderschaft (Chewra K a d i s c h a) der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg feierte ihr 125jähriges Bestehen. Bei der Feier sprach der Vorsitzende, Ludwig Joshua. Die Festrede hielt Oberrabbiner Dr. C a r 1 e b a c h. Anlässlich des Jubiläums erschien eine Festschrift. Im Mittelpunkt steht eine Abhandlung aus der Feder von Rabbiner Dr. E. D u c k e s z, Altona, über den Grindelfriedhof, der bekanntlich in den vergangenen Monaten aus verkehrstechnischen Gründen geräumt wurde. Edgar Frank hat die Chronik der Chewra für die Jahre 1812 bis 1937 zusammengestellt Kurze Beiträge sind u. a. dem Ohlsdorfer Ehrenfriedhof und dem Gedächtnis des Rabbiners Dr. A. L. Lichtig gewidmet. E. G-. L. Karlsruhe Der Synagogenrat Karlsruhe hat zum Zeichen der Verbundenheit der Gemeinde mit dem nadi langjähriger erfolgreicher Tätigkeit vom Vorsitz des Oberrats der Israeliten Badens zurückgetretenen Professor Dr. Nathan Stein beschlossen, alljährlich 300 RM zur Förderung geistiger und kultureller jüdischer Arbeit in Karlsruhe Professor Stein zur Verfügung zu stellen. Der Betrag wird unter dem Namen „Nathan-S t ein¬ Spende" in den Voranschlag der Gemeinde aufgenommen. Stg. München Mitte August nahmen die Lehrwerkstätten für Tischler, Feinmechaniker, Bauschlosser, Maschinenschlosser und Elektrotechniker in München, die der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden errichtet hat, mit 40 Schülern ihre Tätigkeit auf. Bei der Inbetriebnahme der Räume — die offizielle Eröffnungsfeier findet erst im Herbst statt — dankte Rechtsrat a. D. Dr. Otto Weiler für den Bayernverband dem Leiter der Werkstätte, DipL-Ing. Werner RosenthaL Dr.-Ing. Erich Cahn, der wertvolle Ratschläge zum Aufbau des Betriebes gab, Architekt Lebrecht sowie den Meistern und Gesellen. —mm. Ostpreussen An "der diesjährigen Hauptversammlung des Verbandes der Synagogengemeinden Ostpreussens in Königsberg i. Pr. nahmen die Vertreter der Gemeinde Königsberg, der vier anderen Rabbinatsgemeinden und 18 Provinzgemeinden Ostpreussens teil. Der Verbands vorsteh er, Rechtsanwalt Dr. Arthur Ehrlich, gab einen Rückblick auf die letzten drei Jahre. Die Griisse der Reichsvertretung der Juden in Deutschland überbrachte Professor Dr. Cora Berliner. — Das Hauptreferat über. „Verwaltungsmassnahmen in Kleingemeinden" hielt der Syndikus des Preussischen Landesverbandes . jüdischer. Ge-' meinden, Dr.. Hermann S c h i 1 d b e r g e r. Die wichtigste Massnahme, die der Landesverband neben zahlreichen anderen traf, war die Einrichtung einer Sonderabteilung für Vermögensverwaltung und Liquidation in Kleingemeinden und die Einführung eines Systems von ehrenamtlich arbeitenden Vertrauensleuten. Stade Auf Veranlassung des Preussischen Landesverbandes wurde vor kurzem an den Oberpräsidenten der Provinz Hannover ein Antrag gerichtet, den Rabbiner der Israelitischen Gemeinde Bremen, die sich vor einiger Zeit dem Preussenverband . angeschlossen hat, mit _ der kommissarischen Verwaltung des Landrabbinats für den Regierungsbezirk Stade zu betrauen. Durch Erlass vom 29. Juli ist nunmehr Rabbiner Dr. Aber, Bremen, dieses Amt übertragen worden. Adolf Kober: „Vier Generationen einer jüdischen Familie am Rhein um 1400". Sonderdruck aus der Festschrift für Dr. Jakob Freimann. Berlin 1937. Der Fülle der im Kölner Historischen Archiv vorhandenen Quellen ist es zu verdanken, dass die Geschichte einer jüdischen Familie am Rhein um die Wende des 14. Jahrhunderts verfolgt werden kann. 1372 konnten sich Juden in Köln wieder niederlassen. Als erster Jude wird Schaiff, dessen Familiengeschichte von etwa 1370 bis 1450, soweit Material vorhanden, beschrieben wird, aufgenommen; er scheint einer der grösseren jüdischen Bankiers der Zeit gewesen zu sein, die, von weltlichen und geistlichen Fürsten gern in Anspruch genommen, gleichsam Vorgänger der späteren Hofjuden sind. Die Beschreibung der Tätigkeit und des Lebens Schaiffs und einiger seiner Nachkommen stellt zugleich eine Charakte- ' ristik der wirtschaftlichen und politischen Umstände jener Zeit dar. E. G. L. Aus jüdischer Sozialarbeit Die Hefte 3 und 4 der Zeitschrift „Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik" bringen einen besonders aufschlussreichen Artikel des Direktors der „Graduate School for Jewish Social Work", New - York, Dr. Maurice J. Karpf über „Jüdisches Gemeinschaftsleben in den- Vereinigten Staaten". Der Aufsatz enthält interessante Zahlen über die jüdische Bevölkerung und Berufschichtung in USA und schildert ausführlich die verschiedenen Sparten jüdischer Sozialarbeit in Nordamerika. Neben den Bemühungen um materielle Hilfe gehen Bestrebungen, durch die Schaffung von sog. Jewish Centers, jüdische Menschen. stärker an ihre jüdische Gemeinschaft su binden. Die Problematik der gegenwärtigen jüdischen Sozialarbeit sieht Karpf vor allem darin, dass ein grosser Teil derjenigen sozialen Funktionen, die ursprünglich den konfessionellen Wohlfahrtsverbänden überlassen war, auf den Staat übergegangen ist Diese Tatsache droht sowohl die Bedeutung des jüdischen Sozialwerks als auch die Gebefreudigkeit der jüdischen Menschen, zu beeinträchtigen. Die Hefte enthalten u. a. ferner Beiträge über „Beobachtungen aus dem jüdischen Erziehungswesen" (Kurt Crohn), „Umfang und Struktur der jüdischen Binnenwanderung" (Max Birnbaum), „Sraffällige Jugendliche in Jerusalem" (Dr. Karl Frankenstein). Rck. Lehrhaus Berlin Xrbeitsgemeinsclialten: „Bau und Lehen von Pflanzen und Tieren" (mikroskopische Betrachtungen), Leitung: Otto Treitel, 31. August, 20.30 bis 22 Uhr, Marburger Str. 5, III. Photo-Arbeitegemeinschaft: Mittwoch, 1. September, 20.30 bis 32 Uhr, Marburger Str. 5, III. Thema: „Entwickler und Entwickeln." Sprachkurse: In alle stattfindenden Kurse in E n g - lisch, Spanisch und Portugiesisch (Marburger Strasse, Prinzregentenstrasse, Fasanenstrasse, Lindenstrasse) können Teilnehmer noch aufgenommen werden; ein Anfängerkursus.in Portugiesisch beginnt am 2- September, 20 bis 21.30 Uhr, Fasanenstr. 80 (Synagogenhaus). Intensiv-Kursos (Englisch): In den Kursus, der von Montag bis Freitag, jeweils von 9 bis 13 Uhr stattfindet (Marburger Str. 5, III), können Teilnehmer mit besseren Vorkenntnissen noch aufgenommen werden; monatliche Teilnehmergebühr 30 RM. Anmeldungen, Auskünfte usw. während der Sprechstunden des Sekretariats (Montag bis Donnerstag, 10 bis 13 und 16 bis 18 Uhr), Marburger Str. 5, III. Tel. 24 55 87. W o r t - :Ai wb s e i gj e n C.-V.- Leser trinken nur den Kaffee, Tee, Kakao der * Klavierstimmen. Tonveredeln, Klaviere, Monatsmiete 8.—. Kauf- Berechtigung. Radio, jüd. Schallplatten. Akkordeons. Pianohaus Alt-Moabit 86c. m. d. |. s. 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August sein SOjähriges Geschäftsjubiläum. Das in Nr. 32 der C.-V .-Zeitung veröffentlichte Photo stellt eine Schrubberpause im Landschulheim Kristinehov in Schweden dar. VtstetUlüsse Mwk tideem Erscheint wöchentlich ohne Gewähr. Postschluss für Luftpostsendungen bei folgenden Postämtern: Berlin C 2; Frankfurt/Main Balmpostamt 19 oder Flughafen; München Bahnpostamt 1 oder 2 (Flughafen); Köln Flughafen. Einwurf bei anderen Postämtern oder in anderen Orten bis zu 1 Tag früher. Abkürzungen: B. A. Buenos Aires; Cherb. Cherbourg; C. Cuxhaven; Ziffern-in Klammem Postschlusszeiten. Ab Seeweg nach Nordamerika f . An Berlin Hamburg Bremen "'ChCTft.;"N.-T?Qrk 27.8. 27. 8. (19) „Bremen'1 28. 8. ■'. 29. 8. 3. 9. 28. 8. 29. 8. (8) „New-York" 29.8. (C.) 30. 8. r. 9. 30.8. 30. 8. (19) „Qaeen Mary" 1.9. 6.9. 3.9. 3.9. (19) „Europa" 4.9. 5-9. 10.9. Luftweg: Zurzeit nur Nachbr'mgefiügeKöln—Cherb („Mit Luftpost ab Köln zum Dampfer".) Zuschlag 15 Pf. für je 20 g Berlin Köln Cherb, N.-York 28.8. (18) 29.8. 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(9) 28.8.(18) 30. 8. (6) 1. 9. (3) 1.9.(9) 1.9.(18) 3. 9. (6) 31. 8. (11) 2. 9- (8) 4. 9- (11)!.(7) 1.(7) Laufzeit ca. Wz Tage r. Wörter trn'.rrwjhr aii.TÄ-ßAichstaben q*lteiv •ali zwei Wörtern 2tffergeyb.Ghr_. 2$-pf9 , ^vrtßh^J^ieitdv^^n^tig^a^tethtt 25 Pfg., noch dem. Reich 40 Pfg.v T Auskunfteien Edith Goetschel- Engelmann. Zwangloses Kennenlernen durch meinen vornehmen Gesellschafts . Anschluss. dadurch grösste Ehemöglichkeiten. Innsbruckerstrasse 33. Tel.: 71 67 71. Bücherankauf Auto federn Schreibmaschs' Reparaturen Auto. reparaturen Heirats-Auskünfte über Ruf, Charakter. Einkommen, Vermögen. Lebenswandel. Vorleben, Gesundheit. Beobachtungen, Ermittlungen; In- und Ausland! Privat- Auskunftei Detektei Stensch (Gemeindemitglied), Berlin - Cbarlottenburg 6. Kantstr.152. Tel.: 31 63 82. Böcher-Ankanf Bücherinsel. Tel.: 92 06 03. Pariser Strasse 30. Welzer. Jnnkerstrasse 18. Tel.: 17 29 84. Neuanfertigung. Reparaturen.- Montage. Homann. Jerusalemerstr. 7, Tel.: 17 32 68. 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