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Central-Verein-Zeitung · 1937-08-26 · 34 (26.8.1937) · page 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
34 (26.8.1937)
Date
1937-08-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 34*-3. Beiblatt CYZeitung Die Züricher Agency-Taguiig Unmittelbar nachdem Felix M. Warburg, der Führer der nichtzionistischen amerikanischen Delegation, in Zürich eingetroffen war, versammelten sich sämtliche nichtzionistischen Council-Mitglieder zu einer Vorbesprechung über die auf der. Agency-Tagung von ihnen zu vertretende Politik. Auf dieser Vorbesprechung, die am Vorabend der Eröffnung der Agency-Tagung stattfand, ergab sich, dass die Ansicht Warburgs, die im wesentlichen darauf, hinausläuft, vor der Aufnahme von Verhandlungen über den Teilungsplan noch einmal eine letzte durchdringende Kraftanstrengung zu unternehmen, um zu einer jüdisch-arabischen Verständigung zu gelangen, von den Council-Mitgliedern der westeuropäischen Länder vielfach geteilt wurde. Die Delegierten der osteuropäischen Länder hingegen neigten eher, dem Standpunkt zu, der in der Resolution des Zionistenkongresses seinen Ausdruck gefunden hat. Die Eröffnungssitzung Ueber den ersten Verhandlungstag der Council-Tagung ist in der vergangenen Woche bereits kurz berichtet worden.- An die Eröff- Felix M. Warburg für Verständigung mit den Arabern Die für den Nachmittag des 18. August angesetzte Generaldebatte über die politischen Hauptfragen leitete Felix M. War burg ein. Das Problem, das zur Beratung stünde, erklärte er einleitend, sei, ob man ein grosses Bild auf Miniaturmass verkleinern solle. Seine amerikanischen Freunde lieben den Frieden und seien Gegner von Grenzen. Sie haben sich der Jewish Agency angeschlossen, weil sie es als ihre Pflicht betrachten, den Juden zu helfen. In einer grossen Reihe von Versammlungen, die in Amerika vor der Abreise zu dieser Tagung abgehalten worden seien, habe es sich als die Ansicht aller Schattierungen der amerikanischen Juden herausgestellt, dass man verpflichtet sei, die Einengung des Arbeitsfeldes in Palästina zu verhüten. Der Plan der Kgl. Kommission sei noch nicht endgültig beschlossen. Die dringendste Notwendigkeit sei, zu einer Verständigung mit den Aarabern zu gelangen. Im Gegensatz zu der Ansicht der Peel-Kommission, dass unter den Bedingungen des Mandates von einer Verständigung mit den Arabern nicht die Rede. sein könne, behaupte er, .dass noch niemals ein ernsthafter Versuch in dieser Richtung gemacht worden sei. Gerade jetzt aber, da unter dem Druck. des Teilungsplanes die' Menschen mehr als bisher sich für neue Notwendigkeiten aufschlössen, müsse der Plan einer jüdisch-arabischen Round- Table-Konferenz erneut in Erwägung gezogen werden. Felix Warburg brachte sodann Beschwerden über eine mangelnde Information der nichtzionistischen Agency-Mitglieder vor und forderte, dass nicht der Zionistenkongress, sondern der Council der Jewish Agency diejenige Instanz zu sein habe, die alle neuen Phasen in der Palästinafrage zu beraten und zu entscheiden habe. „Ich flehe euch an", rief Warburg aus, ,.alles zu tun, um einer Lösung die Bahn zu bereiten, die alle Einwohner Palästinas zufriedenstellt Wir, die wir in der Hilfsarbeit stehen, können Palästina nicht als das einzige Land ansehen, dem unsere Fürsorge gilt. Wir haben aber Palästina in jeder Weise bevorzugt und wir haben die zionistischen Sammlungen unterstützt. Aus den Listen geht hervor, dass Nichtzionisten die grössten Spender waren. Wie immer eure Entscheidung ausfallen mag, die amerikanischen Juden werden die Juden Palästinas nicht verlassen, aber die Methoden unserer Arbeit werden andere sein, als bisher. Wenn der Council darauf besteht, die Herstellung freundnachbarlicher Beziehungen mit den Arabern zu vernachlässigen und im Widerspruch, zu der friedlichen Entwicklung des Landes etwas vorzieht, was wie ein Staat aussieht, aber keiner ist, dann können wir nicht mit euch gehen. In Dollars und Cents wird der Unterschied nicht gross sein, wohl aber in den Methoden." Mit einem Appell, nichts zu übereilen und die Idee nicht zugunsten einer Sache aufzugeben, die nur dem Scheine nach ein Staat sei, schloss Warburg seine eindrucksvolle Rede. Nach Warburg vertrat Ussischkin mit noch grösserer Leidenschaft als auf dem Kongress den Standpunkt der zionistischen Teilungsgegner. Er warnte davor, um eines geringen Preises willen einen Sprung ins Ungewisse zu tun und das Phantom eines Staates zu errichten, der aller Wahrscheinlichkeit nach binnen drei Jahren zugrunde gehen müsse. Simon Marks, London, sprach sich für die Annahme der Mehrheitsresolution des Zionistenkongresses aus. In einer längeren Rede gab Schalom Asch Rechenschaft über die inneren Kämpfe, die er selbst zu bestehen hatte, bevor er sich zu dem Entschlues durchgerungen habe, die Resolution des Kongresses gutzuheissen. Er habe erkannt, dass Palästina keine Insel in dem Meer der allgemeinen Judenfrage sei, sondern ein Teil des Gesamtproblems. Manhabe ferner davon auszugehen, dass es keine Ewigkeitslösungen gebe, und dass man nicht Pläne auf weite Sicht, sondern höchstens für die nächsten 10 bis 15 Jahre machen könne. Man müsse auch vor der ganzen Welt verkünden, dass Palästina allein nicht imstande nungsrede Weizmanns, die die Tagung von vorn-" herein in das Zeichen der Verständigungsbereitschaft stellte, schloss sich .ein Referat von Dr. Arthur Ruppin über die -politischen -Hauptfragen unter wirtschaftlichen .Geeichtspunkfien an. In seiner bekannten Gründlichkeit und Objektivität gab Dr. Ruppin'noch einmal einen Ueberblick über die Vor- und Nachteile des Berichtes der Kgl. Kommssion und lieferte eingehendes Zahlenmaterial als Grundlage für die Stellungnahme zu den zentralen Problemen. Er erklärte, erst nach schweren inneren Kämpfen und nach einer genauen Analyse aller wirtschaftlichen und politischen Faktoren zu der Ueberzeugung gelangt zu sein, dass die Schaffung eines jüdischen Staates in einem Teil Palästinas von jedem .möglichen Standpunkte aus der Fortdauer des bisherigen Mandates vorzuziehen sei. Er beleuchtete dann ausführlich die Fragen des Bevölkerungstransfers und der Minderheiten und schloss mit der Aufforderung, die Entscheidung so zu treffen, dass man später nicht den Vorwurf erheben könne, man habe eine Chance versäumt und sei zu spät gekommen. Nach einem Referat von Elieser Kaplan über Finanzfragen wurde die Eröffnungssitzung geschlossen. sei, die ganze Judenfrage zu lösen. Die Judenfrage sei vielmehr eine Angelegenheit, die in jedem Lande eine besondere Lösung erfordere. Aber Palästina könne, wenn der künftige jüdische Staat eine Million Juden aufnehmen könne, sehr viel zu dieser Lösung beitragen. Dr. J. L. Magnes für einen binationalen Staat In der Abendsitzung des gleichen Tages brachte der Präsident der Hebräischen Universität Jerusalem, Dr. Juda L. Magnes, im Namen einer Gruppe von Nichtzionisten eine Resolution ein, die sich für die Schaffung eines binationalen Staates in Palästina ausspricht. . In dem Resolutionsantrag heisst es: Die Jewish Agency soll im Hinblick darauf, dass sie von der Mandatarmacht als die für Verhandlungen über Palästina zuständige Körperschaft anerkannt ist, eine zu je 50 Prozent aus Zionisten und Nichtzionisten bestehende Kommission einsetzen, die Verhandlungen mit England, mit den Arabern, mit dem Völkerbund und den Vereinigten Staaten von Nordamerika5 aufnehmen soll mit dem Ziele, zu beraten,-wie ein binationaler Staat in einem ungeteilten Palästina am besten errichtet "werden-könnte. " .«y Bei der Begründung dieses Antrages setzte sich. Dr. Magnes nachdrücklich für Verhandlungen mit den Arabern ein. Auch er vertrat, ähnlich wie Felix M. Warburg, die Auffassung,. dass die Juden noch nicht vor vollendeten Tatsachen stünden. Es sei ein Teil der britischen Weisheit, eine Politik von Tag zu Tag zu verfolgen. Bei einer eindeutigen Ablehnung der Vorschläge der Kgl. Kommission werde es sich die britische Regierung sehr überlegen, ob sie eine für die Juden verhängnisvolle Entscheidung treffen werde. Es sei also keine Rede davon, dass das Angebot von der Regierung aufgezwungen sei. Der jüdische Staat würde zum Kriege mit den Arabern führen, er würde eine ungeheure arabische Irredenta haben und er werde die Judenfrage in Polen und Rumänien nicht lösen können. Seine erste Massnahme werde eine Einwanderungsbeschränkung sein müssen. Ein Abkommen mit den Arabern aber schliesse die Möglichkeit der Einwanderung nach Transjordanien und anderen Einwanderungsländern in sich. Erst wenn die Verhandlungen mit den Arabern ergebnislos verlaufen seien, werde er, Dr. Magnes, bereit sein, mit den Anhängern der Teilung zusammenzugehen. Für die Resolution des Zionistenkongresses mit einer Abänderung, die die arabisch-jüdische Verständigung betrifft, setzte sich der amerikanische Nichtzionist Alexander Kahn ein. Max Gottschalk (Belgien) unterstützte den Standpunkt Felix M. Warburgs. Der Vorsitzende des palästinensischen Pflanzerverbandes, Mosche Smilansky, erklärte, dass der Frieden mit den Arabern und die Schaffung eines binationalen Staates nicht durch eine Round Table-Konferenz, sondern nur durch eine generationenlange Entwicklung herbeigeführt werden könne. Der polnische Nichtzionist Jakob Lestschinsky trat sehr energisch für den Teilungsplan ein. Dagegen erklärte der Vorsitzende des englischen Board of Deputies, Neville Laski, er würde selbst dann das Fortbestehen des Mandates vorziehen, wenn es nur noch auf ein geteiltes jüdisches Gebiet Anwendung finden könne. Weizmann gegen Felix M. Warburg . In vorgerückter Abendstunde ergriff Präsident Weizmann das Wort, um den Diskussionsrednern und insbesondere den Anhängern Warburgs zu antworten. Zur Frage der jüdisch-arabischen Verständigung führte er aus, dass dieser Gedanke keineswegs neu sei, sondern .dass man ihn schon wiederholt zu verwirklichen versucht habe. In letzter Zeit sei dies vor vier Monaten und erst vor wenigen Wochen in Genf geschehen. Die Araber seien aber zu Verhandlungen nicht geneigt, sie begegneten jeder Verständigungsbereitschaft mit radikaler Ablehnung und hätten sogar vor wenigen Tagen die. von der englischen Regierung als Alternative zu dem Teilungsplan vorgeschlagenen Palliativmittel für unannehmbar erklärt.;\; Wenn die Amerikaner sich bereitfinden würden, . eine Einwänderungsregelung von arabischen Gnaden hinzunehmen, so müssten sich an dieser Stelle die Wege der Zionisten von den ihren trennen. Der binationale Staat sei eine leere Formel, da die Araber darin keine Grundlage zu einer Verständigung sehen wollen. Weizmann ging sodann auf die Unterschiede zwischen zionistischer und nichtzionistischer Haltung ein. „Für uns Zionisten", sagte er, „ist Einwanderung ein Recht, das uns niemand nehmen kann. Für die Nichtzionisten dagegen ist sie etwas, was geregelt werden muss, sowie die Einwanderung nach' Amerika geregelt wird. Für uns ist Palästina das Nationalheim; für die Nichtzionisten ist es eines der jüdischen Siedlungsgebiete wie Argentinien oder andere Länder.' Darum fällt es vielleicht den Nichtzionisten um so viel leichter, über Verhandlungen mit den Arabern zu reden. Wir aber stehen auf dem Standpunkt, dass wir auf Einwanderung nach Palästina genau dasselbe Recht haben, wie die Araber, dort zu wohnen." Den Der 19. August war den Beratungen der Kommissionen vorbehalten, und auch der 20. August musste noch vollkommen dafür reserviert bleiben, weil eine Einigung auf schwere Hindernisse etiess. Das zeigte sich besonders bei der Beratung der politischen Kommission, die sich von den Mitgliedern der Exekutive, wie vorgesehen, sehr eingehend über die von ihnen unternommenen Schritte zur Herbeiführung eines Ausgleichs mit den Arabern unterrichten liess. In den späten Nachtstunden des 19. Augus liess der Vorsitzende der Kommission, der belgische Nichtzionist Professor Speyer über die beiden der politischen Kommission vorliegenden Resolutionen, nämlich die Mehrheitsresolution des Zionistenkongresses und die von Dr. Magnes beantragte EntSchliessung betreffend die Schaffung eines binationalen Staates, abstimmen. Als er dem Vorschlag Felix M. Warburgs, die Abstimmung auf den nächsten Vormittag zu verschieben, da dieser bis dahin noch zu einer gütlichen Beilegung der Meinungsverschiedenheiten zu kommen hoffte, nicht stattgab, verliessen die amerikanischen Nichtzionisten demonstrativ die Sitzung. Darauf wurde die Resolution des Zionistenkongresses mit grosser Mehrheit angenommen. Professor Norman Bentwich versuchte die so geschaffene Krise dadurch zu mildern, dass er einen Zusatzantrag einbrachte, der die Einsetzung einer Kommission zwecks Herbeiführung eines friedlichen arabisch-jüdischen Ausgleichs in einem ungeteilten Palästina" zum Inhalt hatte. Die Abstimmung über diesen . Zusatzantrag wurde bis zum nächsten Tage ausgesetzt. Auch der kommende Tag. verlief noch ergebnislos. Man suchte nach einer Formel, die die Wünsche der Nichtzionisten mit der vom Zionistenkongress angenommenen Resolution in Einklang brachte. Als man die Arbeiten wegen des Eintritts des Sabbats unterbrechen musste, war diese Formel noch nichtgefunden. ■ Auch das organisatorische Problem, das zwischen Zionisten und Nichtzionisten Spannungen verursacht hatte, nämlich die Forderung der Nichtzionisten nach der ihnen statutenmässig feststehenden, aber nie wirklich durchgeführten Herstellung des Fifty-Fifty-Prinzips in den Körperschaften der Jewish Agency, führte zu heftigen Meinungsverschiedenheiten. Als hauptsächliche Gegner dieser Forderung erwiesen sich die zionistischen Arbeitervertreter, und unter ihnen wieder war es der Vorsitzende der Zionistischen Exekutive, David Ben Gurion, der den nichtzionistischen Ansprüchen heftigen Widerstand entgegensetzte. Einigung im Plenum Erst am Sonnabend, 21. August, abends 9 Uhr, trat das Plenum des Councils wieder zusammen, nachdem über die beiden Streitfragen volle Einigung erzielt . war. Die politische Resolution, deren Wortlaut sich auf der ersten Seite des Blattes findet, wurde von Dr. Weizmann vorgelegt und begründet. Er gab seiner starken Genugtuung darüber Ausdruck, dass es gelungen sei, die Einheit der Jewish Agency zu wahren. Noch nie habe der Council vor so weittragenden Problemen gestanden wie diesmal, und noch nie sei es wichtiger gewesen, zu einer harmonischen Verständigung zwischen Zionisten und Nichtzionisten zu gelangen. Er sprach den Nichtzionisten den Dank für die grosszügige Haltung aus, die diese Verständigung ermöglicht habe. Besonders erfreut sei er darüber, dass der Council zu der Ueberzeugung gelangt sei, dass die Exekutive in bezug auf "Verständigung mit den Arabern ihre Pflicht getan habe. Die in dieser Hinsicht geäusserten Bedenken der Amerikaner haben offenbar nur in einer durch technische Schwierigkeiten verschuldeten unzureichenden Information ihren Grund gehabt. Der Abschnitt der Resolution, in dem die Exekutive beauftragt wird, die britische Regierung um Einberufung einer arabisch-jüdischen Konferenz zu ersuchen, sei als der Beitrag der amerikanischen Nichtzionisten anzusehen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen übte Weizmann Kritik an der Mandatarmacht und an der Palästinaverwaltung, stellte aber trotz dieser Kritik wiederum fest, dass die Juden sich ihrer tiefen Dankesschuld gegenüber Grossbritannien immer bewusst sein würden. 26. August 1937* Seite 11 Begriffsunterschied zwischen Nationalheim und Judenstaat, den Felix. War burg zugunsten des Nationalheims ausgelegt hatte, leugnete er, und erklärte weiter, dass man in bezug auf Einwanderung und Bodenkauf in Palästina auf einen toten Punkt angelangt sei.. Ueber diesen toten Punkt wäre man durch den Vorschlag der Königlichen Kommission hinweggekommen. Neue Möglichkeiten würden sich eröffnen, und wenn schon die 400 000 Juden, die jetzt in Palästina leben, die Schaffung eines-jüdischen Staates herbeigeführt hätten, wie gross würden dann erst die Möglichkeiten sein, wenn eine Million Juden in Palästina leben. Was die einzelnen zur Verständigung mit den Arabern unternommenen Schritte anlange, so glaube er, dass alles getan worden sei, was getan werden konnte. Sollte die Agency jedoch zu einer anderen Ueberzeugung kommen, so sei er bereit, seinen Auftrag niederzulegen. Die neue Exekutive, die mehr Nichtzionisten umfassen werde als die'frühere, werde die Möglichkeit haben, jeden Versuch zu einer Verständigung mit den Arabern zu unternehmen. Wenn aber die Nichtzionisten die Politik einer jüdischen Minderheit in Palästina annehmen wollen, dann würden die Wege sich trennen müssen. Abstimmung und Beschlüsse Bei der Abstimmung wurden die einzelnen Punkte der politischen Resolution einstimmig angenommen. Nur bei dem vierten Punkt, in dem die Exekutive zu Verhandlungen ermächtigt wird, übten 13 Council-Mitglieder Stimmenthaltung. Die Arbeiten der Kommissionen, über die in dieser Schlusssitzung gleichfalls Bericht erstattet wurde, brachten^ die folgenden Ergebnisse: Die Finanzkommission bestätigte das vom kongress beschlossene Budget der Exekutive in Höhe von 365 000 Pfund. Auf Vorschlag der Organisationskommissäon wurden als Vertreter der Nichtzionisten folgende fünf Mitglieder in die Exekutive gewählt: Dr. Maurice .P. Hexter, die Präsidentin der Hadassa Mrs. Jacobs, Dr. M. Karpf, New York, Dr. Werner Senator und Dr. Arthur Ruppin. Auf Grund der. Wahlen des Zionistenkongresses gehören ausserdem der Exekutive die folgenden* zionistischen Vertreter an: Dr. Chaim Weizmann, David Ben Gurion, Professor Brodetsky, Jizchak Grühbaum, Rabbi I. L. Fischmann, Elieser Kaplan. Dr. Rottenstreich und Mosche Shertok. Die Exekutive der Jewish Agency umfasst demnach ausser Dr. Chaim Weizmann zwölf Mitglieder. Die vom" Zionistischen Aktionskomitee eingesetzte politische Kommission in London, die der Exekutive in politischen Fragen als Beirat zur Seite stehen soll, ist ebenfalls durch Zuwahl von nichtzionistischen Vertretern erweitert worden. Zum Vorsitzenden des Councils der Jewish Agency ist Lord Melchett gewählt worden, zum Mitvorsitzenden Morris Rothenberg, New- York. Als Antrag der Organisationskommission wurde die folgende Resulution angenommen: „Der Council beauftragt die Exekutive, innerhalb drei Monaten eine Kommission einzusetzen, bestehend zu gleichen Teilen aus Zionisten und Nichtzionisten, mit der Aufgabe, die bestehende Struktur der Jewish Agency und ihre Wirksamkeit in den verschiedenen Ländern unter dem Gesichtspunkt einer Stärkung des Unterbaus der Agency und einer Anpassung ihrer Struktur an die bestehenden Bedingungen zu untersuchen. Die Kommission soll unter Kooperation mit dem Ehrenanwalt der Jewish Agency arbeiten und ihre Empfehlung einschliesslich von Vorschlägen über etwaige Aenderungen der Verfassung in gehöriger Form der nächsten Tagung des Councils vorlegen." Nach einer kurzen Schlussansprache von Weizmann, in der er seine Genugtuung über das Ergebnis der Beratungen und über die Sicherung der Einigkeit zwischen Zionisten und Nichtzionisten in der Jewish Agency zum Ausdruck brachte, wurde die Tagung geschlossen. Sofort nach Schluss der Council-Tagung trat das Administrative Committee der Jewish. Agency zu seiner ersten Sitzung zusammen, um über eine Reihe organisatorischer Fragen zu beraten. Sein Vorsitzender ist Professor Herbert Speyer (Brüssel) seine Mitvorsitzenden sind die Herren, van den Bergh und Berl Locker. Die amerikanischen Nichtzionisten sind aus Zürich abgereist. Sie erklärten sich durch das Ergebnis der Council-Tagung durchaus befriedigt. Dr. Weizmann wird sich sofort nach London begeben, um dem Colonial Office die Resolutionen des Council zu übermitteln und die politische Arbeit nach den in der Ent¬ Schliessung vorgezeichneten Richtlinien zu organisieren. Nur David Ben Gurion hat seinen Widerstand gegen die Vermehrung der nichtzionistischen Sitze in der Exekutive von drei auf fünf noch nicht aufgegeben. Er erklärte in einer Sitzung der Arbeiterfraktion, dass diese Massnahme, zu der nach seiner Ansicht kein Anlass vorlag, ihn veranlassen werde, sein. Amt in der Exekutive niederzulegen. Ben Gurion scheint mit dieser Ansicht vereinzelt dazustehen. Seine Hartnäckigkeit ist schon aus dem Grunde schwer verständlich, da die beiden neugewähl- Die Generaldebatte Zwischenfall bei den Kommissionsberatungen SCHNEEMANN HANDSCHUHE - SCHNEEMANN TÜCHER - DAS FESTGESCHENK ^fli:s^m.203;!

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