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Central-Verein-Zeitung · 1937-08-26 · 34 (26.8.1937) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
34 (26.8.1937)
Date
1937-08-26
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 C.-V.-Zeifung Nr.34» 26. August 193Z Magister Kirsch der gute 1.5kör, Magister München V9I In Berlin zu beziehen durch die Weingroßiiaadlung Bernhard Braner, Burggtr. 3 TeL 51 43 40. ten Vertreter der Nichtzionisten die beiden hervorragenden Zionisten Mrs. Jacobs und Dr. Ruppin sind. Tagung des K. H. Die Direktion des Keren Hajessod hielt am 19. August in Zürich eine Beratung über die nächsten Aufgaben und Arbeiten des KH ab. An der Tagung nahmen zahlreiche Delegierte In der Bukarester Tageszeitung „Curentul" äussert sich der ehemalige Justizminister Professor Mircea Djuvara über Palästina und die Judenfrage. Seiner Ansicht nach ist Palästina für die Juden in erster Linie ein moralisches Problem. Die Annahme jedoch, dass durch die Schaffung des Judenstaates das Judenproblem in der Welt praktisch gelöst werde,- sei kindisch. Von einer Massenauswanderung von Juden aus Rumänien zum Beispiel könne keine Rede sein. Man dürfe sich nicht der Illusion hingeben, dass Rumänien ohne Juden bleiben könne, und es sei keine gute rumänische Tat, zwischen Rumänien und seinen Minderheiten einen Abgrund zu graben. Professor Djuvara mahnt zum Schluss, nicht zu vergessen, dass die christliche Religion von den Juden stamme. Die französischen Zeitungen betonen anlässlich der von Frankreich der britischen Regierung überreichten Denkschrift über Palästina, dass zwischen der französischen und der englischen Regierung in dieser Frage kein Meinungsstreit "bestehe. Es sei aber im Hinblick darauf, dass Frankreich Besitzungen hat, die es zu einer mohammedanischen Macht stempeln, nur natürlich, dass es an einer glücklichen Lösung der Araberfrage in Palästina und an der Zukunft der Heiligen Stätten interessiert ist. In einer Zuschrift an die Londoner „T i m e s" tritt der Sohn und Biograph des verstorbenen Earl of Oxford and A s - q u i t h, der hervorragende Jurist C y r i 1 A s q u i t h dafür ein, dass den Juden "ganz Westpalästina gegeben werde, da-diese Forderung der Gerechtigkeit entspräche. Asquith untersucht die Versprechungen, die gegen Ende des Krieges in bezug auf das Land "Palästina einerseits den Arabern und andererseits den Juden gegeben wurden, und weist darauf hin, dass die von MacMahon gegebenen Zusicherungen an die Araber Westpalästina zweifellos Tel-Aviv, 18. August Das Wiedererwachen des arabischen Terrors beschäftigt die palästinensische Oeffentlichkeit immer mehr. Obwohl nicht sehr viele Fälle zu verzeichnen sind, wird die Regierung in der Presse darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei einigen der letzten Ueberfälle offenbar nicht um vereinzelte Akte verbrecherischer Elemente handele, sondern um organisierte „Generalproben". Man hat allerdings den Eindruck, dass Polizei und Militär in Bereitschaft sind und dass die Verwaltung aus den Erfahrungen der letzten Jahre gelernt hat. Die Verhängung der Schutzhaft über eine ganze Reihe von Mitgliedern des Jerusalemer Aktionskomitees" und die energische Verfolgung der bekanntwerdenden Verbrechen, ist ein Zeichen für den Willen der Regierung, die öffentliche Sicherheit zu schützen. Während aber die jüdische Oeffentlichkeit mit allem Nachdruck die Dinge beim Namen nennt, hat sich in Kreisen der von dem Terror bedrohten oder sich bedroht fühlenden Notabein anscheinend eine gewisse Resignation verbreitet. Der „Dawar" erzählt, dass die wohlhabenden Araber geradezu in Scharen auf „Auslandsreisen" gegangen sind und offenbar erst nach Eintritt ruhiger Verhältnisse zurückzukehren gedenken. Andere suchen sich durch äusserste Zurückhaltung vom öffentlichen Leben der Aufmerksamkeit der Terroristen zu entziehen, und wieder andere haben sich sogar eine Art von Leibwächtern angeschafft. Obwohl aber all diese Erscheinungen deutlich zeigen, dass weite Kreise der arabischen Bevölkerung unter solchen Terrorversuchen leiden, ist aus diesem Lager noch kein öffentlicher Protest laut geworden — mit einer Ausnahme: Die Verwaltung der Stadt Hebron, deren Bevölkerung an sich keineswegs besonders passiv in den Kämpfen des Tages ist, hat sich gegen die Bedrohung von Leben und Eigentum und für Schutz der friedlichen Arbeit ausgesprochen. Sonst aber scheint die Zurückhaltung der arabischen Oeffentlichkeit vielfach nicht auf Sympathie mit den Terroristen, sondern auf Furcht vor ihnen zu beruhen, und es wird die Vermutung ausgesprochen, dass die arabische Kampfleitung eine gewisse Konservierung der Kampfstimmung keineswegs ungern sehe. Inzwischen haben die Bemühungen um Hineinziehung der Nachbarländer nur Teilerfolge gezeitigt Eine in Syrien geplante Zusammenkunft der arabischen und mohammedanischen Führer ist bisher nicht zustande gekommen. Dieses Land ist gegenwärtig stark, mit den Schwierigkeiten und Kämpfen, die aus seiner eigenen Umwandlung vom Mandatsland zum selbständides Councils der Jewish Ageney und. Vertreter aus den meisten europäischen Ländern,, sowie aus Nord- und Südamerika teil> Aus der,unter starker Anteilnahme durchgeführten' Debatte ergaben sich die folgenden beiden Anregungen: 1. Dass jedem Lande ein bestimmtes Kontingent zur Aufbringung vorgelegt werde und 2. dass in allen Ländern der Welt eine verstärkte Aktion für den Keren Hajessod in Angriff genommen werden muss, um ein Maximum von Mitteln flüssig zu machen für Kolonisation und sofortige Besiedlung von Landstrecken, die bereits vom KKL erworben worden sind, für Beschäftigung jüdischer Arbeiter, für Förderung der Industrie und Aufrechterhaltung der Sicherheit des Jischuw. nicht mitumfasst hätten. Transjordanien jedoch sei ein Bestandteil des den Arabern zugesagten Gebietes gewesen, während andererseits die Balfour-Deklaration sich auf Palästina einschliesslich des doppelt so grossen Trans jordanien bezogen habe. Habe man nun. aber schon in dem Zweifelsfall Transjordanien zuungunsten der Juden entschieden, so dürfe das nicht noch in dem Gebiet der Fall sein, das den Juden eindeutig zugesprochen sei, nämlich Westpalästina. Zum Schluss weist Asquith darauf hin, dass die Araber mehr als 100 Prozent und die Juden weniger als 10 Prozent dessen, was ihnen versprochen wurde, erhalten würden, wenn die Vorschläge der Königlichen Kommission verwirklicht werden würden. Aus Gründen der Barmherzigkeit könnte man sich auf die wunderbaren Erfolge der jüdischen Kolonisten und auf ihre standhafte Zurückhaltung angesichts des Terrors der Araber, die durch die jüdische Einwanderung bereichert wurden, nicht zuletzt auch auf die ausserordentliche jüdische Not stützen. Aber ich appelliere, so schliesst das Schreiben, nicht an Gnade, sondern an Gerechtigkeit und Treu und Glauben. Auch der „Manchester Guardian" hat wieder einmal einer Teilerörterung des Palästinaproblems Raum gegeben. Er veröffentlicht zunächst eine Zuschrift, die sich gegen die Kolonisation des Negew durch Juden ausspricht, da in diesem Falle 50 000 dort lebende Beduinen zum Untergange verurteilt seien. Die Redaktion erwidert auf diese Zuschrift, dass es im Negew einmal blühende Städte gegeben habe, und dass es bei einer Neuerschiiessung sehr lange dauern würde, bevor die dort lebenden Nomaden beeinträchtigt werden würden. In keinem Falle aber dürfe man überhaupt den Grundsatz gelten lassen, dass grosse Gebiete, die einst stark bevölkert waren, verödet und dem friedlichen Vordringen der Zivilisation verschlossen bleiben. gen Staat erwachsen sind, beschäftigt. Die Regierungen von Saudiarabien und Aegypten haben auf die Appelle der palästinensischen Araber mit ebensoviel Diplomatie wie Sympathie geantwortet. Am entschiedensten hat sich, auch auf der Bühne der grossen Politik, die Regierung des benachbarten Irak für die Araber Palästinas eingesetzt. Diese Regierung aber ist jetzt gestürzt worden. Der gewaltsame Tod des Generalstabs- Chefs Bekr Sidki Pascha hat dem Kabinett, dessen Stellung wohl ohnehin schon erschüttert war, das Rückgrat gebrochen. Bekr Sidki hatte dieses Kabinett durch einen Militärputsch an die Macht gebracht. Nach seinem Tode aber hat gerade ein wichtiger Teil des Militärs durch offene Meuterei den Rücktritt des Kabinetts herbeigeführt, und zwar waren es die in der Oelprovinz von Mossul, dem gemeinsamen englisch-irakischen Interessengebiet, stationierten Truppen, welche diesen Kurswechsel erzwangen. Wenn auch zahlreiche Minister ihre Portefeuilles behalten werden — auch Bekr Sidki hatte nicht alle Kabinettsposten neu besetzen lassen — so ist es doch bezeichnend, dass der von ihm gestürzte Expremier Jamil el Madfai, der sich ins Ausland geflüchtet hatte, zurückberufen und zum Ministerpräsidenten ernannt wurde. Offenbar hielt sich auch der frühere Außenminister Nuri Pascha, der mit Einwilligung Englands seinerzeit einen Vermittlungsversuch im palästinensischen Konflikt übernommen hatte, bereit, aus der Verbannung zurückzukehren und ein höheres Staatsamt wieder zu übernehmen. In der neuen Ministerliste fehlt freilich der Name Nuri Paschas, aber man glaubt trotzdem, dass die extrem panarabische und antienglische Politik, die 6chon der ganzen früheren Laufbahn Bekr Sidkis den Stempel aufgedrückt hatte, von dem neuen Kabinett zum mindesten erheblich modifiziert, wenn nicht ganz aufgegeben wird. Auch vom Standpunkt der irakischen Innenpolitik wäre eine solche Neuorientierung durchaus zu verstehen, denn dieser junge Staat hat in den wenigen Jahren seiner Selbständigkeit schon so viele innere Erschütterungen erlebt, dass sich eine Strömung, die zunächst in friedlicher Zusammenarbeit mit den gegebenen Mächten eine Konsolidierung der staatlichen Grundlagen anstrebt, wohl Aussicht auf Zustimmung weiter Kreise haben könnte. Soweit die Palästinapolitik in Frage kommt, wäre das erste Anzeichen einer veränderten irakischen Aussenpolitik vielleicht in einer Aeusserung des englischen Kolonienministers Ormsby Gore zu erblicken, der in Genf erklärt hat, dass er bei den Verhandlungen vor dem Völkerbund keinen allzu scharfen Widerstand des Irak gegen das Palästinaprogramm der britischen Regierung erwarte. Völlig verfehlt wäre freilich die Annahme, dass sich das neue Kabinett an den palästinensischen Arabern desinteressieren könnte; Auch Nuri Paschas Einmischung erfolgte iri~\ einem ziemlich scharf und einseitig proarabischen Sinne^ und das englische Palästinaprogramm in seiner gegenwärtigen Form ist, wie in Zürich festgestellt wurde, für die jüdische Seite nicht annehmbar. * Auch - die Jerusalemer Zeitung „Palest ine Review" hält die einzelnen Terrorakte für die Anzeichen einer neuen grossen Aufstandsbewegung. Sie teilt mit, dass eine Anzahl der Führer des Aufstandes vom Jahre 1936 in Damaskus eine Geheimberatung abgehalten hätten, und dass über die syrische Grenze, aus der Wüste und über das Meer Waffen und Munition nach Palästina eingeschmuggelt würden. Die arabischen Dörfer würden von Agitatoren besucht, die in aufreizenden Reden die Bevölkerung auffordern, ihr Land zu beschützen, sobald die Teilung Palästinas proklamiert werden würde. * Auch in den letzten Tagen ist es wieder zu einzelnen Gewalttaten gekommen. Am 17. August wurde ein Jude bei Bad Schlomo beim Pflügen des Feldes von einer bewaffneten Araberbande überfallen. Die Araber spannten die Maultiere aus und trieben sie fort Die Angreifer sind entkommen. Am 18. August ist eine Polizeistation in einem arabischen Dorf bei Nablus von Arabern heftig beschossen worden. Die Polizei erwiderte das Feuer. Jüdische Arbeiter aus einer Kwuza bei Gan Jawne wurden beim Pflügen von bewaffneten Fellachen angegriffen. Sie behaupteten, der Boden sei ihr Eigentum. Die Angreifer wurden von der Polizei zerstreut, den jüdischen Arbeitern aber wurde verboten, den Boden weiter zu pflügen. Jüdischer Staat oder Ghetto? Kurz vor Beginn des Zionistenkongresses erschien — wohl als Material für die Verhandlungen gedacht — eine umfangreiche Schrift aus der Feder eines seit langer Zeit in der nationaljüdischen Bewegung stehenden Mannes: „Jüdischer Staat oder Ghetto? Gefahren der Palästina-Teilung. Eine Untersuchung der Vorschläge der Königl. Kommission". Jewish State or Ghetto. Dangers of Palest in e Partition. Royal Commissi o n5 s Proposais Examined. (ByJ. M. Machover, London. Robert Anscombe Ltd. 1937.) Der Jurist Machover, genauer Kenner Palästinas und seiner politisch-administrativen Entwicklung, der in vielen Gremien der zionistischen Bewegung Sitz und Stimme hat, gibt mit seinen 200 Seiten umfassenden Ausführungen gewissermassen ein. Handbuch für die Vertreter der bedingungslosen Ablehnung des Teilungsplanes. Es ist kennzeichnend für die Bedeutung der Ereignisse des letzten Jahres, dass, als Machover 1936 sein Buch „Governing Palestine" veröffentlichte, er sich mit den verschiedenen Plänen in den einzelnen Kreisen glaubte beschäftigen zu müssen: „Niemand konnte damals glauben, dass sie (die Pläne) jemals von den für Palästina verantwortlichen Stellen ins Auge gefasst werden könnten." Im Vorwort seines Buches gibt der Verfasser Tendenz und Programm seiner Darlegungen, die er auf Anregung"der Judenstaatspartei (Jewish State Party) veröffentlicht: „Es ist eine tragische Ironie des Schicksals — ein Zionist, dem der Zionismus eine Wiedererrichtung des Jüdischen Staates bedeutet, muss den Plan der Königl. Palästina-Kommission für die Schaffung eines Jüdischen Staates verwerfen und bekämpfen. Denn es ist ein Faktum: Was die Verwirklichung zionistischer Sehnsucht zu sein scheint, ist tatsächlich nichts von all dem, ist weder gerecht, noch praktisch durchführbar, noch steht es in Uebereinstimmung mit den Versprechen und internationalen Verpflichtungen, die England übernommen hat. Aber noch weniger hat es eine Aehnlichkeit mit dem Judenstaat, von dem Generationen von Juden geträumt haben und für den viele Juden ihr Leben und ihre ganze Kraft geopfert haben. Was uns jetzt als „Judenstaat" angeboten wird, das ist nur eine, groteske Karikatur von dem, wofür der Zionismus gekämpft hat, eine phantastische und künstliche "Schöpfung, die nichts mit dem Problem zu tun hat, wie es in Wirklichkeit ist." — Nach Machover bedeutet die Teilung Palästinas, „des einzigen Landes in der weiten Welt, wohin Juden mit gutem Recht — und nicht geduldet! — gehen und 'in. dem sie so sich niederlassen können", ökonomisch, politisch und moralisch ein Unglück (disaster). Dass dieses Buch, das sich in einen historischen und einen verwaltungsrechtlichen und verwaltungspolitischen Teil gliedert, ausserordentlich starke und gut fundierte Argumente gegen den Teilungsplan bringt, bedarf bei einem so gründlichen Kenner der Verhältnisse ebensowenig besonderer Betonung .wie die Tr '.sache, dass von anderem Standpunkte aus sich vieles gegen manche oft zu einseitig gesehenen Einwände und Behauptungen sagen lässt. Der letzte Satz des Schlusskapitels „Zusammenfassung und Schlussfolgerungen" (Summary and Conclusions) lautet: „Und so wird den über triebensten Forderungen der arabischen Extremisten im wesentlichen beigetreten — und dies als Belohnung von sechsmonatigem Terror und Blutvergiessen. Als einziges, was die Juden erreichen, wird-die Befriedigung darüber bleiben, dass alle Welt ihren moralischen Mut und ihre Zurückhaltung während der furchtbaren Zeit der Herausforderungen bewundert." Es ist in gleicher Weise eine Frage des politischen Taktes und der politischen Taktik, ob man mit solchen zugespitzten Formulierungen der Sache unbedingt dient, zumal da auch Machover selbst keine eigenen konstruktiven Pläne an die Stelle des mit solcher Schärfe abgelehnten Planes zu setzen vermag, Dr. Emst Fraenkel. Hundert Jugendliche nehmen Abschied Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- -und Ju* gend-Alija gab am Sonnabend einen Abschiedsabend für eine Gruppe von hundert Jugendlichen, die nach Palästina wandern. Aus diesem Anlass war die Frau, die die Unterbringung der Jugendlichen aus Deutschland in Palästina nun seit mehr als vier Jahren überwacht, Henrietta Szold, persönlich nach Berlin gekommen. Der grosse Saal des Jüdischen Brüdervereins war so überfüllt, dass .viele vergeblich vor den Türen stehen mussten. Die Reihen waren von den Eltern und Angehörigen der Kinder und von zahlreichen Freunden und Mitgliedern der Jugendalija besetzt. Einleitend gab Eva Stern einen Üeberbliök über die Bedeutung einer solchen Gruppenwanderung Jugendlicher nach Palästina; dann sprach einer der Jugendlichen selbst von ihren Aufgaben und ihren Zielen. Nachdem an einer Reihe von Lichtbildern ein Arbeits- und Lerntag aus dem Leben der Jugendlichen gezeigt worden war, nahm Miss Szold das Wort. Als sie vor zwei Jahren in Berlin gesprochen habe, habe sie sich darauf beschränken müssen, die Hoffnung zu zeigen, die dieses neue Werk erweckte. Heute, sagte sie, könne sie von Erfolgen berichten. Von den 764 jungen Leuten, die jetzt im Lande selbst ihre Ausbil- ,/ luwe!ier LyäwigS!8llli218tZ V Nürnberger Str. 56 {neben Woolworth) *P dung beendet haben, sind 70 bis 75 Prozent bei der Landwirtschaft geblieben, die übrigen sind teils zu ihren Eltern in die Städte gegangen, teils wurden sie einer weiteren Ausbildung zu Lehrern oder ähnlichen Berufen zugeführt, nur ganz wenige haben aus verschiedenen Gründen das Land wieder verlassen. Sehr eindrucksvoll erzählte sie von ihren Besuchen in verschiedenen Siedlungen, wo Jugendliche aus Deutschland arbeiten. Sie schilderte, wie eine Gruppe, der die verhältnismässig leichtere Arbeit in der hoch entwickelten Kolonie Naharia unter günstigen Bedingungen angeboten worden war, es vorzog, für einen halb so grossen Lohn unter schwersten Bedingungen in einer anderen Siedlung zu bleiben, wo es galt, die neue Position zu gewinnen. So zielbewusste Tatkraft hätten gerade die Jugendlichen aus Deutschland an verschiedenen Stellen bewiesen. Sie überging nicht die Eingliederungsschwierigkeiten, die sich bei einzelnen ergeben haben, konnte aber die Eltern wegen mancher Klagen und Anklagen Jugendlicher beruhigen, da solche Schwierigkeiten nur sehr selten vorgekommen seien, und auch die Gesundheitskontrolle der Jugehdalija ausserordentlich gut funktioniere. Zwischen den Ansprachen sang der Chor der Jugendali ja Palästirialieder. ' Y©rordmiiig über Hie Hule- Konzession veroffentlicHi Das palästinensische Amtsblatt hat. den Entwurf der Verordnung über die Hule-Konzession (Huleh Concession/Bounderies. Ordinante 1937) veröffentlicht. In dem Entwurf: wird zwischen einem „reservierten" und einem „unreservierten" Konzessionsgebiet unterschieden. Diese Einteilung beruht auf einem bei dem Distriktkommissar für den. Norddistrikt hinterlegten und von dem Kommissar für Boden und Vermessungen unterzeichneten Vermessungsplan vom 22. Juli 1937. Die Verordnung sieht die Eintragung des nichtreservierten Konzessionsgebietes in den Bodenkataster von Safed vor. ..Nach der Verordnung macht sich jeder straf-' bar, der ohne schriftliche Erlaubnis der Konzessionäre (der Palestine Land Development Company), denen die vorher im Besitz der Syro- Ottoman Agricultural Company Ltd. befindliche Konzession am 3. Oktober 1934 übertragen worden ist, in dem unreservierten Konzessionsgebiet Boden besetzt, bestellt oder irgendwelche Rechte ausübt. Zuwiderhandelnde werden von dem Gebiet entfernt und mit. sechs Monaten Gefängnis oder 50 Pfund Geldstrafe oder beiden Strafen^bestraft. Die den Konzessionären zustehenden Rechte und Privilegien, das reservierte Gebiet zu betreten und zu verlassen, Entwässerungen, Gewinnung von Land und andere in der Konzession in Betracht gezogene oder vorgeschriebene Arbeiten durchzuführen, werden durch die Verordnung gewahrt. Im Einvernehmen mit den Konzessionären hat der High Commissionar entschieden, dass aus dem Konzessionsgebiet eine Fläche oder einzelne Flächen im Gesamtausmass von höchstens 15 772 metrischen Dunam ausgeschieden werden sollen, die u. a. dazu dienen sollen, die jetzt auf anderen Teilen des Konzessionsgebietes Siedelnden ansässig ' zu machen, während den Konzessionären das übrige Gebiet zur sofortigen freien Verfügung überlassen wird. Der Board of Direktors der General Mortgage Bapk of Palestine Ltd. hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, wie im Vorjahre 3 Prozent Zwischendividende, sowohl auf die Vorzugsaktien wie auf die Stammaktien der Gesellschaft, zu zahlen. Die Dividende ist am 1. September 1937 zahlbar. Wie wir weiter hören, ist das Hypothekengeschäft in den letzten Monaten recht lebhaft, und die Geschäftsergebnisse des ersten halben. Jahres entsprechen durchaus den Erwartungen. _ Die Regierung hat für Jerusalem und Tel- Aviv drei neue jüdische städtische Richter ernannt. Der in Paris lebende hebräische Dichter Salman Schneur hat in Beantwortung einer Glückwunschadresse, die der Stadtrat von Tel- Aviv anlässlich seines 50. Geburtstages an ihn. gerichtet hatte, dem Bürgermeister' Rokach mitgeteilt, er hoffe, sich binnen eines Jahres in Palästina niederlassen zu können. Pressestimmen zur Teilungsfrage Stimmung in Palästina Von unserem Palästina-B erxch terst att er

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