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Central-Verein-Zeitung · 1937-08-26 · 34 (26.8.1937) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
34 (26.8.1937)
Date
1937-08-26
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 34* 4. Beiblatt C.YZeifamq 26.August 1937 * SeitelS Die 3. Kenessio Gedaulo in Marienbad Orthodoxie und Neuzionismus — eine „taktische" Einheitsfront? Die bsondere geschichtliche und politische Lage, die der Peel-Bericht hinsichtlich des künftigen Schicksals Palästinas geschaffen hat, gab auch der 3. Kenessio Gedaulo. dem Weltkongreß der Agudas Jisroel, der am 17. August in Marienbad zusammentrat, sein besonderes Gepräge und unterschied ihn merklich von allen "ähnlichen agudistischen Kundgebungen der letzten Jahre. Auch hier war es die politische Fragestellung, die im Mittelpunkt stand und, trotz der primär religiösen Haltung und Anschauungsweise der Orthodoxie, in erster Linie diskutiert wurde, wobei freilich das Bekenntnis zum toratreuen Judentum auch die politische Entscheidung färbte. Einen fast sensationellen Beigeschmack erhielten die Beratungen des Weltkongresses durch das Bündnisangebot J a b o t i n s k y s. Dass diese auf den ersten Blick merkwürdig anmutende Verbindung von der Kenessio Gedaulo überhaupt in den Kreis ernsthafter Erwägungen einbezogen werden und zu aufwühlenden Erörterungen führen konnte, hat seinen Grund in dem fast leidenschaftlichen Wunsch des toratreuen Judentums, selbst aktiv an der Gestaltung des künftigen politischen Schicksals der Judenheit und vor allem Palästinas mitzuwirken und neben oder in Gemeinschaft mit den anderen tragenden Gruppen, insbesondere dem Zionismus und der Jewish Agency, der Welt gegenüber als Repräsentant und Interpret des jüdischen Schicksals aufzutreten. Im gegenwärtigen Augenblick ist das Schicksal des Vorschlages, den der Präsident der Neuzionistischen Organisation dem Weltkongress der Agudas Jisroel gemacht hat, noch nicht entschieden, aber die Meinungsverschiedenheiten und das sehr starke Echo, das er hervorgerufen hat, verdienen stärkste Beachtung. Obwohl beide Teile, gewissermassen um ihrer eigenen Anhängerschaft eine ideologische Rückversicherung zu geben, den taktischen Sinn des geplanten Bündnisses und die Aufrechterhaltung der geistigen und politischen Eigenart beider P i I i i % 9id(en ifiz km, üwcmi ÜltlrtükvL gük ZeivUngt 7-ü &uietitMl m JÜDISCHES WO ff LfAH SLTS - VHO JVGBHDAMT Besann c z , zos ensTR.. z- + Ttt&ckeckkpHteäerliH %%h0 Teile betont haben, scheint es doch, als ob sich eiue neue Front innerhalb der Judeuheit abzeichnet, deren Spitze, wie in Marienbad mehrfach gesagt wurde, sich gegen das „zionistische Monopol in Palästina" richtet In Gegenwart von zehntausend Gästen aus allen Teilen der Welt, 600 Delegierten und 120 Delegierten der Frauenverbände der Agudas, eröffnete Jacob Rosenheini, der Präsident der agudistischen Gesamtorganisation, im Marienbader Kursaal feierlich die Tagung. Vertreter der tschechoslowakischen Regierung, der Prager diplomatischen Missionen, Polens und Englands und der Stadtgemeinde Marienbad bielten Begrüssungsansprachen. Als Professor Dr. Benjamin A k z i n, der Leiter des politischen Departements der Neuzionistischen Organisation, die Grüsse Wladimir Jabotinskys überbrachte, bereitete ihm der Kongress eine herzliche Ovation. In seiner Eröffnungsansprache kennzeichnete Jacob Rosen heim inmitten der ethisch-politischen und wirtschaftlichen Krisis der europäisch-amerikanischen Kulturwelt die besondere Krisis der Judenheit. Er gedachte der vor 25 Jahren erfolgten Gründung der Agudas Jisroel in Kattowitz und bezeichnete die Beratungsgegenstände der Tagung: die politische, wirtschaftliche und religiöse Zukunft Erez Israels und die immer stärker einsetzende Notwendigkeit zur Wanderung, der die Massen des jüdischen Ostens über alle Kontinente treibe. Die heilige Lehre des Judentums sei, das wisse die Agudas, das einzig Unfehlbare und tausendfach erprobte Mittel zur Erhaltung der jüdischen Existenz. An die Gemeinschaft der Nationen richtete Rosenheim den Appell, das Judentum in seiner wahren Gestalt, in seinem täglichen Märtyrertum wie in seinem religiösen Schwung zu erkennen, Zum Kongress-Präsidenten wurde der ehemalige rumänische Senator Oberrabbiner Zirelsohn aus Kischinew gewählt. Dem Kongresspräsidium gehören 25 hervorragende Persönlichkeiten der agudistischen Bewegung an. Die wesentlichen Beratungen um das taktische Zusammengehen zwischen Agudas und Neuzionisten vollzogen sich jedoch nicht im Rahmen des Kongressplenums, sondern in den Sitzungen der politischen Kommission des Kongresses und des Grossen Rabbinischen Rates. Der ursprüngliche Vorschlag Jabotinskys richtete sich auf die Zusammenarbeit mit der Aguda auf der Grundlage gemeinsamer Ablehnung der Teilungspläne. Beide Organisationen sollten vom Völkerbund verlangen, dass die Jewish Agency for Palestine durch ihre Einbeziehung erweitert werde. Endlich soll eine Round-Table-Konferenz aller am Palästinaaufbau interessierten Organisationen einberufen werden, als dessen Vorsitzenden man den Präsidenten des Board of Deputies, Neville Laski, in 'Aussicht nahm. Ihre besondere Note erhielten diese Pläne durch das in Marienbad auftauchende Gerücht, dass Jabotinsky eine Aufforderung der Gegner des Teilungsplans, in die Zionistische Weltorganisation zurückzukehren, um ihre Reihen zu verstärken, abgelehnt habe. Dass dieser Vorschlag, auch als rein taktische Massnahme genommen, nicht auf eine einhellige Stellungnahme der Kenessio stossen konnte, geht schon daraus hervor, dass diese erst über eine präzise Einstellung gegenüber dem Peelschen Teilungsplan zu diskutieren hatte. In seinem Tätigkeitsbericht für die Exekutive der Agudas Jisroel, in dem er sich übrigens auch für eine Vereinigung mit dem Misrachi aussprach, wandte sich Jacob Rosenheim sehr entschieden gegen den Bericht der Königlichen Kommission und ihre Vorschläge zur Schaffung eines Judenstaates. Er bezeichnete dieses Projekt als ein Erzeugnis zionistischer Gedankengänge. Die Agudas Jisroel sei bestrebt, durch Wiederherstellung der jüdischen Volkseinheit das Parteimonopol der Zionisten auf Palästina zu brechen. In der Generaldebatte waren jedoch die Meinungen geteilt. Ebenso entspann sich im Rabbinischen Rat eine lebhafte Diskussion, die nicht zur Fixierung eines einheitlichen Standpunktes führte. Wieder waren es die Delegierten aus Polen und Deutschland, den Ländern des grössten Aus Wanderungsbedürfnisses, die für den Teilungsplan eintraten. Es wurden auch Stimmen laut, die die Entscheidung der von Jabotinsky vorgeschlagenen Round-Table-Konferenz überlassen wollten. Besonders lebhafte Auseinandersetzungen über den Teilungsplan und die auf der Voraussetzung seiner Ablehnung aufgebaute Verbindung mit Jabotinsky entspannen sich in der Auseinandersetzung mit den Führern der Poale Aguda Palästinas, der agudistischen Arbeiterschaft. Diese warfen der Exekutive vor, sich in Verhandlungen mit Jabotinsky eingelassen zu haben, den in Palästina niemand ernst nehme.' Die Revisionisten legten nur ein Lippenbekenntnis zur Tora ab. Darüber hinaus richteten sie scharfe Angriffe gegen die Exekutive wegen ihrer lässigen sozialpolitischen Haltung in Palästina. Die Berichte über den Kongress erwecken den Anschein, als ob hier vom" Sozialen her eine durchaus ernst zu nehmende ideologische Differenz innerhalb der agudistischen Bewegung selbst zu entstehen droht. Auch die Antwort des politischen Sekretärs der Exekutive an den Arbeiterführer ist bemerkenswert und sehr aufschlussreich für den in erster Linie politischen Grund der Ueberlegungen innerhalb der Aguda: „Wir kümmern uns nicht darum", so erklärte er wörtlich, „ob Jabotinsky koscher isst oder nicht." Es komme vor allem darauf an, das Monopol der Zionisten zu beenden. Immer stärker hatte es im Verlaufe des Kongresses den Anschein, als ob die Meinungsverschiedenheiten über Teilungsplan und Jabotinsky-Bündnis sich vertieften und die Aussichten über ein Zusammengehen mit den Neuzionisten sich verschlechterten. Professor Akzin hat nach langwierigen Verhandlungen Marienbad verlassen. Die Round-Table-Konferenz scheint von den Orthodoxen abgelehnt zu werden. Dagegen dürfte der Rabbinische Rat und mit ihm die Kenessio den Teilungsplan aus halachischen Gründen verwerfen. Um den Angriffen zu begegnen, übergab Jacob Rosenheim, als dessen scharfer sachlicher Gegner sich übrigens auch der Kongress-Präsident Zirelsohn erwies, der ITA eine Erklärung, in der er sich in geistiger und religiöser Hinsicht von der Neuzionistischen Organisation distanzierte. Auch der Vertreter der Neuzionisten hat eine derartige Erklärung veröffentlicht. Auch über die Vereinigung der Aguda und des Misrachi ist in den Kommissionsberatungen nach den vorliegenden Meldungen offensichtlich viel gesprochen worden. Der Kongress brachte weiterhin eine Reihe bemerkenswerter Referate. Dr. Salomon Ehrmann und Dr. Isaac Breuer berichteten über die Arbeit der Palästinazentrale und des Keren Hajessod, die besonders lebhaft geworden ist, nachdem der Aguda das Recht auf eigene Zertifikate zugestanden worden ist. Dr. Maximilian Landau (Berlin) referierte über die Notwendigkeiten einer Ueberseewanderung und einer Siedlung jüdischer Menschen. Er kritisierte die organisatorische und materielle Zersplitterung der jüdischen Sozialarbeit, trat für Berufsunischfchtung und Loslösung der jüdischen Massen von der Markt- und Geldwirtschaft zugunsten der produktiven Berufe ein und sagte grosszügigen kolonisatorischen Plänen erhebliche Möglichkeiten voraus. K.J. R. HALINDE® Weltverband Polnischer Juden Sonderbericht für die C.-V.-Z e i t u n g K. H.. Antwerpen, 23. August. Unter grosser Anteilnahme des Antwerpener und ausländischen Judentums wurde gestern die zweite Konferenz des Weltverbandes der polnischen Juden eröffnet. Die feierliche Eröffnung fand in der „Harmonie" in Anwesenheit des Antwerpener Oberrabbiners, des Parlamentariers Jamar und einer Reihe anderer hervorragenden Persönlichkeiten statt. Nach der ersten Begrüssung durch den Vorsitzenden der belgischen Federation betonte der Vorsitzende des Weltverbandes, Dr. B. Winter, New-York, die Verbundenheit der amerikanischen Juden mit dem polnischen Judentum. Dann sprachen u. a. Dr. S c h a p i r o, Oberrabbiner von Antwerpen, Jacob Fishman, Leiter der Jewish Morning Post und das Mitglied der zionistischen Weltorganisation Goldberg. Das erste grundlegende Referat hielt das Exekutivmitglied des Verbandes Dr. J. T a u b e s aus Amsterdam. Unter Heranziehung des gesamten Zahlenmaterials und mit einer aussergewöhnlichen Kenntnis des wirtschaftlichen Umschichtungsprozesses in Polen skizzierte er das Schicksal dieser VA Millionen Juden, das weder durch Philantropie noch durch Evakuierung zu bessern sei. Der Redner betonte, dass der Weltverband jede Einmischung in die inneren politischen Probleme grundsätzlich ablehne und seine erste Aufgabe darin sehe, die Brücke zwischen den im Auslande lebenden polnischen Juden und den in Not befindlichen in Polen lebenden Juden zu sein. Montag vormittag fand ein Empfang der Delegierten beim Bürgermeister von Antwerpen statt. Der Vorsitzende des Verbandes, Dr. B. Winter, und einige andere Delegierte legten die Ziele der Organisation dar und betonten ihre Freude darüber, dass die so starke Antwerpener Gruppe polnischer Juden in Belgien leben dürfe. Der Bürgermeister dankte der Delegation und betonte, dass Belgien alle Fremden ohne Unterschied willkommen seien; er hoffe, dass dies auch weiter so sein möge. Dem Vertreter des Tel-Aviver Stadtparlaments, der den Bürgermeister in hebräischer Sprache begrüsst hatte, wünschte er besonderen Erfolg für das Aufblühen der Stadt und des Landes. Im Mittelpunkt des zweiten Konferenztages stand das grosse Kulturreferat von Dr. J. M a y - k e 1 s aus London. Ist das polnische Judentum eine organisch gewachsene Gruppe oder ist es eine zufällige Verbindung von Menschen? Von dieser Frage ausgehend analysierte er mit einer umfassenden Kenntnis der historischen Tatsachen die ganze kulturelle Entwicklung des polnischen Judentums, das schon seit fast 1000 Jahren mit dem polnischen Boden verwurzelt ist und bereits im 15. Jahrhundert einen geschlossenen jüdischen Kulturkreis mit eigener Autonomie gebildet hat. Der Chassidismus, eine der grössten geistigen Revolutionen, ganz gleich wie man im einzelnen zu ihm stehen mag, ist im Schosse des polnischen Judentums geboren. Die jüdische Renaissancebewegung und der jüdische Nationalismus haben ihre stärksten Kräfte im polnischen Judentum gefunden; eine Unzahl führender Geister sind aus seinen Reihen hervorgegangen und haben gerade in der modernen Zeit die jüdische und europäische Kultur fruchtbar beeinflusst. „Wir haben die Aufgabe die Pioniere" der besten jüdischen Volkstradition zu sein, zielbewusst und systematisch müssen wir unsere kulturellen Kräfte organisieren, getreu dem Erbe, das unsere Väter und Brüder in Polen geschaffen haben." Die August-Nummer der Zeitschrift ..Der jüdische Handwerker" berichtet über die „ORT"- Schule. der „Privaten jüdischen Lehranstalt für Handwerk und gewerbliche Ausbildung auswanderungswilliger Juden" (vgl. den Artikel in der C.-V.-Zeitung Nr. 30 vom 29. Juli). Der Geschäftsführer des ORT, Ing. Klementinowsky, behandelt die Entstehung der Schule und ihre Eingliederung in die Ziele des ORT. Den Aufbau der Lehranstalt behandelt ihr Leiter, Dipl.-Ing. Behrendt. Ein Schüler schildert die Arbeit an Schraubstock und Drehbank. Ein weiterer Aufsatz stellt die Ausbildung der Jugend unter der Perspektive der Auswanderung dar. Das Heft ist mit zahlreichen Bildern von der Schule aus- Septbr. 1937 Elul 5697 4. Sonnabend 2S Wochenabschnitt: Nizawim 5. B. M. 29,9-30,20 Haftara: Jes. 61,10—63,9 5. Sonntag 29. Erew Rosen Haschana Tischri 5698 6. Montag t, 1. Tag Rosch Haschana 7. Dienstag 2. 2. Tag Rosch Haschana 8. Mittwoch 3. Zorn Gedalja 11. Sonnabend 6. Wochenabschnitt: Wajelech 5. .B. M. 31 Haftara: Hos. 14,2-10 Micha 7,18-20 14. Dienstag 9. Erew Jörn Kippur 15. Mittwoch ■J0. Jom Kippur 18. Sonnabend j3 Wochenabschnitt: Haasinu 5. B. M. 32 Haftara: 2. Sam. 22 19. Sonntag 14. Erew Ssuckot 28. Kontag 15. 1. Tag Ssuckot 21. Dienstag 16. 2. Tag Ssuckot 25. Sonnabend 20. Schabbat Chol Hamoed Buch Kohelet 26. Sonntag 21. Hoschana Rabba 27. Montag 22. Schmini Azeret 28. Dienstag 23. Ssimchat Tora gestattet und enthält ausserdem Aufsätze und Hinweise zu Gesetz-, Wirtschafts-, Handwerker- und Mittelstandsfragen. Der ..Privaten jüdischen Lehranstalt für handwerkliche und gewerbliche Ausbildung auswanderungswiiliger Juden, des ,ORT' in Berlin" soll im Oktober dieses Jahres eine Abteilung für H e r r e n s c h n e i d e r (Lehrdauer 3 Jahre) angegliedert werden. Die Schulgebühren sollen 20 RM monatlich betragen. Es werden nur 25 jüdische Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren, die" nachweislich auszuwandern beabsichtigen, aufgenommen. Aufnahmegesuche sind bis spätestens den 30. August dieses Jahres an die Gesellschaft „ORT" Abt. Deutschland E. V., Berlin NW 87, Siemensstrasse 15, einzureichen, Auslandsnachrichten Irak Entgegen den ursprünglichen Nachrichten hat in dem neuen irakischen Kabinett nicht Nuri Pascha, sondern' Tufik Suwaidi das Amt des Aussenministers übernommen, der sieh angeblich zur Septembertagung des Völkerbundes nach Genf begeben soll. Nach Meldungen der „Times" rechnet man in England nunmehr damit, im Irak einen Flugstützpunkt für die Linie Aegypten—Persischer Golf—Australien errichten zu können. Lettland Das Statistische Amt der lettländischen Regierung hat soeben die Ergebnisse der im Jahre 1935 durchgeführten Volkszählung veröffentlicht. Danach betrug die Zahl der Juden in Lettland in diesem Jahre 93 479. Die Juden bildeten mit 4,79 Prozent die drittgrösste Volksgruppe Lettlands. Obwohl der Geburt enüberschuss der. jüdischen Bevölkerung in den Jahren 1930 bis 1935 1150 betrug, ist die Gesamtzahl der jüdischen Bevölkerung in diesem Zeitraum durch Auswanderung um 909 gesunken. In der Hauptstadt Riga ist die jüdische Bevölkerung gegenüber der vorangegangenen Zählung um 1344 Seelen gewachsen. Polen Aus mehreren Ortschaften Polens werden erneut judenfeindliche Ausschreitungen gemeldet. In Ostrow-Mazowiecki sind zahlreiche Juden misshandelt und verletzt worden. 1500 Fensterscheiben wurden eingeschlagen, einen Tag hindurch blieben die jüdischen Geschäfte geschlossen. Durch Polizeiverstärkungen soll ein Wiederaufflaekern der Unruhen verhütet werden« In Wiszkow verübten Nationaldemokraten Ueberfälle auf jüdische Passanten. In Roszosz wurden die jüdischen Marktbesucher von einem Schweinehändler angegriffen. Prüfungserfolge in England. Die „Times" veröffentlicht in ihrer Nummer vom 16. August die Liste der. Kandidaten, die im Julitermin das Certificate of Proficiency in English der Universität Cambridge erhalten haben. Darunter befinden sich sieben Kandidaten der Jüdischen Privatschule Dr. Leonore Goldschmidt in Berlin-Grunewald, nämlich: Walter Lewy-Lingen, Klaus Neuberg, Josef Urlick, Hildegardt Brandt, Hanna Memel, Walter Schlesinger, Hans Jacob Weinbaum. Fünf von ihnen haben das Prädikat „gut" erhalten. Acht Schüler der Goldschmidt-Schule hatten sich zu dieser ersten englischen Prüfung gemeldet. Sieben von ihnen haben bestanden. Das Resultat ist also sehr günstig. Klauber- Wasche In allen führenden Wäschegeschäften Damenwäschefabrik Rosa Klauber / München Klauher- Wiksehe

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